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	<title>jens weinreich &#187; fifa</title>
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	<description>don't mix politics with games</description>
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		<title>Jobangebot: Kolumnenschreiber für FIFA-Präsident Joseph Blatter gesucht</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2010/03/12/jobangebot-kolumnenschreiber-fur-fifa-prasident-joseph-blatter-gesucht/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 08:25:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Journalisten und alle, die sich (noch) so nennen, Blog-Kommentatoren, PR-Schaffende, Blogger, Spin-Doktoren und andere verkrachte Existenzen, bitte mal herhören: Ich glaube, im Home of FIFA in der FIFA-Straße in der FIFA-Stadt Zürich wird jemand gesucht, der sein Handwerk beherrscht.
Hat jemand Interesse?
Bewerbungen bitte an:
Fédération Internationale de Football Association
FIFA-Strasse 20
P.O. Box 8044 Zurich, Switzerland
Das Handwerk ist, simple [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Journalisten und alle, die sich (noch) so nennen, Blog-Kommentatoren, PR-Schaffende, Blogger, Spin-Doktoren und andere verkrachte Existenzen, bitte mal herhören: Ich glaube, im Home of FIFA in der FIFA-Straße in der FIFA-Stadt Zürich wird jemand gesucht, der sein Handwerk beherrscht.</p>
<p>Hat jemand Interesse?</p>
<p>Bewerbungen bitte an:</p>
<blockquote><p>Fédération Internationale de Football Association<br />
FIFA-Strasse 20<br />
P.O. Box 8044 Zurich, Switzerland</p></blockquote>
<p>Das Handwerk ist, simple Texte zu verfassen, wozu zweifelsfrei die Produktion so genannter &#8220;Kolumnen des FIFA-Präsidenten&#8221; zählt, oder Kommentare des Präsidenten, wie sie einst <a title="alle Beiträge von und mit Peter Hargitay" href="http://jensweinreich.de/?s=hargitay" target="_self">Peter Hargitay</a> wenigstens geschickt in der Financial Times untergebracht hat, eine etwas schwierigere Aufgabe, möchte man meinen. Jedenfalls, es beleidigt meinen Spaß/und die Lust an der, sagen wir: intellektuellen Auseinandersetzung mit Joseph Blatter &amp; Konsorten, so schwächliche Beiträge zu lesen wie den, der gestern per FIFA-Pressemitteilung empfohlen wurde.</p>
<blockquote><p>Dear media representatives,</p>
<p>For your information, FIFA President Joseph S. Blatter&#8217;s latest column has been published today on FIFA.com. You can read it here &#8230;</p></blockquote>
<p>Diese &#8220;Kolumne&#8221;, die natürlich keine ist, zeigt einmal mehr, wie schlecht Joseph Blatter beraten ist. Ich weiß gar nicht, wer ihm derzeit noch Hinweise gibt als PR-Mann an seiner Seite. Auf einer Position also, die ein Schleuderjob ist, ein sicher gut dotierter. Vielleicht lässt Sepp sich auch gar keinen Rat mehr geben? Ich schätze, das war mehr eine rhetorische Frage, denn eine der herausragenden Eigenschaften des Blatter-Sepp ist es doch, nützliche Hinweise, egal von Freund oder Feind, wie ein ultrastarker Staubsauger aufzusaugen.</p>
<p>Oder ersinnt er derlei Elaborate tatsächlich selbst? Ich meine, so kolumniert doch kein normaler Mensch, das liest sich wie maschinelles Gestanze. Lassen wir das seltene Stück zum Thema &#8220;<a title="Der DFB, Zwanziger, die FIFA und der fehlende Wille zur Transparenz" href="http://jensweinreich.de/2010/03/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-53-der-dfb-zwanziger-die-fifa-und-der-fehlende-wille-zur-transparenz/" target="_self">FIFA lehnt Videobeweis und andere technische Hilfsmittel ab</a>&#8220;, die <a title="FIFA.com: aktuelle &quot;Kolumne&quot; von Joseph Blatter" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/president/presidentialcolumn/news/newsid=1179855.html#fifa+position+betreffend+technologie+fussball" target="_blank">Kolumne des Präsidenten</a> also, bei der es schon an der Überschrift gewaltig hapert, einfach für sich sprechen. Und wirken.</p>
<p>Nur eine Bitte habe ich:</p>
<p>Lieber Herr Blatter, lieber Sepp, bitte mit dem vielen Geld (oder den Anleihen aus Marketingverträgen des kommenden Jahrzehnts) jetzt nicht hektisch Franz Josef Wagner als Kolumnenschreiber verpflichten, tun Sie mir den Gefallen, ja?!</p>
<blockquote><p><strong>FIFA-Position betreffend Technologie im Fussball</strong></p>
<p>Bei seiner 124. Jahresversammlung am 6. März 2010 in Zürich, die wie stets im Jahr der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ von mir im Namen der FIFA  geleitet wurde, entschied sich der International Football Association Board (IFAB) gegen Technologie im Fussball.</p>
<p>Die FIFA begrüßt diesen Beschluss aus folgenden Gründen:</p>
<p><span id="more-7266"></span>Universalität des Fussballs: Eines der Hauptziele der FIFA ist der Schutz der Universalität des Association Football. Dies bedeutet, dass sichergestellt werden muss, dass der Fussball weltweit nach den gleichen Regeln gespielt wird.  Eine Gruppe Teenager in einem kleinen Ort spielt aus diesem Grund nach den gleichen Regeln wie die Profispieler, die sie im Fernsehen sehen.</p>
<p>Die Einfachheit und Universalität des Association Football ist einer der Gründe für den Erfolg des Fussballs. Männer, Frauen, Kinder, Amateure und Profis spielen weltweit dasselbe Spiel.</p>
<p>Menschliche Dimension: Bei jeder Technologie entscheidet am Schluss ein Mensch. Wieso sollte man also die Verantwortung des Schiedsrichters jemand anderem übertragen? Selbst eine Zeitlupeneinstellung bringt keine Klarheit. Es kommt nur zu oft vor, dass zehn Experten zehn verschiedene Meinungen zu einer Spielsituation haben.</p>
<p>Die Fans lieben es, über das Spielgeschehen zu diskutieren. Das macht den menschlichen Charakters unseres Sports aus.</p>
<p>Ziel der FIFA ist es, die Qualität des Schiedsrichterwesens zu verbessern. Die Schiedsrichter müssen professioneller, besser vorbereitet und gezielt unterstützt werden. Aus diesem Grund werden Schiedsrichterexperimente (wie zusätzliche Schiedsrichterassistenten oder die Aufgabe des vierten Offiziellen) weiter analysiert und so entschieden, wie die Schiedsrichter am besten unterstützt werden können.</p>
<p>Finanzieller Aspekt: Die Anwendung moderner Technologien kann sehr kostspielig sein und ist weltweit daher nicht möglich. Viele Spiele – selbst auf höchster Ebene – werden nicht im Fernsehen übertragen. Allein für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ werden fast 900 Qualifikationsspiele ausgetragen, für die dieselben Regeln gelten müssen, genauso wie für alle Spiele des Association Football weltweit.</p>
<p>Die Tests einiger Firmen betreffend Technologie im Fussball sind ebenfalls sehr teuer. Der klare Entscheid des IFAB nach sorgfältiger Prüfung und eingehendem Studium der in den letzten Jahren durchgeführten Tests ist vor diesem Hintergrund ebenfalls zu begrüßen, da er Unternehmen davon abhält, weiter große Summen in Projekte zu investieren, die letztlich nicht realisiert werden.</p>
<p>Weitere Nutzung von Technologie: Die Frage wurde bereits aufgeworfen: Würde ein Ja des IFAB zur Torlinientechnologie der Technik in anderen Bereichen des Spiels nicht Tür und Tor öffnen? Schon bald könnte jeder Entscheid in jedem Winkel des Feldes hinterfragt werden.</p>
<p>Charakter des Spiels: Der Association Football ist ein dynamisches Spiel, das für die Überprüfung eines Entscheids nicht einfach unterbrochen werden kann. Wird das Spiel für einen Entscheid unterbrochen, könnte es den natürlichen Gang des Spiels beeinflussen und einem beliebigen Team eine Torchance nehmen. Es wäre unsinnig, das Spiel zur Überprüfung eines Entscheids alle zwei Minuten zu unterbrechen, da dies die natürliche Dynamik des Spiels beeinträchtigen würde.</p></blockquote>
<p>Über den Sinngehalt dieser &#8220;Kolumne&#8221;, nicht nur über die Form, können wir natürlich auch diskutieren.</p>

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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (53): Der DFB, Zwanziger, die FIFA und der fehlende Wille zur Transparenz</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 08:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den heutigen Lesebefehlen: Welche Emails von Schiedsrichtern auch noch aus den Tiefen der Festplatten gekramt werden mögen, sie interessieren mich weniger. Viel interessanter scheinen mir die Strukturen, die sich an diesem neuerlichen DFB-Skandal offenbaren. Grundsätzlich finde ich den Gedanken von Klaus Hoeltzenbein interessant, der im heutigen <a title="sueddeutsche.de: Schiris sind auch Menschen" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/60/505262/text/" target="_blank">Kommentar</a> den Fall DFB mit einem anderen Ereignis des Wochenendes verwebt, der Sitzung des <strong>International Football Association Boards</strong> (<a title="IFAB: Hüter des Spiels" href="http://de.fifa.com/classicfootball/news/newsid=1177286.html#ifab+huter+spiels" target="_blank">IFAB</a>) in Zürich unter dem Vorsitz des Sonnengotts Joseph Macchiavelli Blatter. Das IFAB hat in grandioser Weltfremdheit <a title="FIFA: IFAB entscheidet sich gegen Torlinientechnologie" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/administration/releases/newsid=1177757.html#ifab+entscheidet+sich+gegen+torlinientechnologie" target="_blank">beschlossen</a>, technische Hilfsmittel, die haarsträubende Fehlentscheidungen verhindern helfen könnten, <a title="FIFA: Fußball ohne Technik" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/administration/news/newsid=1177841.html#fussball+ohne+technik" target="_blank">auch weiterhin aus dem Milliardenspiel zu verbannen</a>. Hoeltzenbein, nun <a title="BLZ, 2002: Pupillenknick" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2002/0312/sport/0061/index.html" target="_blank">doch</a> schon <a title="sueddeutsche.de, 2005: Auf ewig im Medien-Zoo" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/449/381252/text/" target="_blank">einige Zeit</a> Verfechter des Videobeweises, schreibt:</p>
<blockquote><p>So absurd es scheinen mag, der Fall Kempter und die Weigerung, technische Hilfsmittel zuzulassen, entspringen dem gleichen System: einem Funktionärswesen im Fußball, dem der Wille zur Transparenz fehlt.</p></blockquote>
<p>Wichtig der Hinweis aufs olympische Eishockeyturnier, für alle, denen es nicht aufgefallen sein sollte:</p>
<blockquote><p>Wie sich kühle Professionalität auch entfalten kann, war jüngst bei Olympia zu bestaunen, beim emotional überspannten Eishockey-Finale der Nachbarn Kanada und USA. Gepfiffen haben nicht etwa Unparteiische aus Russland oder Schweden, sondern <a title="Referees get game faces for Games" href="http://www.theprovince.com/sports/Referees+game+faces+Games/2485255/story.html" target="_blank">Bill McCreary und Dan O&#8217;Halloran</a> &#8211; zwei Kanadier, die als beste Schiedsrichter der nordamerikanischen Profi-Liga NHL gelten. Die Fähigkeit dieser Kanadier, nicht wie Anti-Amerikaner zu pfeifen, war bekannt. Ihre Gefühle haben sie unter Kontrolle, was von ihnen aber längst nicht mehr verlangt wird, ist die Herrschaft über alle Sinne: Tor? Kein Tor? Das regelt nicht das Auge, Zweifel klärt der Videobeweis.</p></blockquote>
<p>Ich weiß nicht, ob die &#8220;<a title="DFB.de: Schiedsrichter-Zeitung" href="http://www.dfb.de/index.php?id=11357" target="_blank">Schiedsrichter-Zeitung</a>&#8220;, das <strong>amtliche Organ für die Schiedsrichter</strong> im Deutschen Fußball-Bund, helfen kann, Vorgänge aufzuhellen. Angesichts der Lage scheint mir eine Lektüre älterer Ausgaben dieses Heftchens durchaus lohnenswert. Ich habe einiges überflogen, das <a title="Schiedsrichter-Zeitung 1.2010" href="http://www.dfb.de/uploads/media/SR-Zeitung1-2010.pdf" target="_blank">aktuelle Heft</a> und einige <a title="Schiedsrichter-Zeitung, Archiv" href="http://www.dfb.de/index.php?id=11366" target="_blank">ältere Ausgaben</a>, verzichte aber auf billige Gags. Es wäre zu einfach, alte Zitate hervorzukramen und sich darüber zu belustigen.</p>
<p>Damit also zum <strong>DFB-Stadl</strong>:</p>
<ul>
<li>Eine herausragende Analyse hat, wie ich finde, Patrick Bahners im Feuilleton der FAZ vorgelegt: &#8220;<a title="faz.net vom 7. März 2010: Zwanziger in Sachen Amerell - das Gebot der Zurückhaltung" href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EA8BCD56F651E4E5083591F5F6EC34B76~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Zwanziger in Sachen Amerell: Das Gebot der Zurückhaltung</a>&#8220;.</li>
</ul>
<p>Erstaunlich daran, abgesehen vom Sezieren des Sachverhalts und der Verantwortung des Dottore 20er, scheint mir aus journalistischer Sicht, dass Bahners sich nicht zu fein ist, die Konkurrenz (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau) zu zitieren, deren Texte zu würdigen und sogar die Namen der Autoren zu nennen. In Sportteilen wäre das unmöglich, ich kann mich an keinen ähnlichen Beitrag erinnern, in dem Autoren der Konkurrenz genannt worden wären. In Blogs ist das eine Selbstverständlichkeit, nicht der Erwähnung wert, dagegen für die Qualitätspresse außergewöhnlich. Nicht auszudenken, die Fremdbeiträge wären auch noch verlinkt worden! Einer dieser Links hätte dem Kommentar von Ludger Schulze gelten müssen: &#8220;<a title="sueddeutsche.de vom 6. März 2010: DFB-Chef Theo Zwanziger: Inquisition statt Moderation" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/995/505200/text/" target="_blank">DFB-Chef Theo Zwanziger: Inquisition statt Moderation</a>&#8220;. Anderes, wie etwa die im Bahners-Text erwähnte Chronik von Thomas Kistner und Christof Kneer ist online nicht (kostenlos) zu haben.</p>
<p>Wie geht es weiter mit Theo Ich-<a title="&quot;DFB-Boss Zwanziger droht mit Rücktritt&quot;" href="http://jensweinreich.de/2008/12/08/dfb-boss-zwanziger-droht-mit-rucktritt/" target="_self">trete</a>-<a title="Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt" href="http://jensweinreich.de/2010/03/04/theo-zwanziger-droht-wieder-einmal-mit-rucktritt/" target="_self">zurück</a>-oder-<a title="&quot;Theo Zwanziger tritt nicht zurück&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/01/29/theo-zwanziger-tritt-nicht-zuruck/" target="_self">auch</a>-<a title="Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt" href="http://jensweinreich.de/2010/03/04/theo-zwanziger-bleibt-doch-noch-im-amt/" target="_self">nicht</a> Zwanziger? Wird er die WM 2010 noch als DFB-Präsident erleben?</p>
<p><span id="more-7237"></span>Eigentlich hatte der DFB für Ende Oktober einen ordentlichen Bundestag in Essen geplant. Nun heißt es, schon Ende April könnte es einen außerordentlichen Bundestag geben. Zu den Rahmenbedingungen heißt es beim DFB:</p>
<blockquote><p>Der Bundestag ist das höchste Gremium des DFB, praktisch das Fußball-Parlament. Er setzt sich zusammen aus 257 stimmberechtigten Delegierten, zu denen die Mitglieder von DFB-Präsidium und -Vorstand ebenso zählen wie die Abgesandten der DFB-Landes- und -Regionalverbände sowie des Ligaverbandes. Hinzu kommen die Ehrenmitglieder und die Mitglieder der Rechtsorgane, der Revisionsstelle und der Ausschüsse, die mit beratender Stimme teilnehmen.</p>
<p>Ein ordentlicher DFB-Bundestag wird turnusgemäß alle drei Jahre einberufen und wählt dann auch Präsidium und Vorstand, wie zuletzt im Oktober 2007 in Mainz geschehen. Ein außerordentlicher Bundestag hingegen kann vom DFB-Präsidium jederzeit aus wichtigem Grund einberufen werden.</p>
<p>Tagesordnungspunkte eines außerordentlichen Bundestages können nur solche sein, die zu seiner Einberufung geführt haben. Andere Tagesordnungspunkte können auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag laut Satzung des DFB nur behandelt werden, wenn sie die &#8220;Qualifikation eines Dringlichkeitsantrages besitzen&#8221;.</p>
<p>Der DFB-Bundestag ist befugt, die Satzung und die Ordnungen des DFB per Mehrheitsbeschluss zu ändern. Zur wirksamen Beschlussfassung genügt die einfache Mehrheit der gültig abgegebenen Stimmen, außer bei Satzungsänderungen und Ordnungsänderungen, die den Ligaverband betreffen – diese benötigen eine Zweidrittelmehrheit.</p>
<p>Der Bundestag ist beschlussfähig, wenn bei der Feststellung der Stimmberechtigten mindestens die Hälfte der Gesamtstimmen vertreten ist.</p></blockquote>
<p>Vielleicht lohnt sich schon mal die Lektüre der <a title="Satzung des DFB" href="http://www.dfb.de/uploads/media/02_Satzung_01.pdf" target="_blank">DFB-Satzung</a> zu den auf Bundestagen Stimmberechtigten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7247" title="DFB-Satzung, Ausschnitt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/dfb-bundestag-web.jpg" alt="" width="530" height="503" /></p>

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		<title>Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 01:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[australien 2018]]></category>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Im Beitrag über den bevorstehenden Kampf um die FIFA-Präsidentschaft habe ich etwas nicht zweifelsfrei korrekt dargestellt. Peter Hargitay (links im Bild), vormaliger Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Macchiavelli Blatter und des FIFA-Exekutivmitglieds Mohamed Bin Hammam, weist mich darauf hin, dass er im FIFA-Wahlkampf nicht von Bin Hammam mandatiert ist. Ich hatte geschrieben, er würde für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Im Beitrag <a title="Götterdämmerung in der FIFA: Abschied von Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/" target="_self">über den bevorstehenden Kampf um die FIFA-Präsidentschaft</a> habe ich etwas nicht zweifelsfrei korrekt dargestellt. <a title="Beiträge zu Peter Hargitay" href="http://jensweinreich.de/?s=hargitay" target="_self">Peter Hargitay</a> (links im Bild), vormaliger Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Macchiavelli Blatter und des FIFA-Exekutivmitglieds Mohamed Bin Hammam, weist mich darauf hin, dass er im FIFA-Wahlkampf nicht von Bin Hammam mandatiert ist. Ich hatte geschrieben, er würde für Bin Hammam &#8220;werkeln&#8221;. Peter Hargitay verlangt nicht, dass ich etwas richtigstelle, doch mir ist das ein Vergnügen. Ich stelle gern Sachverhalte richtig, weil es doch auch mir hilft, die Dinge besser zu verstehen und Zusammenhänge zu begreifen. Bei der Gelegenheit habe ich ihn auch gleich gefragt, ob er für Jack Warner arbeitet und wie er für Australiens WM-Bewerbung vertraglich eingespannt ist.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg"><img class="size-full wp-image-6962 aligncenter" title="Peter Hargitay, Joseph Blatter, Doha 2003" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg" alt="" width="530" height="398" /></a></p>
<p>Die Email von Peter Hargitay (<a title="Post vom Anwalt: &quot;private and confidential&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/06/01/post-vom-anwalt-private-and-confidential/" target="_self">aus rechtlichen Gründen gekürzt</a> um eine Passage, die mich nicht betrifft und die ich auch nicht überprüfen kann):</p>
<blockquote><p>Lieber Jens,</p>
<p>Eigentlich will ich dieses marginale Thema nicht wirklich vertiefen, gebe Ihnen aber gerne Antwort auf Ihre Fragen; ich lege nicht &#8220;Wert darauf, richtigzustellen&#8221; &#8211; vielmehr geht es um Tatsachen, die im Idealfall korrekt wiedergegeben werden sollten; Sie koennen selber entscheiden, ob Sie Fakten oder Geruechte  (falsche) publizieren wollen:</p>
<p>1) Ich habe von Mohamed keinerlei Mandat, weder bezueglich einer etwaigen Kandidatur, noch ein anders lautendes. Es trifft zu, dass wir im vergangenen Jahr ein Mandat hatten, ihn bei seiner Wiederwahl ins FIFA ExCo zu beraten. (&#8230;) Mohamed und ich sind uns seit Jahren freundschaftlich verbunden, daran aendert sich auch heute nichts, genausowenig wie sich an meiner freundschaftlichen Beziehung zu Joseph nichts aendert. Das eine schliesst das andere nicht aus. In der Vergangenheit fuehrten wir ab und an Beratungsauftraege fuer Mohamed, bzw die AFC aus. Das kann auch inskuenftig wieder mal der Fall sein, allerdings schliesse ich ein Mandat fuer einen Praesidentschaftswahlkampf absolut aus. Wir hatten nie ein langfristiges, noch ein formelles Mandat (ausser letztes Jahr), woran sich auch heute, morgen und uebermorgen nichts aendern wird.</p>
<p>2) Wir haben seit etwas mehr als einem Jahr ein Mandat, die australische Bewerbung fuer die WM 2018/2022 strategisch zu begleiten. Wir hatten weder in der Vergangenheit, noch haben wir heute ein persoenliches Beratungsmandat von Frank Lowy.</p>
<p>3) Wir hatten nie ein Mandat von Jack Warner und werden auch inskuenftig nie ein Mandat von ihm haben. Was bei dieser Spekulation &#8211; welche von Jennings lanciert wurde und wie das meiste, was der Typ von sich ruelpst, frei erfunden ist &#8211;  offenbar etwas durcheinander geriet, ist das pro bono Mandat fuer den jamaikanischen Fussballverband; letzeres steht in Zusammenhang mit meiner persoenlichen Verbundenheit zu Jamaika und der Beratungstaetigkeit, welche ich fuer ein Ministerium der jamaikanische Regierung seit etwas weniger als drei Jahren wahrnehme.</p>
<p>Wenn Sie inskuenftig diese Fakten verwenden, wird nichts Falsches geschrieben.</p>
<p>Herzliche Gruesse,</p>
<p>PJH</p></blockquote>
<p>Gern geschehen.</p>
<p>Ich habe mit Peter Hargitay in 2003/2004 über einen längeren Zeitraum für eine <a title="The Untouchable" href="http://jensweinreich.de/filme/the-untouchable/" target="_self">TV-Dokumentation über Joseph Blatter</a> kooperiert. Ich habe ein einigermaßen erträgliches, wenngleich angespanntes und von gelegentlichen Ausbrüchen geprägtes Verhältnis zu ihm, würde ich behaupten. Wir agieren auf unterschiedlichen Seiten. Wir haben diametrale Interessen. Das wird sich nie ändern.</p>
<p>Zum Hintergrund über die derzeitigen Aktivitäten Hargitays für die australische WM-Bewerbung empfehle ich einen Artikel aus dem <a title="SMH: Meet FFA's man of mystery" href="http://www.smh.com.au/news/sport/football/meet-ffas-man-of-mystery/2009/10/17/1255624771126.html?page=fullpage#contentSwap2" target="_blank">Sydney Morning Herald</a>. Und da diese Zeitung ungefragt und honorarfrei ein Foto von mir veröffentlicht hat (das hier oben), erlaube ich mir im Gegenzug, den kompletten Artikel reinzukopieren: <span id="more-6960"></span></p>
<blockquote><p><strong>Meet FFA&#8217;s man of mystery</strong></p>
<p><em>Matthew Hall</em></p>
<p>Sydney Morning Herald, October 18, 2009</p>
<p>FRANK LOWY claims to not enjoy controversy but that hasn&#8217;t stopped Football Federation Australia&#8217;s chairman from hiring one of international football&#8217;s most colourful characters to help his dream of bringing the 2018 or 2022 FIFA World Cup to Australia.</p>
<p>Meet Peter Hargitay, a Swiss-Hungarian &#8221;fixer&#8221; and genuine international man of mystery, recently hired by FFA to boost Australia&#8217;s World Cup bid at the expense of Australian taxpayers.</p>
<p>His job, according to FFA, is to provide &#8220;high-level strategy and networking advice and counsel&#8221;, while Hargitay also claims to offer FFA &#8220;relationship building and advice to the FFA in matters of relevance to Australia&#8217;s bid for the 2018 and 2022 World Cups&#8221;.</p>
<p>FFA refuses to reveal how much it is paying Hargitay and his company, European Consultancy Network, even though funding for Australia&#8217;s World Cup bids comes from a $45.6 million Federal Government grant.</p>
<p>At times elusive and initially reluctant to speak about his role for Australia, Hargitay consented to a rare interview, via email and under strict conditions that his answers be &#8220;published in their original form, not shortened, edited or amended in any way, shape or form. If changes are made in one answer, the entire interview MUST NOT be used.&#8221;</p>
<p>(Still, some questions and subsequent answers for this article have been condensed or omitted for reasons of space).</p>
<p>Born in Hungary in 1951, Hargitay is undoubtedly as well connected as his language skills are broad.</p>
<p>He speaks fluent English, Hungarian, German, French and, he said, &#8220;reasonably fluent in Spanish and have a fair command of Portuguese, get by in Dutch and read/understand Swedish and Romanian. If you want to count Jamaican patois and Swiss German, you can add those to the list as well.&#8221;</p>
<p>Hargitay grew up in Switzerland where he played football as a junior. He says he still follows FC Basel but is also a season ticket-holder at Chelsea, a team he has followed for the past 10 years.</p>
<p>But importantly, Hargitay was &#8220;special adviser&#8221; to FIFA president Sepp Blatter, one of the most powerful men in world sport, until December 2007 when he quit that role to work for England&#8217;s 2018 World Cup bid.</p>
<p>Last May, Hargitay narrowly escaped disaster when an earthquake destroyed a Chinese airport from where a private jet he was travelling in had just taken off.</p>
<p>His fellow passengers? Asian Football Confederation president Mohammed Bin Hammam and controversial FIFA vice-president Jack Warner.</p>
<p>The connections firm up.</p>
<p>Hargitay is an adviser to Bin Hammam, who is a close associate of Lowy.</p>
<p>Earlier this year, Hargitay oversaw Bin Hammam&#8217;s bitter, but ultimately successful, election for a place on FIFA&#8217;s executive committee.</p>
<p>&#8220;I have been [Hammam's] adviser for a number of years and enjoy his friendship,&#8221; Hargitay told The Sun-Herald. &#8220;There are numerous areas where we have worked together over time, primarily pertaining to developing football in Asia, which is his great passion.</p>
<p>&#8220;I continue to be close to the AFC president and was happy to assist him and his team during the election for membership in the FIFA executive committee.&#8221;</p>
<p>The European Consultancy Network was involved in the early stages of England&#8217;s 2018 bid before Lord Triesman was appointed chairman of their campaign and called for all outside consultants to reapply for their jobs through a tender process.</p>
<p>The European Consultancy Network declined and the Daily Mail reported Hargitay&#8217;s team lost a &#8220;seven-figure contract&#8221; (in British pounds) with the Football Association in the process.</p>
<p>Hargitay denies the England deal was that lucrative.</p>
<p>&#8220;The seven-figure contract is a myth,&#8221; he said. &#8220;Our initial work was in the high five figures and would have been in the six over a period of two years.</p>
<p>&#8221;We received a fee of £75,000 ($134,000) plus expenses for the first phase of our work; upon conclusion and delivery of the strategic plan, we received a further £25,000 fee. As for Australia, our contract is less than that.</p>
<p>&#8220;After we concluded our work for the England bid, we were approached by several countries, none of which we were interested to work for,&#8221; Hargitay added. &#8220;We put a proposal to the FFA, which was accepted and ECN and I were asked to join them as consultants.&#8221;</p>
<p>Hargitay&#8217;s colourful CV extends far beyond football, however.</p>
<p>He spun public relations for the Union Carbide chemical company after the infamous 1984 factory meltdown in Bhopal, India, which killed at least 3000 people at the time and more than 20,000 since from after effects.</p>
<p>Hargitay also worked for Marc Rich, a US tax-fraud felon, one of America&#8217;s most wanted, and notorious as a sanctions-buster during South Africa&#8217;s apartheid regime.</p>
<p>In 1995, Hargitay was arrested, and later acquitted, of cocaine trafficking by Jamaican police.</p>
<p>In 1997, he was arrested by Interpol in Miami after Hungarian officials sought an extradition order and served seven months in prison as a flight risk after being charged with conspiracy to import 18 kilograms of cocaine to the United States.</p>
<p>He subsequently won an acquittal on all charges.</p>
<p>&#8220;It was indeed &#8217;something of an experience,&#8217;&#8221; Hargitay said when asked if there was anything positive to take from that period in his life.</p>
<p>&#8220;Yet, what happened 11 years ago has no bearing on my work and &#8216;acquitted of all charges&#8217; is an accurate summary of what happened. Other than that, I see no reason to revisit a matter ad nauseam where I won and powerful people who tried to frame me lost. The facts speak for themselves.&#8221;</p>
<p>In 1999, Hargitay was employed by Swiss company ABI, which claimed to specialise in &#8220;covert operations assignments&#8221;, according to its website.</p>
<p>But it was with the consultancy network and FIFA that he perhaps found his true calling.</p>
<p>Hargitay&#8217;s son, Stevie, is a partner in the Cyprus company (father and son shared executive producer credits on the FIFA-backed movie trilogy Goal!) and other consultancy network employees have included former FIFA director of communications Markus Siegler.</p>
<p>A European Consultancy Network website, since shut down, once claimed to help clients &#8220;stay out of the media&#8221; … &#8220;and to prepare such briefs, news items and alternative scoops that would divert, detract and destabilise imminent media interest.&#8221;</p>
<p>Outside of football, the European Consultancy Network&#8217;s clients include a Swiss private bank with interests in the Middle East and, in an amazing turn of events after his earlier legal drama in the country, Hargitay is now an adviser to Jamaica&#8217;s Minister for Transport and Works, as well as a member of Switzerland&#8217;s federal parliament, among others. He recently earned PR points for his idea to hand out show bags advertising Australia&#8217;s bid at a recent football industry convention in London. As for Australia&#8217;s chances in 2018 or 2022, what feedback has Hargitay received from FIFA&#8217;s executive committee?</p>
<p>&#8220;I understand that Australia&#8217;s technical bid team have made the best impression of all,&#8221; he said. &#8220;They always meet all the deadlines, they are disciplined, attend all relevant FIFA meetings, deliver all requested materials in a complete manner and have demonstrated a determination and skills that have impressed many at FIFA.&#8221;</p>
<p>Whether that&#8217;s worth a consultancy network invoice being paid by Australian taxpayers is something for FFA boss Lowy&#8217;s judgement.</p>
<p>Already well connected to FIFA&#8217;s executive committee &#8211; the 24 men who vote for World Cup hosts &#8211; through his place on the organising committee for the 2010 FIFA World Cup, Lowy would not comment on Hargitay&#8217;s appointment.</p>
<p>In a statement, FFA confirmed the consultancy network had been working for Australia since January, adding, &#8220;FFA does not disclose the detail of arrangements with consultants.&#8221;</p>
<p>&#8220;I probably did rather well over time, which is why the trust grew and so did the quality and intensity of my mandate,&#8221; Hargitay said, when asked of his key relationship with FIFA president Blatter. &#8220;Whether my work for FIFA and its president was an important role, as you say, is not something I would want to qualify in those terms.</p>
<p>&#8221;Any mandate is equally important to me and to my team. That is the nature of the beast called consulting.&#8221;</p></blockquote>

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		<title>Andrew Jennings über Joseph Blatter: &#8220;The autumn of football&#8217;s patriarch&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 12:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Hier wollen sie rein. Mohamed Bin Hammam, Chung Mong-Joon, Michel Platini, Jack Warner und einige andere. Das ist der Fingerscanner zu Joseph Macchiavelli Blatters Büro im FIFA House in Zürich. Die Tür zum Machtzentrum des Weltfussballs öffnet sich nur für Sepp. Nein, es geht nicht um Fingerabdrücke, die die Cops von FIFA-Funktionären nehmen.

