Was vom Tage übrig bleibt (44): Caster Semenya oder “I think it would be the third world war”
veröffentlicht: 11. September 2009, 20:20 - zuletzt bearbeitet: 13. September 2009, 13:08
Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat nichts gelernt. Zwar gibt sich die IAAF im aktuellen Statement on Caster Semenya zurückhaltend, aber Jacquelin Magnay vom Sydney Morning Herald berichtete bereits:
THE world champion 800m runner Caster Semenya has been revealed to have male and female sexual organs, posing an ethical and political quandary for the sport’s ruling body, the International Association of Athletics Federations, and her home nation, South Africa.
Gerade schreibt Magnay, deren Texte ich nicht zum ersten Mal empfehle: “Spare a thought for Semenya, an innocent party in a global debate“.
Dass Semenya physiologisch gesehen ein Hermaphrodit sein könnte, hat die IAAF nicht dementiert, aber ganz offensichtlich durchsickern lassen. Das ist die Potenzierung des während der WM-Tage von Berlin von den Funktionären bedauerten Skandals. Die 18-Jährige bleibt Objekt einer demütigenden Debatte. In Südafrika, wo Semenya erst vor drei Tagen als Covergirl posierte, was beispielsweise die London Times kritisierte …
Semenya is resembling a pawn being shifted around the chess board by powerful controlling forces. It was never necessary to turn her very personal, medical situation into a national campaign but now that it is, it seems important that the campaign wins.
… reagierte Sportminister Makhenkesi Stofile auf einer Pressekonferenz mit drastischen Ankündigungen für den Fall ihres Ausschlusses von internationalen Wettbewerben:
I think it would be the third world war. We will go to the highest levels in contesting such a decision. I think it would be totally unfair and totally unjust. (…)
They indicate that she is a hermaphrodite. For me that means nothing. The issue here is not whether she is a hermaphrodite or not. (…)
Where is the science that says they [hermaphrodites] have an advantage?
Der Sport kennt kein Regelwerk für den Ausschluss von Zwittern. Im Gegenteil, wie auf sportsscientists.com nachzulesen ist (“More on the latest Caster Semenya allegations“).
Die IAAF hat also bis zur Council-Tagung Mitte November einiges zu klären, auch Council-Mitglied Prof. Dr. Helmut Digel, der eben in der Wissenschaftssprache des 19. Jahrhunderts über ein ”drittes Geschlecht” räsonierte:
Das ist ein Problem aller Sportarten, wie wir mit dem dritten Geschlecht umgehen.
Für das IOC-Exekutivkomitee ist das schon seit 1999 kein Problem mehr. Warum das IOC auf Betreiben des früheren norwegischen Mitglieds und Eisschnelllauf-Olympiasiegers Johann Olav Koss vor einem Jahrzehnt beschloss, die gender verification für Frauen ersatzlos zu streichen, hat damals u.a. Barbara Klimke in der Berliner Zeitung hervorragend nachgezeichnet (“Das Ende der Katastrophe“):
(…) “Man muss wissen, dass es den normalen Mann und die normale Frau nicht mehr gibt”, sagt Professor Uwe Claussen, Direktor des Instituts für Humangenetik und Anthropologie der Universität Jena: “Das gilt auch für den Sport. Wir haben eine extreme Vielfalt.”
An die Vielfalt knüpfen sich ethische Fragen. Wie kann eine Frau verarbeiten, wenn ihr eröffnet wird, im Prinzip sei sie keine Frau? Claussen nennt die Folgen “menschlich absolut entwurzelnd”. Und wenn mit der Enthüllung bis zum Wettbewerb gewartet wird, auf den sich jemand Jahre vorbereitet hat, sei “die vollendete Katastrophe”. In Sydney kann die Katastrophe verhindert werden. Nur in Einzelfällen behält es sich das IOC vor, Athletinnen zu überpüfen. Hundert Jahre, nachdem die ersten Frauen bei Olympia antraten, besteht jedoch Hoffnung, dass sich eine Erkenntnis durchsetzt: Es ist unsinnig, im Sport nach der Normfrau zu suchen. “Wer der Beste ist in seiner Disziplin”, sagt Claussen, “liegt schon außerhalb der Norm.” (…)
Sicher scheint, dass Südafrikas Funktionäre an Semenya – und ohne Wissen der Athletin - schon vor ihrem WM-Start einen Geschlechtstest vornehmen ließen. Ihr Trainer Wilfried Daniels trat deshalb mit einer bemerkenswerten Erklärung zurück:
Mein Schuldbewusstsein ist groß. Wir haben Caster nicht richtig behandelt. Wie wir mit der Sache umgegangen sind, ist scheußlich. Ich kann aber auf niemanden im Speziellen mit dem Finger zeigen, da ich Teil der kollektiven Verantwortung und Schande bin.
Kein Teil einer Schande wollte bekanntlich Ekkart Arbeit gewesn sein, ASA-Chefcoach, einst verantwortlicher Wurftrainer im DVfL der DDR, Fachdoper und Stasi-IM: “Ich weiß von nichts“, sagte er zum Vorwurf, Semenyas hohe Testosteronwerte für Dopingtests nach unten manipuliert zu haben. Arbeit wird übrigens von der IAAF-Akademie seit 1996 als “wissenschaftlicher Berater” geführt. Auf wikirun.com ein Interview mit Ekkart Arbeit, eine Eloge auf das Sportsystem der DDR. Etwas aus seiner Vergangenheit bereut er aber doch – dass er nicht Jurist geworden ist (ab Minute 42).
