“Leitlinien des Sportjournalismus”
veröffentlicht: 2. November 2009, 12:14 - zuletzt bearbeitet: 2. November 2009, 12:19Ich bin ja, obgleich Anfang 2006 aus Protest aus dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) ausgetreten, immer noch Abonnent der Monatszeitschrift “Sportjournalist”. Und dort lese ich in einem der legendären Editorials des VDS-Präsidenten Erich Laaser, dass der Verband neue “Leitlinien des Sportjournalismus” erarbeitet hat, die den so genannten Ehrenkodex aus dem Jahr 1995 ablösen sollen. Voilà, weil hier ein wenig über Journalismus und “die Medien” diskutiert wird, warum nicht darüber:
Leitlinien des Sportjournalismus
Sportjournalisten – gleichgültig in welchem Medium tätig und unabhängig vom Arbeitsverhältnis – verpflichten sich in ihrer Arbeit zu folgenden ethischen Ansprüchen und beruflichen Zielsetzungen:
- Das berufsständische Privileg, das Sportjournalisten durch Artikel 5 des Grundgesetzes, die Allgemeinen Erklärungen der Menschenrechte, die Konvention des Europarates sowie die nationalen Pressegesetze, Rundfunkrechte und Staatsverträge zugestanden wird, ist verantwortungsbewusst und moralisch unanfechtbar anzuwenden.
- Sportjournalisten widersetzen sich jeder nationalistischen, chauvinistischen, rassistischen, religiösen und politischen Verleumdung und Ausgrenzung.
- Sportjournalisten bearbeiten und bewerten alle Bereiche des Sports. Sie üben damit eine öffentliche Kontrollfunktion aus. Sportjournalisten setzen sich für einen humanen, von Korruption und Doping freien Sport ein.
- Sportjournalisten lassen sich von niemandem vereinnahmen und instrumentalisieren, wahren ihre journalistische Unabhängigkeit und lehnen Einladungen und Geschenke ab, die diese in Frage stellen könnten.
- Menschenwürde, der Schutz der Persönlichkeit und die Intimsphäre sind in der sportjournalistischen Arbeit zu achten. In jedem Fall sind die Folgen der Berichterstattung zu bedenken.
- Grundlagen der Arbeit sind sorgfältige Recherche, korrekte Wiedergabe von Zitaten und eine unmissverständliche Sprache. Sportjournalisten verpflichten sich zur wahrheitsgemäßen und sachlichen Berichterstattung.
- Sportjournalisten setzen sich für journalistische Qualität ein. Sie streben ein hohes Aus-und Fortbildungsniveau des Berufsstandes an.
- Sportjournalisten pflegen trotz der Konkurrenz der Medienbereiche und Mediensysteme untereinander einen fairen Umgang und offene Kritik und verpflichten sich zur gegenseitigen Wertschätzung.
Ich muss allerdings sagen, dass die hübschen Leitlinien im selben Heft konterkariert werden, u.a. auf Seite 26, wo die Aufnahme von Dirk Thärichen in den VDS verkündet wird. Kann mich nicht erinnern, dass der Mann jemals Journalist gewesen sein sollte, aber ich mag da nur über rudimentäre Kenntnisse verfügen. Wohl aber war er – u.a. – Geschäftsführer der Leipziger Olympia GmbH und ist seit kurzem Pressesprecher des Heimatsenders MDR. Damit ist er offenbar bestens geeignet für eine VDS-Mitgliedschaft.
Auch derlei Personalien waren für mich und zwei Dutzend Kollegen einst ein Grund, den VDS zu verlassen und die Initiative sportnetzwerk anzustoßen.
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- Jens W: Ich spinne die Gedanken gleich weiter: 1. Beispiel Kino: Ein Raubkopierer schneidet den Film während der Vorführung mit. Hier hat nimmt der Filmproduzent...
- Jens W: @Sebastian Warum sollten Bilder von Veranstaltungen tabu sein? Die DFL muss ich übrigens mal in Schutz nehmen. Es gibt da keine Probleme mit Twitter und...
- wil: Ich denke mal, dieser Post passt am besten unter dieser Rubrik: Beim DFB haben sich offiziell alle wieder lieb. Und für den unglaublichen Präsidenten waren...
- Arnesen: Wahrscheinlich muss man wirklich die möglichen Blickwinkel der Betrachter beachten, ha, da könntest du schon recht haben. Es wird wohl auch noch viele Leute...