Die Frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Hier wollen sie rein. <a title="Götterdämmerung in der FIFA: Abschied von Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/" target="_self">Mohamed Bin Hammam, Chung Mong-Joon</a>, Michel Platini, Jack Warner und einige andere. Das ist der Fingerscanner zu Joseph Macchiavelli Blatters Büro im FIFA House in Zürich. Die Tür zum Machtzentrum des Weltfussballs öffnet sich nur für Sepp. Nein, es geht nicht um Fingerabdrücke, die die Cops von FIFA-Funktionären nehmen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6939" title="FIFA Headquarter" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/sepp.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Die Frage ist, ob dieser Schlüssel zum Glück im Sommer nächsten Jahres neu programmiert werden muss. Ob die Finger eines anderen FIFA-Supremo eingescannt werden müssen. Oder ob sich Sepp nicht schon früher verabschiedet.</p>
<p>Einen außerordentlich fiktiven, grandiosen, frei erfundenen, satirischen Beitrag zur Situation eines großen Sportverbandes hat <strong>Andrew Jennings</strong> geschrieben.</p>
<p>Lesebefehl!</p>
<p>Eine Kostprobe:</p>
<blockquote><p><a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/The_Autumn_of_Footballs_Patriarch/the_autumn_of_footballs_patriarch(page1).html" target="_blank">&#8220;The Autumn of Football&#8217;s Patriarch&#8221;</a></p>
<p><em>by Andrew Jennnings</em></p>
<p>THE OLD MAN, he’s 74 in a few weeks, sits upright in his uncomfortable leather chair and gazes towards his interviewer a yard and a half from his eyes. He’s been waiting many months for her and, appreciating her good fortune, she is reverential, notebook on her knee and pen in hand but only the audio recorder balanced on the arm of her matching chair can capture the nuances of his long-rehearsed delivery.</p>
<p>All must be in its place for the set-piece, decorating his life’s narrative. Behind his head, a replica golden World Cup Trophy. On the coffee table is a branded banner, maybe 18 inches high, with his final attempt to be taken more seriously than he knows he deserves, the contrived slogan ‘For the Game, For the World.’</p>
<p>He is dressed as the mortician would like to receive him, pale blue shirt, slightly darker tie, dark suit, skull polished, remaining hairs smoothed back to his neck. Outside the polished aluminium window frame it is still late winter on the bleak hill above Zurich. (&#8230;)</p>
<p>Over-shadowing the endgame of Patriarch is the flapping jalabiyya of the man who once bankrolled him but now, between mouthfuls of honey, dates and coffee, practices swinging the curved executioner’s sword.</p>
<p>‘With Mohamed, we had a wonderful time together as friends up to the last congress in May,’ says Patriarch. ‘All of a sudden our friendship was broken. Ask him, why? I don&#8217;t know.’</p>
<p>OH YES HE DOES. Patriarch went behind the back of the man from the Gulf, and 14 months from now there must be retribution in football’s Chop Square. Such an inept manoeuvre shows the Big P is losing his touch. To mock a man backed by an Emir’s billions is unwise.</p>
<p>The alliances that will form the death squad are still being negotiated. There’s a second shadow, a kimchi billionaire of heavy industry and politics from the Far East and nearer home, dangerously near, across a few Alpine ranges to the south and closeted with his advisors in his modern palace overlooking Lac Geneva, the third shadow of a charismatic, curly-haired, beautiful former athlete.</p>
<p>Unlike Patriarch, this man’s tie, shirt collar and jacket always look dishevelled, as if he’s come straight from a kickabout in the car park. In his homeland, France, he cannot walk the streets without being mobbed. Patriarch never knew such popularity, such love. (&#8230;)</p>
<p>When his long-time Polish girlfriend Ilona walked out in late 2008 he knew his game would henceforth be going down, not up. Increasingly disorientated, he has fumbled his way through recent public appearances.</p>
<p>He giggled away concerns of John Terry’s philandering as ‘Anglo Saxon’ exceptionalism. ‘If this had happened in, let&#8217;s say, Latin countries, then I think he would have been applauded.’ There was a kind of group holding of breath. Then embarrassment rippled across the world.</p>
<p>A man who has worked with him for much of two decades and watched him when he didn’t, says Patriarch is now a confused specimen. ‘In his own mind he casts himself as a victim, now doubting he can anymore walk on water.’</p>
<p>When Patriarchs summon God to support their cause, you can hear the mortician cough and reach for his measuring stick. ‘If I&#8217;m still wanted by the congress and God will give me health I will go, but if the congress says no, then I will say &#8216;thank you,’ meaning he’s undecided when exactly to reach for his coat and turn in the car keys.</p>
<p>Uh huh. Why did she wait so long to give us this second, fin de siècle announcement. It is because she defers to the Great Dictator but we are the lucky ones because she lets him dictate his obituary as he would wish it were constructed for his favourite newspaper, the Neue Zürcher Zeitung.</p>
<p>BACK TO Patriarch’s custom-built mirror. He dazzles himself with talk of his 35 year ‘mission’ to make the world a better place but still his meanness writhes in a dark corner as he tells her that ‘unlike former presidents’ (that’s one in the shrivelled nuts for the previous Patriarch, now aged 93 and, in Rio, beyond the reach of the Swiss cops) he has been ‘committed to a wide range of humanitarian projects.’</p>
<p>Fighting child labour: Tick that box. UNICEF, tick again. Fair Play, Respect, Discipline, Social Advancement, Mutual Understanding, Eradicate Polio, Improve Public Health.</p>
<p>Switch Ticking machine to rapid fire, fax results to NZZ Obituaries Department.</p>
<p>Keep reading, here’s Patriarch’s ‘Love Affair With Africa.’ Indeed he so much loves Africa that, lacking a son, he has bequeathed it to Nephew. Patriarch talks frequently of the Family of Football – but when there’s money to be extracted, it’s a very small family. Nephew has been given an enormous chunk of the television rights to the Big Games in South Africa this year and if that isn’t enough, he’s been gifted a large bite size of the ticketing for the corporations. (&#8230;)</p>
<p><em>read more on www.transparencyinsport.org</em></p></blockquote>
<p>Ich war immer skeptisch und habe die nimmermüde, einmalig begeisternde Euphorie meines Freundes Andrew Jennings selten verstanden, diesmal aber komme ich ins Grübeln. Denn es ist ja so: Die neuen Herausforderer Bin Hammam und Chung haben nicht nur Geld und eine Hausmacht, sie haben im Laufe der Jahre Wissen angesammelt, das Sepp akut gefährdet.</p>
<p>Nicht zu vergessen: Während des Wahlkampfes um die FIFA-Präsidentschaft, während der gigantischen Schlacht um die Weltmeisterschaften 2018/2022 bleibt der Posten des Chefs der FIFA-&#8221;Ethikkommission&#8221; verwaist &#8211; denn Lord Sebastian Coe hat sich ja vor <a title="Ethik-Pause für Lord Coe" href="http://jensweinreich.de/2009/02/18/ethik-pause-fur-lord-coe/" target="_self">mehr als einem Jahr</a> <a title="Voting für Sepp Blatter: Wer soll die FIFA-Ethikkommission leiten?" href="http://jensweinreich.de/2009/02/18/voting-fur-sepp-blatter-wer-soll-die-fifa-ethikkommission-leiten/" target="_self">beurlauben</a> <a title="Andrew Jennings nimmt die Wahl zum FIFA-Ethikchef an" href="http://jensweinreich.de/2009/02/20/andrew-jennings-nimmt-die-wahl-zum-fifa-ethikchef-an/" target="_self">lassen</a>.</p>
<p>Sollte man deshalb besser sagen: Die FIFA hat weder eine Ethik, noch eine Ethikkommission, noch Mitglieder einer Ethikkommission? (Der Link auf der deutschen FIFA-Webseite führt <a title="www.fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/committee=1882034.html" target="_blank">ins Leere</a>, auf der <a title="www.fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/committee=1882034.html" target="_blank">englischen Variante</a> steht seit langer Zeit: The new composition of this committee will be confirmed in due course.)</p>
<p>Geschäftsethik beweist die FIFA auch nicht immer. Der VISA-Mastercard-Gerichtsgang, der den Verband rund 100 Millionen Franken kostete, hat das einst grandios bestätigt. In den Gerichtsakten fand sich damals eine FIFA-interne Email, in der sich <a title="SÜddeutsche: Fouls der Funktionäre" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/827/389621/text/" target="_blank">die Kameraden</a> um den <a title="Nichts als Lügen" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0623/sport/0048/index.html" target="_self">damaligen Vielfachlügner</a>, danach <a title="Zurück von der Reservebank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0628/sport/0048/index.html" target="_self">von Blatter gefeuerten und kurz darauf zum Generalsekretär ernannten</a> <a title="Im Reich der Lügen" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0702/sport/0027/index.html" target="_blank">Jérôme Valcke</a> gefragt:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Was müssen wir tun, dass es wenigstens ein bisschen so aussieht, als habe die FIFA-Geschäftsethik?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Sehr gute Frage. Nächste Frage bitte. Oder mal Jack Warner fragen.</p>
<p>Einige Fragen, die ich FIFA-Medienchef Nicolas Maingot gestellt habe, sind noch offen. Derweil ein kurzer Nachklapp zum gestrigen Beitrag, eine Zusammenfassung, erschienen u.a. in <a title="Allianz gegen den Alleinherrscher" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0219/sport/0010/index.html" target="_blank">Berliner</a> und Süddeutscher Zeitung: <span id="more-6938"></span></p>
<blockquote><p><strong>Allianz gegen den Alleinherrscher</strong></p>
<p><em>Asiens Konföderationschef Mohamed Bin Hammam will Fifa-Präsident werden und die Ära von Joseph Blatter beenden</em></p>
<p>Im Fußball-Weltverband Fifa steht ein Machtwechsel bevor. Die beiden mächtigsten asiatischen Fußballfunktionäre haben sich gegen den Fifa-Präsidenten Joseph Blatter, 73, verbündet und eine Gegenkandidatur für die Präsidentenwahl im kommenden Jahr angekündigt. Asiens Konföderationschef Mohamed Bin Hammam (Katar) und der südkoreanische Milliardär Chung Mong-Joon, ein Sohn des Hyundai-Gründers, traten in Seoul gemeinsam vor die Presse. Das allein grenzt schon an ein Wunder, denn beide waren bislang verfeindet und haben sich noch im vergangenen Jahr hässliche Verbal-Scharmützel geliefert. &#8220;Wir würden gern einen Asiaten als Fifa-Präsidenten sehen&#8221;, sagt Bin Hammam nun, &#8220;unseren Kandidaten wird ganz Asien unterstützen.&#8221;</p>
<p>Im Privatjet des Emirs</p>
<p>Vor wenigen Wochen hatte Bin Hammam bereits die arabische Fußballwelt befriedet, als er sich mit Scheich Salman Al-Khalifa aus dem winzigen Nachbarland Bahrain versöhnte. Scheich Salman hatte ihn 2009 bei der Wahl zum Präsidenten der asiatischen Konföderation AFC herausgefordert und war von Chung unterstützt worden. Bin Hammam drohte damals Salman und Chung: &#8220;Wer sich mir in den Weg stellt, dem schlage ich Kopf, Hände und Beine ab!&#8221; Wenn Bin Hammam, Fifa-Vizepräsident Chung und Scheich Salman kooperieren, wird Asien geschlossen hinter dem Herausforderer stehen. Das Trio gebietet über unerhörte finanzielle Mittel. Diese Allianz dürfte das Ende der Ära Blatter einleiten. Blatter kam 1975 als Entwicklungshilfedirektor zur Fifa, wurde 1981 Generalsekretär und ist seit 1998 Präsident. Bei seiner ersten Wahl, überschattet von Korruptionsvorwürfen, versprach er, nur zwei Amtszeiten lang zu agieren. 2011 aber tritt er zum vierten Mal an, was Bin Hammam vor einiger Zeit kritisierte; er forderte damals eine Begrenzung auf drei Amtszeiten.</p>
<p>Es gibt kaum Zweifel daran, dass der 60-jährige Bin Hammam Blatters Herausforderer wird. Pikanterweise wird er von Peter Hargitay beraten, dem ehemaligen persönlichen Berater Blatters. Seit 1998 hat Bin Hammam, ausgestattet mit einer Blankovollmacht des Emirs von Katar, mit dem er eng befreundet ist, Blatter stets unterstützt und viele Stimmen in Asien und vor allem Afrika gesichert. Wochenlang tourte man im Privatjet des Emirs durch die Dritte Welt, verteilte Bares und leistete sogenannte Entwicklungshilfe. Blatter hat einmal gesagt, es sei nur normal, dass Bin Hammam dafür Gegenleistungen erwarte und bekomme. Bislang gingen diese Stimmen stets an Blatter. Künftig gehen sie an Bin Hammam persönlich.</p>
<p>In der 106-jährigen Geschichte der Fifa gab es bislang acht Präsidenten &#8211; den Brasilianer João Havelange und sieben Europäer. Dieses Momentum für einen neuen Kontinent ist nicht zu unterschätzen. Asien und Afrika stellen zusammen etwa die Hälfte der 208 Stimmen im Fifa-Kongress. Blatter lässt sich zitieren: &#8220;Es gibt nun offenbar Kandidaten für 2011. Meine Position aber hat sich nicht geändert: Ich habe meine Mission noch nicht beendet, und wenn der Kongress so entscheidet, dann stehe ich zur Verfügung. Die Wahlen sind aber erst 2011.&#8221;</p>
<p>Blatter taumelt derzeit von einer Krise zur nächsten und steht mit der Weltmeisterschaft in Südafrika vor einer kolossalen Herausforderung. Kürzlich musste er auf Druck einiger Exekutivmitglieder &#8211; Drahtzieher war ebenfalls Bin Hammam &#8211; in Jérôme Champagne seinen wichtigsten Mitarbeiter entlassen. Die Hilfe des französischen Diplomaten, der lange Jahre exklusiv mit den Fifa-Nationalverbänden verhandelt und sich selbst eine Hausmacht erarbeitet hatte, würde der Präsident Blatter jetzt brauchen.</p>
<p>Der Ruf des Geldes</p>
<p>Parallel zum nun eröffneten Wahlkampf und zu den WM-Vorbereitungen laufen die Bewerbungen um die beiden Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Auch hier tut sich Erstaunliches: Für 2018 könnte Russland dem Favoriten England den Rang ablaufen. Für 2022 gelten Australien und die USA als Favoriten. Es bewerben sich auch Katar und Südkorea &#8211; die langjährigen Streithähne Bin Hammam und Chung sind also direkt beteiligt und werden einen Deal anstreben.</p>
<p>Wenn Asien sich einig ist und die meisten Stimmen aus Afrika sicher hat, fehlt nur noch das Stimmenpaket aus der Konföderation von Nordamerika und der Karibik (Concacaf), dann wäre Blatter geschlagen. Fifa-Vizepräsident und Concacaf-Boss Jack Warner, Skandalnudel aus Trinidad, gebietet mittlerweile über 40 Stimmen. Warner kennt keine Freundschaften, er folgt allein dem Ruf des Geldes. Da hat Blatter nichts zu bieten &#8211; Mohamed Bin Hammam und Chung Mong-Joon locken indes mit märchenhaften Reichtümern für alle, die helfen, Joseph Blatter zu stürzen.</p></blockquote>

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		<title>Götterdämmerung in der FIFA: Abschied von Joseph Blatter</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 21:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Themenwechsel. Die sportpolitische Nachricht des Tages kommt aus Asien. Früher als ich erwartet hatte. Das ist ein Hammer. Ich frage mich, warum keine deutsche Nachrichtenagentur darüber berichtet. FIFA-Präsident Joseph Blatter bekommt einen Gegenkandidaten bei der Wahl im Sommer 2011! Die Asian Football Confederation (AFC) wird einen Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft stellen.
Ich vermute mal, Asiens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-6891" title="Doha 2003" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/scheich.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="250" height="435" align="left" />VANCOUVER. Themenwechsel. Die sportpolitische Nachricht des Tages kommt aus Asien. Früher als ich erwartet hatte. Das ist ein Hammer. Ich frage mich, warum keine deutsche Nachrichtenagentur darüber berichtet. FIFA-Präsident Joseph Blatter bekommt einen Gegenkandidaten bei der Wahl im Sommer 2011! Die Asian Football Confederation (AFC) wird einen Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft stellen.</p>
<p>Ich vermute mal, Asiens Ankündigung wird den UEFA-Präsidenten Michel Platini dazu zwingen, selbst anzutreten. So könnte es noch sehr lustig werden. Eine FIFA-Wahl mit drei Kandidaten? Blatter, <a title="alle Beiträge zu Mohammed Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/category/mohamed-bin-hammam/" target="_self">Mohamed Bin Hammam</a> oder <a title="alle Beiträge zu Hyundai, Chung" href="http://jensweinreich.de/?s=hyundai" target="_self">Chung Moon-Jung</a> und Platini?</p>
<p>Die Chaos-WM in Südafrika, die Präsidentenfrage und der von Joseph Macchiavelli Blatter initiierte irre Wettbewerb um die Fußball-Weltmeisterschaften <a title="alle Beiträge WM 2018" href="http://jensweinreich.de/category/wm-2018/" target="_self">2018</a>/<a title="alle Beiträge WM 2022" href="http://jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">2022</a>. Alles parallel. Ich bin gespannt, ob und wie die FIFA das meistert.</p>
<p>Jedenfalls, Asiens Fußball-Präsident Mohamed Bin Hammam (Katar) und Südkoreas Primus, der Milliardär Chung (Hyundai-Dynastie), die ihren Hass aufeinander nie verbergen konnten und sich heftig bekämpft hatten, haben sich verbündet. Allein schon der Umstand, dass die beiden heute in Seoul eine gemeinsame <a title="The AFC.com" href="http://www.the-afc.com/en/inside-afc/676-afc-news/27042-notes-from-afc-presidents-media-conference" target="_blank">Pressekonferenz</a> gaben, ist eine Sensation. Was sie mitteilten erst recht.</p>
<blockquote><p><strong>Asian candidate for FIFA Presidency</strong></p>
<p><strong>Mohamed Bin Hammam:</strong> We would like to see an Asian as the President of FIFA. This represents and reflects the importance of our continent. The AFC’s slogan is ‘The Future is Asia’. And this is true in all spheres of the sport. I believe that the time has come for an Asian to come forward for this position. And there is more than one potential candidate available from Asia to lead world football. When we have that person I hope the whole of Asia will unite behind him.</p>
<p><strong>On Dr Chung</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Mohamed Bin Hammam:</strong> We have had our differences. We have used our differences for the benefit of Asian football. Today, our agreements are more than our differences. Now I and Dr Chung have more agreements than differences. I have to thank Dr Chung for making this happen because in our Executive Committee meeting in November 2009 he told all the members that the past was past and it was time to re-unite behind the AFC President.</p></blockquote>
<p>Da hat also mein alter Freund <a title="Post vom Anwalt: Private and confidential!" href="http://jensweinreich.de/category/peter-hargitay/" target="_self">Peter Hargitay</a> als Spin Doctor offenbar ganze Arbeit geleistet. Hier mal ein Schnappschuss, den ich beim FIFA-Kongress 2003 in Doha gemacht habe, als Hargitay (der Mann mit dem breiten Scheitel im Hintergrund) noch für Sepp als Personal Advisor anschaffte. Blatter ließ ihn später fallen (er hält es nie lange aus mit Mitarbeitern, heuert und feuert auf FIFA-Kosten nach Belieben), so dass Hargitay die Seiten wechselte und für Bin Hammam werkelt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6889" title="FIFA, Doha 2003" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/peterseppbin.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Bitte mal genau hinsehen: Wenn beobachtet Hargitay wohl? Etwa Sepp oder schaut er nicht etwa doch zu Bin Hammam (rechts leider abgeschnitten im Bild) und überlegt, dass in Katar viel bessere Geschäfte zu machen sind als in Zürich?</p>
<p>Das kann das Ende der Ära des Sepp Blatter sein. Schätze, auf den Konjunktiv kann ich verzichten. Denn Bin Hammam, um nur ein Beispiel zu nennen, hat ihm <a title="Oops" href="http://jensweinreich.de/2008/01/30/oops/" target="_self">seit 1998, seit der ersten Wahl in Paris</a> gegen Lennart Johansson, die Stimmen in Afrika gesichert. Die fallen nun weg.</p>
<p><em>Update, 18.2., 10.42 Uhr (Pacific Time): </em>Email von der FIFA. Der Präsident ist überraschender Weise nicht für mich zu sprechen. Folgendes Zitat aber könne ich gern verwenden, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Ich bin zufrieden. </strong>Es gibt nun offenbar Kandidaten &#8211; aus Asien &#8211; für die FIFA Präsidentschaft im Jahr 2011. Meine Position hat sich nicht geändert: Ich habe meine Mission noch nicht beendet, und wenn der Kongress so entscheidet, dann stehe ich zur Verfügung. Die Wahlen sind aber erst im  Juni 2011. Wir konzentrieren uns jetzt aber darauf, eine erfolgreiche Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika durchzuführen.</p></blockquote>
<p>Sollte sich auch noch Jack Warner mit seinen 35 CONCACAF-Stimmen auf die Seite der Asiaten schlagen und sich etwa von Chung bezahlen lassen (Geld genug ist ja vorhanden in der Hyundai-Kriegskasse und auf den Konten des Emirs von Katar), ist alles vorbei.</p>
<p>Ohne Bin Hammam und Jack ist Blatter ein Nichts. Er tut mir schon jetzt leid, denn ich mag ihn ja. Er leidet. Er hat Angst. Er ist einsam. Die plötzliche <a title="Unruhe in der FIFA: Blatter feuert seinen wichtigsten Mitarbeiter" href="http://jensweinreich.de/2010/01/16/unruhe-in-der-fifa-blatter-feuert-jerome-champagne-seinen-wichtigsten-mann/" target="_self">Trennung von Jérôme Champagne</a> vor einigen Wochen hatte schon angedeutet, dass er den Fliehkräften nicht mehr stand halten und heftig aus der Bahn geschleudert werden könnte.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Auf Wunsch eines einsamen Kommentators, die Umfrage:</p>
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		<title>Friedensnobelpreis für das IOC? Willi wills wissen</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 13:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es läuft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon kurz eingegangen. Zum Sachverhalt:
Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten für Sport in einem Interview:
Das IOC war immer mal wieder im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es läuft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon <a title="Vancouver (3): Plastiklöffel auf Papptellern" href="http://jensweinreich.de/2010/02/05/vancouver-3-eislauf-zoff-um-mitternacht/" target="_self">kurz eingegangen</a>. Zum Sachverhalt:</p>
<p>Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten für Sport in einem Interview:</p>
<blockquote><p>Das IOC war immer mal wieder im Gespräch für den Friedensnobelpreis? Hätte es diese Auszeichnung verdient?</p></blockquote>
<p>Lemke nimmt die Verbalvorlage auf:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich würde das nachdrücklich unterstützen. Der Sport trägt zur Entwicklung von Frieden bei, deshalb wäre ich für eine Nominierung des IOC. Es wäre auch ein positives Signal im Kampf gegen die Auswüchse des Sports.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun, ich möchte momentan gar nicht versuchen, auf diese &#8220;Argumente&#8221; einzugehen. Will Willi, auch wenn das folgenlos bleibt, denn er findet ja, dass die dämlichen Journalisten viel zu bösartig-kritisch mit dem IOC und China umgegangen sind (im Sportausschuss hat er vor einiger Zeit sogar die Süddeutsche erwähnt als böses Beispiel), nur an Tibet und Peking und das Team Darfour erinnern. Das soll reichen. Zum Thema Friedensnobelpreis habe ich jüngst etliche Zeilen gedichtet. Ganz liebevoll hier im Blog, live von der <a title="&quot;More than just a game&quot;: PR auf Robben Island" href="http://jensweinreich.de/2009/12/05/more-than-just-a-game-pr-auf-robben-island/" target="_self">Gefängnisinsel Robben Island</a> &#8211; und kurz darauf auch für SpiegelOnline (&#8220;<a title="SpOn: Nobelpreis out of Africa" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,665363,00.html" target="_blank">Nobelpreis out of Africa</a>&#8220;), wo der Text gerade erschien. Joseph Macchiavelli Blatter selbst hat ja mit mir relativ <a title="Hörbefehl! Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/2009/10/04/hor-befehl/" target="_self">munter über den Friedensnobelpreis geplaudert</a>. Ich weiß von etlichen Eingeweihten, wie sehr er ihn sich wünscht, und seine PR-Jungs sind lange schon aktiv.</p>
<p>Demnächst starte ich mal eine kleine Recherche und liste die verschiedenen Nobelpreisinitiativen von und für Sportverbände auf. Ach, was sage ich, das machen wir gemeinsam &#8211; und stellen dann auch die schlagenden Argumente dagegen ein. Etwa IOC-Doyen, Junta-Fan und gelegentlicher Waffenhändler Joao Havelange, formerly known as FIFA-Präsident, vom nigerianischen Massenmörder Sani Abacha einst als Häuptling Ekwueme geadelt &#8230; usw. usf. Generalmajor Francis Nyangweso, einst Verteidigungsminister und Buddy des Menschenschlächters Idi Amin, ist ja auch noch IOC-Mitglied. Auf Leute wie Nyangweso setzt die deutsche Sportpolitik und damit die Münchner Olympiabewerbung. In Afrika engagieren sich nicht nur Lemke, sondern auch das UDIOCM und der Bund ganz stark, um Stimmen zu generieren. Aber dazu später, ich will keinen Rundumschlag starten, ich meine, es ist hier schon 4.43 Uhr und ich sollte verdammt nochmal endlich schlafen.</p>
<p>Für all jene, die nicht schlafen müssen, kopiere ich einfach mal ein Kapitelchen rein, das Thomas Kistner und ich 1996 für das Buch &#8220;<a title="Muskelspiele" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/muskelspiele/" target="_self">Muskelspiele</a>&#8221; verfasst haben.</p>
<p>Unredigiert, unverlinkt, unaktualisiert. Einfach so, es kann dennoch nicht schaden.</p>
<p>Mit Dank an meinen guten alten Freund Frank Brandsås.</p>
<blockquote><p><strong>Samaranch jagt den Friedensnobelpreis</strong></p>
<p>Wer jeden Tag was Gutes tut, wer die Menschheit mit Idealen der Fairneß, Gleichheit und Demokratie überhäuft und das Hohelied auf sich selbst sogar vor der UN-Vollversammlung anstimmen darf, sollte sich zum Ausgleich etwas Besonderes gönnen. Am besten was Angemessenes aus der höheren Preislage. Sind es nicht humanitäre Vordenker wie Exzellenz Marquis de Samaranch oder Doktor Kim, die ihren Landsleuten jahrzehntelang das olympische Ideal der Toleranz vorlebten? Waren es nicht sozialökonomische Pioniere wie Nebiolo, Rana oder Havelange, die den Reichtum der Sportvölker mehrten, indem sie Fernsehreklame und Werbelogos erfanden? Stehen nicht die Spiele für ein wahrhaft völkerverschwägerndes Ereignis, bei dem ein jeder die Siege der anderen bejubelt, besonders, wenn die unter fremder Flagge starten? Steht nicht das IOC für eine Welt kerngesunder Athleten, an denen sich die von Drogen bedrohte, schlappe Restjugend was abschneiden kann? Reines Familienglück, eine Bewegung voller Vorbilder. Eine, die ihren Preis kennt: nobel muß er sein, von Friedenstauben umgurrt.</p>
<p>Der Countdown läuft seit Jahren, 1996 soll es endlich klappen. Wenn das IOC den Friedensnobelpreis nicht zum hundertsten Geburtstag der Spiele erhält, dürfte der Traum vorerst abgeschrieben werden. Getan hat man jedenfalls alles dafür. Zumindest hinter den Kulissen.</p>
<p>In Norwegen obliegt es der ”Storting” genannten Volksvertretung, ein eigenes Komitee zur Verleihung des Friedensnobelpreises zu berufen. Über sämtliche Nobelpreise für die Verdienste ums Menschengeschlecht befinden die Königlich-Schwedischen Akademien in Stockholm, einzig der Frieden wird in Oslo proklamiert. Mag ja Zufall gewesen sein, daß die Winterspiele im Jahr des 100. IOC-Geburtstages ausgerechnet im norwegischen Lillehammer stattfanden, obwohl nicht einmal die norwegischen Öko-Außenseiter selbst bei der Kür 1988 in Seoul damit gerechnet hatten, daß die Wahl auf sie fallen könnte. Mag ja kein cool kalkulierter Werbefeldzug gewesen sein, der Samaranch zu Spielebeginn kurz in die zerstörte Olympiastadt von 1984, Sarajewo, führte, um dort vor kopfschüttelnden Passanten und den Kameras der Welt um Frieden für die Dauer der Sportsause in Lillehammer zu bitten. Gewiß sind es beste Absichten im Dienste der Menschheit, die das IOC beständig antreiben, endlich Sitz und Stimme in den Vereinten Nationen zu ergattern. Und doch. Es gibt da eine Kleinigkeit, die nicht so recht ins Bild edler Selbstlosigkeit paßt.</p>
<p>1991 schloß das IOC in Birmingham ein Vertrag mit der weltweit operierenden Werbeagentur Grey Advertising und deren PR-Ableger GCI ab. Selbst der traditionelle IOC-Vermarkter ISL zeigte sich damals überrumpelt. Grey indes machte die neue Liaison stolz publik: ”Grey/GCI wird auch für die internationale Vision des IOC und dessen Verpflichtung werben, über die Sportarena hinaus einen positiven Einfluß auszuüben&#8230; Zusätzlich wird Grey spezielle Kommunikationsprogramme durchführen für ausgewählte IOC-Projekte, die bestimmt sind, ein besseres internationales Verständnis und menschliche Harmonie zu fördern.”</p>
<p>Von ferne klingt durchs Weltverbesserungsgeschwafel, was vornehmliche Aufgabe des marktbeherrschenden Werbetycoons mit 260 Büros in aller Welt ist: die Förderung der Nobelpreiskandidatur des IOC. Aber peinlich wurde der Vorgang erst, als er in dieser Deutlichkeit publik wurde. Zwei Jahre später posaunte IOC-Pressechefin Michele Verdier das freudige Ereignis voll argloser Indiskretion in die Welt: Bon, ganz richtig, der Vertrag sei mit diesem Ziel geschlossen worden. Danach kam es zu verwirrenden Dingen, die sich in summa so umschreiben lassen: Die Bewegung lief schamrot an. Das IOC streitet seither die Nobelpreisambitionen ab oder vermeidet konkrete Statements zum Thema.</p>
<p><span id="more-6560"></span>Es war das Verdienst des norwegischen Journalisten Frank Brandsaas vom ”Arbeiderbladet”, für umfassende Aufklärung gesorgt zu haben. Brandsaas hatte bereits erste Gerüchte über die Nobelpreisbemühungen aufgeschnappt, als im Juli 1992 ein Artikel im ”Atlanta Journal &amp; Constitution” erschien. Darin packte der wegen olympischer Geschäftsverfilzungen ausgestiegene IOC-Vizepräsident Robert Helmick über die ehrenwerte Gesellschaft aus. Er meinte: ”Als er (gemeint ist Samaranch/d. A.) die PR-Firma Grey Advertising anheuerte, sagte er, deren Erfolg wird sich daran messen, ob wir den Nobelpreis gewinnen oder nicht. Er will ihn für das IOC, aber das ist er selbst. In diesem Punkt betrachtet er sich selbst als das IOC.” Anfang 1993 suchte der Journalist aus Norwegen das IOC in Lausanne auf. Madame Verdier bestätigte ihm und seinem Kollegen Einar Odden das Zitat, ohne Helmicks Namen selbst zu erwähnen. Mehr noch, so bezeugen es die Journalisten: ”Sie machte die Sache größer, indem sie sagte, daß die PR-Aktionen für den Nobelpreis die eigentliche Hauptaufgabe für Grey Advertising sei.” Bevor Brandsaas die Geschichte publizierte, versicherte er sich bei Helmick persönlich. Der Anwalt aus Iowa bestätigte die Aussage nicht nur, er wiederholte sie.</p>
<p>Mit Blick auf die Allmachtpolitik des IOC, das im Ernstfall sowohl Helmick als auch Verdier mundtot machen würde, fahndete Brandsaas nach weiteren Informationsquellen. Er wurde fündig bei einer in Oslo ansässigen Firma namens Jensen Grey A/S. Firmenchef Ingar Andresen erwiderte seine Frage (”Was haben Sie bisher unternommen, um Grey und das IOC bei der Kampagne für den Nobelpreis zu unterstützen?”) ausweichend: Man habe noch nicht begonnen, zudem sei diese Arbeit nicht offiziell. Am selben Abend druckte ”Arbeiderbladet” die Nobelpreisgeschichte über die gesamte Titelseite.</p>
<p>Brandsaas erhielt eine Einladung, die Story im nationalen Fernsehsender NRK zu debattieren. NRK teilte dazu mit, daß Ingar Andresen alles bestritten habe. Brandsaas rief Andresen an. Der stritt ab, was er zuvor angeblich NRK gesagt hatte. Brandsaas hakte nach, erkundigte sich, wie er, Andresen, wohl reagieren würde, wenn er in einem der bekanntesten TV-Programme per Tonband der Lüge überführt werde? Der PR-Mann lud ihn daraufhin in sein Büro ein, um einige Papiere vorzulegen. Brandsaas ging hin und erfuhr von Andresen, daß ihn Grey/IOC angewiesen hätten, nichts mehr zu dem Thema zu sagen.</p>
<p>Derweil hatte NRK ein Team nach Lausanne geschickt. Aus der Verabredung mit Madame Verdier wurde nichts, der Reporter hatte es statt dessen mit IOC-Generaldirektor Francois Carrard zu tun. Überhaupt ist von Madame Verdier seither nicht mehr viel zu sehen. Sie nennt sich zwar noch Informationsdirektorin des IOC, bei Pressekonferenzen aber führt zumeist Carrard das Wort. Frau Verdier teilt die Fragesteller ein, ansonsten sieht man sie vorwiegend mit Stößen kopierten Pressematerials im Arm durch die Arbeitssäle huschen.</p>
<p>Doch selbst des gewiegten Carrards Ausflüchte retteten damals nichts mehr. Inzwischen erinnerte sich auch der Sportdirektor des norwegischen NOK, Bjorge Stensbol, gegenüber ”Arbeiderbladet”, daß Samaranch schon drei, vier Jahre zuvor eine von Stensbol begleitete norwegische Besucherdelegation in Lausanne gefragt habe, ob einer der Gäste vielleicht Mitglieder im Nobelpreiskomitee kenne. Wofür braucht man die Bekanntschaft von Nobelpreisjuroren? Einen zum Kegeln, zwei zum Skat? Mit einer Melange aus Heiterkeit und grimmiger Empörung wurde in Norwegen reagiert, auch Komiteemitglieder kommentierten böse die olympische PR-Offensive.</p>
<p>Besonders schmerzlich für das IOC dürfte eine Darstellung des Vorgangs durch die angesehene ”Neuen Zürcher Zeitung” gewesen sein, die quasi vor der eigenen Haustür erscheint und bis ins Hinterstübchen rumpelte. Das Blatt schrieb im Februar 1993: ”Schon die Tatsache, daß sich zwei Komiteemitglieder öffentlich äußerten, kann als Ende aller IOK-Ambitionen gewertet werden. Die drei Männer und zwei Frauen des Komitees pflegen sich für gewöhnlich in absolutes Schweigen über alle vorgeschlagenen Kandidaten zu hüllen, so daß die Empörung über das dreiste IOK-Gebaren in Oslo sehr groß gewesen sein muß. Aber auch ohne den jetzt entstandenen schalen Geschmack wäre wohl nichts aus dem Vorhaben geworden. Aud-Inger Aure, norwegisches Parlamentsmitglied der Christdemokraten, hält Samaranch selber für ein Hindernis. Seiner Meinung nach wäre es ein Hohn, den Friedenspreis an das IOK, eine &#8216;Organisation selbsternannter Bonzen&#8217; mit zum Teil schlimmer politischer Vergangenheit, zu vergeben. In der Tat würde Samaranch mit der hauptsächlich von ihm betriebenen Kommerzialisierung der Spiele schwer etwa zur letzten Friedenspreis-Trägerin Rigoberta Menchu passen, einer Indianerin aus Guatemala, die gegen das dortige Militärregime gekämpft hat, das ihre Eltern und einen Bruder ermorden ließ.”</p>
<p>Der Vorgang bereichert die Nobelpreisgeschichte um ein Novum, denn Marketingstrategien waren zur Kür von Persönlichkeiten wie Mutter Teresa oder Erzbischof Desmond Tutu bislang nicht erforderlich. Doch darf nicht verwundern, wenn das von Großindustriellen, Bankern und Advokaten dirigierte Weltsportimperium auch solche Ziele mehr nach den Gesetzen von Drukkerpresse und Big Business verfolgt.</p>
<p>Friedensorganisationen und Menschenrechtskommissionen haben den Eindruck, daß Toleranz und Humanität vorwiegend unter merkantilem Aspekt Berücksichtigung finden im Tagwerk des superreichen IOC. Kaum eine von ihnen hat es geschafft, das IOC zu selbstloser Unterstützung ihrer Arbeit zu gewinnen. Gutes im stillen tun, zahlt sich nicht aus. Für Insider wie Richard Dicker von der Menschenrechtsorganisation ”Human Rights Watch” in New York, der die subtile Machtpolitik des IOC aus nächster Nähe studieren konnte, verkörpert die olympische Riege schlicht ein diktatorisches Gebilde, ”zum Glück ohne direkten Zugriff auf ein Volk und auf die politische Macht”. Der weitgereiste Tibet-Experte Dicker hatte über Jahre verfolgt, wie das IOC die Kandidatur Pekings für die Sommerspiele 2000 begünstigte und wie die Nobelpreisjäger die massiven Proteste der von China unterdrückten Tibeter zu ignorieren versuchten.</p>
<p>Eine Ausgrenzung von Randgruppen paßt offenbar eher ins Bild, das für die Praktiken des IOC steht. Aus Sorge ums werbeträchtige Image gingen die Ringemakler in den vergangenen Jahren gar auf Distanz zu den Behindertenspielen, den Paralympics. Bei deren Fest gleich nach den Lillehammer-Spielen 1994 wurden zur Eröffnungsfeier erstmals zwei Fahnen gehißt: Eine mit fünf und eine mit drei Tränen. In Nagano, dem Austragungsort der Winterspiele 1998, wird es nur noch die Flagge mit drei Tränen sein &#8211; die mit den fünf Zähren ist dann für immer verschwunden. (&#8230;)</p>
<p>Zurück nach Oslo. Die Nobelpreisjury lacht über die guten Menschen vom IOC, und die Oberolympier fühlen sich wieder gründlich mißverstanden. Hatten nicht sie, die Hundertschaft der olympischen Gralshüter, Sinnstiftendes am Menschengeschlecht vollbracht? War es ihnen nicht gelungen, spätestens in Barcelona alle mal wieder zusammenzutrommeln? Haben sie Südafrika nicht zeitig wieder die Hand geboten? Hatten sie 1992 nicht die Athleten des kriegsführenden Serbiens mit einer IOC-Sondermaschine einfliegen lassen (gegen den Willen der UN, und während sich andere Teilnehmer aus dem von Serbien terrorisierten Rest-Jugoslawien irgendwie per Bus oder Autostopp nach Barcelona durchschlagen mußten)?</p>
<p>IOC-Generaldirektor Carrard hatte am Vorabend der Eröffnungsfeier in Barcelona vor der versammelten Presse mit einer denkwürdigen Adresse an die widerspenstige UN triumphiert: ”Das IOC hat eine Schlacht gewonnen!” Die Metaphorik deutet an, daß im olympischen Buhlen um den gewissen ”human touch” wenig heilig ist. Die Ziffern zählen. Teilnehmerkontingente, Fernseh-Milliarden, Sponsorzahlungen. Und Rekorde.</p></blockquote>

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		<title>Unruhe in der FIFA: Blatter feuert Jérôme Champagne, seinen wichtigsten Mann</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 02:55:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fifa]]></category>
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		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist erst fünf Wochen her, dass ich auf Robben Island mit Jérôme Champagne gesprochen habe, der einen durchaus relaxten und selbstbewussten Eindruck gemacht hat. Aber was weiß ich schon. Damals &#8211; fünf Wochen sind in Sepps Reich wirklich eine Ewigkeit &#8211; hätte ich vermutet, dass Jérôme einigermaßen fest im Sattel sitzt. Wenngleich mir schon klar war, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist erst fünf Wochen her, dass ich <a title="&quot;More than just a game&quot;: PR auf Robben Island" href="http://jensweinreich.de/?p=6044" target="_self">auf Robben Island</a> mit <strong>Jérôme Champagne</strong> gesprochen habe, der einen durchaus relaxten und selbstbewussten Eindruck gemacht hat. Aber was weiß ich schon. Damals &#8211; fünf Wochen sind in Sepps Reich wirklich eine Ewigkeit &#8211; hätte ich vermutet, dass Jérôme einigermaßen fest im Sattel sitzt. Wenngleich mir schon klar war, dass er sich eine Position erarbeitet hat, die auch nach ganz oben führen könnte &#8211; und dass er damit eine Gefahr für Sepp wird. Ich hätte aber nicht gedacht, dass Sepp noch vor der WM in Südafrika handeln würde. Doch siehe: Am Freitag hat Jérôme Champagne die FIFA verlassen. Der Direktor für Internationale Beziehungen, Blatters wichtigster Mann nicht nur im Presidential Office, muss den Dienst quittieren. Wenn man so will ist das eine der wichtigsten Personalien des Weltsports. Sehr sehr spannend!</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6052" title="Jérôme Champagne" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/jerome.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p><strong>Joseph Macchiavelli Blatter</strong> belastet <a title="Uf widerluege, Hans Klaus!" href="http://jensweinreich.de/?p=6101" target="_self">mal wieder die FIFA-Kasse</a>. Und die Kommunikationspolitik des umsatzstärksten Einzelsportverbandes der Welt ist erneut ein Desaster (wie sollte es auch anders sein bei diesem Präsidenten). Kein Wort bisher auf der FIFA-Webseite, keine offizielle Email aus Zürich, auf Umwegen erreichte mich allerdings eine Pressemeldung oder ein Entwurf derselben, ich weiß es nicht genau.</p>
<blockquote><p><strong>FIFA und Direktor für Internationale Beziehungen gehen getrennte Wege</strong></p>
<p><strong></strong>Die FIFA und Jérôme Champagne, Direktor für Internationale Beziehungen, geben bekannt, dass sie ihr Vertragsverhältnis per 15. Januar 2010 auflösen.</p>
<p>Der FIFA-Präsident dankt Jérôme Champagne für die 11-jährige Zusammenarbeit und die gemeinsam realisierten Projekte, u. a. 100-Jahr-Jubiläum der FIFA, Beziehungen zu den Regierungen und zur Europäischen Union, Förderung der Besonderheit des Sports innerhalb der EU, Programm „In Afrika mit Afrika gewinnen“, Unterstützung des palästinensischen Fussballs, Verbesserung der Beziehungen zur FIFPro mit Blick auf die Führung des Weltfussballs, Entwicklung des CIES sowie Beziehungen zum IOC und zu den internationalen Verbänden.</p>
<p>Jérôme Champagne dankt seinerseits Joseph S. Blatter dafür, dass er dem internationalen Fussball und einer so ehrenwerten Sache wie der Gestaltung einer besseren Zukunft während so vieler Jahre dienen durfte.</p></blockquote>
<p>Das ist schöner Stoff. Danke, Sepp! Mal sehen, was die Recherche bringt. Da ja stets etliche Sportfreunde aus Zürich mitlesen: Nur her mit den Informationen. Dies ist ein kollaboratives Projekt :)</p>