Caster Semenya will sich morgen auf einer Pressekonferenz äußern. Sie hat für dieses Wochenende auf einen Start verzichtet: ”Caster’s not feeling well“.
Es sieht so aus, als ob sich daran vorerst nichts ändern wird.
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- Erklärung des sportnetzwerks zur Affäre Theo Zwanziger
- Der deutsche PR-Rat …
- Interview mit Theo Zwanziger: “Ich fühle mich nicht als Täter”
- “DFB begrüßt 1:0-Sieg gegen England”
- Gemeinsame Erklärung von DJV und VDS
- “EFJ Condemns German Football Bosses’ Attack on Reporter”
- Der Ball rollt: “Alles andere wird sich geben”
- Kommentar von Jürgen Roth im Deutschlandfunk
- Das Lügengebilde des DFB
- “DFB missbilligt Diffamierung von Dr. Theo Zwanziger”
- Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag
- Das Urteil: Deutscher Skiverband ./. Hajo Seppelt
- Auswärtsspiel in Koblenz: Zwanziger ./. Weinreich
- Der Umfaller
- Die etwas anderen Demagogen: links, schrill, poetisch
- Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung
- Was vom Tage übrig bleibt (12)
- Steuermittel für Sondermittel
- Bundesinnenministerium unterstützt den Bund Deutscher Radfahrer
- Neues zu Theo Zwanzigers Demagogie-Verständnis
- Barack Obama: “Let the Games begin!”
- Dr. Theo Zwanziger …
- Once upon a time: John McCain und das IOC
- Don’t vote!
- Was vom Tage übrig bleibt (11): die Krise des Auslandsjournalismus
- Don Julio verpflichtet Maradona
- Was vom Tage übrig bleibt (10)
- IOC-Mitglied besteht Dopingtest
- Exklusiv!
- Jacques Rogge macht weiter
- Beate Merk vs. Thomas Bach 0:6
- Dr. Theo Zwanziger ./. Weinreich
- Joseph Blatter bleibt unverletzt …
- Was vom Tage übrig bleibt (9)
- Rudolf Scharping sagt auch …
- Rudolf Scharping sagt …
- Notizen vom Sportausschuss (2): Steuermittel für den BDR?
- gesagt ist gesagt: ARD nicht mehr live bei der Tour de France
- Notizen vom Sportausschuss (1): WM 2010 in Südafrika
- Ein Vize-Premier für Sotschi
- gesagt ist gesagt: zur WM 2010 in Südafrika
- Forschungsprojekt Doping
- Vom Umgang mit Dopingproben
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- “Goldener Zehn-Punkte-Plan zum Schutz des Dopings”
- Tim Montgomery: und noch fünf Jahre Knast
- Der IO-Bericht: Kritik an den Dopingkontrollen in Peking
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- @ email von der Fifa
- Nachuntersuchung der Dopingproben von Peking
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- Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow
- Die Barrieren des Jürgen Emig
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- Was vom Tage übrig bleibt (6)
- “Vielfältige Lebenssachverhalte” (II)
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- “Vielfältige Lebenssachverhalte”
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- Play the Game 2009
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- Giselle Davies …
- Was vom Tage übrig bleibt (1)
- How to fix a soccer game
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- Peking, Tag 24
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- Stefan W.: Sehr umfangreiches Material, vielen Dank dafür. Die Bemerkung von Franke “eine ansteckende Form einer leistungsmindernden Blut-Anomalie ausgerechnet bei Ausdauersportlerinnen...
- Gipsel: @Henner: erstaunlicherweise!?- nämlich genau bis an die im eisschnellauf seinerzeit zulässige obergrenze!!! von 16,5 g/dl für frauen, mit der c.p nicht sanktioniert werden konnte. wie das...
- Gipsel: @ha: Wie wäre es, wenn Du erstmal die Posts von anonymator (oder mir) im anderen Thread zur Kenntnis nimmst, in dem Dir das mit Schrezenmeier bereits erklärt wurde? Ich habe Dir in den...
- Der Doc: @Henner: Ich würde empfehlen, erstmal das Material von heute anzuschauen, bevor man solche Kommentare macht. Weder Jens Weinreich noch sonst jemand hier ist verantwortlich dafür, dass Du...
- Der Doc: Ich fand die Rhetorik – auch und gerade gegen die im CAS-Verfahren gehörten anderen Gutachter – auch unnötig und hart am Rande des unwürdigen. Man wird sich schon überlegen...
- Henner: anonymator-21-deine spekulativ gemeinte frage,dass dann bei c.p. der hämoglobinwert hätte ansteigen müssen,kann man übrigens ganz klar mit ja!!! beantworten.-erstaunlicherweis e!?- nämlich...
- ha: Winfried Gassmann, wie wäre es denn, mit Ihrem Kollegen Hubert Schrezenmeier anzufangen, wenn Sie einen Hämatologen mit abweichender Einschätzung suchen? Ich habe ihn heute oder zumindest seine...
- Stefan K.: Kommentar von Reinhard Sogl in der FR: “Eine Chance für Pechstein”
- the_doctor: @dachs Inhaltlich empfiehlt man dann die Lektüre, nach der jedem klar würde dass dieses Ehrengericht manipuliert habe. Klare Einwände, konkrete Stellen, Zitate, Referenzen,...