- enrasen: Vielmehr sollte die Tatsache, dass Sportler Twitter nutzen, für die Fernsehsender ein Ansporn sein, eine hintergründige Nachberichterstattung auf die Beine zu...
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- Gua: Jens, demnächst ist ja wieder Wok-WM. Da kannst du denn was schreiben. :)
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- Ralf: Darf ich mich anschließen? Ich finde auch die Sportspielchen bei “Schlag den Raab” oft interessanter als den Hochleistungssport. Erstens kann man...
- Sebastian: Ich stimme in vielen Punkten zu und zitiere gerne auch aus den Akkreditierungsvorgaben der Re:publica2010 Wir schreiben das Jahr 2010 und wir sind alle...
- Jens Weinreich: @ Robert Klemme: Endlich mal jemand, der eine Lanze bricht für Raabs Sportshows. Ich finde etwa die Wok-WM genauso anspruchsvoll und überflüssig wie...
- ha: Arnesen, fand den Anonymus einmal nicht unangemessen oder störend – er hat schlicht die Menge an Recherche und Fakten, die dieser Beitrag vermittelt hat,...
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- boecko: Kostet nur nochnoch 89 CD Besser als beim iPhone Roaming anzuschalten ;)
- boecko: @JW wg. TomTom … Die Dinger kosten da nicht so viel. Wir haben uns im Walmart oder FutureShop ein TomTom One für 130 CD gekauft.
- Arnesen: Ralf, kurz zu deinem Kommentar #45: Dass Winterausdauersport nicht sauber ist, steht natürlich außer Frage. Wer sich viel damit beschäftigt, hätte den Film...
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- Axel: “Under no circumstances, throughout the duration of the Olympic Games, may any athlete, coach, official, press attaché or any other accredited participant...
- Marco: @jw Ich vergaß zu erwähnen, daß in den USA und Kanada, die Aktivisten eine völlig andere Qualität haben, als hier. Sie sind auch sehr gefürchtet. Besser parkt...
- henner: an marco in 36!zu deiner frage::…”glaubt ihr vielleicht,es war auf der anderen seite des eisernen vorhangs anders?” abgesehen von von den...
- Winfried Kropp: René Martens hat seinen lesenswerten Beitrag auch im Blog www.direkter-freistoss.de veröffentlicht.
- Marco: @gun Laufen Sie vielleicht neben der Spur? @gun, Gerhard Ich weiß, daß ich gelegentlich provokativ bin. Ich begrüße es, wenn Sie mich kritisieren, mich...
- Jens Weinreich: Noch lebendiger wäre es allerdings, der Sportler würde sich selber dabei filmen. Why not. So oder so: Es wäre in beiden Fällen (Deinem und meinem) bzw....
- Axel: @Jens: Das Szenario mit der Siegerehrung stelle ich mir so vor, dass der Sportler einem Betreuer/Teammitglied/Hütchena ufsteller seine Kamera in die Hand drückt...
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- RalfKohler: Pardon, ich verstehe Sie nicht. Bitte den Kontext berücksichtigen. In der Tat habe ich in 36 auf den Punkt angeklagt/nicht angeklagt abgehoben. Ich habe...
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- RalfKohler: Falsche Voraussetzungen, nocheinjurist. Ich bezog mich in Sachen Reue-Thema ausschließlich auf eine Mini Meldung in der Stuttgarter Zeitung. Was hätte ich...
- Marco: Haben wir keine Sportler mehr, die Würdig wären, die Deutschland-Fahne zu tragen? Oder machen es immer jene, die sich mit fremden Federn schmücken?
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- Marco: Willi ist der Beste. Hat er vor dieser Aussage vielleicht etwas eingeworfen oder geraucht? Damit verherrlicht man ein “totalitäres System”
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- RalfKohler: Angeklagt war ich noch nicht, bereut habe ich schon. Wobei “bereut” so gesehen auch nur ein anderer Ausdruck für bedauern sein KANN. Ich kann...
- nocheinjurist: Willi wills wissen.
- nocheinjurist: @ mb: Ich dachte, die Themen gerade dieses Artikelt waren im weiteren Sinne Meinungsfreiheit beim Bloggen und Kommentieren sowie Wiederholung von...
- Arnesen: Die Frage ist natürlich nicht in Ordnung. Weil man Superlative doch nicht steigern darf. :-)
- Jens Weinreich: Geht absolut in Ordnung, die Frage. Ich glaube nicht, dass es nocheinjurist böse gemeint hat. Die Frage hat mich – vier Uhr nachts –...
