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	<title>jens weinreich &#187; korruption</title>
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		<title>Skate-Gate, Teil 2? Das Korruptionsproblem im Preis- und Kampfrichterwesen</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 03:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Aus aktuellem Anlass, eine Gute-Nacht-Lektüre aus der Olympiastadt. Skate-Gate, Teil 2? &#8221;The Winter Olympics. The only time the rest of the sporting world has its eyes on this beautiful, difficult, horribly corrupt and politicized sport.&#8221; Das schreibt Sports Illustrated. Man könnte auch sagen: The Winter Olympics sind der einzige Anlass, zu dem sich Sports Illustrated, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Aus aktuellem Anlass, eine Gute-Nacht-Lektüre aus der Olympiastadt. <a title="Skate-Gate" href="http://en.wikipedia.org/wiki/2002_Olympic_Winter_Games_figure_skating_scandal" target="_self">Skate-Gate</a>, Teil 2? &#8221;The Winter Olympics. The only time the rest of the sporting world has its eyes on this beautiful, difficult, horribly corrupt and politicized sport.&#8221; Das schreibt Sports Illustrated. Man könnte auch sagen: The Winter Olympics sind der einzige Anlass, zu dem sich Sports Illustrated, der langjährige IOC-Sponsor (Time Warner), für derlei Hintergründe interessiert: &#8220;<a title="Sports Illustrated" href="http://sportsillustrated.cnn.com/2010/olympics/2010/writers/em_swift/02/13/judging.controversy/index.html" target="_blank">Judge&#8217;s e-mail exposes corruption of figure skating&#8217;s scoring system</a>&#8220;. Sonst kommt: nichts. Sportpolitisch ist SI ein Witzblatt. Aber lassen wir das, ein Seitenhieb muss reichen. Der Artikel gibt einen Überblick zur aktuellen Diskussion. Ich empfehle, einfach mal den Namen <strong>Joe Inman</strong> bei Google News einzugeben, die Suchmaschine spuckt dann etliche auch deutsche Treffer aus.</p>
<p>Retrospektiv möchte ich ein Kapitel aus dem Buch &#8220;<a title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/korruption-im-sport/" target="_self">Korruption im Sport</a>&#8221; anbieten &#8211; umsonst :)</p>
<p>Barbara Klimke, jetzt London-Korrespondentin, früher lange Jahre auch Eiskunstlauf-Reporterin, hat darin auf halbem Wege zwischen Salt Lake City und Vancouver im Frühjahr 2006 die Ereignisse zusammengefasst und analysiert. Ein Blick zurück kann nicht schaden, zumal in der aktuellen Affäre einige alte Namen auftauchen. Und der Präsident des Eislauf-Weltverbandes (ISU) ist natürlich noch derselbe: Ottavio Cinquanta (Italien), auch IOC-Mitglied.</p>
<p>Eine zentrale Figur beim Skate-Gate, <a title="email von der FIFA" href="http://jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/" target="_self"><strong>Alimsan Tochtachunow</strong></a>, der Mafiosi und Gesprächspartner des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter, hat hier im Blog ja längst ein Exklusiv-Revival gefeiert.</p>
<p>Viel Spaß. (Manches mag überholt sein, aber nicht alles. Und Zusammenhänge werden allemal aufgezeigt. Im Amateurbox-Weltverband AIBA etwa ist Anwar Chowdhry inzwischen von Ching-Kuo Wu als Präsident abgelöst. Ich habe leider keine Zeit, alles zu aktualisieren und zu verlinken.) Korruption und Manipulationen im Schieds- und Kampfrichterwesen bleibt ein <a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Strukturproblem des Sports</a>.</p>
<p><strong>von Barbara Klimke</strong></p>
<p><em><strong>Grüsse von der Mafia: Korruption und mangelnde Transparenz im olympischen Schieds- und Kampfrichterwesen</strong></em></p>
<p>Skandal? Wieso Skandal? Vorfälle wie bei der Paarlauf-Entscheidung der Olympischen Winterspiele 2002 hatten die Eiskunstlauf-Fachleute nun wahrlich schon häufiger erlebt. Okay, nicht immer skandierten Tausende von Zuschauern in Erwartung der Höchstnote für ein favorisiertes Duo so frenetisch ”Six – six – six!” wie im Delta Center von Salt Lake City. Und nicht immer folgten nach Bekanntgabe einer unverständlich niedrigen Wertung Tumulte und wütende Proteste. Zugegeben, ein solcher Aufruhr war peinlich bei Olympia. Aber Skandal? Dieser Sport hieß nun mal Eiskunstlaufen, nicht Kugelstoßen. Tränen gehörten da zum Geschäft wie Toeloop und Tüll. Und Tränen waren an diesem Abend reichlich geflossen bei den Kanadiern Jamie Sale und David Pelletier, die nach einer makellosen Kür nur Zweite geworden waren. Fünf der neun Juroren hatten die Russen Elena Bereschnaja und Anton Sicharulidse auf den ersten Platz gehoben, obwohl sich der gute Anton nach einem verstolperten Doppelaxel kaum noch auf den Füßen halten konnte. Es war eine knappe Entscheidung zu Gunsten der Russen, 5:4. Aber so lief nun mal der Sport!</p>
<p>Mit einem Wort wie Manipulationsverdacht durfte man den Eiskunstlauf-Experten an diesem Abend nicht kommen. Auch Morry Stillwell, ein ehemaliger Präsident des US- Eislaufverbands, saß nach der Paarlauf-Entscheidung noch im West Coast Hotel von Salt Lake City an der Bar und verteidigte tapfer die Integrität der Juroren: ”Verdammt, das waren die besten Preisrichter, die wir da draußen hatten”, brummte er. ”Wenn die der Meinung sind, dass die Russen die Sieger waren, dann, zum Teufel, war es das richtige Resultat.”</p>
<p><em><strong>Skate-Gate – der größte Kriminalfall der Eiskunstlaufgeschichte</strong></em></p>
<p>Das Resultat hatten sich an jenem 11. Februar 2002 die Preisrichter aus Russland, Polen, China, der Ukraine und Frankreich zusammengezimmert. Und fast wäre es dieser Fünferbande gelungen, auch den Rest der Welt so leicht zu übertölpeln wie Morry Stillwell und seine Eislauf-Veteranen. Umstrittene Wertungen sind nichts Ungewöhnliches in diesem Sport, dessen Bewertungsmaßstab einzig die subjektive Wahrnehmung der Juroren bildet; die Szene ist an Ungerechtigkeiten gewöhnt. So war das Paarlauf- Ergebnis kurz nach dem Wettbewerb schon auf dem besten Wege, nur als weitere Fehlentscheidung in die Annalen einzugehen, als die französische Preisrichterin Marie- Reine Le Gougne das West Coast Hotel betrat. Ihr spektakulärer Auftritt erst machte das olympische Fehlurteil zu Skate-Gate: zum größten Kriminalfall der Eiskunstlaufgeschichte.</p>
<p>”Ein arktischer Luftzug fegte durch die Halle, und ließ die Gespräche erfrieren”, berichtete Jon Jackson, ein Anwalt, Autor, Eislauf-Juror und Augenzeuge im Funktionärshotel. ”Herein schneite die blasse, erschöpfte, pelzbehangene Marie Reine Le Gougne.” Sie schritt zum Lift, machte auf dem Absatz kehrt. ”Es war ein Deal mit den Russen!”, rief sie unvermittelt ihren Kollegen zu. ”Das Eistanzen ruiniert unseren Sport. Ihr habt keine Ahnung. Ich muss mich verteidigen. Ihr versteht das nicht. Ich musste das tun. Gold für Gold! Es war für meine Eistänzer. Ihr wisst ja nicht, unter welchem Druck man steht.” Es war ein ungeheuerliches Geständnis. Das olympische Paarlaufen 2002 – eine Farce! Die Goldmedaillen – verschoben, bevor die Athleten überhaupt das Eis betraten. Ein mieser Betrug, ein abgekartetes Spiel: Die Russen Bereschnaja/Sicharulidse sollten, mit Hilfe der französischen Wertung, Paarlauf-Gold gewinnen, damit im Gegenzug ein paar Tage später die Franzosen Marina Anissina/Gwendal Peizerat, mit russischer Hilfe, Eistanz-Olympiasieger werden konnten. ”Die Medaillen werden im Eiskunstlauf vertickt wie Baseballkarten im Kriminellenmilieu an der Straßenecke”, stellte Jon Jackson fassungslos fest.</p>
<p><span id="more-6814"></span>Was er nicht ahnen konnte, war, dass selbst dieser schmutzige Deal nur einen Teil der Wahrheit offenbarte. Denn der vom Weltverband International Skating Union (ISU) verwaltete Eiskunstlauf war in einigen Teilen so korrupt, dass hinter der Fassade aus Glanz und Glitter mittlerweile offenbar die Mafia Geschäfte machte. Fünf Monate nach den Winterspielen, am 31. Juli 2002, verhaftete die italienische Polizei in Venedig den gebürtigen Usbeken Alimsan Tochtachunow, einen Freund und Geschäftspartner vieler russischer Spitzensportler und, laut Anklage der US-Behörden, eine ”wichtige Figur in der internationalen eurasischen organisierten Kriminalität”, der die Verwicklung ”in Drogen- und Waffenhandel sowie Autoschieberei” zu Last gelegt wurde. Die Auswertung einiger vom FBI abgehörter Telefongespräche legte nahe, dass Tochtachunow, Spitzname ”kleiner Taiwanese”, der Drahtzieher der Manipulationen im olympischen Paarlaufen und Eistanzen war.</p>
<p>Wie gesagt, davon wusste Jon Jackson in der Nacht des 11. Februar 2002 noch nichts, als er wie britische Eislauf-Funktionärin Sally Stapleford und zwei weitere Augenzeugen beschloss, das Geständnis der Madame Le Gougne zu protokollieren und der ISU-Führung zu übergeben. Er ahnte auch nicht, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach tagelangen Anschuldigungen und Dementis die ISU anweisen würde, zwei Goldmedaillen in Salt Lake City zu vergeben: an die Russen und an die Kanadier. Jackson hoffte nur, dass der Sumpf der Korruption endlich ausgetrocknet werden könne. Eine naive Vorstellung, wie er bald merkte.</p>
<p><strong><em>Blaue Briefe an fünf Weltverbände</em></strong></p>
<p>Denn Skate-Gate war nicht der letzte olympische Betrug. Bei den Sommerspielen in Athen ging es munter weiter. 12 000 Zuschauer tobten und protestierten beim Turn-Finale am Reck, weil der Russe Alexej Nemow, Liebling des Publikums, nach einer spektakulären Flugshow zwischenzeitlich Letzter war – wegen eines kleinen Wacklers bei der Landung. Der Oberschiedsrichter und der Chef des Technischen Komitees des Turn- Weltverbandes FIG korrigierten die Wertung im Tumult um einen Zehntelpunkt nach oben, doch Nemow blieb cool. Das Ergebnis sei ohnehin abgesprochen, behauptete eriv. Was darunter zu verstehen war, hatten die Zuschauer wenige Tage zuvor, am 18. August 2004, in derselben Turnhalle besichtigen können, als der Südkoreaner Tae Young Yang Dritter im Mehrkampf geworden war. Die Kampfrichter hatten ihm am Barren fälschlicherweise nur einen Ausgangswert von 9,9 zugestanden – der fehlende Zehntelpunkt mehr hätte Tae Young Yang den Olympiasieg beschert, der stattdessen dem US-Amerikaner Paul Hamm zufiel. Die Fehlentscheidung räumte die FIG indirekt ein, indem sie umgehend drei Kampfrichter suspendierte. Die Südkoreaner legten Protest ein und zogen vor den Court of Arbitration for Sport (CAS), das internationale Sport- Schiedsgericht.</p>
<p>Dort wurde die Klage nach zwei Monaten abgelehnt, wegen eines Formfehlers: Der Protest der südkoreanischen Mannschaftsleitung in Athen war zwei Tage zu spät eingegangen. Paul Hamm durfte seine Goldmedaille behalten – sehr zum Unwillen von FIG-Präsident Bruno Grandi. Der Italiener hatte Hamm in einem Brief nahe gelegt, freiwillig aus Fairnessgründen auf seine Medaille zu verzichten. ”Ein unerhörter Vorgang”, befand der US-Verband: Das sei Nötigung.</p>
<p>Hamm rückte sein Goldstück aus guten Gründen nicht heraus. Schließlich sind die Athleten, ob benachteiligt oder bevorzugt, nur Objekte in diesem Spiel. Für die Einhaltung der Regeln sollte ein Weltverband schon selber sorgen. So ähnlich sah es auch das IOC nach den Sommerspielen 2004. Es forderte nicht weniger als fünf internationale Fachverbände auf, ihre Regeln zu reformieren. Die Wertungen müssten dringend transparenter werden, argumentierte das IOC und verschickte blaue Briefe an die Verantwortlichen der fünf Sportarten: Turnen, Taekwondo, Fechten, Ringen und Boxen. Beim Amateurboxen mahnen einige IOC-Funktionäre nun schon seit einem Jahrzehnt mehr Sauberkeit an: Die Boxer sind die Schmuddelkinder der olympischen Familie. Dass die Fäuste hier schneller fliegen als in anderen Sportarten, mag in der Natur der Sache liegen. Aber kein anderer Verband hat es in der olympischen Geschichte zu so vielen Krawallen, Raufereien, Sitzstreiks und Angriffen auf Schiedsrichter gebracht wie der Amateurbox-Weltverband AIBA. In den zwei Jahrzehnten, seit der Pakistani Anwar Chowdhry der AIBA vorsteht, hat sich die Lage eher noch verschlimmert. Die AIBA gilt mittlerweile als Synonym für Bestechung jeder Art, das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg hat die Vorgänge sogar ganz öffentlich als Schande bezeichnet. Weil alle Versuche erfolglos blieben, die für ihre Schiebungen und Fehlurteile berüchtigte AIBA zu domestizieren, entschloss sich IOC-Präsident Jacques Rogge im Sommer 2005 zu einer bis dahin unerhörten Disziplinierungsmaßnahme. Er fror die Unterstützung für die AIBA ein: eine ausstehende Teilzahlung von etwas über einer Millionen Dollar aus den olympischen Fernsehverträgen behielt das IOC zurück. Das Geld, so konnte der reformunwillige AIBA-Präsident Chowdhry einem Schreiben des IOC entnehmen, werde erst dann wieder fließen, wenn die AIBA ihre geplanten Aktionen samt einem Zeitplan vorlege.</p>
<p><strong><em>”Verachtenswerte Verbrechen”</em></strong></p>
<p>Dass Box-Goldmedaillen käuflich sind, hatte der ehemalige Chef der AIBA- Rechtskommission, Paul Konnor, schon 1998 dem damals von Juan Antonio Samaranch geführten IOC gemeldet. Verbunden mit dem Hinweis, dass AIBA-Präsident Chowdhry ”verachtenswerte Verbrechen” an den Sportlern begehe. Konnor legte als Beleg eine Liste verschobener Kämpfe bei. Aber über die Machenschaften der AIBA war das IOC ohnehin ja seit 1988 unterrichtet – seit der legendären Niederlage des Ausnahmeboxers Roy Jones in Seoul. Im olympischen Halbmittelgewichts-Finale hatte der US-Amerikaner Roy Jones damals dermaßen auf seinen Gegner Park Si Hun eingeschlagen, dass nicht wenige Zuschauer dem beklagenswerten Koreaner einen Kampfabbruch wünschten. Doch als der Fight beendet war, riefen, o Wunder, drei der fünf Kampfrichter den geprügelten Park Si Hun zum Gewinner aus. Park Si Hun war über seinen Olympiasieg so beschämt, dass er Roy Jones auf Händen durch den Ring trug, zum Zeichen, dass auch er ihn als den wahren Sieger sah. Roy Jones wurde zwar noch zum besten Boxer des Turniers gekürt; die Goldmedaille aber hatten ihm die Kampfrichter aus Marokko, Uruguay und Uganda gestohlen. Chowdhry vertraute dem damaligen AIBA-Generalsekretär Karl-Heinz Wehr später an, dass einige Funktionäre die Olympiakämpfe in Korea für Geld verhökert hatten. Lebenslange Sperren, wie Wehr forderte, wies er allerdings zurück: Solch drakonische Strafen seien nicht durchzusetzen in einem Verband, der das Faustrecht förderte.</p>