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- Winfried Gassman: Hallo! Lieber Herr Weinreich! Ich hätte Sie gern kennengelernt. Sie sind etwas enttäuscht von unserer teils emotionalen Färbung der Kommentare. “Wissenschaftler” sind...
- Jens Weinreich: Der Bunker ist das IOC-Headquarter, müsstest Du als Dauergast doch eigentlich kennen! Der Beitrag ist inzwischen aktualisiert.
- dachs: gibt es natürlich immer das allgemeine Argument, daß keine dieser Wirkstoffe die bei Pechstein gemessenen Parameter erklären. Das sagt glaube ich Ehninger (oder ein anderer?) so gegen...
- McP: Danke jw, dass du dich weiter um die Sache kümmerst und den heutigen Tag soweit aufbereitet hast. Ich finde den Fall ziemlich anstrengend. Wissenschafter die anderen Wissenschaftlern nicht...
- Gipsel: nicht dass es sonderlich zur debatte beitragen würde — aber wenn ich mich nicht irre, darfst du ha mit “sie” anreden. nicht mit “er”.Okay, danke. Dann entschuldige ich mich in aller Form...
- Gipsel: @dachs: Bei -17:30 wird zuerst das “männliche Sexualhormon” als Kandidat Nummer 1 (sic) in diesem Zusammenhang erwähnt [..] Welche Änderungen sollen da “untersucht” worden sein?Schon vorher...
- cf: @gipsel nicht dass es sonderlich zur debatte beitragen würde — aber wenn ich mich nicht irre, darfst du ha mit “sie” anreden. nicht mit “er”.
- Gipsel: Bei aller Kritik an Franke, aber ihn versteht man wenigstens und deshalb ist er mir zumindest sympathisch.Der schreit ziemlich viel rum und redet dabei auch viel Blödsinn, wenn der Tag lang...
- Jens Weinreich: @ Stefan K.: zu Befehl! @ Herbert: Lösungsszenario: Der Hinweis ist richtig. Nur nicht für diese Runde. Das ist gewiss nicht meine Aufgabe, dem DFB Lösungsszenarien zu entwerfen. Im...
- Gipsel: @ha, Ergänzung: Oder warum glaubst Du sagt Heimpel in seinem CAS-Gutachten, daß die Diagnose des genauen Typs der Ery- bzw. Membrananomalie nicht gelang, und nicht es wurde keine Anomalie...
- Stefan K.: Michael Horeni hat heute einen sehr deutlichen Kommentar zu 20ers neustem Vergleich veröffentlicht. P.S.: Sorry, Link im ersten Versuch offenbar fehlerhaft! @jw: bitte den überflüssigen...
- Gipsel: @ha: interessante These, allerdings handelt es sich bei den Wissenschaftlern aus Bristol um das “International Blood Group Reference Laboratory” mit offensichtlich besonderer Expertise auf...
- Gipsel: @anonymator: Das habe ich ha auch schon gesagt ;) Er scheint nicht zu kapieren, daß bei einer Krankheit/Anomalie nicht immer alle Symptome ausgeprägt sein müssen und das wenn eine...
- ha: anonymator, interessante These, allerdings handelt es sich bei den Wissenschaftlern aus Bristol um das “International Blood Group Reference Laboratory” mit offensichtlich besonderer...
- dachs: @Gipsel “Ergänzend zu dem, was anonymator gesagt hat, schlossen die Herren da auf dem Podium die Wachstumsfaktoren und Anabolika nicht nur durch Augenschein aus. Der stichhaltigere...
- mikado: @ Herbert Wie geht denn bei Ihnen Wissenschaft und wer ist mit den Nebelkerzen gemeint? Bei aller Kritik an Franke, aber ihn versteht man wenigstens und deshalb ist er mir zumindest...
- Gipsel: Am interessantesten (auch weil vollkommen neu) waren sicherlich die Sachen von dem Dr. Weimann. Das klingt schon überzeugend und fügt sich wirklich konsistent in das Bild der vorherigen...
- Ronald: @spirou Na wer wird denn gleich… Übrigens will die Schweiz 2011 eine Prozeßordnung einführen, und das wird schon seine guten Gründe haben. Ich kann damit leben, daß andere Staaten...
- Jens Weinreich: @ anonymator: Danke.
- Gipsel: Achja, noch ein anderer Punkt, da ich mir gerade den Audiomitschnitt angehört habe: einige hier wollten ja nicht glauben, daß es mit dem Wissen um Statistik bei den Medizinern oft (aber...
- anonymator: @ Jens Weinreich 1) Überzeugen Sie die Darlegungen der DGHO bzw. der vier Herren? Wie ich die Datenlage anhand der hier sehr gut zur Verfügung gestellten Dokumente beurteilen kann,...
- Gipsel: Ergänzend zu dem, was anonymator gesagt hat, schlossen die Herren da auf dem Podium die Wachstumsfaktoren und Anabolika nicht nur durch Augenschein aus. Der stichhaltigere Punkt ist ja...
- anonymator: @ ha Zu Deiner Frage, warum die bisherigen Tests auf Sphärozytose negativ waren: Das liegt in der Natur der Wissenschaft (sic!). Jedes Testverfahren hat eine bestimmte Sensitivität und...
- Jens Weinreich: @ lucky: Ehninger scheint die Publicity in der Tat genossen zu haben, vielleicht auch nötig gehabt zu haben. Das war extrem auffällig. Ich denke, das wird auch im Audio-Mitschnitt...