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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (51): Will denn niemand zur Fußball-WM?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 15:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stell Dir vor, es ist Fußball-WM und keiner will hin. Nicht dass das im Juni so aussieht wie bei der Leichtathletik-WM 2009 im Berliner Olympiastadion:

Südafrika im Winter, horrende Hotelpreise, Transportprobleme, Sicherheitsbedenken &#8211; es gibt gute Gründe, die WM 2010 am Fernseher zu verfolgen, daheim im Garten. Thomas Kistner hat offenbar ins Wespennest gestochen, als er in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stell Dir vor, es ist Fußball-WM und keiner will hin. Nicht dass das im Juni so aussieht wie bei der <a title="alle Beiträge zur WM 2009" href="http://jensweinreich.de/?cat=854" target="_self">Leichtathletik-WM 2009</a> im Berliner Olympiastadion:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/gegen-nah-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4697" title="Leichtathletik-WM 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/gegen-nah-2.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Südafrika im Winter, horrende Hotelpreise, Transportprobleme, Sicherheitsbedenken &#8211; es gibt gute Gründe, die <a title="tag: WM 2010" href="http://jensweinreich.de/?cat=982" target="_self">WM 2010</a> am Fernseher zu verfolgen, daheim im Garten. Thomas Kistner hat offenbar ins Wespennest gestochen, als er in der SZ berichtete, dass kaum Ausländer Tickets kaufen. Für das Kontingent des DFB in der Vorrunde von 21.000 Karten sollen nicht einmal 1.000 gebucht worden sein &#8211; und diese Verkaufsphase lief am Mittwoch ab.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl: &#8220;<a title="sueddeutsche.de: &quot;Festival der Freikarten&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/818/500089/text/" target="_blank">Festival der Freikarten</a>&#8221; auf sueddeutsche.de</li>
</ul>
<p>Das Thema elektrisiert die Medien, manche <a title="Google news" href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;source=ig&amp;q=tickets+fußball-wm&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_blank">Folgegeschichten</a> lesen sich allerdings so, als fühlten sich Journalisten verpflichtet, der FIFA die Stadien und den WM-Reiseveranstaltern die Kassen zu füllen. Egal, das allgemeine Desinteresse an einer Reise in den südafrikanischen Winter bereitet den WM-Organisatoren akute Sorgen. Soeben hat die FIFA eine <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/ticketing/news/newsid=1157778.html#wm+tickets+dank+zusatzlichen+fifa+maßnahmen+einfacher+erhaltlich" target="_blank">Pressemitteilung</a> dazu veröffentlicht, einmal mehr ein PR-Meisterwerk: ein Problem wird in eine Erfolgsstory umgedeutet. Motto: Die FIFA kümmert sich und alles wird gut.</p>
<blockquote><p><strong>WM-Tickets dank zusätzlichen FIFA-Maßnahmen einfacher erhältlich</strong></p>
<p>Mit zusätzlichen Maßnahmen sorgt die FIFA dafür, dass Fans einfacher an Eintrittskarten für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ herankommen. Die Maßnahmen richten sich insbesondere an die Fans der teilnehmenden Mitgliedsverbände (TMV) und schließen an die Maßnahmen an, die bereits für die Bewohnerinnen und Bewohner Südafrikas getroffen wurden. Die Maßnahmen erfolgen eine Woche vor Ende der dritten Phase des öffentlichen Kartenverkaufs am 22. Januar, während die Begeisterung für die erste Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent unablässig steigt.</p>
<p>Maßnahmen für den Kartenverkauf über die TMV:</p>
<ol>
<li>Damit die Fans der TMV mehr Zeit und einfacher Zugang zu den Tickets für die Spiele ihrer Teams haben, hat die FIFA beschlossen, vom 9. Februar bis 7. April 2010 eine weitere TMV-Verkaufsphase durchzuführen. Bislang war nur eine Verkaufsphase geplant (5. Dezember 2009 bis 13. Januar 2010). Die zweite TMV-Verkaufsphase fällt mit der vierten Phase des öffentlichen Kartenverkaufs auf FIFA.com (und in den FNB-Filialen in Südafrika) zusammen. Die Karten werden nach Eingang der Bestellungen vergeben.</li>
<li>Sämtliche Karten der einzelnen TMV-Kontingente, die in der ersten TMV-Verkaufsphase nicht verkauft wurden, gehen an die gegnerischen Teams, die von ihren Fans mehr Bestellungen erhalten haben, als ihnen in dieser Phase Karten zur Verfügung stehen. Damit können diese TMV die zusätzlichen Bestellungen ebenfalls bedienen.</li>
</ol>
<p>Dank der Verlängerung des Kartenverkaufs haben alle Fans die Möglichkeit, über die offiziellen Quellen Karten für den wichtigsten Wettbewerb der FIFA zu erwerben.</p></blockquote>

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		<title>Uf widerluege, Hans Klaus!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 12:52:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[LAUSANNE. Dass ich Hans Klaus demnächst als FIFA-Kommunikationsdirektor verabschieden müsste, war mir spätestens vergangene Woche klar. Denn ich habe ihn vermisst in Südafrika. Derart wichtige Veranstaltungen ohne Mitwirkung des PR-Chefs? Undenkbar. Ich verstehe Nicolas Maingot völlig, dass er mir nicht die Wahrheit gesagt hat, als ich ihn nach dem Verbleib von Hans Klaus gefragt habe. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>LAUSANNE. Dass ich Hans Klaus demnächst als FIFA-Kommunikationsdirektor verabschieden müsste, war mir spätestens vergangene Woche klar. Denn ich habe ihn vermisst in Südafrika. Derart wichtige Veranstaltungen ohne Mitwirkung des PR-Chefs? Undenkbar. Ich verstehe Nicolas Maingot völlig, dass er mir nicht die Wahrheit gesagt hat, als ich ihn nach dem Verbleib von Hans Klaus gefragt habe. Nicolas Maingot wurde nun vom Mediendirektor zum Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ernannt. Denn Hans Klaus hat sich verabschiedet, wurde verabschiedet &#8211; in Sepps Reich ist das eigentlich egal.</p>
<p>Die <a title="FIFA PM vom 8. Dezember 2009" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/administration/news/newsid=1145362.html" target="_blank">FIFA-Pressemitteilung</a> ist wunderbar formuliert, ein Kleinod:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA und Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gehen getrennte Wege</strong></p>
<p>Wie heute bekannt wurde, haben sich die FIFA und ihr  Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit getrennt. Grund waren  unterschiedliche Ansichten bei der Kommunikationsstrategie.</p>
<p>Die FIFA dankt Hans Klaus für seinen Einsatz für die FIFA  und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute.</p>
<p>&#8220;Die letzten beiden Jahre bei der FIFA waren eine  großartige Erfahrung und ein wertvoller Schritt in meiner Karriere. Die FIFA ist  in der faszinierenden Welt des Fussballs eine faszinierende Organisation&#8221;, so  Hans Klaus.</p>
<p>Nicolas Maingot (Leiter der Abteilung Medien) wurde  interimistisch zum FIFA-Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit  ernannt, sein Stellvertreter Pekka Odriozola interimistisch zum Leiter der  Abteilung Medien.</p></blockquote>
<p>&#8220;Wie heute bekannt wurde&#8221;? Wunderbar. Wer hat das formuliert? Du, Nicolas? Oder Sepp selbst? Oder der Generalsekretär?</p>
<p>Im April 2008, gar nicht so lange her, hieß es <a title="FIFA PM vom 3. April 2008" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/administration/releases/newsid=730929.html" target="_blank">zur Verpflichtung</a> von Hans Klaus noch:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA ernennt neuen Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit<br />
</strong></p>
<p>Die Fédération Internationale de Football Association  (FIFA) hat in der Person des Schweizers Hans Klaus einen neuen Direktor für  Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ernannt. Er tritt seine Funktion am 20.  Mai 2008 an.</p>
<p>Der 42-jährige Hans Klaus, dipl.  Public-Relations-Berater, bringt weitreichende Erfahrungen in der Kommunikation  für international tätige Unternehmen mit. Klaus ist heute Direktor Global  Corporate Communications und Corporate Social Responsibility des international  tätigen Konzerns Japan Tobacco mit Hauptsitz in Genf. Zuvor leitete Klaus den  Informationsdienst des Eidgenössischen Justiz- und Polizeiministeriums. Vor  seiner Arbeit im Justizministerium war er acht Jahre Mediensprecher der  Swissair.</p>
<p>Andreas Herren (46), langjähriger Leiter der  Medienabteilung, der die Division Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit seit  September 2007 interimistisch geführt hat, wird diese Funktion bis zum Eintritt  von Hans Klaus weiterhin ausüben, um sich dann beruflich neu zu orientieren. Bis  zum Abschluss und zur Übergabe laufender Projekte wird er der FIFA jedoch  weiterhin zur Verfügung stehen.</p>
<p>Die Leitung der FIFA-Medienabteilung wird neu Nicolas  Maingot innehaben. Der 38-jährige Franzose arbeitet seit 2001 als  Medienbeauftragter für die FIFA und war zuvor in ähnlicher Funktion für den  französischen Fussballverband (FFF) tätig.</p></blockquote>
<p>Ein weiteres <a title="FIFA PM September 2007" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/administration/releases/newsid=602752.html" target="_blank">halbes Jahr zuvor</a> hieß es zum Abschied von Markus Siegler:</p>
<blockquote><p><strong>Direktor Kommunikation verlässt FIFA</strong></p>
<p>Markus Siegler (49), während der letzten fünf Jahre  Direktor der Division Kommunikation der FIFA, verlässt den Weltfussballverband  per Ende September 2007. Dies wurde heute bekannt gegeben. Siegler, der nach dem  FIFA-Weltpokal 2002 in Korea und Japan zum Direktor der FIFA-Division  Kommunikation ernannt wurde, verlässt den Weltfussballverband &#8220;als Freund und im  guten Einvernehmen&#8221;.</p>
<p>&#8220;Unsere Beziehung basierte in all den Jahren auf  gegenseitigem Vertrauen und Respekt&#8221;, betonte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.  &#8220;Wir bedauern Markus&#8217; Entschluss, die FIFA zu verlassen, und wünschen ihm für  die Zukunft das Allerbeste&#8221;, fuhr er fort.</p>
<p>Es wurde kein sofortiger Nachfolger ernannt. Andreas  Herren, Leiter der Abteilung Medien der FIFA, wird der Division ad interim  vorstehen.</p>
<p>Der Schweizer Markus Siegler, ursprünglich Journalist,  arbeitete vom 1. November 1995 bis 30. April 2001 als Berater für die FIFA und  wurde am 1. Mai 2001 als Leiter Corporate Communications, die dem Präsidialbüro  angegliedert war, angestellt. Er wurde im Juli 2002 vom FIFA-Präsidenten zum  Direktor der Division Kommunikation ernannt und war seither Exekutivdirektor und  Mitglied der FIFA-Geschäftsleitung.</p>
<p>Siegler kommentierte: &#8220;Für die FIFA zu arbeiten, war sehr  aufregend und bereichernd. Der Entscheid, eine neue Herausforderung zu suchen,  fiel mir nicht leicht. Den Ausschlag gaben schließlich die unterschiedlichen  Meinungen bezüglich der zukünftigen Struktur und Ausrichtung, doch war alles von  gegenseitigem Respekt geprägt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Die FIFA ist eine spannende und dynamische Organisation  mit einer einmaligen Persönlichkeit von internationalem Rang als Präsident, der  mir sehr viel gegeben hat und der meine höchste Achtung, Anerkennung und  Dankbarkeit verdient&#8221;, schloss Siegler.</p></blockquote>
<p>Die Reihe ließe sich fortsetzen mit Keith Cooper, der durch Siegler ersetzt wurde, der zuvor persönlicher Sprecher von Blatter war &#8230;</p>
<p>Doch zurück zum gewesenen FIFA-Direktor Hans Klaus: Welche unterschiedlichen Ansichten in der <a title="@ email von der FIFA" href="http://jensweinreich.de/?p=1226" target="_self">Kommunikationsstrategie</a> das waren, würde mich schon interessieren. Ich darf vielleicht gar nicht sagen, dass ich mit Nicolas Maingot, Pekka Odriozola (der nun Medienchef ist) oder früher auch Andreas Herren (der nun mit seiner Agentur u.a. die russische WM-Bewerbung 2018/2022) betreut, ganz gut gearbeitet habe &#8211; meine ich. Ich will ihnen ja nichts Böses, wenn ich das so ehrlich daherschreibe. Nur mit dem <a title="BLZ: Tiefausläufer im Binnenklima" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/1209/sport/0005/index.html" target="_blank">Pet Shop Boy Markus Siegler</a>, der vor Hans Klaus Kommunikationsdirektor war, lief das nicht so berauschend. Blatter trennte sich von Siegler spätestens als dieser an der Seite seiner <a title="Traumhochzeit Canthomen &amp; Siegler" href="http://www.schweizer-illustrierte.ch/leute/aktuell/2009/01/Marianne-cathomen-und-markus-siegler.php" target="_blank">nunmehrigen Gattin Marianne Canthomen</a> mehr Platz in den Tabloids erhielt als Sepp himself.</p>
<p>Wer bezahlt eigentlich die Abfindungen?</p>

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		<title>&#8220;More than just a game&#8221;: PR auf Robben Island</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 15:39:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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Eine Geschichte muss ich noch nachtragen, am Donnerstag auf Robben Island geschrieben, ergänzt mit einigen Links, Episoden und Beobachtungen.

ROBBEN ISLAND. Blitzende, glückliche Kinderaugen, Fußbälle. „Afrika, Afrika, Afrika&#8221;, rufen die Kinder und tanzen. „Ruft doch mal FIFA&#8221;, bittet ein Fotograf. „FIFA, FIFA, FIFA, FIFA&#8221;, schallt es zurück. Immer wieder, bis alle Bilder gemacht sind.
Lebensfreude auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2CrieyeMffo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/2CrieyeMffo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Eine Geschichte muss ich noch nachtragen, am Donnerstag auf Robben Island geschrieben, ergänzt mit einigen Links, Episoden und Beobachtungen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6045" title="Robben Island Begrüßungskomitee" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/kids.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>ROBBEN ISLAND. Blitzende, glückliche Kinderaugen, Fußbälle. „Afrika, Afrika, Afrika&#8221;, rufen die Kinder und tanzen. „Ruft doch mal FIFA&#8221;, bittet ein Fotograf. „FIFA, FIFA, FIFA, FIFA&#8221;, schallt es zurück. Immer wieder, bis alle Bilder gemacht sind.</p>
<p>Lebensfreude auf der Gefängnisinsel. Das ist die Nachricht des Tages, denn der Fußball-Weltverband FIFA hat 250 Reporter nach Robben Island geschifft und das Event auf seiner Webseite <a title="www.fifa.com" href="http://de.fifa.com/worldcup/finaldraw/news/newsid=1143295.html" target="_blank">umfassend dokumentiert</a>. Das Fußvolk kommt mit der regulären Fähre. Die V.I.P. der FIFA, die normalen Mitglieder des Exekutivkomitees und ihre Gattinnen, werden mit einer vollklimatisierten Yacht transportiert. Präsident Joseph Blatter, Michel Platini, Franz Beckenbauer und einige andere schweben mit Helikoptern ein. Als sich die Masse der Reporter vom kleinen Hafen Robben Islands durch das ehemalige Gefängnistor gewälzt hat, steigen die Kinder in einen Bus und fahren voraus, um an anderer Stelle erneut als Motive für die Objektive herzuhalten.</p>
<p>„Ich bin zum dritten Mal hier&#8221;, sagt Blatter später auf seiner Pressekonferenz. „Das geht ans Herz.&#8221; Es klang, als würde er weinen. Am anderen Ende des Saales habe ich es beim Brummen der Klimaanlage und anderen störenden Geräuschen nicht richtig ausmachen können.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6050" title="Robben Island" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/zaun.jpg" alt="" width="500" height="280" /></p>
<p>Robben Island. Achtzehn seiner 27 Haftjahre hat Nelson Mandela hier verbracht &#8211; als Gefangener 466-64. Das war seine Zelle, sagt man zumindest Touristen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6051" title="Robben Island, Zelle von Nelson Mandela" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/mandela.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>Robben Island ist ein Symbol der Freiheit geworden, längst ein Museum. In den sechziger Jahren war Fußballspielen verboten im Gefängnis. „Was wir auch immer kicken konnten, haben wir gekickt&#8221;, sagt Tokyo Sexwale. „Aber es war illegal. Wir mussten für das Recht kämpfen, einen Fußball zu besitzen.&#8221; Nach langen Jahren wurde ihnen das Recht gewährt. Sie durften ab 1965 auf einem steinigen Acker spielen Sie trugen eigene Meisterschaften aus. 1969 gründeten sie sogar einen Fußballverband: Makana, benannt nach einem Xhosa-Krieger, den die Buren 200 Jahre zuvor nach Robben Island verbannt hatten.</p>
<p>Tokyo Sexwale hatte im ANC-regierten Südafrika etliche politische Jobs, derzeit ist er Minister für Siedlungswesen. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir haben kein Gesetz des Apartheid-Regimes befolgt, aber immer alle FIFA-Regeln!&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6055" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/netz.jpg" alt="" width="500" height="280" /></p>
<p>Auch Staatspräsident Jacob Zuma hat einst auf Robben Island eingesessen, Fußball gespielt und war Schiedsrichter. „FIFA-Ehrenschiedsrichter&#8221;, wie Blatter sagt. Das alles kann man nachlesen in Büchern, im Internet. In Südafrikas Kinos läuft bereits der Streifen „More than just a game&#8221;, eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentation, der die Geschichte des Fußballs auf Robben Island erzählt, die irre Story des Makana FA, der seit zwei Jahren FIFA-Ehrenmitglied ist. Die internationale Vermarktung des Filmes übernimmt der FIFA-Sponsor Sony. „Mehr als nur ein Spiel&#8221;. Der Titel lehnt sich an den neuen Slogan der Fifa an, dieser heißt schlicht und ergreifend: „For the Game. For the World.&#8221;</p>
<p>Informationen über die Apartheid und die Geschichte Robben Islands nachzulesen, ist das eine; etwas anderes ist es, die Geschichten von jenen vor Ort zu hören, die Jahrzehnte eingesessen haben und für das Recht, einen Ball zu kicken ihre Gesundheit und Einzelhaft riskierten und Gefahr liefen, noch einige Jahre mehr im Kerker zu verbringen. Das haben die PR-Strategen der Fifa sehr wohl verstanden &#8211; und so wird die Welt mit tausenden Geschichten und Bildern und Filmen überschwemmt. Fußball ist Freiheit. Und die FIFA steht auf der Seite der Guten. Diese Botschaft wird das nächste halbe Jahr bis zur Weltmeisterschaft dominieren.</p>
<p>FIFA-Offizielle reagieren empfindlich, wenn man auch nur den Hauch einer Frage an sie richtet, ob sie es mit diesen ständigen politischen Anspielungen, diesen Märchen vom Fußball als Weltverbesserungsanstalt nicht übertreiben. Und schließlich: Ob es nicht zur durchschaubaren Strategie gehört, den Friedensnobelpreis für die FIFA und ihren Präsidenten Joseph Blatter zu akquirieren.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6052" title="Jérôme Champagne" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/jerome.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>Der Franzose Jérôme Champagne, Außenminister der Fifa und wichtigster Mann in Blatter Präsidialbüro, hat die Show auf Robben Island organisiert. „Schau Dir das an&#8221;, sagt er nur und hebt die rechte Faust zum symbolischen Freiheitsgruß. „Ist das nicht beeindruckend?&#8221; Die Broschüre über die Makana FA, die er in der linken Hand hält, ist es tatsächlich. Champagne hat sie selbst mit gestaltet und einige Dokumente aus dem Fundus der Makana FA ausgewählt, etwa die handgeschriebenen Verbandsregeln.</p>
<p>Als Schüler hatte Champagne in Paris gegen die Apartheid demonstriert. Nun gestaltet er, nach langen Jahren als Top-Diplomat im französischen Außenministerium, für Blatter die Weltpolitik.  Champagne hat wirklich schon etliche Konflikte gelöst und bewegt sich nicht nur auf der Seite derjenigen, die Blatter wählen, das bestätigten mir über die Jahre etliche in Bedrängnis Geratene &#8211; wie etwa Bob Munro aus Kenia, dessen Wort zählt. Vor zwei Jahren, zum <a title="Bericht auf www.fifa.com von 2007" href="http://www.fifa.com/worldcup/news/newsid=554548.html" target="_blank">89. Geburtstag Mandelas</a>, haben in Kapstadt eine Afrikaauswahl und eine Weltauswahl gegeneinander gespielt. Damals beschlossen Champagne und Sexwale das Meeting des Exekutivkomitees auf Robben Island.</p>
<p><span id="more-6044"></span>Ein richtiges Interview will mir Jérôme nicht geben. &#8220;Ich weiß, was Du gestern in der NZZ geschrieben hast&#8221;, sagt er. &#8220;Was war daran falsch&#8221;, will ich wissen. Doch ein Beispiel will er mir nicht nennen. Er sagt, er schätze kritischen Journalismus, aber die Fakten müssten stimmen. Ehrlich gesagt, da sind wir ziemlich nah beieinander :)</p>
<p>Präsident Blatter hat kein Problem über den Nobelpreis zu sprechen, wie die <a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_self">Leser (und Hörer) dieses Blogs wissen</a>. Manchmal ist Blatter vielleicht doch zu offenherzig, das würde einem Vollprofi wie Champagne eher nicht passieren. Aber was soll&#8217;s. Es weiß ja eh schon fast jeder, dass Blatter <a title="Sepp, Superstar (1): &quot;The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3672" target="_self">seiner beeindruckenden Sammlung</a> gern eine Trophäe hinzufügen möchte.</p>
<p>„Es gibt so viele Initiativen, die jetzt an mich herangetragen werden, von links und von rechts, wir unterstützen Dich für einen Nobelpreis&#8221;, erzählt Blatter. „Wenn ein Nobelpreis vergeben werden sollte, dann der Institution und nicht einem Mann.&#8221; Sollte er doch persönlich für den Friedensnobelpreis auserwählt werden, könne er diese Auszeichnung nicht ablehnen. Blatter muss grinsen: „Das kann man doch nicht ablehnen. Das gehört sich doch nicht.&#8221;</p>
<p>Natürlich nicht. Und wieder hat Blatter einiges über sich verraten und über das, was ihn antreibt.</p>
<p>Zum Abschluss des Tages gibt es ein Gruppenfoto mit Sepp und den Makana Five auf dem staubigen Acker.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6056" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/makansix.jpg" alt="" width="500" height="280" /></p>
<p>Dann versenkt Sepp den Ball &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6057" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/seppschuss.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>&#8230; im leeren Tor &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6058" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/tor.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>&#8230; und verschwindet zum Helikopter.</p>
<p>Tokyo Sexwale, Südafrikas Minister, hat es nicht so eilig. Ich sehe ihn wieder an der Waterfront, als das Boot anlegt. Sexwale ist mit den Journalisten gefahren.</p>

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		<title>Sportpolitische Web-Juwelen (3): The Godfather</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 16:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Have you fished your goodies&#8221;, fragt mich gerade jemand. Nein, habe ich noch nicht gefischt. Muss erst flink die, nun ja, Weihnachtsserie vervollständigen. Was komisch ist, denn ich habe gerade in ärgster Hitze den ganzen Tag auf Robben Island verbracht. Dazu später mehr, auch etliche Fotos. Ist vielleicht mal wieder an der Zeit für eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Have you fished your goodies&#8221;, fragt mich gerade jemand. Nein, habe ich noch nicht gefischt. Muss erst flink die, nun ja, Weihnachtsserie vervollständigen. Was komisch ist, denn ich habe gerade in ärgster Hitze den ganzen Tag auf Robben Island verbracht. Dazu später mehr, auch etliche Fotos. Ist vielleicht mal wieder an der Zeit für eine Diashow.</p>
<p>Die dritte Empfehlung kaann ich wirklich ganz kurz erledigen. Denn der Kollege ist Stammgast hier im Blog, ohne ihn wäre die Welt der Geschichtenerzähler um einiges ärmer. Mit ihm ist es doch viel spannender, Journalisten haben ständig was zu schreiben und Leser ihren Spaß &#8211; wenngleich man mitunter der Verzweiflung nah ist. Kurzum, selbst wenn es <a title="Zero to Hero ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3086" target="_self">schon mal verlinkt</a> wurde &#8230;</p>
<p>&#8230; Sport and Politics, <strong>meine 3. Weihnachts-Empfehlung</strong> für die Favoritenliste:</p>
<blockquote><p><a title="Jack Austin Warner" href="http://www.jackwarnertt.com/home/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=3&amp;Itemid=3" target="_blank"><strong>Jack Austin Warner: From Zero to Hero</strong></a></p></blockquote>
<p>Ich schaue immer wieder gern vorbei.</p>

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		<title>Joseph Blatter, Interpol, Charlize Theron, Handball und die Irland-Frage</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 10:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[charlize theron]]></category>
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		<category><![CDATA[handball]]></category>
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		<description><![CDATA[KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der ehemaligen Gefängnisinsel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der <a title="Robben Island Museum" href="http://www.robben-island.org.za/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9&amp;Itemid=9" target="_blank">ehemaligen</a> <a title="Wikipedia: Robben Island" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robben_Island" target="_blank">Gefängnisinsel</a> am Ende der Welt verbingen. Das scheint mir allemal wichtiger und interessanter, als die tausendste Interpretation zu möglichen Gruppengegnern der Deutschen bei der WM 2010. Da fällt mir ein, ich habe bei der Gruppenauslosung vor acht Jahren, damals für die WM 2002 in Japan und Südkorea, als den deutschen mal wieder eine Hammergruppe drohte und es dann die Giganten Irland, Saudi-Arabien und Kamerun wurden, <a title="BLZ vom 3. Dezember 2001" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/1203/sport/0081/index.html" target="_blank">dieses Kleinod</a> des Sportjournalismus gedichtet.</p>
<p>Nun aber zurück ins Hier und Jetzt. Zur Reise nach Robben Island inklusive der Frage, was das für Blatters Friedensnobelpreisambitionen bedeutet &#8211; er hat mir ja schon <a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_blank">exklusiv gesagt</a>, dass der Preis von vielen Leuten an ihn herangetragen werde und er selbstverständlich nicht Nein sagen könnte, wenn es so weit wäre, wer könne das schon, das gehöre sich doch nicht -, werde ich mich später ausführlich äußern. Nachzutragen ist derweil das letzte Kapitel in der <a title="Blatter lästert über Irlands Fußballverband" href="http://jensweinreich.de/?p=5932" target="_self">Irland</a>-<a title="Blatter lästert über Irlands Fußballverband (2)" href="http://jensweinreich.de/?p=5961" target="_self">Geschichte</a>. Wir hatten Blickkontakt gestern, der Große Vorsitzende und ich:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6003" title="Joseph Blatter, Kapstadt, 2. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/sepp02122009.jpg" alt="" width="448" height="264" /></p>
<p>Nein, er hat nicht die ganze Zeit so grimmig geguckt. Er hat mir sogar zugewunken. Denn er ist nicht (immer) nachtragend, und er weiß, dass er sich dumm benommen hat am Montag in Johannesburg, als er u.a. sagte:</p>
<p>:</p>
<p>Nach zwei Tagen und tausend Schlagzeilen mehr sagte er gestern in Kapstadt:</p>
<p><a title="Blatter Entschuldigung Irland, Kapstadt, 02122009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/irland-kapstadt.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Für die NZZ, die Sepp täglich liest, habe ich es <a title="NZZ vom 3. Dezember 2009" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/blatters_entschuldigung_1.4098939.html" target="_blank">so zusammengefasst</a> (nachfolgender Text ist etwas ausführlicher und, wie immer, mit Links versehen: </p>
<blockquote><p>KAPSTADT. Wenn es darum geht, schwierigen Situationen zu entrinnen, beweist Joseph Blatter oft mirakulöse Fähigkeiten. Gerade hatte sich der Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA) über die leidgeplagten Iren lustig gemacht und ausgeplaudert, dass man vergangenen Freitag in Zürich in vertraulicher Runde kurz über ein 33. WM-Team gesprochen habe. Daraus war schnell die falsche Schlagzeile geworden, der irische Verband (FAI) habe offiziell um die WM-Teilnahme ersucht, nachdem sie wegen eines irregulären Tors im Playoff-Spiel gegen Frankreich die WM-Qualifikation verpasst hatten.</p>
<p>Die Iren waren zu Recht erzürnt. Co-Trainer Liam Brady nannte den Großen Vorsitzenden „eine Peinlichkeit für die FIFA&#8221;. Blatter sei „sein eigenes Gesetz. Er ist ein bisschen wie eine verloren gegangene Kanonenkugel&#8221;. Am Mittwoch, zur Sondersitzung des FIFA-Exekutivkomitees in Kapstadt, legte die FAI in einem <a title="FAI Statement, 2. Dezember 2009" href="http://www.fai.ie/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=100569:fai-statement-ahead-of-fifa-executive-committee-meeting&amp;catid=1:senior-men&amp;Itemid=8" target="_blank">offiziellen Statement</a> nach:</p>
<p>„Anstatt Aufmerksamkeit zu suchen, würden wir es lieber sehen, wenn Herr Blatter die Möglichkeit nutzt, um die Dinge anzusprechen, die dem Fußball weltweit weiterhelfen würden. Für einen Mann in Blatters Position ist es unpassend, mit jemandem zu sympathisieren, der ein Tor durch Betrug ermöglicht hat.&#8221;</p>
<p>Bei der Generalprobe zur Auslosung der WM-Endrunde 2010 ärgerte Hollywood-Star <a title="Irish Independent" href="http://www.independent.ie/sport/soccer/theron-has-a-ball-at-fifas-expense-1962410.html" target="_blank">Charlize Theron</a> die FIFA-Offiziellen, als sie ein Los zog, aber nicht den Namen Frankreich sagte, sondern: „Irland&#8221;. Und was tat Blatter am Abend? Das einzig Richtige. Er entschuldigte sich, sogar mehrfach. „Ich entschuldige mich dafür, was ich angerichtet habe. Diese Schlagzeilen tun mir leid!&#8221; </p>
<p>Der Konflikt soll mit einer weiteren Geste befriedet werden: Die FIFA-Disziplinarkommission eröffnet ein Verfahren gegen den französischen Handballer Thierry Henry, der die Vorlage zum entscheidenden Ausgleich gegen Irland gegeben hatte. Blatter hatte Henry zuvor in einem Telefonat seine Sympathie bekundet und ihn nicht etwa dafür gerügt, dass er dem Schiedsrichter sein Handspiel nicht angezeigt hatte. Ein zweites Verfahren wurde wegen der Ausschreitungen bei den Spielen zwischen Algerien und Ägypten in Kairo und Khartoum eingeleitet.</p>
<p>Grobe Fehlentscheidungen wie in Paris müssen auch bei der WM 2010 in Südafrika befürchtet werden. Denn das Exekutivkomitee lehnte es ab, zur WM-Endrunde technische Hilfsmittel wie einen Video-Beweis und zwei zusätzliche Torrichter einzuführen. Es bleibt alles beim Alten.  Blatter sagte zwar, in der Schiedsrichterfrage stehe man „an einer Wegscheide&#8221;, die Unparteiischen seien kaum mehr in der Lage, mit der Dynamik des Spiels Schritt zu halten. Gleichzeitig aber formulierte er, „Fußball solle ein spontaner Sport&#8221; bleiben. Das Exekutivkomitee sprach sich geschlossen gegen Sofortmaßnahmen aus. Blatter erwähnte UEFA-Präsident Michel Platini und Franz Beckenbauer, die beide argumentiert hätten, man solle das Experiment mit den zusätzlichen Torrichtern in der Europe League erst beenden und auswerten.</p>
<p><span id="more-5999"></span>Blatter deutete an, dass es auch keine Änderungen geben werde, bevor diese Tests nicht in anderen Profiligen auf allen Kontinenten gemacht worden sind. Gleich mehrere Kommissionen der FIFA sollen die Themen nun bearbeiten. Eine weitere Arbeitsgruppe, besetzt mit den Generalsekretären aller sechs Kontinentalverbände ein, soll bis März 2010 zur nächsten Exekutivsitzung in Zürich Vorschläge für künftige WM-Qualifikationen erarbeiten. Zumindest scheint Konsens darin zu bestehen, die Playoffs abzuschaffen.</p>
<p>Irritieren muss aber gleichzeitig <a title="FIFA-PM Dezember 2009" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/media/newsid=1142265.html#fifa+ok+genehmigt+auslosungsverfahren" target="_blank">das System</a>, dass die FIFA gestern bei der Zusammenstallung der vier WM-Lostöpfe angewandt hat. Die Töpfe wurden auf Basis der von einem Brausekonzern gesponserten Weltrangliste eingeteilt. Warum wird das erst zwei Tage vor der WM-Auslosung getroffen? Warum steht das nicht vor Beginn der WM-Qualifikation fest? Eine Antwortdarauf lautet:  Die FIFA und ihr Präsident wollen sich immer Optionen offen halten. Deshalb wurden auch die Playoff-Regeln in Europa so spät festgesetzt. In Kapstadt wandte die FIFA nun ein anderes System an als bei den vergangenen Weltmeisterschaften, wo jeweils auch das Abschneiden der Nationen bei vorherigen WM-Turnieren berücksichtigt wurde. Vor vier Jahren geschah dies sogar <a title="FIFA-PM Dezember 2005" href="http://de.fifa.com/worldcup/archive/germany2006/media/newsid=19269.html#fifa+organisationskommission+verabschiedet+einteilung+mannschaften+prozedere+endrundenauslosung" target="_blank">nach einem ausgeklügelten System</a> &#8211; allerdings auch erst kurz vor der WM-Auslosung.</p>
<p>Zum Wettskandal kündigte Blatter die <a title="FIFA-PM" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/media/newsid=1142596.html#fifa+exekutivkomitee+einigt+sich+mehrere+maßnahmen+fussball" target="_blank">Gründung einer Taskforce</a> an &#8211; schon wieder eine. Die drei bestehenden Frühwarnsysteme &#8211; er nannte eines der FIFA, das der UEFA und das deutsche System Betradar &#8211; sollen vereint werden. Blatter präsentierte dazu ein Schreiben von Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble, der seine Unterstützung versichert. Interpol kooperiert seit längerem schon mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).</p></blockquote>

