Scherben, Ärger, Polizei (2): Police file no. VA10#22680
8. Februar 2010, 20:14 - zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2010, 20:21 - 3 kommentareVANCOUVER. Was ich noch sagen wollte: Zuletzt war ich im Ausland mit einem Auto im Oktober in Dänemark unterwegs. Es wurmt mich noch heute, dass ich eine neue Scheibe bezahlen musste und die Diebe mir mein Lieblings-Sweatshirt und ein Stativ gestohlen haben (in einer Hotelgarage übrigens, aber der Managerin des DGI-Byen Hotels war das egal, sie sagte nicht mal: sorry). Seither war ich viermal ohne Auto im Ausland, in Norwegen, in der Schweiz, in Sachsen und in Südafrika. Und da ging tatsächlich alles gut. Keine Einbrüche, keine Scheiben, kein Ärger, keine Polizei.
Bedarf es weiterer Worte nach dieser langatmigen Einleitung? Ich sage nur: Police file no. VA10#22680.

Schon komisch, nicht. Ich sollte vielleicht IOC-Sessionen meiden. IOC-Session in Kopenhagen: Einbruch, Diebstahl. IOC-Session (ab morgen) in Vancouver: Einbruch, Diebstahl. Es ist ein Fluch.
Geschehen letze Nacht im Parkhaus Ecke Seymour Street/Hastings Street, Downtown Vancouver. Jeder Idiot weiß, dass Navigationsgeräte nicht ins Auto gehören, nicht wahr? Mein Tomtom hat mir gute Dienste geleistet, daheim und hier drüben. Ich werde es vermissen.
Vancouver 2010: die ersten Olympischen Social-Media-Spiele
14:05 - zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2010, 19:54 - 13 kommentareVANCOUVER. Wie versprochen, noch einige Zeilen zu den IOC-Blogger-Richtlinien für Olympia-Akkreditierte. Je länger ich darüber nachdenke, desto skandalöser finde ich es. Glaube auch nicht, dass diese Restriktionen aufrechtzuerhalten sind im digitalen Zeitalter, wo alle Grenzen verschwimmen und jeder zum Publisher wird. Werde sicher in den kommenden Tagen einige Male drauf eingehen und zumindest einige Aspekte der hochkomplexen Thematik anreißen. In der Vorbereitung auf diesen Beitrag habe ich einen langen Artikel von René Martens in der Funkkorrespondenz vom Dezember 2009 gelesen (“Wem gehört der Sport?”). Der Artikel ist nicht frei verfügbar. Würde das liebend gern als Gastbeitrag veröffentlichen und/oder mindestens auf das Original verlinken, just in case, René Martens liest mit …
Nun aber mein aktuelles Geschichtlein:
Die Dienstmeldung von Lindsey Vonn kam überraschend. Die weltbeste alpine Skirennfahrerin teilte auf Twitter und Facebook mit:
Hey Everyone, because of the Olympic rules (blackout period) I will not be able to post any updates from now until march 3rd. Sorry, it bums me out too! Even though I won’t be able to write to you I can still get your messages so keep them coming! :) xoxo Lv
Es wird hier jetzt eine Weile ruhig. Gemäß den olympischen Richtlinien darf ich mich bis Anfang März nicht melden. Die Nachricht verbreitete sich Ende vergangener Woche in Windeseile. 25.000 bestätigte Fans hat Vonn auf Facebook, dem mit bald 400 Millionen Nutzern größten Online-Netzwerk der Welt. 35.000 Menschen folgen ihren Kurznachrichten auf Twitter. Vonn ist bei den Winterspielen in Vancouver eine Hauptrolle zugedacht. Gerade posierte sie auf dem Olympia-Cover von Sports Illustrated. Und nun das.
Das IOC verbietet Lindsey Vonn zu bloggen? Im Nu war das Thema ganz groß in den herkömmlichen Medien. Kaum eine amerikanische Zeitung, kaum ein Internetportal, kaum eine TV-Station, die nicht berichtete.
Das Problem war nur: Lindsey Vonn hatte die „IOC Blogging Guidelines“ nicht gelesen und sich aufs Hörensagen verlassen. Vom amerikanischen Olympiakomitee USOC und vom IOC wurde sie umgehend aufgeklärt. Standesgemäß via Twitter.
„Lindsey Vonn dachte, sie dürfe während der Spiele nichts posten“, sagte mir IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. „Das stimmt nicht. Wir haben sofort getwittert und ihr die Regeln geschickt. Ich räume ein, dass die Regeln vielleicht etwas schwer zu verstehen sind. Es ist nun mal eine neue Ära. Es ist schwer, die Regeln den rasanten Entwicklungen im Bereich Social Media anzupassen.“
Das IOC hat die 13 Regeln für Vancouver im September 2009 veröffentlicht. Die „Blogging Guidelines“ (englische Version, deutsche Version) gelten für alle Olympia-Akkreditierte – mit Ausnahme von Journalisten. Deren Arbeit ist durch Artikel 49 der Olympischen Charta geschützt, sagt das IOC.
49 Media Coverage of the Olympic Games
1. The IOC takes all necessary steps in order to ensure the fullest coverage by the different media and the widest possible audience in the world for the Olympic Games.
2. All decisions concerning the coverage of the Olympic Games by the media rest within the competence of the IOC.
Bye-law to Rule 49
1. It is an objective of the Olympic Movement that, through its contents, the media coverage of the Olympic Games should spread and promote the principles and values of Olympism.
2. The IOC Executive Board establishes all technical regulations and requirements regarding media coverage of the Olympic Games in an IOC Media Guide, which forms an integral part of the Host City Contract. The contents of the IOC Media Guide, and all other instructions of the IOC Executive Board, are binding for any and all persons involved in media coverage of the Olympic Games.
3. Only those persons accredited as media may act as journalists, reporters or in any other media capacity. Under no circumstances, throughout the duration of the Olympic Games, may any athlete, coach, official, press attaché or any other accredited participant act as a journalist or in any other media capacity.
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Poverty Olympics, Vancouver: “World class poverty in a world class city!”
11:10 - zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2010, 10:43 - 7 kommentareOld Hands
Poverty Olympics Anthem
(sing to the tune of “Oh Canada)
Oh Canada
Our home on Native land.
A billion for security,
Instead of building homes.
Olympic spending has gone sky high
While thousands sleep outside.
From far and wide
Oh Canada
Invite the world to see
A quarter million souls,
Poor and freezing cold.
Oh Canada, where is e-qual-i-ty?
Oh Canada, we are ashamed of thee.
VANCOUVER. Einige Impressionen von den Poverty Olympics gestern Nachmittag in der Japanese Language School, Downtown East Vancouver. Das Budget dieser Poverty Olympics betrug 7 Dollar – im Vergleich zu 7 Milliarden, die in die Olympischen Winterspiele gepumpt worden sind.
Torch Relay, Olympic Cauldron
Poverty Olympics Anthem (Text s. o.)