- mb: @nocheinjurist, die Frage an jw ist doch sicher absolut verzichtbar, oder?
- Marco: @Walter Danke für den Artikel. Nein, du hast recht. Perikles Simon hat schon den Nagel auf den Kopf getroffen.
- nocheinjurist: @ JW: Viel Erfolg! Haben Sie schon eine Idee, wer Ihnen dieses Mal eine Unterlassungsverfügung mit minimalster Frist zustellen lassen könnte? @ cf (17):...
- nocheinjurist: @ RalfKohler: Bereuten Sie nur, wenn Sie angeklagt waren? Und: “Zeigt Reue” ist eine Wertung des Journalisten, “spricht von...
- Marco: Hier ein paar neue Nachrichten, beim Essen auf Papptellern! http://www.zeit.de/newsticker/ 2010/2/6/iptc-bdt-20100206-89- 23784038xml...
- Gua: Oh je, das kommt also davon, wenn man mal nicht alle links anklickt. Danke für die Aufklärung, weil ich bisher einfach nicht daran gedacht habe, dass die Blogging...
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- Jens Weinreich: das ist halt so in der vorberichterstattung. wird bald spannender.
- mb: ja ok, ich sag mal, die beiden Absätze über die nicht anwesende Führungspersönlichkeit Gerd Heinze und die fehlenden langen Unterhosen des Hausherrn haben mich...
- Marco: @jw Entschuldige meine Unkenntniss.Ich hatte es wortwörtlich verstanden. Tagebuch, nicht Blog. Die guidel. habe ich schon gelesen. Also wenn jemand heutzutage...
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- Jens Weinreich: Natürlich darf Friesinger bloggen. Aber restriktiv im Umgang mit olympischem Content. Die Blogging Guidelines habe ich vor einigen Tagen verlinkt.
- Herbert: Ne, jetzt mal im Ernst – es gab in der Zone Menschen, die einfach so Sport getrieben haben? Ohne Doping und Stasi? Man lernt nie aus. @sternburg Frag doch mal...
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- Ralf: Wolfgang Maennig in der taz: “Fast schon Militärfestspiele”
- Marco: War gerade auf “Anni’s homepage”. Sie sagt, daß nach IOC Reglement, sie, als Athletin, kein Tagebuch führen darf. Ist das so? Bei Kameras...
- Marco: @jw Vielleicht hielt er dich für einen heimlichen Aktivisten. Trau Ihm nicht, er hat ein ehrliches Gesicht Hauptsache die “Red Bulls” sind drüben....
- Ralf: Auch Florian Bauer greift das Thema Rußland für sport inside auf: “Extrem auffällig”
- Marco: @henner,jw,Ralf Bin nur paar Jährchen älter als der Hausherr(die Zeit habe ich auch erlebt) Niemand will geschichtliche Tatsachen wegwischen oder das Geschehene...
- Ralf: Das folgende hatten wir hier wohl auch noch nicht… Grit Hartmann für dradio.de: Zahl der Dopingfälle “besorgniserregend” ; – Fragwürdige...
- Walter: Thomas Seeholzer, das denke ich auch, nur muß man dazu sagen,dass sich der dt. Verband auch genau an Kuipers Vorgaben für den Fall erhöhter Blutwerte hielt.
- ha: Wo war doch dieses Problem des russischen D-Frage gleich nochmal als debattiert und gelöst dargestellt worden? Dag Vidar Hanstad auf jensweinreich.de: 4. The...
- Ralf: ZDF: Russland unterlief das Doping-Kontroll-System Nach ZDF-Informationen wurden mehrfach Dopingproben von der russischen Polizei beschlagnahmt. Mindestens in...
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- Thomas Seeholzer: Warum sollte der Verband den Arzt nicht nominieren? Er hat doch genau das getan, was der Verband von ihm wollte (eine falsche Diagnose gestellt, um...
- Ralf: @ Max Heckel: Freuen Sie sich nicht zu früh! 70 % of the sport infrastructures needed for the Olympic Games are already approved. This ensures that the cost of...
- Max Heckel: es ist auch mal Zeit für eine kleine Hochrechnung meinerseits. 1. München 2. München 3. München 4. PyeongChang 5. Annecy es ist schön, daß wir zumindest...
- Ralf: René Hofmann in der SZ: Überfällige Frage Die Frage darf deshalb nicht lauten, ob Anni Friesinger für die Mannschaft noch tragbar ist. Die Frage ist vielmehr, ob...