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		<title>Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 23:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>KAPSTADT. Möchte mal jemand einen Original-Milliardenvertrag sehen, in dem die TV-Rechte der Fußball-Weltmeisterschaften geregelt werden?</p>
<p>Kein Problem, zeige ich gern, habe ich noch nie gezeigt. Hier also das so genannte Shortform-Agreement, einst abgeschlossen zwischen der FIFA, der ISL (Sporis Holding) und Leo Kirch (Taurus Film) mitsamt aller Zahlungverpflichtungen. Was fehlt, sind eigentlich nur etwaige Bestechungssummen, sollte es die gegeben haben, rein theoretisch.</p>
<ul>
<li><a title="TV-Vertrag WM 2002 und 2006" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/shortform-agreement.pdf" target="_self">Vertrag über die Fernsehrechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006</a> <em>(pdf, 10 Seiten, 600 kb) </em></li>
</ul>
<p>Ich übertreibe es mal wieder mit dieser Nachtlektüre. <em>Andreas</em> fragt in den Kommentaren zum Beitrag &#8220;<a title="Katar und die Fußball-WM 2002 ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5979" target="_self">Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank</a>&#8220;, wie &#8220;<a title="Kommentar von Andreas" href="http://jensweinreich.de/?p=5979#comment-16457" target="_self">man eigentlich logisch erklären</a>&#8221; könne, dass für die TV-Rechte an der Fußball-WM 2006 plötzlich 1,5 Milliarden CHF gezahlt wurden, wo doch für die drei Weltmeisterschaften zuvor (1990, 1994, 1998) nur 340 Millionen CHF gezahlt worden sind. Nun, die Antwort lautet:</p>
<ol>
<li>Die Verträge zuvor waren vom damaligen FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter dilletantisch ausgehandelt.</li>
<li>Die Verträge 2002 und 2006 mussten offenbar an die ISL-Gruppe (die damalige Holding war die Sporis, aus der später die ISMM wurde) vergeben werden. Denn die ISL hatte im Dezember 1995 im japanischen Karuizawa überraschend vom IOC den Laufpass bekommen und wurde aus dem TOP-Programm katapultiert. Um ohne die IOC-Sponsorenrechte bzw. das Makeln derselben, was mit 20 Prozent Provision plus Erstattung sämtlicher Kosten vergütet wurde (kein Wunder, dass Richard Pound und Michael Payne damals den Vertrag auflösten), hätte die ISL-Gruppe nicht mehr existieren können. Binnen eines halbes Jahres wurde aus der ISL, die bis dahin nur Sponsorenrechte im olympischen Bereich gemakelt hatte, eine TV-Vermarktungsfirma. Jean-Marie Weber (ISL/Sporis) verbündete sich mit Taurus des Leo Kirch. Der wiederum hatte damals in der Schweiz in aller Stille die Vermarktungsfirme Prisma gegründet und zahlreiche Experten aus anderen Firmen abgeworben &#8211; in weiser Voraussicht, dass er mit der ISL die WM-TV-Rechte erwerben würde.</li>
</ol>
<p>Nachfolgend das entsprechende Kapitel aus dem Buch &#8220;<a title="Das Milliardenspiel" href="http://jensweinreich.de/?page_id=6" target="_self">Das Milliardenspiel</a>&#8220;, das ich 1998 gemeinsam mit Thomas Kistner veröffentlicht habe. Das Kapitel ist unredigiert, wurde im Februar 1998 geschrieben. (Der SPIEGEL schrieb damals zum Erscheinen des Buches: &#8220;<a title="Der Spiegel, März 1998" href="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=7851547&amp;aref=image017/SP1998/013/SP199801301520154.pdf&amp;thumb=false" target="_blank">Revolution am Hofe Havelange</a>&#8220;) Insofern ist es wichtig, sich die Erkenntnisse aus dem ISL-Strafprozess hinzuzudenken, wonach <a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">die ISL-Gruppe offenbar sämtliche Verträge mit Schmiergeld akquiriert hat</a> &#8211; das ist gerichtsfest. Es empfiehlt sich außerdem, mal danach zu googeln, wie Kirch in der Fußballwelt seine Verträge finanziert hat. Da ist einiges publiziert worden, als sein Imperium um die Jahrtausendwende zusammenbrach.</p>
<p>Selbstverständlich sind alle Zitate der nachfolgenden Buch-Passage, etwa aus den Briefen von Eric Drossart und denen von Blatter, mit den entsprechenden Dokumenten zu belegen. Ich habe die alten Fax-Kopien auch noch irgendwo eingescannt im Archiv.</p>
<p>Ich erinnere mich an ein Abendessen mit dem damaligen Kirch-Adlatus und Geschäftsführer Dieter Hahn, der in München einige Journalisten ein geladen hatte. Er sagte damals, er hätte &#8220;Das Milliardenspiel&#8221; mit größtem Interesse gelesen. Sehr interessant sei die Lektüre gewesen, aber das Beste, so Hahn, &#8220;haben sie nicht geschrieben&#8221;. Tut mir auch leid, ich hätte das Beste gern gewusst und juristisch wasserdicht gehabt.</p>
<p>Hier also das Kapitel, für Feinschmecker wie <em>Andreas</em>:</p>
<blockquote><p><strong>Der große Coup</strong></p>
<p>Über die besondere Vertrauensbeziehung zwischen Havelange und Weber war in der Branche schon immer getuschelt worden. Manchmal machten fast schon ehrenrührige Geschichten die Runde &#8211; vor allem, als die FIFA am 3. Juli 1996 die Verwertung ihrer Fernsehrechte (außer USA) für die Weltmeisterschaften der Jahre 2002 und 2006 vergab. Nutznießer waren die <em>Sporis</em>-Holding und die <em>TaurusFilm</em> GmbH, ein Unternehmen aus der Firmengruppe des Münchner Medienmoguls Leo Kirch. Erstmals in der Geschichte der Fußball-WM wurde mit dieser Aufgabe also kein öffentlich-rechtliches Fernsehunternehmen mehr betraut. Laut schrien die Verlierer auf nach jener äußerst dubiosen Abstimmung des Exekutivkomitees Anfang Juli 1996. Die Nerven lagen blank. Am besten faßte die Konfusion ein Mitbewerber zusammen: &#8220;Das, was der Herr Kirch meint, gekauft zu haben, was die ISL meint, vermittelt zu haben, und was die FIFA meint, verkauft zu haben, sind drei verschiedene Paar Schuhe.&#8221;</p>
<p>Als schärfste Kritiker der FIFA traten plötzlich jene hervor, die mehr als zwei Jahrzehnte lang die WM-Fernsehrechte innehatten: Das Konsortium unter Führung der EBU, das in dem Bewerbungsprozeß als Vertreter sämtlicher öffentlich-rechtlicher Anstalten des Erdballs aufgetreten war. EBU-Generalsekretär Jean-Bernard Munch wetterte über eine &#8220;nicht transparente Entscheidungsfindung&#8221; durch die FIFA. Er äußerte sogar den Verdacht, daß <em>Sporis</em>/ISL und die Kirch-Gruppe das EBU-Angebot kannten, bevor sie es um 600 Millionen Franken überboten. Munch sagte weiter, ISL-Geschäftsführer Jean-Marie Weber, der auch inoffizieller Berater von Havelange sei, sei der entscheidende Mann in diesem Geschäft gewesen. Zwar könne er es nicht beweisen, so der langjährige Insider, &#8220;aber es wäre mir unverständlich, wenn Weber unser Angebot nicht gesehen haben sollte&#8221;. Dagegen habe die EBU &#8220;bis zuletzt nicht gewußt, daß Kirch/<em>Sporis</em> dabei waren&#8221;, ergänzte Sportdirektor Richard Bunn. FIFA-Direktor Keith Cooper bezeichnete Munchs Vermutung eilig als &#8220;absurd&#8221;. Auch ISL-Sprecher Christoph Malms, der sonst die Kontakte Webers über alle Maßen lobt, wollte davon nichts wissen. Weber sei kein FIFA-Berater und man habe das EBU-Angebot nicht gekannt.</p>
<p>Auch mit einem Abstand von fast zwei Jahren hat sich die Verärgerung in der Branche nicht gelegt. Und sie fokussiert sich immer noch auf den heiklen Verdacht der persönlichen Seilschaften. EBU-Sportdirektor Bunn meint rückblickend, die FIFA habe &#8220;eine völlig unnormale Geschäftspraxis&#8221; bewiesen. Die Entscheidung sei auch deshalb &#8220;absolut merkwürdig&#8221; gewesen, weil sich das EBU-Angebot (2,2 Milliarden, Produktionskosten exklusive) letztlich &#8220;in der gleichen Höhe bewegt hat wie das von <em>Sporis</em> und Kirch&#8221; (2,8 Milliarden, Produktionskosten inklusive). &#8220;Wir waren bereit, viel Geld auszugeben, und wir hatten ja bereits das gesamte Knowhow dazu. Außerdem hätte sich die FIFA den ganzen Ärger mit dem Pay-TV erspart.&#8221;</p>
<p>Die begünstigenden Umstände, unter denen <em>Sporis</em>/ISL in das für sie fremde Fernsehgeschäft eingestiegen sind, waren damals auch anderen Konkurrenten bekannt. Zwischenzeitlich sah sich die FIFA selbst zu der Erklärung genötigt, es habe keinerlei Vorabsprachen mit einer Firma gegeben. Angesichts der eigenartigen Konstellation hatte sich manch einer für den sofortigen Rückzug entschieden: Medienzar Rupert Murdoch etwa, wahrlich kein blutiger Anfänger auf diesem Sektor. Dessen <em>News Corporation</em> sprang vom Bieterkarussell ab, angeblich, weil Murdoch der FIFA nicht über den Weg traute und weil ihm der geplante Abschluß bis ins Jahr 2006 in dem schnellebigen Geschäft einfach zu lang erschien.</p>
<p>Wie Kirch und die <em>Sporis</em>-Tochter ISL zueinander fanden, ist ebenfalls ein gut gehütetes Geheimnis. Malms &#8220;weiß nicht mehr so genau, wie wir mit denen ins Geschäft kamen&#8221; &#8211; was von bemerkenswerter Vergeßlichkeit zeugt, nur ein Jahr nach dem Erhalt der Rechte. Eine wirtschaftliche Notehe sei es aber nicht gewesen, &#8220;wir hätten auch anders die finanziellen Garantien über die Banken bringen können.&#8221; Da verwundert ein wenig, daß es in den ersten Verlautbarungen nach dem Fernsehdeal zunächst Kirch alleine war, der für die Gesamtsumme von 3,4 Milliarden Mark bürgen sollte. Eingeweihte meinen sich erinnern zu können, daß Kirch und der verstorbene Horst Dassler schon in den achtziger Jahren über gemeinsame Projekte nachgedacht haben. Die beiden Bayern waren ja im CSU-Staat nicht allzu fern voneinander.</p>
<p>Weil Kirch dann unmittelbar nach der FIFA-Entscheidung sein Digitalfernsehprojekt DF 1 startete, hub in Deutschland sofort eine erbitterte Diskussion an: Werden die Spiele der Fußballweltmeisterschaften künftig exklusiv nur noch im Pay TV übertragen &#8211; oder weiterhin in frei zugänglichen Kanälen? Medienexperten jeder Couleur wettern seither lautstark durcheinander. Kurioserweise schrieen dabei immer wieder auch Kirchs CDU-Parteifreunde auf, die mit auffallend wachsweichen Mediengesetzen erst zur Ausbreitung seines Imperiums beitrugen. Es ist viel Heuchelei im Spiel, auf allen Seiten. Nüchtern betrachtet ist es so: Die FIFA hat sich an den Fernsehfreibeuter Kirch verkauft. Und der Programmdirektor der Nation nutzt den Fußball, den jetzt so mancher Diskutant als Kulturgut geschützt sehen will, als Vehikel, um seine Herrschaft auf dem Fernsehmarkt weiter auszubauen. Selbst wenn der beträchtliche Betrag von 2,8 Milliarden Schweizer Franken (1,3 Milliarden für 2002 &#8211; 1,5 Milliarden für 2006), den <em>Sporis</em> und Kirch der FIFA garantieren, durch den Weiterverkauf der Rechte nicht gedeckt werden sollte &#8211; Kirch würde daran nicht zugrunde gehen. Zum einen hat er ja nur die Hälfte der Summe zu verantworten, zum anderen ist anzunehmen, daß er raffiniert genug sein wird, im Sog des Fußballs seine umfänglichen Filmpakete teurer zu verkaufen und damit mögliche Verluste im Rechtehandel wettzumachen.</p>
<p>FIFA-Präsident Havelange und Generalsekretär Blatter indes war ein hilfreicher Doppelpaß mit den alten Gefährten gelungen. Vor allem das Kontaktmonopol des Jean-Marie Weber bewahrte die ISL davor, nach dem IOC auch noch die FIFA zu verlieren &#8211; dieser Schluß scheint einleuchtend zu sein. Dem einstigen Branchenführer ISL hatte immerhin der vollständige Abschied aus dem großen Sportgeschäft gedroht. Nachdem die Trennung vom IOC beschlossene Sache war, mußte die ISL, ein Neuling im Fernsehgeschäft, offenbar unbedingt den TV-Vertrag der FIFA bekommen &#8211; zumal es die ISL-Manager in jenen verwirrenden Monaten auch nicht geschafft hatten, ihre Option auf den Marketingvertrag mit der FIFA für 2002/2006 wahrzunehmen. Ein Versäumnis &#8211; oder eine Frage der Finanzierbarkeit künftiger Vorhaben? FIFA-Generalsekretär Blatter bestätigte sogar das Ende der Option im März 1996, was auf Konfusion und Führungslosigkeit innerhalb der <em>Sporis</em>/ISL-Gruppe schließen ließ. Denn immerhin lud Blatter nun andere Unternehmen zum Bieten ein. Auf die Marketingverträge kommen wir später zurück. Bleiben wir zunächst beim Fernsehgeschäft.</p>
<p>Am 18. August 1995 hatten zunächst die International Management Group (IMG) und die Bertelsmann-Tochter Ufa das Rennen eröffnet. IMG-Vizepräsident Eric Drossart schrieb dem &#8220;lieben Sepp&#8221; Blatter, man wolle für die weltweiten Fernsehrechte der Weltmeisterschaft 2002 sowie die dazugehörigen Sponsoren- und Lizenzrechte eine Milliarde Dollar zahlen. Dies sei ein vorläufiges Angebot mit Verhandlungsspielraum nach oben, wie Drossart deutlich zu verstehen gab &#8211; obwohl die FIFA noch nicht einmal klare Angaben darüber gemacht hatte, welche Rechte sie unter welchen Bedingungen überhaupt ausschreiben wollte. Entwickelte sich nun ein knallharter Milliardendeal auf Weltsportniveau? Es war von Anfang an eher kurios-provinziell.</p>
<p>Auch aus der Angst heraus, die FIFA würde ihren alten Partner ISL bevorteilen, bot IMG vorsorglich eine Milliarde für das Rechtepaket &#8211; und mußte bei Blatter zugleich erst einmal Auskunft verlangen über die Konditionen und den Zeitplan der Bewerbungsphase. Kopien des Briefes verschickte Drossart an seinen Partner Bernd Bauer, Geschäftsführer der Ufa, sowie an FIFA-Präsident Havelange und die Mitglieder der Exekutive. Sogleich geschah Erstaunliches: Blatter empörte sich über diesen informativen Geschäftsvorgang. Am 29. August teilte er IMG-Manager Drossart seine &#8220;Überraschung&#8221; mit, &#8220;daß der als streng vertraulich gekennzeichnete Brief per Fax an alle Mitglieder der FIFA-Exekutivkomitees und andere Adressaten verschickt wurde. Wir sind nicht überzeugt, daß dies die geeignetste Methode war&#8221;.</p>
<p><span id="more-5993"></span>Was war so Ungehöriges passiert? Eigentlich nur dies: Ein Firmenverbund (IMG/Ufa) hatte der FIFA ein Angebot unterbreitet, das um ein Vielfaches über den bisherigen Verträgen lag. Doch der FIFA-Angestellte Blatter beschwerte sich, daß IMG/Ufa nicht nur ihn, sondern gleich alle Entscheidungsträger des Sportverbandes informiert hatten. Blatters Bauchschmerzen lassen deutlich erkennen, daß er um sein Informationsmonopol bangte. Es war (und ist, wie wir noch sehen werden) in der FIFA guter Brauch, daß Blatter im stillen Kämmerlein entsprechende Offerten sondiert und dann den verantwortlichen Gremien wie der Finanzkommission und der Exekutive entscheidungsreife Empfehlungen vorlegt. Das Vorgehen von IMG brach mit dieser eigenartigen Tradition, es war nämlich jetzt von Anfang an zwei Dutzend FIFA-Gewaltigen bekannt.</p>
<p>Die von Drossart angeforderten Bedingungen der Rechtevergabe blieb Joseph Blatter schuldig. Man arbeite mit allen Kräften daran, erwiderte Blatter nur am 19. September 1995. Gleichzeitig verlangte er eine Konkretisierung des IMG-Angebots, ohne auf die Fragen einzugehen, die Drossart in seinem ersten Brief aufgeworfen hatte &#8211; zum Beispiel, ob die FIFA neben den Fernseh- auch die Marketingrechte auszuschreiben gedenke. So konnte also Drossart am 9. Oktober nur wiederholen, was er bereits im August angekündigt hatte: Für eine Milliarde Dollar wären IMG und Ufa bereit, sämtliche Rechte an der WM 2002 zu erwerben. Drossart bot der FIFA nun sogar an, eine Art Aufsichtsrat zu bilden, um die Tätigkeit von IMG/Ufa zu kontrollieren. Weil er den Gerüchten entgegnen wollte, es handle sich bei der Offerte um den totalen Rechte-Ausverkauf? Blatter empfand den zweiten Brief Drossarts offenbar als Affront. Der Umgangston wurde rauher. Am 15. November schrieb Blatter nicht mehr an den &#8220;lieben Eric&#8221;, sondern an &#8220;Mr. Drossart&#8221;. Wenigstens erklärte er nun aber, daß die FIFA die Fernseh- und Marketingrechte der WM 2002 im Paket verkaufen wolle. Dabei sei man jedoch gewissen Zwängen unterworfen, denn der aktuelle Marketingpartner ISL besitze noch eine Option für Verhandlungen über die Marketingrechte, welche erst drei Monate vor der Abstimmung durch die FIFA-Exekutive über den neuen WM-Ort 2002 auslaufe. Die FIFA könne mit IMG/Ufa erst nach Ablauf der ISL-Option verhandeln. Von einer ähnlichen Option in TV-Fragen war in diesem Brief noch nicht die Rede.</p>
<p>Drossart sorgte sich nun erst recht, ausgedribbelt zu werden. Er wandte sich an  den FIFA-Vizepräsidenten Chung Mong-Joon, der an der Spitze der südkoreanischen WM-Bewerber für 2002 stand. Drossart schickte Chung &#8220;ein aussagefähiges Dossier unseres Rechtegebots, das für Sie und ihre Kollegen in der Exekutive nützlich sein sollte&#8221;. Dem Schreiben an Chung legte Drossart eine Kopie des Blatter-Briefes vom 15. November bei. Die Sache wurde verworrener, die Widersprüche häuften sich. Daß es in der FIFA durchaus Bestrebungen gab, die Entscheidungsgewalt von Blatters Tafelrunde einzudämmen, belegt auch ein internes Protokoll der IMG-Tochter Trans World International (TWI). Unter Berufung auf Gespräche mit Chung und mit dem afrikanischen Fußballpräsidenten Issa Hayatou unterrichteten die Manager einander, die FIFA-Exekutive hätte sich schon im Mai 1995 ausdrücklich für eine transparente Bewerbungsprozedur zu TV- und Marketingrechten ausgesprochen. Europäische und afrikanische Exekutivmitglieder würden sogar eine Änderung der FIFA-Statuten anstreben: Auf dem FIFA-Kongreß im Juli 1996 sei die Einberufung eines neuen &#8220;Arbeitskomitees&#8221; geplant, dem lediglich Präsident Havelange und die Chefs der Kontinentalföderationen angehören sollten. Allein dieses Komitee, und nicht mehr die von Blatter und Havelange kontrollierte Finanzkommission sollte mit der Auswertung der TV- und Marketingsangebote betraut werden und der Exekutive Empfehlungen unterbreiten. Dazu ist es zwar nie gekommen &#8211; im Dezember 1995 jedoch hofften die TWI/IMG-Manager noch sehr auf die Möglichkeit dieses demokratischen Meinungsbildungsprozeß und hielten fest: &#8220;Wenn das tatsächlich der Fall wäre, sollte Chung von Blatter eigentlich Kopien aller Angebote fordern können, welche die FIFA bis heute erhalten hat.&#8221;</p>
<p>Soweit die interne IMG-Kommunikation. Offiziell bot Eric Drossart dem FIFA-Generalsekretär am 7. Dezember 1995 zum wiederholten Mal ein Gespräch über die Milliardenofferte an. Es sei eine weise Entscheidung der FIFA, Fernseh- und Marketingrechte im Paket zu verkaufen, lobte Drossart. Dann machte er Blatter erneut auf grundlegende Widersprüche in der Haltung aufmerksam. Am 15. November hatte Blatter erklärt, die FIFA schließe für 2002 die TV-Vermarktung im Bezahlfernsehen aus, gleichzeitig aber akzeptiere man sogenanntes &#8220;privat viewing&#8221;. Drossart fragte nun: Was ist darunter genau zu verstehen? Nur &#8220;Privatfernsehen&#8221; oder mehr? &#8220;Wir verstehen die FIFA-Haltung so: Pay TV ist ausgeschlossen, private Fernsehsender aber sind erlaubt. Sehen wir das richtig? Können Sie uns das so bestätigen?&#8221; Drossart ging auch auf das Erstverhandlungsrecht der ISL ein. Man verstehe nicht, warum die ISL eine weltweite Exklusivität erhalte, obwohl sie mit Ausnahme der USA gar keine gebündelten TV- und Marketingrechte besitze. Die TV-Rechte bis 1998 hielt bekanntlich das von der EBU angeführte Konsortium öffentlich-rechtlicher Anstalten. Blatter aber scherte sich nicht um die für die Bewerber elementar wichtigen Fragen. Er vermied ein Gespräch mit IMG/Ufa, bestätigte am 21. Dezember 1995 in dürren Zeilen den Erhalt des Drossart-Briefes und wünschte &#8220;fröhliche Weihnachten und ein glückliches neues Jahr&#8221;.</p>
<p>Die Verhandlungsoption der ISL lief dann am 29. Februar 1996 ab, ohne daß die FIFA mit der Agentur überein gekommen war. Dies bestätigte Blatter per Pressemitteilung vom 19. März 1996. Kurz zuvor hatte er dies bereits der IMG verkündet. In diesem Brief vom 15. März sprach Blatter erstmals davon, daß über die Rechte an der WM 2002 &#8220;und darüber hinaus&#8221; verhandelt werde. Bisher hatte es stets gelautet, es ginge nur um die WM 2002. IMG-Mann Drossart erschrak. Nun mußte er annehmen, daß Blatter mit der ISL schon immer über die Titelkämpfe 2002 und 2006 verhandelt hatte, während die IMG mit ihrem Gebot für 2002 schon mehr als ein halbes Jahr vertröstet worden war. Drossart schrieb also an Blatter, er sehe sich von der FIFA als Rechtebewerber &#8220;nicht gleichberechtigt&#8221; behandelt.</p>
<p><strong>&#8220;Wir sind über viele Dinge verwirrt und bitten dringend um Klarstellung.&#8221;</strong></p>
<p>Drossart listete unter anderem folgende Punkte auf:</p>
<ol>
<li>Im September 1995 hatte Blatter mitgeteilt, die FIFA arbeite hart an einem  Zeitplan der Rechtevergabe. &#8220;Uns wurde nie gesagt, wie die Vergabe-Prozedur aussieht. Ist das System schon etabliert?&#8221; erkundigte sich Drossart.</li>
<li>Im November 1995 hatte Blatter behauptet, TV- und Marketingrechte würden nur im Paket vergeben. Im Frühjahr 1996 aber verhandelte die FIFA getrennt mit der ISL (offiziell nur über Marketing) und mit der EBU (über Fernsehen). Drossart wollte deshalb wissen: &#8220;Akzeptieren Sie jetzt getrennte und integrierte Vermarktungsangebote?&#8221;</li>
<li>&#8220;Uns war nicht bekannt, daß auch das EBU-Konsortium eine ähnliche Option wie die ISL hätte. Ist dies der Fall, und wenn ja, wann läuft sie aus?&#8221;</li>
<li>Beschwerte sich Drossart nach einem halben Jahr, in dem er vergeblich auf die Beantwortung vieler Fragen gewartet hatte, darüber, hören zu müssen, daß nun auch die Rechte 2006 zur Disposition stünden.</li>
</ol>
<p>Drossarts Brief endete mit einem sehr persönlich gehaltenen Absatz, in dem er an Blatters Integrität appellierte und ein Versprechen, das Blatter im Sommer 1995 gegeben hätte, nämlich daß das Gebot der IMG gleichberechtigt neben allen anderen behandelt werde. Das aber war schon lange nicht mehr der Fall. Auch Ende April, als Drossart nun nach Erhalt der offiziellen Ausschreibung (in der plötzlich nur noch von den Fernsehrechten die Rede war) erneut an Blatter schrieb, machte er auf &#8220;eklatante Widersprüche&#8221; aufmerksam:</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">&#8220;Es fällt mir schwer zu glauben, daß die FIFA aufrichtig versucht, unser Angebot in einem fairen Wettbewerb zu behandeln.&#8221;</span></strong></p>
<p>Drossart wiederholte einen Teil seiner Fragen vom 29. März, die immer noch unbeantwortet waren. Diesmal aber wurde er, wohl schon ahnend, ausgebootet zu sein, deutlich schärfer im Ton. So hieß es unter anderem: &#8220;Da die FIFA jetzt nicht mehr über Marketingverträge redet, heißt das, man hat sich mit der ISL geeinigt, obwohl die exklusive Verhandlungsfrist überschritten war? Oder wurden die Marketingrechte zur späteren Vergabe zurückgezogen?&#8221; (Damit lag Drossart richtig, wie sich zeigen sollte, die Marketingrechte wurden im Dezember 1997 an die ISL vergeben &#8211; wieder gegen ein weitgehend ignoriertes Angebot der IMG.) &#8220;Hat sich die Marktsituation in den vergangenen Monaten so radikal geändert, daß die FIFA wieder zur alten, regressiven Struktur der getrennten Rechtevergabe zurückkehrt&#8221;, wollte Drossart wissen, und er schloß mit dem Hinweis:</p>
<p><strong>&#8220;Es fällt sehr schwer, zu einem anderen Schluß zu kommen als dem, daß hier zwei Sorten von Regeln angewendet werden. Eine für das EBU-Konsortium und für die ISL, und eine für alle anderen.&#8221;</strong></p>
<p>Blatters Zwischenbescheide seien lediglich kleine &#8220;kosmetische Übungen&#8221; gewesen, um die FIFA gegen &#8220;künftige Vorwürfe der unfairen und unsauberen Wettbewerbsführung zu schützen&#8221;, die zunehmend in der Presse erhoben worden waren.</p>
<p>Drossarts Gesamteindruck aus dem Versteckspiel war schlicht vernichtend:</p>
<p><strong>&#8220;Mir scheint, die FIFA hat für den Fußballsport und ihre Mitglieder eine Fürsorgepflicht, ihr kommerzielles Eigentum zum besten Vorteil dieses Sports und seiner Mitglieder umzusetzen. Momentan ignorieren Schlüsselfiguren der FIFA jedoch diese Anforderung, in dem sie Wettbewerber abschrecken.&#8221;</strong></p>
<p>Diesen Beschwerdebrief verschickte Drossart wie schon sein erstes Schreiben vom August 1995 an alle Mitglieder des Exekutivkomitees und diesmal auch zusätzlich an alle Konföderations-Präsidenten. Geholfen hat es seiner Sache nicht. In der Zwischenzeit hatte die Blatterfraktion den alten Freunden von der ISL schon den Weg in die Zukunft bereitet. Auf der Strecke blieb dabei auch die EBU, die für die Fernsehrechte an den Endrunden 2002 und 2006 im Februar 1996 insgesamt 2,2 Milliarden Schweizer Franken geboten hatte. Zudem verfügte das EBU-Konsortium ja über langjährige erstklassige Erfahrungen bei der technischen (TV-Übertragung) und organisatorischen (Weitervergabe der Rechte) Abwicklung solcher Mammutprojekte. Auch hatte FIFA-Präsident Havelange dem Partner eine Vertragsverlängerung fest versprochen, wie der EBU-Vorsitzende Albert Scharf erklärte. Die FIFA aber, die offiziell mit der ISL eigentlich nur über die Marketingrechte (insgeheim aber über Fernsehfragen) verhandelte, ignorierte auch das zweite EBU-Angebot.</p>
<p>Im Juni 1996 erklärte die EBU ihre Bereitschaft, den schon zehn Jahre zuvor ausgehandelten Preis für die WM-Endrunde 1998 in Frankreich von 135 Millionen auf 200 Millionen Schweizer Franken zu erhöhen &#8211; sofern ihr auch die Rechte 2002/2006 zugesprochen würden. Die FIFA hatte auf dieser Erhöhung bestanden, nachdem sie das WM-Feld lange nach Abschluß des entsprechenden TV-Vertrages von 24 auf 32 Mannschaften erweiterte. &#8220;Havelange hatte die WM ja aufgestockt, ohne mit uns geredet zu haben, dann wollte er plötzlich mehr Geld&#8221;, erklärte EBU-Manager Richard Bunn. Man habe sich viel zu lange auf das Spiel der FIFA-Spitzen eingelassen. &#8220;Als wir die nachträgliche Aufbesserung des Vertrags in Aussicht stellten, war Havelange ein Held. Da hat es wieder geheißen, Havelange hätte den Fußball gerettet, und wir spielten mit. Dabei hat sich die FIFA ein neues Gebäude gebaut. Das ist im Grunde unser Gebäude. Unsere Fernsehgelder stecken nicht in den Klubs, sondern in dem Gebäude.&#8221;</p>
<p>Am 15. Mai 1996, um zwölf Uhr mittags, war die offizielle Bewerbungsfrist für die TV-Rechteinteressenten abgelaufen. Noch am Nachmittag gab die FIFA bekannt, sieben Offerten erhalten zu haben: &#8220;Von<em> ABC Television</em> (USA), CSI (Schweiz), CWL (Schweiz), IMG (USA), <em>Sporis</em> (ISL)/Kirch (Schweiz) und TEAM (Schweiz).&#8221; Dazu natürlich von der EBU. Die FIFA-Finanzkommission unter Vorsitz des Dänen Poul Hyldgaard werde die Angebote sorgfältig prüfen, so hieß es, und dem Exekutivkomitee am 31. Mai einen Bericht vorlegen.</p>
<p>Die Tagung Ende Mai war dann erst einmal von der Vergabe der WM-Endrunde 2002 überlagert. Die verfeindeten Rivalen Japan und Südkorea hatten sich in jeder Hinsicht den extensivsten Wettbewerb aller Zeiten geliefert &#8211; jede Seite soll 80 Millionen Dollar investiert haben. Präsident Havelange wollte die WM in Japan sehen; einer seiner Vizepräsidenten, der Südkoreaner Chung, war Finanzier und Wortführer der zweiten Bewerbung. Die europäischen Vertreter im Exekutivkomitee hatten sich schon lange vorher für ein Co-Hosting, eine gemeinsame Ausrichtung, ausgesprochen. Diesem Vorschlag mußte sich Havelange zähneknirschend beugen, denn 14 der 21 Mitglieder hatten ein Papier für das Co-Hosting unterzeichnet und darin erklärt, sie würden für Südkorea stimmen, falls ihr Aufruf von der FIFA-Spitze ignoriert werden sollte. Zudem hatte UEFA-Präsident Johansson vorsorglich beantragt, eine eventuelle geheime Abstimmung von den FIFA-Rechnungsprüfern überwachen zu lassen. &#8220;Offensichtlich erschien es ihm zu riskant, das Stimmgut während zweier Stunden (zwischen der Abstimmung und der Resultatsverkündung) in die Obhut von Havelange und Generalsekretär Sepp Blatter zu geben&#8221;, kommentierte der Züricher <em>Sport</em>. Vertrauen ist eben der Anfang von allem &#8230;</p>
<p>Da nach diesem beachtlichen Mißtrauensvotum offenbar auch Blatter keine andere Lösung mehr einfiel, verlas Havelange auf der Sitzung ein Statement für eine gemeinsame WM. Wenige Tage zuvor hatte er noch erklärt, im Sport gebe es nur Sieger und Verlierer, die FIFA-Regeln erlaubten kein Co-Hosting, und dies werde sich nicht ändern, solange er Präsident der FIFA sei. Nun sagte er kleinlaut: &#8220;Ich habe mich einem vom Exekutivkomitee einhellig unterstützten Vorschlag gefügt.&#8221; So war nach außen die Einheit gewahrt, die Funktionärskollegen applaudierten, und die Sache war entschieden. (Allerdings sollte diese Entscheidung noch viele Probleme mit sich bringen.)</p>
<p>Havelange kochte vor Wut, hatte er doch eine seiner seltenen Niederlagen einstecken müssen. Die TV-Frage mußte also nun erst recht so gelöst werden, wie er persönlich sich das vorstellte, und zwar noch zum FIFA-Kongreß im Juli &#8211; nicht erst, wie irreführenderweise noch offiziell behauptet werden sollte, bei der Exekutivsitzung im Dezember. Vielleicht haben sich Havelanges Opponenten in diesen Stunden und Tag<script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/nextgen-gallery/tinymce3/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/cforms/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/skype-online-status/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/wp-polls/tinymce/plugins/polls/langs/de.js?ver=311"></script>en ein wenig zu sicher gefühlt. FIFA-Vize Mong-Joon Chung erklärte jedenfalls abends an der Hotelbar, Havelange habe seine Haut nur vorerst gerettet. Die Opposition habe nun endlich die Gewißheit, erfolgreich &#8220;Hand anlegen zu können&#8221; an das brasilianische Monument. Ein Beweis der wachsenden Macht sei auch, daß man beschlossen habe, mit der Auswertung der TV-Angebote die Finanzkommission zu beauftragen. Chung sollte sich täuschen. Genau das war Havelanges Vorteil. Das Imperium schlug mit aller Macht zurück.</p>
<p>Am 31. Mai 1996 gab die FIFA folgende Pressemitteilung heraus: &#8220;Das Exekutivkomitee pflichtet dem Vorschlag von Präsident Havelange bei, daß die TV-Rechte nur von der Finanzkommission, geleitet von Herrn Hyldgaard, und dem Generalsekretär zu analysieren sind.&#8221; Auf Blatter und dessen engen Freund Poul Hyldgaard, den Chef der Finanzkommission, konnte sich Havelange verlassen &#8211; er selbst wollte dann in Einzelgesprächen den Rest besorgen und die nötige Mehrheit in der Exekutive herbeiführen. Zu dieser Zeit war immer nur von einem Vertrag für 2002 mit einer Option für 2006 die Rede gewesen. Am 17. Juni offerierten die vier verbliebenen Interessenten (CWL, IMG, das EBU-Konsortium und <em>Sporis</em>/Kirch) ihre Angebote noch einmal der Finanzkommission. ABC, TEAM und CSI stiegen aus.</p>
<p>Die Wochen vergingen mit geschäftigem Treiben auf allen Ebenen. Blatter und Hyldgaard bereiteten in der Finanzkommission den Vorschlag zugunsten von <em>Sporis</em> und Kirch vor &#8211; wie so etwas läuft, wird uns später noch ausführlich ein FIFA-Vizepräsident berichten -, und Havelange bestellte Exekutivmitglieder zum persönlichen Gespräch ein. Am Abend vor der entscheidenden Sitzung Anfang Juli 1996 dinierte der Brasilianer in seinem Apartment noch lange mit dem russischen Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow.</p>
<p>Auf der Sitzung des Exekutivkomitees ging Havelange frühmorgens siegessicher zur Sache. Hinter verschlossenen Türen kam er schnell auf den Punkt. Er schlug vor, die Rechte für 2002/2006 an <em>Sporis/Taurus</em> zu vergeben, obgleich er wußte, daß die Europäer, wenn überhaupt, dann nur über 2002 befinden wollten. Havelange beantragte die sofortige, offene und einzelne Abstimmung und überrumpelte damit seine Konkurrenten. Havelange fragte zunächst seinen langjährigen Mitstreiter Koloskow: &#8220;Bist du nicht auch der Meinung, wir sollten das Angebot akzeptieren, mein Freund?&#8221; Gospodin Koloskow, seit vielen Jahrzehnten in der Sportdiplomatie geschult, tat, worum er gebeten worden war. Er nickte. Dies war ein wichtiger Schachzug, weil das erste Jawort aus taktischen Gründen von einem Europäer kommen mußte. War deren Front erst einmal durchbrochen, würden auch die anderen wankelmütig werden.</p>
<p>Die Frage ging reihum und Generalsekretär Blatter notierte eifrig die Stimmenzahl. 21 Mitglieder hatte das Exekutivkomitee damals. Das deutsche Mitglied Gerhard Mayer-Vorfelder und der greise Milliardär Henry Fok aus Hongkong, der damals noch in der Finanzkommission war, fehlten. Von den verbliebenen neunzehn Mitgliedern antworteten nur neun mit Ja &#8211; also nicht einmal die Mehrheit. Sechs waren dagegen. Mit Mayer-Vorfelder wären es sieben gewesen, jedenfalls, wenn er seinen Auftrag im Sinne des DFB wahrgenommen hätte. Die übrigen drei unter den Verdutzten enthielten sich der Stimme. Gewiß kein überzeugendes Votum also für einen Milliardendeal, der die Öffentlichkeit wie kein Sportrechtehandel zuvor beschäftigen sollte. Havelange aber konnte trotzdem generös auf seine Stimmabgabe verzichten.</p>
<p>Später sollte er sagen: &#8220;Das nächstfolgende Angebot lag um 600 Millionen Schweizer Franken niedriger. Da gab es keine Diskussion.&#8221; Im Februar hatte Havelange noch erklärt: &#8220;Unsere Partner sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten der <em>European Broadcasting Union</em>.&#8221; Warum dann aber diese Überrumpelungstaktik? Warum diese irreführende Informationspolitik? Warum wurde erst der Vertrag in Windeseile durchgedrückt &#8211; und dann Kirch und ISL anderthalb Jahre Zeit gegeben, ihre Verkaufsstrategie auszuhandeln? Völlig überraschend sei die Abstimmung für die Hauptakteure im Fernsehgeschäft gekommen, empörte sich EBU-Präsident Albert Scharf. Er wollte &#8220;wie alle anderen erst aus den Nachrichten&#8221; davon erfahren haben. Ein unerhörter Vorgang? Tatsächlich hatte es in der an die Exekutivmitglieder verschickten Tagesordnung unter Punkt 3.1 nur geheißen: &#8220;Bericht der Finanzkommission über die Vergabe der Fernsehrechte&#8221;. Daß dies nichts besagen muß, zählt zur traurigen Tradition der Ära Havelange, in der den Weltfußball betreffende Grundsatzentscheidungen immer wieder ohne sachliche Diskussion und gründliche Analyse getroffen wurden. Der Beispiele gab es viele. Nur hatte sich die EBU, der langjährige Partner, nie dafür interessiert. Als man das erste Mal selbst benachteiligt worden war, regte man sich mächtig auf. Hilflos und viel zu spät.</p>
<p>Generalsekretär Blatter erging sich nach der Abstimmung in Formulierungen, die nach Erlösung klangen: &#8220;Dies ist eine neue Dimension. Erstens in finanzieller Hinsicht. Zweitens, weil die Zusammenarbeit mit dem Konsortium der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, die seit 1974 bestand, beendet wurde.&#8221; Drei Monate zuvor hatte er noch gesagt, man dürfe &#8220;sich nicht blenden lassen von den großen Summen, die da herumgehen&#8221;. Der Sport stehe zu sehr im Mittelpunkt der Finanzen, &#8220;und das gefällt mir gar nicht gut&#8221;.</p>
<p>9:6 war die Abstimmung ausgegangen, die drei Enthaltungen deuteten wohl kaum auf eine Zustimmung hin. Zunächst aber kursierten sogar unter den Bewerbern ganz andere Ergebnisse. &#8220;Das Verfahren bei der Vergabe war äußerst irritierend&#8221;, kritisierte der EBU-Chef. &#8220;Ständig wurden neue Bedingungen gestellt, bis schließlich die Entscheidung mit einer Stimme Mehrheit getroffen wurde.&#8221; Scharf, Intendant des Bayerischen Rundfunks und damals auch ARD-Vorsitzender, äußerte zugleich sein Unverständnis über das sehr &#8220;auffällige&#8221; Fehlen von Gerhard Mayer-Vorfelder &#8211; immerhin Vertreter des mitgliederstärksten Verbandes der Welt und mithin auch des für Kirch interessantesten Fernsehmarktes.</p>
<p>Nicht nur in EBU-Kreisen wurde Naheliegendes vermutet: Der schwäbische CDU-Minister Mayer-Vorfelder habe sich angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse vor einer Entscheidung drücken wollen. Hätte er für die EBU gestimmt, wäre die Situation für die ISL/Kirch-Offerte prekär geworden &#8211; er hätte sich ja dann in Havelanges Fragerunde als Deutscher gegen die deutsche Offerte erklären müssen und damit gewiß den einen oder anderen der drei Unentschlossenen noch abgeworben. Hätte er aber für seinen Parteifreund Kirch gestimmt, wäre er in Deutschland hart angegriffen worden. Er &#8211; nicht Kirch. So hat er gar nicht abgestimmt. Und dafür kaum Prügel kassiert.</p>
<p>Mit welcher Begründung aber fehlte der Finanzminister Baden-Württembergs überhaupt bei der Beratung dieser delikaten Angelegenheit, ausgerechnet bei der teuersten Entscheidung der FIFA-Historie? Nach Angaben seines Ministeriums hatte Mayer-Vorfelder am Vormittag des 3. Juli 1996 &#8220;dringende Haushaltsberatungen&#8221; in Stuttgart. Nachmittag unterstützte er als CDU-Kreisvorsitzender die Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl. Angeblich will sich Mayer-Vorfelder noch einmal rückversichert haben, bevor er auf die Reise nach Zürich verzichtete. &#8220;Ich habe Blatter gefragt, ob über irgend etwas entschieden wird&#8221;, so erklärte er den Vorgang im Mai 1997. Mach dir keine Sorgen, es sei nur eine Orientierungsrunde, so habe dieser darauf geantwortet. Also seien ihm seine Ministertermine wichtiger gewesen. Später will er dann aus allen Wolken gefallen sein, als das Ergebnis verkündet wurde. War es so?</p>
<p>&#8220;Daß ist das erste Mal, daß ich höre, daß Mayer-Vorfelder mich in dieser Angelegenheit kontaktiert hat&#8221;, widerspricht hingegen Blatter. &#8220;Er hat das ganz sicher nicht gemacht, sonst hätte ich ihm gesagt, daß das auf der Traktandenliste steht, die er auch erhalten hat.&#8221; Und was da drauf steht, das stünde eben nie einfach nur zur Diskussion, &#8220;sondern immer zu Diskussion und Entscheid.&#8221; Darüber wiederum gehen die Einschätzungen auch unter Exekutivlern auseinander. Wenn alles, was auf der Tagesordnung steht, automatisch zum Entscheid ansteht, wäre das schon fahrlässig &#8211; etwa, wenn sich dort wie so oft 40 oder 50 Punkte türmen und die Mitglieder sich gar kein Bild mehr machen können über die jeweilig in aller Eile abzuhandelnden Sachverhalte. Blatter jedenfalls bleibt bei seiner Darstellung: &#8220;Über das Thema haben Mayer-Vorfelder und ich nicht gesprochen.&#8221;</p>
<p>Als Mayer-Vorfelder mit diesen Aussagen konfrontiert wurde, grinste er. &#8220;Dann habe ich eben nicht mit Blatter, sondern mit seinem Sekretariat gesprochen. Das weiß ich doch nicht mehr genau.&#8221; Genaugenommen interessiert ihn ja die ganze Sache mit den Fernsehrechten kaum. Die angesichts der Kirchschen Pay-TV-Drohung so aufgewühlten Gemüter in Deutschland beruhigt er gerne mit dem lässigen Hinweis: &#8220;Wissen die denn überhaupt, wie die Fernsehlandschaft im Jahr 2000 oder 2002 aussieht? Das weiß kein Mensch.&#8221; Da ist viel Wahres dran. Nur drängt sich die Frage dann um so mehr auf, warum die FIFA bereits Mitte 1996 in erkennbar allerhöchster Eile Fernsehverträge bis 2006 abschließen mußte?</p>
<p>Auf dem gleich nachfolgenden Kongreß der FIFA, der vierstündigen Mitgliedervollversammlung am 4. Juli 1996, versetzte Havelange seinen europäischen Rivalen um Lennart Johansson noch ein paar genüßliche Rippenstöße. Zunächst versprach er jedem der damals 198 nationalen Verbände aus dem Fernsehvertrag einen Grundbetrag von einer Million Dollar &#8211; eine Idee, die Johansson bereits in seinem ersten Visions-Papier vorgelegt hatte. Für die gerade neu aufgenommenen Föderationen der Jungferninseln, von Montserrat oder Guam hatte sich der erste Besuch beim Fußballpapst somit schon gelohnt. Der Kongreß beschloß mit 130 zu 41 Stimmen, die Zahl der Exekutivmitglieder um je einen Vertreter aus Afrika, Asien und Ozeanien von 21 auf 24 zu erhöhen. Die Europäer blieben bei ihren acht Plätzen. Havelange mußte keine Widerworte erdulden und bedankte sich anschließend für eine &#8220;ruhige und faire&#8221; Versammlung, die in einer &#8220;Atmosphäre des Friedens und des Fairplay&#8221; stattgefunden habe. &#8220;Sie haben sich perfekt verhalten&#8221;, lobte er in die Runde.</p>
<p>Weniger zufrieden war der DFB. Zwei seiner Anträge wurden abgeschmettert, darunter der für die Stärkung der nationalen Sportgerichtsbarkeit bei Entscheidungen, die eigene Wettbewerbe betreffen. Zurückziehen mußte er den dritten: Die Aufnahme einer Klausel, nach der in Zukunft die Vollversammlung die Vorsitzenden und deren Stellvertreter in den FIFA-Kommissionen wählen soll, an Stelle der bisher geübten Ernennung durch die FIFA-Exekutive. So blieb es bei einem winzigen Erfolg für die Europäer &#8211; sie ersetzten ihren Vertreter in der fünfköpfigen Finanzkommission (je ein Mitglied aus Europa, Asien, Afrika, Südamerika und Mittel/Nordamerika), den dänischen Blatter-Freund Poul Hyldgaard, durch den Italiener Antonio Matarrese. Mit Hyldgaards Leistung als Kommissionschef in der Vorbereitung der Kirch-Verträge war man offenbar nicht glücklich gewesen. Dafür aber büßten die Europäer nun ihren Chefstuhl in der Finanzkommission ein, was ein wenig verwundert, weil sie immerhin den Kontinent repräsentieren, aus dem der Weltfußball das weitaus meiste Geld erlöst.</p>
<p>Wie der Zufall so spielt, waren nun die wichtigsten Gremien wieder fest in lateinamerikanischer Hand: Der Brasilianer Havelange als Boß der Exekutive und der Dringlichkeitskommission, der Argentinier Julio Grondona an der Spitze von Finanzkommission und des Komitees für die FIFA-Jugendwettbewerbe, Havelanges mexikanischer Busenfreund, der im Dezember 1996 verstorbene Fernsehmogul Canedo, als Chef des WM-Organisationskomitees sowie des zugehörigen FIFA-Büros.</p>
<p>Hyldgaard übrigens wurde noch am 4. Juli zum Ehrenmitglied der FIFA ernannt. Und auch Wjatscheslaw Koloskow, der ja eine Art Streikbrecher gespielt hatte innerhalb der Oppositionsfront der europäischen Exekutivmitglieder, hatte bald Grund zur Freude. Sicher war es Zufall, daß Koloskow in seiner Eigenschaft als russischer Verbandschef vier Monate nach der TV-Vergabe und dem persönlichen Gespräch mit Havelange einen lukrativen Vertrag unterschrieb &#8211; mit dem Sportartikelgiganten <em>Nike</em>, der auch die Auswahl Brasiliens unter Vertrag hat und sich zu jener Zeit bei Havelange sehr um einen Kontrakt mit der FIFA bemüht hatte. Bis zum Jahr 2000 treten zehn russische Auswahlteams der Männer, Jugendlichen und Frauen sowie sechs Topvereine der ersten Liga in <em>Nike</em>-Ausrüstung an. &#8220;Neben der Ausstattung beinhaltet der Vertrag mit <em>Nike</em> auch Barzahlungen&#8221;, erklärte Koloskow auf einer Pressekonferenz. Wieviel Dollars in den nächsten Jahren nach Moskau transferiert werden, wurde nicht bekannt. Muß auch nicht sein, im Rechtsstaat Rußland gelangen Devisen meist an die richtige Adresse.</p></blockquote>
<p>Ähnlich verlief im Jahr darauf die Vergabe der FIFA-Marketingrechte für 880 Millionen CHF. Das ist mal eine andere Geschichte.</p>