<p>Es ist erstaunlich, wie sehr sich hier zwei Sportarten gleichen, deren Protagonisten meist nicht mehr füreinander übrig haben als ein Naserümpfen: das ruppige Amateurboxen und der elitäre Eiskunstlauf. Was die Manipulationsmechanismen betrifft, sind die Kämpfer und die Künstler, die Kraftsportler und die Kufentänzer einander allerdings näher, als ihnen lieb sein kann. Denn clevere Boxrichter ergreifen gern mal die Gelegenheit, nicht Punkttreffer auf ihren Scoringkarten zu verzeichnen, sondern Sympathiepunkte. Unterdessen teilen die Juroren im Reich der Pirouetten ihre eigenen Tiefschläge aus. Das bis 2002 gültige, alte Bewertungssystem im Eiskunstlauf hat Tricksereien nicht unnötig erschwert – manipuliert wurde entweder durch persönliche Willkür oder durch verbotene Absprachen. Erst nach Skate-Gate sind die Regeln reformiert worden. Bis dahin waren sie, zumindest auf den ersten Blick, recht simpel: Zwei Noten, eine für Technik, eine für Stil. Dazu eine Notenskala bis 6,0. Mithilfe dieses einfachen Notensystems wurden von den Preisrichtern allerdings auch noch die Platzierungen per Majoriätswahl ermittelt. Und damit wurde es für Außenstehende kompliziert: Denn ein Athlet konnte ohne weiteres Vierter der Kurzkür, Dritter der Kür und trotzdem Zweiter im Gesamtergebnis sein. Eine derart komplexe Wertung ist für potenzielle Betrüger perfekt – denn nur wer das System beherrscht, kann es gegebenenfalls beugen.</p>
<p>Ähnlich ist es im Boxen: Treffer werden hier in Hilfspunkte verwandelt und dem Getroffenen vom Punktekonto abgezogen. Aber es ist und bleibt der Punktrichter, der bestimmt, was genau ein Treffer ist. Die von Chowdhry installierte Punktmaschine hat das System zwar komplexer, aber nicht transparenter gemacht. Denn der Boxcomputer zählt nur die Treffer – nicht die Technik, nicht die Taktik – und er berücksichtigt überdies nur solche Treffer, die von drei der fünf Punktrichter innerhalb einer Sekunde per Tastendruck vermerkt werden. Wer als Punktrichter drei Mal niest, hat einen Boxer möglicherweise schon um seinen Sieg gebracht.</p>
<p><em><strong>Amnäsie der Niedriglohnempfänger</strong></em></p>
<p>Nicht hinter jedem Fehlurteil steckt gleich Verrat. Aber festzuhalten bleibt: Die Manipulationsgefahr ist ein sportimmanentes Problem. Überall dort, wo nicht per Stoppuhr (Schwimmen), Zielfoto (Sprint) oder Messband (Weitsprung) der Beste ermittelt wird, müssen die Befindlichkeiten eines wertenden Individuums entscheiden. Und die Athleten können nur hoffen, dass es dieses Individuum ehrlich mit ihnen meint. Was übrigen nicht heißen soll, dass man nicht auch im Weitsprung trefflich fälschen kann: Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1987 in Rom wurden für den Italiener Giovanni Evangelisti 8,38 Meter gemessen, obwohl einige Beobachter große Zweifel an der Weite hegten. Evangelisti gewann trotzdem WM-Bronze, weil Organisationschef Primo Nebiolo eine sofortige Überprüfung untersagte. Zwei Jahre später bewies dann ein Video Evangelistis wahre Sprungkraft (7,91 Meter) und die Kampfrichtermanipulation. Der Athlet war daraufhin seine Medaille los, sechs Kampfrichter verloren ihre Jobs und Primo Nebiolo seinen Posten als Chef des italienischen Verbands. Präsident des Leichtathletik- Weltverbandes ist Nebiolo selbstverständlich bis zu seinem Tode geblieben.</p>
<p>Die Frage ist nun, was einen Sportsmann dazu treibt, alle Regeln des Anstands zu vergessen – und im Rahmen einer akuten Amnäsie die Regeln seines jeweiligen Verbandes dazu. Zunächst scheint es, erstaunlicher Weise, ein Ausbildungsproblem zu sein. Wer das Schiedsrichtern, wie im Eiskunstlauf, lernt, indem er andere Schiedsrichter kopiert und von diesen dann später selbst bewertet wird, der übernimmt zwangsläufig deren Eigenheiten. ”Preisrichter-Klonen”, hat der Autor Jon Jackson diesen Prozess genannt, den er selbst durchlief: ”Auf diese Weise erschafft man die gleichen schlechten Angewohnheiten, die vorher schon existierten.” Später, so schreibt Jackson, lerne der Preisrichter-Neuling dann, wie wichtig es sei, ”das Spiel” mitzuspielen, also so zu werten, dass er nicht durch extravagante Notengebung auffällt unter den Kollegen. Nur wer das Spiel beherrsche, wer die neuesten Informationen in der Szene kennt, wer nicht aus der Rolle fällt, dürfe auf eine Beförderung hoffen, um auch auf internationaler Ebene eingesetzt zu werden. Ist dieser Ausbildungsweg abgeschlossen, kommen die kleinen und die größeren Verlockungen hinzu – und schlimmstenfalls die kleinen und größeren Erpressungen. Das Schiedsrichterwesen ist in den meisten Sportarten – ob Turnen, Boxen oder Rhythmische Sportgymnastik – im ehrenamtlichen Bereich verankert.</p>
<p>Im Eiskunstlauf zum Beispiel gelten die Preisrichter als die letzten Niedriglohnempfänger in einem globalen Millionen-Dollar-Geschäft. Vergolten wird ihre Arbeit, neben den gängigen Aufwandsentschädigungen, mit Vergünstigungen, etwa einer Unterkunft und Verpflegung, die häufig ein paar Sterne besser ist als die der Athleten. Nicht jedem fällt es da leicht, im Ernstfall auf derartigen Luxus zu verzichten – etwa indem er sich durch eine eigenständige, faire und deshalb möglicherweise unkooperative Wertung in seinem Verband entbehrlich macht. Je nach Herkunftsland und Sportart kann das Schiedsrichter- Honorar bis zu mehreren Durchschnitts-Monatslöhnen entsprechen. Wer wird das gern riskieren? Wie groß das Dilemma sein kann, hat Andrew Jennings am Beispiel des marokkanischen Box-Punktrichters Hiouad Larbi verdeutlicht. Larbi gehörte zu jenen drei Experten, die 1988 in Seoul den US-Amerikaner Roy Jones um Olympiagold brachten. Ein Landsmann erzählte später, dass Larbi als Lehrer in Marokko arbeite und einer seiner Vorgesetzten zufällig ein AIBA-Funktionär und Freund koreanischer Geschäftsleute sei. Und dass es nicht viel bedürfe, um eine Lehrerstelle neu zu besetzen.</p>
<p><strong><em>”Ich will, dass du auch für mich etwas tust”</em></strong></p>
<p>Es ist selbstverständlich unrichtig, ungerecht und unverantwortlich, alle Preis-, Ring-, Punkt-, Kampf- und sonstigen Schiedsrichter unter einen Generalverdacht zu stellen. Sowohl in der AIBA als auch im Eislauf-Weltverband ISU arbeiten honorige und aufrechte Fachleute, die immun sind gegen jede Manipulation. Ebenso unrichtig und ungerecht wäre es zu verschweigen, dass honorige und aufrechte Fachleute die AIBA und die ISU verlassen haben, weil sie den Kampf gegen die Manipulation verloren. Unrichtig und unverantwortlich wäre es auch, den Fakt zu ignorieren, dass in diesen Verbänden stellenweise ein Klima herrscht, das Tricks und Täuschung, Gier und Arglist fördert. Dieser leichte Fäulnisgeruch der Korruption zieht Leute an, denen es um mehr geht als um einen Toeloop oder Upper Cut. Es geht ihnen auch um mehr als einen ersten oder zweiten Platz bei einem x-beliebigen sportlichen Wettbewerb. Es geht um Geschäfte etwas größerer Dimensionen.</p>
<p>Dies verdeutlicht ein Telefon-Protokoll aus den Akten internationaler Mafia-Ermittler. Es stammt vom 12. Februar 2002, dem Tag nach der olympischen Paarlauf-Kür von Salt Lake City:</p>
<blockquote><p>Chevalier: ”Ich rufe dich an, damit du die Mutter oder den Vater von (Marina &#8230;) benachrichtigen kannst. Alles wird jetzt gut gehen, weil die Franzosen sie dank ihrer Wertung zu Siegern gekürt haben &#8230; Es ist geschehen, es ist geschehen. Selbst wenn die Kanadier zehnmal besser waren, die Franzosen haben ihnen mit ihrer Wertung den ersten Platz gegeben. Verstehst du?”</p>
<p>Verdächtigter: ”Ah-ah.” Chevalier: ”&#8230; und das ist mehr wert als Geld&#8230;” Chevalier: ”&#8230; Gib ihr meine russische Nummer. Sag ihr, sie soll mich über Moskau anrufen.” Verdächtigter: ”Okay &#8230;” Chevalier: ”&#8230; Ich werde es noch mal kurz erklären: Marina, ich tue es für Alek, aber ich will, dass du auch für mich etwas tust.” Verdächtigter: ”Nein, nein, das arme Kind. Sie kann für mich nichts tun.” Chevalier: ”Wenn sie es ihm wenigstens erzählen würden.” Verdächtigter: ”Sie haben mit ihm geredet, er konnte nichts tun. Marina hat darunter gelitten. Sie hätte alles getan, aber sie konnte nicht. Der Präsident hat viel versprochen, aber nichts getan, verdammt.” Chevalier: ”Der Eislauf-Präsident?” Verdächtigter: ”Ja, er hat mit einem Assistenten von Chirac studiert. Verstehst du?”</p></blockquote>
<p>Der Telefonmitschnitt hatte anfangs wohl auch die Ermittler der italienischen Polizei und des FBI überrascht. Denn überwacht hatten sie den Verdächtigten, der als Alimsan Tochtachonow identifiziert wurde, nicht wegen des Eislauf-Skandals der Olympischen Spiele in Salt Lake City. Sondern im Rahmen einer groß angelegten europäischen Aktion gegen die Russen-Mafia, der Aktion ”Spinnennetz”. Wer sich hinter seinem Gesprächspartner, dem gewissen Chevalier verbarg, blieb unklar. Leichter war es, eine Verbindung zwischen der angesprochenen ”Marina” und jener russisch-stämmigen Französin Marina Anissina herzustellen, die sechs Tage nach dem Telefonat Eistanz- Olympiasiegerin wurde. Denn laut den Ermittlern existierten auch der Mitschnitt eines Gesprächs zwischen Tochatchunow und einer namentlich nicht genannten französischen Eistänzerin. Auch die Mutter der Athletin hat mit Tochtachunow geplaudert. Marina Anissina wies alle Verdächtigungen empört von sich: Sie und ihr französischer Eistanz- Partner hätten keine fremde Hilfe nötig gehabt, um Olympiagold zu gewinnen, alles andere sei verleumderisch.</p>
<p>Tochtachunows Anwalt erklärte die Vorwürfe nach der Festnahme seines Mandanten im Sommer 2002 in Venedig zur Farce. Der französische Eisverbands-Präsident, Didier Gailhaguet, bestritt ebenfalls jeglichen Kontakt zu Tochtachunow während der Spiele: Er habe sich nur zwei Jahre zuvor einmal mit ihm getroffen, damals sei es um die Partnerschaft für einen Pariser Eishockey-Klub gegangen. Die Vorliebe für französische Lebensart hatte sich Tochtachunow offenbar bewahrt: Denn die US-Behörden warfen ihm vor, dass er Manipulationen der beiden olympischen Wettbewerbe vor allem mit einem Ziel betrieben habe: einen französischen Pass zu ergattern. Vielleicht erklärt dieser Umstand, weshalb die französische Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne am Abend nach der Paarlauf-Entscheidung so hysterisch klagte, dass keiner eine Ahnung habe, unter welchem Druck sie stehe.</p>
<p><em><strong>Geldwäsche, Drogenhandel, illegales Wettspiel</strong></em></p>
<p>Der in Usbekistan geborene Tochtachunow besaß immerhin einen israelischen Pass. Seine internationale Laufbahn hatte er Anfang der Neunziger Jahre in Köln begonnen, wo er in der Nieler Straße lebte, offiziell als selbstständiger Kaufmann. Inoffiziell, so enthüllte die Berliner Zeitungxii, war er Kontaktmann für Mafiosi aus dem ehemaligen Sowjetreich, die in Westeuropa ankamen. Seit 1993 war er auf der Flucht, in Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien. In Ermittlungsakten wird er mit allerlei Dingen in Verbindung gebracht, die primär nichts mit Eiskunstlauf zu tun haben: Geldwäsche, Drogenhandel, illegales Wettspiel. Wie er sein Spiel damals in Salt Lake City trieb, ist nicht bis in die Einzelheiten geklärt. Tochtachunow wurde nicht, wie vom FBI verlangt, ausgeliefert in die USA, sondern zehn Monate nach seiner Verhaftung im Juni 2003 auf freien Fuß gesetzt. Er hatte vor dem höchsten italienischen Berufungsgericht gegen die Auslieferung geklagt. Bei seiner Rückkehr nach Moskau wurde er noch einmal vernommen, dann verlieren sich die Spuren.</p>
<p>Interessant ist, dass Tochtachunow noch mehr Bekannte im Sport hatte als den ehemalige französischen Eislauf-Verbandspräsidenten Didier Gailhaguet. Der frühere russische Tennisprofi Jewgeni Kafelnikow zum Beispiel bezeichnete Tochatchunow als seinen Freund. Wundert es da, dass der usbekische Eistanzliebhaber auch Kontakte zum Amateur-Boxverband AIBA hat, und zwar zu einem Landsmann, der nicht besser beleumundet ist, als er selbst: Gafour Rachimow? Rachimow ist einer jener Ehrenämtler, dem die Australier zu den Olympischen Sommerspielen in Sydney die Einreise verweigerten, was weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Zwar war er damals Mitglied des Exekutivkomitees der AIBA und Chef der so genannten Business-Kommission, die die vom IOC überwiesenen Dollarbeträge verwaltet. Aber die Behörden ordneten den usbekischen Intimus des Box-Präsidenten Anwar Chowdhry doch eher als ”Gefahr für die Sicherheit des australischen Volkes ein”. Die Experten für organisierte Kriminalität haben sich eingehend mit ihm beschäftigt, das FBI führte ihn sogar mit einem Bild in seiner Kartei, und russische Ermittler sagen über den Baumwoll-Zaren unter anderem, dass kein Geschäft in Usbekistan eingefädelt werden können ohne seine heimliche Zustimmung.</p>
<p>Der usbekische Boxsport jedenfalls nahm unter Gafour Rachimows Patronage einen ungeahnten Aufschwung. Immer häufiger profitierten die Athleten aus Usbekistan von dubiosen Urteilen der Punkterichter. Bei der Weltmeisterschaft in Budapest 1997 etwa besiegte der 19-jährige Ruslan Schagajew den Kubaner Felix Savon, einen fünfmaligen Weltmeister und zweimaligen Olympiasieger, einen der besten Boxer der Geschichte, mit einer Wertung von erstaunlichen 14:4. Dass dem Usbeken Schagajew später der Sieg wieder aberkannt werden musste, lag allerdings nicht daran, dass die Agentur Reuters um die Welt gekabelt hatte: ”Savon war das Opfer dubioser Schiedsrichter- Entscheidungen.” Vielmehr fanden US-Journalisten heraus, dass der Amateur- Weltmeister Schagajew zuvor zweimal als Boxprofi angetreten war. Vergeblich hatte Rachimow persönlich beim damaligen AIBA-Generalsekretär Karl-Heinz Wehr interveniert, um die Titel-Aberkennung zu unterbinden; vergeblich blieb auch der Bestechungsversuch des usbekischen Funktionärs Wladimir Schin.xiv Zwei Jahre später wurde die kubanische Boxstaffel um Felix Savon in Houston ein weiteres Mal betrogen. Diesmal unterlag der dreimalige Weltmeister im Weltergewicht, Hernandez, dem Russen Gaidalow umstritten nach Punkten. ”Vier unserer Boxer wurden benachteiligt”, klagte der kubanische Delegationsleiter: ”Unsere Proteste wurden vom AIBA-Präsidenten Anwar Chowdhry nicht zur Kenntnis genommen, wir ziehen nunmehr die Konsequenz.”xv Kuba zog am ersten Finaltag die gesamte Mannschaft zurück. Die WM hatte ihren Eklat. Geändert hat sich seitdem: nichts.</p>
<p><em><strong>”Immer schön bei der Wahrheit bleiben”</strong></em></p>