- Ralf: NZZ: Die schöne Welt der Fifa – Der Weltfussballverband umschifft wiederholt Unangenehmes
- Ralf: Westfalen-Blatt: Schmerzmittel in »Caressinis« Blut Das betroffene Pferd »Pikeur Caressini« sei für einen Tag in die Box einer dreijährigen Stute gestellt...
- Robert Klemme: Au Mann! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… Danke, Ralf!
- Ralf: dpa: Lemke: Friedensnobelpreis an IOC wäre ein Signal
- Jens W: Ich spinne die Gedanken gleich weiter: 1. Beispiel Kino: Ein Raubkopierer schneidet den Film während der Vorführung mit. Hier hat nimmt der Filmproduzent...












Die "Leitlinien des #Sportjournalismus" des #VDS: http://jensweinreich.de/?p=5702 #sportnetzwerk
RT @jensweinreich: Die "Leitlinien des #Sportjournalismus" des #VDS: http://tinyurl.com/ykuvzxw #sportnetzwerk
Vielleicht möchte ja Thärichen im Zusammenhang mit der ARD-Leitfunktion seines Senders für die Vancouver-Spiele gern Sportjournalist werden?
Zum “Dipl.-Kaufmann” kürzlich im Hamburger Abendblatt:
Linktipp: Jens Weinreich: Leitlinien des Sportjournalismus http://bit.ly/20CeR4
[...] First Tweet 18 minutes ago jensweinreich Jens Weinreich Die "Leitlinien des #Sportjournalismus" des #VDS: http://jensweinreich.de/?p=5702 #sportnetzwerk retweet [...]
Wie jetzt? Nur wenn Sportjournalisten diskriminiert oder verleumdet werden? Schwammig.
Bei Punkt 3 und 4 würde mich mal interessieren, wer das alles liest, zustimmend nickt und dann doch dagegen handelt.
Und zu Punkt 7: Sportjournalisten arbeiten also nicht im Sinne von Qualität, sie setzen sich nur dafür ein. *ironie*
Sorry, aber für mich klingt das nach Feigenblatt.
Aber ich lese es jetzt noch einmal. Vielleicht gerät mein Blut dann etwas weniger in Wallung.
(ich hab für meine Abschlussprüfung den “Sportjournalist” der letzten 5 Jahre mal mehr, mal weniger intensiv lesen dürfen und kriege immer noch Magengrummeln bei dem Namen)
Schön und gut und sehr allgemein. Vor allem, was hat das – mit Ausnahme des letztes Satzes von Punkt 3 – konkret mit SPORTjournalismus zu tun? Das alles trifft doch auf jeden Bereich des Journalismus zu, was man auch daran sieht, dass “Sport” in diesen Leitlinien problemlos durch Politik, Auto, Wissenschaft etc. ersetzt werden kann.
Juchhu, Journalisten dürfen sich wieder für etwas einsetzen! Das hat mir bisschen gefehlt in den letzten ca. 20 Jahren.
“Leitlinien des Sportjournalismus” http://bit.ly/2BtXIw
#Fussball
Wie viele Sportjournalisten sind denn unabhängig vom Arbeitsverhältnis?
Oder war gemeint:
Sportjournalisten – gleichgültig in welchem Medium tätig und unabhängig in welchem Arbeitsverhältnis beschäftigt – verpflichten sich in ihrer Arbeit zu folgenden ethischen Ansprüchen und beruflichen Zielsetzungen:
Das Ding gehört überarbeitet oder gleich in die Mülleimer.
@ Matthias: Das ist jetzt aber ungerecht. “Das Ding gehört” nicht “in den Mülleimer”. Man kann doch mal drüber reden. Immerhin stehen die Worte Korruption und Doping drin.
Na immerhin werden hier mal “Zielvereinbarungen” (ungewöhnlicher art) offengelegt.
[...] “Leitlinien des Sportjournalismus” [...]
Jetzt mal ganz ehrlich: Diese acht Punkte sind Buchstabenverschwendung! Journalisten, die Beruf und Ethos ernst nehmen – kurz: die es wert sind, Journalisten genannt zu werden -, haben sie ohnehin verinnerlicht, und die Schmierfinken von BILD und alle anderen, die BILD zum sportjournalistischen Standard auserkoren haben, werden die Leitlinien sowieso ignorieren…
georgies Verwendung des Wortes “Feigenblatt” trifft es ziemlich gut.