Slalom of the Broken Promises
Wrestling for the Community
Mein Beitrag vom Sonnabend im Deutschlandfunk:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
dichtung und wahrheit, finanzierung von mega-events, olympic resistance network, poverty olympics, steuermittel, vancouver 2010
Sportjournalismus-Konferenz im November 2010 in Dortmund
7. Februar 2010, 21:13 - zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010, 21:13 - 8 kommentareBevor es richtig losgeht in Vancouver, endlich noch dieser Programmhinweis: Das Vorhaben der zweiten Dortmunder Sportjournalismus-Konferenz ließ sich bis April 2010, wie es geplant war, leider nicht realisieren. Die kleine Truppe – Stefanie Opitz, Angelika Mikus und ich -, die bisher daran gebastelt hat, ist sich einig, das wir nicht irgendeine Konferenz durchführen, sondern eine sehr gute. Wir wollen an das Niveau der Tagung von 2008 anschließen (“Unter Druck: Qualitätssicherung im Sportjournalismus”), die überhaupt die erste große Sportjournalismus-Konferenz hierzulande war (so sagen es die Älteren), und die doch vor allem bei Jüngeren einige geradezu euphorische Kommentare auslöste.
Daran wollen wir anknüpfen. Deshalb verschieben wir den Termin.
Die Konferenz wird stattfinden, aber erst am 5./6. November 2010, wieder im Erich-Brost-Haus.
Vorstand und Geschäftsführung des Instituts für Journalistik der TU Dortmund haben den Termin vergangene Woche bestätigt. Ich denke, das ist eine gute Lösung. Nach Vancouver, spätestens im April, wird es ein Online-Tool geben, wo Anmeldungen, Programmvorschläge und Angebote der Mitarbeit entgegengenommen und gebündelt werden.
Die IOC-Blogger-Richtlinien für Olympiateilnehmer
13:31 - zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010, 13:35 - 14 kommentare
VANCOUVER. Die Frage, wie Sportler sich während der Olympischen Winterspiele im Bereich Social Media äußern dürfen, ob es ihnen vielleicht gar verboten ist, Blogs zu betreiben etc. pp., hat nun doch für einige Verwirrung gesorgt. Nicht in Deutschland, aber in den USA, nachdem ausgerechnet Lindsey Vonn der Meinung war, nicht bloggen zu dürfen. (Cover: SI.com)
Ich habe die Geschichte aufgeschrieben, Hintergründe umrissen und den Beitrag einigen Medien angeboten. Mehr dazu später, wenn ich den Text bloggemäß mit Quellen und weiterführenden Infos aufbereite. Über die “IOC Blogging Guidelines” (für Sportler, Betreuer u.a.) und die “IOC Internet Guidelines” (für Journalisten) haben wir ja bereits ein wenig diskutiert. Auch dieses Thema ist etwas größer, als ich zunächst angenommen hatte. Es ist hochkomplex, zentral für das IOC und sehr interessant. Ich denke, dazu werde ich in den kommenden drei Wochen etliche Mosaikstückchen anbieten.
Hier zunächst mal die deutsche Übersetzung der “IOC Blogging Guidelines“, die der DOSB seinen Sportlern mit auf den Weg gibt:
IOC Blogging-Richtlinien für akkreditierte Personen zu den XXI. Olympischen Winterspielen, Vancouver 2010
Die vorliegenden Richtlinien wurden für Personen mit Akkreditierung (“akkreditierte Personen”) zu den XXI. Olympischen Winterspielen, Vancouver 2010 (die “Spiele”) entwickelt, die persönliche Blogs führen, welche der Allgemeinheit zugänglich sind und beliebige Inhalte im Zusammenhang mit ihren persönlichen Erfahrungen und ihrer Teilnahme an den Spielen enthalten (“olympische Inhalte”), und zwar von der Öffnung des Olympischen Dorfes am 4. Februar 2010 bis zur Schließung des Olympischen Dorfes am 3. März 2010. Sie gelten auch für akkreditierte Personen, die olympische Inhalte auf den Internetseiten von anderen Personen einstellen.
Das IOC sieht das Bloggen in Übereinstimmung mit den vorliegenden Richtlinien als eine rechtmäßige Form des persönlichen Ausdrucks und nicht als eine Form des Journalismus. Deswegen ist das IOC nicht der Ansicht, dass Blogs von akkreditierten Personen, die den vorliegenden Richtlinien entsprechen, dem Absatz 3 der Vorschriften zur Regel 49 der Olympischen Charta entgegenstehen, wo es heißt: “Nur Personen, die als Medienvertreter akkreditiert sind, können als Journalisten, Reporter oder in einer anderen Medien-Eigenschaft tätig werden.”
Außerdem müssen Personen, die eine Akkreditierung für die Spiele besitzen, die Olympische Charta beachten.
1. Definition von “Blog”
Zum Zwecke dieser Richtlinien, ist ein Blog eine spezielle Internetseite, wo Einträge gemacht werden (wie in einem Journal oder Tagebuch), die normalerweise in umgekehrter chronologischer Reihenfolge angezeigt werden, und der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist.
2. Persönliche Informationen
Wenn Personen mit einer Akkreditierung für die Spiele olympische Inhalte veröffentlichen, müssen diese ausschließlich auf die eigene Olympia-Erfahrung begrenzt sein. Unbeschadet der Allgemeingültigkeit des zuvor Gesagten, sollen Blogs von akkreditieren Personen die Form eines Tagebuchs oder Journals haben und keinesfalls Interviews mit anderen akkreditierten Personen oder Geschichten über diese enthalten.
Akkreditierte Personen sollen keine Informationen vertraulicher oder privater Art über Dritte preisgeben, wie zum Beispiel Informationen, die die Sicherheit, Durchführung und Organisation der Spiele und, gegebenenfalls, die jeweiligen Olympiateams der akkreditierten Personen oder die Privatsphäre einer anderen akkreditierten Person gefährden können.
Auf jeden Fall müssen Olympia-Blogs akkreditierter Personen jederzeit dem Olympischen Geist und den Grundsätzen der Olympischen Idee entsprechen, wie sie in der Olympischen Charta enthalten sind; sie müssen würdig sein und dem guten Geschmack entsprechen.
3. Kein Ton und keine bewegten Bilder von den Spielen
Die Verbreitung von bewegten Bildern der Spiele durch gleich welches Medium, einschließlich Darstellung per Internet, ist Bestandteil des Rechts am geistigen Eigentum, das das IOC besitzt. Es dürfen keine vertonten oder bewegten Bilder (einschließlich Sequenzen von Standfotos, die bewegte Bilder simulieren) von olympischen Veranstaltungen jeder Art zur Verfügung gestellt werden, egal ob direkt oder zeitverzögert und unabhängig von der Quelle, einschließlich sportliches Geschehen, Eröffnungsfeier, Schlusszeremonie und Medaillenvergabe oder sonstige Tätigkeiten, die in einem Bereich stattfinden, für dessen Betreten ein olympischer Identitätsnachweis und eine Akkreditierungskarte (oder eine Eintrittskarte) erforderlich sind – z.B. Wettkampf- und Trainingsorte, Olympisches Dorf, Hauptpressezentrum (“Akkreditierungsbereiche”).
Friedensnobelpreis für das IOC? Willi wills wissen
6. Februar 2010, 14:03 - zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010, 05:57 - 8 kommentareVANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es läuft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon kurz eingegangen. Zum Sachverhalt:
Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten für Sport in einem Interview:
Das IOC war immer mal wieder im Gespräch für den Friedensnobelpreis? Hätte es diese Auszeichnung verdient?
