Antje und Henner Misersky: “Erst die Medaillen, dann die Moral!”
veröffentlicht: 3. April 2009, 06:56 - zuletzt bearbeitet: 6. April 2009, 23:21“Ich habe meinen Sport geliebt. Aber ich wollte nicht alles mitmachen, was man von mir verlangte.”
Antje Harvey-Misersky, 1999
Biathlon-Olympiasiegerin Antje Harvey-Misersky, ihre Schwester Heike sowie ihre Eltern Ilse und Henner Misersky schließen sich dem Aufruf der Dopingopfer vom 1. April an. Sie bitten mich, Ihre Stellungnahme zu veröffentlichen. Sehr gern, denn ich schätze die Familie Misersky außerordentlich.
Zur geplanten Erteilung einer „Generalamnestie” für Doping – (und Stasi?)-Täter
Bereits 1991 haben wir in Briefen an den damaligen DSB-Präsidenten von Richthofen, den Sportausschuss des Bundestages, den Deutschen Skiverband sowie die Landesregierung Thüringen gegen die Übernahme eindeutig doping- oder/und stasibelasteter Personen aus dem DDR-Leistungssportsystem warnend protestiert und eine umfassende Überprüfung gefordert.
Reagiert hat lediglich Manfred von Richthofen. Dessen Empfehlungen wurden aber von den Sportverbänden nach unseren Erkenntnissen ignoriert. Von anderen Institutionen gab es keine Reaktionen. Auch aus diesem Grund haben wir im Fernsehen während der Olympischen Winterspiele in Albertville 1992 die einmalige Chance genutzt, angesichts des Olympiasiegs öffentlichkeitswirksam vor einem Millionenpublikum auf die Notwendigkeit dieser Vergangenheitsbewältigung aufmerksam zu machen. Diese ist bis heute nur bruchstückhaft erfolgt. Und auch deshalb wird der deutsche Sport immer wieder von dieser Vergangenheit eingeholt werden. In Anbetracht dessen erscheint uns die geplante „Generalamnestie” völlig abwegig, weil sie die ganz persönliche Verantwortung des Einzelnen in einer Kollektivschuld verpackt.
Auch wenn es problematisch war, dem Systemdruck in der DDR-Diktatur zu widerstehen, wird trotz einiger Randnotizen ( Interview Ecker-Rosendahl, Mitglied der Steiner-Kommission, idealer wäre in dieser Position eine Brigitte Berendonk gewesen) ausgeklammert, dass es Trainer, Sportler und auch Sportmediziner gegeben hat, die dem Druck zu Doping und politischer Anpassung mit teilweise leidvollen persönlichen und beruflichen Konsequenzen widerstanden haben.
Kritik und Widerstand bedeuteten bedingungslos Degradierung oder Ausschluss aus diesem sensiblen und von hauptamtlichen Kräften der Stasi und IMs überwachten Sportsystem – Bedrohung, Postkontrolle, Telefonüberwachung inklusive. Es ist beschämend und wohl auch so gewollt, dass weder früher im NOK, im DOSB-Präsidium, noch im Sportausschuss des Bundestages oder in der Steiner-Kommission Opfer, Systemgeschädigte oder Insider des ehemaligen DDR-Staatssports Sitz oder Stimme hatten/haben. Jegliche Transparenz wurde und wird durch das Ausgrenzen dieser „ Querulanten, Nestbeschmutzer, Störfaktoren” wirkungsvoll verhindert.
Alle Mittäter, die jetzt für die Perspektive einer lächerlichen Autogrammabgabe einen „Persilschein” in Aussicht gestellt bekommen, hätten nach dem Fall der Mauer durch ein offenes Bekenntnis zu ihrem schuldhaften Verhalten und durch Offenheit und Reue beweisen können, dass sie den Betrug, den „Klassenkampf”, die Indoktrination hinter sich gelassen haben und in der Demokratie endgültig angekommen sind.
Als sichtbares Zeichen sollten diejenigen, die nun aktiv geworden sind, um in den großzügigen Vorteil einer Amnestie-Entschuldung zu gelangen, vor einem unabhängigen Gremium umfassend und transparent nun endlich nach so langer Zeit aussagen und vor allem sich vor den Dopingopfern in aller Öffentlichkeit entschuldigen. Ein sichtbares Zeichen ihrer Reue könnte es sein, dem Fond des Dopingopfer-Hilfevereins regelmäßig einen angemessenen Beitrag ihres Einkommens zu überweisen.
Es ist nicht hinnehmbar, wenn auch weiterhin vertuscht, gelogen und Zeitzeugen, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, mit juristischen Mitteln gedroht wird. Vielmehr ist es auch ein Schlag ins Gesicht der Dopingopfer, die, um bei Bärbel Bohley zu bleiben, „auf Gerechtigkeit gehofft, aber den Rechtsstaat bekommen” haben. In der bundesdeutschen Sportpolitik, einschließlich dem dafür zuständigen Innenministerium, scheint allerdings ( wie im untergegangenen DDR-System) ein Bert-Brecht-Zitat in abgewandelter Form Gültigkeit zu haben : Erst kommen die Medaillen (-statistiken!) und dann kommt die Moral.
Hiermit schließen wir uns dem Protest der anerkannten DDR – Dopingopfer gegen eine „Entschuldungspauschale” für belastete Trainer und Funktionäre an.
Henner und Ilse Misersky, Antje Harvey-Misersky (Trägerin der Heidi-Krieger-Medaille 2005)
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- Was vom Tage übrig bleibt (3)
- Was vom Tage übrig bleibt (2)
- Giselle Davies …
- Was vom Tage übrig bleibt (1)
- How to fix a soccer game
- Da Dong
- The day after
- Peking, Tag 24
- Peking, Tag 23
- Peking, Tag 22
- Peking, Tag 21
- Peking, Tag 20
- Peking, Tag 19
- Peking, Tag 18
- Peking, Tag 17
- Usain Bolt oder: das Jogging-Gate
- Tyson Gay
- Peking, Tag 16
- Peking, Tag 15
- Peking, Tag 14
- Peking, Tag 13
- The Big M
- Peking, Tag 12
- Peking, Tag 11
- Peking, Tag 10
- Peking, Tag 9
- Peking, die Eröffnungsfeier
- Peking, Tag 8
- Peking, Tag 7
- Lopez Lomong (III) oder: der Fahnenträger
- Peking, Tag 6
- Der Knöchel des Präsidenten
- Peking, Tag 5
- Peking, Tag 4
- Der Sport-Informations-Dienst im Fegefeuer
- Peking, Tag 3
- Peking, Tag 2
- Die Internetfrage oder: “falsche Voraussetzungen”
- Peking, Tag 1
- Peking, der Start und ein Rückblick
- Hofschranzenkultur
- Das moralische Versprechen
- Programmhinweis (III)
- Dear President Bush…
- Lopez Lomong (II) oder: was das IOC nicht hören will
- Einzelfälle und Euphoriesünden
- Mama-Wunder
- Lopez Lomong: The Lost Boy of Sudan
- Ein bisschen verkrampft
- Zug: das Urteil
- “Marianne und die Kellerkinder”
- “Der Kaiser ist schuld”
- Propaganda (II)
- Die Verschlossene Auster
- IOC-Absurditätenkabinett
- Monopoly 2016
- King Rubén
- Olympische Propaganda
- Leseempfehlung (I)
- the winner is …
- kann man so sehen
- Willkommen im Klub
- Das Schweigen der Lämmer
- Die Putzkolonne
- Das Ergebnis heißt …
- Reptilien und andere Gefahren
- Die Zentren der Macht
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- Programmhinweis (II)
- Beijing 2000
- Olympisches Feuer
- Pflichtlektüre
- “Köpfe werden rollen”
- Der Präsident sagt …
- Zug: der Gerichtssaal
- Zahl des Tages: 138
- Zug: Das Vorspiel
- Der Himmel über Zug …
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- in eigener Sache
- geschafft
- Propaganda
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- Die Qualitätsfrage (I)
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- Wenn die Kirchenglocken läuten
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- Nachtrag ISL-Komplex
- Der ISL-Komplex
- Marion Jones – Januar 2008
- “Qualitätsjournalisten” vs. Idiotae des Web
- Zu Gast im Bildblog
- Bernd-Uwe Hildebrandt
- Richard Pound
- Play the Game
- Marion Jones – Oktober 2007
- Marion Jones – Juni 2004
- Stunde der Philosophen
- Doping-Doppelbeschluss
- Die Botschaft der Blockabstimmung
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- Eine Frage des Prinzips
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kommentare
- Jens W: Ich spinne die Gedanken gleich weiter: 1. Beispiel Kino: Ein Raubkopierer schneidet den Film während der Vorführung mit. Hier hat nimmt der Filmproduzent...