Im Grunde sind die Leitlinien perfekt.
Dass wohl niemand, der sie liest, sich eines Schmunzeln erwehren kann (vorsichtig formuliert), sollte besser die Protagonisten nachdenklich werden lassen.
Wird es aber nicht.
@ Sehr geehrter Herr Jens Weinreich. Gerade beim Thema Doping habe ich selbst erlebt, wie ungern “Journalisten” darauf eingehen. Vor einigen Jahren gab es einmal einen Sünder aus meiner Stadt, über den niemand berichten wollte. Gut, kein Top-Radfahrer, aber immerhin der erste Epo-Überführte. Immerhin nahm sich Ralf Meutgens des Themas an, verknüpft mit einer Medien-Schelte druckte es – glaube ich auch – der Sportjournalist. Die Zeitungen vor Ort haben das Thema aber weiter umkurvt – und es kann wirklich niemand behaupten, dass er davon nichts gewusst hat.
Bei drei Fragezeichen habe ich eigentlich keine Lust, ernsthaft zu antworten. Also, was wollen Sie mir damit sagen? Habe ich je behauptet, Sportjournalisten würden sich allesamt auf das D-Thema stürzen?
Tschuldigung! Falscher Ansprechpartner. Das Oberthema sind ja die Leitlinie und da ist von Doping die Rede. Und ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich nicht glaube, dass sie eine Verbesserung bringen. Danke, dass sie trotzdem geschrieben haben. Die Faz berichtete damals übrigens auch…
Bei Jens Weinreich ist das Gesangbuch für Waldi & Co. nachzulesen: http://jensweinreich.de/?p=5702
Social comments and analytics for this post…
This post was mentioned on Twitter by jensweinreich: Die “Leitlinien des #Sportjournalismus” des #VDS: http://jensweinreich.de/?p=5702 #sportnetzwerk…
also ne richtige diskussion ist das hier ja noch nicht. hat keiner sonst ne meinung dazu?
hat der beiträg denn ähnlich viele klicks bekommen wie andere heiß diskutierte? also dass es wenigstens viele leute gelesen haben?
wurde ja auch bei “6 vor 9″ empfohlen
So, hier ist mal ein Diskussionsbeitrag. Diese Leitlinien sind nichts Außergewöhnliches, sondern eine bloße Selbstverständlichkeit: Keine Geschenke, keine Kumpanei, Mindestmaß an Recherche – sollte doch möglich sein. Keine Ahnung, warum es drei Jahre gedauert hat, das zu formulieren. Ich bin nämlich auch 2006 ausgetreten.
Aber, so viel guter Willen sollte sein: Glückwunsch, VDS. Weiter so.
ich muss nochmal was zu punkt 4 sagen, weil ich es grad bei der arbeit wieder sehe.
über 70 prozent der sportjournalisten, die ich kenne, erfüllen diesen punkt nicht. und das zum großteil nicht mal böswillig. sie sind mitglied in einem sportverein und werden von dessen führung gebeten, pressetexte für den verein zu schreiben. was im lokaljournalismus ja oft dazu führt, dass man damit gleich freier mitarbeiter der zeitung ist. unabhängig ist da was anderes. da gibt es zwei gruppe: die mit anderem hauptberuf und die mit hauptberuf sportjournalist. was also tun? alle vereinsmitglieder, die für die zeitung schreiben, eben dies nicht mehr tun lassen? oder sie vor die wahl stellen: schreiben oder im verein sein?
ich kenne auch den umgedrehten fall: ein nachwuchssportjournalist verdient sich nebenher als pressesprecher eines vereines oder verbandes, macht ein volo, kriegt ne festanstellung – aber macht immer noch die pressearbeit oder ne andere aufgabe im verein/verband. an sich mit punkt 4 überhaupt nicht zu vereinbaren. aber, das ist der clou, ratet mal, wo sich derjenige noch engagiert? genau, im vorstand einer landesgruppe des vds.
für mich gibts hier zwei dinge: der vds hat diese sogenannte kumpanei zwischen sportjournalisten und sportlern/vereinen/verbänden/etc. geduldet, vielleicht durch die blume auch gutgeheißen und durch einige sachen (pressesprecher als vds-mitglieder) den eindruck erweckt, das sei völlig in ordnung. zum anderen zeigen diese richtlinien (wenn man es wie kli interpretiert) guten willen. aber ich bleibe bei meinem feigenblatt. so ein paar leitlinien, egal welche innerhalb und außerhalb der branche kontrovers diskutierten themen sie enthalten, ändern noch lange nichts, wenn sich die haltung dahinter nicht ändert.
sorry, ist ganz schön lang, dabei könnt ich noch mehr schreiben.
ich arbeite im lokalen Sportjournalismus. Klar ist das die unterste und von den Mitarbeitern her gesehen die am wenigsten professionellste Ebene. Aber die Orientierung geht nach oben. Wie es in den Wlad hineinruft, so schallt es heraus.