Lemke nimmt die Verbalvorlage auf:
“Ich würde das nachdrücklich unterstützen. Der Sport trägt zur Entwicklung von Frieden bei, deshalb wäre ich für eine Nominierung des IOC. Es wäre auch ein positives Signal im Kampf gegen die Auswüchse des Sports.”
Nun, ich möchte momentan gar nicht versuchen, auf diese “Argumente” einzugehen. Will Willi, auch wenn das folgenlos bleibt, denn er findet ja, dass die dämlichen Journalisten viel zu bösartig-kritisch mit dem IOC und China umgegangen sind (im Sportausschuss hat er vor einiger Zeit sogar die Süddeutsche erwähnt als böses Beispiel), nur an Tibet und Peking und das Team Darfour erinnern. Das soll reichen. Zum Thema Friedensnobelpreis habe ich jüngst etliche Zeilen gedichtet. Ganz liebevoll hier im Blog, live von der Gefängnisinsel Robben Island – und kurz darauf auch für SpiegelOnline (“Nobelpreis out of Africa“), wo der Text gerade erschien. Joseph Macchiavelli Blatter selbst hat ja mit mir relativ munter über den Friedensnobelpreis geplaudert. Ich weiß von etlichen Eingeweihten, wie sehr er ihn sich wünscht, und seine PR-Jungs sind lange schon aktiv.
Demnächst starte ich mal eine kleine Recherche und liste die verschiedenen Nobelpreisinitiativen von und für Sportverbände auf. Ach, was sage ich, das machen wir gemeinsam – und stellen dann auch die schlagenden Argumente dagegen ein. Etwa IOC-Doyen, Junta-Fan und gelegentlicher Waffenhändler Joao Havelange, formerly known as FIFA-Präsident, vom nigerianischen Massenmörder Sani Abacha einst als Häuptling Ekwueme geadelt … usw. usf. Generalmajor Francis Nyangweso, einst Verteidigungsminister und Buddy des Menschenschlächters Idi Amin, ist ja auch noch IOC-Mitglied. Auf Leute wie Nyangweso setzt die deutsche Sportpolitik und damit die Münchner Olympiabewerbung. In Afrika engagieren sich nicht nur Lemke, sondern auch das UDIOCM und der Bund ganz stark, um Stimmen zu generieren. Aber dazu später, ich will keinen Rundumschlag starten, ich meine, es ist hier schon 4.43 Uhr und ich sollte verdammt nochmal endlich schlafen.
Für all jene, die nicht schlafen müssen, kopiere ich einfach mal ein Kapitelchen rein, das Thomas Kistner und ich 1996 für das Buch “Muskelspiele” verfasst haben.
Unredigiert, unverlinkt, unaktualisiert. Einfach so, es kann dennoch nicht schaden.
Mit Dank an meinen guten alten Freund Frank Brandsås.
Samaranch jagt den Friedensnobelpreis
Wer jeden Tag was Gutes tut, wer die Menschheit mit Idealen der Fairneß, Gleichheit und Demokratie überhäuft und das Hohelied auf sich selbst sogar vor der UN-Vollversammlung anstimmen darf, sollte sich zum Ausgleich etwas Besonderes gönnen. Am besten was Angemessenes aus der höheren Preislage. Sind es nicht humanitäre Vordenker wie Exzellenz Marquis de Samaranch oder Doktor Kim, die ihren Landsleuten jahrzehntelang das olympische Ideal der Toleranz vorlebten? Waren es nicht sozialökonomische Pioniere wie Nebiolo, Rana oder Havelange, die den Reichtum der Sportvölker mehrten, indem sie Fernsehreklame und Werbelogos erfanden? Stehen nicht die Spiele für ein wahrhaft völkerverschwägerndes Ereignis, bei dem ein jeder die Siege der anderen bejubelt, besonders, wenn die unter fremder Flagge starten? Steht nicht das IOC für eine Welt kerngesunder Athleten, an denen sich die von Drogen bedrohte, schlappe Restjugend was abschneiden kann? Reines Familienglück, eine Bewegung voller Vorbilder. Eine, die ihren Preis kennt: nobel muß er sein, von Friedenstauben umgurrt.
Der Countdown läuft seit Jahren, 1996 soll es endlich klappen. Wenn das IOC den Friedensnobelpreis nicht zum hundertsten Geburtstag der Spiele erhält, dürfte der Traum vorerst abgeschrieben werden. Getan hat man jedenfalls alles dafür. Zumindest hinter den Kulissen.
In Norwegen obliegt es der ”Storting” genannten Volksvertretung, ein eigenes Komitee zur Verleihung des Friedensnobelpreises zu berufen. Über sämtliche Nobelpreise für die Verdienste ums Menschengeschlecht befinden die Königlich-Schwedischen Akademien in Stockholm, einzig der Frieden wird in Oslo proklamiert. Mag ja Zufall gewesen sein, daß die Winterspiele im Jahr des 100. IOC-Geburtstages ausgerechnet im norwegischen Lillehammer stattfanden, obwohl nicht einmal die norwegischen Öko-Außenseiter selbst bei der Kür 1988 in Seoul damit gerechnet hatten, daß die Wahl auf sie fallen könnte. Mag ja kein cool kalkulierter Werbefeldzug gewesen sein, der Samaranch zu Spielebeginn kurz in die zerstörte Olympiastadt von 1984, Sarajewo, führte, um dort vor kopfschüttelnden Passanten und den Kameras der Welt um Frieden für die Dauer der Sportsause in Lillehammer zu bitten. Gewiß sind es beste Absichten im Dienste der Menschheit, die das IOC beständig antreiben, endlich Sitz und Stimme in den Vereinten Nationen zu ergattern. Und doch. Es gibt da eine Kleinigkeit, die nicht so recht ins Bild edler Selbstlosigkeit paßt.
1991 schloß das IOC in Birmingham ein Vertrag mit der weltweit operierenden Werbeagentur Grey Advertising und deren PR-Ableger GCI ab. Selbst der traditionelle IOC-Vermarkter ISL zeigte sich damals überrumpelt. Grey indes machte die neue Liaison stolz publik: ”Grey/GCI wird auch für die internationale Vision des IOC und dessen Verpflichtung werben, über die Sportarena hinaus einen positiven Einfluß auszuüben… Zusätzlich wird Grey spezielle Kommunikationsprogramme durchführen für ausgewählte IOC-Projekte, die bestimmt sind, ein besseres internationales Verständnis und menschliche Harmonie zu fördern.”
Von ferne klingt durchs Weltverbesserungsgeschwafel, was vornehmliche Aufgabe des marktbeherrschenden Werbetycoons mit 260 Büros in aller Welt ist: die Förderung der Nobelpreiskandidatur des IOC. Aber peinlich wurde der Vorgang erst, als er in dieser Deutlichkeit publik wurde. Zwei Jahre später posaunte IOC-Pressechefin Michele Verdier das freudige Ereignis voll argloser Indiskretion in die Welt: Bon, ganz richtig, der Vertrag sei mit diesem Ziel geschlossen worden. Danach kam es zu verwirrenden Dingen, die sich in summa so umschreiben lassen: Die Bewegung lief schamrot an. Das IOC streitet seither die Nobelpreisambitionen ab oder vermeidet konkrete Statements zum Thema.