- Jens W: @Sebastian Warum sollten Bilder von Veranstaltungen tabu sein? Die DFL muss ich übrigens mal in Schutz nehmen. Es gibt da keine Probleme mit Twitter und...
- wil: Ich denke mal, dieser Post passt am besten unter dieser Rubrik: Beim DFB haben sich offiziell alle wieder lieb. Und für den unglaublichen Präsidenten waren...
- Arnesen: Wahrscheinlich muss man wirklich die möglichen Blickwinkel der Betrachter beachten, ha, da könntest du schon recht haben. Es wird wohl auch noch viele Leute...
- enrasen: Vielmehr sollte die Tatsache, dass Sportler Twitter nutzen, für die Fernsehsender ein Ansporn sein, eine hintergründige Nachberichterstattung auf die Beine zu...
- Ralf: dpa: Bach rätselt über Zukunft
- Gua: Jens, demnächst ist ja wieder Wok-WM. Da kannst du denn was schreiben. :)
- TobiasL: Der “Sport” findet jenseits der Kameras und aufgeregten Kommentatoren täglich auf den Wiesen, Strassen und Feldern statt. Eigentlich ist es ein...
- Gerhard: nocheinjurist: Wo konnte in der DDR jemand wegen der Ausreisebeschränkung juristisch dagegen vorgehen? Wo wurde in der BDR wegen Kontakten zu Einwohnern der...
- Ralf: Darf ich mich anschließen? Ich finde auch die Sportspielchen bei “Schlag den Raab” oft interessanter als den Hochleistungssport. Erstens kann man...
- Sebastian: Ich stimme in vielen Punkten zu und zitiere gerne auch aus den Akkreditierungsvorgaben der Re:publica2010 Wir schreiben das Jahr 2010 und wir sind alle...
- Jens Weinreich: @ Robert Klemme: Endlich mal jemand, der eine Lanze bricht für Raabs Sportshows. Ich finde etwa die Wok-WM genauso anspruchsvoll und überflüssig wie...
- ha: Arnesen, fand den Anonymus einmal nicht unangemessen oder störend – er hat schlicht die Menge an Recherche und Fakten, die dieser Beitrag vermittelt hat,...
- Robert Klemme: Ralf, danke für die Presseschau. Es geht halt um Brot und Spiele. Insofern beantworte ich mir die anderswo gestellte Frage nach privater oder...
- Ralf: Merkur: Olympia 2018: 422 Grundstücke für ein Biathlonzentrum Das gesamte Areal umfasst 60 Hektar, das entspricht rund 100 Fußballplätzen. Die 422 Grundstücke...
- Ralf: Nun online: “Geheimsache Doping – Eiskalter Betrug” Daniel Meuren in der FAZ: Einkaufstour mit versteckter Kamera @ Arnesen: Aranesp/CERA: Hier sehe...
- boecko: Kostet nur nochnoch 89 CD Besser als beim iPhone Roaming anzuschalten ;)
- boecko: @JW wg. TomTom … Die Dinger kosten da nicht so viel. Wir haben uns im Walmart oder FutureShop ein TomTom One für 130 CD gekauft.
- Arnesen: Ralf, kurz zu deinem Kommentar #45: Dass Winterausdauersport nicht sauber ist, steht natürlich außer Frage. Wer sich viel damit beschäftigt, hätte den Film...
- Ralf: Tagesspiegel: Leichtathletik-WM in Berlin – Fünf Millionen als Prämie
- Gua: Ach ja ich vergaß, immer dieses mobile online gehen. So ist es natürlich doppelt doof, weil sich der Verlust nicht so leicht etwas kompensieren lässt. Ich bin...
- Ralf: taz: Politikerin über Spitzenförderung – “Ein gutes System mit Nachteilen”
- Ralf: JW in der Berliner Zeitung: Es bleibt alles in der Familie
- Ralf: Evi Simeoni in der FAZ: Pluspunkt für Pyeongchang
- boecko: @JW Da hast du Dein Auto aber schon ein paar Ecken vom Hotel geparkt, oder? Hat das Hotel keine Parkgarage? Kleiner Tipp, wenn Du auf Sushi stehst. Wir haben...
- Ralf: ND: Geheimsache Doping im TV Wo doch an den letzten Wochenenden ach so wenig Sendezeit für Wintersport im Fernsehen übrig war! Das muss doch wohl jeder...
- Jens Weinreich: Ja, ich nehm’s positiv. Aber mein Herz schmerzt bei jedem Stück Technik, dass ich lieb gewonnen habe. Südafrika? Habe ich gesagt, dass ich nicht...
- Ralf: news.de: Dreckige Spiele in Kanada Wie aufwendig waren die Dreharbeiten zum Film? Seppelt: Sehr aufwendig. Wir waren in kurzer Zeit in vielen Ländern unterwegs....
- Thomas: Siehs positiv: so hast du wenigstens den obligatorischen Diebstahl hinter dir, es kann dir also garnix mehr passieren. Doch schade irgendwie, daß du nicht nach...
- Ralf: “Geheimsache Doping – Eiskalter Betrug” scheint noch nicht in der ARD-Mediathek verfügbar zu sein, was sich aber demnächst ändern sollte (“Wer...
- Jens Weinreich: @ Klar gibt’s das, gua. Aber das kostet halt auch. Diebstahl ist Diebstahl. Nichts gegen Tomtom. Im Übrigen ist das Apfeltelefon zwar hier dabei,...
- Gua: Die Welt ist einfach schlecht! :/ Na ja, gibt es da nicht statt des Tomtoms eine Anwendung für dein Apfel-Telefon? Wenn nicht wäre das recht arm, weil selbst mein...
- nocheinjurist: @ henner: Zwei Systeme nebeneinanderzustellen und weitgehend darauf zu fokussieren, dass die Sportler im Westen im Zwischenmenschlichen mehr durften als...
- cf: yup. läuft jetzt. übrigens — falls du das verlangen spüren solltest, die twitter-trackbacks in den kommentaren anders darzustellen als die normalen...
- gun: @marco vom wachsenden Unsinn der Doping-Bekämpfung müssen sie mich nicht überzeugen. Auch nicht davon, dass es Funktionäre, Manager und andere, vorwiegend an Geld...
- Sebastian: Marco das ist echt nicht Dein Ernst, dass Du “Autos” mit Apostroph versiehst. Warum? Warum um Alles in der Welt?
- dave_o: Wie sieht’s denn jetzt aus. Darfst du weiter machen oder nicht? Nachdem ich mich schon den ganzen Tag am Schreibtisch durch Abhandlungen eines englischen...
- Stefan W.: Mir erscheint das auch problematisch. Diese Idee, daß die Olympiade das Produkt und Eigentum einer Firma ist – man könnte sich damit abfinden, aber...
- ha: Marco, sorry: Wie undurchdacht, um es freundlich zu formulieren, Ihre angeblich “provokativen” Äußerungen sind, können Sie an eigenen Zitaten erkennen....