<p>Die Ring- und Punktrichter werden in internationalen Wettbewerben noch immer am liebsten von Chowdhry und Konsorten persönlich ausgewählt. Eine offene Wertung, wie das IOC sie fordert, gibt es nicht. Vor Ende des Kampfes weiß das Publikum nur dann, wer in Führung liegt, falls dessen Gegner zufällig, k.o. geschlagen, alle Viere von sich streckt. Ob der Fakt, dass das IOC die Zuschüsse eingefroren hat, zur Disziplinierung taugt, ist noch unklar. Die AIBA sei dabei, eine Software zur Auswahl der Schiedsrichter zu entwickeln, ließ Chowdhry kürzlich verlautenxvi. Dabei sagen seine Kritiker, es würde schon reichen, er hielte die Besten nicht absichtlich zurück. Mit der offenen Wertung, teilte Chowdhry hingegen bekümmert mit, habe die AIBA vor zehn Jahren leider traurige Erfahrungen gemacht: ”Die Punktrichter ließen sich von der laufenden Wertung beeinflussen und benachteiligten die Boxer, die in früheren Runden zurücklagen.”</p>
<p>Dennoch kündigte die AIBA nun an, dass sie bei Nachwuchs-Wettbewerben die Wertungen schon im Kampf an einer Anzeigentafel öffentlich machen wolle; dieses neue System sei ein Experiment im Hinblick auf künftige Olympia-Kämpfe. Von einer Neuerung allerdings, so merken die Verfasser des kritischen Newsletters Boxing-special unter dem Titel ”Immer schön bei der Wahrheit bleiben” süffisant an, könne keine Rede sein. Das System sei schon 1992 in Barcelona erfolgreich angewandt worden: ”Das gelang, weil Herr Chowdhry, der immer ein Gegner der offenen Wertung war, in der Vorbereitung der Spiele erkrankte.”</p>
<p>Der vom Italiener Bruno Grandi geführte Turn-Weltverband FIG war bei der Reformierung seines manipulationsanfälligen Wertungssystems weniger zögerlich. Im November 2005 wurde ein neues Regelwerk vorgestellt, dessen wichtigste Neuerung die Abschaffung der Höchstnote 10,0 darstellte. Ein A-Kampfgericht addiert seitdem bei jedem Athleten die Punkte für die schwierigsten neun Elemente einer Kür; ein B-Kampfgericht summiert die Abzugspunkte. Gewonnen hat der Turner mit der Höchstpunktzahl – es sei denn es gibt Einsprüche. Die Argumente muss jemand, der sich betrogen fühlt, nun allerdings vor Ende der Kür des jeweils nächsten Turners vorgelegt haben. Wer nicht ganz so schnell im Kopfrechnen ist, hat seinen Einspruch möglicherweise schon verspielt.</p>
<p>Noch schneller als die Turnbrüder hatte Ottavio Cinquanta, Chef des Eislauf- Weltverbandes ISU, die Reform des Wertungssystems durch die Gremien gepeitscht. Kaum hatten die ersten IOC-Mitglieder dem Eistanz nach Skate-Gate mit dem Rauswurf aus dem Olympischen Programm gedroht, sah Cinquanta seine eigene IOC-Karriere gefährdet. Schon vier Monate nach den Winterspielen legte er auf dem Kongress in Kyoto seine neuen Bewertungsrichtlinien vor. Und während die Delegierten noch glaubten, Cinquanta habe sie lediglich über ein Übergangsprojekt abstimmen lassen (”It’s not a rule. It’s not a rule. It’s a project!”), wurden die neuen Regeln schon Schritt für Schritt installiertxviii. Bei der WM 2004 wurde letztmals die 6,0 als Höchstnote vergeben, bei der WM 2005 in Moskau war das neue Computer-System bereits fest implementiert.</p>
<p><strong><em>”Noch mehr Schutz für Ungerechtigkeiten”</em></strong></p>
<p>Die Neuerungen im Eiskunstlauf sind allumfassend: Jeder Preisrichter ist mit einem Touchscreen-Bildschirm ausgerüstet. Aber nicht mehr jeder Preisrichter wertet mit; ein Zufallsgenerator bestimmt vor dem Wettkampf, welche neun von 14 Juroren das Panel bilden. Für den technischen Wert eines Läufers werden einzelne Elemente und Sprünge nun separat bewertet und die Punkte zum Schluss addiert. Für den künstlerischen Ausdruck gibt es ebenfalls Punkte. Sieger ist logischerweise, wer die meisten Punkte hat. Das klingt einleuchtend und wäre es auch, hätte die ISU sich nicht gegen eine offene Wertung entschieden. Die ISU sichert ihren Preisrichtern seit Skate-Gate aber absolute Anonymität zu. Niemand weiß mehr, wie die französische Preisrichterin im Zweifelsfall gewertet hat – nicht der Athlet, nicht die Zuschauer, nicht einmal die Preisrichterkollegen. ”Keiner muss mehr Verantwortung für seine Noten übernehmen”, kritisierte Sally Stapleford, die langjährige Vorsitzende der technischen Kommission der ISU, die 2002 im West Coast Hotel Augenzeugin war von Madame Le Gougnes Geständnis: ”Damals wussten wir, für wen Le Gougne gestimmt hatte. Und sie wusste, dass sie sich vor den Kollegen rechtfertigen musste. Heute weiß keiner mehr etwas.”</p>
<p>Die ISU verteidigt die anonyme Wertung damit, dass nun kein Juror von außen mehr unter Druck gesetzt werden könne. Jon Jackson, ein weitere Augenzeuge von Salt Lake City, sagte indes: ”Das bedeutet noch mehr Schutz für alle Ungerechtigkeiten.” Transparenz sieht anders aus. Wird sich also Skate-Gate nicht mehr wiederholen? Das lässt sich leider nicht behaupten, denn einen Teil der Schuldigen hat die ISU nie zur Rechenschaft gezogen – und zwar den russischen Teil der Verschwörung. Zwar wurde die Französin Marie-Reine Le Gougne drei Jahre als Preisrichterin gesperrt. Den damaligen französischen Verbandspräsidenten Didier Gailhaguet bannte die ISU ebenfalls drei Jahre. Eine Verfehlung von russischer Seite aber hat ISU-Chef Cinquanta niemals erkennen wollen: Weder in Salt Lake City nach dem Geständnis Le Gougnes (”Es war ein Deal mit den Russen!”). Noch bei der Verhandlung in Lausanne, bei der ihm die Protokolle der Zeugen Jackson, Stapleford und des Oberschiedsrichters des Olympia-Paarlaufwettbewerbs, des US-Amerikaners Ron Pfenning, vorlagen. Und offenbar auch nicht nach der Verhaftung Tochtachunows. Die Rolle der russischen Eiskunstlauf-Funktionäre wurde niemals untersucht.</p>
<p>Sie machten statt dessen stramm Karriere. Beim ISU-Kongress in Kyoto, wo auch die Anonymitätswertung abgesegnet wurde, wählten die Delegierten die aufrechte Britin Stapleford aus dem Amt. Stattdessen wurde ein gewisser Alexander Lakernik zum Vorsitzenden des wichtigen Technischen Komitees gewählt. Lakernik war der russische Assistent des Oberschiedsrichters in Salt Lake City – wo er selbstverständlich die Russen vorn gesehen hatte, nicht die fehlerlosen Kanadier. Außerdem wurde Wladislaw Petschukow ins Technische Komitee befördert: Der ukrainische Sportsfreund gehörte, wie Le Gougne, zu jener Fünferbande, die den Kanadiern ursprünglich die Goldmedaille raubte.</p>
<p><strong><em>Mord in Moskau</em></strong></p>
<p>Für die Skate-Gate-Zeugen Jackson, Stapleford und Pfenning war die Zeit der Pirouetten hingegen bald vorbei. Unzufrieden mit der Aufarbeitung des Skandals durch die ISU hatten sie 2003 einen Gegen-Weltverband gegründet (WSF), der auf Unterstützung von Eislauf-Größen wie Katarina Witt, Scott Hamilton und der kanadischen Paarläufer Sale/Pelletier bauen konnte. Das IOC aber verweigerte dem Gegenverband die Anerkennung, der Protest lief ins Leere. Die ISU bestrafte die Abtrünnigen mit Ausschluss auf Lebenszeit; dagegen war Le Gougne mit drei Jahre Sperre weit glimpflicher davongekommen.</p>
<p>Und das Ende der Geschichte? Anwar Chowdhry, 82 Jahre alt, wird 2006 vermutlich erneut für das Amt des AIBA- Präsidenten kandidieren. Er steht seit nunmehr zwanzig Jahren für eine Kontinuität der Korrumpierbarkeit im Amateurbox-Weltverband. Marie Reine Le Gougne, ehemalige französische Preisrichterin, hat kürzlich zu der von ihr manipulierten olympischen Paarlauf-Entscheidung Stellung genommen: ”Es war nicht vergeblich, wenn es dem Eiskunstlauf zu einer Revolution verholfen hat.” Der französische Eislauf-Verband bestätigte im April 2006, dass er damit rechnet, dass Le Gougne sich im Sommer zur Wahl des Verbandspräsidenten stellt. Chevalier Nusujew, ehemaliger Präsident der russischen Jugendsportföderation, wurde am 29. August 2005 rein zufällig erschossen, als er ein Restaurant in Moskau verließxx. Nusujew wurden Verbindungen zu dem angeblichen Mafiosi Alimsan Tochtachunow nachgesagt. Nusujew soll jener Mann gewesen sein, mit dem sich der Sportkamerad Tochtachunow am 12. Februar 2002 am Telefon so fachmännisch unterhalten hat.</p>

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		<title>Christer Ahl: Hassan Moustafa and the priority of personal enrichment</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 21:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[by Christer Ahl,
former chairman of the IHF Playing Rules and Referees Commission
Last weekend the German magazine ‘Der Spiegel’ has revealed that Hassan Moustafa, president of the International Handball federation (IHF) had been under a personal contract with the Sportfive marketing agency, with a remuneration of 602,000 Euro, during a period for which Sportfive had won [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>by Christer Ahl</strong>,<br />
<em>former chairman of the IHF Playing Rules and Referees Commission</em></p>
<p>Last weekend the German magazine ‘Der Spiegel’ has revealed that Hassan Moustafa, president of the International Handball federation (IHF) <a title="Hassan Moustafa, Handball, Sportfive, Lobbyismus und Korruption" href="http://jensweinreich.de/?p=6273" target="_self">had been under a personal contract with the Sportfive marketing agency</a>, with a remuneration of 602,000 Euro, during a period for which Sportfive had won a contract with the IHF for the TV rights to all IHF events. ‘Der Spiegel’ had obtained a copy of the contract between Moustafa and Sportfive, and also a confirmation directly from Moustafa.</p>
<p>Clearly, for Mr. Moustafa to obtain a very vague, but lucrative personal contract from Sportfive while at the same time the IHF is selling its valuable TV rights to the very same company, in a competitive bid situation, smacks of conflict of interest, to put it mildly. That some observers will take it a step further and start talking about kick-backs is rather understandable, especially as they feel that Moustafa has shown over the years that he has no understanding of, or regard for, the concept of ‘conflict of interest’. This remarkable state of affairs was picked up by handball media around the world, for instance in the major handball web site ‘Handball-World’.</p>
<p><img align="right" vspace="5" hspace="5" class="alignright size-full wp-image-6371" title="Christer Ahl, 2009, (c) Play the Game" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/christer-ahl-2009.jpg" alt="" width="266" height="400" />Not surprisingly, the IHF president found it necessary to try to counter these damning reports. On January 26, the IHF issued a press bulletin regarding the Spiegel report to back up statements the president had made.</p>
<p>This press bulletin, however, was only provided to German news outlets, and has not been posted on the IHF website.</p>
<p>The impression is that the IHF avoids giving its own press bulletin too much publicity, in an attempt to keep the exposure of the whole matter as limited as possible. This does not tend to be the methods of someone who has nothing to hide.</p>
<p>But the key points of the press bulletin are worth noting: in the face of the existing evidence, the president does not attempt to deny the existence of the lucrative contract.</p>
<p><strong>Instead, he tries to downplay the issue with rather hilarious arguments.</strong></p>
<p>For instance, “he was at this time primarily a businessman with a Cairo-based company, with which Sportfive had obtained a contract, and his position with the IHF was in any event just an honorary one.”</p>
<p>Well, while the president may feel that this attempt to portray his relative priorities may provide some kind of excuse, it all too well reflects precisely what his critics have said about the priority he has given to personal enrichment, in contrast to his treating the development of world handball as a small matter on the side.</p>
<p>It is also somewhat amusing that the press bulletin closes with the comment that the “the IHF has come to the conclusion that Moustafa in all respects has acted correctly”.</p>
<p><span id="more-6369"></span>I think it is universally understood that an IHF Media Officer will describe an ‘IHF conclusion’ in the way that the autocratic president orders it to be described… The typical reactions of knowledgeable people to both the initial revelations and the attempt at a rebuttal are well captured in the web site of the well-known German investigating journalist Jens Weinreich, who also criticizes sports media in handball-crazy Germany for not giving the matter quicker and more prominent coverage.</p>
<p>An interesting twist to the whole story is that the Director of Sportfive during the period through 2009, when Sportfive had both the IHF TV rights and the personal services contract with Moustafa, was a Robert Mueller von Vultejus, who has since abandoned Sportfive in favor of a rival entity, UFA Sports, a subsidiary of the important German media group RTL. UFA Sports, which was established as recently as in 2008, was in early 2009 ready to jump into the competition for the IHF TV rights for the new quadrennial 2010-13.</p>
<p>Somewhat to the surprise of the sports media world, UFA managed to beat out Sportfive and other competitors and gained the rights for 2010-13. These results were announced in connection with the IHF Congress in June 2009.</p>
<p><strong>At the time, it may simply have seemed that this ‘coup’ could be ascribed to the experience acquired by Mueller von Vultejus when dealing with the IHF while at Sportfive.</strong></p>
<p>But after the most recent revelations, the new regime at Sportfive is perhaps beginning to wonder if there’s more to the story as they have indicated that they are now examining the events involving Sportfive’s relationship with the IHF and Moustafa. They are bound to be asking if their former Director brought his questionable practices with him to his new company and therefore whether the bidding was really won fairly by UFA, as now is being forcefully claimed by Mueller von Vultejus.</p>
<p><strong>Perhaps the bidding was not as ‘sealed’ and confidential as it should have been!?</strong></p>
<p>Persons connected with the IHF who are familiar with the process would understandably be unwilling to risk their situation by speaking openly, but it would not come as a shock if one day it came out in the public that UFA had indeed been given a chance to ensure that they had the winning bid&#8230;</p>