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Olympic Oval: Plastiklöffel auf Papptellern
5. Februar 2010, 12:14 - zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010, 05:56 - 8 kommentareVANCOUVER. 2.52 Uhr: Ich weiß nicht, ob das jetzt jemanden vom Hocker reißt, aber ich schaue nachher mal im Olympic Oval bei den Eisschnellläuferinnen vorbei. Bin gespannt. Leider sind die beiden interessantesten Figuren ja nicht dabei, die eine gar, die andere noch nicht. Deshalb setzt ich voll auf die DESG-Führungspersönlichkeit Gerd Heinze und seinen, nun ja, Unterhaltungswert. Den kann man ihm eigentlich nicht absprechen. Bisschen schräg.
Die Auflösung bzw. die Fortschreibung der unendlichen Geschichte gibt’s hier so gegen Mitternacht (MEZ).
11.24 Uhr: Olympic Oval, Richmond. Rundendrehen. Keiner giftet, niemand zofft. Unaufgeregt stehen die deutschen Betreuer an der Bande und geben Anweisungen. (Und ich weiß, dass im Olympic Oval künftig lange Unterwäsche Pflicht ist. Denn nach einer halben Stunde regungslosen Beobachtens auf der Pressetribüne kriecht einem doch die Kälte in die Glieder. Eisige Sache, halt. Für meine Befindlichkeit aber wichtiger: WLAN funktioniert in der Halle tadellos. Das macht Freude und ermöglicht Schnellschüsse an dieser Stelle in den nächsten Wochen.) Die Führungspersönlichkeit Heinze habe ich leider noch nicht gesehen. Aber seinen Kompagnon Helge Jasch.

13.41 Uhr: Nach einigen Gesprächen in der Mixed Zone kann ich nichts Aufregendes konstatieren. Wie immer bei den Eisschnellläuferinnen. Eine kommt später (Friesinger) und wohnt, wie ich höre, auch nicht im Olympischen Dorf. Andere halten zusammen und schütteln die Köpfe.
Weltmeisterin Jenny Wolf sagt:
“Da ist man ja gegen gewappnet, dass da wieder etwas hochkommt. Und es ist ja auch nichts Neues, das gerade zu Höhepunkten immer wieder etwas angesprochen wird, was nichts mit Sport zu tun hat. Dr. Lutz hat mich ja jetzt die ganze Zeit betreut, da werde ich nicht bei Olympia davon Abstand nehmen.”
Daniela Anschütz-Thoms, 2006 pikanterweise mit Pechstein und Friesinger im Verfolgungsrennen Olympiasiegerin geworden, sagt:
“Natürlich ist es Thema und man kann diesem Thema auch nicht aus dem Weg gehen. Die Diskussionen sind so unhaltbar. Für mich unverständlich. Und dass man das gerade zu diesem Zeitpunkt machen muss, sowieso. Also da hat Jenny vollkommen recht. Da gibt’s überhaupt nichts zu diskutieren.”
Von den Trainern und Offiziellen lief mir nur Stephan Gneupel über den Weg. Er hat natürlich auch kein Problem mit dem Teamarzt, mit dem er ausgezeichnet auskomme, logisch. Es interessiere ihn auch nicht, was Friesinger für Probleme habe. Er ärgert sich momenten nur im Speisesaal des Olympischen Dorfs:
“Was mich persönlich und den einen oder anderen Kollegen vielleicht stört sind: Messer, Gabeln, Löffel aus Plaste. Teller aus Pappe!”
22.04 Uhr: Presseschau. Was lese ich bei der Deutschen Presse-Agentur? Willi Wichtig Lemke, UN Sonderbeauftragter und Fan aller Sportfunktionäre, hält das IOC für friedensnobelpreiswürdig. Mein Gott, ist Lemke albern, naiv obendrein. Er nervt.
“Ich würde das nachdrücklich unterstützen. Der Sport trägt zur Entwicklung von Frieden bei, deshalb wäre ich für eine Nominierung des IOC. Es wäre auch ein positives Signal im Kampf gegen die Auswüchse des Sports.”
Die Nobelpreiskiste werde ich in einem gesonderten Beitrag verwursten.
Five Ring Circus: Privatized Profit, Socialized Debt
4. Februar 2010, 08:42 - zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010, 05:55 - 25 kommentareVANCOUVER. Es hat was, bei Olympischen Spielen rechtzeitig vor Ort zu sein. So kann Mann beispielsweise die obligatorische Erkältung (Flieger, Air Condition) gleich mal zwei Tage auskurieren. Oder auch drei, Mann wird sehen.
Widrigen Umständen trotzend :), hier einige Links zur Vorbereitung auf die Winterspiele:
Jeff Lee ist sicher der am besten informierte Journalist, wenn es ums “Vancouver Organizing Committee for the 2010 Olympic and Paralympic Winter Games” (VANOC) geht. Jeff Lee verfolgt den olympischen Zirkus seit der Bewerberzeit, die im Juli 2003 mit dem Olympiasieg Vancouvers auf der IOC-Session in Prag gekrönt wurde.
- Blog von Jeff Lee: Inside the Olympics
- Pflichtlektüre in diese Tagen: Vancouver Sun. Wer immer mal reinschaut, kann sich derzeit deutsche Nachrichtenagenturen sparen, in der Sun taucht alles etwas früher auf
- Olympia-Schwerpunkt der Sun
- Das Trio wird komplettiert von der offiziellen Olympia-Webseite 2010 des VANOC
Außerdem:
- Canadian Broadcasting Corporation (CBC)
- Toronto Star: Randy Starkman’s Olympic Blog
Alternativen bieten verschiedene Projekte, hinter denen meist Christopher Shaw steckt, der hauptberuflich etwas ganz anderes macht:
- Sein Buch “Five Ring Circus” von ist meine Reiselektüre. Wer mag, über Amazon kommt es rechtzeitig zu den Spielen ins Haus. (Bei mir hat es zwei Tage gedauert.)
- Blog von Chris Shaw im Vancouver Observer: “Olympics Retort“
- Vortrag von Chris Shaw auf der Konferenz Play the Game 2009 in Coventry (pdf, 58 Seiten) zur Frage aller Fragen: “The Hidden 4th Pillar of Olympism: Privatized Profit, Socialized Debt”
- Das Olympic Resistance Network
- Ein bisschen außer Puste und nicht up to date: 2010 Watch
- Webseite der TV-Dokumentation “Five Ring Circus: The true cost of the Olympic Games“, die es in acht Teilen auch auf Youtube gibt, hier der Trailer:
Den Poverty Olympics Torch Relay habe ich heute im vorolympischen Stau leider verpasst, das hole ich spätestens am Sonntag nach (siehe Sidebar) das habe ich heute nachgeholt:
(Das WLAN hier im Empire Landmark Hotel ist übrigens auch nicht mehr das, was es einmal war. Seit Stunden kaum einmal vernünftiger Empfang, gefühlte tausend Abbrüche, aber wen interessiert das schon außer mir. Soll sich nur niemand beschweren, ich hätte falsch verlinkt. Jedenfalls, das Vimeo-Stück “Eight Reasons to Oppose the 2010 Winter Olympics” konnte ich mir hier leider nicht anschauen – aber vielleicht klappt das aus Deutschland.)
Nachtrag: Hier ist es:
Auch so eine Linkliste ist selbstverständlich ein kollaboratives Projekt – nur zu. Die Kommentarspalte verträgt eine Menge.