- Axel: “Under no circumstances, throughout the duration of the Olympic Games, may any athlete, coach, official, press attaché or any other accredited participant...
- Marco: @jw Ich vergaß zu erwähnen, daß in den USA und Kanada, die Aktivisten eine völlig andere Qualität haben, als hier. Sie sind auch sehr gefürchtet. Besser parkt...
- henner: an marco in 36!zu deiner frage::…”glaubt ihr vielleicht,es war auf der anderen seite des eisernen vorhangs anders?” abgesehen von von den...
- Winfried Kropp: René Martens hat seinen lesenswerten Beitrag auch im Blog www.direkter-freistoss.de veröffentlicht.
- Marco: @gun Laufen Sie vielleicht neben der Spur? @gun, Gerhard Ich weiß, daß ich gelegentlich provokativ bin. Ich begrüße es, wenn Sie mich kritisieren, mich...
- Jens Weinreich: Noch lebendiger wäre es allerdings, der Sportler würde sich selber dabei filmen. Why not. So oder so: Es wäre in beiden Fällen (Deinem und meinem) bzw....
- Axel: @Jens: Das Szenario mit der Siegerehrung stelle ich mir so vor, dass der Sportler einem Betreuer/Teammitglied/Hütchena ufsteller seine Kamera in die Hand drückt...
- Jens Weinreich: @ cf: Was man da so alles beachten muss … Jetzt müsste es funktionieren.
- Ralf: dpa: Staatsanwalt klagt Schwenker und Serdarusic an
- Ralf: Claudio Catuogno in der SZ: ”Ich war bei Olympia gedopt”
- Sönke: Die Staatsanwaltschaft hat wieder das Wort: (von handball-world.com) Staatsanwalt klagt Schwenker und Serdarusic an Die Kieler Staatsanwaltschaft hat die...
- Thomas Seeholzer: Die Komplexität und Unverständlichkeit der Blogrichtilinen machen doch jede Aktivität eines Athleten zum Selbstmordversuch: 13. Verstoß gegen die...
- Ralf: mediencity.de: Doping im Fernsehen: Auf der Suche nach dem Kronzeugen “Erst vor zwei Wochen war klar, dass wir starke Geschichten haben”, sagte der...
- nocheinjurist: @ gun (50): War nicht von mir…
- Ralf: Holger Gertz in der SZ: Die Kakerlake als Maskottchen
- Gerhard: Walter: Zum Vergleich Priester – Athlet: Gemeint ist damit – auf systemtheoretischer Grundlage – dass man gedopte Athleten ebenso wie...
- Herbert: @Ralf Ich möchte mich nicht selbst im nachhinein zum “Missverstandenen 2009″ küren. Da ich schon immer vom System des Dopings gesprochen habe und...
- antioly: Nachtrag: http://www.stadtpanorama.com/p opup/screensaver_gap.html es lohnt sich!!!
- antioly: Tipp: als Bildschirmschoner herunterladen und begreifen, warum dieses Tal nicht noch mehr verschandelt werden darf. Es werden täglich mehr, die dafür kämpfen,...
- cf: außer beim ersten video kommt bei mir übrigens — statt der clips — immer nur der text: “this is a private video. [...] please make sure to accept...
- Herbert: Gemäß dem Proverb “Neues Spiel, neues Glück” wird weiter gepokert: Stefan Schwarzbach, Pressesprecher des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hatte...
- Ralf: @ Herbert: Ganz neue Töne!?? Ich dachte schon, es käme die übliche Medienschelte…
- Ralf: NW: Bewegung im Wettskandal – Verler Spieler sagen beim DFB aus
- Herbert: Einen großen Schaden befürchtet dagegen Martin Wolf, Generalsekretär des Bundes Deutscher Radfahrer. “Wir sehen die Entwicklung im deutschen Radsport...
- Ralf: sid: Ermittler: Deutsche in Blutbank-Affäre involviert Riebenbauer erklärte, dass er Hinweise auf Verstrickung deutscher Biathlethen und Skilangläufer in die...
- Ralf: SpOn: Deutscher Profiradsport – Beinahe radlos Welche Konsequenzen der Ausstieg des einzigen deutschen Pro-Tour-Teams für die TV-Präsenz der Sportart...
- Ralf: Evi Simeoni in der FAZ: Doping in Russland – Es braut sich was zusammen
- Walter: Gerhard, dort finden Sie auch eine große Abhandlung zu Perikles Simon. Mich interessiert ihre Meinung dazu. Mit dem Vergleich Priester=Athlet habe ich aber ein...
- Walter: Marco, wie gesagt,ich sehe Parallelen in der Motivation zum Offenlegen zu Robert Lechner: “Es geht mir darum, meine eigene Glaubwürdigkeit zu erhalten oder zu...
- wolff-ferdinand: ” das trieft schon vor lauter arroganz “- klingt wie`gute alte` DDR-Demagogie – nach meiner Erinnerung wurde jeder in Schule, Lehre...
- ha: Mehr und Genaueres als in der ARD (mit dem sagenhaften Recherche-Ergebnis: “Keiner verantwortlich? Herzlichen Glückwunsch!”) zum russischen...
- Ralf: CP: IOC opens doping probe involving member of gold medal U.S. women’s relay team
- Robert Klemme: Selbst wenn es in der Praxis nicht durchzuhalten ist, ist es für das IOC natürlich völlig logisch, solche Regelungen vorzugeben. Es könnte sogar sein,...
- Ralf: dpa: Jan Ullrich darf Olympia-Gold vorerst behalten Die IOC-Exekutive hat den Fall noch nicht für abgeschlossen erklärt, aber nach ausgiebiger Akteneinsicht...
- Ralf: TT: Dem Blut auf der Spur
- Ralf: Dimitri Jaroschenko im ARD-Interview: “Opfer der Situation” “Ich denke, der Anbieter hat von sich aus unsere Team-Ärzte kontaktiert. Und...
- Jens Weinreich: Und hier auch noch die “Stellungnahme” der IOC-Ethikkommission.
- ha: Gegenkandidat und Gegenargument: China/Deutschland: Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo
- jeb: Ist es den Mitarbeitern der Münchener Bewerbungskommission eigentlich untersagt Samsung-Handys zu besitzen?
- enrasen: SB Übertragung im Ersten und erste Schalte nach Vancouver. kati Witt in interview: Erste Frage: “Scheint dir hier alles gut vorbereitet?” Boaaah...
- Ralf: ZDF: Läuft S107 in Vancouver mit? ARD: Russlands zahnloser Kampf gegen Doping
- Ralf: Merkur: Olympia 2018: Journalisten sollen auf drei Orte verteilt werden
- cf: und überhaupt — was ist, wenn ein sportler seine privaten bilder geschützt online stellt. also nur für einen ausgewählten personenkreis, seine...
- Ralf: ots.at: HUMANPLASMA widerspricht Kohl-Spekulation über Dunkelziffer ZDF: Kohl: Gruppenabfertigung bei Humanplasma
- Gerhard: “Was geschehen ist, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.” … “Fehler wurden auf beiden Seiten der Mauer gemacht.Man muß einfach...
- gun: Tut mir leid, daß trieft schon vor lauter Arroganz. Das hieße im Umkehrschluß, daß ohne “Doping” dieser Rekord nicht geknackt werden könnte. Jeder Rekord wird...
- Jens Weinreich: @ Axel: Du bringst ein schönes Beispiel. Nehmen wir einen Medaillengewinner. Er dürfte sich theoretisch selbst fotografieren und aufnehmen (Ton,...
- jeb: Schlechte Nachrichten für die Münchener Olympiabewerbung: Insidethegames: IOC set to give Pyeongchang Olympic bid a boost by reinstating Lee
- Arnesen: Erster Eindruck der sonntäglichen “Appetitmacher” von ARD und ZDF: ZDF sehr harmlos – bisher nur ein paar beurteilende Akten und ein...
- Marco: zu kommentar 6 tut mir leid für den Blödsinn. Meinte Fackel von deutschen Sportler.