Interessant: Jens sitzt am 17. November 2009 mit Dirk Thärichen zusammen in Leipzig auf dem Podium. Es geht um die Situation im Leipziger Sport. Mit Michael Kölmel ist auch weiteres sportlich-medial-politisches Schwergewicht (ohne Mandat ;-)) dabei. Ich bin gespannt. Grüße aus Leipzig.
@ georgie: Danke für den Situationsbericht von der Basis; die Leitlinien des VDS haben natürlich nur einen Sinn, wenn es sie sanktionsfähig sind. Papier ist bekanntlich geduldig – geduldiger als ich es war, als ich ausgetreten bin. Pressesprecher als VDS-Mitglieder geht wie PR-Mitglieder gar nicht.
@ chemieblogger: Viel interessanter als Thärichen – mein Wiedersehen mit dem gewesenen OB und gewesenen Minister. Freu mich drauf. Hoffentlich gibt’s nichts Juristisches.
@ georgie: Ich sehe, es geht Dir nah. Was soll ich sagen? Kopf hoch! Hilft das? Einfach weiter machen. Nicht beirren lassen.
na ja, manchmal muss sowas leider raus ;-)
aber nur rumheulen bringt ja nichts. nur selber besser machen. und darum bemühe ich mich
eigentlich war mein punkt eher der, dass die meisten sportjournalisten (wie ich auch) den weg in den sportjournalismus über den sport finden und nicht über den journalismus. und sport ist in D nun mal vereins- und verbandsorganisiert. da ist es schwer, Abhängigkeiten und Interessenskonflikte zu umgehen. Manchmal auch einfach nur, diese zu erkennen (hab ich auch etwas gebraucht). Im Lokalen wird dies wohl nur klarer deutlich.
Wieso nichts Juristisches, Jens? Das ist doch sehr spannend: Gerade läuft der Prozess gegen einen Ex-Stellvertreter (Tschense/SPD) des gewesenen OB; ob der zweite gegen einen anderen Ex-Stellvertreter (Kaminski/CDU) des gewesenen OB eröffnet wird, entscheidet das LG noch. Beide Male spielt die Olympiabewerbung, in der sich „Hoffnungsträger Leipzig“ als „Auslaufmodell“ bewährt hat, eine Rolle. Also: Ich hoffe auf Juristisches!
Zu Georgies Ausführungen lässt sich aus verschiedenen Richtungen kommend so Einiges sagen.
Beispielsweise erinnere ich mich an ein Buchkapitel, indem Hartmut Scherzer von seiner Freundschaft mit einem Boxer, Bubi Scholz, meine ich, schreibt. In seiner Eigenschaft als Sportjournalist, habe er ihn mal heftig kritisiert und Bedenken gehabt, das könne der persönlichen Beziehung schaden. Der Boxer habe aber gemeint, das gehe doch in Ordnung. Der Sportjournalist müsse halt nunmal seiner Aufgabe nachkommen.
Nun, ich zweifle, dass das genau so heute wieder passieren würde. Unter anderem wäre zu hoffen, dass sich der Journalist selbst darüber klar ist, was er tun kann oder auch muss.
Natürlich ist es ein Thema, sich von irgendwelchen Einflußnahmen freizuhalten oder unabhängig zu machen. In der Praxis finde ich das in vielen Fällen aber nicht so schwierig.
Ich, und ich arbeite auch überwiegend im Lokalen, habe nun wirklich nicht den Eindruck, dass ein Journalist in seinem Berufsleben tun oder lassen kann, was er will. Er kann ja leicht in den Verdacht geraden nicht unpartiisch zu sein und sich so den Zorn seiner Kollegen, des Vorgestzten etc. zuziehen.
Und jetzt mal im Ernst: Wer will sich beruflich Stress machen (lassen), weil er z. B. nebenbei ehramtlich oder so gut wie Pressearbeit für einen Verein macht?
Wenn diese Nebentätigkeit zu Konflikten führen kann, dann werde ich doch wohl eher auf die verzichten, als auf meinen Hauptjob!