- cf: insofern könnte es — so ganz allgemein — doch eine option sein,einfach in regelmäßigen abständen auch biometrische daten zu erheben, sprich: präzise 3D-vermessung von händen, füßen,...
- Jens Weinreich: @ anonymator: Sie äußern sich ja nicht zum ersten Mal sehr wissenschaftlich und kenntnisreich. Weshalb ich ganz grundsätzlich frage: 1) Überzeugen Sie die Darlegungen der DGHO bzw....
- lucky: Wenn ein Wissenschaftler auf Grund neuer Erkenntnisse folgende Meinung zum CAS-Urteil verlauten lässt: “Für mich ist dieses Urteil Käse. Diese Ehrengerichte zerstören...
- anonymator: Mal was “wissenschaftliches̶ 1; zu den Wachstumsfaktoren: Da müsste CP 10 Jahre lang die gleiche “Therapie” ohne Unterbrechung (d.h. auch in der Trainings- und...
- ha: Mich interessiert nun vor allem eins: Ist Schrezenmeier, Pechsteins medizinischer Erstgutachter, von ihr als “einer der führenden Hämatologen Deutschlands” eingeführt, ist dieser...
- Jens Weinreich: Die Augenschein-Nummer hat er auf meine Frage gebracht, ob dieses Blutbild auch andere Ursachen haben könnte, etwa Wachstumshormon und/oder andere hormonelle Wachstumsfaktoren. Das...
- mikado: Ein ISU-Sprecher: Wir haben im ersten Verfahren sogar selbst auf diese Möglichkeit hingewiesen und Pechstein die Chance offeriert, dass sie ein entsprechendes Blutbild erforschen lassen...
- dachs: “Es erfüllt somit sehr viel eher die Kriterien des nicht nur von mir bei der ISU vermißten ordentlichen wissenschaftlichen Vorgehens und ist wirklich mehr, als ich eigentlich erwartet...
- Gipsel: Ohne jetzt im Detail auf die vorgestellten Sachen eingehen zu wollen (was ich auch gar nicht könnte), aber eines ist mir wohltuend aufgefallen: Es werden bei allen relevanten Daten Angaben...
- Malte: Mangels juristischer und medizinischer Kenntnisse hoffe ich, dass mich die Runde vielleicht um einige Fragezeichen in meinem Kopf erleichtern könnte. 1. Wie kommt es, dass eine Organisation...
- Ralf: dradio.de: Pechstein zu Unrecht unter Doping-Verdacht? Wissenschaftsjournalistin Marieke Degen berichtet im Interview mit Monika Seynsche.
- Herbert: Sörgel: Pechstein nicht entlastet Absolut nicht – sagt zum Beispiel der renommierte Pharmakologe Fritz Sörgel. “Ich glaube nicht, dass der Befund Frau Pechstein in irgendeiner Form...
- Walter: esox, lila kann auch die Hoffnung sein aber das war jetzt nichts ernsthaftes? cf, Gipsel kann dir das sicherlich besser erklären. Auf der PK wurde vom Arzt der Frau Pechstein darauf...
- Ralf: Peter Ahrens für SpOn: Die zwei Wahrheiten der Claudia Pechstein Zwei Meinungen, zwei Wahrheiten. Keine Wahrheit. Michael Horeni in der FAZ: Eine Blutmacke Andere Doping-Präparate, die zu den...
- esox: nur so nebenbei: warum sie jetzt in der oberbekleidung von weiss (unschuld) zu lila (hilft gegen schangerschaft) gewechselt ist, erschliesst sich mir kommunikationstechnisch nicht.
- indykiste: Niemand hört den Maulwurf Ein ganzes Bündel an Verdachtsmomenten war da entstanden, doch was tat die Uefa? Abgesehen von losen Vorabklärungen mit den beteiligten Verbänden nichts –...
- Gipsel: Ist ja fast schon langweilig, wie prognostiziert werden jetzt die “moving goal posts” in der Diskussion benutzt. Sörgel bei SpOn: Der Pharmakologe Fritz Sörgel hat sich zum...
- cf: @walter magst du kurz erklären, wie du dazu kommst, dass “die Blutfachwelt erst letzten Sommer in die Deutung der Flags eingewiesen worden [ist]“?
- cf: oooch… wie hübsch: das mini-bid-book, eingewickelt mit einer bayern-schleife! fehlt eigentlich nur noch der präsentkorb mit lokalen spezialitäten — aber das haben diese...
- Gipsel: @ha: Die Süddeutsche ist die Originalquelle; in dem Sottas-Artikel hieß es: „auf SZ-Anfrage“. Hast Du mal einen Link? Ich finde da auf die Schnelle nur dies hier, da wird auch nur das...
- Ralf: muenchen2018.org: München 2018 präsentiert Zwei-Park-Konzept im Mini Bid Book Um den eigenen Anforderungen an nachhaltige Spiele gerecht zu werden, wird die bestehende Infrastruktur in Sachen...
- Walter: JW, das Bild, welches Markus Völker auswählte ist aber auch gut. Von d’Onofrio, es zeigt,wo CP mit ihrer leichten Kugelzellenanämie liegt. Ich hätte meinen Lesern aber auch erklärt,...
- Ralf: Go, Willy, go!
- Herbert: Apropos guter Text von Markus Völker. Pechstein ist jetzt zwar krank, aber es ist ein höchst willkommenes Leiden. Wie muss man sich nach dem Schreiben solch eines Satzes wohl fühlen ?