- Markus Völker hat für die taz schon mal ein bisschen in den Materialien von Chris Shaw & anderen geschmökert, heraus kam dieser Text: “Dr. No und der Marktstalinismus“
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Vancouver: die Ruhe vor dem Sturm und die IOC Blogger-Richtlinien
3. Februar 2010, 03:54 - zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2010, 05:54 - 27 kommentare
VANCOUVER. 16.32 Uhr: (Angaben immer Ortszeit): Geradezu jungfräulich präsentiert sich der Arbeitssaal im Main Press Centre (MPC) des frühlingshaften Vancouver. Das wird sich bald ändern. Lärm machen bisher nur die Wasserflugzeuge, die direkt neben dem Vancouver Convention Centre starten und landen. Die neue Westseite des VCC beherbergt während der Spiele das IBC (International Broadcasting Centre), die alte Ostseite mit dem Pan Pacific Hotel beherbergt das MPC. Die Örtlichkeiten:
Ich bin nun also wohlbehalten via Seattle angekommen. Der Jetlag hält sich in Grenzen. Eine erste Erkundungstour liegt hinter mir mit den üblichen banalen organisatorischen Verpflichtungen: Akkreditierung, ein Schließfach (Locker) sichern, Internet, Handy etc. pp. Zur Technik, immer gern diskutiert: WLAN und LAN sind auch diesmal nicht umsonst, nicht etwa wie bei der Leichtathletik-WM unlängst in Berlin. Die Preise bewegen sich so im Mittelfeld: 560 kanadische Dollar (378 Euro) für vier Wochen und das Komplettpaket: LAN und WLAN (nicht überall verfügbar) in allen Olympic Venues bzw. allen Medienzentren und dem MPC. Allerdings lässt sich jeweils nur ein Anschluss nutzen, also nicht gleichzeitig zwei Laptops und nicht Laptop plus iPhone. Auf eine Handykarte werde ich aus Kostengründen wohl verzichten. Die Zeitdifferenz von neun Stunden kommt mir da entgegen. Ich werde vor allem über Skype telefonieren. Meine deutschen Telefonnummern sind auf eine Skypenummer umgeleitet, bin ich nicht online, gehts auf den Anrufbeantworter, die Voicemails erhalte ich per Email. Find ich praktisch.
Bis zum 11. Februar hausiere ich im Empire Landmark Hotel in Downtown für kleines Geld. Ab 11. Februar beginnt die so genannte Games Period, in der die Hotelpreise explodieren. Im Empire Landmark ist es dann mindestens dreimal so teuer. Ich ziehe also um nach Richmond in die Nähe des Flughafens in ein Holiday Inn Express. Dort sind wenigstens Parken und WLAN im Preis enthalten. Wie lange ich jeweils in die Stadt brauche, wird sich weisen. Apropos Reisezeiten: Im vergangenen Jahr bin ich von Vancouver schon mal nach Whistler gefahren, mit dem Mietauto. Teilweise traumhafte Panoramastrecke am Meer entlang – aber bis oben hoch eben drei Stunden. Auf drei Stunden wird auch der Transport mit Journalisten-Bussen taxiert. Dann ist man aber eben erst im Main Media Centre Whistler. Von dort geht es noch an die Venues. Insgesamt dürfte es von einem Hotel in Vancouver fünf Stunden dauern bis zur Schanze oder zur Rodelbahn. Ich werde also selten bis nie dort auftauchen, fürchte ich.
Amüsant fand ich den Ausblick von meinem Balkon im 35. Stock des Empire Landmark. Ich schaue direkt auf den Eingang …
… des IOC-Hotels Westin. Kaum zu glauben, so ein Zufall. Mit dem Zoom des Camcorders kann ich dann sogar die Falten von Jean-Marie Weber sehen. Doch halt, IOC-Chef Rogge hat ja versprochen, Jean-Marie werde nicht akkreditiert diesmal. Lassen wir uns überraschen.
Für das IOC-Hotel ist wieder eine zweite Berechtigung nötig, die normale Olympia-Akkreditierung reicht nicht. Dafür wird ein so genannter Olympic Family Hotel (OFH) Badge ausgestellt. Als Mitglied der Olympic Journalists Association (OJA) habe ich Chancen, so einen Badge zu erhalten. Wegen eben dieser zweiten Akkreditierung, die immer mal nötig ist, habe ich trotz des Ärgers um Jean-Marie Weber die OJA nicht verlassen, habe am Rande des IOC-Meetings im Dezember in Lausanne sogar am Weihnachtsessen des OJA-Präsidenten und Rogge-Biografen Alain Lunzenfichter (L’Equipe) teilgenommen. Reichlich opportunistisch, nicht wahr? Alles nur im Dienste der Berichterstattung!
17.47 Uhr: Apropos Berichterstattung. Die Regeln auch für dieses Blog gibt in den kommenden Wochen das IOC vor. Und zwar mit den:
und den
Die Regeln sind wie immer strikt. Wer dagegen verstößt, fliegt raus. Und zwar umgehend, ohne Vorwarnung. Für journalistische Blogger bedeutet das, wenn ich es richtig lese und interpretiere, vor allem:
- keine Audio-Dateien (Video-Sequenzen ohnehin nicht) aus Olympic Venues (inklusive Aufnahmen aus Mixed Zonen)
- olympische Logos und Piktogramme aber können im Zuge der journalistischen Berichterstattung mit Copyright-Angabe genutzt werden
Wie sich die gestrengen Regeln mit meinem Vorhaben vertragen, auch diesmal die eine oder andere Frage an Olympische VIPs zu richten und hier zu veröffentlichen, weiß ich noch nicht. Muss mich schleunigst kundig machen.
Zum Thema Blogging-Guidelines wurde in der Vergangenheit einiges berichtet. Ich empfehle noch einmal Kai Pahls Ausarbeitungen auf allesaussersport zu Peking (ausführlich) und Vancouver (minimal). Als Service hier der komplette Text der IOC Internet Guidelines, die für dieses Blog interessant sind:
IOC Internet Guidelines for the Written Press and other Non-Rights Holding Media XXI Olympic Winter Games, Vancouver 2010
The Internet is an important medium for the communication and promotion of sport and the Olympic Movement. The IOC embraces this medium as a platform for disseminating coverage of the Olympic Games.
The IOC understands that media organisations have integrated this medium in their business and will be feeding their own websites with Olympic-themed content to target the online audience and to better serve fans during the upcoming XXI Olympic Winter Games, Vancouver 2010 (the “Games”). However, the IOC has an obligation to ensure that any use of the Internet to cover the Olympic Games is in accordance with the Olympic Charter and in the best interests of the Olympic Movement as a whole. Furthermore, the dissemination of moving images of the Games, including over the Internet, is a part of the IOC’s intellectual property rights, the granting of which to the licensed rights-holders of the Games helps provide the funding necessary to stage the Games and to train athletes.
Consequently, the IOC will not allow any use of the Internet that would infringe the IOC’s intellectual property rights. In particular, persons without the appropriate licence will not be permitted to disseminate moving images or play-by-play audio coverage of any Olympic events at the Games.
The set of guidelines below has been designed to illustrate how press and other non-rights holders can use the Internet while respecting the IOC’s rights. These guidelines will apply to all non-rights holding media for the Games, except as otherwise agreed in the IOC’s News Access Rules.