<p>Finally, on a personal note, I would like to say that it is painful to have reasons to keep writing negative things about the IHF. But my loyalty is to handball, its image and success, and to the people who work in an honest and selfless way for handball, not to the IHF and its current regime.</p>
<p><em>Crossposting von <a title="Interview mit Christer Ahl" href="http://teamhandballnews.com/comment-n762.html" target="_blank">teamhandballnews.com</a> mit freundlicher Genehmigung von Christer Ahl</em></p>
<ul>
<li>Christer Ahl <a title="tag Christer Ahl" href="http://jensweinreich.de/?s=christer+ahl" target="_self">hier im Blog</a></li>
<li><a title="Vita Christer Ahl" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/author-profile/christer-ahl.html" target="_blank">Kurzbio</a> von Christer Ahl</li>
<li>Vortrag von Christer Ahl auf der Konferenz <a title="tag: Play the Game" href="http://jensweinreich.de/?cat=12" target="_self">Play the Game</a> 2009 in Coventry: &#8220;<a title="Vortrag Play the Game 2009" href="http://www.playthegame.org/uploads/media/Christer_Ahl_-_World_handball_hi-jacked.pdf  " target="_blank">World Handball hi-jacked by its president: structural problems, scandals and an urgent need for change</a>&#8220;</li>
</ul>

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		<title>Hassan Moustafa, Handball, Sportfive, Lobbyismus und Korruption</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 21:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu meinen Lieblingsgästen hier im Blog zählt der altruistische Pharao Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF. Unermüdlich werkelt er für das Wohl seines Sports, für das Wohl der Familie und &#8211; wer will es ihm verübeln &#8211; auch ein bisschen für das eigene Konto. Bevor ich einige Gedanken zur Enthüllung von Michael Wulzinger im Spiegel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu meinen Lieblingsgästen hier im Blog zählt der altruistische <a title="Beiträge zum Pharao" href="http://jensweinreich.de/?cat=258" target="_self"><strong>Pharao Hassan Moustafa</strong></a>, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF. Unermüdlich werkelt er für das Wohl seines Sports, für das Wohl der Familie und &#8211; wer will es ihm verübeln &#8211; auch ein bisschen für das eigene Konto. Bevor ich einige Gedanken zur <a title="SpOn: Moustafa hatte Geheimvertrag mit Vermarktungsagentur" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673558,00.html" target="_blank">Enthüllung von Michael Wulzinger im Spiegel</a> äußere, schlage ich vor, wir hören den Pharao. Denn er hat mir ja nicht nur einmal erklärt, dass es im Sport keine Korruption gibt, ganz einfach, weil der Sport immer sauber ist.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2010/01/27/hassan-moustafa-handball-sportfive-lobbyismus-und-korruption/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Wer mag, kann gern <a title="Umfrage unter Sportfürsten: Braucht der Sport eine WACA?" href="http://jensweinreich.de/?cat=1205" target="_self">die sechs Teile meiner Umfrage</a> unter Weltverbandspräsidenten und IOC-Mitgliedern nachhören (und anschauen). <strong>Es galt, die Frage zu beantworten, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht?</strong></p>
<p>Doch zurück zum Pharao.  Die <a title="SpOn: Moustafa hatte Geheimvertrag mit Vermarktungsagentur" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673558,00.html" target="_blank">Spiegel-Geschichte</a> in Kurzfassung, demnächst wird der gesamte Text aus dem aktuellen Heft ja online verfügbar sein:</p>
<blockquote><p>Hassan Moustafa, der Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hatte über seine nahe Kairo ansässige Firma Sport Group einen geheimen Beratervertrag mit der Sportvermarktungsagentur Sportfive. Demnach zahlte das Hamburger Unternehmen, das bis zum 31. Dezember 2009 die Fernsehrechte des Welthandball-Verbandes verwertete und bis dahin der mit Abstand wichtigste Geschäftspartner der IHF war, dem Spitzenfunktionär <strong>von Oktober 2007 bis zum 31. Dezember 2009 für seine Lobbyistendienste 602.000 Euro</strong>. Mindestens die Hälfte dieses Honorars wurde Moustafa auf ein Privatkonto bei einer Filiale der Bank BNP Paribas in der ägyptischen Stadt Gizeh überwiesen.</p>
<p>Wie es in dem Vertrag heißt, der dem SPIEGEL vorliegt, sollte Moustafa seine &#8220;guten Beziehungen zu Sportorganisationen und ihren Entscheidungsträgern&#8221; sowie zu Mediengesellschaften exklusiv für die kommerziellen Interessen von Sportfive nutzen. Zudem sollte Moustafa Sportfive &#8220;nach besten Kräften in seiner Anstrengung unterstützen, sich die Vermarktungsrechte an bedeutenden Veranstaltungen zu sichern&#8221;.</p></blockquote>
<p>Einige Anmerkungen:</p>
<p><strong>1)</strong> Interessant (oder doch eher wieder typisch) ist zunächst, dass die Enthüllung &#8211; und ich nenne es Enthüllung, wenn ein solcher Vertrag öffentlich wird &#8211; vorab am 23. Januar 2010 veröffentlicht wurde. Deutsche Nachrichtenagenturen haben aber, wenn ich mich nicht täusche, erst am 25. Januar um 9.40 Uhr (SID) bzw. 17.31 Uhr (dpa) darüber berichtet. Hallo? Ich meine, hier geht es nicht um eine beliebige Kleinigkeit, sondern um einen Präsidenten eines olympischen Weltverbandes, um einen vorbelasteten Sportkameraden, der in einer urdeutschen Sportart sein Unwesen treibt, für etliche Skandale und korruptive Umtriebe verantwortlich ist und mächtig abkassiert.</p>
<p>Aber die Zurückhaltung deutscher Agenturjournalisten kann neben allgemeinem Desinteresse an derlei brisanten Themen natürlich auch mit Anordnungen zusammenhängen :), die Stefan Niggemeier gerade dokumentierte: &#8220;<a title="Stefan Niggemeier: Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" target="_self">Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch</a>&#8221;</p>
<p>Nein, ernsthaft: Es liegt ein Vertrag zwischen Moustafa und dem Rechteverwerter vor, den beide Seiten bestätigen, also auch der frühere Sportfive-Geschäftsführer und heutige Ufa Sports-Chef Robert Müller von Vultejus.</p>
<ul>
<li>Sportfive = alter IHF-Vermarkter.</li>
<li>Ufa Sports = neuer Sportvermarkter (Vertrag <a title="Wellnessprogramm für die Sportfamilie" href="http://jensweinreich.de/?p=3928" target="_self">2009 vergeben</a>, Laufzeit 2010-2013, Volumen 60 Millionen Franken).</li>
</ul>
<p>Da gibt es nur eins: Die Geschichte ist zu vermelden. Sie hat Relevanz, und zwar beträchtliche Relevanz.</p>
<p><em>(Wie das mit Vermarktungsverträgen, Bietern und denjenigen, die Verträge vergeben, oftmals läuft, <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://jensweinreich.de/?p=5993" target="_self">habe ich sehr ausführlich hier beschrieben</a>.)</em></p>
<p><strong> 2)</strong> Der Vorgang beweist einmal mehr, wie lächerlich irrelevant die so genannte IOC-Ethikkommission ist. Und wie großzügig das IOC noch unter dem selbst ernannten Null-Toleranz-Präsidenten Jacques Rogge agiert. Daran ändert der Umstand nicht, dass das IOC neuerdings behauptet, <a title="Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?cat=171" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, der in der Familie <a title="Jean-Marie Weber: Ich habe nicht Illegales getan!" href="http://jensweinreich.de/?p=4000" target="_self">nie etwas Illegales getan hat</a> und der nach wie vor für etliche IOC-Mitglieder, deren Verbände und Sportarten arbeitet (Fußball, Leichtathletik etc.), werde <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/Rogge_bans_the_Bagman/rogge_bans_the_bagman.html" target="_blank">nicht mehr zu IOC-Veranstaltungen akkreditiert</a>. (Ich werde mir das in Vancouver anschauen.)</p>
<p><strong>3)</strong> Der Vorgang beweist, dass die von der ISL einst geprägte Praxis des Geben und Nehmen noch immer an der Tagesordnung ist. Wie sagten einst Manager des ISL-Konzerns, der &#8211; nur das wissen wir &#8211; <a title="The ISL bribery system ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">138 Millionen Schweizer Franken Bestechungsgeld</a> an hohe Sportfunktionäre gezahlt hat?</p>
<p>Im ISL-Prozess sagte der ehemalige <a title="Deutschlandfunk: Krumme Geschäfte mit dem Sport" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/" target="_blank">ISL-Finanzchef Hans-Jürg Schmid</a> vor Gericht:</p>
<blockquote><p>„Das ist, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die sich dran halten.“</p></blockquote>
<p>ISL-Vorstand Christoph Malms erklärte damals:</p>
<blockquote><p>„Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts. Ohne das geht es nicht.“</p></blockquote>
<p>In den Prozessunterlagen finden sich etliche andere Aussagen und Beweise. Dies soll heute genügen.</p>
<p><strong>4)</strong> Gemäß dpa von heute (&#8220;<a title="FTD" href="http://www.ftd.de/sport/sportmix/handball/:ihf-praesident-moustafa-weist-vorwuerfe-zurueck/50065391.html" target="_blank">Moustafa weist Vorwürfe zurück</a>&#8220;) hat die IHF inzwischen ein Statement abgegeben, das ich aber weder online finde, noch kann mir ein Kollege, der zurzeit bei der Handball-EM ist, mit einem Schriftstück aushelfen (ich denke, das Original trage ich bald nach). Die dpa schreibt:</p>
<blockquote><p>Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hat Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte zurückgewiesen. Bei dem Vertrag zwischen dem ehemaligen IHF-Sport- und Fernsehrechte-Vermarkter Sportfive und der Firma Sport Group aus Kairo handele es sich um eine &#8220;normale geschäftliche Verbindung&#8221;, betonte der 65-Jährige in einer Verbandsmitteilung am Dienstag. Diese Zusammenarbeit sei Moustafa als Inhaber der Firma eingegangen, und dies habe &#8220;absolut nichts&#8221; mit seiner Funktion als IHF-Präsident zu tun. Zugleich erhielt er Rückendeckung durch den Verband. Die IHF sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Moustafa in allen Belangen korrekt verhalten habe.</p></blockquote>
<p>Ich will das gern auseinandernehmen. Andere werden das demnächst ebenfalls tun, zum Beispiel <a title="www.teamhandballnews.com" href="http://teamhandballnews.com/index.php" target="_blank">Christer Ahl</a>, langjähriger IHF-Schiedsrichterchef, der aus Protest gegen die Machenschaften Hassan Moustafas zurückgetreten ist.</p>
<ul>
<li>&#8220;Angeblich fragwürdig&#8221;? Ein Witz.</li>
<li>&#8220;Normale geschäftliche Verbindung&#8221;? In dieser Branche ja.</li>
</ul>
<p>Tatsächlich aber ist das der <a title="Definition und Formen von Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self">Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil</a> &#8211; und erfüllt damit exakt die <strong>Korruptions-Definition</strong> von Transparency International.</p>
<p>Soviel Klarheit sollte sein. <strong>Korruption ist und bleibt ein illegaler Deal.</strong></p>
<p>Ich finde, das hätte auch im Spiegel besser herausgearbeitet werden können.</p>
<p><strong>5)</strong> Strafrechtlich könnte die Sache für Vermarkter (Sportfive, Ufa Sports) und die entsprechenden Rechtehändler, die Unschuld beteuern, schon noch interessant werden. Ich sage nur: Siemens. Hier mal ein Auszug aus dem Strafgesetzbuch:</p>
<blockquote><p><strong>§ 299 Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr<span id="more-6273"></span><br />
</strong></p>
<p>(1) Wer als Angestellter oder Beauftragter eines geschäftlichen Betriebes im geschäftlichen Verkehr einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er einen anderen bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen im Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs einem Angestellten oder Beauftragten eines geschäftlichen Betriebes einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er ihn oder einen anderen bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen in unlauterer Weise bevorzuge.</p>
<p>(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Handlungen im ausländischen Wettbewerb.</p></blockquote>
<p>Wer selbst in den <a title="Strafgesetzbuch" href="http://bundesrecht.juris.de/stgb/index.html" target="_blank">Paragrafen schmökern möchte</a>. Ich frage mich: Muss die Staatsanwaltschaft Hamburg nach Veröffentlichung des Spiegel-Artikels von Amts wegen ermitteln? Wer ist zuständig oder entziehen sich die Firma Sportfive und deren verantwortliche Manager deutscher Jurisdiktion?</p>
<p><em>Nachtrag:</em> Sportfive veröffentlichte <a title="PM Sportfive" href="http://www.sportfive.com/index.php?id=693&amp;L=1&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=170&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=91&amp;cHash=df06300283" target="_blank">diese PM</a>:</p>
<blockquote><p>In der aktuellen Ausgabe des &#8220;Spiegel&#8221; und auf &#8220;Spiegel Online&#8221; sind Artikel erschienen, die SPORTFIVE unmittelbar betreffen. Die Artikel handeln von Transaktionen und Beratertätigkeiten aus dem Jahr 2007 zwischen SPORTFIVE und der Sport Group, Kairo. Unmittelbar nachdem wir über diesen Sachverhalt informiert und um eine Stellungnahme gebeten wurden, haben wir mit der Überprüfung der Angelegenheit begonnen.</p>
<p>Nach derzeitigem Kenntnisstand gab es zwei Beraterverträge, abgeschlossen im Jahr 2007. Die Personen, die den Vertrag verhandelt und unterzeichnet haben, sind nicht mehr für SPORTFIVE tätig und haben das Unternehmen im Dezember 2007 verlassen. Der Abschluss des im Artikel angesprochenen Vertrags fällt in diesen Zeitraum und damit in die Zeit vor dem Antritt der jetzigen Geschäftsführung.</p></blockquote>
<p><strong>6)</strong> Lustig sind mal wieder die Begrifflichkeiten. Gegenüber Michael Wulzinger orakelt Moustafa über &#8220;Lebenswirklichkeit in meinem Heimatland&#8221;. Deutsche Funktionäre, deren Beraterverträge gelegentlich öffentlich werden, sprechen mitunter von &#8220;<a title="&quot;Vielfältige Lebenssachverhalte&quot; (III)" href="http://jensweinreich.de/?p=2383" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalten</a>&#8220;, und da liegen die Sachverhalte völlig anders.</p>
<p><strong>7)</strong> Das Schlusswort.</p>
<p>Es hat natürlich Hassan Moustafa:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3">:</a></p>
<p>Ging zu schnell?</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3">:</a></p>

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		<title>Das Original: &#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 18:16:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass ich das noch erleben darf! Einen Entwurf für ein
&#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8220;
zu veröffentlichen, ist eine feine Sache.