- Ralf: stern.de: Pharmakologe zum Fall Pechstein – “Unschuld nicht bewiesen” Was heute vorgestellt wurde, enthält im Grunde nichts Neues. Hier wurde für die mittlerweile fast volle...
- dachs: Jedenfalls sind wir gespannt auf handfestes Material. Was heute verlautbart wurde steht im völligen Widerspruch zu den Punkten 198-207 des CAS-Urteils. Hoffentlich wird kobnkret darauf...
- Stefan W.: Sehr umfangreiches Material, vielen Dank dafür. Die Bemerkung von Franke “eine ansteckende Form einer leistungsmindernden Blut-Anomalie ausgerechnet bei Ausdauersportlerinnen...












hoppla! du veröffentlichst in der zukunft?! sehr fortschrittlich!cf: erklärst du es mir, bitte?
die uhr deines servers tickt schlicht ein bisschen anders als meine exemplare… weshalb ich um 20:15 den artikel sah, der offiziell um 20:20 veröffentlicht
wirdwurde — das ist schon alles.Verstehe. Und während der Server meinen Kommentar jetzt wahrscheinlich um 20.42 Uhr speichert, ist es auf meinem Laptop erst 20.23 Uhr. Wir einigen uns aber darauf: Es ist noch heute und hier und jetzt?
einverstanden. ich kann damit leben. ;-)
Ohje. Wenn das wirklich so sein sollte, muss man ein salomonisches Urteil fällen. Man sollte ihr den WM-Titel auf jeden Fall lassen. Vielleicht entscheidet sie sich ja für eine Hormonbehandlung, dann dürfte der Fall erledigt sein. Nur was, wenn nicht?
Stefan,
der oben verlinkte Beitrag auf sportsscientists.com klärt die IAAF-Regeln:
Danach darf sie nicht gesperrt werden, und die Empfehlung lautet: OP wegen Krebsgefahr.
Mike Hurst, Sportjournalist des “The Daily Telegraph” aus Australien war übrigens derjenige, der gestern Insiderinformationen über Caster Semenyas angeblich nicht entwickelte Gebärmutter und Eierstöcke veröffentlichte, und damit den Stein endgültig ins Rollen gebracht hat (oder in freien Fall…).
Mike Hurst zeitgleich auf dem Portal news.com.au
Caster Semenya is a hermaphrodite
und, ausführlicher, auf der Seite der Australischen The Daily Telegraph
Caster Semenya has male sex organs and no womb or ovaries
Später am Tag hat sich Herr Hurst in einem Telefoninterview mit einem südafrikanischen Radiosender zu seinen Quellen geäußert und ist im Gegensatz zu seinen Artikeln doch recht differenziert auf die Thematik eingegangen.
Journalist sticks by decision to reveal Semenya gender results
Dazu einfach im Kasten auf “Audio” klicken. Unter “Video” ist übrigens die von Jens zitierte unglaubliche Pressekonferenz des Sportministers im Zusammenschnitt (jeweils 3 Minuten), falls man nochmal den Kopf schütteln möchte.
Dazu Ross Tucker von den sportsscientists
Mike Hurst speaks on Semenya
Hier noch ein Artikel zum IAAF Statement vom 10. September
Semenya to learn fate in November – IAAF
mit vielen Zitaten des IAAF Generalsekretärs Pierre Weiss, besonders interessant vor dem Hintergrund der durchaus eng definierten Ausschlusskriterien der IAAF
Da wüsste man doch gerne noch mehr, aber aus Sicht der betroffenen Athletinnen ist das wohl besser so (und wird gemäß IAAF Richtlinien zurecht vertraulich behandelt).
Um zum Schluss nochmal zu Ekkart Arbeit… Mike Hurst ist schon länger am Fall Semenya, hier ein Artikel im Daily Telegraph am 02. September
Doping expert coached Semenya – interessante Fakten und Zitate zu Ekkart Arbeits angeblicher Unwissenheit über Semenyas hohe Testosteron-Werte.
Bei zwei Links hat die Einbindung nicht geklappt:
Eyewitness News mit Mike Hursts Radiointerview und der Pressekonferenz des Sportministers:
Journalist sticks by decision to reveal Semenya gender results
http://www.ewn.co.za/articleprog.aspx?id=21799
(leider nicht einbindbar, auf Audio und Video im Kasten klicken)
Hier die AFP-Meldung mit den tollen Zitaten von Pierre Weiss
Semenya to learn fate in November – IAAF
“Dritter Weltkrieg” – auch wenn viele Menschen, die von Berufs wegen grundsätzlich Recht haben (Richter, Lehrer, Sportfunktionäre) oft ein seltsames Verhältnis zur eigenen Entäußerungsfähigkeit entwicklen, darf man sich da doch fragen, ob sich der gute Mann eigentlich beim Reden noch selber zuhört.
Zur (traurigen) Sache ist ja schon alles wesentliche gesagt. Nur zwei kleine Anmerkungen:
Wenn wegen dieser nun unbedingt zu gewinnenden Kampagne ausgerechnet in einem in Fragen der Sexualmoral meines Wissens extrem rückständigen Land wie Südafrika plötzlich von offizieller Seite Worte zu hören sind, wie “I think it would be totally unfair and totally unjust. They indicate that she is a hermaphrodite. For me that means nothing. The issue here is not whether she is a hermaphrodite or not. Where is the science that says they [hermaphrodites] have an advantage?, dann ist das doch _auch_ ein bemerkenswertes Signal für Toleranz und Gleichberechtigung. Ganz unabhängig davon, wie ekelhaft die Motivation dahinter ist.