1. Written and photographic coverage
Nothing contained within these guidelines is intended as limiting either the freedom of the media to provide and independent news and pictorial coverage of the Olympic Games and related events or the editorial independence of the material photographed and published by the media on their websites.
Media organisations may use their own websites to disseminate written and photographic coverage of the Olympic Games, for example to post news, results, articles and photographs such as those that would appear in a newspaper, for normal journalistic/editorial use only. Still photographic pictures can be published for editorial purposes, provided such pictures are not reproduced in a sequential manner, so as to simulate, in any way, moving images. Media organisations may not include the word “Olympic” or “Olympics” (or any foreign language equivalents thereof) in their Domain Names (e.g. www.[myname]olympics.com would not be permitted while www.[myname].com/olympics would be allowed). Similarly, media organisations may not create stand-alone Olympic-themed websites to host coverage of the Games.
2. No video / no audio
The dissemination of moving images of the Games, including over the Internet, is covered by the IOC’s intellectual property rights. Media organisations may not disseminate moving images or play-by-play audio coverage of the Games over the Internet except as permitted by the IOC News Access Rules or except as permitted by the exceptions referred to below. This includes, but is not limited to, webcams. Specifically, this means that no sound or moving images of any Olympic events, including sporting action, interviews with athletes in the mixed zones and competition venue press conference rooms, Opening, Closing and medal ceremonies or other activities, such as chat sessions which occur within accredited zones (competition sites and practice venues, Olympic Village, Main Press Centre, etc.) may be disseminated, whether on a live or delayed basis, regardless of source.
Des Rätsels Lösung: “Denial of Service Attacke”
2. Februar 2010, 01:57 - zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2010, 01:59 - 37 kommentareMir fallen Gebirgszüge vom Herzen, das Blog funktioniert wieder. Bin gerade in einem Starbucks irgendwo zwischen Seattle und Vancouver. Schnell mal alles geprüft – und aufgeatmet. Manch einer, der erst am Montag wieder vorbei schaute, hat sich über diese merkwürdigen Kommentare gewundert. In Kurzfassung:
- Das Blog war am Sonntag nicht mehr erreichbar, weder Frontend noch Backend. Tote Hose. Ich habe dann in meiner Not flink ein Ersatzblog eingerichtet und dort versucht zu erklären, was ich nicht erklären konnte. Vielen Dank für die spontanen Beileidsbekundungen.
- Den Blogeintrag von nebenan “Shit happens: Server-Crash” habe ich nun nachträglich in dieses Blog integriert mitsamt aller Kommentare.
Am Montagmittag, ich war gerade im Flieger, schrieb mir die Presseabteilung von 1blu:
Sehr geehrter Herr Weinreich,
wir bedauern sehr, dass es vorübergehend zu Einschränkungen bei der Erreichbarkeit Ihrer Websites gekommen ist.
Ursache hierfür war eine Sperrung, die ein für die Server-Überwachung zuständiger Mitarbeiter in der Nacht von Samstag auf Sonntag für Ihre Webseiten vorgenommen hat. Der Mitarbeiter hatte festgestellt, dass an einige Ihrer Domains überproportional viele Anfragen gestellt wurden (vermutlich Denial of Service Attacke) und daher der gesamte Webserver extrem unter Last gesetzt wurde. Die Sperrung einer Kundenpräsenz ist in diesem Fall ein üblicher Vorgang, um zu vermeiden, dass sämtliche auf diesem Server befindliche Kundenpräsenzen von Einschränkungen betroffen sind.
Leider hat es der zuständige Mitarbeiter versehentlich versäumt, einen Eintrag in unsere Kundendatenbank vorzunehmen. Wir bedauern sehr, dass dadurch weder Sie noch unser Kundensupport über die Sperrung informiert wurden.
Ihre Webseiten wurden umgehend wieder freigeschaltet. Sämtliche Domains sind aktuell wieder ohne Einschränkungen erreichbar.
Für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns ausdrücklich bei Ihnen entschuldigen! Wir hoffen sehr, Ihnen mit der Gutschrift einer Monatsgebühr in Höhe von 14,90 € auf Ihr Kundenkonto entgegenzukommen.
Sollten Sie noch Rückfragen haben, können Sie sich selbstverständlich sehr gerne an mich wenden.
Freundliche Grüße aus Berlin …
Sehr freundlich. Damit ist mir doch sehr geholfen. Wunderbar.
Jetzt muss mit nur noch jemand erklären, was eine “Denial of Service Attacke” ist.
Shit happens: Server-Crash
31. Januar 2010, 17:05 - zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2010, 02:05 - 44 kommentareTja, ich hatte mir das Wochenende etwas angenehmer vorgestellt. Wollte noch einige Texte produzieren (für meine Medienpartner sozusagen) und im Blog meine Reise nach Vancouver vorbereiten. Morgen früh (Montag) gehts los. Ab Dienstagabend melde ich mich einen Monat lang aus Vancouver von den Olympischen Winterspielen. Das sollte eigentlich so ein kleines Blog-Feuerwerk werden wie zuletzt bei den Sommerspielen in Peking oder zur Leichtathletik-WM. Sollte.
Shit happens. Offenbar ist bei meinem Hoster 1blu jener Server zusammengebrochen, auf dem www.jensweinreich.de läuft. Mit dem Resultat, dass stundenlang gar nichts ging, am Nachmittag dann plötzlich das Blog rudimentär erreichbar war, aber eben nur rudimentär, im Maschinenraum herrscht noch Chaos. Keine Ahnung, ob das Chaos je behoben werden kann, ob also mehr als 500 Beiträge, tausende weiterführende Links und rund 20.000 Kommentare je wieder auftauchen. Mal sehen, ob viele Monate Arbeit für die Katz waren. Ich lasse mich da überraschen.
Fällt mir schwer, gelassen zu bleiben, aber irgendwie passt dieser Crash in die Zeit, finde ich. So richtig Spaß macht es derzeit nicht als freier Journalist, und das wird sich wohl nicht ändern. Dennoch stürze ich mich ins Abenteuer Vancouver und nehme meine Leser wieder gern dabei mit. Entweder hier beim Neuanfang – oder unter www.jensweinreich.de. Irgendwas wird schon klappen. Wenngleich mich das Zeit, Geld und Nerven kostet.
Bis gleich. Wird ein bisschen dauern. Muss erst noch nach Berlin, nach Frankfurt, nach Seattle dann mit dem Auto nach Vancouver. In der Zwischenzeit kriegt 1blu das hoffentlich wieder zum Laufen.
Christer Ahl: Hassan Moustafa and the priority of personal enrichment
28. Januar 2010, 22:29 - zuletzt bearbeitet: 28. Januar 2010, 22:29 - 11 kommentareby Christer Ahl,
former chairman of the IHF Playing Rules and Referees Commission
Last weekend the German magazine ‘Der Spiegel’ has revealed that Hassan Moustafa, president of the International Handball federation (IHF) had been under a personal contract with the Sportfive marketing agency, with a remuneration of 602,000 Euro, during a period for which Sportfive had won a contract with the IHF for the TV rights to all IHF events. ‘Der Spiegel’ had obtained a copy of the contract between Moustafa and Sportfive, and also a confirmation directly from Moustafa.