Ansonsten gilt für mich: Dass wahre Freunde oder auch nur Leute, die mir wirklich wohlgesonnen sind, nicht von mir erwarten, dass ich wegen der Freundschaft meine Arbeit nicht ordentlich mache.
So sehr ich auch Harmonie mag, man muss sich halt auch in den Wind stellen, Konflikte riskieren. Sonst bekommst du Konfliktsituationen vielleicht unliebsamerweise an anderer Stelle.
Das nur mal als ein Teil meiner Überlegungen.
Das Hauptproblem bei diesen Leitlinien ist die Tatsache, dass es im sogenannten Sportjournalismus ziemlich unterschiedliche Auffassungen davon gibt, was Verantwortungsbewusstsein bedeutet oder Moral oder journalistische Qualität. Im Sommer haben die öffentlich-rechtlichen Sender darüber geklagt, dass ihre kritische Radsportberichterstattung sie Zuschauer koste. Ich sage: Zuschauerzahlen sind kein Maßstab, wir können uns die Wahrheit nun mal nicht aussuchen. Kürzlich moderierte Sigi Heinrich von Eurosport eine Presskonferenz beim Deutschen Skiverband und Wolfgang Nadvornik von der ARD die DOSB-Präsentation der Olympia-Modenschau. Ich sage: Geht gar nicht, die Zwei machen sich damit zur Partei des Sports, über den sie eigentlich distanziert berichten sollten. Eine sachliche Verdachtsberichterstattung verteufeln viele immer noch als Angriff auf die Persönlichkeit. Ich sage: Ob es mir gefällt oder nicht, es die Wahrheit, dass Doping ein Faktor bei enormen Leistungen wie denen Usain Bolts sein kann und dass es bei vielen enormen Leistungen davor auch ein Faktor war.
Verantwortung heißt für manche Sportjournalisten eben oft nur Verantwortung für die Quote, für den Sport selbst, in dem ihr Beruf verankert ist, für die Industrie rund um den Sport und viel zu selten für den tiefen inneren Gehalt des Sports. Das alte Friedrichs-Wort, dass Journalisten sich mit nichts gemein machen sollten, nicht einmal mit einer guten Sache, beschreibt im Grunde immer noch am besten unsere Aufgabe im gesellschaftlichen Zusammenhang – demnach wären die Quotenjäger, nebenjobbenden Unterhaltungskünstler und Verdachtsberichterstattungsgegner als Sportjournalisten schon mal durchgefallen. Diese Seite der journalistischen Verantwortung kam mir im VDS schon immer zu kurz, deswegen bin ich damals auch ausgetreten, und die Leitlinien ändern daran gar nichts. Sie sind nur eine Zusammenstellung ehrenwerter Allgemeinplätze, gegen die wahrscheinlich schon am Tag ihres Erscheinens zehn Mal verstoßen wurde, ohne dass sich die Betreffenden überhaupt dessen bewusst waren.
Schade eigentlich: Es gibt so viele spannende Probleme zu diskutieren in unserem Arbeitsfeld. Wie können wir Sport inhaltlich bewerten? Wie erklären wir eine Wahrheit, die nicht sichtbar ist? Wie begreifen wir diese seltsame Industrie, die einzelne Hochbegabte an ihren Fäden durch die Manege führt? Wie bewahren wir wichtige Themen, die andere für abgestanden halten? Wie kriegen wir aus den Köpfen raus, dass der Lokalsport eine untere Ebene des Sportjournalismus sei und in die Köpfe hinein, dass gerade im Lokalsport Raum sein kann für die großen Geschichten im Kleinen, für Kreativität, gesellschaftlich relevante Sportthemen? Und wie kriegen wir eine Berichterstattung hin, die den Athleten die Angst vor ihren Schwächen nimmt, die den Sport als das begreift, was er ist: ein Spiel, das keine unverwundbaren Gladiatoren braucht, keine Krieger, sondern den hochbegabten Gewinner genauso wie den Verlierer oder den Hinterherläufer auf Platz 51?
Diese Leitlinien geben auf diese Fragen überhaupt keine Antworten. Sie sind nicht einmal eine Diskussionsgrundlage. Sie sind dehnbar wie Kaugummi, wer will, kann Blasen daraus machen, die dann laut zerplatzen. Die tägliche, selbstkritische Auseinandersetzung mit dem, was wir tun, bringt viel mehr.