Und ob der Kampagne mit einem Coverfoto, auf dem die junge Frau aussieht wie Theo Huxtable in einem seltsamen Hemd, wirklich gedient ist, darf wohl auch bezweifelt werden.
Jens:
Hallo Jens dies hier könnte Dir helfen, falls Du den Server selber administrierst. Als Zeit-Server bieten sich die der PTB an.
Danke vor allem für den Link auf den Artikel auf sportsscientists.com!
@ Thomas R.: Vielen Dank übrigens!
Ich hatte den Text von Hurst gesehen. Fand ihn, wie Du anmerkst, auch etwas, sagen wir: wenig feinfühlig. Deshalb die Links auf den SMH.
Und Mr. Hurst macht weiter und bringt wieder eine eventuelle Sperre ins Spiel:
http://www.dailytelegraph.com.au/sport/more-sports/semenya-could-face-athletics-ban/story-e6frey6i-1225772092444
“EVEN if Caster Semenya’s minders find a legal loophole surrounding her gender eligibility, the young South African could yet be banned from the sport for failing to co-operate with the International Association of Athletics Federations.”
Hmm, da steht ein paar Mal “Custer” im Text, die Dame (?) heißt aber Caster.
Mir fehlt ein Text, der die Verhältnismäßigkeit einer Aussage zum Dritten Weltkrieg mal thematisiert. In diesem Fall ist es egal, wie schlecht und unfair die Dame (?) behandelt wird..
@ Schreiber: Ist korrigiert. Ich habe allerdings gerade keine Zeit, auf Dummheiten wie den Dritten Weltkrieg einzugehen. Man könnte locker eine gute Webseite/ein Blog füllen, in dem man täglich derartige verbale Dämlichkeiten auswertet. In diesem Fall möchte ich nur anmerken: Außerhalb Deutschlands – und gerade auf anderen Kontinenten – pflegt man einen lockereren Umgang mit diesem Begriff.
immerhin passt der dritte weltkrieg ja ganz vorzüglich zur anrufung der uno. in sich ist das bild da schon stimmig, das muss man ja schon sagen.
was die von hurst ins spiel gebrachte sperre (von semenya) wegen mangelnder kooperation (der ASA) mit der IAAF angeht — das kommt mir dann aber schon ein bisschen seltsam vor. und hurst schreibt zu dem thema ja auch nichts genaueres, sondern postuliert diese möglichkeit nur mal so am rande. gibt es in den IAAF statuten denn tatsächlich einen passus, der die mitgliedsverbände/athleten zur kooperation verpfichtet? mit sperren als sanktionsinstrument??
Makhenkesi Stofile ,so heisst der Sportminister mit den mißlungenen Äußerungen. Aber ich erinnere mich an ähnlich blöde Bemerkungen aus SA zu Fragen der Krankheit Aids, welche als “Übel der westlichen Welt” beschrieben wurde.
Ich finde auch, jeden Quatsch muss man nicht kommentieren und manchmal stehen diese Äußerungen auch ganz gut für sich.
Hurst’s Spekulationen zu einer eventuellen Sperre halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich vermute die IAAF wird sich Zeit lassen und versuchen einen “freiwilligen” Startverzicht von Semenya zu erreichen.
Mal nicht auf den “Fall” bezogen:
Immer, wenn in verschiedenen Klassen gestartet wird, gibt’s einen Anreiz, möglichst dicht an die Grenzen der Klasse zu kommen: Sei es eine Gewichtsklasse (Boxer, Gewichtheber), sei es eine Altersklasse (U17, U19, Junioren etc.: Bei den U17 hätte ein 19er schon einen erheblichen Vorteil). Es gibt also ein Motiv, die Grenzen ein wenig zu dehnen oder ganz zu umgehen. Ich bin mir sicher: Wären Junioren-Titel attraktiver (finanziell oder vom Presitge her) gäbe es früher oder später einen Skandal, dass ein Land seinen Sportlern falsche Geburtsdaten bescheinigt.
(Und ich meine mich zu erinnern, dass China in dem Verdacht stand, bei seinen Gymnastik-Sportlern getrickst zu haben, weiß aber nicht, was rauskam)
Verhindern könnte man solche Anreize nur, wenn man verschiedene Klassen abschaffen würde.
Nicht ganz ernst gemeint: In allerletzer Konsequenz hieße das, dass es keine getrennten Wettbewerbe für Frauen und Männer mehr gäbe.
Um kurz anzuschließen an Felix: Z. B. bei Afrikanern war das ja in der Vergangenheit so – weiß das aber nnur vom aktiven Bereich – dass das genaue Geburtsdatum nicht vorlag. Vor 20, 30 Jahren zumindest kam das im Fußball vor.
Was ich eigentlich sagen wollte: Die Grenzen zwischen Mann und Frau verschwimmen sicher nur eingeschränkt. Zu unterscheiden ist da zwischen der Biologie und der Sozialisation. Das Verschwimmen betrifft im Grunde (im Allgemeinen sehr viel eher) die Sozialisation.
Für den Sport bzw. den sportlichen Wettkampf ist es unerheblich, ob Mädchen mit Puppen spielen, ob Frauen zu Hause bleiben wollen oder nicht (etc.)