- Marco: Noch ein Interessanter Link. http://it.toolbox.com/blogs/bl ogpotato/beijing-olympian-blog gers-already-breaking-ioc-blog ging-guidelines-26350
- Marco: Anscheinend hat man den Chinesen etwas abgeschaut. Öffentliche “Bekanntmachungen” geschweige “Kritik” sind sowieso nicht erwünscht, auch...
- Mario: Würd mich ja mal interessieren ob die Fifa & das IOC ihre Bloggingrichtlinien für die beiden diesjährigen Grossereignisse zusammen verfasst haben. Hatte die...
- Axel: Die Sportler dürfen also nicht auf Fotos zeigen, wie sie eine Medaille um den Hals gehängt bekommen, oder mit der Flip Cam kleine Video-Kommentare aufnehmen? Das...
- Sibylle: In Katar kann man im Juni/Juli aufgrund der dort herrschenden Temperaturen von über 40 Grad (und nachts nicht unter 30 Grad) nicht Fußball spielen, es sei...
- Gerhard: Wer sich informieren und nicht nur seine Vorurteile und vorgefasste Meinung bestätigen aber keine Bücher kaufen oder leihen will, kann dies tun unter:...
- RalfKohler: Auf die Gesinnung und/oder auf die Ahnungs- und Gleichgültigkeit?!
- Rob: Wills Willi wirklich wissen?
- Walter: Vielleicht kann man auch nur aus der Verwendung des Begriffs Reue Schlußfolgerungen auf die Gesinnung des Redakteurs ziehen? Ich sehe in der Motivation von...
- Herbert: http://www.zdf.de/ZDFmediathek /beitrag/video/963480/Merk-Dop ing-%253D-Straftat#/beitrag/vi deo/963480/Merk-Doping-%253D-S traftat...
- RalfKohler: Pardon, ich verstehe Sie nicht. Bitte den Kontext berücksichtigen. In der Tat habe ich in 36 auf den Punkt angeklagt/nicht angeklagt abgehoben. Ich habe...
- nocheinjurist: @ RalfKohler: Lesen Sie doch mal Nr 36, warum es keine Reue ist, und dann nochmal 43, warum es (auch ohne Anklage) Reue sein kann. Und ich geb Ihnen...
- RalfKohler: Falsche Voraussetzungen, nocheinjurist. Ich bezog mich in Sachen Reue-Thema ausschließlich auf eine Mini Meldung in der Stuttgarter Zeitung. Was hätte ich...
- Marco: Haben wir keine Sportler mehr, die Würdig wären, die Deutschland-Fahne zu tragen? Oder machen es immer jene, die sich mit fremden Federn schmücken?
- Jens Weinreich: @ nocheinjurist: Sehr schön. Das gucken meine Kinder auch gern. Habe mir erlaubt, die Überschrift zu ändern.
- Marco: Willi ist der Beste. Hat er vor dieser Aussage vielleicht etwas eingeworfen oder geraucht? Damit verherrlicht man ein “totalitäres System”
- nocheinjurist: @ RalfKohler: Schön. Warum haben Sie das bei Nr. 36 eigentlich nicht einfließen lassen, sondern sind dort zu einem gegenteiligen Schluss gekommen, weil...
- RalfKohler: Angeklagt war ich noch nicht, bereut habe ich schon. Wobei “bereut” so gesehen auch nur ein anderer Ausdruck für bedauern sein KANN. Ich kann...
- nocheinjurist: Willi wills wissen.
- nocheinjurist: @ mb: Ich dachte, die Themen gerade dieses Artikelt waren im weiteren Sinne Meinungsfreiheit beim Bloggen und Kommentieren sowie Wiederholung von...
- Arnesen: Die Frage ist natürlich nicht in Ordnung. Weil man Superlative doch nicht steigern darf. :-)
- Jens Weinreich: Geht absolut in Ordnung, die Frage. Ich glaube nicht, dass es nocheinjurist böse gemeint hat. Die Frage hat mich – vier Uhr nachts –...
- mb: @nocheinjurist, die Frage an jw ist doch sicher absolut verzichtbar, oder?
- Marco: @Walter Danke für den Artikel. Nein, du hast recht. Perikles Simon hat schon den Nagel auf den Kopf getroffen.
- nocheinjurist: @ JW: Viel Erfolg! Haben Sie schon eine Idee, wer Ihnen dieses Mal eine Unterlassungsverfügung mit minimalster Frist zustellen lassen könnte? @ cf (17):...
- nocheinjurist: @ RalfKohler: Bereuten Sie nur, wenn Sie angeklagt waren? Und: “Zeigt Reue” ist eine Wertung des Journalisten, “spricht von...
- Marco: Hier ein paar neue Nachrichten, beim Essen auf Papptellern! http://www.zeit.de/newsticker/ 2010/2/6/iptc-bdt-20100206-89- 23784038xml...
- Gua: Oh je, das kommt also davon, wenn man mal nicht alle links anklickt. Danke für die Aufklärung, weil ich bisher einfach nicht daran gedacht habe, dass die Blogging...
- Jens Weinreich: Gua, sieh bitte hier nochmal nach, da habe ich zweimal auf Dogfood verlinkt, in dessen Vancouver-Notiz findest Du die beiden Blogger-Richtlinien von...
- Gua: Jens hieß es nicht 2008 noch, dass die Athleten ja nicht bloggen dürfen, weil das ja böse journalistisch ist? Tagebuch im Internet war da glaube ich grenzwertig...
- Marco: @jw Etwas neues aus England. Bis es losgeht.
- Jens Weinreich: das ist halt so in der vorberichterstattung. wird bald spannender.
- mb: ja ok, ich sag mal, die beiden Absätze über die nicht anwesende Führungspersönlichkeit Gerd Heinze und die fehlenden langen Unterhosen des Hausherrn haben mich...
- Marco: @jw Entschuldige meine Unkenntniss.Ich hatte es wortwörtlich verstanden. Tagebuch, nicht Blog. Die guidel. habe ich schon gelesen. Also wenn jemand heutzutage...
- Jens Weinreich: @ Ralf: Maennig verliert sonst kaum ein böses Wort über Olympia. Aber Sportsoldaten mag er nicht. Hat er schon 2008 beim 1. “Deutschen...
- Jens Weinreich: Natürlich darf Friesinger bloggen. Aber restriktiv im Umgang mit olympischem Content. Die Blogging Guidelines habe ich vor einigen Tagen verlinkt.
- Herbert: Ne, jetzt mal im Ernst – es gab in der Zone Menschen, die einfach so Sport getrieben haben? Ohne Doping und Stasi? Man lernt nie aus. @sternburg Frag doch mal...
- Walter: Marco, ich glaube Sportler haben selten ein Problem damit,die Leistung des Anderen anzuerkennen. Im Westen war alles privat: das Doping und seine Aufdeckung...
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- Marco: @jw Vielleicht hielt er dich für einen heimlichen Aktivisten. Trau Ihm nicht, er hat ein ehrliches Gesicht Hauptsache die “Red Bulls” sind drüben....
- Ralf: Auch Florian Bauer greift das Thema Rußland für sport inside auf: “Extrem auffällig”
- Marco: @henner,jw,Ralf Bin nur paar Jährchen älter als der Hausherr(die Zeit habe ich auch erlebt) Niemand will geschichtliche Tatsachen wegwischen oder das Geschehene...
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- Walter: Thomas Seeholzer, das denke ich auch, nur muß man dazu sagen,dass sich der dt. Verband auch genau an Kuipers Vorgaben für den Fall erhöhter Blutwerte hielt.
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- Ralf: ZDF: Russland unterlief das Doping-Kontroll-System Nach ZDF-Informationen wurden mehrfach Dopingproben von der russischen Polizei beschlagnahmt. Mindestens in...