Clearly, for Mr. Moustafa to obtain a very vague, but lucrative personal contract from Sportfive while at the same time the IHF is selling its valuable TV rights to the very same company, in a competitive bid situation, smacks of conflict of interest, to put it mildly. That some observers will take it a step further and start talking about kick-backs is rather understandable, especially as they feel that Moustafa has shown over the years that he has no understanding of, or regard for, the concept of ‘conflict of interest’. This remarkable state of affairs was picked up by handball media around the world, for instance in the major handball web site ‘Handball-World’.
Not surprisingly, the IHF president found it necessary to try to counter these damning reports. On January 26, the IHF issued a press bulletin regarding the Spiegel report to back up statements the president had made.
This press bulletin, however, was only provided to German news outlets, and has not been posted on the IHF website.
The impression is that the IHF avoids giving its own press bulletin too much publicity, in an attempt to keep the exposure of the whole matter as limited as possible. This does not tend to be the methods of someone who has nothing to hide.
But the key points of the press bulletin are worth noting: in the face of the existing evidence, the president does not attempt to deny the existence of the lucrative contract.
Instead, he tries to downplay the issue with rather hilarious arguments.
For instance, “he was at this time primarily a businessman with a Cairo-based company, with which Sportfive had obtained a contract, and his position with the IHF was in any event just an honorary one.”
Well, while the president may feel that this attempt to portray his relative priorities may provide some kind of excuse, it all too well reflects precisely what his critics have said about the priority he has given to personal enrichment, in contrast to his treating the development of world handball as a small matter on the side.
It is also somewhat amusing that the press bulletin closes with the comment that the “the IHF has come to the conclusion that Moustafa in all respects has acted correctly”.
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Hassan Moustafa, Handball, Sportfive, Lobbyismus und Korruption
27. Januar 2010, 22:15 - zuletzt bearbeitet: 28. Januar 2010, 14:27 - 17 kommentareZu meinen Lieblingsgästen hier im Blog zählt der altruistische Pharao Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF. Unermüdlich werkelt er für das Wohl seines Sports, für das Wohl der Familie und – wer will es ihm verübeln – auch ein bisschen für das eigene Konto. Bevor ich einige Gedanken zur Enthüllung von Michael Wulzinger im Spiegel äußere, schlage ich vor, wir hören den Pharao. Denn er hat mir ja nicht nur einmal erklärt, dass es im Sport keine Korruption gibt, ganz einfach, weil der Sport immer sauber ist.
Wer mag, kann gern die sechs Teile meiner Umfrage unter Weltverbandspräsidenten und IOC-Mitgliedern nachhören (und anschauen). Es galt, die Frage zu beantworten, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht?
Doch zurück zum Pharao. Die Spiegel-Geschichte in Kurzfassung, demnächst wird der gesamte Text aus dem aktuellen Heft ja online verfügbar sein:
Hassan Moustafa, der Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hatte über seine nahe Kairo ansässige Firma Sport Group einen geheimen Beratervertrag mit der Sportvermarktungsagentur Sportfive. Demnach zahlte das Hamburger Unternehmen, das bis zum 31. Dezember 2009 die Fernsehrechte des Welthandball-Verbandes verwertete und bis dahin der mit Abstand wichtigste Geschäftspartner der IHF war, dem Spitzenfunktionär von Oktober 2007 bis zum 31. Dezember 2009 für seine Lobbyistendienste 602.000 Euro. Mindestens die Hälfte dieses Honorars wurde Moustafa auf ein Privatkonto bei einer Filiale der Bank BNP Paribas in der ägyptischen Stadt Gizeh überwiesen.
Wie es in dem Vertrag heißt, der dem SPIEGEL vorliegt, sollte Moustafa seine “guten Beziehungen zu Sportorganisationen und ihren Entscheidungsträgern” sowie zu Mediengesellschaften exklusiv für die kommerziellen Interessen von Sportfive nutzen. Zudem sollte Moustafa Sportfive “nach besten Kräften in seiner Anstrengung unterstützen, sich die Vermarktungsrechte an bedeutenden Veranstaltungen zu sichern”.
Einige Anmerkungen:
1) Interessant (oder doch eher wieder typisch) ist zunächst, dass die Enthüllung – und ich nenne es Enthüllung, wenn ein solcher Vertrag öffentlich wird – vorab am 23. Januar 2010 veröffentlicht wurde. Deutsche Nachrichtenagenturen haben aber, wenn ich mich nicht täusche, erst am 25. Januar um 9.40 Uhr (SID) bzw. 17.31 Uhr (dpa) darüber berichtet. Hallo? Ich meine, hier geht es nicht um eine beliebige Kleinigkeit, sondern um einen Präsidenten eines olympischen Weltverbandes, um einen vorbelasteten Sportkameraden, der in einer urdeutschen Sportart sein Unwesen treibt, für etliche Skandale und korruptive Umtriebe verantwortlich ist und mächtig abkassiert.
Aber die Zurückhaltung deutscher Agenturjournalisten kann neben allgemeinem Desinteresse an derlei brisanten Themen natürlich auch mit Anordnungen zusammenhängen :), die Stefan Niggemeier gerade dokumentierte: “Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch”
Nein, ernsthaft: Es liegt ein Vertrag zwischen Moustafa und dem Rechteverwerter vor, den beide Seiten bestätigen, also auch der frühere Sportfive-Geschäftsführer und heutige Ufa Sports-Chef Robert Müller von Vultejus.
- Sportfive = alter IHF-Vermarkter.
- Ufa Sports = neuer Sportvermarkter (Vertrag 2009 vergeben, Laufzeit 2010-2013, Volumen 60 Millionen Franken).
Da gibt es nur eins: Die Geschichte ist zu vermelden. Sie hat Relevanz, und zwar beträchtliche Relevanz.
(Wie das mit Vermarktungsverträgen, Bietern und denjenigen, die Verträge vergeben, oftmals läuft, habe ich sehr ausführlich hier beschrieben.)
2) Der Vorgang beweist einmal mehr, wie lächerlich irrelevant die so genannte IOC-Ethikkommission ist. Und wie großzügig das IOC noch unter dem selbst ernannten Null-Toleranz-Präsidenten Jacques Rogge agiert. Daran ändert der Umstand nicht, dass das IOC neuerdings behauptet, Jean-Marie Weber, der in der Familie nie etwas Illegales getan hat und der nach wie vor für etliche IOC-Mitglieder, deren Verbände und Sportarten arbeitet (Fußball, Leichtathletik etc.), werde nicht mehr zu IOC-Veranstaltungen akkreditiert. (Ich werde mir das in Vancouver anschauen.)
3) Der Vorgang beweist, dass die von der ISL einst geprägte Praxis des Geben und Nehmen noch immer an der Tagesordnung ist. Wie sagten einst Manager des ISL-Konzerns, der – nur das wissen wir – 138 Millionen Schweizer Franken Bestechungsgeld an hohe Sportfunktionäre gezahlt hat?
Im ISL-Prozess sagte der ehemalige ISL-Finanzchef Hans-Jürg Schmid vor Gericht:
„Das ist, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die sich dran halten.“
ISL-Vorstand Christoph Malms erklärte damals:
„Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts. Ohne das geht es nicht.“
In den Prozessunterlagen finden sich etliche andere Aussagen und Beweise. Dies soll heute genügen.