Tausendmal habe ich darüber geschrieben und dargelegt, warum der Straftatbestand Sportbetrug wichtig ist, habe das &#8220;Strukturproblem Korruption in der Spezialdemokratie Sport&#8221; beschrieben und die sträfliche Vernachlässigung des Thema Korruption in den drei Rechtswelten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ich das noch erleben darf! Einen Entwurf für ein</p>
<blockquote><p>&#8220;<strong>Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport</strong>&#8220;</p></blockquote>
<p>zu veröffentlichen, ist eine feine Sache.</p>
<p>Tausendmal habe ich darüber geschrieben und dargelegt, warum der Straftatbestand Sportbetrug wichtig ist, habe das &#8220;<a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self">Strukturproblem Korruption in der Spezialdemokratie Sport</a>&#8221; beschrieben und die sträfliche Vernachlässigung des Thema Korruption in den drei Rechtswelten des Sports, habe versucht, <a title="Korruption im Sport: Präventionsmaßnahmen" href="http://jensweinreich.de/?p=3243" target="_self">Präventionsmaßnahmen</a> zu entwickeln usw. usf&#8230; Ich kann es mittlerweile auswendig. Und darf einmal mehr unser gemeinsames Buch &#8220;<a title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self">Korruption im Sport</a>&#8221; aus dem Jahr 2006 empfehlen, mit Beiträgen von Experten wie Britta Bannenberg, Andrew Jennings, Thomas Kistner und vielen anderen.</p>
<p>Die Debatte ist durch die Initiative der bayerischen Justizministerin <a title="Beate Merk vs. Thomas Bach 0:6" href="http://jensweinreich.de/?p=1460" target="_self"><strong>Beate Merk</strong></a> (CSU) extrem bereichert worden. Frau Merk engagiert sich auf diesem Gebiet schon lange (SZ-Interview: &#8220;<a title="SZ vom Mai 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/71/467642/text/" target="_blank">Ich bin ja der Depp, wenn ich nichts nehme</a>&#8220;). Über ihre aktuelle Gesetzesvorlage hat Heribert Prantl heute in der Süddeutschen Zeitung geschrieben &#8211; &#8220;<a title="SZ vom 26. November 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/312/495636/text/" target="_blank">Zehn Jahre Haft für Doping und Sportbetrug</a>&#8220; -, es war der Aufmacher, und hier stelle ich den Gesetzentwurf zur Diskussion.</p>
<p>Natürlich im Original, natürlich in Gänze als pdf-Datei. Niemand sagt, dieser Entwurf sei die Rettung, sei genial, sei wasserdicht. Mir fällt bei der ersten Durchsicht zum Beispiel auf, dass Funktionärskorruption gar nicht erfasst wird, oder? Aber es ist ein hoffentlich ernsthafter Versuch, über den auf Grundlage aller Details debattiert werden sollte. Deshalb gibt es das Dokument, den Referentenentwurf, der noch andere bayerische Ministerien passieren muss und sicher verändert wird, hier im Blog komplett zum Lesen, zum Downloaden &#8211; und zum gehaltvollen Diskutieren. Auch wenn es manchen nervt, ich sage es noch einmal und werde es noch etliche Male sagen: das ist meine Vorstellung von Journalismus im dritten Jahrtausend.</p>
<p>Bevor ich zum Merk-Papier komme, noch einige Dokumente zum Vergleich:</p>
<ul>
<li>Das derzeit in Deutschland gültige <a title="Arzneimittelgesetz" href="http://bundesrecht.juris.de/amg_1976/BJNR024480976.html" target="_blank">Arzneimittelgesetz</a> (AMG)</li>
<li>Dazu die letzten Änderungen aus dem Jahr 2007 zur <a title="AMG Änderungen 2007" href="http://starweb.hessen.de/cache/bund/lesezeichen/dopingsport.pdf" target="_blank">Bekämpfung des Dopings im Sport</a> <em>(ich hoffe mal, dass ich die Dokumente nicht durcheinander bringe)</em></li>
</ul>
<p>Demnach sind empfindliche Geldstrafen und Haftstrafen von bis zu zehn Jahren in schweren Fällen schon heute möglich. Schon lange möglich. Bloß, das ist die Crux, es gibt nicht nur ein kolossales Vollzugsdefizit, sondern auch eine unheilige Allianz von Sport, Politik und allerlei anderen Playern, die die Umsetzung verhindert. Darüber sind schon viele Bücher und Zeitungsartikel geschrieben worden, dass ein ganzer Wald dafür abgeholzt werden musste. (Beispielsweise ist ja auch <a title="Stellungnahme &quot;Doping und ärztliche Ethik&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3027" target="_self">nie einem Dopingarzt die Zulassung entzogen</a> worden in diesem Lande.)</p>
<p>Wenn ich es also richtig verstehe, sollen die derzeit gültigen Doping betreffenden Passagen im AMG und in der Strafprozessordnung aufgehoben und ersetzt werden durch das:</p>
<ul>
<li>
<div style="text-align: left;"><strong><a title="Entwurf Sportschutzgesetz vom 25. November 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/referentenentwurf-sportschutzgesetz.pdf" target="_self">Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport, Sportschutzgesetz</a> </strong><em>(pdf-Datei, 29 Seiten, 0,6 MB, das Wasserzeichen als Blog-Werbung habe ich mir mal erlaubt, sorry.)</em></div>
</li>
</ul>
<p>Absolut neu und zentral sind beispielsweise <strong>§ 5 (Sportbetrug)</strong> und <strong>§ 6 (Bestechlichkeit und Bestechung im Sport)</strong>. Insgesamt liest sich das derzeit so:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 1</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Sportschutzgesetz (SportSG)</strong></p>
<p><strong>§ 1 Definitionen</strong></p>
<p>(1) Doping ist die Anwendung, Aufnahme, Injektion oder Einnahme eines Dopingmittels im Sinne des Absatzes 2 oder die Anwendung einer Dopingmethode im Sinne des Absatzes 3, sofern dies im Einzelfall anderen Zwecken als der Behandlung von Krankheiten dient und bei Menschen erfolgt oder erfolgen soll.</p>
<p>(2) Als Dopingmittel im Sinne dieses Gesetzes gelten die in der Anlage zu diesem Gesetz aufgeführten Stoffe und Zubereitungen.</p>
<p>(3) Als Dopingmethoden im Sinne dieses Gesetzes gelten die im Anhang des Übereinkommens gegen Doping (Gesetz vom 2. März 1994 zu dem Übereinkommen vom 16. November 1989 gegen Doping, BGBl. 1994 II S. 334) in der jeweiligen Fassung aufgeführten Methoden zur Erhöhung des Sauerstofftransfers sowie die dort beschriebene nicht therapeutische Anwendung von Zellen, Genen, Genelementen oder der Regulierung der Genexpression (Gendoping).</p>
<p>(4) Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates weitere Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen im Sinne von Absatz 2 oder Methoden im Sinne von Absatz 3 zu bestimmen, soweit dies geboten ist, um eine unmittelbare oder mittelbare Gefährdung der Gesundheit des Menschen durch Doping zu verhüten.</p>
<p>(5) Als sportlicher Wettkampf im Sinne dieses Gesetzes gilt ein sportlicher Wettkampf, an dem Sportler ihres Vermögensvorteils wegen teilnehmen.</p>
<p><strong>§ 2 Aufklärung der Bevölkerung</strong></p>
<p>Die nach Landesrecht zuständigen Stellen sowie die Bundesbehörden im Rahmen ihrer Zuständigkeit, insbesondere die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, sollen die Bevölkerung, namentlich Kinder und Jugendliche, über die Gefahren des Dopings aufklären und Beratung anbieten.</p>
<p><strong>§ 3 Berichtspflichten</strong></p>
<p>Die Bundesregierung berichtet dem Bundestag im Abstand von drei Jahren unter Einbeziehung der Länder über die in diesem Zeitraum ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Dopings.</p>
<p><strong>§ 4 Straftaten</strong></p>
<p>(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer</p>
<p>1. mit Dopingmitteln (§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt oder sonst in den Verkehr bringt,</p>
<p>2. Dopingmittel (§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport verschreibt, verabreicht oder zum unmittelbaren Verbrauch überlässt,</p>
<p>3. einem anderen eine Gelegenheit zum Erwerb oder zur Abgabe von Dopingmitteln (§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport verschafft oder gewährt, eine solche Gelegenheit öffentlich oder eigennützig mitteilt oder einen anderen zum Verbrauch solcher Dopingmittel zu Dopingzwecken im Sport verleitet oder</p>
<p>4. Dopingmittel (§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport sich zu verschaffen unternimmt oder besitzt.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Dopingmethode im Sinne des § 1 Abs. 3 zu Dopingzwecken im Sport bei einem anderen anwendet oder einen anderen dazu verleitet, dass er eine solche Dopingmethode an sich vornehmen lässt.</p>
<p>(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 3 und des Absatzes 2 ist der Versuch strafbar.</p>
<p>(4) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer</p>
<p>1. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 3 oder des Absatzes 2 gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten zusammengeschlossen hat,</p>
<p>2. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 3 oder des Absatzes 2 einen anderen in die Gefahr des Todes oder einer schweren Schädigung an Körper oder Gesundheit bringt oder</p>
<p>3. Dopingmittel (§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport an Personen unter 18 Jahren abgibt, verabreicht, diesen Personen zum unmittelbaren Verbrauch überlässt oder diese Personen zum Verbrauch solcher Dopingmittel zu Dopingzwecken im Sport verleitet oder in den Fällen des Absatzes 2 gegenüber Personen unter 18 Jahren handelt.</p>
<p>(5) In minder schweren Fällen des Absatzes 4 ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.</p>
<p>(6) Handelt der Täter in den Fällen des Absatzes 1 oder 2 fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.</p>
<p><strong>§ 5 Sportbetrug</strong></p>
<p>(1) Wer an einem sportlichen Wettkampf (§ 1 Abs. 5) teilnimmt und dabei ein Dopingmittel im Sinne des § 1 Abs. 2 oder eines seiner Metabolite oder Marker im Körper hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Satz 1 gilt nicht, wenn das Dopingmittel, der Metabolit oder der Marker aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer nach Anwendung einer Methode zur Erhöhung des Sauerstofftransfers (§ 1 Abs. 3) an einem sportlichen Wettkampf (§ 1 Abs. 5) teilnimmt.</p>
<p>Satz 1 gilt nicht, wenn die Anwendung der Methode nach ärztlicher Erkenntnis wegen eines konkreten Krankheitsfalles angezeigt gewesen ist.</p>
<p>(3) Der Versuch ist strafbar.</p>
<p>(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn</p>
<p>1. sich die Tat auf einen Vermögensvorteil großen Ausmaßes bezieht oder</p>
<p>2. der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach §§ 4 oder 5 zusammengeschlossen hat.</p>
<p><strong>§ 6 Bestechlichkeit und Bestechung im Sport</strong></p>
<p>(1) Wer als Teilnehmer, Trainer eines Teilnehmers oder Schiedsrichter eines sportlichen Wettkampfes (§ 1 Abs. 5) einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er das Ergebnis oder den Verlauf eines sportlichen Wettkampfes in unlauterer Weise beeinflusse, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer einem Teilnehmer, Trainer eines Teilnehmers oder Schiedsrichter eines sportlichen Wettkampfes (§ 1 Abs. 5) einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, dass er das Ergebnis oder den Verlauf eines sportlichen Wettkampfes in unlauterer Weise beeinflusse.</p>
<p>(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Handlungen in einem ausländischen Wettkampf.</p>
<p>(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn</p>
<p>1. sich die Tat auf einen Vermögensvorteil großen Ausmaßes bezieht oder</p>
<p>2. der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten zusammengeschlossen hat.</p>
<p><strong>§ 7 Erweiterter Verfall und Einziehung</strong></p>
<p>(1) § 73d des Strafgesetzbuches ist anzuwenden in den Fällen des § 4 Abs. 4 Nr. 1, des § 5 unter den in § 5 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 bezeichneten Voraussetzungen und des § 6 unter den in § 6 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 bezeichneten Voraussetzungen.</p>
<p>(2) Gegenstände, auf die sich eine Straftat nach den §§ 4 bis 6 bezieht, können eingezogen werden. § 74a des Strafgesetzbuches ist anzuwenden.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 2</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Änderung der Strafprozessordnung</strong></p>
<p>§ 100a Satz 1 der Strafprozessordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. April 1987 (BGBl. I S. 1074, 1319), zuletzt geändert durch &#8230;, wird wie folgt geändert:</p>
<p>1. In Nummer 4 wird das Wort „oder&#8221; durch ein Komma ersetzt.</p>
<p>2. In Nummer 5 wird nach dem Wort „Asylverfahrensgesetzes&#8221; das Wort „oder&#8221; angefügt.</p>
<p>3. Folgende neue Nummer 6 wird eingefügt: „eine Straftat nach § 4 Abs. 4 des Sportschutzgesetzes, nach § 5 des Sportschutzgesetzes unter den in § 5 Abs. 4 Satz 2 des Sportschutzgesetzes bezeichneten Voraussetzungen oder nach § 6 des Sportschutzgesetzes unter den in § 6 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 des Sportschutzgesetzes bezeichneten Voraussetzungen.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 3</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Änderung des Arzneimittelgesetzes</strong></p>
<p>Das Arzneimittelgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005 (BGBl. I S. 3394), zuletzt geändert durch &#8230;, wird wie folgt geändert:</p>
<p>1. § 6a wird aufgehoben.</p>
<p>2. § 95 wird wie folgt geändert:</p>
<p>a) Absatz 1 Nr. 2 a und Nr. 2b werden aufgehoben.</p>
<p>b) Absatz 3 Satz 2 Nr. 2 wird aufgehoben.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 4</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Einschränkung von Grundrechten</strong></p>
<p>Das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10 des Grundgesetzes) werden nach Maßgabe dieses Gesetzes eingeschränkt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 5</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>In-Kraft-Treten</strong></p>
<p>Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.</p></blockquote>
<p>Im Gesetzentwurf (Stand: 25. November 2009) heißt es einleitend: <span id="more-5904"></span></p>
<blockquote><p><strong>Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport</strong></p>
<p><strong>A. Problem und Ziel</strong></p>
<p>Immer neue Dopingskandale erschüttern die Glaubwürdigkeit des Sports. Der Öffentlichkeit vermittelt sich zunehmend der Eindruck, dass es dem Sportler namentlich in bestimmten Kraft- und Ausdauersportarten nicht gelingen kann, in den Spitzensport vorzudringen, wenn er nicht zu Dopingmitteln und Dopingmethoden greift. Die Problematik ist jedoch nicht auf den Spitzensport beschränkt. Doping ist auch im Breitensport anzutreffen. Einen gesonderten Komplex bildet der Missbrauch vor allem anaboler Steroide im Fitness- und Bodybuildingbereich.</p>
<p>Mit dem Missbrauch von Dopingmitteln und -methoden sind schwerwiegende Gefahren für die Gesundheit und das Leben des Sportlers verbunden. Dafür liefern wissenschaftliche Erkenntnisse und bekannt gewordene Fälle von Dauerschädigungen nach langjährigem Doping sowie eine Reihe von Todesfällen, die auf Doping zurückgeführt werden, deutliches Zeugnis. Schädliche Wirkungen hat das Doping aber nicht nur für die Sportler selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. Der Sport nimmt in der modernen Gesellschaft einen herausragenden Stellenwert ein und wird dementsprechend vielfältig, auch staatlich, gefördert. Wird in breitem Umfang gedopt, so geht die Legitimation für die Förderung verloren. Hinzu kommt, dass der Spitzensportler Vorbildfunktion für junge Menschen hat. Verfestigt sich der Eindruck, dass der Spitzensport von Manipulationen geprägt ist, so geht diese Vorbildfunktion verloren bzw. wirkt sich negativ im Sinne eines Anreizeffekts auf den jungen Menschen aus, selbst zum Doping zu greifen. Schließlich werden im professionellen Sport hohe Summen verdient. Doping stellt über die Verhaltensweisen hinaus, in denen der Betrugstatbestand schon heute greift, auch in einem weiteren Sinn Betrug namentlich zulasten der Mitkonkurrenten und der Zuschauer dar.</p>
<p>Trotz erhöhter Anstrengungen der Sportverbände sowie des Gesetzgebers ist es bislang augenscheinlich nicht gelungen, das Dopingproblem effektiv zurückzudrängen. Auch aus dem Sport wird unter Hinweis auf spezifische Anti-Doping-Gesetze in anderen Staaten daher vermehrte Unterstützung durch den Staat eingefordert. Verwiesen wird vorrangig darauf, dass den staatlichen Behörden Zwangsbefugnisse und Ermittlungsmaßnahmen zu Gebote stünden, über die der Sport nicht verfüge. Das gelte umso mehr, als beim Vertrieb von Dopingmitteln netzwerkartige Strukturen festgestellt worden seien. Es sei darüber hinaus angezeigt, gegen den Sportler, der der Nachfrager nach Dopingmitteln sowie Dopingmethoden und damit eine Zentralgestalt des Geschehens sei, mit spezifischen strafrechtlichen Handhaben vorzugehen.</p>
<p>Die Glaubwürdigkeit des Sports leidet zudem unter den Wett- und Manipulationsskandalen der jüngeren Vergangenheit. Manipulationen im Sport rütteln an den Grundfesten des sportlichen Wettkampfes, da die Unvorhersehbarkeit des Ausgangs seine Basis ist und der Wettkampf hieraus seinen besonderen Reiz gewinnt.</p>