- Ralf: Radio-Tip: WDR, dok 5 (21.02.2010, 11:05 bis 12:00 Uhr): Tor, Sieg, Betrug – Wettmanipulation im Sport
- Thomas Seeholzer: Warum sollte der Verband den Arzt nicht nominieren? Er hat doch genau das getan, was der Verband von ihm wollte (eine falsche Diagnose gestellt, um...
- Ralf: @ Max Heckel: Freuen Sie sich nicht zu früh! 70 % of the sport infrastructures needed for the Olympic Games are already approved. This ensures that the cost of...
- Max Heckel: es ist auch mal Zeit für eine kleine Hochrechnung meinerseits. 1. München 2. München 3. München 4. PyeongChang 5. Annecy es ist schön, daß wir zumindest...
- Ralf: René Hofmann in der SZ: Überfällige Frage Die Frage darf deshalb nicht lauten, ob Anni Friesinger für die Mannschaft noch tragbar ist. Die Frage ist vielmehr, ob...
- Ralf: NZZ: Die schöne Welt der Fifa – Der Weltfussballverband umschifft wiederholt Unangenehmes
- Ralf: Westfalen-Blatt: Schmerzmittel in »Caressinis« Blut Das betroffene Pferd »Pikeur Caressini« sei für einen Tag in die Box einer dreijährigen Stute gestellt...
- Robert Klemme: Au Mann! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… Danke, Ralf!
- Ralf: dpa: Lemke: Friedensnobelpreis an IOC wäre ein Signal
- Jens W: Ich spinne die Gedanken gleich weiter: 1. Beispiel Kino: Ein Raubkopierer schneidet den Film während der Vorführung mit. Hier hat nimmt der Filmproduzent...











Ich finde die “Erklärung” sehr eindrucksvoll und kann mich nur für die Veröffentlichung bedanken. Schnell geht das Schicksal der Betroffenen verloren, bei all den “sensationellen” Verfehlungen der Täter.
danke familie misersky!
wie ähnlich sich doch die beiden systeme sind! der “rechtsstaat bundesrepublik” biegt das unrecht des unrechtsstaates ddr so zu recht, dass die täter in aller ruhe weiter täter sein können und die opfer bleiben ergo auch opfer. ich frage mich mehr und mehr, weshalb ich eigentlich vor ca. 15 jahren anzeige gegen 2 ärzte (dr.löbl aus chemnitz und dr. hirsch alias IM “christoph” aus leipzig) gestellt habe, wenn diese ärzte in aller ruhe weiter für den sport arbeiten dürfen…ok nach einem frontal21 bericht 2007, wurde hirsch oder IM “christoph” und sein leistungsdiagnostisches institut hagen, vom dosb-nrw als sportmedizinische einrichtung gesperrt…das war ein kleiner sieg! aber löbl durfte weiter als rennarzt i.a. des bdr sein unwesen treiben…er war/ist zuständig für die dopingkontrollen im nachwuchsbereich! vorgefahren ist er übrigens standesgemäß mit einem neuen benz…dopingdoc gönnt sich ja sonst nichts. natürlich darf er einen benz fahren, aber ich lag wegen diesem “arzt” nach den von ihm verabreichten spritzen, mit beidseitigem nierenversagen(halbtod und völlig entstellt)in der klinik und muss heute noch mit den schäden versuchen zu leben. übrigens bevor ich bei der zerv die anzeige gestellt habe, versuchte ich telefonisch mit dr.löbl in kontakt zu kommen…er hat einfach aufgelegt und behauptet mich nicht zu kennen. dummerweise gibt es ein foto das uns beide (nebeneinander)im höhentrainingslager in äthiopien zeigt. also ich das opfer, rufe den täter an und baue ihm eine brücke, über die er nicht gehen wollte…und ich soll jetzt nach 20jahren diese “generalamnestie” ohne gegenwehr akzeptieren? NEIN und nochmals NEIN!!! ich bin nur noch wütend und gleichzeitig fassungslos, über eine so große dreistigkeit aller beteiligten. seit 3 jahren kann ich meinem job nicht mehr richtig nachgehen und seit einem jahr bin ich durchgängig krankgeschrieben. teilweise weiß ich nicht wie ich die teuren medikamente bezahlen soll und das bmi und die sportverbände erklären in ihrer begründung, ich zitiere den tagesspiegel vom 31.3.09…Der Deutsche Leichtathletik-Verband hält dagegen die Entschuldigung der Trainer für die beste Lösung. „Sie ermöglicht den Trainern, losgelöst von finanziellen Existenzängsten sich der Vergangenheit zu stellen“, sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.
dieser text wurde in einer emotional angespannten situation von mir geschrieben. vielleicht wird es denn einen oder anderen nerven…aber z.zt. fühle ich mich einfach so und diplomatische formulierungen wollen mir einfach nicht mehr dazu einfallen. da ich die beiden ärzte bereits öffentlich mehrfach über die medien benannt habe, sollte es auch kein problem darstellen diese hier noch einmal publik zu machen.
uwe trömer
In Anbetracht dessen, dass jetzt wieder eine Schlusstrichdebatte zur Dopingproblematik losgetreten wurde (Schäuble u.a.m.), sind die Erklärungen der Familie Misersky und der Dopingopfer enorm wichtig, denn sie schneiden grundlegende Fragen an. Warum ist die Aufklärung der Vergangenheit wichtig? Damit wir uns daran klar machen, welchen Leistungssport wir heute und in Zukunft haben wollen (Lernen über das Erkennen von Differenzen, Prävention: Herstellen von Differenzen zu als unethisch angesehenen Formen von Leistungssport). Um 1970 wurde der Leistungssport der DDR von seiten der BRD heftig angegriffen, Staatsamateure, Sportsoldaten, Doping (das wurde seltsamerweise kaum thematisiert)usw. – heute haben wir fast eine Kopie des damals heftig verfemten DDR-Staatssports.
Den Sportlehrern wurde abverlangt, den “hehren” Leistungssport im Osten wie im Westen als Vorbild für Jugendliche hinzustellen. Positives Vorbild war er aber in wesentlichen Teilen weder in Ost noch in West sondern nur verantwortungslos als schlechtes Vorbild, ungebremst in der Gier nach Medaillen und nach internationaler Überlegeneheit (die Parallelen zum heutigen Finanzskandal sind nicht zu übersehen). Heute haben wir in Teilen eine Kombination von negativen Seiten des Leistungssports von OST und West und der Zweck heiligt für viele immer noch die Mittel. Wie schrieb Hansjörg Kofink 1991 als Präsident des Deutschen Sportlehrerverbands in seiner Erklärung zum Doping im Hochleistungssport: “Wir appellieren deswegen an unsere Partner im freien Sport, sich unnachsichtig von denen zu trennen, die Leistung um jeden Preis wollen. Dieser Preis ist zu hoch!” Sei Appell verhallte ungehört.
In diesem Sinne wird ein absolut flasches Signal gesetzt, wenn z. B. Schäuble als Innenminister der Jahre 1990 und 2009 Ehrendoktor der Universität Tübingen im Juni 2009 werden soll, ohne erklärt zu haben, wie FKS, Kreischa und Materialentwicklungsstelle in Berlin – die zentralen DDR-Hochleistungssport-Forschungsstätten – mit ihrem Doping-Know-How in den Einigungsvertrag gekommen sind (das BMI war federführend) oder Grupe (Tübingen) als Nestor der westdeutschen Sportwissenschaft nicht erklärt, warum er als Antidopingbeauftragter des DSB (seit 1976) so seltsam inaktiv war und sich als Alibi (inklusive der von ihm angeregten Ethikdiskussion) missbrauchen ließ.
Hut ab vor dem Mut und der Energie der Familie Misersky und der Dopingopfer sowie von einigen sehr engagierten Journalisten!
Der wichtige Beitrag der Familie Misersky veranlasst mich einen weiteren Biathleten ins Spiel zu bringen, der Sven Fischer öffentlich des
Dopingmissbrauchs bezichtigte, Holger Schönthier.