Entscheidend ist der Körper. Wer halt nicht den klassischen Körper einer Frau hat, sondern auch männliche Merkmale, hat gegenüber anderen einen Vorteil. Sicher sollte man dafür nicht bestraft werden, eigentlich. Aber wenn man das zulässt, dann könnte man Doping-Manipulation etc. auch zulassen…
Heikle Sache.
Kurz gesagt: Semenya diesen WM-Titel zu lassen, scheint mir irgendwie in Ordnung. Und doch könnte es dann mit ihr eben nicht so weitergehen.
Sie fühlt sich ja als Frau, ist wohl so sozialisiert worden (das Ganze also der Spezialfall). Natürlich ist es da schockierend, wenn jmd. die Geschlechtszugehörigkeit anzweifelt.
In solch einem Bereich geht es nunmalö ans Eingemachte.
Sag´ ich doch: gedopte Frauen gegen ungedopte Männer, und wir hätten wieder richtig spannenden Sport.
[...] Gerade schreibt Magnay, deren Texte ich nicht zum ersten Mal empfehle:… weiter hier bei Jens Weinreich [...]
Das hat die ASA jetzt davon, dass ihr die potentielle Medaille mehr bedeutet hat als das Wohl ihrer Athletin. Traurig, weil vermeidbar.
Trotzdem, und auch auf die Gefahr hin, als unsensibel rüber zu komnmen: wenn man schon Wettkämpfe nach Geschlechtern getrennt veranstaltet, muss es dann denn nicht auch eine medizinisch relativ eindeutige Methode geben, diese Geschlechter voneinander zu unterscheiden ?
Sonst macht die ganze Sache doch keinen Sinn, oder ?
Ich kann ja verstehen, dass manche diese Tests als entwürdigend empfinden, aber wie will man die Integrität und Fairness der Wettkämpfe ohne solche Tests garantieren ?
Und noch wichtiger: wie stellt man für die Zukunft sicher, dass Athleten wie Caster Semenya weiterhin ihren Beruf ausüben können, und zwar ohne Benachteiligung für sie und andere ?
Geht das überhaupt?
Ich bin mir nicht so sicher, daß Frau Casters Wohl auf andere Weise mehr gedient gewesen wäre.
Hätte der Verband ihr unter vier Augen erklären sollen, daß sie nur bedingt eine Frau ist, und sie überzeugen sollen, sich still und heimlich ohne Medaille vom Acker zu machen, um die Integrität der heilen Sportwelt nicht zu stören?
Ich denke so wie es ist hat man ihr zwar die Möglichkeit verbaut selbst zu bestimmen, ob sie sich outet, aber jetzt wachsen ihr auch Sympathien zu.
Wenn Hermanphrodite in ähnlicher Lage im Sport gar nicht so selten sind, sondern von deutlich höherer relativer Häufigkeit als in der Basispopulation, dann deutet das auf einen Vorteil hin. Führt man dann eine dritte Geschlechtsklasse ein? Ob das Outingprozesse beschleunigen würde, wenn man durch Fingerheben gleich dt. Meister werden könnte? Oder will man Hermanphrodite bei den Paralympics starten lassen, wo ja klassischerweise benachteiligte, und nicht bevorteilte starten?
Stimmt mein Eindruck, daß hier kaum Frauen mitdiskutieren? Aber auch sonst nicht, oder?
Dann beteilige ich mich jetzt mal. ;)
Ich habe bisher nie kommentiert, deshalb möchte ich vorausschicken, dass ich das Blog sehr gerne lese und die differenzierten und gut recherchierten Artikel sehr zu schätzen weiß!
Zunächst zur Begrifflichkeit: Schon im ersten Absatz des verlinkten Wikipedia-Artikels steht, dass Hermaphrodismus kein gebräuchlicher Begriff mehr ist und die korrekte Bezeichnung Intersexualität lautet. Ich halte es in dieser Diskussion, die in jedem Lager (Politik, Sportverbände, Medien) deutlich zu viel Innuendo, beleidigende, rassistische, sexistische Untertöne und bisweilen entwürdigende Statements hervorgebracht hat, für besonders wichtig auf eine angemessene Sprache zu achten. Dass der Herr Prof. Dr. Digl in seinen ganzen Experteninterviews vom “dritten Geschlecht” und “Zwittern” schwadroniert, spricht Bände. Auch im empfohlenen Magnay-Artikel steht, dass Semenya “technically a hermaphrodite” sei, was ein Widerspruch in sich ist, da der terminus technicus nun mal intersexuell lautet und “hermaphrodite” im englischen Sprachgebrauch ungefähr so technisch sauber ist wie “Mulatto”.
Letzteres meinen zumindest Dave Zirin & Sherry Wolf im meiner Meinung nach bisher besten Artikel zum Thema: Stop the Savage Sex Scare in Sports
Einige Betroffene nutzen die Begriffe “Hermaphrodit” oder “Zwitter” offenbar zur Selbstbezeichnung, allerdings geht es im hier diskutierten Fall um die biologische/medizinische Konstitution und die heißt “Intersexualität”. Was die Geschlechtsidentität angeht, ist Caster Semenya eine Frau, bis sie etwas anderes zu Protokoll gibt.