<p>Es werden immer neue Vorwürfe erhoben, Sportler würden gegen Bezahlung ihr Verhalten unter Hintanstellung des Wettkampfgedankens nicht an den Wettkampferfordernissen ausrichten, sondern an den Vorgaben des Bezahlenden betreffend Verlauf und Ergebnis. Im Herbst 2009 hat die Uefa 40 Partien der Champions League und des Uefa Cup auf Unregelmäßigkeiten untersucht. Zuletzt hatte die Uefa im April 2009 einen mazedonischen Verein wegen Spielmanipulationen für acht Jahre von allen europäischen Wettkämpfen ausgeschlossen. Die Problematik der Manipulation von sportlichen Wettkämpfen ist nicht auf den Spitzensport beschränkt. So besteht der Verdacht, dass in Deutschland u.a. Fußballspiele von der zweiten Liga bis zur sechsten Liga verschoben wurden. Die derzeitige Rechtslage wird den manipulativen Erscheinungsformen im Bereich sportlicher Wettkämpfe nicht hinreichend gerecht. Nach dem Bundesliga-Skandal im Jahr 2005 hat der Sport erhöhte Anstrengungen unternommen, um mit Überwachungssystemen Manipulationsversuche aufdecken und Manipulationen verhindern zu können. Dennoch ist es nicht gelungen, Manipulationen von sportlichen Wettkämpfen effektiv einzudämmen. Aus den Reihen des Sports wird daher eine bessere Hilfe des Staates gefordert. Von den Sportverbänden wird vorgebracht, die Strategie, die Preisentwicklungen auf den Wettmärkten zu verfolgen, greife häufig nicht mehr, da oft erst dann gewettet werde, wenn die Wettkämpfe schon begonnen haben. Sportverbänden fehlten Ermittlungsbefugnisse wie Wohnungsdurchsuchungen oder Telefonüberwachungen. Dies wäre jedoch in vielen Fällen erforderlich, um Beweismittel zu finden. Die Manipulation von sportlichen Wettkämpfen habe erhebliche Dimensionen. Zumeist stünden große Organisationen mit netzwerkartigen Strukturen hinter den Manipulationen. Ein Großteil der Manipulationsversuche laufe über das Ausland. Dort liege das Zentrum der illegalen Wettgeschäfte.</p>
<p><strong>B. Lösung</strong></p>
<p>Der Entwurf greift die Forderungen nach einem Gesetz zum Schutz des Sports vor Manipulationen durch Doping und Korruption im Sport auf. Er will zur Bekämpfung des Dopings im Sport neben Aufklärungs- sowie Beratungspflichten eine turnusmäßige Berichtspflicht einführen. Ferner will er zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport ein effektiveres straf- und strafverfahrensrechtliches Instrumentarium schaffen. Die verbesserten Handhaben im Strafrecht sollen dabei Maßnahmen des Sports und der Sportgerichtsbarkeit nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen.</p>
<p>Der Entwurf enthält im Wesentlichen die folgenden Vorschläge:</p>
<ul>
<li>Aufklärungs- und Beratungspflichten öffentlicher Stellen über die Gefahren des Dopings.</li>
<li>Turnusmäßige Berichtspflichten über die gegen Doping gerichteten Maßnahmen und deren Bewährung vor allem im präventiven Bereich.</li>
<li>Erweiterte Strafvorschriften gegen den Vertrieb und die Abgabe von Dopingmitteln; Verbrechenstatbestände namentlich gegen gewerbs- und bandenmäßiges Handeln.</li>
<li>Strafbarkeit der Anwendung von Dopingmethoden bei anderen.</li>
<li>Strafbarkeit des Besitzes und der Besitzverschaffung von Dopingmitteln.</li>
<li>Schaffung eines Vorfeldtatbestandes des „Sportbetrugs&#8221;.</li>
<li>Schaffung eines Tatbestandes der Bestechlichkeit und Bestechung im Sport.</li>
<li>Ermöglichung der Überwachung der Telekommunikation bei bestimmten schweren Straftaten nach dem Sportschutzgesetz.</li>
</ul>
<p><strong>C. Alternativen</strong></p>
<p>Keine.</p>
<p><strong>D. Finanzielle Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte</strong></p>
<p><strong>I. Bund</strong></p>
<p>Für den Bund entstehen weder Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand noch nennenswerter Aufwand beim Vollzug.</p>
<p><strong>II. Länder und Kommunen</strong></p>
<p>Für die Länder und Kommunen entstehen keine Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand. Die Schaffung neuer Strafbarkeiten und die Ermöglichung bestimmter Ermittlungsmethoden wird zu einem Mehraufwand bei der Strafjustiz und der Polizei führen, der allerdings nicht sicher abgeschätzt werden kann.</p>
<p><strong>E. Sonstige Kosten</strong></p>
<p>Der Wirtschaft und den sozialen Sicherungssystemen entstehen keine Kosten. Auswirkungen des Gesetzes auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.</p></blockquote>
<p>Alternativen? Keine &#8211; heißt es im Entwurf. Das sehe ich auch so.</p>

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		<title>München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &#8220;offizielle Oppositionen&#8221;</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/</link>
		<comments>http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 12:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schönste Gesicht des Sozialismus und &#8220;Gesicht&#8221; der Münchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (Foto: München 2018). Es gibt mehrere gute Gründe, das Bild zu veröffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und ehemals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schönste Gesicht des Sozialismus und &#8220;<a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesicht</a>&#8221; der Münchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (<em>Foto: München 2018</em>). Es gibt mehrere gute Gründe, das Bild zu veröffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und ehemals für <a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Putins Oligarchenbewerbung</a> in Sotschi tätig, kam hier bislang zu kurz. Bogner ist der <span style="text-decoration: line-through;">lächelnde</span> grinsende Herr ganz links.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5838" title="Gesellschafterversammlung München 2018, 20. November 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/mh_gruppenfoto_001-3.jpg" alt="" width="500" height="219" /></p>
<p>Die Installierung von Bogner als Ein-Euro-Mann und Boss der beiden eigentlichen Geschäftsführer Berhard Schwank (DOSB/Bach) und Richard Adam (München/Ude) ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es im Gebälk sehr knarzt. Ähnliche Komplikationen, allerdings etwas heftiger, hatte es bereits bei der <a title="Beiträge zu Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipziger Olympiabewerbung</a> gegeben, als Sportminister Otto Schily im Herbst 2003 in größter Not den Ein-Euro-Mann Peter Zühlsdorff verpflichtete. Es ist halt kompliziert, wenn alles nach den IOC/DOSB-Regeln tanzen soll. Konkret: Der DOSB hat gemäß Olympischer Charta die Mehrheit (51 Prozent) in der Gesellschaft, obgleich er kein Geld aufbringt. Bezahlen müssen die Bürger &#8211; und die Politiker haben das Geld, die Milliarden, herbeizuschaffen. So simpel ist das.</p>
<p>Schon vorher hatte die Installierung von Schwank bei den eigentlichen Bewerbern in München für Unmut gesorgt. Selbst hochrangige Vertreter der Bewerbergesellschaft nehmen kaum noch ein Blatt vor den Mund und kritisieren in kleinen Kreisen ungefragt die Politik des DOSB, wobei der FDP-Mann in der Mitte des Fotos (vierter von rechts), DOSB-Chef und IOC-Vize Thomas Bach, kaum besser wegkommt als der Herr ganz rechts: DOSB-General Michael Vesper, ein Bündnisgrüner, für den und dessen Methoden - Achtung, Quellenschutz! &#8211; in München ein wenig schmeichelhafter <a title="Wikipedia: Stalinismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stalinismus" target="_blank">Begriff</a> verbreitet wird. Ich kann das schlecht einschätzen, muss gerade deshalb meinen Quellen trauen. Das Mehrquellenprinzip, das darf ich gern mitteilen, habe ich selbstverständlich berücksichtigt.</p>
<p>Sie haben dennoch Grund zur Freude, die Herrschaften. Alle beteiligten Kommunen sind auf Kurs gebracht, das so genannte <a title="PM München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/presse/news-55-olympia-bewerbung-muenchen-2018-gesellschafterversammlung-beschliesst-eckpunktepapier.html" target="_blank">Eckpunktepapier</a> verabschiedet. Mit der Transparenz haben sie es nach wie vor nicht so, das wird sich auch nicht ändern, aber es gibt ja Blogs, in denen man zumindest Entwürfe dieses Eckpunktepapiers lesen kann, aus dem das so genannte Mini-Bidbook erstellt wird, das wiederum bis zum 15. März 2010 dem IOC überreicht werden muss.</p>
<p>Voilà, ich sage mal nicht: exklusiv. Aber selten:</p>
<ul>
<li><a title="Eckpunkte Minibidbook München 2018" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/minibidbook.pdf" target="_blank"><strong>Eckdaten der Münchner Olympiabewerbung</strong></a><strong> <em>(69 Seiten, pdf, 3,9 MB)</em></strong></li>
</ul>
<p>Die Meinung der kundigen Leser zu diesem Entwurf interessiert mich natürlich sehr. (<em>Achtung, kleine Medienkritik: Es ist übrigens mal wieder interessant, was die Nachrichtenagentur dpa unter &#8220;Eckpunkte&#8221; der Bewerbung versteht. Keinesfalls Details etwa zur Finanzierung, nein, bloß eine simple Chronik der Ereignisse.</em>)</p>
<p>Gemäß <a title="Olympia2018, die Ausgangslage ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5584" target="_self">Timetable der Olympiabewerbung 2018</a> muss das Bidbook im März vorliegen, das eigentliche Bewerbungsbuch dann im Januar 2011.</p>
<ul>
<li>Hier <a title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/?p=4485" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">einmal mehr</span></a> das 101 Seiten umfassende <a title="IOC 2018 Candidature Acceptance Procedure" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1451.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">2018 Candidature Acceptance Procedure</span></a> <em>(pdf, 3,5 MB)</em>  des IOC.</li>
</ul>
<p>Andererseits: Womöglich vergeht den deutschen Olympiabewerber-Bossen das Lachen bald. Denn in Südkorea sind die Konkurrenten doch sehr aktiv, wie der <a title="Korea Herald" href="http://www.koreaherald.co.kr/NEWKHSITE/data/html_dir/2009/11/24/200911240016.asp" target="_blank">Korea Herald</a> gerade wieder meldet. Ex-Samsung-Boss <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Kun</a> <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Kun Hee Lee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Hee</a> <a title="Samsung &amp; Co: &quot;natural partners&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3886" target="_self">Lee</a> - mehrfach wegen gigantischer Korruption verurteiltes IOC-Mitglied und Freund des DOSB-Chefs - soll zum wiederholten Male begnadigt werden.</p>
<p>Muss sich München fürchten? Gewiss.</p>
<blockquote><p><strong>Amnesty for ex-Samsung-chief?</strong></p>
<p>Korea&#8217;s sports and corporate leaders are calling on the government to grant a presidential pardon to Lee Kun-hee, the former chairman of Samsung Group who received a suspended jail term for breach of trust in August.</p>
<p>Leaders of sports organizations last week suggested that President Lee Myung-bak include Lee in the presidential amnesty to be granted around Christmas. They said that presidential leniency is necessary in part to promote the bid for the 2018 Winter Olympics of the Korean city of Pyeongchang, Gangwon Province.</p>
<p>Lee, a member of the International Olympic Committee since 1996, the Olympic-governing body, voluntarily relinquished his IOC membership in July last year, citing the need to resolve legal disputes surrounding him and Samsung.</p>
<p>Lee was handed a three-year prison term, which was suspended for five years, on conviction of illegal bond trading. He was also fined 110 billion won ($95 million). The 66-year-old tycoon quit as chairman of Samsung Group, Korea&#8217;s largest family-controlled conglomerate, in April last year.</p>
<p>Now that the final court sentencing has been made, an increasing number of people are calling on the government to grant Lee a presidential pardon.</p>
<p>On Nov. 17, Kim Jin-sun, governor of Gangwon Province, called for a presidential amnesty for Lee, saying that Pyeongchang needs Lee&#8217;s assistance at the IOC and other international organizations. Pyeongchang makes its third bid to host the Winter Olympics after it lost to Canada&#8217;s Vancouver and Russia&#8217;s Sochi in its two previous attempts to host the 2010 and 2014 Winter Games. The Korean city is expected to compete with Annecy of France and Munich of Germany for the right to host the 2018 Winter Games.</p>
<p><script src="/khjs/banner/article_340.js"></script>On Nov. 19, Cho Yang-ho, chairman of Hanjin Group who jointly heads the Pyeongchang bidding committee, said in a news conference that the committee suggested to the government that it grant a presidential pardon for Lee.</p>
<p>&#8220;I think his reinstatement will greatly help Pyeongchang expand its support base (in the IOC),&#8221; Cho said.</p>
<p>He said Lee&#8217;s resumption of Olympic activity is &#8220;desperately needed&#8221; ahead of a meeting of IOC members in Vancouver, Canada, next February which will be the last meeting before the IOC decides the venue for the 2018 Winter Olympics in July 2011.</p>
<p>On Friday, Sohn Kyung-sik, chairman of the Korea Chamber of Commerce and Industry, joined the appeal for a presidential pardon for Lee. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Es darf also weiter abgestimmt werden:</p>
<p>Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.Auf die <a title="alle Beiträge: Finanzierung von Mega-Events" href="http://jensweinreich.de/?cat=692" target="_self">Finanzierungsfrage</a> inklusive der <a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein priviligiertes Völkchen!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">OCOG- und Non-OCOG-Etats</a> gehe ich demnächst wie versprochen noch einmal ausführlich ein. Zum Reinhören und Nachlesen nur kurz ein Beitrag, den ich vergangenen Samstag für den Deutschlandfunk produziert habe. Inzwischen haben die Grünen in Bayern sich tatsächlich gegen die Olympiabewerbung ausgesprochen.</p>
<ul>
<li>der Antrag des Grünen-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck für die <a title="Resolution der bayerischen Grünen gegen die Olympiabewerbung vom 22. November 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/reso_3_olympia_1109.pdf" target="_self">Resolution gegen Olympia</a> (<em>pdf, 3 Seiten</em>)</li>
<li>Mein DLF-Beitrag:</li>
</ul>
<p style="TEXT-ALIGN: center"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1932_1e830c93.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Münchens Olympiabewerber haben die Eckpunkte der Offerte für die Winterspiele 2018 verabschiedet. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen demonstriert man Einigkeit. Getreu dem Motto des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): Der Sport möge „mit einer Stimme&#8221; sprechen. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter.</p>
<p>Eine Große Koalition von Sport und Politik ist sich einig: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und DOSB-Präsident Thomas Bach (FDP) verabschiedeten auf der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH die Eckdaten für das erste umfassende Bewerbungsdokument.</p>
<p>DOSB-Chef Bach behauptet eine aktuelle Zustimmungsrate von 82 Prozent für die Pläne. Horst Seehofer sagt:</p>
<blockquote><p>„In allen Umfragen ist die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hinter dieser Olympiabewerbung. Und deshalb, glaube ich, handeln wir im Interesse der ganz, ganz überwiegenden Mehrheit der bayerischen Bevölkerung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwischen 2,9 und 3,5 Milliarden Euro soll das Abenteuer kosten &#8211; in beiden Etats, dem reinen Organisations- und dem Infrastrukturetat. Detaillierte, nachprüfbare Posten liegen der Öffentlichkeit allerdings nicht vor.</p>
<p>In den Lokalparlamenten von München, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Berchtesgaden gab es zuletzt erbitterte Diskussionen &#8211; doch Mehrheiten stimmten für die „Eckpunkte&#8221; der Bewerbung.</p>
<p>SPD-Mann Ude bezeichnete Abgeordnete, die Fragen stellten, und Olympiakritiker gemäß SZ als „unseriös&#8221;, „unqualifiziert&#8221; und als „radikale Minderheiten&#8221;.</p>
<p>Im Entwurf des Bewerbungsbuches heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>„Bislang sind keine offiziellen Oppositionen bekannt.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Es werde Wert auf Transparenz und die Einbindung von NGOs in Fachkommissionen gelegt.</p>
<p>Nur: Etliche dieser Gruppen haben sich aus der Fachkommission Umwelt, um die geht es vor allem, längst verabschiedet. Vor längerer Zeit schon der <a title="PM Bund Naturschutz" href="http://www.bund-naturschutz.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/1467/pm/cc200efb83.html" target="_blank">Bund Naturschutz</a> &#8211; zuletzt etwa der „Verein zum Schutz der Bergwelt&#8221;. Auch dieser Verein kritisiert, unseriös vereinnahmt und zu Mitautoren eines angeblichen „Umweltkonzeptes&#8221; gemacht worden zu sein. Die Bewerbung sei „die Verschwendung von Natur für Ruhm und Ehre&#8221;.</p>
<p>Das angebliche <a title="München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/umwelt/index.html" target="_blank">Umweltkonzept</a> sei ein PR-Papier, das von den wirklichen Problemen ablenke, sagen Fachleute.</p>
<p>Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz aus Garmisch-Partenkirchen, ist eine Art Oppositionsführer. Er strebt einen Bürgerentscheid an &#8211; möglichst bis zum 15. März 2010, wenn das Mini-Bidbook beim IOC abgegeben werden muss.</p>
<blockquote><p>„Also wenn ein Bürgerentscheid negativ ausgeht für die Olympiabewerber, dann ist das hier in Garmisch-Partenkirchen vorbei. Es ist allerdings sehr schwierig. Viele Leute sagen: Wir fühlen uns unter Druck gesetzt. Und viele Leute, die eigentlich Olympische Spiele auch nicht wollen, werden deshalb nichts organisieren, das habe ich in letzter Zeit oft erlebt. Das ist natürlich sehr schwierig, weil diese ganzen wachs- und windelweichen Versprechungen viele Leute mit diesem Zauberwort Olympia locken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Ort sei zu klein und außerdem pleite, die Eingriffe zu weitreichend, sagt Doering. Er kritisiert die Informationspolitik der Bewerber, die lediglich Phrasen verbreite.</p>
<blockquote><p>„Im Moment ist alles was offiziell kommt, das ist nur: Es ist toll, und das bringt uns weiter, das bringt uns Straßen, das bringt uns Tourismus und das bringt uns das Glück der Welt. Und das kann&#8217;s nicht sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Doering kritisiert auch Diktat des Internationalen Olympischen Komitees, dem Bund, Freistaat und Kommunen zahlreiche Blankovollmachten ausstellen.</p>