Was macht er heute?
Müßte man eigentlich die Kreislauf-Kollapse (Nr. 1, Nr. 2) des Herrn Morgenstern aus heutiger Sicht neu bewerten?
Wäre dies hier aus dem Jahre 2005 nicht der “richtigere” Link zur Heidi-Krieger-Medaille gewesen?
Dort stehen ein paar mehr Hintergrundinfos, auch wenn nicht aus deiner
FederTastatur :-)Heute bei sport inside: “Ein fauler Frieden” – Wie der deutsche Sport heute mit der damaligen Einbindung von Trainern in das DDR-Staatsdoping umgeht
Und wenn wir schon bei alten Biathlon-Geschichten sind, sollten wir auch die positiven Proben westdeutscher Athleten nicht ganz vergessen, die von ostdeutschen Kontrolleuren genommen wurden…
Ralf, ja, ein fauler Frieden. Wie wahr. Und doch wird nur die Headline und nicht der zu erwartende Inhalt dem Thema gerecht.Das ungleiche Mass der Aufklärung wird uns wahrscheinlich auf ewig vor der gerechten Wahrheit bewahren. Hat mal jemand gezählt, wie viele Dopingskandale, -affären und -einzelfälle den Sport beharrlich begleiten ?
Vor 10 Jahren gab es die Deklaration der Lausanner Weltkonferenz “Doping im Sport”. Und seither ist es stetig schlimmer geworden.
http://www.sportunterricht.de/lksport/Declaration_e.html
Weshalb ? Weil die Sportler krimineller geworden sind ? Weil das Kontrollsystem nicht greift ? Weil die Moral im Sport sich der in der Gesellschaft angleicht ?
Aber wir fokkusieren uns gern und ungebrochen auf die Aufklärung der Vergangenheit, selektiv zwar, aber immerhin. Da scheint für die aufkommende Katastrophe keine Zeit mehr zu sein.
Einen seriösen Anti-Doping-Kampf kann aber gerade die düstere Zukunft des Doping im Sport nicht kalt lassen. Ihm gebührt entschieden mehr Aufmerksamkeit. Ich sehe ansonsten die Gefahr, dass die Diskussion irgendwann kippt und wir über die Freigabe von Doping Pro und contra ganz locker palavern.
http://www.sportunterricht.de/lksport/dopefrei.html
Dann hätten wir verschlafen, was wir eigentlich wollen: Doping verhindern.
Dann
Lieber Herbert,
genau deshalb versuchen wir die Prävention zu intensivieren und finden dabei nicht die ganz große Gegenliebe. Dopingrepression führt nur zu kurzfristigen Erfolgen, das Milieu stellt sich ziemlich schnell auf neue Situationen ein. Und darüber hinaus steht zu wenig Geld für Forschung zur Verfügung, so dass das Hase-Igel-Rennen zwischen Kontrolleuren und Dopern kaum günstiger gestaltet werden kann. Prävention strebt die Beeinflussung von Jugendlichen an, bevor sie massiv mit der Thematik konfrontiert werden (vgl. Arbeitsmedienmappe der dsj “Sport ohne Doping”). Hinzu gehört aber auch ein Umfeld, das sich im Klaren darüber ist, wozu der Leistungssport von jungen Leuten dienen soll. Steht die “Ehre der Nation” im Vordergrund, dann heiligt der Zweck schnell die Mittel. Steht die Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund, dann geht es auch um ein positives soziales Netz (statt Einzeltraining), um die Vermittlung von Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein (auch bei Niederlagen), um mentale Stärkung (um Versuchungen widertehen zu können), aber auch um das Einhalten können von Regeln, das Anerkennen der eigenen Grenzen usw. Dqazu gehört auch, über alle Aspekte des Leistungssports reflektieren zu können, argumentieren zu lernen und zu kapieren, dass jeder für seine eigenen Entscheidungen selbst verantwortlich ist, d.h. damit auch für die Folgen. So vorbereitete Jugendliche sollen dann selbst entscheiden, welchen Weg sie nehmen wollen.
Um zu wissen, wo wir hin wollen (Leistungssport als Möglichkeit der Selbsterfahrung und Selbstentwicklung unter Berücksichtigung der ganzen Lebensspanne), brauchen wir die Analyse der Vergangenheit und Gegenwart. Der gegenwärtige Spitzensport ähnelt einem Zug, der ohne Bremsen auf einen Abgrund zufährt, die Gier als Antriebsmotor.
Gerhard, wir haben keinen Dissens !!!
Mich treibt aus sehr egoistischen Gründen die Sorge um die Rolle des Sports für die Gesundheit und jeden einzelnen, vor allem den Jüngeren unter uns sehr um. Dabei bin ich leider auch manchmal sehr “verwirrt”, wenn es um das richtige Mass und die angemessene Berücksichtigung der vielfältigen Komponenten und Aspekte des Sports in der Gesellschaft geht.
Ohne Zweifel brauchen wir den Sport. Churchill hat sich doch nur einen Spaß gemacht mit “Sport ist Mord”.
Die “Ehre der Nation” sehe ich eher als ein “Abfallprodukt” des ehrlichen Breiten- und Hochleistungssports. Sport muss sein. Daher würde ich auch den Vereinssport mehr fördern, und damit nicht nur die Gesundheit, die sinnvolle Gestaltung der Freizeit und den ehrlichen Wettbewerbsgedanken zu fördern, sondern auch für den Leistungsport eine stabilere Basis zu entwickeln.
Ich denke aber, dass leider auch der Sport den Negativentwicklungen in der Gesellschaft Tribut zollen muss. Moral, vor allem Fairness im Sport, entwickelt sich nicht isoliert von der Gesellschaft.
Ja, davor habe ich auch Angst. Allerdings sehe ich das als Grund, nicht aufzugeben, wenn es um sauberen, ehrlichen Sport geht. Die Wege dahin mögen unterscheidlich sein, ersparen können wir sie uns jedoch nicht.
Antje Misersky und andere haben das auch ohne “Vorbereitung” entschieden.
Diese gesamte “Antidopingkampfkultur” erinnert mich immer mehr an Maschinenstürmerei.
Ist der Sport weg,ist auch das Doping weg,aber nur im Sport;-)
Herbert,
kürzlich ging es schon einmal darum,DDR,Doping und Stasi sind die Quotenrenner.Was interessiert uns die Gegenwart?Was wird z.Z. kontrolliert …
JW hat es auch schon gesagt,dann muß der Sport eben weg…
@Walter
Wir haben es doch mit der Gegenwart zu tun – mindestens insofern, als dass hier einige Trainer am Werk sind, die offensichtlich per “Ehrenerklärung” gelogen haben. das ist nicht 20 Jahre her und sagt womöglich etwas über die Eignung dieser Menschen in der Welt der Vorbilder … Scheint nur schon wieder vergessen, dass dies der Anlass für die aktuelle Debatte war, etwa, wenn sich Danckert pausenlos echauffiert und fragt: “Warum gerade jetzt?” Und wir haben es auch wegen der Verstöße gegen die Antidoping-Klauseln in den Zuwendungsbescheiden des BMI an Verbände und OSP und gegen das Stasi-Unterlagengesetz mit der Gegenwart zu tun …
Stimme zu, dass es mehr Dimensionen in der Gegenwart gibt – das heißt aber doch nicht, dass man diese übersehen muss.
Die alten Schlachten neu aufgenommen (fast):
Manfred von Richthofen:
http://www.welt.de/wams_print/article3505011/Ringen-um-eine-Amnestie.html
Walther Tröger:
http://www.presseportal.de/pm/7899/1383251/wdr_westdeutscher_rundfunk
@ Herbert, Walter: Maschinenstürmerei? Oh Gott. Ich nenne es: Aufklärung, Transparenz schaffen – journalistische Aufgaben übrigens. In diesem Theater geht es präzise betrachtet um nichts als: die Gegenwart. Ich sage es gern auch etwas plump: Ohne Vergangenheit keine Zukunft. Punkt.