Über den Fall kann man schwerlich urteilen, solange die tatsächlichen Testresultate nicht bekannt sind. Falls sich herausstellen sollte, dass tatsächlich Partial Androgen Insensitivity Syndrome – Grade 6 vorliegt, wäre Caster laut IAAF-Statuten wohl startberechtigt, da ihr dies keine Vorteile gegenüber anderen Läuferinnen verschafft. Für diesen Fall ist meine romantische Hoffnung, dass sie die Disziplin für die nächsten Jahre dominiert. Bis jemand einen windschnittigen Ganzkörperlaufanzug entwickelt. Realistisch betrachtet ist wohl keine ihrer Konkurrentinnen sportlich genug, dies möglich zu machen. Das Mobbing bisher war ja schon rekordverdächtig.
Wenn allerdings der Grad der Insensitivität doch niedriger ist, dann wird die IAAF wohl auf Vorteilsgewinne verweisen und erleichtert mit dem Handbuch winken.
Mich würde auch interessieren, was für den Ausschluss der 4 Athletinnen seit 2005 ausschlaggebend war. Es sollte doch möglich sein, unter Berücksichtigung des Datenschutzes, die Diagnosen mitsamt relevanten Grenzwerten und Begründungen zu liefern. Eine Organisation, die die Macht hat Karrieren zu beenden und auf dem Weg zur Klärung des Problems schon so eine unterirdische Performance abgegeben hat, sollte doch wenigstens an transparenten Standards gemessen werden können.
Noch eine letzte Anmerkung zur Tödlichkeit von Intersexualität. Die Stimmen zur Krebswahrscheinlichkeit sind höchst unterschiedlich. Die mit der geringsten Dosis Hysterie empfehlen einen Ultraschall alle 6 Monate und eine Operation in dem Fall, dass Gewebeveränderungen entdeckt werden. Das “oh Gott, erstmal schnell operieren!” ist mir zutiefst suspekt, zumal die Entfernung der eingewachsenen Hoden anscheinend eine lebenslange Nachbehandlung mit Hormonen erfordert, die ihrerseits gesundheitsgefährdend sein kann.
Es lässt sich auch nicht jede Frau sofort prophylaktisch die Brust amputieren, nur weil die Familiengeschichte ein erhöhtes Risiko nahelegt.
:D
Wie schon längst, auch hier im Blog gefordert, wird nun die Frage Semenya vor der UNO verhandelt.
Die Beschwerde gegen das Vorgehen der IAAF ist absolut nachvollziehbar und der Verweis auf den untergeordneten südafrikanischen Verband nicht sehr sinnvoll.
Wie können solche Fehler vermieden werden? Wie definiert der IAAF die Geschlechtertrennung? Wo endet die Obhut für die Athleten, wenn sie eingeladen werden? u.a.
Sicher wird nicht viel bei raus kommen, aber die Fragen werden bleiben.
@ thinkpunk: Das rockt!
dpa: Semenya beschäftigt Forscher: Sex-Test umstritten
Relativ off-topic: Wieso übersetzen eigentlich so viele Medien “sex test” mit “Sex-Test”? Heißt das fachsprachlich im Deutschen wirklich so oder wissen die Qualitätsmedien bloß nicht, dass “sex” in diesem Zusammenhang “Geschlecht” bedeutet? Immer wenn ich “Sex-Test” lese, dann denke ich, dass die arme Caster Semenya unter medizinischer Aufsicht (und sonstigen Spannern) mit Vertretern des männlichen Geschlechts (Nachweis muss natürlich vorliegen…) den Beischlaf vollziehen muss.
SPON mit einer längeren geschichte über semenya:
Kampf um das kleine Mädchen aus Limpopo.
neues aus südafrika:
Südafrikanischer Verband gibt Geschlechtstest vor der WM zu — “Die Lust auf Gold war größer”
Und noch ein Beitrag über die menschlichen follow-ups eines WM-Sieges.Der Autor ist dem dem Hausherrn sicher bekannt.
http://www.ksta.de/html/artikel/1253287288787.shtml
Hallo,
ich würde gerne bei dieser hochdekorierten Seite einen Vorschlag für den Umgang mit dopenden Sportlern machen und diskutieren lassen.
Ich bin für die generelle Abschaffung von Sanktionen für überführte Doper!
Erklärung: Dopingkontrollen sollen weiterhin durchgeführt werden und natürlich noch intensiviert werden. Aber die Bestrafung und damit Rehabilitation der Sportler würde ausfallen. Damit kann und muss der “gebranntmarkte” Sportler nach positiver Probe seinen Sport weiter betreiben und er hätte voraussichtlich nicht viele Freunde mehr unter den anderen. Zudem würden die Zuschauer und Medien wohl schnell das Interesse verlieren, da jeder weiß welche Sportler gedopt sind. Sport-Arbeitgeber übernehmen den weiteren Teil, die Sportler nicht mehr anzustellen.
Eure Meinung.
dpa: Fall Semenya: ASA-Präsident Chuene suspendiert
BBC: SA chief suspended in Semenya row
erst den präsidenten suspendiert und dann den ganzen verband aufgelöst-konsequent, aber noch besser ist die anklage gegen den iaaf, denn da dürfte noch einiges auf uns zukommen. wie mit den ergebnissen der “untersuchung” umgehen?
J. Mölter in der SZ: Fall Caster Semenya – Runter von der Tagesordnung
Jan Reschke für SpOn: Fall Caster Semenya – Jenseits aller Grenzen
dpa: Semenya: Bericht über Millionen-Klagen dementiert
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