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		<title>Sportpolitische Web-Juwelen (1): &#8220;Travels with Chuck Blazer&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 11:21:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf seltsame und vereinzelte Wünsche wird an dieser Stelle umgehend reagiert. Es hat doch tatsächlich jemand darum gebeten, ich möge eine Weihnachtsserie starten. Kein Problem, gern geschehen. Nur habe ich nicht so viel Zeit, täglich eine hübsche Geschichte zu erzählen. Arbeit geht vor, und trotz eines schrecklichen Hexenschusses habe ich vor, bis Ende der Woche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf seltsame und vereinzelte Wünsche wird an dieser Stelle umgehend reagiert. Es hat doch tatsächlich jemand darum gebeten, ich möge eine Weihnachtsserie starten. Kein Problem, gern geschehen. Nur habe ich nicht so viel Zeit, täglich eine hübsche Geschichte zu erzählen. Arbeit geht vor, und trotz eines schrecklichen Hexenschusses habe ich vor, bis Ende der Woche weiter aus Johannesburg und Kapstadt zu berichten. Sitzen kann ich einigermaßen, schreiben geht auch. Meine Haltung ist allerdings etwas problematisch, ich meine nicht die journalistische oder die weltanschauliche. Nach vorn gebeugt würde ich etwa 120 Grad schätzen &#8211; zur Seite sind es auch einige Dutzend Grad Abweichung vom Normalwert. Mindestens.</p>
<p>Doch zurück zum Thema: Bis Heiligabend werde ich täglich eine sportpolitische Kostbarkeit aus dem Internetz vorstellen. Manches wurde hier sicher schon verlinkt, einiges wird neu sein.</p>
<p><strong>Beginnen wir mit dem <a title="Sepp, im Banne der Dämonen" href="http://jensweinreich.de/?p=61" target="_self">Teufel</a>.</strong></p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/chuckthedevil.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5945" title="Screenshot &quot;Travels with Chuck Blazer ...&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/chuckthedevil.jpg" alt="" width="380" height="259" /></a></p>
<p>Chuck Blazer (USA), mein neuer Facebook-Freund, wird mir die Bezeichnung sicher nicht übel nehmen. Chuck versteht Spaß, das weiß ich. Sonst hätte er dieses Foto (Screenshot, copyright: Chuck Blazer) nicht auf seiner Webseite veröffentlicht. Sonst hätte er es nicht so lange Jahre im New Yorker Trump Tower und an der Seite seines kongenialen Kameraden Jack Warner ausgehalten. Chuck Blazer ist einer der wichtigsten Fußballfunktionäre des Planeten. Er gehört dem FIFA-Exekutivkomitee an, agiert seit gefühlten 300 Jahren als Generalsekretär von Jacks CONCACAF, die in der Regel 35 Stimmen für Blatter &amp; Co. liefert, ist derzeit sehr beschäftigt als Boss der FIFA-Klub-WM in Abu Dhabi und dennoch gerade flink nach Kapstadt gejettet, wie er via <a title="Chuck on Twitter" href="http://twitter.com/chuckblazer/statuses/6208398045" target="_blank">Twitter</a> mitteilte, um an den FIFA-Sitzungen teilzunehmen und die WM-Auslosung zu beaufsichtigen. Nimmermüde dient Chuck dem Weltfußball und dem Weltfrieden. Zu seinen sonstigen Hobbies zählen: &#8220;technology, video, internet, finance&#8221; und solche Sachen. Als sein Vorbild nennt er keinen Geringeren als den ältesten <a title="OLympia 2016: Rio gewinnt, Ohrfeige für Obama" href="http://jensweinreich.de/?p=5372" target="_self">Olympiasieger</a> <a title="Olympiasieger Rio de Janeiro" href="http://jensweinreich.de/?p=5389" target="_self">aller Zeiten</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;A majestic symbol of elegance in our sport, Dr. Joao Havelange.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sport and Politics, <strong><span style="color: #000000;">meine 1. Weihnachts-Empfehlung</span></strong> für die Favoritenliste:</p>
<blockquote><p><span style="color: #888888;"><strong><a title="Travels with Chuck Blazer" href="http://chuckblazer.blogspot.com/" target="_blank">&#8220;Travels with Chuck Blazer &#8230;&#8221;</a></strong></span></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5951" title="Screenshot &quot;Travels with Chuck Blazer ...&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/chuck-nelson.jpg" alt="" width="500" height="203" /></p>
<p>Chuck lässt uns teilhaben am nimmermüden altruistischen Wirken eines Top-Funktionärs. Er erlaubt wunderbare Einblicke in Text, Bild und Ton. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.</p>

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		<title>Handspiel? Henry? Blatter lästert über Irlands Fußballverband</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/11/30/handspiel-henry-blatter-lastert-uber-irlands-fusballverband/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 14:56:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
JOHANNESBURG. Mit einer Indiskretion über ein Treffen vergangenen Freitag mit dem Irischen Fußballverband (FAI) in Zürich hat FIFA-Präsident Joseph Blatter heute wieder weltweit Schlagzeilen gemacht. Ganz so wie es die Deutsche Presse-Agentur darstellt, deren Bericht in deutschen Onlinemedien gut läuft, verhält es sich aber nicht &#8211; der SID hat es korrekter dargestellt. Ich weiß nicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5933" title="Joseph Blatter, Soccerex, 30. November 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/sepp-soccerex.jpg" alt="" width="448" height="259" /></p>
<p>JOHANNESBURG. Mit einer Indiskretion über ein Treffen vergangenen Freitag mit dem Irischen Fußballverband (FAI) in Zürich hat FIFA-Präsident Joseph Blatter heute wieder weltweit Schlagzeilen gemacht. Ganz so wie es die Deutsche Presse-Agentur darstellt, deren Bericht <a title="Google news" href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;num=100&amp;q=blatter+irland&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_blank">in deutschen Onlinemedien gut läuft</a>, verhält es sich aber nicht &#8211; der SID hat es korrekter dargestellt. Ich weiß nicht, wie diese im Detail unzutreffende Meldung entstanden ist &#8211; Fehler können passieren, das weiß ich nur zu gut; bin gespannt, ob dpa den Vorgang korrigiert oder sollte ich besser sagen: etwas zutreffender darstellt? Mehr dazu später. Wer auf der Eröffnungsession der Soccerex in Sandton anwesend war, hat es richtig mitbekommen. Blatter hat sich über die Iren lustig gemacht, als hätten die nach dem unsäglichen, ungeahndeten Henry-Handspiel nicht schon genug zu leiden. So blöd, ganz offiziell einen 33. WM-Startplatz zu fordern, sind die Iren nun auch nicht. Sie sahen sich allerdings gezwungen, <a title="Erklärung der FAI" href="http://www.fai.ie/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=100565:fai-statement&amp;catid=1:senior-men&amp;Itemid=8" target="_blank">diese Erklärung</a> zu veröffentlichen.</p>
<p>Einmal mehr äußerte Blatter übrigens Verständnis für Henry, betrogen und den Schiedsrichter nicht über das Handspiel aufgeklärt zu haben.</p>

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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (48): Südafrika, Soccerex, DOSB-Ethikpreis, The Fastest Couple</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 16:15:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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Moin. Melde mich heute aus Sandton, Johannesburg. Unten auf dem Nelson Mandela Square gewinnt gerade Holland nach drei Toren von Pierre van Hoijdonk das &#8220;World Cup legends tournament&#8221; im Finale gegen England. Ja, es geht in den nächsten Tagen um Fußball. Es gibt ein Wiedersehen mit Sepp&#8217;n Jack, Ricardo &#38; Franz &#38; Chuck und all [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5919" title="Soccerex 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/soccerex11.jpg" alt="" width="448" height="252" /></p>
<p>Moin. Melde mich heute aus Sandton, Johannesburg. Unten auf dem Nelson Mandela Square gewinnt gerade Holland nach drei Toren von Pierre van Hoijdonk das &#8220;World Cup legends tournament&#8221; im Finale gegen England. Ja, es geht in den nächsten Tagen um Fußball. Es gibt ein Wiedersehen mit <a title="Beiträge zu Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?s=blatter" target="_self">Sepp&#8217;n</a> <a title="Beiträge zu Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?cat=664" target="_self">Jack</a>, Ricardo &amp; Franz &amp; Chuck und all den anderen. Nach der Messe <a title="Soccerex 2009" href="http://www.soccerex.com" target="_self">Soccerex</a> hier im Sandton Convention Centre bin ich noch einige Tage in Kapstadt, u.a. am Donnerstag bei der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees auf Robben Island (<a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_self">Friedensnobelpreis</a>, ick hör Dir trapsen) und natürlich bei der WM-Gruppenauslosung am Freitag, die ich sicher live mitbloggen werde. Ich hoffe, wir werden etwas Spaß haben.</p>
<p>Bevor der Fußball dominiert, noch einige Pflichtthemen, die flink abgearbeitet werden müssen. Von Sepp&#8217;n Jack, anderen Totalspezialdemokraten, Ethikexperten und dem Friedensnobelpreis ist es nicht schwer, die Brücke zu schlagen zum DOSB, der heute dazu <a title="DOSB PM vom 29 November 2009" href="http://www.dosb.de/de/organisation/verbands-news/detail/news/dosb_ethikpreis_fuer_2010_ausgeschrieben/9746/cHash/220a7353b9/" target="_blank">aufgerufen</a> hat, Vorschläge für den &#8220;<strong>DOSB-Ethikpreis 2010</strong>&#8221; zu unterbreiten. Ich finde, hier ist der richtige Platz, um Vorschläge zu diskutieren und parallel natürlich auch beim DOSB einzureichen. Einsendeschluss ist der 15. Dezember:</p>
<blockquote><p>2010 vergibt der DOSB zum ersten Mal den DOSB-Ethikpreis. Damit sollen künftig alle zwei Jahre <strong>eine Persönlichkeit oder eine Gruppe ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise um die Förderung der ethischen Werte im Sport verdient gemacht hat</strong>.</p>
<p>Der DSOB-Ethikpreis wird 2010 erstmals verliehen.</p>
<p>Angesichts der vielfältigen Herausforderungen, unter denen sich der Sport heute bewähren muss, werden bei der Vergabe des DOSB-Ethikpreises insbesondere gewürdigt: Verdienste im Bereich der Werteerziehung, soziales und ökologisches Engagement sowie Fairness und moralische Integrität.</p>
<p>Der DOSB-Ethikpreis wird in Kontinuität zur Ludwig-Wolker-Plakette verliehen, die an einen der bedeutendsten Repräsentanten der kirchlichen Sportbewegung erinnerte.</p>
<p>Jede Mitgliedsorganisation kann einen begründeten Vorschlag machen, der mit entsprechenden Unterlagen bis zum 15. Dezember 2009 an die Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper zu leiten ist.</p>
<p>Weitere Anfragen und Rücksendungen bitte an Stephanie Primus, Fax: 069-6700-1207, Mail: <a title="Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mail" href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('ocknvq,rtkowuBfqud0fg');">primus(at)dosb.de</a> , Tel: 069-6700-207 oder per Post: Stephanie Primus, DOSB, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main.</p></blockquote>
<p>Nur zu, ich rufe auf zur Diskussion:</p>
<p><strong>Wer hat sich in der Vergangenheit um ethische Werte im Sport verdient gemacht? Wer soll den DOSB-Ethikpreis erhalten?</strong></p>
<p>Einige Namen habe ich weiter oben schon ins Spiel gebracht. Das UDIOCM (FDP) und sein DOSB-General von den Bündnisgrünen, <a title="Staatssekretär Christoph Bergner (CDU) über Doping und andere Ärgerlichkeiten" href="http://jensweinreich.de/?p=5890" target="_self">Christoph Bergner</a> (CDU), <a title="War Samaranch KGB-Agent" href="http://jensweinreich.de/?cat=438" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a> (Opus Dei/KGB?) oder <a title="Dopingtrainer, Dopingopfer" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self">Werner Goldmann</a> sind natürlich auch Kandidaten &#8211; aber die werden sich doch wohl nicht selbst auszeichnen? Oder etwa ihren Freund 20er?</p>
<p><em>Nachtrag, 19.28 Uhr:</em> Oh, ich hatte übersehen, dass hier keine Vorschläge gemacht werden dürfen, weil diese kleine feine Öffentlichkeit nicht zur <a title="&quot;We are family&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportfamilie</a> gehört. Es dürfen nur Mitgliedsorganisationen Namen einreichen, und die definiert der DOSB so:</p>
<blockquote><p>Unter Sportfamilie verstehen wir die 97 Mitgliedsorganisationen sowie deren Untergliederungen, die den Sport in Deutschland gestalten und organisieren.</p>
<p>Zu den Mitgliedern im Deutschen Olympischen Sportbund gehören:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.dosb.de/de/organisation/mitgliedsorganisationen/landessportbuende/" target="_self">16 Landessportbünde</a></li>
<li><a href="http://www.dosb.de/de/organisation/mitgliedsorganisationen/spitzenverbaende/" target="_self">61 Spitzenverbände (33 olympische und 28 nichtolympische)</a></li>
<li><a href="http://www.dosb.de/de/organisation/mitgliedsorganisationen/verbaende-mit-besonderen-aufgaben/" target="_self">20 Sportverbände mit besonderen Aufgaben</a></li>
<li>2 IOC-Mitglieder</li>
<li>15 Persönliche Mitglieder</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Obwohl ich jetzt nicht weiß, warum auf der DOSB-Webseite nur &#8220;2 IOC-Mitglieder&#8221; genannt werden. Noch sind es drei. Und ein Mann wie Walther Tröger, der am 31. Dezember IOC-Ehrenmitglied wird, sollte im DOSB eigentlich noch einen Sitz haben dürfen. Wie auch immer: Wer mag, sollte der Chef-Ethikerin Frau Doll-Tepper trotzdem eine Email schicken.</p>
<p>Die Ethik also. Schon sind wir beim heutigen Lesebefehl:</p>
<p>Ich habe immer wieder Geschichten über das einstige The Fastest Couple on Earth verlinkt: <a title="alle Beiträge zu Marion Jones" href="http://jensweinreich.de/?s=marion+jones" target="_self">Marion Jones</a> und <a title="alle Beiträge zu Tim Montgomery" href="http://jensweinreich.de/?cat=382" target="_self">Tim Montgomery</a>. Diese Stories von <strong><span style="color: #000000;">Times</span></strong>-Sportchefreporter Owen Slot sollte man ebenfalls lesen:</p>
<ul>
<li><a title="The Times" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/sport/more_sport/athletics/article6934111.ece" target="_blank">Unabashed Tim Montgomery and Marion Jones kept drugs in fridge</a></li>
<li><a title="The Times" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/sport/more_sport/athletics/article6934021.ece" target="_blank">Tim Montgomery: ‘I had the best job in the world – now I’m in prison clearing leaves’</a></li>
</ul>
<p>Und zum Abschluss noch ein Jobangebot. Ich meine, die Zeiten sind hart. Angesichts <a title="DOSB-Stellenangebot" href="http://www.dosb.de/de/organisation/stellenangebote/dosb-sucht/#c28694" target="_blank">dieser Offerte</a> des DOSB zur Mitarbeit an der Münchner Olympiabewerbung überlege ich ernsthaft, die Seiten zu wechseln. Klingt vielversprechend. Oder hat jemand einen besseren Vorschlag? Möchte sich jemand bewerben? <span id="more-5917"></span></p>
<blockquote><p><strong>Ihr Aufgabengebiet umfasst im Wesentlichen</strong></p>
<ul>
<li>kommunikative Schnittstelle zwischen dem DOSB und der Bewerbergesellschaft München 2018</li>
<li>inhaltliche und organisatorische Unterstützung der Projektverantwortlichen</li>
<li>Aufbau und Betreuung eines internen Projektmanagements</li>
<li>interne Koordination aller Informationen und Tätigkeiten der beteiligten Geschäftsbereiche des DOSB</li>
<li>Koordination, Vorbereitung und Begleitung medienwirksamer Veranstaltungen</li>
<li>Vor- und Nachbereitung von Sitzungen der Gremien und Arbeitsgruppen der Bewerbergesellschaft München 2018</li>
</ul>
<p><strong>Wir erwarten</strong></p>
<ul>
<li>Abgeschlossenes Hochschulstudium in einem relevanten Fachgebiet oder vergleichbare Qualifikation</li>
<li>Erfahrungen im Projektmanagement</li>
<li>umfassende Kenntnis der Sportstrukturen</li>
<li>soziale Kompetenz, Kontaktfähigkeit und Kommunikationsstärke</li>
<li>Organisationstalent und Erfahrungen im Bereich der Netzwerk- sowie Gremienarbeit</li>
<li>sehr gutes Ausdrucksvermögen in Deutsch und Englisch</li>
<li>sehr gute IT-Anwendungsfähigkeiten (Word, Excel, Powerpoint)</li>
<li>Bereitschaft zu Reisetätigkeit und flexiblen Arbeitszeiten</li>
</ul>
<p>Wir bieten eine fordernde Aufgabe, ein förderndes Umfeld und eine leistungsgerechte Vergütung. Ihre aussagefähige Bewerbung mit der Angabe Ihres Gehaltswunsches richten Sie bitte bis zum <strong>18. Dezember 2009</strong> an:</p>
<p><strong>Deutscher Olympischer SportBund<br />
</strong>Frau Astrid Heidl<br />
Otto-Fleck-Schneise 12<br />
60528 Frankfurt am Main</p></blockquote>

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		<title>KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5747" title="Buchcover &quot;Der KGB spielt Schach&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/kgb-plays-chess-kl.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="267" height="366" align="left" />Die Geschichte von Juan Antonio <a title="IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/?p=5719" target="_self">Samaranch und dem KGB</a> zieht ihre Kreise. &#8220;KGB plays chess&#8221; oder &#8220;KGB igraet w schachmatö&#8221; (siehe russisches Cover) ist derzeit das sportpolitische Top-Thema zwischen Vancouver, Madrid, Lausanne, London &#8211; und natürlich Moskau. Doch wenn ich es recht verstehe, muss Samaranch nicht viel befürchten, und die IOC-Führung kann sich weiter blöd stellen, das <a title="Wikipedia: Prinzip der drei Affen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen" target="_blank">Prinzip der drei Affen</a> vervollkommnen und die Öffentlichkeit für dumm verkaufen. Alles nur Gerüchte, wie mir IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams mitteilte?</p>
<p>Nothing but rumors? Not at all.</p>
<p><em>(Es mag jetzt ein bisschen albern wirken, wenn ich öfter mal mit meinem englischen Halbwissen einen englischen Satz einstreue und die folgenden Zitate gar nicht erst übersetze. Aber das hilft den vielen Kollegen, Interessierten und Funktionären, die hier regelmäßig vorbei schauen und die gestrige Samaranch-Geschichte goutiert haben. Einige <a title="denglische Texte" href="http://jensweinreich.de/?cat=1513" target="_self">englische Beiträge</a> habe ich im Blog verbrochen &#8211; es werden demnächst mehr, es geht nicht anders.)</em></p>
<p>Zurück zum eigentlichen Thema. Nothing but rumors? Keineswegs. Allerdings, und das ist der Unterschied zur ostdeutschen Stasi, sind die KGB (FSB) Archive im Prinzip geschlossen. Sie waren unter Jelzin teilweise zugänglich, als Verbrechen der Stalin-Ära thematisiert wurden. In der Ära des KGB-Zaren und Samaranch-Kollegen <a title="alle Beiträge zu Wladimir Putin" href="http://jensweinreich.de/?s=putin" target="_self">Wladimir Putin</a> ist das nicht so einfach mit den Unterlagen. Ich habe mich lange mit <strong>Juri Felschtinski</strong> ausgetauscht, dem Autor des Buches und der Samaranch-Enthüllungen, den ich leider nicht früher erreicht hatte. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Vladimir Popov, a former high ranking KGB officer, responsible for sport agents, has liftet his anonymity. This is a new quality. Vladimir Popov knows all the names of the sport spies, all the nicknames and all the recruting officers. He is a very reliable source with strong arguments.&#8221;</p>
<p>&#8220;But nevertheless I do not expect any comments from the FSB people. It&#8217;s all about damage control. They know what he knows.&#8221;</p></blockquote>
<p>Damage control. Darum geht es auch Samaranch. Darum geht es selbstverständlich dem IOC.</p>
<p>Der Witz an der Geschichte aber kommt jetzt. Denn die Enthüllung, dass Samaranch ein KGB-Agent gewesen sei, ist nicht neu und &#8211; von den Gerüchten im olympischen Circuit mal abgesehen &#8211; keinesfalls erst jetzt erfolgt, wie nicht nur ich annahm. Juri Felschtinski hat darüber in seinem Anfang des Jahres erschienen Buch &#8220;<a title="Amazon-Link" href="http://www.amazon.de/Corporation-Russia-KGB-President-Putin/dp/1594032467/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1257521926&amp;sr=8-1" target="_blank">The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin</a>&#8221; (Cover unten links) viel ausführlicher geschrieben. Im Schachbuch &#8211; das gerade auf Russisch veröffentlicht wurde und das im Dezember im Schach-Fachverlag <a title="Exzelsior Verlag" href="http://exzelsior.de/" target="_blank">Exzelsior</a> auf Deutsch erscheint (exklusiv das Cover unten rechts) &#8211; geht es um den KGB und seine Machenschaften im Schach. Samaranch ist nur eine Notiz, kein großes Thema.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5750" title="Cover The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/the-corporation.jpg" alt="" width="260" height="378" align="left" /><img class="alignnone size-full wp-image-5751" title="Cover: Der KGB setzt matt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/kgb-setzt-matt.jpg" alt="" width="260" height="378" /></p>
<p><span>Juri Felschtinski sagt deshalb: <span id="more-5745"></span></span></p>
<blockquote><p><span>&#8220;To my great surprise no one paid attention to my chapter in the Putin-book which was published in English. Ironically people now pay attention to a publication in Russian which is not even published in English.&#8221;</span></p></blockquote>
<p><span>Tja, man kann es sich nicht aussuchen. So funktionieren die Medien: unberechenbar.</span></p>
<p><span>Im Kern geht es darum, um die <a title="IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/?p=5719" target="_self">IOC-Präsidentenwahl 1980</a>:</span></p>
<blockquote><p><span>source:<strong> The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin</strong></span></p>
<p><em>copyright: Juri Felschtinski</em></p>
<p>&#8220;His election was preceded by something of a detective story. As an ambassador in the USSR, Samaranch developed an interest in Russian history and culture. He grew particularly fond of Russian antiques, which he collected with the love of a genuine connoisseur ans shipped to his home in Spain. The USSR prohibited taking objects of cultural and historic value out of the country (&#8230;) In Soviet times, all antiques were closely monitored by the KGB; so ambassador Samaranch, a frequent buyer of increasingly valuable rarities, was taken note of. After a while, an agent from the KGB&#8217;s Second Main Directorate, which monitored the Spanish embassy, met with Samaranch and gently explained to him that his actions were subject to prosecution in accordance with the RSFRS&#8217;s Criminal Code (&#8230;) and were classified by Soviet law as the smuggling of contraband goods. Samaranch was offered a choice: he could either be compromised through the publication of articles in the Soviet and foreign press detailing his activities, which would undoubtedly have put an end to his diplomatic career, or he could collaborate with the KGB as a secret agent. Samaranch chose the latter option.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der KGB nahm dann Kontakt zu den Genossen im Ostblock auf und bat deren Geheimdienste, alles zu tun, um Samaranchs Wahl zum IOC-Präsidenten sicherzustellen. Dazu gibt es ein Schriftstück, ein dechiffriertes Telegramm, unterschrieben vom damaligen stellvertretenden KGB-Chef und späteren KGB-Boss Viktor Chebrikov. Der Plan ging auf &#8211; auch durch Mithilfe von Dassler, Guelfi, Weber und all den anderen im Sportbusiness und im Dunstkreise von Geheimdiensten Tätigen.</p>
<blockquote><p>&#8220;As the result, Samaranch was elected President of the IOC, where for many years he loyally served the country to which he was connected by his work as an agent and by his gratitude for its help in getting him a high international position.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sportpolitisch kann man diese Einschätzung bestätigen. Ich habe es gestern einmal mehr gesagt: Samaranchs Beziehungen ins ehemalige Sowjetreich sind Legende &#8211; bis hin zur dubiosen Kür von Sotschi zur Winterolympiastadt 2014. Ausgerechnet Sotschi, das subtropische Paradies, wo KGB-Mann Putin urlaubt und (natürlich) Geschäfte macht. Samaranch wurde damals von den Russen im letzten Moment eingeflogen und hat seinen alten Kumpels Witali Smirnow, langjähriger IOC-Vizepräsident und Organisationschef der Sommerspiele 1980, und Schamil Tarpischtschew, ehemals Jelzins Tennislehrer, Sportminister und verantwortlich für das spurlose Verschwinden <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">vieler Milliarden Dollar aus dem Wodka-Fond</a>, noch einige IOC-Stimmen beschafft.</p>
<p>Was kaum noch wundert, einige Spione mehr:</p>
<p>According to Mr. Felschtinski the current Russian IOC members <strong>Witali Smirnow</strong> and <strong>Schamil Tarpischtschew</strong>, longtime FIFA Executive Board member <strong><a title="Grüße von der Russenmafia" href="http://jensweinreich.de/?p=1163" target="_blank">Wjatscheslaw Koloskow</a></strong> and Russian NOC President <strong>Leonid Tjagatschew</strong> (code name &#8220;Elbrus&#8221;) have also served as <span style="color: #000000;"><strong>KGB agents</strong></span> &#8211; among other high-ranking sport officials.</p>
<p>Das soll für heute erstmal genügen. Es drängt mich, andere Samaranch-Geschichten aufzuwärmen, die in jene Zeit passen und das Bild runden, etwa seine Mitgliedschaft im <strong>Opus Dei</strong>, dessen Elite-Akademie Instituto de Estudios Superiores de la Empresa (IESE) er einst besucht hat. Damit habe ich mich vor Jahren aus der Ferne mal im Buch &#8220;<a title="Der olympische Sumpf" href="http://jensweinreich.de/?page_id=25" target="_self">Der olympische Sumpf</a>&#8221; befasst. Opus-Dei-Experte John Hutchison, der Samaranch Supernumerarier des Opus Dei nennt, schrieb in seinem Standardwerk &#8220;Die Heilige Mafia des Papstes&#8221;/&#8221;Pope&#8217;s Holy Mafia&#8221;, in der Zeit des Kalten Krieges habe Samaranch das Opus Dei &#8220;über die Aktivitäten der Sowjets auf dem laufenden&#8221; gehalten.</p>
<p>Ja, der Leser <a title="Kommentar von enrasen" href="http://jensweinreich.de/?p=5719#comment-15504" target="_self">enrasen</a> hat Recht &#8211; diese Geschichten sind besser als jeder Roman, weil sie nie enden. Schade nur, dass wir alle so wenig darüber wissen. Samaranch wird nicht plaudern. Smirnow ebenfalls nicht. Und, sorry, Jean-Marie Weber schon gar nicht.</p>
<p>Demnächst mehr in diesem Theater.</p>
<p>Schon jetzt mehr, Nachtrag, 21.15 Uhr: Unter Berufung auf Paris Match meldet <strong>Insidethegames</strong>: <a title="Insidethegames" href="http://ow.ly/zWWH" target="_blank">IOC member takes legal action over spy claims</a>. Ooops. Diesmal geht es um Spionage-Vorwürfe gegen <a title="Albert zur Frage einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur" href="http://jensweinreich.de/?p=5534" target="_self">Albert von Monaco</a> &#8211; ausnahmsweise nicht um den KGB.</p>
<ul>
<li><strong>Paris Match</strong>: <a title="Paris Match" href="http://www.parismatch.com/People-Match/Tete-couronnee/Actu/Les-attaques-de-la-taupe-sement-le-malaise-a-Monaco-142590/" target="_blank">LES ATTAQUES DE LA « TAUPE » SÈMENT LE MALAISE À MONACO</a></li>
</ul>
<p>Nachtrag, 8. November:</p>
<ul>
<li>Johann Skocek im österreichischen <strong>Standard</strong>: &#8220;<a title="Der Standard zu Samaranch und KGB" href="http://derstandard.at/fs/1256744306735/Der-geheime-Kompass" target="_blank">Der geheime Kompass</a>&#8220;</li>
</ul>