Jens, wieso erwidern Sie mir im obigen Kontext ? Ich habe nichts von Maschinenstürmerei geschrieben. Und dann versteh´ ich ihre Verärgerung nicht. Oder bin ich verbal ausgerutscht ?
[...] – auch das, es wird Zeit, sich diesem Thema intensiver zu widmen – schon wieder auf Hochtouren und wird hier diskutiert. Das war schon die richtige Überschrift für den Beitrag der Familie Misersky: “Erst die [...]
Auch Heike Misersky, ebenfalls einst Leistungssportlerin, setzt ihren Namen unter diesen offenen Brief. Ihre Eltern hatten sie Ende vergangener Woche nicht erreicht. Ich trage Heike M. im Beitrag nach.
@ Herbert: Von “Maschinenstürmerei” hat Walter geschrieben. Sie schrieben:
Und ich sage wiederholt, auch im jüngsten Beitrag “Die Propagandamaschine brummt …”, dass wir nicht wirklich über die Vergangenheit reden. Sondern über die Lügen der Gegenwart und die der Zukunft. Wenn eine Diskussion kippen sollte, so wie sie es beschreiben, dann sind gewiss nicht diejenigen Schuld, die hier diskutieren, sondern diejenigen, die diese “Ehrenerklärung” unterschreiben und diejenigen, die sie als das Allheilmittel verkaufen und sich damit selbst aus der Verantwortung stehlen wollen. Also auch die Herren aus dem BMI, dem DOSB und dem DLV.
Erstens : Die Erklärung ist wirklich neu und ein neuer Schritt in Richtung Bekenntnis.
Zweitens: Die Erklärung sollte als das stehen was sie ist, ein Bekenntnis und eine Bitte. Bekennen zu Schuld und Feigheit, Bitte um Entschuldigung bei den Geschädigten.
Drittens: Bevor Schritte seitens der
Verantwortlichen unternommen werden, ist doch erstmal mindestens ab zu warten, wie Betroffenen reagieren. Die Täter sollen erstmal mit der Verantwortung leben, bevor sie schon wieder davon befreit werden. Nun sieht es aber so aus, als ob der Moment der Verantwortung schon wieder von den Trainern genommen wird, sobald sie die “Erklärung” unterschreiben. Das hat nichts mit Ethik zu tun! Das ist eher ein Musterbeispiel für Verantwortungslosigkeit.
Respekt, Henner Misersky:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0408/sport/0017/index.html
Wenn man es genau nimmt, dann ist die jetzt vorliegend Erklärung eine Entschuldigungsversuch an den Verband. Der kann nun entscheiden, ob er sich damit zufrieden gibt, und sicher an Glaubwürdigkeit verliert, oder den nächsten Schritt fordert.
Persönliche Entschuldigung bei den Opfern und Offenlegung der Fakten, denn wofür die Trainer sich entschuldigen ist doch völlig offen! Was wurde gemacht? Wer wurde “unterstützt” usw.
Geschmacklos ist der Versuch alles miteinander verbinden zu wollen, ohne auch nur einmal verbindlich zu werden.
Sehr interessante Trainereinteilungen:
Herrn v. Richthofens Einteilung ist seltsam,gut sind die Jungs ,die nicht wußten,was sie taten;-)
Herr Misersky weiß wovon er redet.
Warum ist er als erstklassiger Trainer nicht eingestellt worden?(wäre er vom Regen in die Traufe gekommen?)
Ich sags nochmal,es müßten noch mehr reden ,wie Robert Lechner.
Im Westen – noch immer – nichts Neues
oder frei nach Brecht
Erst die Medaillen und dann – vielleicht – die Moral
Walter Tröger, der im Februar 80 wurde, verkörpert wie kaum ein ande-rer den (west)deutschen Sportfunktionär der 2. Hälfte des 20. Jahrhun-derts:
seit 1961 Geschäftsführer, dann Generalsekretär des NOK für Deutschland, 1972 Bürgermeister im Olympischen Dorf in München, ab 1976 achtmal Chef de Mission bei Olympischen Winterspielen, seit 1989 Mitglied des IOC, von 1992-2002 Präsident des NOK, seit 2003 Ehrenpräsident
Der alte Mann des deutschen Sports sagt heute, über die DDR-Dopingvergangenheit von Trainern, die heute noch tätig sind:
Die ist irrelevant und die ist vergeben.
Diese Aussage ist so ungeheuerlich, dass es des nachfolgenden ge-schmacklosen und falschen Vergleichs nicht mehr bedurft hätte.
Mit dieser Aussage trifft Tröger den gesamten Olympischen Sport der bei-den deutschen Staaten, auch die sportlichen Leistungen dieser Epoche.
Sie wirft auch ein Schlaglicht auf die Repräsentanten des Sports und auf ihre Haltung zur Olympischen Idee, vor allem aber auf den Olympischen Sport in Deutschland.
Die Spitzenfachverbände, der DSB und die Sportpolitik des BMI haben die ihnen zugefallene Vereinigung 1990/91 nach Gutdünken genutzt, benutzt und verwaltet; Medaillen haben interessiert, Menschen nicht.
Die Schande, dass man nach 20 Jahren Trainerverträge in Frage stellen muss, haben ausschließlich die Führungsgremien der betroffenen Verbän-de seit den 90er Jahren zu verantworten.
Manfred von Richthofen, ein weiterer Spitzenfunktionär, der sich derzeit fast täglich zu Wort meldet – warum eigentlich erst jetzt? – berichtet von der Unfähigkeit, der Unwilligkeit der Spitzenfunktionäre jener Tage eigene sportliche Regeln zu befolgen
‚Doping macht vergesslich’
Unter diesem Titel hat die ZEIT schon 1998 die gesamte Problematik in aller Ausführlichkeit behandelt; Dr. Höppner(Sportmedizinischer Dienst der DDR) legte seine medizinischen Beweggründe offen und mit Klaus Huhn (Chefredakteur Sport der SED-Zeitung „Neues Deutschland“): Jetzt rächen West-Richter ihre schwachen Sportler kam auch die Gegenseite zu Wort.
Alles ist seit langem bekannt; doch die Spitzenfunktionäre des deutschen Sports waren unfähig, ihre Vereinigung sportlich fair und unter Beachtung eigener Regeln so zu vollziehen, dass sie nicht vor jeder internationalen Sportveranstaltung ins Wanken geriet. Besonders beispielhaft dafür ist die Galerie der DLV-Präsidenten dieser Jahre.
Sportsystem und sportliche Regeln
„Der Sport ist gelebtes Bekenntnis zu Leistung und Eigenverantwortung. Der Spitzensport hat Vorbildwirkung hinsichtlich des Leistungsgedankens und vermittelt einen positiven Elitebegriff“
Diese Feststellung im Positionspapier des DOSB Staatsziel Sport hat wohl fundamentale Schwierigkeiten mit dem Verweis auf Befehlsnotstand,
mit dem die fünf DLV-Trainer ihren Dopingmitteleinsatz einräumen.
Das durch Sport gelebte Bekenntnis zur Eigenverantwortung kollidiert mit der Pauschalentschuldigung:
Haben internationale Sporterfolge zum Ruhme eines Staatssystems das Recht, sportliche Regeln außer Kraft zu setzen? Gilt Trögers ‚Irrelevant’ auch für Medaillen, die unter solchen Bedingungen errungen wurden?
Während der Sportminister „das Eingeständnis, die Reue und Entschuldi-gung der Täter“ einfordert, stellt IOC-Mitglied Tröger knallhart fest: „Das Einbringen von Reue in diese Geschichte finde ich absurd. Wir sind keine Richter, ich fühle mich überhaupt nicht veranlasst, jemand zu fragen, ob er bereut, was er getan hat.“
Wie nun, wer hat recht? In der ehemaligen DDR wüsste man das genau.