<blockquote><p>„Das IOC ist ja eine bekannt intransparente Organisation. Und das IOC behält sich also in dieser Vertragsgestaltung bis zuletzt die Änderung aller Bedingungen vor. Es kann seine Zahlungen ändern, es kann die Sportarten ändern, es kann alles ändern. Es ist so, dass dieser entsprechende Vertrag vor drei Jahren in Salzburg zum Beispiel von den österreichischen Landesanwälten als sittenwidrig und Knebelungsvertrag gewürdigt wurde.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenigstens da widerspricht ihm Münchens OB Ude nicht grundsätzlich. Ude nennt die IOC-Vertragsgestaltung „<a title="Süddeutsche Zeitung" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/820/494160/text/" target="_self">eine Zumutung</a>&#8220;.</p>
<p>Der nächste Schreck für die Olympiabewerber kam am Sonntag, als sich Bayerns Grüne auf ihrer Landesversammlung in Bamberg gegen die Pläne aussprachen. Der Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janecek sagte vorab:</p>
<blockquote><p>„Ich rechne damit, dass es einen ablehnenden Beschluss geben wird. Die Leute sind einfach sehr skeptisch. Je näher sie dran sind an den Sportstätten, desto weniger glaubt man den Versprechungen des IOC und der Bewerbergesellschaft. Man glaubt vielmehr, dass man Naturzerstörungen erleben wird, dass Schneekanonen massiv eingesetzt werden, dass die Schuldenberge immer höher werden, wie bei Garmisch: bereits schon 100 Millionen Schulden. In München sieht man das ein bisschen anders, da glauben die Leute anscheinend eher, dass sei so eine Art Oktoberfest mit Schlittenrennen. Aber wenn man draußen ist auf dem Land, dann hat man da einen ganz anderen Eindruck.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kurios dabei: Die Grünen im Bundestag, allen voran Claudia Roth, und die Fraktion im Münchner Rathaus sind für Olympia. Alle anderen Gremien und Fraktionen der bayerischen Grünen sind dagegen. Dieter Janecek hat sich in einigen Grundsatzpapieren mit der Bewerbung beschäftigt. Sein Fazit: „<a title="Blog von Dieter Janecek" href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/" target="_self">Olympische Spiele 2018 sind kein Gewinn für unsere Region.</a>&#8221;</p>
<ul>
<li>Und noch ein Interview im <strong>DLF</strong>: Tobias Oelmaier im Gespräch mit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1936_aecf8d64.mp3" target="_self">:</a></p>

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		<title>Der Fußball und der böse Dämon</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 15:06:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß nicht wirklich, warum die Meldungen über 200 manipulierte Fußballspiele &#8211; vor allem in Richtung Balkan, aber auch in unterklassigen deutschen Ligen &#8211; derartige Schlagzeilen machen, wogegen andere Meldungen über systemimmanente Korruption im Sport oft untergehen. Hat tatsächlich jemand geglaubt, nach der <a title="Wikipedia &quot;Fußball-Wettskandal 2005&quot;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Wettskandal_2005" target="_blank">Hoyzer-Affäre</a> werde es mit rechten Dingen zu gehen? Das ist nur mal so eine Frage.</p>
<ul>
<li><a title="BGH Urteil vom 15. Dezember 2006" href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=2006-12&amp;Seite=2&amp;client=12&amp;nr=38522&amp;pos=88&amp;anz=264" target="_blank">Urteil des BGH</a> zu Hoyzer &amp; Co. vom 15. Dezember 2006 (<em>Dank an gua</em>)</li>
</ul>
<p>Aber Medien funktionieren so wie sie funktionieren, also auch hysterisch. Wenn das Fußballbusiness betroffen ist, das einzig wahre und reine, wenn der Dämon des Bösen mal wieder die unschuldige Branche der Fairplaybewahrer überfällt, dann ist das automatisch ein Skandal. Selbst wenn es das Tagesgeschäft ist.</p>
<p><em>Nachtrag, 20.54 Uhr, weil der Beginn doch etwas sehr launisch geriet: Die Zusammenarbeit verschiedener Polizeibehörden und der UEFA über etliche Monate hat schon eine beeindruckende neue Qualität. Ähnliche Aktionen &#8211; auch in dieser, nun ja: Schnelligkeit &#8211; wünschte ich mir mal im Dopinggeschäft und in Fällen anderer grenzübergreifender Korruption im Sport. Da wäre sicherlich viel zu holen. Kaum auszudenken.</em></p>
<p>So lange gerade die Fußball-Unternehmen (Verbände, Klubs etc.) dermaßen offensiv und gierig mit Wettanbietern kooperieren (ob staatlich oder privat ist mir völlig egal) und Sponsorenverträge akquirieren, kann ich einen Teil des Geschreis, das immer wieder ausbricht, nicht ernst nehmen. Anders gesagt: So lange FIFA, UEFA, IOC, DFB, EPFL (<a title="EPFL" href="http://www.epfl-europeanleagues.com/index.htm" target="_blank">European Professional Football Leagues</a>) u. a. das Wettgeschäft mächtig ankurbeln, gleichzeitig natürlich von Integrität schwurbeln, ziehen sie auch das organisierte Verbrechen und die Ganoven an, keine Frage.</p>
<p>Nehmen wir nur das Beispiel der ESSA (<a title="ESSA" href="http://www.eu-ssa.org/" target="_blank">European Sports Security Association</a>), die eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur (<a title="alle Beiträge zu WACA" href="http://jensweinreich.de/?cat=1030" target="_self">WACA</a>) des Sports <a title="Der Sport braucht eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur" href="http://jensweinreich.de/?p=5214" target="_self">fordert</a>, was sich ganz nett anhört, gleichzeitig aber, denn es geht ja um das Wettgeschäft, Kongresse wie diesen (&#8220;<a title="Betting on South Africa 2010" href="http://www.sportsbettingconference.com/agenda.htm" target="_blank">Betting on South Africa 2010</a>&#8220;) mitveranstaltet.</p>
<p>Jede Enthüllung, jede Form der Transparenz begrüße ich selbstverständlich &#8211; wie eine neuerlich aufflammende Diskussion über den Straftatbestand Sportbetrug (den Sportfunktionäre und <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">ihre Lobbyisten</a> ablehnen), den ich aus zahlreichen und oft genannten Gründen ebenfalls befürworte. </p>
<p>Etliche Links zum aktuellen Skandal, zu dem die Staatsanwaltschaft Bochum heute auf einer Pressekonferenz informierte, gibt es in den Kommentaren zum Beitrag &#8220;<a title="How to fix a soccer game" href="http://jensweinreich.de/?p=948" target="_self">How to fix a soccer game</a>&#8220;. Bei Google news finden sich bereits rund 1000 Meldungen zum Stichwort &#8220;<a title="google news: Wettbetrug" href="http://news.google.de/news/search?aq=f&amp;pz=1&amp;um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=wettskandal" target="_blank">Wettbetrug</a>&#8220;.</p>
<p>Polizei und Staatsanwaltschaft Bochum <a title="PM Polizei Bochum" href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11530/1516102/polizei_bochum" target="_blank">teilen mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Handout zur gemeinsamen Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Bochum und der Polizei Bochum &#8211; Internationale Festnahme- und Durchsuchungsaktion wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges</strong></p>
<p>Seit  etwa einem Jahr wird unter Leitung der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität durch das KK 21 &#8211; Dienststelle zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität &#8211; des Polizeipräsidiums Bochum gegen eine international agierende Bande wegen des Verdachts der fortgesetzten gewerbsmäßigen Begehung von Betrugsstraftaten ermittelt.</p>
<p>Der Tätergruppierung wird zur Last gelegt, sich zumindest seit Beginn des Jahres 2009 zusammengeschlossen zu haben, um auf Sportler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle aus hochrangigen europäischen Fußballligen  gegen unterschiedlich hohe Entgelte dahingehend  einzuwirken, Ausgänge von Fußballspielen im Interesse der Täter zu beeinflussen.</p>
<p>Für den Fall der Bereitschaft zu Spielmanipulationen setzten die Führungspersonen auf verschiedenen Wegen hohe Bargeldbeträge auf entsprechende Spielausgänge bei europäischen und asiatischen Wettanbietern. In Unkenntnis der vorher verabredeten Manipulationen zahlten die jeweiligen Wettveranstalter neben dem Einsatz auch die betrügerisch erlangten Gewinnsummen an die Mitglieder der Bande aus.</p>
<p>Auf diese Weise erlangte die Täterorganisation Wettgewinne in Höhe von mehreren Millionen Euro.</p>
<p>Im Zuge der bisherigen Ermittlungen wurden ca. 200 Fußballspiele im In- und Ausland festgestellt, bei denen konkret der Verdacht besteht, dass es zu versuchten oder vollendeten Manipulations- bzw. Betrugshandlungen gekommen ist.</p>
<p>Die Spiele teilen sich auf die betroffenen Länder u. a. wie folgt auf:</p>
<ul>
<li><strong>Deutschland</strong>: 4 Spiele der 2. BL, 3 Spiele der 3. BL, 18 Spiele der Regionalligen, 5 Spiele  der Oberligen, 2 Spiele U 19</li>
<li><strong>Belgien</strong>: 17 Spiele der 2. Liga</li>
<li><strong>Schweiz</strong>: 22 Spiele der 2. Liga und 6 Vorbereitungsspiele</li>
<li><strong>Kroatien</strong>: 14 Spiele der 1. Liga</li>
<li><strong>Slowenien</strong>: 7 Spiele der 1. Liga</li>
<li><strong>Türkei</strong>: 29 Spiele von der 1. Liga abwärts</li>
<li><strong>Ungarn</strong>: 13 Spiele 1. Liga</li>
<li><strong>Bosnien</strong>: 8 Spiele 1. Liga</li>
<li><strong>Österreich</strong>: 11 Spiele 1. und 2. Liga</li>
</ul>
<p>Hinzu kommen mindestens:</p>
<ul>
<li>12 Spiele der Europa League</li>
<li>3 Spiele der Champions League</li>
<li>Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass  bei einem Länderspiel zur Qualifikation der U 21- Europameisterschaft manipulativ eingegriffen werden sollte.</li>
</ul>
<p>Aufgrund der  bisherigen Ermittlungs- und Durchsuchungsergebnisse ist anzunehmen, dass  sich die Anzahl der tatsächlich durch die Täter beeinflussten Spiele weiter erhöhen wird. Das gleiche gilt für die Anzahl der bisher über 200 involvierten Tatverdächtigen.</p>
<p>Aus ermittlungstaktischen Gründen werden zur Identität der beteiligten Personen sowie der betroffenen Mannschaften derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt.</p>
<p>Am 19.11.2009 wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum 15 Haftbefehle im Inland vollstreckt und mehr als 50  Durchsuchungsbeschlüsse in Nordrhein-Westfalen, Baden -Württemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Schleswig Holstein, der Schweiz, Österreich und Großbritannien vollzogen. Zudem erfolgten zwei weitere Festnahmen in der Schweiz durch die dortigen Behörden.</p>
<p>In Deutschland lagen die Schwerpunkte der Festnahmen in Berlin, Nürnberg und dem Ruhrgebiet.</p>
<p>Bei den durchgeführten Maßnahmen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, das einer detaillierten Auswertung bedarf, die noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. Daneben wurden Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von mehr als einer Million Euro gesichert.</p>
<p>Die noch andauernden sport- und wettspezifisch äußerst komplizierten Ermittlungen wurden und werden durch die Disziplinarabteilung der UEFA in Nyon ständig unterstützt und begleitet.</p></blockquote>
<p>Das sagen die anderen:</p>
<ul>
<li>Die UEFA: &#8220;<a title="UEFA.com" href="http://www.uefa.com/uefa/keytopics/kind=64/newsid=922086.html" target="_blank">UEFA statement on match-fixing case</a>&#8220;</li>
<li>Der DFB: &#8220;<a title="DFB-Pressemitteilung" href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&amp;tx_dfbnews_pi1[showUid]=20842&amp;tx_dfbnews_pi4[cat]=143" target="_blank">DFB und Ligaverband unterstützen lückenlose Aufklärung</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Btw: Es geht beim Problem des Wettbetrugs natürlich nicht nur um Fußball. Wer mag, lausche den Ausführungen des ehemaligen Mafiosi Michael Franzese während der Konferenz <a title="alle Beiträge zu Play the Game" href="http://jensweinreich.de/?cat=12" target="_self">Play the Game</a> im Juni in Coventry:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="540" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/BfMFuzuTOK4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="540" height="340" src="http://www.youtube.com/v/BfMFuzuTOK4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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		<title>KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte von Juan Antonio Samaranch und dem KGB zieht ihre Kreise. &#8220;KGB plays chess&#8221; oder &#8220;KGB igraet w schachmatö&#8221; (siehe russisches Cover) ist derzeit das sportpolitische Top-Thema zwischen Vancouver, Madrid, Lausanne, London &#8211; und natürlich Moskau. Doch wenn ich es recht verstehe, muss Samaranch nicht viel befürchten, und die IOC-Führung kann sich weiter blöd stellen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5747" title="Buchcover &quot;Der KGB spielt Schach&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/kgb-plays-chess-kl.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="267" height="366" align="left" />Die Geschichte von Juan Antonio <a title="IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/?p=5719" target="_self">Samaranch und dem KGB</a> zieht ihre Kreise. &#8220;KGB plays chess&#8221; oder &#8220;KGB igraet w schachmatö&#8221; (siehe russisches Cover) ist derzeit das sportpolitische Top-Thema zwischen Vancouver, Madrid, Lausanne, London &#8211; und natürlich Moskau. Doch wenn ich es recht verstehe, muss Samaranch nicht viel befürchten, und die IOC-Führung kann sich weiter blöd stellen, das <a title="Wikipedia: Prinzip der drei Affen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen" target="_blank">Prinzip der drei Affen</a> vervollkommnen und die Öffentlichkeit für dumm verkaufen. Alles nur Gerüchte, wie mir IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams mitteilte?</p>
<p>Nothing but rumors? Not at all.</p>
<p><em>(Es mag jetzt ein bisschen albern wirken, wenn ich öfter mal mit meinem englischen Halbwissen einen englischen Satz einstreue und die folgenden Zitate gar nicht erst übersetze. Aber das hilft den vielen Kollegen, Interessierten und Funktionären, die hier regelmäßig vorbei schauen und die gestrige Samaranch-Geschichte goutiert haben. Einige <a title="denglische Texte" href="http://jensweinreich.de/?cat=1513" target="_self">englische Beiträge</a> habe ich im Blog verbrochen &#8211; es werden demnächst mehr, es geht nicht anders.)</em></p>
<p>Zurück zum eigentlichen Thema. Nothing but rumors? Keineswegs. Allerdings, und das ist der Unterschied zur ostdeutschen Stasi, sind die KGB (FSB) Archive im Prinzip geschlossen. Sie waren unter Jelzin teilweise zugänglich, als Verbrechen der Stalin-Ära thematisiert wurden. In der Ära des KGB-Zaren und Samaranch-Kollegen <a title="alle Beiträge zu Wladimir Putin" href="http://jensweinreich.de/?s=putin" target="_self">Wladimir Putin</a> ist das nicht so einfach mit den Unterlagen. Ich habe mich lange mit <strong>Juri Felschtinski</strong> ausgetauscht, dem Autor des Buches und der Samaranch-Enthüllungen, den ich leider nicht früher erreicht hatte. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Vladimir Popov, a former high ranking KGB officer, responsible for sport agents, has liftet his anonymity. This is a new quality. Vladimir Popov knows all the names of the sport spies, all the nicknames and all the recruting officers. He is a very reliable source with strong arguments.&#8221;</p>
<p>&#8220;But nevertheless I do not expect any comments from the FSB people. It&#8217;s all about damage control. They know what he knows.&#8221;</p></blockquote>
<p>Damage control. Darum geht es auch Samaranch. Darum geht es selbstverständlich dem IOC.</p>
<p>Der Witz an der Geschichte aber kommt jetzt. Denn die Enthüllung, dass Samaranch ein KGB-Agent gewesen sei, ist nicht neu und &#8211; von den Gerüchten im olympischen Circuit mal abgesehen &#8211; keinesfalls erst jetzt erfolgt, wie nicht nur ich annahm. Juri Felschtinski hat darüber in seinem Anfang des Jahres erschienen Buch &#8220;<a title="Amazon-Link" href="http://www.amazon.de/Corporation-Russia-KGB-President-Putin/dp/1594032467/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1257521926&amp;sr=8-1" target="_blank">The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin</a>&#8221; (Cover unten links) viel ausführlicher geschrieben. Im Schachbuch &#8211; das gerade auf Russisch veröffentlicht wurde und das im Dezember im Schach-Fachverlag <a title="Exzelsior Verlag" href="http://exzelsior.de/" target="_blank">Exzelsior</a> auf Deutsch erscheint (exklusiv das Cover unten rechts) &#8211; geht es um den KGB und seine Machenschaften im Schach. Samaranch ist nur eine Notiz, kein großes Thema.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5750" title="Cover The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/the-corporation.jpg" alt="" width="260" height="378" align="left" /><img class="alignnone size-full wp-image-5751" title="Cover: Der KGB setzt matt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/kgb-setzt-matt.jpg" alt="" width="260" height="378" /></p>
<p><span>Juri Felschtinski sagt deshalb: <span id="more-5745"></span></span></p>
<blockquote><p><span>&#8220;To my great surprise no one paid attention to my chapter in the Putin-book which was published in English. Ironically people now pay attention to a publication in Russian which is not even published in English.&#8221;</span></p></blockquote>
<p><span>Tja, man kann es sich nicht aussuchen. So funktionieren die Medien: unberechenbar.</span></p>
<p><span>Im Kern geht es darum, um die <a title="IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/?p=5719" target="_self">IOC-Präsidentenwahl 1980</a>:</span></p>
<blockquote><p><span>source:<strong> The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin</strong></span></p>
<p><em>copyright: Juri Felschtinski</em></p>