4) Gemäß dpa von heute (“Moustafa weist Vorwürfe zurück“) hat die IHF inzwischen ein Statement abgegeben, das ich aber weder online finde, noch kann mir ein Kollege, der zurzeit bei der Handball-EM ist, mit einem Schriftstück aushelfen (ich denke, das Original trage ich bald nach). Die dpa schreibt:
Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hat Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte zurückgewiesen. Bei dem Vertrag zwischen dem ehemaligen IHF-Sport- und Fernsehrechte-Vermarkter Sportfive und der Firma Sport Group aus Kairo handele es sich um eine “normale geschäftliche Verbindung”, betonte der 65-Jährige in einer Verbandsmitteilung am Dienstag. Diese Zusammenarbeit sei Moustafa als Inhaber der Firma eingegangen, und dies habe “absolut nichts” mit seiner Funktion als IHF-Präsident zu tun. Zugleich erhielt er Rückendeckung durch den Verband. Die IHF sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Moustafa in allen Belangen korrekt verhalten habe.
Ich will das gern auseinandernehmen. Andere werden das demnächst ebenfalls tun, zum Beispiel Christer Ahl, langjähriger IHF-Schiedsrichterchef, der aus Protest gegen die Machenschaften Hassan Moustafas zurückgetreten ist.
- “Angeblich fragwürdig”? Ein Witz.
- “Normale geschäftliche Verbindung”? In dieser Branche ja.
Tatsächlich aber ist das der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil – und erfüllt damit exakt die Korruptions-Definition von Transparency International.
Soviel Klarheit sollte sein. Korruption ist und bleibt ein illegaler Deal.
Ich finde, das hätte auch im Spiegel besser herausgearbeitet werden können.
5) Strafrechtlich könnte die Sache für Vermarkter (Sportfive, Ufa Sports) und die entsprechenden Rechtehändler, die Unschuld beteuern, schon noch interessant werden. Ich sage nur: Siemens. Hier mal ein Auszug aus dem Strafgesetzbuch:
§ 299 Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr → weiter lesen
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Werbepause: das iPad
21:13 - zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2010, 21:25 - 14 kommentareWir haben kürzlich mal über die Zukunft der Zeitung diskutiert. Zugegeben, das Thema steht nicht im Focus von Apple Computer, Inc. Doch was Apple heute vorgestellt hat, wird – wie das iPhone – die Mediennutzung schwer beeinflussen. Es geht sicher nicht so weit wie mitunter orakelt. Aber es wird die Revolution in der Kommunikationsbranche, damit auch im Journalismus, beschleunigen.
Nicht wirklich nur Werbepause (ich bekomme kein Geld von Apple), einfach mal reinschauen:
Ja, es gibt Millionen Beiträge im Internet zu diesem Thema. Dann ist das hier halt der 10000001. Ich habe den eigentlich schon fertigen nächsten Beitrag (schon fertig) kurzerhand auf Donnerstag verschoben.
Antidopingberichte 2008 der deutschen Sportfachverbände
18:09 - zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2010, 19:35 - 6 kommentareInteressante Notiz zwischendurch: Die Sportabteilung des BMI, die sich in den vergangenen Jahren doch einige Male vorgeführt fühlte, kommuniziert proaktiv. Noch immer stehen bekanntlich die Antidopingberichte für 2008 aus. Ich meine, wir schreiben das Jahr 2010, demnächst sollen die Spitzensportverbände ihre Berichte für 2009 vorlegen, und der Gesamtbericht für 2008 ist noch immer nicht öffentlich.
Präzise betrachtet wurde der Bericht für 2007 ja nur von Journalisten veröffentlicht, zuerst von Holger Schück, im Original steht er nur hier.
Ich habe mich leidlich um den Bericht für 2008 bemüht, der derzeit von BMI und DOSB unter Mitwirkung von BVA und NADA aufgehübscht wird. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat im Dezember im Sportausschuss angedeutet, dass es mit etlichen Verbänden Probleme gibt. Seither glühen die Drähte. Der Ausschuss will das Thema behandeln, planmäßig aber erst im März.
Und siehe, soeben verkündet das BMI per Presseverteiler:
Dr. Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär, zum derzeitigen Stand der Auswertung der Anti-Dopingberichte 2008
Das Bundesministerium des Innern (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben sich auf ein gemeinsames Verfahren verständigt, nach dem die Anstrengungen der Sportfachverbände und Erfüllung ihrer Verpflichtungen bei der Bekämpfung des Dopings im Sport ermittelt und bewertet werden. Dies geschieht in Form der sogenannten Anti-Dopingberichte. Hierbei handelt es sich um Selbstauskünfte der Verbände, die jeweils zum 31. März über das vorangegangene Jahr erhoben werden. Sie werden von der NADA unter Einbeziehung vorhandener Erkenntnisse auf Plausibilität und Schlüssigkeit geprüft und anschließend vom BVA unter zuwendungsrechtlichen Aspekten ausgewertet.
In Auswertung der Anti-Dopingberichte 2008 wurden bei 41 Zuwendungsempfängern (von 60 = 68%) keine Beanstandungen festgestellt. Staatssekretär Dr. Bergner begrüßt ausdrücklich, dass damit die Mehrheit (mehr als Zweidrittel) der Verbände im Berichtsjahr eine vollständige Umsetzung der umfangreichen Vorgaben zur Anti-Dopingbekämpfung erreicht hat.
Bei 19 Zuwendungsempfängern (= 32%) sind Mängel festgestellt worden. Dabei handelt es sich um – vielfach formale – Verstöße aus dem Jahr 2008, die zum Beispiel in der nicht ausreichenden Umsetzung des NADA-Codes in den Satzungen, fehlerhaften Antidopingklauseln in den Arbeitsverträgen der Beschäftigten oder der unzureichenden Durchführung von Wettkampfkontrollen lagen. Hier werden Rückforderungsverfahren eingeleitet. Insgesamt belaufen sich die möglichen Rückforderungen nach heutigem Stand auf gut 200.000 Euro.
Bei einigen Verbänden werden vor Erlass des Rückforderungsbescheides derzeit erneut Anhörungen des BVA durchgeführt. Angesichts der noch laufenden Verwaltungsverfahren können weitergehende Angaben derzeit nicht gemacht werden. Über diesen Sachstand sind heute auch die Obleute im Sportausschuss des Deutschen Bundestages unterrichtet worden.
Verstöße in der Umsetzung des NADA-Codes oder gegen Auflagen in den Zuwendungsbescheiden werden mit diesen Rückforderungen konsequent verfolgt. Damit unterstreicht die Bundesregierung ihren Grundsatz, Steuergelder nur sauberem Sport bei konsequenter Dopingbekämpfung zur Verfügung zu stellen. Diese deutlichen Sanktionen sind schmerzhaft für die verstoßenden Verbände, werden zugleich Signalwirkung für die Zukunft haben und die Verbände zu einer noch konsequenteren Beachtung der Anti-Doping Regelungen anhalten.
Soweit zu den Behauptungen des BMI.
Was die Ministerialen und Sportpolitiker, die von Steuermitteln leben, natürlich immer noch nicht begreifen und in ihrer Arroganz nicht begreifen wollen: Dass dieser Bericht, das alle Berichte schon längst öffentlich sein müssten – im Internetz.