Auch Dr. Schäuble hat in der Dopingbewältigung schon eine 30jährige Ge-schichte. Man wird es ihm dieses Jahr noch danken. Seinem inzwischen legendären ‚kleines bisschen Doping unter ärztlicher Verantwortung’ (DB 1977, 101f.), das wohl ein Kompromiss zwischen erfolgsbesessenen Sportfunktionären, Sportmedizinern und Sportpolitikern sein sollte, folgten die Querelen der Vereinigung 1990/91, die er als verantwortlicher Minister begleitete unter besonderer Berücksichtigung der Dopingbrutstätten FKS und Kreischa im Einigungsvertrag. Damals, vor den OS in Barcelona, stand eine 10%ige Mittelkürzung für die Sportverbände im Raum, weil nur drei (!) von 50 Verbänden auf Anfragen der Reiter-Kommission zur Trai-ner-Situation geantwortet hatten. Gekürzt wurde nie, aber eingestellt!
Nach 18 Jahren noch immer Trainerprobleme!
Erfolgreicher war der Zahn der Zeit. In den 90er Jahren war eine Wieder-verwendung von Trainern, Funktionären und Ärzten mit Dopinghinter-grund kategorisch ausgeschlossen. Heute feiern DOSB und DLV per Pres-semitteilung das Bekennen von fünf ehemaligen DDR-Trainern zu ihrer Dopingvergangenheit als einen Durchbruch, als „sportethischen Schritt“ (Steiner-Kommission), der ihre Weiterbe¬schäftigung beim DLV erlaubt.
Wem sind da die Maßstäbe verrutscht?
Wer trägt Verantwortung im Sport?
Die Pressemitteilung des BMI „begrüßt die Geständnisse“. Die Weiterbe-schäftigung sei eine Angelegenheit des Sportes selbst. Seine Bewertungen durch Steiner-Kommission, DOSB und DLV „kommen insbesondere auch wegen der langen Tätigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Be-kenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu dem Ergebnis, die Trainer weiterzubeschäftigen.
Dazu der Minister: „Dies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlas-sung zu einer anderen Entscheidung“.
Und wie kam es zu dieser „langen Tätigkeit nach der Wende“?
Das darf man sich wohl genauso wie diesmal vorstellen. Anstelle der lan-gen Tätigkeit gab es eine mündliche oder vielleicht sogar eine schriftliche Versicherung der Betroffenen gegenüber dem interessierten Fachverband.
Nachzulesen ist das im Spiegel 8/1993, S. 194ff. unter dem Titel „Schlimme Finger“, der die Reformerin Heide Rosendahl schwer enttäuscht im ‚Haifischbecken DLV’ sieht.
In der Bundesrepublik gibt es keine strenge Hierarchie des Sportsystems. Das BMI bezahlt, der DOSB gibt Grundsatzerklärungen heraus und der Fachverband entscheidet. Natürlich kann keiner Verantwortung überneh-men, wenn irgendwann irgendwo irgendetwas herauskommt („organisierte Unverantwortlichkeit“, Singler/Treutlein).
Der Leiter der DLV-Trainerschule Dr. Killing hat in der Zeitschrift ‚Leicht-athletik’ Bedenkenswertes dazu in Erörterung des Falles Goldmann zu Pa-pier gebracht:
„Denn nicht Trainer haben über die Vorwürfe gegen ihn und über seinen Ausschluss befunden, sondern Juristen, Politiker, Verwaltungsfachleute — allesamt trainerische Laien. Dies wird wie selbstverständlich hingenom-men.“
Trainerprofis haben 2002 Thomas Springstein zum Trainer des Jahres im DLV gewählt!
Jetzt darf die Wissenschaft: Studie „Doping in Deutschland“
Zur Aufarbeitung der Dopingfälle in Ost und West soll eine Studie ‚DOPING IN DEUTSCHLAND’ einen wichtigen Beitrag leisten. Der Innenminister hat damit das Bundesinstitut für Sportwissenschaft beauftragt. Dem oder den zukünftigen Bearbeitern schlägt riesiges Interesse entgegen.
Welche Materialien stehen zur Verfügung: DSB-Kommission 1977, Unter-lagen des BISP seit 1972, Reiterkommission, Kommissionen der Fachver-bände, Dopingakten seit ? von ?, Unterlagen der internationalen Fachver-bände, des IOC, Presse seit 1969 und ein gewaltiger Bestand an wissen-schaftlicher und anderer Literatur.
Ein Halbjahrhundertwerk! Der Augiasstall wartet auf seinen Herkules! Er-folg eher unwahrscheinlich – warum sollen Personen, die seit Jahrzehnten-schweigen, mitvertuschen und lügen, jetzt plötzlich auspacken? Wo blei-ben die Geständniswilligen im Westen???
Hansjörg Kofink
7. April 2009
p.s. Vor 40 Jahren hat Brigitte Berendonk die erste Athletensprecherin des DLV – eben gewählt nach der Katastrophe bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Athen – ihren Artikel „Züchten wir Monstren“ in der ‚ZEIT’ veröffentlicht. Das war die erste Veröffentlichung über den Anabolikamissbrauch im Hochleistungssport. Berendonk nahm an den Olympischen Spielen in Mexiko und in München teil.
Kofinks Anmerkung zur Dopingproblematik West/Ost ist das Beste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Alle mit der so genannten Aufarbeitung in den 1990er-Jahren Beschäftigten sollten sie so lange lesen, bis sie sie auswendig können und sich dann ins Kloster verabschieden.
Im Übrigen für all die, die mit dem Namen Kofink nicht so viel anfangen können: Der schwäbische Pädagoge war Bundestrainer für Kugelstoßen/Frauen zu einer Zeit, da man im DLV begann wegzuschauen. Weil ihm die Heuchelei gegen den Strich ging, zog er sich angewidert zurück. Kofink weiß also, wovon er schreibt.
[...] dieses Blogs sind Gerhard Treutlein, Henner Misersky und Hansjörg Kofink bestens bekannt. In den Kommentaren schreibt der Leser “rentner”, der sich [...]
[...] zum Thema gibt es wie so oft bei Jens Weinreich. Von dort aus einfach weiterlesen. Die Google Alerts haben den [...]
nicht nur in (Gesamt-)Deutschland waren die “Kenntnisse” der DDR-Trainer begehrt- interessante Auflistung im österreichischen “Standard”:
http://derstandard.at/?url=/?id=1240550208579
mal ein “tolles” Bild gefällig:
http://www.reflex.cz/images/tistenyrx/2007/41/50-1.jpg
[...] dopingbelastete Bundestrainer des Deutschen Leichathletikverbandes (DLV) waren auf den massiven Protest der Geschädigten getroffen. Ihre Begründung [...]
WELT: Weltcup als Lebensgrundlage
zu weltcup als lebensgrundlage:1.der autor des vorliegenden artikels hat mit mir gar nicht persönlich gesprochen! 2.einer aufforderung zum rückruf diesbezüglich vom frühen vormittag ist er bisher nicht nachgekommen! 3..es entspricht in keiner weise der tatsache,dass ich mich wegen hinzes einsatz bei der siegerehrung angeblich ereifert hätte!( diese formulierung ist für mich unakzeptabel) gleichwohl ist es nach meinen persönlichen erfahrungen mit einem täter wie kurt hinze(ddr chefverbandstrainer) aus meiner perspektive kritikwürdig,diesen im rahmen des weltcups zu präsentieren. wenn man die integration von stasizuträgern und dopingbelasteten trainern in grössenordnungen im steuerfinanzierten bundesdeutschen spitzensportsystem überblickt sowie den unbegreiflich rücksichtslosen umgang mit den dopingopfern einordnet,dann ist hinzes einsatz ein nebenschauplatz.
ps.::der autor ist ein herr robert dunker
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