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		<title>Sepp, zu Gast bei Putin: &#8220;I am really glad that you greet me as a friend&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 11:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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Mein Freund Joseph Blatter hatte vergangene Woche in Kopenhagen schon erzählt, dass er einen Termin bei Wladimir Putin hat. So war ich ganz gespannt zu erfahren, was die Präsidenten im Weißen Haus besprochen haben &#8211; und wurde vom Informationsdienst der russischen Regierung einmal mehr nicht enttäuscht. So stellt man sich das vor in einer Demokratie. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em></em><img class="aligncenter size-full wp-image-5631" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo1.jpg" alt="" width="500" height="279" /></p>
<p>Mein Freund <a title="tag: Blatter" href="http://jensweinreich.de/?cat=5" target="_self">Joseph Blatter</a> hatte vergangene Woche <a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_self">in Kopenhagen</a> schon erzählt, dass er einen Termin bei <a title="tag: Wladimir Putin" href="http://jensweinreich.de/?s=putin" target="_self">Wladimir Putin</a> hat. So war ich ganz gespannt zu erfahren, was die Präsidenten im Weißen Haus besprochen haben &#8211; und wurde vom Informationsdienst der russischen Regierung einmal mehr nicht enttäuscht. So stellt man sich das vor in einer Demokratie. Ich weiß nur nicht, ob Sepp dem Wladimir, <a title="Sepp, ganz stolz: WM-Freitickets für Barack Obama" href="http://jensweinreich.de/?p=4472" target="_self">wie zuvor dem Barack</a>, auch Tickets für die WM in Südafrika angeboten hat und wie sich das &#8211; sollte es so gewesen sein &#8211; mit den strengen FIFA-Ethikregelen verträgt. Ich weiß auch nicht, ob Sepp diesmal <a title="Grüße von der Russenmafia ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1163" target="_self">wieder andere</a> <a title="@ email von der FIFA" href="http://jensweinreich.de/?p=1226" target="_self">Unbekannte</a> getroffen hat und/oder ob er mit Putin über die Gründung der <a title="tag: WACA" href="http://jensweinreich.de/?cat=1030" target="_self">WACA</a> gesprochen hat. Egal, für heute, <strong>Lesebefehl</strong> - das Transkript, es lohnt sich:</p>
<p><strong>Wladimir Putin</strong>: Mr Blatter, dear friend, I am very glad to see you in Moscow. In Moscow and Russia, your work in the post of FIFA president is very well known.</p>
<p>I have to say that the popularity of football is growing in Russia. I cannot, however, say that our team is doing all of what the country&#8217;s fans expect of it, but the development of football is generally on the upswing all the same.</p>
<p>In general, we have a good national team with good potential. What is more important is that we have a program for the development of football to the year 2015. Corresponding federal funds have been allocated and the regions are also allocating funds.  Before the end of this year, we plan to build 600 new pitches, including indoor pitches.</p>
<p>You, of course, know that we have decided to officially submit our application to host the World Cup in 2018. We wanted to inform you about this today. A week ago, on October 9, I signed an executive order in order to make this process more official.</p>
<p><strong>Joseph Blatter </strong><em>(as translated):</em> Let me first wish you a happy birthday. Once again, happy birthday!</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5636" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo21-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5637" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo31-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5638" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo41-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p>Mr President, I am very glad about our meeting today; it&#8217;s a great honour for me. I am really glad that you greet me as a friend and let me do the same. We have been acquainted for several years in various capacities. I want to tell you that as before, you remain &#8220;Mr President&#8221; to me and so accordingly I have addressed you as such.</p>
<p>You said that I am well-known in Russia. Let me answer that by saying that you are well-known around the world. In any case, in every country I visit. Everywhere in the football world, people talk about Russia and about you.</p>
<p>I must say that in Russia there really is a lot being done for the development of football and we value this. Evidence of this is the fact that the president of the Russian Football Union is now a Russian government official. And this did not give us pause. As they say, success goes hand-in-hand with success.</p>
<p>As for the national team &#8211; I think that the Russian team will still make it to South Africa. But if it doesn&#8217;t happen on the first try in the first round, there&#8217;s always the second try in the second round. There are two more games ahead. And with such a team and the whole nation behind them, I am confident that you will succeed.</p>
<p><strong>Wladimir Putin:</strong> I hope so.</p>
<p><strong>Joseph Blatter:</strong> Of course, I would like to be able to say that I also hope se, but there is the principle of neutrality, which I must observe.</p>
<p>Mr Prime Minister, let me take this opportunity to express gratitude for the Russian government and the Russian Football Union deciding to officially submit an application to host the World Cup in 2018. Regardless of what anyone says about, say, the Olympic Games, this is the world&#8217;s main event, the foremost event, Event Number One. Football is football.</p>
<p>Today, over the course of the day, I had the opportunity to familiarise myself with the progress of Russia&#8217;s preparations to host the World Cup. And let me take this opportunity to explain my football philosophy. I think that the world football championship, the World Cup within the framework of FIFA must leave a legacy. And just such a concept is being realised here in Russia. So the Russian application gives rise to my most earnest sympathy.</p>
<p>Mr Prime Minister, I am very glad that preparations for the World Cup are now being done on a regional level and are proportionally distributed across all of Russia. You mentioned this yourself and also noted that football isn&#8217;t just a game. Indeed, many other things relate to it, such as all of the logistical support &#8211; the streets, railroads and all infrastructure. Not only just the stadiums. Consequently, all of this, of course, will remain in Russia and will be of use to its people.</p>
<p>I would also like to mention the great socio-cultural significance of football and it popularity among youth. Football is really a game that motivates the entire world. And it seems to me that this particularly pronounced in Russia.</p>
<p>It should be recognized that things aren&#8217;t going so well in the world, although the economic crisis has relented a little bit. But in order to overcome it, we, of course, need positive emotions and hopes. This is exactly what football could give.</p>
<p>And on a more personal note &#8211; since we&#8217;re talking about the crisis, let me congratulate you with signing the major agreement with China yesterday.</p>
<p>I would also like to mention the commonality in life philosophy that you and I share. Like you, I am very attached to my mother and I wear her locket. And when I once asked you whether you would like to be rich, you said, &#8220;I am already rich, I have a rich emotional life and rich feelings.&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5644" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo61-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5645" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo8-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5646" title="(c) Government of Russia" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo71-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p>Getting back to football &#8211; of course, it&#8217;s great that Russia has such a large construction programme for football. This is not only football pitches, but roofed stadiums. Of course, it is very good that youth is lure off the streets and into sport facilities where come to know a game based on respect and discipline. It may be said that football is the school of life. A person who plays football may not become the best footballer, but he will become a better person.</p>
<p><span id="more-5612"></span>Mr Prime Minister, could you ask the question that the media also asks &#8211; &#8220;What are Russia&#8217;s chances to become the host country for the 2018 World Cup?&#8221; I can say that Russia, first of all, is in the race. However, I can say that Russia is a second-tier country and other countries submitted their applications much earlier. However, those documents which I was able to review command respect. I think that if you continue with the same verve and the same attitude, then your chances are good.</p>
<p>And let me also add the following. Regardless of the Russian national team&#8217;s results are, and accordingly those of the Russian Football Union, let me, now in my official capacity, as well as personally, invite you to the World Cup opening ceremony in Johannesburg on June 9 of next year. I hope that you will be able to accept my invitation.</p>
<p><strong>Wladimir Putin:</strong> Thank you very much. Thank you, Mr President for your invitation and your comments.</p>
<p>As for our application, we indeed attach great importance to it, primarily from the point of view of the development of mass sport. We have four locations, four cities where practically, if not everything is ready, then we, independent of the World Cup, will prepare these sites. These are Moscow, St. Petersburg, Kazak and Sochi.</p>
<p>Kazan will host the World Student Games in 2012, and then in Sochi, as you know, there will be the Olympic Games and a facility there will also be ready. Renovation and practically new construction is in progress in St. Petersburg, and in Moscow as well. And we&#8217;re planning another 10 facilities in 10 cities.</p>
<p>I surmise that the very fact of holding such a major event will certainly be a shot in the arm for the development of football in all of Eastern Europe, in any case, in the former Soviet Union.</p>
<p><strong>Joseph Blatter</strong>: You&#8217;ve got me thinking. My philosophy is to bring football to those countries and regions where we haven&#8217;t been before. Accordingly, we are in Africa now.</p>
<p><strong>Wladimir Putin</strong>: I know which button to &#8220;press&#8221; in conversation with you. Because, thanks to your efforts, football has moved beyond South America and Europe. Now the World Cup will be held in Africa. And it is rather effectively developing in North America and Asia as well.</p>
<p>So for us, this movement is in the same direction, because it involves actually creating new infrastructure. Certainly, there will be a push to develop football in particular and mass sport in general. Of course, this is what you said at the start of our conversation &#8211; infrastructure, transport, accommodations, telecommunications systems, utilities, energy supply. And all of this is connected, of course, with environmentally-friendly modern technology.</p>
<p>In general, we are ready to be quite energetic in promoting our application. Of course, ultimately the decision rests with your colleagues, but we will try to do everything to show the advantages of our application. In any case, we will implement our programme, which, as I already said, runs until 2015.</p>
<p><em>source: <a title="Government of the Russian Federation" href="http://www.government.ru/content/" target="_blank">Government of the Russian Federation</a></em></p>
<p><strong>Nachtrag, 18.27 Uhr, für Extremsportler.</strong> Die dazugehörige Pressemitteilung der FIFA in <a title="FIFA PM vom 16. Oktober 2009" href="http://www.fifa.com/newscentre/news/newsid=1119275.html#president+blatter+received+vladimir+putin" target="_blank">Englisch</a>:</p>
<blockquote><p>The FIFA President was in Moscow on Wednesday, where he met with Russian Prime Minister Vladimir Putin, Youth, Tourism and Sports Minister Vitaly Mutko and the President of the Russian Football Association. Featuring high on the list of topics discussed were Russia&#8217;s candidature for the FIFA World Cup<sup>TM</sup> in 2018 or 2022 and the important social role the global game can play.</p>
<p>The White House in Moscow was the venue as President Joseph S. Blatter met for talks with Vladimir Putin. &#8220;I was very honoured to be received by Mr. Putin, someone I have known for a long time and with whom I share a passion for sport in general and football in particular,&#8221; explained the FIFA President. &#8220;We speak the same language.&#8221;</p>
<p>Their conversation turned to the issue of Russia&#8217;s candidature for the 2018 and 2022 FIFA World Cups, with their rivals including England, Australia, the United States, Indonesia, Japan, Spain and Portugal, Belgium and the Netherlands, Korea Republic (2022) and Qatar (2022). Mr Putin is naturally standing firmly behind his country&#8217;s bid.</p>
<p>&#8220;Organising a tournament with such prestige would have a catalysing effect on the development of football throughout eastern Europe and especially in the former Soviet Union,&#8221; he explained.</p>
<p>The two dignitaries also addressed the issue of development and football&#8217;s social role. &#8220;We have a football development programme which is due to run until 2015,&#8221; said the Russian Prime Minister. &#8220;Federal funds have been made available for that and the regions have also granted sums. Between now and the end of the year, we intend to build 600 new pitches, including indoor ones.&#8221;</p>
<p>Mr Putin likewise stressed football&#8217;s social and cultural impact throughout the world, particularly in a country with a mixed heritage. That was a point then taken up by Mr Blatter, who stated: &#8220;It has to be said that football is a school of life. A youngster who plays football will not necessarily become a champion, but he&#8217;ll learn about solidarity, respect and fair play.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#8230; und in <a title="FIFA PM vom 16. Oktober 2009" href="http://de.fifa.com/newscentre/news/newsid=1119301.html#fifa+prasident+blatter+ministerprasident+putin+empfangen" target="_blank">Deutsch</a>:</p>
<blockquote><p>FIFA-Präsident Joseph S. Blatter weilte am 15. Oktober 2009 zu einem Kurzbesuch in Moskau, wo er mit dem russischen Ministerpräsidenten Vladimir Putin und Vitaly Mutko, dem Minister für Sport, Jugend und Tourismus, zusammentraf, der gleichzeitig das Amt des Präsidenten des Russischen Fussballverbandes inne hat. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Bewerbung Russlands um die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft<sup>TM</sup> 2018 bzw. 2022 sowie die soziale Rolle der weltweit beliebtesten Sportart in der Gesellschaft.</p>
<p>Zunächst wurde Joseph S. Blatter im Weißen Haus von Moskau von Vladimir Putin empfangen. &#8220;Ich war sehr geehrt, als mich Herr Putin zu diesem Gespräch einlud. Schließlich kenne ich ihn schon seit vielen Jahren. Er ist genau wie ich ein begeisterter Anhänger des Sports im Allgemeinen und des Fussballs im Besonderen. Wir sprechen also die gleiche Sprache&#8221;, so der FIFA-Präsident.</p>
<p>In den Gesprächen ging es um die die russische Kandidatur für die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft<sup>TM</sup> 2018 bzw. 2022, für die sich auch England, Australien, die USA, Indonesien, Japan, Spanien, Portugal, Belgien und die Niederlande, die Republik Korea (für 2022) und Katar (ebenfalls für 2022) beworben haben. Selbstverständlich steht Ministerpräsident Putin voll hinter der Bewerbung seines Landes: &#8220;Die Durchführung eines solch großen Sportereignisses hätte eine bedeutende Ausstrahlung auf die Entwicklung des Fussballs in ganz Osteuropa zur Folge, insbesondere im Bereich der ehemaligen Sowjetunion.&#8221;</p>
<p>Darüber hinaus stand in den Gesprächen mit den russischen Gastgebern auch die Entwicklung der sozialen Verantwortung des Fussballs auf der Tagesordnung. &#8220;Wir haben für den Fussball ein Entwicklungsprogramm aufgelegt, das bis zum Jahr 2015 läuft. Dafür wurden finanzielle Mittel aus dem Staatshaushalt der Russischen Föderation bereitgestellt, und auch die Regionen haben dazu einen Beitrag geleistet. Bis zum Jahresende ist geplant, rund 600 neue Spielstätten fertig zu stellen, darunter auch Sporthallen für den Hallenfussball&#8221;, so der russische Ministerpräsident.</p>
<p>Des Weiteren unterstrich Vladimir Putin die soziale und kulturelle Kraft, die der Fussball überall in der Welt ausübt, insbesondere in einem Land, das über eine Vielzahl kultureller Wurzeln verfügt. Joseph S. Blatter pflichtete ihm bei und erwiderte: &#8220;Es ist unstrittig, dass der Fussball eine Schule fürs Leben darstellt. Ein Jugendlicher, der Fussball spielt, wird es zwar nicht in jedem Fall zu Meisterehren bringen, als Mensch lernt er dabei aber solch wichtige Werte wie Solidarität, gegenseitige Achtung und Fairplay kennen und schätzen.&#8221;</p></blockquote>

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		<title>Olympia-Milliarden: &#8220;We are less dependent on economical downturn&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 08:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Moin. Heute mal kein Einbruch in mein Auto &#8211; hoffe ich jedenfalls, es steht noch in der Werkstatt Ebbe Elmer Biler A/S. Ich habe schon gestern Abend beschlossen, mich nicht länger aufzuregen und hatte ja einen unterhaltsamen Abend an der Marriott-Bar. Heute morgen zunächst ein Kaffee bei Dmitri Tschernyschenko, Organisationschef der Winterspiele 2014 in Sotschi, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moin. Heute mal kein <a title="Scherben, Ärger, Polizei" href="http://jensweinreich.de/?p=5481" target="_self">Einbruch in mein Auto</a> &#8211; hoffe ich jedenfalls, es steht noch in der Werkstatt Ebbe Elmer Biler A/S. Ich habe schon gestern Abend beschlossen, mich nicht länger aufzuregen und hatte ja einen unterhaltsamen Abend an der Marriott-Bar. Heute morgen zunächst ein Kaffee bei Dmitri Tschernyschenko, Organisationschef der <a title="tag: Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Winterspiele 2014 in Sotschi</a>, der in diesem Moment vor der IOC-Session einen Vortrag hält. In Kurzfassung: Alles paletti in Sotschi, alles bestens!</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We are less dependent on economical downturn! Our Prime Minister Wladimir Putin told us: Enjoy the green light in running the project!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Live aus der Session, die offiziellen Zahlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5494" title="Sotschi Budget, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sochi-budget-07102009.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5495" title="Sotschi Sponsoring, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sotschi2.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5496" title="Sotschi, Sponsoren, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sochi3.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Sotschis Präsentation musste eine Kaffeepause vorgeschaltet werden, weil Olympiaminister Dmitri Kosak sich verspätete. Kosak im Gespräch mit den russischen IOC-Mitgliedern Witali Smirnow und Schamil Tarpischtschew (einst Tennislehrer von Boris Jelzin und verantwortlich für den Verlust von <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">einigen Milliarden Dollar aus dem so genannten Wodka-Fond</a>):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5498" title="Smirnow, Tarpischtschew, Kosak" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/smirnow-tarp-kosak.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Und hier noch die aktuellen Zahlen, schneller als Nachrichtenagenturen :) zum IOC-Vermögen und zu den Einnahmen des Olympiakonzerns, die IOC-Präsident Jacques Rogge vorhin präsentierte.</p>
<p><strong><span id="more-5493"></span>TV-Einnahmen </strong>(USA und europäische Binnenmärkte wie Deutschland sind für 2014/16 noch nicht verkauft, das wird aber kein riesieges Problem)</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5502" title="ioc-tv-07102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-tv-07102009.jpg" alt="" width="500" height="338" /></p>
<p><strong>Sponsorenprogramm TOP</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5503" title="ioc-marketing-07102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-marketing-07102009.jpg" alt="" width="500" height="363" /></p>
<p><strong>IOC-Rücklagen</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5504" title="ioc-ruecklagen-06102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-ruecklagen-06102009.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p>Wenn es um Geld geht, darf er auf der IOC-Session nicht fehlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5501" title="Hayatou, JMW" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/dsc05908.jpg" alt="" width="500" height="342" /></p>
<p>IOC-Mitglied und FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou im trauten Gespräch mit Jean-Marie Weber. Aber das ist mal eine andere Geschichte :) Wir haben ja in den vergangenen Tagen erfahren, dass viele IOC-Mitglieder noch nie vom <a title="tag: ISL/ISMM, Korruption" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">ISL-Bestechungsskandal</a>gehört haben.</p>
<p><strong>10.39 Uhr:</strong> Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass vor mir auf den Presseplätzen zwei Kollegen sitzen, die unterschiedlicher kaum sein können: <a title="tag: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?cat=18" target="_self">Andrew Jennings</a> und Jean-Marie Weber (<a title="cat: Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?cat=1514" target="_self">OJA</a>).</p>

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		<title>Hör-Befehl! Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 13:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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Heute Abend, Deutschlandfunk, 23.30 Uhr, Joseph Blatter befragt von Herbert Fischer-Solms und dem Hausherrn:

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<ul>
<li>Heute Abend, <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>, <strong>23.30 Uhr</strong>, <a title="tag: Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?cat=5" target="_self">Joseph Blatter</a> befragt von Herbert Fischer-Solms und dem Hausherrn:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/10/04/dlf_20091004_2330_d3c9e022.mp3" target="_self">:</a></p>

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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (41): &#8220;Dream Chasers&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 10:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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&#8220;Samaranch must resign&#8221; fordert die Initiative Democracy and Dignity in Sport - wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstützen. Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum Gruß, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior ist inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kürzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5070" title="Screenshot Democracy and Dignity in Sport" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/samaranch-must-resign-screen.gif" alt="" width="500" height="187" /></p>
<p><strong>&#8220;Samaranch must resign&#8221;</strong> fordert die <a title="Samaranch must resign" href="http://www.democracyanddignityinsport.cat/" target="_blank"><strong>Initiative Democracy and Dignity in Sport</strong></a> - wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstützen. Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum Gruß, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior ist inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kürzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter für die Olympiabewerbung Madrids, auch wenn <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">sein Filius anderes erzählt</a>.</p>
<p>Lasse sich nur niemand von gelegentlichen Äußerungen täuschen, das Foto sei &#8220;gerade aufgetaucht&#8221;. Andrew Jennings, der Anfang der 1990er Jahre gemeinsam mit katalanischen Gefährten in Barcelonas Archiven schon andere Fotos ausgegraben hat, veröffentlichte <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/The_IOCs_Favourite_Fascist/Images-the_IOCs_favourite_fascist(page1)/(1)samaranch-fascist-salute(full).jpg" target="_blank">das Bild</a> vor einem Jahr kurz vor den Olympischen Spielen in Peking &#8211; verbunden mit der rethorischen Frage: <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/The_IOCs_Favourite_Fascist/the_iocs_favourite_fascist.html" target="_blank">Why Juan Antonio’s right arm is more muscular than his left? </a></p>
<ul>
<li>Nun ist die Petition gegen Samaranch sogar von der traditionell Samaranch-freundlichen <strong>London Times</strong> aufgegriffen wurden (&#8220;<a title="The Times, 12. August 2009" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article6791326.ece" target="_self">Picture of fascist salute by IOC President Juan Antonio Samaranch sparks row</a>&#8220;). Bei der Times trieb jahrzehntelang der Samaranch-Fan, Samaranch-Biograf und olympische Ordensträger David Miller sein Unwesen.</li>
</ul>
<p>Nach der Leichtathletik-WM und einer Woche Durchatmen blieb einiges liegen. Das wird langsam abgearbeitet. Zum Wochenbeginn einige <strong>Lese- und Hörbefehle</strong>:</p>
<ul>
<li>Die neue Flo Jo? Tom Friend auf <strong>ESPN</strong> (&#8220;<a title="ESPN.com" href="http://sports.espn.go.com/espn/eticket/story?page=090826/flojo" target="_blank">Dream Chaser</a>&#8220;) über Mary, die sprintende Tochter der verstorbenen <a title="Florence Griffith-Joyner et al." href="http://jensweinreich.de/?p=994" target="_self">Fabel-Weltrekordlerin</a>, und die Familie Griffith-Joyner: &#8220;Al Joyner feels the presence of Florence Griffith 25 years after Olympic glory. Now, in their daugther, he sees a young Flo Jo&#8221;</li>
<li>Diese &#8220;<a title="Gutachten des Wissenschaftsrats zum BISp 2007" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/7696-07-gutachten-des-wr-zum-bisp-2007.pdf" target="_blank">wissenschaftspolitische Stellungnahme</a>&#8221; <em>(pdf, 65 Seiten, 172 kb)</em> des <a title="Homepage des Wissenschaftsrats" href="http://www.wissenschaftsrat.de/" target="_blank">Wissenschaftsrats</a> ist zwar schon zweieinhalb Jahre alt, sie illustriert dennoch ganz gut die Probleme des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp), die Daniel Drepper in den vergangenen Monaten für <strong>Zeit-online</strong> aufgedröselt hat &#8211; unter anderem in diesem Beitrag: &#8220;<a title="Daniel Drepper zum BISp auf zeit-online" href="http://www.zeit.de/online/2009/36/bundesinstitut-sportwissenschaften-kritik?page=1" target="_blank">Obersten Sportwissenschaftlern droht das Aus</a>&#8220;, über den <a title="Zum Forschungsprojekt Dopinggeschichte" href="http://jensweinreich.de/?p=3513" target="_self">hier</a> bereits <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">einige Zeit</a> diskutiert wird.</li>
<li>Jessica Sturmberg im <strong>Deutschlandfunk</strong> im Interview mit Karl Hagemann (SPD), Mitglied des Bundestags-Haushaltsausschusses, zur Frage, ob Steuergelder für das BISp verschwendet werden:</li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a title="DLF vom 29. August 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/08/29/dlf_20090829_1947_4fea9bc5.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Hans Leyendecker in der <strong>Süddeutschen Zeitung</strong> über den &#8220;<a title="SZ vom 30. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/451/485872/text/" target="_blank">Föderalen Wahnwitz ARD</a>&#8220;, über den in den nächsten Wochen auch am Beispiel des Prozesses gegen den ehemaligen MDR-Sportchef Wilfried Mohren zu reden sein wird</li>
<li>Peter Danckert <em>(SPD/Kuratoriumsmitglied der NADA, Präsident des Reitverbandes in Berlin-Brandenburg/Aufsichtsratsmitglied von Hertha BSC/Vorsitzender des Sportausschusses im Deutschen Bundestag/</em><a title="&quot;We are family&quot;..." href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self"><em>Mitglied der Familie des Sports</em></a><em>) </em>macht Wahlkampf, aber <a title="Peter Danckert (SPD) macht Wahlkampf - aber nicht mit dem Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=4564" target="_self">nicht mit dem Fall Pechstein</a>, wie wir wissen &#8211; und Wolfgang Hettfleisch widmet sich in der <strong>Frankfurter Rundschau</strong> dem &#8220;<a title="FR vom 27. August 2009" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1904942_Peter-Danckert-Der-heimliche-Sportminister.html?sid=40bcf782fe9d87ac824523f0cf71612e" target="_blank">heimlichen Sportminister</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Wenn schon vom alten Samaranch die Rede war, darf ein anderer Spitzbube nicht fehlen: <a title="tag: Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?s=jack+warner" target="_self">Jack Austin Warner</a>, der Altruist vom Weltverbesserer-Verein FIFA und Aktivist der Partei UNP. Ein Youtube-Fundstück &#8211; Jack the Ripper schimpft auf einer UNP-Veranstaltung über Andrew Jennings:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Die dazugehörigen Passagen aus den Jennings-Produktionen für die BBC sind auch ganz nett: <span id="more-5063"></span></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>

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		<title>The IOC, the 2016 bidding race and the question of a secrect, democratic election</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 09:59:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[The major Olympic decision this year is the election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016 on the 2nd October in Copenhagen. This is the climax of a tough two-year-long worldwide competition. The bidding cities, and the finalists Chicago, Madrid, Rio de Janeiro and Tokyo, have spent hundreds of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The major Olympic decision this year is the election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016 on the 2<sup>nd</sup> October in Copenhagen. This is the climax of a tough two-year-long worldwide competition. The bidding cities, and the finalists Chicago, Madrid, Rio de Janeiro and Tokyo, have spent hundreds of millions of US-dollars over the years. And they have planned billions of dollars for their Olympic projects. The final day of the race at the 121<sup>st</sup> IOC Session in Copenhagen is going to attract extraordinary worldwide attention. Head of states and government ministers from all four bidding countries are expected in Copenhagen. </p>
<p>All bidders expect a truly free, transparent and democratic election system. It is up to the International Olympic Committee, which was described as the &#8220;least accountable global organisation&#8221; in the <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">2008 Global Accountibility Report</a>, to provide such an election system.</p>
<p><strong>Several IOC members, talking to me under the condition of anonymity, have raised questions about the election system.</strong> They have criticized the so called Electronic Voting System (EVS) which was introduced by the IOC at the 111<sup>st</sup> Session in 2000 in Sydney. </p>
<p>&#8220;The principal reason for its introduction was to save time&#8221;, declares the IOC Press Office. &#8220;A manual round of voting and then counting of ballots took at least 30 minutes. Thus in a vote for the election of a Host City with 5 finalists, you could have up to 4 rounds of vote, thus over 2 hours of time.&#8221; </p>
<p>But, where is the problem? Is it inappropriate to spend &#8220;two hours of time&#8221; in a democratic election after an extensive and expensive worldwide competition?</p>
<p>I understand that there has been no official demand by IOC members so far to change the voting system in Copenhagen. But there has always been a discussion. </p>
<p>Do official IOC documents provide sufficient information about important Host City elections and give clear guidance?</p>
<p>Rule 34.3.2 of the <a title="The Olympic Charter" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_122.pdf" target="_blank">Olympic Charter</a> only states:</p>
<blockquote><p>&#8220;The election of the host city takes place after the Session has considered the report by the Evaluation Commission.&#8221; </p></blockquote>
<p>In its &#8220;<a title="2016 Candidature Precedure and Questionnaire" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1318.pdf" target="_blank">2016 Candidature Procedure and Questionnaire</a>&#8221; the IOC administration declares:</p>
<blockquote><p>1.1.12 Election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016</p>
<p><strong>The IOC members vote in secret ballot.</strong> The ballot will have as many rounds as necessary in order for one city to gain a majority of votes. After each round of voting, the city with the least number of votes is eliminated.</p></blockquote>
<p>But what exactly is a secret ballot? </p>
<p>There seems to be a lack of definition in the Olympic Charter.</p>
<p>The two main questions are: </p>
<ol>
<li><strong>Is the Electronic Voting System (EVS) to be considered as a &#8220;secret ballot&#8221;?</strong></li>
<li><strong>Is the EVS to be considered as a democratic election? </strong></li>
</ol>
<p>Within the European Union, and Denmark is part of the EU, it is being debated whether electronic voting systems are generally democratic or not.</p>
<p>With respect to the Electronic Voting System there is another irritating point:</p>
<p><strong><span id="more-4657"></span>The IOC doesn&#8217;t make any difference between procedural decisions and important elections.</strong> &#8220;We use the same EVS system for all electronic votes. Of course some votes are taken by a show of hands&#8221;, declares the Press Office. </p>
<p>In comparison to the IOC practice the Fédération Internationale de Football Association (FIFA) prefers a fundamentally different approach. Nicolas Maingot, Head of FIFA&#8217;s Media Department explains: </p>
<blockquote><p><strong>&#8220;First and foremost, it is essential to make the difference between decisions and elections. FIFA uses the Electronic Voting System for decisions, not for elections.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>FIFA has established the EVS at its 55<sup>th</sup> Congress 2005 in Marrakech. &#8220;The EVS proved to be an efficient, reliable and tamper-proof tool to faster and easier conduct a voting at the FIFA Congress&#8221;, says Mr Maingot and repeats:</p>
<p>&#8220;The EVS is only a voting and not an election system. Elections are still conducted with traditional polling booths. Except for the cases when the FIFA President is elected by acclamation as decided by the 57<sup>th</sup> FIFA Congress in 2007.&#8221; </p>
<p><strong>What about the results of electronic elections?</strong> </p>
<p>&#8220;The results are archived at the IOC and stored indefinitely&#8221;, informs the IOC Press Department. &#8220;Nobody&#8221; is allowed to see the voting results by name (by IOC member), says the statement:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;It is a secret ballot. With the system, it is impossible to know what each member voted for.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>There is only one difference: &#8220;With respect to the vote on the inclusion of Sports in the Olympic programme a notary is involved with respect to the sealing and maintaining of the votes.&#8221; </p>
<p>In comparison, FIFA describes its storage system as follows: &#8220;Regarding EVS, the results are being stored in a safe within the Home of FIFA for the duration of usually ten years. Regarding elections, the ballot papers are kept by the notary public. He/she notarises the correct process of the election and keeps the relevant papers with him/her.&#8221; </p>
<p>To the question how many FIFA officials are allowed to see the voting results by name, Mr. Maingot replies: &#8220;In principle, all delegates are allowed to look at the detailed result if they wish to. This applies only to polls, not to elections which are secret.&#8221;</p>
<p>The IOC administration says: &#8220;The IOC is fully satisfied with the current situation. Note that we always have as a backup the manual voting system if the EVS was to fail or if sufficient members were to request for a manual vote.&#8221;</p>
<p>I understand that it is up to the IOC members to request a secret ballot with traditional polling booths at the Copenhagen Session.</p>

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		<title>Sepp, ganz stolz: WM-Freitickets für Barack Obama</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 12:20:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach, ich freue mich so für Sepp und Jack. Endlich mal im Weißen Haus. Fehlt nicht mehr viel bis zum Friedensnobelpreis, den der Chefaltruist der Weltreligion Fußball dann nach der WM 2010 in Südafrika bekommen mag. Ich hätte dieser Tage gar keine Screenshots machen müssen von der FIFA-Webseite*, denn wie ich beim Durchsehen der Emails [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, ich freue mich so für Sepp und Jack. Endlich mal im Weißen Haus. Fehlt nicht mehr viel bis zum Friedensnobelpreis, den der <a title="tag: Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?cat=5" target="_self">Chefaltruist der Weltreligion Fußball</a> dann nach der WM 2010 in Südafrika bekommen mag. Ich hätte dieser Tage gar keine Screenshots machen müssen von der FIFA-Webseite*, denn wie ich beim Durchsehen der Emails dieser Woche sah, hat die FIFA freundlicherweise ein Foto zur freien Verfügung geschickt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4473" title="Quelle: White House, Pete Souza" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/p072709ps-0230.jpg" alt="" width="500" height="360" /></p>
<p>Auf FIFA.com findet sich noch dieses nette Gruppenbild: <span id="more-4472"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4474" title="Screenshot www.fifa.com" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/fifa-sepp-white-house.jpg" alt="" width="500" height="363" /></p>
<div>
<p>Mir gefällt am meisten, dass neben <a title="tag: Jack Austin Warner" href="http://jensweinreich.de/?cat=664" target="_self">Jack Warner</a>, Spitzname &#8220;Jack the Ripper&#8221; (3. v.r.) auch Generalsekretär Jérôme Valcke (2. v.l.) mit aufs Bild durfte. Warner ist jener Ehrenmann, den Andrew Jennings als &#8221;<a title="Fußballfunktionäre oder der Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=2099" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">FIFA’s serial kleptomaniac</span></a>&#8221; bezeichnet. Valcke, das ist jener Hauptamtliche, der sich nach einem Urteil eines <a title="www.findlaw.com" href="http://fl1.findlaw.com/news.findlaw.com/hdocs/docs/sports/mastercardfifa120706opn.pdf" target="_blank">U.S. District Courts</a> nicht wundern darf, wenn man ihn als Serienlügner titulieren würde, oder? Jedenfalls äußerte sich damals der Staatsanwalt so:</p>
<blockquote><p>&#8220;We have learned about the six degrees of prevarication, white lies, commercial lies, bluffs, pure lies, straight untruths and perjury. &#8221;</p>
<p>&#8220;<strong><span style="color: #000000;">Mr Valcke even lied when testifying about his lies.</span></strong> But in FIFA&#8217;s world that&#8217;s OK.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich hatte das Dokument, in dem die vielen Unwahrheiten aufgelistet werden, schon einmal verlinkt im Beitrag &#8220;<a title="Gericht rügt FIFA ..." href="http://jensweinreich.de/?p=2072#comment-4487" target="_self">Gericht rügt FIFA &#8230;</a>&#8221; Aber okay, das ist lang her, inzwischen arbeitet Valcke bestimmt top-korrekt. Und im Weißen Haus, nun ja, sind schon ganz andere Serienlügner ein und aus gegangen.</p>
<p>Die FIFA erklärt zum Treffen beim Fußballfan Obama:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter lädt US-Präsident Barack Obama zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010<sup>TM</sup> nach Südafrika ein.</strong></p>
<p>Washington/Zürich: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter ist zu Wochenbeginn von US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus empfangen worden. Mit dem Besuch in Washington endete die viertägige Nordamerika-Reise des FIFA-Präsidenten. Zu der von Joseph S. Blatter angeführten Delegation gehörten Jack Warner, FIFA-Vizepräsident und Präsident der CONCACAF, Jérôme Valcke, FIFA-Generalsekretär, sowie Sunil Gulati, Präsident des US-amerikanischen Fussballverbands. Während seines USA-Besuchs führte der FIFA-Präsident zahlreiche Gespräche mit Vertretern aus Sport und Politik und besuchte zusammen mit  FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke das Finalspiel des Gold Cup 2009 im Giants Stadium in New York. Beim Treffen im Weissen Haus lud er Barack Obama offiziell zur FIFA Fussball-WM 2010 nach Südafrika ein.</p>
<p>Joseph S. Blatter überreichte dem US-Präsidenten ein persönlich signiertes Zertifikat, mit dem Obama und seine Familie zu allen Spielen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010<sup>TM</sup> in Südafrika eingeladen sind. Barack Obama will nun prüfen lassen, wann es ihm möglich sein wird, die kommende Fussball-WM zu besuchen. </p>
<p>Der amerikanische Präsident brachte im Gespräch mit Joseph S. Blatter unter anderem die Kandidatur der USA für die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft<sup>TM</sup> 2018 oder 2022 zur Sprache. Barack Obama anerkannte im Weiteren die Arbeit der FIFA und von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Er lobte speziell die Bemühungen der FIFA rund um die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, die auch gemeinnützige Arbeit, Bildung und Projekte im öffentlichen Gesundheitswesen einschliessen. Joseph S. Blatter schenkte dem US-Präsidenten zudem einen Ball vom Finalspiel des Konföderationen-Pokals, der vergangenen Juni in Südafrika ausgetragen wurde. Die USA unterlagen im Finale Brasilien 2:3. </p>
<p><strong>Angeregte Gespräche mit Schweizer Botschaftern</strong></p>
<p>Unmittelbar nach dem Besuch im Weissen Haus traf sich Joseph S. Blatter mit dem Schweizer Botschafter in den USA, Urs Ziswiler. Der Empfang, an dem auch der Präsident des amerikanischen Fussballverbands, Sunil Gulati, teilnahm, fand in der Residenz des Botschafters in Washington statt. Die Gespräche drehten sich um den Besuch des FIFA-Präsidenten im Weissen Haus sowie um schweizerische Sportpolitik. Tags zuvor war der FIFA-Präsident in New York bereits mit dem Schweizer UNO-Botschafter Peter Maurer zusammengetroffen. Im Gespräch ging es unter anderem um Entwicklungsprojekte mit Hilfe des Fussballs, die die FIFA weltweit &#8211; und besonders auf dem afrikanischen Kontinent &#8211; umsetzt und dabei auch von den Vereinten Nationen unterstützt wird. </p>
<p><strong>Fussball in den USA immer populärer</strong></p>
<p>Bei einem Treffen am Samstag in New York mit CONCACAF-Präsident Jack Warner und US-Verbandspräsident Sunil Gulati diskutierte Joseph S. Blatter angeregt das Potenzial für die Weiterentwicklung des Fussballs in den USA. Der FIFA-Präsident unterstrich dabei die Wichtigkeit, eigene Stadien für den Fussball zu haben. Die bestehenden amerikanischen Stadien seien oft zu gross. Zudem sprach sich Blatter dafür aus, den US-Spielkalender dem internationalen Spielkalender anzupassen. So könnten mehr amerikanische Spitzenspieler dazu gebracht werden, in der heimischen Liga zu spielen. Derzeit sind zahlreiche der amerikanischen Topspieler in Europa unter Vertrag.<strong> </strong></p>
<p><strong>Grosse Resonanz in den US-Medien</strong></p>
<p>Das Echo auf den viertägigen USA-Besuch des FIFA-Präsidenten war in den nordamerikanischen Medien enorm. Das Finale des Gold Cup 2009 zwischen den USA und Mexiko, das vergangenen Sonntag im New Yorker Giants Stadium (New Jersey) ausgetragen wurde und 0:5 endete, förderte das Interesse zusätzlich. </p>
<p><strong>Offizielle Erklärung des Weissen Hauses: </strong>(<a title="White House, Office of the Press Secretary" href="http://www.whitehouse.gov/the_press_office/Readout-of-the-Presidents-Meeting-with-FIFA-President-Joseph-Blatter/" target="_blank">veröffentlicht am 27. Juli 2009</a> durch das Office of the Press Secretary)</p>
<p><strong><em>Readout of the President&#8217;s Meeting with FIFA President Joseph Blatter</em></strong><em> </em></p>
<p><em>„The President welcomed FIFA President Blatter to the White House and urged Mr. Blatter to give strong consideration to the US bid to host the World Cup in either 2018 or 2022. During the half-hour meeting in the Oval Office, President Obama complimented FIFA on their efforts to incorporate community service, education and public health projects into their plans for staging the 2010 World Cup in South Africa. President Obama thanked Mr. Blatter for inviting him to attend next year&#8217;s event and said he hoped his schedule would allow him to do so. The President also thanked Mr. Blatter for the soccer balls that he brought with him as gift for the President&#8217;s soccer-playing daughters.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>* Ich werde ab jetzt die Abkürzungen für Sportverbände und Organisationen in Großbuchstaben ausschreiben. Ich denke, dass bin ich Sepp und Jack the Ripper schuldig. Ist eine Frage des Respekts.</p></div>