Ist jetzt ein bisschen blöd reingegrätscht, aber:
Freier Mitarbeiter vielleicht, aber doch in aller Regel nicht gleich Mitglied im VDS, oder?
Will meinen, auch wenn da “Sportjournalisten” steht, richten sich die Leitlinien doch gar nicht an solche Vereinsschreiber.
Sehr guter Beitrag, Thomas Hahn.
Dennoch zwei Dinge: Wie wir gerade jetzt hören, hat sich auch Hans Joachim Friedrichs nicht immer daran gehalten völlig neutral, distanziert zu verhalten.
War ja im Zug der Mauerfall-Feierlichkeiten zu hören, dass er da dezent in die Offensive gegangen ist (“die Tore in der Mauer stehen weit offen”) und der Sache eine Dynamik gegeben hat.
Dagegen habe ich auch nichts einzuwenden. Ich denke grundsätzlich, man darf ruhig pragmatisch denken, muss (kann) Prinzipien auch auf Situationen bezogen bzw. aus einer Situation heraus anwenden.
Als Faustregel ist das Friedrichs-Wort natürlich sehr gut. Aber es ist doch auch beruhigend zu sehen, dass sich auch der “Erfinder” nicht sklavisch dran hält, sondern in nachvollziehbaren Sonderfällen …
Zur Quote:
Beim Süddeutschen Journalistentag hatte ich vor einem halben Jahr in München das (zweifelhafte) Vergnügen Waldemar Hartmann zu lauschen, bei einer Veranstaltung des Deutschen Journalisten Verbands.
Anscheinend bekamen die Referenten kein Honorar, was dazu beigetragen haben mag, dass Marco Schreyl (glücklicherweise) und Jörg Wontorra zum selben Thema kurzfristig abgesagt haben. So war das Ganze eine reine Waldi-Show, wobei ihm die Fragen, wie gesagt wurde, Wolfgang Stöckel vom Bayrischen Journalistenverband, ein früherer Schulkamerad Hartmanns (!) stellte.
Ach ja, das Thema war übrigens “steigende Kosten für TV-Rechte”, wobei “Waldi” sich nicht scheute, zu bekennen, dass er dazu gar nichts sagen könne!
So, und nun kommt der eigentliche Clou: Bei der Frage, wie es sich denn im Zusammenhang mit den Box-Übertragungen der ARD mit der Qualität verhalte, sagte “Aldi” (natürlich), wenn man nur die Quoten ansehe sei die Frage schon beantwortet. Von ihm ist das nicht anders zu erwarten. Nur, dass er damit bei einer Veranstaltung eines Journalistenverbands durchkommt und die Kollegenschar das auch schluckt, das ist natürlich bezeichnend. In diesem Fall für den DJV. In anderen Fällen mag ein anderer auf ähnliche Weise versagen.
Naja, und dass Hartmann irgendwie noch immer ein herausragender Repräsentant des öffentlich-rechtlichen Systems ist (oder gerade jetzt, da allgemein das Seichte nicht gefürchtet wird und fast nur auf die Quote geschaut wird), ist natürlich genauso bezeichnend – und deprimierend.
Tut mir leid, aber ich kann den Friedrichs-Satz nicht mehr hören. Viele, die ihn ständig vorbeten, halten sich nicht dran. Ich kann aber auch mit dem Inhalt nicht sehr viel anfangen. In dieser Rigorosität gilt das nicht. Aber das ist eher ein Randaspekt. Ansonsten unterschreibe ich fast jeden Satz von Thomas Hahn.
“Die Aufklärung fordert die Aufklärer”
Fünf lesenswerte Seiten zum Sportjournalismus in der aktuellen Ausgabe des Partner Magazin der DSM.
PDF 6 MB
Ich glaube, diesen Beitrag von Jürgen Kalwa haben wir vergessen zu verlinken. Oder steht er an anderer Stelle? Egal. Wichtig zu wissen und zu lesen, wie ein Teil der Sportjournalisten überflüssig wird:
Auf Carta: “Journalismus: Jetzt auch aus Textbausteinen vom Kollegen Automat”
Das hat herbertwalteroderso bereits im Streite mit Dir verlinkt, meine ich.
Im Übrigen gab es etwas ähnliches bereits 1991 durch den guten alten Bundesliga Manager Professional auf meinem nicht weniger guten alten Amiga 500+.
Und hat bereits damals meinen Blick auf “den” (sorry) Sportjournalismus nicht unwesentlich geprägt.
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