9. November

veröffentlicht: 9. November 2009, 14:45 - zuletzt bearbeitet: 9. November 2009 - 14:45

Das war die wichtigste Seite der Tageszeitung “Deutsches Sportecho” vom 9. November 1989, den ich an meinem Roten Kloster in Leipzig verbracht habe. Der DTSB wollte das Ruder herumreißen, irgendwie. Das Sportecho war Bückware in der DDR, es war - wenn ich mich recht erinnere - Organ des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der Deutschen Demokratischen Republik. Oder so.

Jedenfalls werde ich gerade sehr melancholisch. Habe am Schreibtisch nebenbei “Das Leben der Anderen” gucken wollen. So ganz nebenbei ist es dann doch nicht geworden. Mit einer Chronik des Sports wollte ich die Turbulenzen des Herbstes 89 und des Jahres 1990 eigentlich immer mal begleiten. Einige Notizen habe ich in den vergangenen Wochen für den Deutschlandfunk zusammengetragen. Es geht viel schöner, professioneller, umfassender, korrekter - ich weiß. Es gäbe viel mehr zu sagen. Darüber sind ja schon Bücher geschrieben worden, wenngleich wenige richtig gute. Wohin mit all den Dokumenten, Akten und Erinnerungen? Das nächste Jubiläum kommt bestimmt, dann kann man/ich die Sache etwas gründlicher angehen. Vielleicht. Meine wichtigste Geschichte dieses Jahres hat auch mit dem DDR-Sport zu tun, es ist die Geschichte der Johanna Sperling.

Wer reinhören mag, hier einige Impressionen einer kleinen Sport-Wendechronik, die der Deutschlandfunk in den kommenden Wochen in unregelmäßigen Abständen hoffentlich fortsetzt. Es sind bisher 20 Minuten geworden - und das Thema ist nur ansatzweise ohne Anspruch auf Vollständigkeit behandelt.

Den erweiterten Text werde ich demnächst online stellen, um gemeinsam daran zu arbeiten, jeder der Lust hat, ist herzlich eingeladen - bis zum 3. Oktober 2010 ist ja noch etwas Zeit. Suche gerade das passende Tool.

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10 kommentare zu “9. November”

  1. Arnesen am 9. November 2009 - 15:43 -

    Hach, das gute alte “Sportecho”…
    Dass es Bückware gewesen wäre, habe ich so nicht in Erinnerung, aber zu den Abstrusitäten der DDR gehörte ja auch, dass es in den verschiedenen Landesteilen völlig verschiedene Versorgungsengpässe gab.
    (Nie werde ich beispielsweise vergessen, wie ein großer Erfurter Betrieb, das Schreibmaschinenwerk, für ein paar Stunden völlig stillgelegt werden konnte, weil die f6-Zigaretten aus Dresden im Betriebskonsum eingetroffen waren. Für mich als 17jährigen Dresdner Beobachter ein durchaus arroganzfördernder Umstand, hehe.)

    Das Sportecho jedenfalls hat durchaus Einfluss auf meine Freakwerdung gehabt - wer fünf Tage pro Woche eine Zeitung mit Sport füllen muss, der kommt nämlich gar nicht umhin, ausführlichste Statistiken zu drucken.

    Damit diese Erinnerungen auch etwas mit Blog und Hausherr zu tun haben: Dagegen waren deine Nationen-Medaillen-Spielereien bei der Leichtathletik-WM Kinderkram, Jens! :-)

  2. jw am 9. November 2009 - 15:47 -

    War’n sie nicht. Hast Du noch alte Sportechos bei der Hand? Im Vergleich zum heutigen Niveau (ich rede nicht von online) war das überhaupt nichts. Sehr bescheidene Statistiken. Die Erinnerung trügt, glaub mir ausnahmsweise! Aber die Kameraden damals haben ihre Statistiken noch mit der Hand geschrieben, fleißige Archivare haben auf die Brieftauben gewartet, die Resultate aus fernen Ländern überbrachten.

  3. Arnesen am 9. November 2009 - 16:06 -

    War natürlich nur ein provozierender Scherz, Jens.

    Die Statistiken damals waren bedeutend dimensionsärmer als heutzutage, dafür aber ellenlang. Speziell in den “Kernsportarten” wie Leichtathletik und Schwimmen gab es ausführlichste Weltbestenlisten, was nicht zuletzt daran gelegen haben dürfte, dass man ziemliche viele DDR-Sportler fett drucken konnte.

  4. Ralf am 9. November 2009 - 16:10 -

    Auch bei sport inside gibt’s heute zwei “Wende-Themen“…

  5. ha am 9. November 2009 - 16:24 -

    Abonnieren konnte man es nicht mehr, das Sportecho, gab ja kein Papier. Ebenso wenig, wie die Junge Welt. Auch wenn mans heute nicht mehr glauben mag.
    Habe dieser Tage auch etwas gekramt, u.a. das gefunden:

    Bonn (dpa): Dem zunehmenden und immer raffinierteren Doping-Unwesen im Sport muß nach Ansicht des deutschen Bundestages ein Riegel vorgeschoben werden. In einer Debatte auf Antrag der Grünen forderten am Donnerstag verschiedene Sprecher schnelle Regelungen von Seiten des Gesetzgebers für den Fall, dass der Sport nicht selber mit dem Problem fertig wird.

    Stammt vom 3.3.1988 (!) Löst auch eine gewisse Melancholie aus oder addiert sich.

  6. Andreas Schule am 9. November 2009 - 22:16 -

    Bei der Sportecho kommen einige Erinnerungen hoch, schön mal wieder darin zu lesen ;-)

  7. Ralf am 10. November 2009 - 16:33 -
  8. sportinsider am 12. November 2009 - 10:50 -

    Ich habe das Sportecho seit 1973 gelesen. Mein Vater hatte es abboniert. Dienstag bin ich dann immer zum Schreibwarenhändler und habe noch die fuwo gekauft. Dort lagen dann auch immer Exemplare vom Sportecho. Also in Leipzig war das Sportecho keine Bückware. Bei den Statistiken gab es besonders in der Leichtathletik recht gute Jahresweltbestenlisten. Hast Du noch Exemplare von damals?

  9. Ralf am 16. November 2009 - 12:26 -
  10. Ralf am 17. November 2009 - 14:25 -

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