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		<title>Andrew Jennings: &#8220;FOUL!&#8221; jetzt als eBook auf Deutsch</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/07/09/andrew-jennings-foul-jetzt-als-ebook-auf-deutsch/</link>
		<comments>http://jensweinreich.de/2009/07/09/andrew-jennings-foul-jetzt-als-ebook-auf-deutsch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 10:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
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		<description><![CDATA[Werbepause, für einen Freund und Kollegen. Andrew Jennings, den die Leser dieses Blogs zum Chef der Fifa-Ethikkommission gekürt haben und der kürzlich &#8220;private and confidential&#8221; Post vom Anwalt erhielt, teilt soeben mit:
&#8220;FOUL!&#8221; endlich auf Deutsch &#8211; das Buch, das keiner zu veröffentlichen wagte!
Andrew Jennings deckte in seinem legendären Buch &#8220;FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes Vote [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werbepause, für einen Freund und Kollegen. <a title="tag: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?s=andrew+jennings" target="_self">Andrew Jennings</a>, den die Leser dieses Blogs zum <a title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Chef der Fifa-Ethikkommission</a> gekürt haben und der kürzlich &#8220;<a title="Post vom Anwalt: &quot;private and confidential&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3911" target="_self">private and confidential</a>&#8221; Post vom Anwalt erhielt, teilt soeben mit:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;FOUL!&#8221; endlich auf Deutsch &#8211; das Buch, das keiner zu veröffentlichen wagte!</strong></p>
<p>Andrew Jennings deckte in seinem legendären Buch &#8220;FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes Vote Rigging and Ticket Scandals&#8221; (Harper Sport, 2006) massive Korruption in der FIFA auf. Das Buch wurde schon in 14 verschiedene Sprachen übersetzt, jedoch nicht auf Deutsch &#8211; bis heute! Dazu erstellte Jennings zusammen mit Thomas Kuklinski-Rhee eine exklusive, aktualisierte Überarbeitung des Buchs aus dem Jahr 2006. Sie erschlossen neue Wege und Möglichkeiten der Veröffentlichung, denn Andrew Jennings &#8220;FOUL!&#8221; gibt es auf Deutsch nur als E-Book unter <a href="http://www.rhee-books.com">www.rhee-books.com</a>.</p></blockquote>
<p>In Deutsch heißt das Buch immer noch &#8220;FOUL!&#8221; :), Untertitel: &#8220;Hinter der Fassade der Fifa: Bestechungen, Wahlbetrug, Ticket-Skandale&#8221;. Es gibt ein Wiedersehen mit <a title="Jack the Ripper oder: Fußballfunktionäre und der Umgang mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/?p=2099" target="_self">Jack the Ripper</a> und all den ehrenwerten Fifa-Familienmitgliedern.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2103" title="Original-WM-Tickets von 1998, die von Jack &amp; Co auf dem Schwarzmarkt nicht verkauft werden konnten" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/tickets-jack.jpg" alt="" width="500" height="374" /></p>
<p>Andrew Jennings schreibt:   <span id="more-4240"></span></p>
<blockquote><p>No German publisher would touch the book in 2006 so we&#8217;ve updated it and are going straight to the fans, on-line. On-line publishing is an experiment &#8211; to see if we can beat the commercial censorship of the established publishers. The controversial FIFA story continues &#8211; and the issues in FOUL! will be surfacing continually during the run-up to <a title="tag: Südafrika 2010" href="http://jensweinreich.de/?cat=982" target="_blank">South Africa 2010</a> and the campaigns to chose World Cup host nations for <a title="tag: WM 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=990" target="_self">2018</a> and <a title="tag: WM 2022" href="http://jensweinreich.de/?cat=991" target="_self">2022</a>.</p></blockquote>
<blockquote><p>For the record, FOUL! is already translated from English, into French, Dutch, Italian, Spanish, Russian, Czech, Korean, Romania, Turkish, Danish, Norwegian and Albanian. Another translation is in progress. </p></blockquote>
<ul>
<li>Andrews Website: <a title="Website von Andrew Jennings" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a></li>
<li><a title="Fifa PM April 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=104063.html" target="_blank">Stellungnahme</a> der Fifa zu &#8220;FOUL!&#8221;, April 2006</li>
<li><a title="Fifa PM Mai 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=104186.html" target="_blank">Die FIFA zieht Begehren um Erlass von vorsorglichen Massnahmen zurück</a>, Fifa-PM, Mai 2006</li>
<li>book review, <a title="Independent, Juni 2006" href="http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/reviews/pitch-invasion-by-barbara-smitbrfoul-the-secret-world-of-fifa-by-andrew-jennings-br-on-the-corinthian-spirit-by-d-j-taylor-481561.html" target="_blank">Independent</a>, David Goldblatt</li>
<li>Blick, Mai 2006, Sabine Klapper: &#8220;<a title="Blick, Mai 2006" href="http://www.blick.ch/sport/fussball/artikel36082" target="_blank">Verbot ist für Jennings Buch die beste Werbung</a>&#8220;</li>
<li>Interview auf focus.de, Juni 2006: &#8220;<a title="Focus, Juli 2006" href="http://www.focus.de/sport/mehrsport/sport-und-auto-blatter-ist-wie-ein-imperator_aid_215943.html" target="_blank">Blatter ist wie ein Imperator</a>&#8220;</li>
<li>Interview mit Andrew Jennings auf <a title="soccerlens.com, Jennings-Interview" href="http://soccerlens.com/interview-with-andrew-jennings/13451/" target="_blank">soccerlens.com</a></li>
</ul>
<p>Ende der Werbepause.</p>

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</ul>
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		<title>The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 15:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[As promised the other day: The extended and overworked version of my presentation at Play the Game conference last week in Coventry &#8211; with important backgrounds about the new &#8220;associate member&#8221; of the Olympic Journalists Association:
The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world
A few weeks ago I had several [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>As promised <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">the other day</a>: The extended and overworked version of my presentation at <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> conference last week in Coventry &#8211; with important backgrounds about the new &#8220;associate member&#8221; of the <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">Olympic Journalists Association</a>:</p>
<p><strong>The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world</strong></p>
<p>A few weeks ago I had several discussions with IHF-President <a title="tag: all articles about Hassan Moustafa" href="http://jensweinreich.de/?s=moustafa" target="_self">Hassan Moustafa</a>.</p>
<p>He told me:</p>
<blockquote><p>&#8220;We are a Handball-family. If anybody has a problem, we have to find a solution within our family &#8211; not outside the family.&#8221;</p></blockquote>
<p>I have heard quotes like this before. My old friend <a title="tag: Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?s=blatter" target="_self">Joseph Blatter</a> once said:</p>
<blockquote><p>&#8220;We don&#8217;t go to strangers. If we do have problems in our family, we use to solve the problems in the family. What happens in our family is not a topic for a jurisdiction outside our family. Regular courts are not a part of our family.&#8221;</p></blockquote>
<p>In this picture we can see Joseph Blatter with his longtime friend Jean-Marie Weber. They are members of the family, both the FIFA-President, also a member of the IOC, and the man who has paid an unbelievable amount on bribes to other family members. <a title="transparencyinsport.org: Happy Days with the Bagman" href="http://transparencyinsport.org/Happy_Days_with_the_Bagman/happy_days_with_the_bagman.html" target="_blank">They are longtime friends</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3978" title="Jean-Marie Weber, Joseph Blatter, Tunis 2004" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jm-sepp.jpg" alt="" width="500" height="347" /></p>
<p>This brings me straight to my topic: The <a title="tag: ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?s=isl%2Fismm" target="_self">ISL bribery system</a>: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world.</p>
<p>It is a serial story. It is a never-ending story. The story began in the sixties and seventies of the last century when Horst Dassler, the former boss of the sportswear-giant Adidas, formed his so called &#8220;sport-political department&#8221;.</p>
<p>Later, in the early 1980s, after the groundbreaking Olympic Congress in Baden-Baden, in the new age of Olympic commercialization and professionalism, Horst Dassler also created a marketing company: International Sport and Leisure &#8211; ISL.</p>
<p>And to give you another example: this company, ISL, was the first to get IOC-contracts to deal with the newly invented Olympic marketing program &#8211; TOP.</p>
<p>Don&#8217;t be afraid: I will not go back to the 1970s. Nor will I repeat the presentations I gave at former Play the Game conferences. But I would like you to understand that this also a never-ending journalistic story which, I think, began in 1992 with the book &#8220;The Lords of the Rings&#8221; written by Andrew Jennings and Vyv Simpson.</p>
<ul>
<li>In 2000 I presented <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/politics-and-corruption-in-fifa.html" target="_self">some exclusive documents</a> illustrating the circumstances under which the ISL-group was able to secure the biggest TV- and sponsoring-package of the time, worldwide: the contracts for the FIFA World Cup 2002 and 2006.</li>
<li>In 2002 I presented exclusive, original documents about the <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/the-big-bubble-the-crackdown-of-islismm-a-marketing-giant.html" target="_self">collapse of the world&#8217;s biggest sport-marketing company ISL</a>.</li>
<li>In <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/upload//Jens_Weinreich_-_In_the_Wake_of_the_ISL_Collapse.pdf" target="_self">2005</a> and 2007 we discussed the dubious circumstances under which Swiss prosecutors had to work in the ISL case.</li>
<li>Now, in 2009 we can take a look at the ISL bribery court case in Zug/Switzerland, which took place in spring 2008.</li>
</ul>
<p>This is the verdict &#8211; 179 pages. The charge was 228 pages. The problem is ironical:</p>
<p><strong>According to Swiss law I am not allowed to show you all details of these documents. On the other hand: According to Swiss law it was allowed to pay at least 138 million CHF to high ranking sport officials.</strong></p>
<p>In legal terms: bribery was not a crime in Switzerland at that time. The ISL system of paying sport officials was worked out &#8211; as it came out during the court hearings &#8211; together with KMPG, some of the most famous law firms in Zurich and was officially permitted by the Swiss Tax Authorities.</p>
<p>At the Play the Game conference in 2011, I guess, we shall probably analyze the next court case in the ISL-saga. I will come back to this later.</p>
<p>An impressive number of sport officials and assistants, who have worked for Horst Dassler, for Adidas and ISL-company, who were created and brought into their positions by the visionary Dassler, are still in their positions in the Olympic world: as Presidents of International Federations, as IOC members, as so called consultants, or &#8211; much more clear &#8211; as bagmen. One of Dasslers closest assistants was Jean-Marie Weber. The French born Weber was always described as THE BAGMAN.</p>
<p>What we got to know at least during the trial in spring 2008: Jean-Marie Weber was the man <strong>who paid at least 138 million CHF to high ranking sport officials in the Olympic world between 1989 and 2001</strong>.</p>
<p>After Dasslers early death in 1987 Weber became one of the top managers of the ISL-group. The group was united under the ISMM-umbrella in 2001 when the marketing giant collapsed because of missmanagement, greed and megalomania. It was the second biggest collapse in Swiss economy after the Swiss Air crash.</p>
<p>Jean-Marie Weber was always the bagman &#8211; until the bitter end. But it took decades to prove that description.</p>
<p>It is now proven. It is now documented in several court files.</p>
<p>According to lawyers and Judge Marc Siegwart in the ISL-trial:</p>
<ul>
<li><strong>120 million CHF</strong> were paid between 1989 and 1999.</li>
<li><strong>18 million CHF</strong> were paid between 1999 and 2001 until the bankruptcy procedure began.</li>
<li>Another <strong>18 million CHF</strong>, by the way, were transferred to a bribery account, the secret Nunca foundation in Liechtenstein; but had to be re-transferred in spring 2001 because of the financial difficulties of the ISL-group.</li>
</ul>
<p>So if you like, we can talk about 156 million CHF.</p>
<p>And we can speculate about much more money. Imagine: According to criminal scientists about 95 to 98 per cent of all corruption cases never see the day of light. They remain undisclosed for ever. The reason for this is based in the system of corruption: money givers and money takers do not usually sign contracts.</p>
<p><span id="more-3975"></span>Here are some important questions &#8211; and <em>preliminary answers</em>:</p>
<ul>
<li><strong>Who has got the money &#8211; the SCHMIERGELD, as they use to say in German speaking part of Switzerland?<br />
</strong><em>Only Jean-Marie Weber knows who got it.</em></li>
<li><strong>How much money did ISL pay in the 1980s?<br />
</strong><em>One can only estimate it.</em></li>
<li><strong>How much money was really paid to sport officials over more than 20 years &#8211; not only over a period of 12 years?<br />
</strong><em>One can just estimate it.</em></li>
<li><strong>How much money have the ISL-opponents paid, all those other marketing companies in the huge market?<br />
</strong><em>Same answer: One can only estimate it. </em></li>
<li><strong>How did the International Federations, how did the IOC, how did the so called Ethics Commissions react after the ISL-trial?<br />
</strong><em>Short answer: There was no action at all. I have asked several senior officials. I do not know any reaction which I have to take seriously. No investigations at all.</em></li>
</ul>
<p>Before I come to the question &#8220;Who got the money?&#8221; I have to give you a short and simplifying overview of the whole ISL-case. Simplifying, because I am a journalist.</p>
<ul>
<li>May 2001: ISL/ISMM went into liquidation. Damage: more than 3 billion Euros owing more than 450 million Euros to creditors.</li>
<li>May 2001: FIFA lodged a criminal complaint against ISL/ISMM executives (money from Globo TV and Dentsu &#8211; around 75 million Euros).</li>
<li>May 2001: FIFA president Joseph Blatter told me in an exclusive interview: &#8220;I am not bribable. Otherwise you can chop off both of my hands.&#8221;</li>
<li>2002: Thomas Bauer, ISL-liquidator, wrote to a number of football officials. If they did not return black money payments he would sue them, Bauer pointed out.</li>
<li>May 2003: Bauer opened civil complaints against approximately 20 sport officials.</li>
<li>Feb 2004: Mysterious arrangement between Bauer and Jean-Marie Weber. The office of Peter Nobel, personal lawyer of FIFA-President Blatter, acted on behalf of Jean-Marie Weber.</li>
<li>Mar 2004: 2.5 million CHF were transferred to the liquidators&#8217; account. Mr Bauer withdrew the civil complaints against high ranking officials.</li>
<li>Jun 2004: FIFA, officially and without a press release, ask to stop the criminal investigation. FIFA declared to be not longer interested in investigations. But the magistrate Thomas Hildbrand went on investigating &#8230;</li>
<li>Apr 2005: &#8230; and finished his investigation in spring 2005.</li>
<li>Jul 2005: Decision of the highest Swiss court, Bundesgericht (<a title="Decision Bundesgericht 2005" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/bundesgericht2005.pdf" target="_blank">pdf, 10 pages, 500 kb</a>). The court outvoted an earlier and lower court decision in which lawyer Nobel was forced to give information about the 2.5 million CHF payment, the payer and the &#8220;third party&#8221; for which he was acting for.</li>
<li>Nov 2005: <a title="transparencyinsport.org: The Untouchable in pursuit of the Unspeakable" href="http://transparencyinsport.org/the-untouchable.html" target="_self">Raid in FIFA&#8217;s headquarters</a>.</li>
<li>Mar 2008: ISL/ISMM-trial in Zug (Strafgericht) against six former ISL executives.</li>
<li>Mar 2008: Blatter told me: &#8220;We trust the Swiss justice!&#8221;</li>
</ul>
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<ul>
<li>Jul 2008: The verdict: Weber was fined for embezzling cash that he refused to account for. Two other people were given small fines for false accounting. Three more men were cleared.</li>
<li>Nov 2008: Written verdict.</li>
<li>Ongoing: Magistrate Thomas Hildbrand investigates who got the ISL bribes and who paid the 2.5 million CHF for Jean-Marie Weber.</li>
</ul>
<p>One important question: WHO HAS GOT THE MONEY?</p>
<p>The answer is simple: senior officials of the contractual partners of ISL.</p>
<p>Five of the defendants claimed they had no idea who got bribes. They claimed fellow director Jean-Marie Weber organized the payments. He laundered them through foundations in tax heavens and a British Virgin Islands company (and many others), which distributed the money to companies and individuals. Most of the money was given in cash.</p>
<p>The ISL/ISMM-group had held longtime contracts worth billions of dollars with:</p>
<ol>
<li>1982-2006: <strong>FIFA</strong> (Football)</li>
<li>1982-2004: <strong>UEFA</strong> (Football)</li>
<li>1983-2009: <span style="color: #000000;"><strong>IAAF</strong> </span>(Athletics)</li>
<li>1984-2004: <span style="color: #000000;"><strong>CAF </strong></span>(Football)</li>
<li>1990-2004: <strong>FIBA</strong> (Basketball)</li>
<li>1996-2006: <strong>OCA</strong> (Asian Games)</li>
<li>1997-2007: <strong>FINA</strong> (Swimming)</li>
<li>1998-2007: <strong>CART</strong> (Auto Racing)</li>
<li>1998-2009: <strong>ATP</strong> (Tennis)</li>
<li>1999-2007: <strong>ITF</strong> (Tennis)</li>
<li>1999-2014: <strong>LASI</strong> (Latin American Soccer Investments/Flamengo, Gremio)</li>
<li><strong>Other former partners</strong> &#8211; and last but not least with the <strong>IOC</strong>: from 1983 until 1996.</li>
</ol>
<p>The key for getting and holding these contracts was a gigantic bribery system.</p>
<p>But we can&#8217;t even find the word &#8220;corruption&#8221; in the Olympic Charta, the constitution which governs the IOC and runs the Olympic Movement.</p>
<p>The phrase &#8220;corruption&#8221; does not exist in the Charta. Nevertheless: corruption exists in the movement.</p>
<p>What is corruption?</p>
<p>There are a lot of definitions in different fields: juridical, theological, political, social-cultural, economical, ethical definitions. It is a wonderful playing-field for word-artists; but one does not have to be a lawyer to talk about corruption. Common sense is quite enough. That is why I prefer a very clear and very simple definition; it is the definition of the NGO <a title="Transparency International: frequently asked questions about corruption" href="http://www.transparency.org/news_room/faq/corruption_faq" target="_blank">Transparency International</a>.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Corruption is operationally defined as the misuse of entrusted power for private gain.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>I think it is simple enough.</p>
<p>Now you can see a list of recipients of the ISL-payments. It is just a part of the list: we can find individuals and companies. But it is only a small number of all recipients. We still don&#8217;t know more than 80 per cent of the bribe-takers. Probably we don&#8217;t know more than 95 per cent &#8211; it can just be estimated.</p>
<p>There are just a few well known names on the list: Nicolas Leoz from Paraguay, head of South American Football Federation CONMEBOL, and member of FIFA&#8217;s Executive Committee. Just a few hundred thousands for him. Mr Leoz denies any wrongdoing.</p>
<p>On the list we could also find the company Renford Investments. According to an investigation of the Swiss journalist Jean-Francois Tanda, Renford was owned by Ricardo Teixeira, President of the Brazilian Football Federation CBF, FIFA Exco Member, and his former father in law João Havelange, FIFA President between 1974 and 1998, IOC member since 1963 &#8211; the doyen of the International Olympic Committee. By the way: Once there was also a <a title="Andrew Jennings, Daily Mail" href="http://transparencyinsport.org/PDF-documents-front-page/Havelange-1-million-bribe.jpg" target="_blank">dubious transfer of a million CHF</a> which was once accidently transferred to a FIFA account and was immediately re-transferred.</p>
<p>But coming back to the ISL bribery system, which was mostly a cash system. As I have said earlier: According to all defendants in the ISL court case Jean-Marie Weber is the only person who knows the names of all takers. Simply because he has organized all payments to sport officials. As I have mentioned earlier: The two parties in corruption cases don&#8217;t usually sign contracts.</p>
<p>Weber has always refused to identify recipients, telling the Swiss court authorities:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;These payments were confidential and I must respect that confidentiality.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Here you can see a simple chart of the bribery system in the last years of the ISL-company. The chart is based on the court files and a chart which was presented by judge Siegler during the trial.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3986" title="Chart ISMM bribery system" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="500" height="629" /></p>
<p>Christoph Malms, former Chief Executive, said that after joining ISL in the 1990s he was shocked to discover the business was built on bribes.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I was told the company would not have existed if it had not made such payments&#8221;,</strong> Malms testified.</p>
<p><strong>&#8220;I was always told they went to well-known decision-makers in the world of sports politics.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Malms said kickbacks were usual in the sports marketing and sports political business worldwide. It was the style of the business.</p>
<p>They have used terms like: PROVISIONS. FINDER-FEES. Or even: SALARIES:</p>
<p>Hans-Juerg Schmid, former Head of Finances, said during the court hearing:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;If we hadn&#8217;t made the payments, the other parties wouldn&#8217;t have signed the contracts.&#8221;</strong></p>
<p><strong>&#8220;It was like paying salaries. Otherwise they</strong> (high ranking sport officials/JW)<strong> would have stopped working immediately!&#8221;</strong></p>
<p><strong>&#8220;The other side doesn&#8217;t want to be named, that is the very sensitive aspect of this business.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>During the hearing Malms&#8217; lawyer Werner Würgler desperately attacked two FIFA Presidents and IOC members: Blatter and Havelange.</p>
<p>Würgler claimed that Joseph Blatter, back then General Secretary and now President, had approached his client Malms and told him, if ISL wanted to keep FIFA&#8217;s business, Jean-Marie Weber would have to stay in his positions in the company. If not, &#8220;it would be bad for ISL&#8221;.</p>
<p>Würgler also said that during the World Cup in France 1998 the outgoing President Joao Havelange made the same demand.</p>
<p>Würgler described the situation as follows: Anybody at FIFA who knew about the bribes and who was getting SCHMIERGELD could exercise great power over fellow officials. Würgler said: ISL became a private source of money for FIFA officials, virtually something like their private bank.</p>
<p>There are numerous well documented, strange operations within FIFA.</p>
<p>In their decision the three judges in Zug stated that FIFA &#8220;knew more than they told investigators&#8221;, that the behavior of FIFA-officials <span style="color: #000000;"><strong>&#8220;was not always in good faith&#8221;</strong></span>, and some of their claims <strong>&#8220;were not credible&#8221;</strong>.</p>
<p>(By the way: that seems to be typical for FIFA. The federation and its current General Secretary Jerome Valcke was described in another court case, the <a title="Original Court decision, pdf, 125 pages" href="http://fl1.findlaw.com/news.findlaw.com/hdocs/docs/sports/mastercardfifa120706opn.pdf" target="_blank">Mastercard-Visa-decision</a> as a kind of a serial liar.)</p>
<p>In the ISL case FIFA was ordered to pay a part of the trial costs, despite claiming not having misled the authorities.</p>
<p>We have got an astonishing documentation of a huge bribery system. Some experts are saying: This is the biggest bribery system in Olympic sports ever.</p>
<p>But nobody in the sporting world has taken any action. Not even against senior officials who were mentioned in the court documents.</p>
<p>Who should have taken action: Sepp Blatter? Havelange? IOC President Jacques Rogge?</p>
<p>By the way: Have I mentioned that Jean-Marie is still a member of the family? He is working with IOC members like Lamine Diack (President of the IAAF) and Issa Hayatou (Vice President of FIFA and President of CAF).</p>
<p>This picture is not a good one, I know. But it is a kind of a document. It shows Weber in December 2008 during an IOC meeting in the IOC headquarter in Lausanne. The IOC President who promised to fight all sorts of corruption with his zero-tolerance-policy is also to be seen in the picture:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3984" title="IOC headquarter, December 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jm-lausanne-2008.jpg" alt="" width="500" height="323" /></p>
<p>As I said before: from a strictly juridical point of view the ISL-payments were in accordance with the former Swiss law.</p>
<p>But the payments were never in accordance with the rules of sport federations and organizations.</p>
<p>Olympic sport organizations are always arguing that their moral and ethical rules have to be much higher and harder than other rules.</p>
<p>The ISL-bribery case appears to be a strange example for the extremely high standard in the Olympic family.</p>
<ul>
<li>You want to read more? I recommend the Website of Andrew Jennings: <a title="www.transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a>.</li>
</ul>

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		<title>Wellnessprogramm für die Sportfamilie</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 12:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Mandara Spa des Hotel Atlantis, Paradise Island, Nassau, Bahamas, lässt sich gewiss angenehm relaxen. Dort tagte gerade die Fifa-Familie und war schwer beschäftigt.

Der Sportkamerad Blatter, Joseph, jedenfalls flötete nach dem Wellness-Aufenthalt:
&#8220;Ich kann nach diesem Kongress sagen, dass ich ein sehr glücklicher Präsident bin. In der weltweiten Fussballfamilie herrscht Eintracht darüber, wie wir unsere Botschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Mandara Spa des <a title="Atlantis Ressort, Nassau" href="http://www.atlantis.com/resources.aspx" target="_blank">Hotel Atlantis</a>, Paradise Island, Nassau, Bahamas, lässt sich gewiss angenehm relaxen. Dort tagte gerade die Fifa-Familie und war schwer beschäftigt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3929" title="Screenshot Webseite Hotel Atlantis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/atlantis.jpg" alt="" width="500" height="227" /></p>
<p>Der Sportkamerad Blatter, Joseph, jedenfalls <a title="Fifa.com: Blatter zum Kongress 2009" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/news/newsid=1066200.html#blatter+bin+sehr+glucklich" target="_blank">flötete</a> nach dem Wellness-Aufenthalt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich kann nach diesem Kongress sagen, dass ich ein sehr glücklicher Präsident bin. In der weltweiten Fussballfamilie herrscht Eintracht darüber, wie wir unsere Botschaft übermitteln wollen. Wir haben eine Erklärung darüber zusammengestellt, wie die Probleme angegangen und gelöst werden sollen &#8211; denn es gibt immer eine Lösung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Mandara Spa des <a title="JW Marriott, Kairo" href="http://www.marriott.de/hotels/hotel-information/recreation/caijw-jw-marriott-hotel-cairo/" target="_blank">JW Marriott Hotels</a> in Kairo lässt sich gewiss auch angenehm relaxen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3930" title="Screenshot Website JW Marriott" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jwmarriott.jpg" alt="" width="500" height="320" /></p>
<p>Zumal heute für die IHF-Familie ja dieses <a title="IHF Congress 2009" href="http://www.ihfcongress2009.org/congress2009/touristic.htm" target="_blank">Programm</a> angesagt ist:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3931" title="Screenshot IHF Congress 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/programmihf.jpg" alt="" width="500" height="166" /></p>
<p>Wegen derartiger Verpflichtungen ist es beim Wahlkongress des Handball-Weltverbandes IHF leider nicht möglich, den Herausforderer für Hassan Moustafa vorzustellen bzw. es ist dem <a title="Pharaos Demokratie: &quot;Er kann das Wort nicht einmal schreiben!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3890" target="_self">Herausforderer Jeannot Kaiser</a> nicht erlaubt, sich und sein Programm vorzustellen. Aber vielleicht gelingt es Jeannot Kaiser ja doch, einige Worte an das Wahlvolk zu richten, wer weiß.</p>
<p>Einige aktuelle Berichte und Analysen rund um den Kongress:</p>
<ul>
<li>Andreas Lesch in der Berliner Zeitung: <a title="Berliner Zeitung vom 4. Juni 2009" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0604/sport/0015/index.html" target="_blank">Schublade voller Mist</a></li>
<li>Erik Eggers im Neuen Deutschland: <a title="Neues Deutschland vom 3. Juni 2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/149835.kaiser-will-ins-hoechste-amt.html" target="_blank">Kaiser will ins höchste Amt</a></li>
<li>Interview mit Erhard Wunderlich auf ard.de: <a title="ard.de &quot;Moustafa lehnt Gespräche ab&quot;" href="http://sport.ard.de/sp/handball/news200905/25/interview_wunderlich.jsp" target="_blank">Moustafa lehnt Gespräche ab</a></li>
<li>Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung: <a title="SZ: &quot;Im Reich des Pharao&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/316/470860/text/" target="_blank">Im Reich des Pharao</a></li>
<li>Handelsblatt: <a title="Handelsblatt: &quot;Deutsche stützen Skandal-Präsidenten" href="http://www.handelsblatt.com/journal/sonstiges/deutsche-stuetzen-skandal-praesidenten;2303526" target="_blank">Deutsche stützen Skandal-Präsidenten</a></li>
</ul>
<p>Ich kann leider nicht in Kairo sein, bin deshalb schon gespannt auf die Auswertung kommende Woche auf der Konferenz <a title="Play the Game Webseite" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> in Conventry mit Christer Ahl.</p>
<p>Ich denke wie andere Kollegen auch, dass Hassan Moustafa in Kairo gewinnen wird. Das ist die Tendenz, Wunder sind auch und gerade in dieser Branche selten. Warum kaum mit einem Umsturz zu rechnen ist, habe ich vor einigen Tagen bereits für den Deutschlandfunk zusammengetragen:</p>
<p><a title="DLF vom 31. Mai 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/31/dlf_20090531_1938_1ea6b82f.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die überarbeitete und verlinkte Variante des Beitrages:</p>
<p>Es gibt derzeit 33 olympische Weltverbände &#8211; in 26 Sommersportarten und sieben Wintersportarten. Misswirtschaft, Stimmenkauf, Amtsmissbrauch, Bestechung und Korruption sind aus nahezu jedem Verband bekannt. Die aktuellen Skandalnudeln im olympischen Reich heißen Handball, Fußball, Volleyball, <a title="René Fasel: &quot;Im Moment ist es aber besser zu schweigen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3795" target="_self">Eishockey</a>, Radsport, Judo, Biathlon &#8211; und natürlich das IOC. Die Liste der Verfehlungen, die sich auch mit Gerichtsakten belegen lässt, wird immer länger &#8211; und eher selten befassen sich die so genannten Ethik-Kommissionen mit derlei Vorgängen.</p>
<p>Über Selbstreinigungskräfte verfügt die Spezialdemokratie Sport nur bedingt. Umstürze, Revolutionen gar, gibt es eigentlich nie. In der Regel werden die Verbände über viele Jahre von denselben Personen und Zirkeln regiert.</p>
<p><span id="more-3928"></span>Eines der prominentesten Beispiele ist der Fußball-Weltverband Fifa, wo der Brasilianer Joao Havelange von 1974 bis 1998 als Präsident amtierte, dann von seinem langjährigen Generalsekretär Joseph Blatter beerbt wurde. Die Fifa-Adligen haben an vielen Kapiteln von Vetternwirtschaft und Korruption mitgeschrieben. Sie hätten, sollte Blatter tatsächlich bis mindestens 2015 amtieren, wie er es anstrebt, dann mehr als 40 Jahre die Fifa geprägt.</p>
<p>Im Volleyball-Weltverband FIVB gab es seit Verbandsgründung 1947 überhaupt erst drei Präsidenten. Ein Franzose amtierte 37 Jahre, danach herrschte der mexikanische <a title="King Rubén" href="http://jensweinreich.de/?p=213" target="_self">Sonnenkönig Rubén Acosta</a> 24 Jahre lang mit eiserner Hand &#8211; und kassierte einige Dutzend Millionen Dollar, weil er sich etwa Kommissionen auf FIVB-Marketingverträge zahlen ließ. Im Vergleich zu Acostas Verfehlungen ist Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF, geradezu ein Musterdemokrat. Dennoch fand auch im Volleyballverband kein Umsturz statt &#8211; nur ein sanfter Übergang. Acosta ist jetzt Ehrenpräsident, der Chinese Wei Jizhong sein Nachfolger.</p>
<p>Entscheidend für den späten und ungesühnten Abgang Acostas dürfte die so genannte stille Diplomatie des IOC-Präsidenten Jacques Rogge gewesen sein. Der Fall Acosta war als einer der wenigen von der IOC-Ethikkommission behandelt worden, was 2004 wenigstens zum Rücktritt Acostas als Ex-officio-Mitglied des IOC führte.</p>
<p>Doch auch Rogge, der bei seinem Amtsantritt 2001 den Kampf gegen Korruption ausgerufen hatte, war im Tagesgeschäft selten konsequent. Als eines der wenigen positiven Beispiele lässt sich seine Haltung zum Box-Weltverband AIBA nennen. Die <a title="BLZ: &quot;Olympische Tiefschläge&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0826/none/0012/index.html" target="_blank">AIBA wurde zwanzig Jahre</a> vom korrupten Pakistani Anwar Chowdhry geführt, einem Mann aus der dubiosen sportpolitischen Abteilung, die der Sportartikelkonzern Adidas einst unterhielt. Im Boxen ließen sich Olympiasiege organisieren und kaufen. Chowdhry übertrieb dieses Spiel. Rogge ließ der AIBA Gelder sperren und drohte mit dem Olympia-Aus. Erst diese existenzielle Gefahr beförderte den Umsturz.</p>
<p><a title="Interview mit C.K. Wu: &quot;Ich hasse Leute, die ständig Lügen verbreiten&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0221/sport/0008/index.html" target="_blank">Ching-Kuo Wu</a>, IOC-Mitglied aus Taiwan, wurde <a title="BLZ: Letzter Gong für den Box-Paten" href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/1106/sport/0036/index.html" target="_blank">2006 AIBA-Präsident</a>. Auch er musste zwar paktieren und auf Chowdhry-Vertraute wie den Usbeken <a title="BLZ: &quot;Einreiseverbot für den Paten von Taschkent&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0909/none/0367/index.html" target="_blank">Gafour Rachimow</a> bauen, sagt aber heute:</p>
<blockquote><p>&#8220;In den letzten zweieinhalb Jahren haben wir zwei Vizepräsidenten, fünf Exekutivmitglieder und zwei Kommissionschefs suspendiert &#8211; und unseren <a title="BLZ: &quot;Thriller von Taipeh&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0220/sport/0016/index.html" target="_blank">Generalsekretär</a> entlassen. Ich will, dass in der AIBA jeder begreift, dass er nicht für seine persönlichen Interessen, sondern allein zum Wohl der Sportler zu arbeiten hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>C.K. Wu sagt auch: &#8220;Was wir gemacht haben, hat Einfluss auf andere Verbände. Ich weiß, dass die genau hinschauen &#8211; und vielleicht machen es uns ja welche nach.&#8221;</p>
<p>Die Handballer scheinen noch nicht so weit. Hassan Moustafa geht als Favorit in die Auseinandersetzung mit seinem Herausforderer Jeannot Kaiser aus Luxemburg. Zumal: Moustafa hat in Kairo Heimvorteil. Und die IOC-Regierung hat ihn noch nicht einmal verwarnt. Ganz im Gegenteil: Moustafa ist etwa mit dem IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach gut vertraut, der gerade im arabischen Raum seinen Geschäften nachgeht.</p>
<p>Auch dieses Beispiel zeigt übrigens: Deutsche Funktionäre stehen kaum einmal auf der Seite der Aufständischen. Die Umsturzversuche in der Fifa, als Egidius Braun 1998 Lennart Johansson unterstützte, sind die Ausnahme. Fast immer stehen deutsche Spitzenfunktionäre in unwürdiger, unterwürfiger Manier an der Seite der Mächtigen &#8211; ob einst im <a title="BLZ vom 21. September 2006: &quot;Das hat nichts mit Sport zu tun&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0921/sport/0006/index.html" target="_blank">Boxen, im Volleyball, im Judo</a> oder derzeit im Handball, viele Beispiele ließen sich nennen. Auch das ist eine olympische Kontinuität.</p>

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		<title>Post vom Anwalt: &#8220;private and confidential&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 21:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Andrew Jennings bekam gerade Post vom Anwalt Peter Hargitays, eines langjährigen Beraters von Joseph Blatter und Mohammed Bin Hammam. In diesem Brief (9 Seiten pdf), als &#8220;private and confidential&#8221; deklariert, geht es scharf zur Sache. Wer die weltumspannende Fifa-Branche und die Arbeit von Journalisten, die sich um Aufdeckung gewisser Vorgänge bemühen, besser verstehen will, sollte sich die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Wikipedia: Andrew Jennings" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Andrew_Jennings" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-3915" title="Play the Game 2005: Vortrag von Andrew Jennings" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/aj-ptg2005.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="316" height="311" align="left" />Andrew Jennings</a> bekam gerade Post vom Anwalt Peter Hargitays, eines langjährigen Beraters von Joseph Blatter und <a title="Die Heilige Fußballfamilie ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3739" target="_self">Mohammed Bin Hammam</a>. In diesem Brief (<a title="Schillings to Andrew Jennings" href="http://www.transparencyinsport.org/Peter_Hargitay_Spindoctor_to_the_world/Images-Spindoctor_to_the_world(page4)/Schillings-Law-Firm-THREAT-to-AJ.pdf" target="_blank">9 Seiten pdf</a>), als &#8220;private and confidential&#8221; deklariert, geht es scharf zur Sache. Wer die weltumspannende Fifa-Branche und die Arbeit von Journalisten, die sich um Aufdeckung gewisser Vorgänge bemühen, besser verstehen will, sollte sich die Mühe machen, die Unterlagen zu studieren. Also: Lesebefehl!</p>
<p>Andrew Jennings, der hier im Blog schon zum Kandidaten für den vakanten Posten des <a title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Fifa-Ethikchefs</a> <a title="Andrew Jennings nimmt die Wahl an ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3030" target="_self">gewählt wurde</a>, entscheidet sich für die offensive Verteidigung und veröffentlicht den kompletten Vorgang (<a title="Andrew Jennings: &quot;Who poisoned AFC voting?&quot;" href="http://www.transparencyinsport.org/index.html" target="_blank">&#8220;Who poisoned AFC voting?&#8221;</a>) auf seiner Webseite <strong>Transparency in Sport</strong>. Darunter sind auch hoch interessante <a title="Stellungnahme zu &quot;Badfellas&quot;" href="http://www.transparencyinsport.org/Peter_Hargitay_Spindoctor_to_the_world/Images-Spindoctor_to_the_world(page3)/(18)Hargitay-Badfellas(full).pdf" target="_blank">Dokumente</a>, die er bislang noch nicht veröffentlicht hatte. Noch existiert die Website, mal sehen wie lange, denn die Auseinandersetzung zwischen AJ und Peter Hargitay geht wohl vor Gericht &#8211; was nicht unbedingt überraschend ist, wenn sich Fußballoffizielle mit Journalisten streiten, doch in dieser Schärfe ist der Vorgang schon besonders.</p>
<p>Wenn ich das anwaltschaftliche Schreiben richtig verstehe, rechnet Peter Hargitay den &#8220;Schaden&#8221; hoch, der ihm durch die Berichterstattung von Andrew Jennings entstanden sein soll. Zentraler Punkt dabei dürfte jener Auftrag sein, den sich Hargitay <a title="&quot;Ungefähr zwölf Stadien&quot;: Bewerbung um die Fußball-WM 2018/2022" href="http://jensweinreich.de/?p=2651" target="_self">einst gemeinsam</a> mit dem ehemaligen Fifa-Kommunikationsdirektor Markus Siegler erhofft hatte: Die Begleitung der englischen Bewerbung um die Fußball-WM 2018.</p>

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		<title>Die Heilige Fußballfamilie: Bin Hammams Anfängerfehler</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 11:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier sitzen die Ritter der Tafelrunde. Wer einen Platz im Fifa-Exekutivkomitee erstreiten kann, bestimmt über die Geschicke des Weltfußballs mit. Nur wer dem Exekutivkomitee angehört, hat eine Chance, irgendwann &#8211; in diesem oder im nächsten Jahrtausend &#8211; den Großen Vorsitzenden Joseph Blatter zu beerben. Nur darum geht es im feurigen und schmutzigen Kampf, der derzeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier sitzen die <a title="Sepps Reich" href="http://jensweinreich.de/?p=2679" target="_self">Ritter der Tafelrunde</a>. Wer einen Platz im Fifa-Exekutivkomitee erstreiten kann, bestimmt über die Geschicke des Weltfußballs mit. Nur wer dem Exekutivkomitee angehört, hat eine Chance, irgendwann &#8211; in diesem oder im nächsten Jahrtausend &#8211; den Großen Vorsitzenden Joseph Blatter zu beerben. Nur darum geht es im feurigen und schmutzigen Kampf, der derzeit im größten und bevölkerungsreichsten Kontinent tobt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3740" title="Sitzungssaal des Fifa-Exekutivkomitees im Fifa-Hauptquartier in Zürich" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/fifa-exco-saal.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Dies ist die bizarre Geschichte eines der bislang mächtigsten Fußballfunktionäre der Welt. Eines Mannes, der <a title="Tag Beiträge zu Mohamed Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?s=hammam" target="_self">Stammgast ist hier im Blog</a>, und der als Kronprinz des Fifa-Präsidenten galt. Der Blatter bei zwei von Korruptionsvorwürfen überschatteten Wahlen &#8211; 1998 und 2002 &#8211; in Afrika und Asien mit Petro-Dollars Stimmen beschaffte. Der für Blatter Drecksarbeit verrichtete, bis heute das berüchtigte Fifa-Entwicklungshilfeprogramm („Goal&#8221;) leitet, das Insider auch als Stimmenbeschaffungsprogramm betrachten. Der seine Schuldigkeit getan hat, zu gefährlich wurde und deshalb fallen gelassen wird von Blatter: <strong>Mohamed Bin Hammam</strong> aus Katar.</p>
<p>Bin Hammam gehört seit 1996 dem Fifa-Exekutivkomitee an, ist seit 2002 Präsident der <a title="AFC Website" href="http://www.the-afc.com" target="_blank">Asian Football Confederation</a> (AFC). Hübsch sein Profile auf der AFC-Webseite:</p>
<blockquote><p>Quiet and unassuming, Mohamed bin Hammam is a man who lives by the maxim that actions speak louder than words. As his CV clearly shows, he is indeed a man of action who has helped to lay the foundation for the growth of football in Qatar by emphasizing on the development of the game at different age levels. His visionary efforts has led to Qatar consistently claiming the honours in Asian football and also qualifying for FIFA&#8217;s under-17 and under-20 tournaments.</p>
<p>Mohamed bin Hammam has pledged to ensure that all AFC member associations will be given every opportunity to progress. He has also pledged to build strong bonds of friendship and unity within the Asian football family under his leadership. His qualities of leadership have now propelled him to the highest position within Asian football. &#8220;It is my desire to see Asian football excel on the international stage. Despite the size of the Continent and the difficulty we have in developing football, Asia has made much headway over the past decade. I believe that it will not take us very long to make an even bigger impact on world football,&#8221; he says.</p></blockquote>
<p>Doch kommenden Freitag, an seinem 60. Geburtstag, wenn in Kuala Lumpur der AFC-Kongress tagt, könnte die steile Karriere Bin Hammams beendet sein. Ganz plötzlich. Denn Bin Hammam hat einen Anfängerfehler gemacht. Vor einigen Monaten sprach er aus, was er dachte. Im Herbst 2008 <a title="ESPN: AFC chief Bin Hammam wants limit on Blatter term" href="http://soccernet.espn.go.com/news/story?id=580907&amp;cc=5739" target="_blank">forderte er öffentlich</a>, die Fifa-Präsidentschaft auf drei Amtszeiten zu begrenzen.</p>
<blockquote><p>&#8220;I want to see a term limit for the presidents of all of the confederations, FIFA included.&#8217;</p>
<p>&#8220;The more you stay, the longer you are in power &#8211; whether you like it not and no matter who you are &#8211; the less evolution there can be.&#8221;</p>
<p>&#8220;Some of the statutes have been inherited, so if the international governing body will insist on a limitation related to the presidencies of the national associations and FIFA, I think that will be a great help.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sepp Blatter actually proposed that some years back, and it was rejected by the executive committee.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bin Hammam erklärte später, er habe den Namen Blatter im Interview nicht genannt. Doch er kam da nicht mehr raus: Es war ein Affront gegen Blatter, der 2011 zum vierten Mal und 2015 womöglich zum fünften Mal antreten wird &#8211; obwohl er 1998 während der ersten Kandidatur versprochen hatte, Fifa-Chefs sollten nur acht Jahre regieren. Der Hinweis auf dieses Versprechen Blatters wurde an der Zürcher Tafelrunde als besondere Gemeinheit aufgefasst.</p>
<p>Bin Hammam, der sonst so Coole, war ungeduldig geworden. Dabei hatte er <a title="The Untouchable" href="http://jensweinreich.de/?page_id=29" target="_self">doch einst</a> so treffend ein Grundgesetz dieser Parallelgesellschaft formuliert: „Es macht keinen Sinn, gegen Blatter anzutreten. Er ist unantastbar&#8221;, sagte Bin Hammam. „Niemand kann gegen ihn gewinnen.&#8221; Dumm nur, dass er vergaß, sich daran zu halten. </p>
<p>Kaum hatte Bin Hammam seine Forderung erhoben, geriet er selbst in Bedrängnis: Wenige Wochen später bewarb sich überraschend <a title="AFC: Revolution gegen Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?p=2954" target="_self">Scheich Salman Al-Khalifa</a> aus Bahrain um seinen Platz im Fifa-Exekutivkomitee, über den der AFC-Kongress am Freitag entscheidet. Der Scheich will gar nicht AFC-Boss werden, er will nur Bin Hammam in der Fifa stürzen &#8211; und er wird von etlichen Blatter-Vertrauten unterstützt, etwa dem langjährigen AFC-Generalsekretär und heimlichen Herrscher Peter Vellapan, wie ich <a title="AFC: Revolution gegen Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?p=2954" target="_self">bereits beschrieben habe</a>.</p>
<p>Bin Hammam sagt:</p>
<blockquote><p><strong><span style="color: #000000;">&#8220;The future is Asia.&#8221;</span></strong></p></blockquote>
<p>Scheich Salman sagt:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>&#8220;Asia for change!&#8221;</strong></span></p></blockquote>
<p>Diesen Zweikampf auf eine vermeintliche Auseinandersetzung von Gut (Salman) gegen Böse (Bin Hammam) <a title="FAZ: Aufstand gegen den Fußball-Rambo vom Golf" href="http://www.faz.net/s/RubFB1F9CD53135470AA600A7D04B278528/Doc~EEF8FC69070644FFCA2EDE95B7EC0B22F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">zu reduzieren</a>, greift sportpolitisch zu kurz und erzählt nur die halbe Geschichte. Bin Hammam ist nicht mehr und nicht weniger ein Fußball-Rambo als Blatter oder Scheich Salman. Bin Hammam ist eher nicht in einem Atemzug zu nennen mit Figuren wie Scheich Al-Sabah (Kuweit), der im IOC und zahlreichen Weltverbänden (<a title="Und es sprach Hassan Moustafa (2) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3354" target="_self">Handball</a>, <a title="Korruption im Welt-Handball oder: der Pharao der IHF" href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_self">Korruption!</a>) sein Unwesen treibt und mit seinem Olympic Council of Asia (OCA) auch in der AFC-Auseinandersetzung munter mitmischt. Ich habe das mal so gesehen, inzwischen glaube ich, manches weiß ich: Es gibt etliche Abstufungen in den Untaten, in Charakterfragen, Macht, Einfluss, Reichtum und Persönlichkeitsprofil. Man täte Bin Hammam Unrecht, ihn mit Al-Sabah auf eine Stufe zu stellen.</p>
<p>Interessant auch dieser Aspekt: Scheich Salman gehört als Cousin des Königs zur herrschenden Kaste Bahrains. Bin Hammam ist der einzige arabische Spitzenfunktionär im olympischen Weltsport, der nicht aus einem Königshaus oder Herrschaftsfamilie stammt. Wenn man das überhaupt so sagen darf, gehört Bin Hammam eher dem bürgerlichen Lager an. Er ist kein Blaublut. Allerdings gut befreundet mit dem Emir von Katar, er erhält schneller Audienzen als mancher Minister, versichert mir ein Informant.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3742" title="Bahrain 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/sepp-bin-salman.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="259" height="246" align="right" />Ein Bild aus friedlicheren Tagen, aufgenommen im Februar 2008 (Screenshot, copyright <a href="http://www.fifa.com">www.fifa.com</a>), als Blatter Katar und Bahrain besuchte und sich mit Bin Hammam (l.) und Scheich Salman (M.) zum Freundschaftsfoto stellte &#8211; und Sepp selbstverständlich einen Orden kassierte (Nr. 36 auf <a title="Sepp, Superstar (1) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3672" target="_self">dieser Liste</a>).</p>
<p>Die Auseinandersetzung zwischen den Vertretern zweier steinreicher Zwergstaaten ist keinesfalls ein exotisches Phänomen. Der Zweikampf hat Auswirkungen auf die künftige Führung in der Fifa: Wenn Bin Hammam scheitert, bliebe Uefa-Präsident Michel Platini der einzige Kandidat auf die Blatter-Nachfolge.</p>
<p><span id="more-3739"></span>Der AFC hat vier von 24 Sitzen im Fifa-Vorstand. Einen nimmt <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Chung Mong-Joon</a> ein, Politiker und Manager aus Südkorea, ein Sohn des Hyundai-Gründers. Hyundai zählt zu den Fifa-Sponsoren. Chung und Bin Hammam werden, sorry, als Todfeinde beschrieben. Zumindest ist sicher: Sie hassen sich. Chungs Platz in der Fifa war bislang unangetastet, aber Bin Hammam will diesen Platz automatisch dem AFC-Präsidenten zuschreiben. Drei weitere asiatische Vorstandsposten werden in Ost-, Zentral- und in Westasien vergeben &#8211; im Westen traditionell unter den Arabern, die längst zu den wichtigsten Finanziers des Weltfußballs gehören.</p>
<p>Es geht um Macht und Milliarden, Bestechung und Lügen. Die Vorwürfe von Stimmenkauf und Amtsmissbrauch, die von beiden Lagern täglich erhoben werden, lassen sich kaum zählen. Wie gesagt, auch Scheich Al-Sabah mischt munter mit &#8211; <a title="AFP: Olympic Council of Asia fumes over ´vote-buy´ claims" href="http://www.footballcupleague.com/2009/04/olympic-council-of-asia-fumes-over-%C2%B4vote-buy%C2%B4-claims/" target="_blank">gegen Bin Hammam</a>.</p>
<p>Das Duell sorgt für diplomatische Verwicklungen auf höchster Ebene. Schließlich bewerben sich zeitgleich fünf AFC-Verbände um die <a title="Fußball-WM 2018/2022: die Kandidatenliste" href="http://jensweinreich.de/?p=2721" target="_self">Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022</a>: Australien, Katar, Japan, Südkorea und Indonesien.</p>
<p>Scheich Salman sagte über Bin Hammam:</p>
<blockquote><p><strong>„Dieser Mann ist ein Diktator und ein großes Risiko. Er muss weg.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Bin Hammam sagte über Scheich Salman und Chung:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>„Wer sich mir in den Weg stellt, dem schlage ich Kopf, Hände und Beine ab.&#8221;</strong></span></p></blockquote>
<p>Was er dann flink als arabische Redewendung abtat. Das sagt man halt so.</p>
<p>Fein geht es also nicht zu, die jüngste Reuters-Meldung lautet: &#8220;<a title="ESPN soccernet vom 5. Mai 2009" href="http://soccernet.espn.go.com/news/story?id=643454&amp;sec=global&amp;cc=5739" target="_blank">Bitter Asian power battle reaches pivotal climax</a>&#8220;. Beide Seiten zeigten ihre Gegner bei der Fifa-Ethikkommission an. Bei jenem <a title="The winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Witz-Gremium</a>, dessen Vorsitzender Sebastian Coe gerade von Blatter <a title="Ethik-Pause für Lord Coe" href="http://jensweinreich.de/?p=2990" target="_self">beurlaubt wurde</a>, da er sich als Organisationschef der Olympischen Sommerspiele 2012 in London ausgelastet sieht. Am Sonntag forderten nun 24 der 46 AFC-Verbände die Fifa auf, die Wahlen in Kuala Lumpur zu überwachen. Bin Hammam hatte zuvor fünf Verbände &#8211; Kuwait (!), Laos, Ost-Timor, Afghanistan und die Mongolei &#8211; suspendieren lassen. Die Fifa hob das Urteil auf. Bin Hammam will das wiederum nicht akzeptieren. Die Lage ändert sich stündlich.</p>
<blockquote><p><em>Nachtrag, 14.01 Uhr:</em> Gerade erhalte ich eine Email aus Kuala Lumpur, allerdings von einem PR-Bediensteten der Bin-Hammam-Gegner. Peter Vellapan, AFC-Generalsekretär von 1978-2007, zündelt weiter und skizziert das Szenario der Spaltung des AFC: &#8220;The five countries barred from voting could immediately resign and if a number of other countries follow suit, disgusted by Hammam&#8217;s dictatorial style of leadership, we may have a major AFC split. Among the consequences, FIFA could suspend recognition of the AFC and call on the Asian associations to convene an extraordinary meeting to elect a new confederation.&#8221;</p></blockquote>
<p>Freie Wahlen, Transparenz, Überwachung &#8211; mit dem Aufpasser Fifa? Absurd wurde es, als ausgerechnet Blatter die Kombattanten per Kommuniqué zum <a title="&quot;Blatter drängt auf Fairplay&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3615" target="_self">Fairplay ermahnte</a>. Putzig auch dies: Peter Hargitay, Blatters in Ungnade gefallener langjähriger PR-Berater, arbeitet nun für Bin Hammam.</p>
<p>Am Freitag entscheidet sich die Zukunft von Bin Hammam als Fußball-Funktionär: Kann es ganz nach oben gehen, irgendwann? Oder ist seine Karriere beendet? Denn wenn er gegen Scheich Salman verliert, wird er als AFC-Präsident zurücktreten, hat er gesagt.</p>
<p>So schnell kann es gehen. Eben noch war er gemeinsam mit <a title="Tag: Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?s=jack+warner" target="_self">Jack Warner</a> Blatters wichtigster Helfer. Nun ist er eine Gefahr. Er wird nicht mehr gebraucht. Er, der den Emir dazu brachte, Blatters Wahlkämpfe zu sponsern. Doch im Kampf um die Macht kennt Sepp Blatter, Beschwörer der <a title="Und es sprach Sepp Blatter ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1126" target="_self">Heiligen Familienbande</a>, keine Dankbarkeit, keine Freunde und nicht einmal Verwandte. Das hätte Bin Hammam eigentlich wissen müssen.</p>
<p>Denn jeder im Inner Circle der Fifa kennt doch die Geschichte, wie Blatter Anfang der 1980er Jahre Fifa-Generalsekretär wurde: Er half dabei, einen gewissen Helmut Käser mit schmutzigen Tricks aus dem Amt zu drängen, um dessen Posten zu besetzen. Käser hat alles aufgeschrieben, seine Notizen sind gut erhalten. Ich denke, ich werde demnächst mal einige Passagen veröffentlichen. Jedenfalls, der gute Herr Käser hat den Schock der hinterhältigen Attacke Zeit seines Lebens nie überwunden.</p>
<p>Denn Helmut Käser war: Blatters Schwiegervater.</p>

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		<title>Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 14:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gestehe eine Schwäche für Ranglisten. Die mächtigsten Sportfürsten der Welt wurden hier schon einige Male abgehandelt &#8211; und es wird Fortsetzungen geben. Heute aber, im Anschluss an die Analyse zur Olympiabewerbung 2018 mit Pyeongchang, Annecy und München, ein erneuter, kurzer Ausflug ins Sportwunderland Südkorea.

Laut Forbes hat Sportkamerad Lee Kun Hee, IOC-Mitglied seit 1996 (damals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gestehe eine Schwäche für Ranglisten. Die mächtigsten Sportfürsten der Welt wurden hier schon <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=1203" target="_self">einige</a> <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (II)" href="http://jensweinreich.de/?p=2406" target="_self">Male</a> abgehandelt &#8211; und es wird Fortsetzungen geben. Heute aber, im Anschluss an die Analyse zur <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Olympiabewerbung 2018 mit Pyeongchang</a>, Annecy und München, ein erneuter, kurzer Ausflug ins Sportwunderland Südkorea.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3730" title="Athen 2004, Eröffnung IOC-Session: Thomas Bach, Lee Kun Hee, Juan Antonio Samaranch, Frau Lee" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/lee-jas-bach.jpg" alt="" width="500" height="235" /></p>
<p>Laut <a title="Forbes: South Korea's 40 Richest" href="http://www.forbes.com/2009/04/28/korea-richest-billionaires-korea-rich-09-korea-intro.html" target="_blank">Forbes</a> hat Sportkamerad Lee Kun Hee, IOC-Mitglied seit 1996 (damals trotz laufenden Korruptionsprozesses kooptiert), gerade den Fifa-Vizepräsidenten Chung Mong-Joon als reichsten Koreaner abgelöst. Auf dem Foto sehen wir Lee im Gespräch mit Juan Antonio Samaranch Senior, sekundiert vom UDIOCM Thomas Bach. Die Familien Lee (Samsung) und Chung (Hyundai), beide Chaebols zählen zu den weltweit größten Sport-Sponsoren, teilen sich in der jüngsten Rangliste die ersten Ränge:</p>
<ol>
<li><a title="Lee Kun Hee, Forbes" href="http://www.forbes.com/lists/2009/83/korea-rich-09_Lee-Kun-Hee_FFP3.html" target="_blank">Lee Kun Hee</a> mit 3,9 Mrd $</li>
<li><a title="Manager-Magazin: Hyundai-Chef muss drei Jahre ins Gefändnis" href="http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,464296,00.html" target="_blank">Chung Mong-Koo</a> (Bruder des Fifa-Vizepräsidenten/Rang 3) mit 1,85 Mrd $</li>
<li><a title="Chung Mong-Joon, Forbes" href="http://www.forbes.com/lists/2009/83/korea-rich-09_Chung-Mong-Joon_PPZX.html" target="_self">Chung Mong-Joon</a> mit 1,3 Mrd $</li>
<li>Lee Myung-Hee (Schwester des IOC-Mitglieds/Rang 1) mit 1,2 Mrd $</li>
</ol>
<p>Der Forbes-Beitrag bringt mich dazu, flink meinen Fehler im Beitrag über Pyeongchang und die Olympiabewerbung zu korrigieren: Offiziell trat Lee Kun Hee als Samsung-Chairman vergangenes Jahr ab, das war Teil eines Deals mit den Strafverfolgungsbehörden.</p>
<blockquote><p>&#8220;We, including myself, have caused troubles to the nation with the special probe; I deeply apologise for that, and I&#8217;ll take full responsibility for everything, both legally and morally.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sonst wäre er womöglich im Knast gelandet &#8211; aber ohnehin schnell wieder begnadigt worden, wie zuvor schon mehrfach. So blieb es bei <a title="Manager-Magazin: Milde Strafe für Lee Kun Hee" href="http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,566157,00.html" target="_blank">drei Jahren Bewährung</a>, die selbstverständlich angefochten wurden. Und das IOC? Wie schon Samaranch interessiert sich auch <a title="Korea Times, August 2008: Ex Samsung-Group Chairman Lee to Keep IOC Post" href="http://www.koreatimes.co.kr/www/news/sports/2009/04/253_29365.html" target="_blank">Jacques Rogge kaum</a> für die dauerhaften Vergehen seines Kollegen und <a title="IOC TOP Programm" href="http://www.olympic.org/uk/organisation/facts/programme/sponsors_uk.asp" target="_blank">TOP-Sponsoren</a>.</p>
<p><span id="more-3727"></span>Über <strong>Lee Kun Hee</strong> habe ich zuletzt im Mai vergangenen Jahres ein Textlein für einige Zeitungen geschrieben. Die meisten Fakten sind noch aktuell, Updates zum letzten Prozess gibt es <a title="Wikipedia, Lee Kun Hee" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lee_Kun_Hee" target="_blank">hier</a>:</p>
<blockquote><p>Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat einen weiteren spektakulären Kriminalfall zu bewältigen. Der Südkoreaner Lee Kun Hee, Chef des Samsung-Konzerns, ist in seiner Heimat zwar knapp einer neuerlichen Anklage wegen Korruption entgangen &#8211; doch wird Lee wegen Steuerhinterziehung in Höhe von umgerechnet drei Milliarden Euro der Prozess gemacht. Die IOC-Ethikkommission kam nicht umhin, erneut eine Akte zu einer der schillerndsten Figuren des Sportbusiness anzulegen.</p>
<p>Der Milliardär Lee Kun Hee (66), zählt zu den größten Sport-Sponsoren des Planeten. Er gilt als eigentlicher Herrscher Südkoreas. Chairman Lee führt seit dem Tode seines Vaters im Jahr 1987 den Mischkonzern Samsung, der etwa ein Fünftel des südkoreanischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. In Südkorea gilt ein geflügeltes Wort: Demnach ist jemand, der kein Geld von Samsung kassiert, kein Koreaner.</p>
<p>Natürlich ist Lee Kun Hee Träger des Olympischen Ordens, der höchsten IOC-Auszeichung. Diese Medaille hat er sich einst mit einer Zwei-Millionen-Dollar-Spende für das Olympische Museum in Lausanne erkauft.</p>
<p>Samsung ist seit 1997 im Sponsorenprogramm des IOC engagiert. Der Vertrag wurde bereits bis 2016 verlängert. Mit dem IOC-Sponsoring sicherte sich Lee Kun Hee quasi die IOC-Mitgliedschaft. Geradezu abenteuerlich verlief seine Aufnahme ins IOC im Juli 1996 in Atlanta: Obwohl er zur selben Zeit in Seoul wegen Bestechung (in Milliardenhöhe, darunter macht er es nicht) von Staatspräsidenten (die Diktatoren Chun Doo-Hwan und Roh Tae-Woo, beide ürbigens Träger des Olympischen Ordens) und anderen Politikern vor Gericht stand, wurde er auf Wunsch des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch kooptiert. Wenige Tage später wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, und das IOC sah keinen Grund, Lee zur Rechenschaft zu ziehen.</p>
<p>Ein Jahr später, das IOC-Sponsoring lief gerade an, wurde Lee daheim begnadigt. „Im Interesse der Wirtschaftskraft des Landes&#8221;, hieß es zur Begründung. So läuft das in Korea immer. Konzernführer dürfen sich mit Extrem-Spenden freikaufen. In einem anderen Korruptionsfall hatte 2007 Hyundai-Chef Chung Mong Koo, ebenfalls ein kolossaler Sport-Sponsor, eine Milliarde Dollar für wohltätige Zwecke gespendet. Er sei „zu wertvoll für Korea, um ins Gefängnis zu gehen&#8221;, argumentierte die Justiz.</p>
<p>Hyundai ist besonders im Fußball sehr aktiv und hatte großen Anteil daran, dass die WM 2002 auch in Korea ausgetragen wurde. Chung Mong-Joon, Bruder des Firmenlenkers und Sohn des Hyndai-Gründers, fungiert sogar als Vizepräsident des Fußball-Weltverbandes Fifa.</p>
<p>Samsung-Chairman Lee Kun Hee, der von vielen Koreanern wie eine Gottheit verehrt wird, hat ebenfalls schon mehrere Hundert Millionen in öffentliche Kassen gezahlt &#8211; nicht nur in schwarze Kassen. Zuletzt versprach er vor zwei Jahren, 800 Millionen Dollar zu spenden. Auch damals war gegen ihn ermittelt worden, doch wegen Verjährung und einiger erfolgreicher juristischer Winkelzüge wurde das Verfahren eingestellt. Lee hatte es nicht leicht in jenen Monaten. Er verließ vorsorglich das Land, um einer Inhaftierung zu entgehen und sich in den USA, wo er einst studiert hatte, einer Krebstherapie zu unterziehen. Zudem musste einen schweren Schicksalsschlag erleiden: Eine seiner Töchter nahm sich das Leben.</p>
<p>Lee Kun Hee bezeichnet die Sportförderung seines Konzerns gern als „Betrag zur Glückseligkeit, zum Weltfrieden und zum Kulturaustausch&#8221;. Ähnlich abstrus mutet es an, dass Lee auf der Samsung-Webseite für ethische Prinzipien im Wirtschaftsleben wirbt.</p>
<p>Samsung sponsert zahlreiche Sport-Weltverbände. Koreas erfolgreiche Olympiabewerbung für 1988 mit Seoul oder die gescheiterten Bewerbungen von Pyeongchang für die Winterspiele 2010 und 2014 wurden zu großen Teilen von Samsung finanziert. In Seoul fanden bereits zwei IOC-Vollversammlungen statt &#8211; beide im Shilla-Hotel, das zur Samsung-Gruppe gehört. Samsung finanziert praktisch auch die Asienspiele: Vor eineinhalb Jahren akquirierte man die Asienspiele 2014 für die Millionenstadt Incheon &#8211; und schlug in letzter Minute mit anrüchigen Offerten den Favoriten Neu Delhi aus dem Rennen. In der Leichtathletik richtet Südkorea 2011 in Daegu die WM aus. Auch hier war Samsung nicht untätig.</p>
<p>Nach den jüngsten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die zu Hausdurchsuchungen, einer im Fernsehen übertragenen Anhörung des Patriarchen und zu einer Anklage wegen Steuerhinterziehung führten, hat Lee Kun Hee überraschend angekündigt, seine Samsung-Ämter abzugeben. Allgemein wird spekuliert, sein Sohn Jae-Yong, gegen den ebenfalls ermittelt wird, solle nach einer Übergangszeit die Macht übernehmen.</p>
<p>Südkorea war seit Anfang der achtziger Jahre eine sportpolitische Großmacht. Nun droht das Land sportpolitisch zu einem Zwergstaat zu schrumpfen. Denn in den vergangenen Jahren mussten wegen zahlreicher Korruptionsfälle bereits die IOC-Mitglieder und Weltverbandspräsidenten Kim Un Yong (Taekwondo) und Park Yong Sung (Judo) demissionieren.</p>
<p>Doch die IOC-Ethikkommission geht das Thema Lee Kun Hee gewohnt gelassen an. Man wolle zunächst den Prozess in Korea abwarten. So geht das seit Jahrzehnten. Lee Kun Hee zahlt. Das IOC kassiert und schweigt.</p></blockquote>
<p>Dieser Beitrag wurde übrigens auf einem Samsung-Netbook NC 10 geschrieben. Tolles Gerät, ehrlich.</p>

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		<title>Sepp, Superstar (2): &#8220;Der Fromme, der Große und der Heilige&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2009 09:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fürs Protokoll, damit es nicht untergeht in der Hektik des Tagesgeschäfts: Fifa-Boss Joseph Blatter sammelt auf seiner Asien- und Osteuropa-Tournee Orden am Fließband. Kaum hatte er von Kaiser Akihito den Orden der aufgehenden Sonne erhalten, &#8220;The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun”, kam in Kasachstan &#8211; zu Besuch beim totaldemokratischen Schneeleoparden Nasarbajew [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fürs Protokoll, damit es nicht untergeht in der Hektik des Tagesgeschäfts: Fifa-Boss Joseph Blatter sammelt auf seiner Asien- und Osteuropa-Tournee Orden am Fließband. Kaum hatte er von Kaiser Akihito den Orden der aufgehenden Sonne erhalten, &#8220;<a title="Sepp, Superstar (1): &quot;The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3672" target="_self">The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun</a>”, kam in Kasachstan &#8211; zu Besuch beim totaldemokratischen Schneeleoparden <a href="http://jensweinreich.de/?p=3672#comment-8954" target="_self">Nasarbajew</a> &#8211; der &#8220;Dostik-Orden&#8221;  hinzu. Am Tag der Arbeit gab es dann aus den Händen Seiner Eminenz Vladimir Cantarian, Metropolit von Chinisau und Moldawien den Orden<strong> &#8220;<span style="text-decoration: line-through;">Sepp</span> Stephan der Fromme, der Große und der Heilige&#8221;</strong>.</p>
<p>Wann wird eigentlich der nächste Papst gewählt?</p>
<p>Hier geht es zur ständig aktualisierten <a title="Die wichtigsten Auszeichnungen des Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?p=3672" target="_self">Ordensliste</a>.</p>

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		<title>Sepp, Superstar (1): &#8220;The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 11:04:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Während Joseph Blatter in seiner Heimat gern verspottet wird, bringen ihm wenigstens die Japaner den Respekt entgegen, der ihm gebührt. Zumindest ein Japaner. Kaiser Akihito. Japan und sicher auch seine kaiserliche Hoheit wünschen sich demnächst wieder eine Fußball-WM. Und siehe, flugs wurde Sportkamerad Sepp für seine Verdienste um die japanische Kultur mit dem Orden der aufgehenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-3675" title="Screenshot www.fifa.com" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/aufgehende-sonne-29042009.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="167" height="190" align="left" />Während Joseph Blatter in seiner Heimat <a title="Sepp Blatter stellt seinen Unfall nach ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3656" target="_self">gern verspottet wird</a>, bringen ihm wenigstens die Japaner den Respekt entgegen, der ihm gebührt. Zumindest ein Japaner. Kaiser Akihito. Japan und sicher auch seine kaiserliche Hoheit wünschen sich demnächst <a title="Fußball-WM 2018/2022: die Kandidatenliste" href="http://jensweinreich.de/?p=2721" target="_self">wieder eine Fußball-WM</a>. Und siehe, flugs wurde Sportkamerad Sepp für seine Verdienste um die japanische Kultur mit dem Orden der aufgehenden Sonne geehrt: <em>&#8220;The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun&#8221;</em>. Für andere Verdienste, <a title="&quot;Blatter drängt auf Fairplay&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3615" target="_self">Fairplay und so</a>, ist Blatter ja bereits berühmt und ausreichend <a title="Gericht rügt Fifa: &quot;täuschendes Verhalten&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2072" target="_self">gewürdigt</a>. Das Schmuckstück, eine <a title="Wikipedia-Eintrag" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orden_der_Aufgehenden_Sonne" target="_blank">achtblättrige Chrysantheme in Gold</a>, wird übrigens an einem roten Band an der rechten Schulter getragen. Wenn da noch Platz sein sollte. Zur Feier des Tages hier die erneut <a title="Und es sprach Sepp Blatter ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1126" target="_self">aktualisierte</a> <a title="&quot;Versierteste Protagonisten&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=1134" target="_self">Ordensliste</a> des Fifa-Helden aus dem <a title="Zug: das Vorspiel" href="http://jensweinreich.de/?p=157" target="_self">vergangenen Jahr</a>, wobei ich natürlich mit den drei Auszeichnungen beginne, die in der offiziellen Fifa-Aufzählung aus unerfindlichen Gründen fehlen: <span id="more-3672"></span></p>
<ol>
<li>Mein Lieblingsfunktionär</li>
<li>Träger des <a title="Bambi 2005" href="http://hubert-burda-media.de/engagement/auszeichnungen/bambi/bewegende_momente__9113" target="_blank">Bambi</a> (Kategorie Kommunikation)</li>
<li>Träger des <a title="Auszeichnung für Fifa-Präsident Blatter - Dank an den WM-Gastgeber" href="http://www.wm2006.deutschland.de/DE/Content/WMAktuell/UnsereThemen/2006/07-07-06-empfang-bundeskanzlerin.html" target="_blank">Bundesverdienstkreuzes</a></li>
<li>Träger des Olympischen Ordens</li>
<li>Ehrenmitglied des Schweizerischen Fussballverbandes SFV</li>
<li>Empfänger zahlreicher Auszeichnungen von Vereinen, Verbänden und Konföderationen</li>
<li>Träger des &#8220;Order of Good Hope&#8221; der Republik Südafrika</li>
<li>Vom Sultanat von Pahang (Malaysia) zum Ritter (Dato&#8217;) geschlagen</li>
<li>&#8220;Order of Independence (1st class)&#8221; von Jordanien</li>
<li>&#8220;Grand Cordon du Wissam Alaouite&#8221; von Marokko</li>
<li>&#8220;Medalla al Mérito Deportivo &#8221; von Bolivien</li>
<li>&#8220;Grand Cordon de l&#8217;Ordre de la République Tunisienne&#8221; von Tunesien</li>
<li>&#8220;International Humanitarian of the Year&#8221; und &#8220;Golden Charter of Peace and Humanitarianism&#8221; von der Internationalen Humanitären Liga für Frieden und Toleranz</li>
<li>Empfänger des &#8220;American Global Awards for Peace&#8221;</li>
<li>Empfänger des Ranges des Großoffiziers von Wissam Al Arch (Marokko)</li>
<li>Empfänger der UEFA-Verdienstorden in Diamant</li>
<li>Empfänger der Verdienstorden von Jemen</li>
<li>Ritter der französischen Ehrenlegion</li>
<li>Empfänger des &#8220;Ordens der zwei Nile&#8221; des Sudans</li>
<li>Ausgezeichnet in Djibouti zum &#8220;Commandeur de L&#8217;Ordre National du 27 Juin 1977&#8243;</li>
<li>Honorary Doctor of Arts, De Montfort University (Leicester)</li>
<li>Ausgezeichnet im südafrikanischen Port Elizabeth mit der Ehrendoktorwürde in Philosophie von der Nelson Mandela Metropolitan University</li>
<li>Ehrenbürger seines Heimatortes Visp</li>
<li>Ehrenmitglied von Real Madrid</li>
<li>Träger des Ordens des Nationalen Olympischen Komitees von Belarus</li>
<li>Träger des Ordens Jarowslas des Weisen (Ukraine)</li>
<li>Träger des &#8220;Dustlik&#8221;-Ordens (Usbekistan)</li>
<li>Träger des Danaker-Ordens (Kirgisistan)</li>
<li>Träger der &#8220;Crown of Peace&#8221; (Indien)</li>
<li>Dr. h.c. Internationale Universität Genf</li>
<li>Träger des Ordens Francisco de Miranda &#8211; Primera Clase, Palace Miraflores, Venezuela 2007</li>
<li>Ehrendoktor der aserbaidschanischen Staatsakademie für Körperkultur und Sport</li>
<li>Träger des Ehrendiploms von Ilham Aliyev, Staatspräsident Aserbaidschan</li>
<li>Ehrenbürger von Bangkok</li>
<li>Ehrendoktor im Bereich Sportmanagement an der Chandrakasem Rajabhat Universität in Bangkok</li>
<li>Träger des Ehrenordens des Königreichs Bahrain</li>
<li>Ehrenmitglied der Swiss Olympic Association</li>
<li>&#8220;Best World Sports Award&#8221; von der Graduate School of Business Administration in Zürich</li>
<li>Träger des Ordens von Jerusalem (&#8220;Wissam Al-Qods&#8221;)</li>
<li>Empfänger des &#8220;Kristall von Davos&#8221;</li>
<li>Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich</li>
<li>Träger des japanischen Ordens der aufgehenden Sonne</li>
<li>“Dostik-Orden” höchste Auszeichnung der Republik Kasachstan für Ausländer (<a title="Fifa-Präsident Blatter in Kasachstan empfangen" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/president/news/newsid=1053098.html" target="_blank">29. April 2009</a>) </li>
<li>Orden &#8220;Stephan der Fromme, der Große und der Heilige&#8221;, höchste Auszeichnung von Moldawien, verliehen durch Seine Eminenz Vladimir Cantarian, Metropolit von Chisinau und Moldawien (<a title="Fifa-Pressemitteilung vom 1. Mai 2009" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/president/news/newsid=1053833.html#fifa+delegation+moldawien" target="_blank">1. Mai 2009</a>)</li>
</ol>
<p>Die Bambi-Preisverleihung habe ich damals, im Dezember 2005, in der Berliner Zeitung selbstverständlich sachgerecht gewürdigt: <!--more--></p>
<p><img title="Sepp schwenkt glücklich seinen erbeuteten Bambi" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/sepp-bambi-2005.jpg" alt="" align="center" /></p>

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		<title>Sepp Blatter stellt seinen Unfall nach &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 14:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; behauptete zumindest Viktor Giacobbo (u. r.) in der Late-Night-Show <a title="SF-Webseite Late service public" href="http://www.sf.tv/sendungen/giacobbomueller/index.php" target="_blank">&#8220;Late service public&#8221;</a> am Sonntagabend im Schweizer Fernsehen. Sein Kollege Mike Müller verteidigte den Blatter Sepp und meinte: Amnesty International solle sich für den Fifa-Präsidenten einsetzen, der <a title="Joseph Blatter bleibt unverletzt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1427" target="_self">nach</a> <a title="IOC-Mitglied besteht Dopingtest" href="http://jensweinreich.de/?p=1484" target="_self">einem Unfall</a> zunächst mit einer <a title="Geldstrafe für Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?p=2786" target="_self">Geldstrafe</a> <a title="Was vom Tage übrig bleibt (19): &quot;Korrupter geht's nicht mehr&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2930" target="_self">davonkam</a> und nun doch für einen Monat <span style="text-decoration: line-through;">den Führerschein</span> das Billett/das Permis abgeben muss. So hatte <a title="Blick: Blatter muss das Billett doch abgeben" href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/11550453" target="_blank">bekanntlich</a> die Walliser Dienststelle für Straßenverkehr und Schifffahrt <a title="20 minuten: Sepp Blatter muss Führerschein abgeben" href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/11550453" target="_blank">entschieden</a>.</p>
<p>Für alle, die Schwyzerdütsch sprechen und Satire verstehen, ab etwa 13.30:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="378" height="273" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="scale" value="noscale" /><param name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/0ff7cae7-e565-4a38-9581-39875e96f1b3&amp;live=false" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="378" height="273" src="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/0ff7cae7-e565-4a38-9581-39875e96f1b3&amp;live=false" wmode="transparent" scale="noscale" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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