<p>&#8220;His election was preceded by something of a detective story. As an ambassador in the USSR, Samaranch developed an interest in Russian history and culture. He grew particularly fond of Russian antiques, which he collected with the love of a genuine connoisseur ans shipped to his home in Spain. The USSR prohibited taking objects of cultural and historic value out of the country (&#8230;) In Soviet times, all antiques were closely monitored by the KGB; so ambassador Samaranch, a frequent buyer of increasingly valuable rarities, was taken note of. After a while, an agent from the KGB&#8217;s Second Main Directorate, which monitored the Spanish embassy, met with Samaranch and gently explained to him that his actions were subject to prosecution in accordance with the RSFRS&#8217;s Criminal Code (&#8230;) and were classified by Soviet law as the smuggling of contraband goods. Samaranch was offered a choice: he could either be compromised through the publication of articles in the Soviet and foreign press detailing his activities, which would undoubtedly have put an end to his diplomatic career, or he could collaborate with the KGB as a secret agent. Samaranch chose the latter option.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der KGB nahm dann Kontakt zu den Genossen im Ostblock auf und bat deren Geheimdienste, alles zu tun, um Samaranchs Wahl zum IOC-Präsidenten sicherzustellen. Dazu gibt es ein Schriftstück, ein dechiffriertes Telegramm, unterschrieben vom damaligen stellvertretenden KGB-Chef und späteren KGB-Boss Viktor Chebrikov. Der Plan ging auf &#8211; auch durch Mithilfe von Dassler, Guelfi, Weber und all den anderen im Sportbusiness und im Dunstkreise von Geheimdiensten Tätigen.</p>
<blockquote><p>&#8220;As the result, Samaranch was elected President of the IOC, where for many years he loyally served the country to which he was connected by his work as an agent and by his gratitude for its help in getting him a high international position.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sportpolitisch kann man diese Einschätzung bestätigen. Ich habe es gestern einmal mehr gesagt: Samaranchs Beziehungen ins ehemalige Sowjetreich sind Legende &#8211; bis hin zur dubiosen Kür von Sotschi zur Winterolympiastadt 2014. Ausgerechnet Sotschi, das subtropische Paradies, wo KGB-Mann Putin urlaubt und (natürlich) Geschäfte macht. Samaranch wurde damals von den Russen im letzten Moment eingeflogen und hat seinen alten Kumpels Witali Smirnow, langjähriger IOC-Vizepräsident und Organisationschef der Sommerspiele 1980, und Schamil Tarpischtschew, ehemals Jelzins Tennislehrer, Sportminister und verantwortlich für das spurlose Verschwinden <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">vieler Milliarden Dollar aus dem Wodka-Fond</a>, noch einige IOC-Stimmen beschafft.</p>
<p>Was kaum noch wundert, einige Spione mehr:</p>
<p>According to Mr. Felschtinski the current Russian IOC members <strong>Witali Smirnow</strong> and <strong>Schamil Tarpischtschew</strong>, longtime FIFA Executive Board member <strong><a title="Grüße von der Russenmafia" href="http://jensweinreich.de/?p=1163" target="_blank">Wjatscheslaw Koloskow</a></strong> and Russian NOC President <strong>Leonid Tjagatschew</strong> (code name &#8220;Elbrus&#8221;) have also served as <span style="color: #000000;"><strong>KGB agents</strong></span> &#8211; among other high-ranking sport officials.</p>
<p>Das soll für heute erstmal genügen. Es drängt mich, andere Samaranch-Geschichten aufzuwärmen, die in jene Zeit passen und das Bild runden, etwa seine Mitgliedschaft im <strong>Opus Dei</strong>, dessen Elite-Akademie Instituto de Estudios Superiores de la Empresa (IESE) er einst besucht hat. Damit habe ich mich vor Jahren aus der Ferne mal im Buch &#8220;<a title="Der olympische Sumpf" href="http://jensweinreich.de/?page_id=25" target="_self">Der olympische Sumpf</a>&#8221; befasst. Opus-Dei-Experte John Hutchison, der Samaranch Supernumerarier des Opus Dei nennt, schrieb in seinem Standardwerk &#8220;Die Heilige Mafia des Papstes&#8221;/&#8221;Pope&#8217;s Holy Mafia&#8221;, in der Zeit des Kalten Krieges habe Samaranch das Opus Dei &#8220;über die Aktivitäten der Sowjets auf dem laufenden&#8221; gehalten.</p>
<p>Ja, der Leser <a title="Kommentar von enrasen" href="http://jensweinreich.de/?p=5719#comment-15504" target="_self">enrasen</a> hat Recht &#8211; diese Geschichten sind besser als jeder Roman, weil sie nie enden. Schade nur, dass wir alle so wenig darüber wissen. Samaranch wird nicht plaudern. Smirnow ebenfalls nicht. Und, sorry, Jean-Marie Weber schon gar nicht.</p>
<p>Demnächst mehr in diesem Theater.</p>
<p>Schon jetzt mehr, Nachtrag, 21.15 Uhr: Unter Berufung auf Paris Match meldet <strong>Insidethegames</strong>: <a title="Insidethegames" href="http://ow.ly/zWWH" target="_blank">IOC member takes legal action over spy claims</a>. Ooops. Diesmal geht es um Spionage-Vorwürfe gegen <a title="Albert zur Frage einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur" href="http://jensweinreich.de/?p=5534" target="_self">Albert von Monaco</a> &#8211; ausnahmsweise nicht um den KGB.</p>
<ul>
<li><strong>Paris Match</strong>: <a title="Paris Match" href="http://www.parismatch.com/People-Match/Tete-couronnee/Actu/Les-attaques-de-la-taupe-sement-le-malaise-a-Monaco-142590/" target="_blank">LES ATTAQUES DE LA « TAUPE » SÈMENT LE MALAISE À MONACO</a></li>
</ul>
<p>Nachtrag, 8. November:</p>
<ul>
<li>Johann Skocek im österreichischen <strong>Standard</strong>: &#8220;<a title="Der Standard zu Samaranch und KGB" href="http://derstandard.at/fs/1256744306735/Der-geheime-Kompass" target="_blank">Der geheime Kompass</a>&#8220;</li>
</ul>

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		<title>IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 10:27:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch hat einst dem Diktator Franco im Range eines Sport-Staatssekretärs gedient. Erst jüngst wurde in Spanien wieder über Fotos debattiert, die den 89-Jährigen mit erhobenem Arm zeigen &#8211; beim Faschistengruß. Nun behaupten russische Autoren, Samaranch sei Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen.
„Der KGB spielt Schach&#8221; heißt ein auf Russisch frisch erschienenes Buch. Darin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5720" title="JAS, Guatemala 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/jas-guatemala-2007.jpg" alt="" width="500" height="294" /></p>
<p>IOC-Ehrenpräsident <a title="alle Beiträge zu Samaranch - Senior und Junior :)" href="http://jensweinreich.de/?s=samaranch" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a> hat einst dem Diktator Franco im Range eines Sport-Staatssekretärs gedient. Erst jüngst wurde in Spanien wieder über Fotos debattiert, die den 89-Jährigen <a title="&quot;Samaranch must resign&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=5063" target="_self">mit erhobenem Arm zeigen &#8211; beim Faschistengruß</a>. Nun behaupten russische Autoren, Samaranch sei Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen.</p>
<p>„<strong><a title="KGB plays chess" href="http://www.mippbooks.com/Page.BCart.cls?Type=Books&amp;BOOKSID=141433" target="_blank">Der KGB spielt Schach</a></strong>&#8221; heißt ein auf Russisch frisch erschienenes Buch. Darin geht es vor allem um den Einfluss des Geheimdienstes auf die Schach-Elite der Sowjetunion, um atemraubende Machenschaften bis hin zu Mordkomplotten. Neben dem Historiker <a title="Juri Felshtinsky - Website" href="http://www.felshtinsky.com/index1.html" target="_blank">Juri Felschtinski</a> zählen die Schach-Großmeister <a title="Wikipedia Link" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kortschnoi" target="_blank">Wiktor Kortschnoi</a> und <a title="Wikipedia Link" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Gulko" target="_blank">Boris Gulko</a> zu den Autoren &#8211; sowie Wladimir Popow, ehemals ranghoher KGB-Führungsoffizier. Popow hat einst hunderte Quellen und Agenten im Sportbusiness geführt und bearbeitet. Er behauptet: KGB-Sportagent war nicht nur der langjährige Schach-Weltmeister Anatoli Karpow (Deckname Raul), sondern auch Juan Antonio Samaranch, IOC-Präsident von 1980 bis 2001.</p>
<p>Samaranch war 1977, nach dem Tod seines Führers Franco, als spanischer Botschafter für die Sowjetunion und die Mongolei nach Moskau abgeschoben worden. Im Exil machte er Sport-Karriere: Moskau war Olympiagastgeber 1980, unmittelbar vor Eröffnung dieser Boykottspiele wurde Samaranch IOC-Präsident. Er gewann die Wahl mit 44 IOC-Stimmen gegen Marc Hodler (Schweiz/21), James Worrall (Kanada/7) und Willi Daume (Bundesrepublik/5). Der Neuseeländer Lance Cross hatte im letzten Moment auf seine Kandidatur verzichtet. Samaranchs Transformation vom Blauhemdträger der Falange zum olympischen Moralapostel war gelungen.</p>
<p>Laut KGB-Oberstleutnant Popow hat daran der Geheimdienst mitgewirkt und Stimmen der IOC-Mitglieder aus dem Ostblock organisiert. Der KGB habe sich Samaranchs Mitarbeit erpresst, nachdem man den Botschafter beim Schmuggel mit Antiquitäten, Schmuck und Gemälden erwischt habe. Vom KGB sei Samaranch als „sowjetischer Sport-General&#8221; geführt worden, behauptet Popow, der sich 1996 nach Kanada absetzte.</p>
<p>Samaranch war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. IOC-Kommunikationsdirektor <a title="Beiträge zu Mark Adams" href="http://jensweinreich.de/?s=mark+adams" target="_self">Mark Adams</a>, neu im Geschäft, sagte mir, die KGB-Geschichte sei „bloße Spekulation&#8221;.</p>
<p>Über der Wahl am 16. Juli 1980, am Vorabend der Boykottspiele, im Moskauer Haus der Gewerkschaften, dort wo Samaranch exakt 21 Jahre später abtrat und von Rogge ersetzt wurde, lastet seit jeher der Schatten der Korruption. Samaranchs Vorgänger Lord Michael Killanin (Irland) sagte später öffentlich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich war der festen Überzeugung, daß der Posten eines IOC-Präsidenten nicht käuflich sein sollte. Es gibt eine wachsende Tendenz &#8211; und viele Gerüchte -, sich Posten durch Gunstbezeugungen zu erschleichen.&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-5722" title="Killanin, Samaranch, Moskau 1980 - Screenshot TV" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/jas-kill-1980.jpeg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="320" height="305" align="left" />An der Amtsübergabe von Killanin (links im Bild) zu Samaranch hatten seinerzeit natürlich auch der ehemalige Adidas-Chef Horst Dassler mit seiner „sportpolitischen Abteilung&#8221; (inklusive des Schmiergeldboten <a title="Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?cat=171" target="_self">Jean-Marie Weber</a>) großen Anteil &#8211; und der Franzose André Guelfi, genannt Dédé le Sardine, eine der zentralen Figuren im internationalen Sportbusiness seit Anfang der 1970er Jahre bis zu Beginn dieses Jahrtausends. Guelfi, geboren in Marokko, selbst einst Geheimdienstler, ehemaliger Rennfahrer und in den neunziger Jahren als Schmiergeldbote im gigantischen <a title="Spiegel: Konzern für heikle Missionen" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15613895.html" target="_blank">Korruptionsskandal</a> um den MIneralölkonzern Elf Aquitaine berühmt geworden, schilderte in seinen Memoiren ausführlich die Umstände der Samaranch-Krönung: „Ich konnte fast alle überzeugen, ihr Votum zu ändern. Samaranch wurde mit einer sauberen Mehrheit gewählt.&#8221; Guelfi zahlte mit Geld und Produkten seiner Firma Le Coq Sportif, Dassler aus dem Topf von Adidas.</p>
<p><em>(Ich kürze hier ab, denn sonst müsste ich flink einen Text in der Länge eines Buches veröffentlichen über all die Beziehungen und dunklen Geschäfte von Guelfi &amp; Co. in und mit dem IOC, der FIFA, Havelange, Dassler, Tarpischtschew, Smirnow, Samaranch, Blatter und vielen anderen Sportfürsten, über gefakte Olympiabewerbungen wie die von St. Petersburg, womit schon eine Verbindung zu Sobtschak und Putin gegeben ist, etc. pp.)</em></p>
<p>Legendär sind Samaranchs enge Beziehungen ins Sowjetreich und seine Nachfolger-Staaten. Bei Guelfi bedankte er sich, in dem er ihn in den neunziger Jahren persönlich bei den Diktatoren mittelasiatischer Republiken wie Usbekistan vorstellte. Dies war für Guelfi der Durchbruch, um seine Schmiergeldgeschäfte für Elf Aquitaine zu erledigen. Samaranch verschaffte Guelfi diplomatischen Status, öffnete alle Türen &#8211; und immer ging es bei diesen Deals auch um &#8220;Sport&#8221;, wurden viele Millionen an Funktionäre aus dem ehemaligen Sowjetreich verschoben.</p>
<p>Geheimdienstliche Beziehungen wurden Samaranch schon immer nachgesagt. Er hat es stets bestritten. Sporthistorisch macht die Darstellung der russischen Autoren für die Zeit bis 1980 deshalb Sinn. Der Historiker Felschtinski, der seit drei Jahrzehnten in den USA lebt, kennt sich in der Welt der Geheimdienste zweifellos aus. Zuletzt hatte er nach dem <span style="text-decoration: line-through;">Plutonium</span>Polonium-Mord an seinem Freund und Ex-Agenten Alexander Litwinenko das Buch „Eiszeit im Kreml&#8221; veröffentlicht.</p>
<p><span id="more-5719"></span>Sollte Samaranch tatsächlich als KGB-Agent geführt worden sein, war die Quelle offenbar nicht sehr ergiebig. Denn fünf Jahre später bildeten die Auslands-Spionage-Abteilung von KGB und der DDR-Staatssicherheit ein bizarres Joint Venture, um das IOC, Adidas und die von Dassler inzwischen gegründete Marketingagentur ISL auszuspionieren. In einem Stasi-Dossier aus jener Zeit heißt es über Samaranch: Die Gabe, „sich unter den Mächtigen Freunde zu machen&#8221;, zeichne ihn aus. So konnte er auch den Makel des „früheren Bekenntnisses als hundertprozentiger Franco-Anhänger&#8221; überwinden.</p>
<p>Samaranch war übrigens stets äußerst misstrauisch: Als IOC-Präsident ging er mit wichtigen Gästen zur Besprechung gern hinaus in die Gärten der IOC-Zentrale von Lausanne-Vidy. Das hatte er schon im geliebten Moskau so gehalten &#8211; aus Sicherheitsgründen, aus Angst vor Wanzen des KGB, war er mit Gesprächspartnern durch die Straßen flaniert. Und Jahre später, am ruhigen Genfer See, peinigten den Geheimstrategen immer noch Wahnvorstellungen: Seine Zimmerflucht im Palace-Hotel ließ er regelmäßig nach Abhörgeräten untersuchen.</p>
<p><small>In Kurzfassung und unverlinkt :) erschienen u.a. heute in der Süddeutschen Zeitung: &#8220;<a title="SZ vom 5. November 2009: &quot;Schach mit dem Präsidenten&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/89/493436/text/" target="_blank">Schach mit dem Präsidenten</a>&#8220;</small></p>

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		<title>&#8220;Neulich irgendwo im Sport-Universum&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 15:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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&#8220;Neulich irgendwo im Sport-Universum&#8221;, nennt Jürgen Kalwa seine noch jungfräuliche Videoserie, deren erster Teil aus meiner Umfrage am Rande des Olympischen Kongresses generiert wurde.




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<p>&#8220;Neulich irgendwo im Sport-Universum&#8221;, nennt <a title="American Arena" href="http://www.american-arena.blogspot.com/" target="_self">Jürgen Kalwa</a> seine noch jungfräuliche Videoserie, deren erster Teil aus meiner <a title="tag: Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://jensweinreich.de/?cat=1205" target="_self">Umfrage</a> am Rande des Olympischen Kongresses generiert wurde.</p>

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		<title>Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 10:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Same procedure wie in den fünf Teilen zuvor &#8230;

Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?
Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?

Auch er beteiligt sich an der Umfrage, Dank an Albert II. von Monaco:
[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]
Das kurze Gespräch mit Tennis-Weltpräsident Francesco Ricci Bitti wurde leider von einer Dame gestört, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Same procedure wie in den fünf Teilen zuvor &#8230;</p>
<ul>
<li>Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?</li>
<li>Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</li>
</ul>
<p>Auch er beteiligt sich an der Umfrage, Dank an Albert II. von Monaco:</p>
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<p>Das kurze Gespräch mit Tennis-Weltpräsident Francesco Ricci Bitti wurde leider von einer Dame gestört, die die IOC-Mitglieder nach einer Kaffeepause in den Saal klingeln musste. Sorry:</p>
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<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-6-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>

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		<title>Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 07:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ehre wem Ehre gebührt. Teil 5 der kleinen, nervenden Umfrage:</p>
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		<title>Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 05:41:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]
Es sprach übrigens gerade Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg. Danke.
Hier also Teil 4 dieser erlesenen Videoreihe. An der Fagestellung hat sich nichts geändert. Gleichwohl nimmt die Bereitschaft prozentual ab, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-4-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Es sprach übrigens gerade Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg. Danke.</p>
<p>Hier also Teil 4 <a title="Umfrage unter Top-Funktionären (1)" href="http://jensweinreich.de/?p=5456" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">dieser</span></a> <a title="Umfrage unter Top-Funktionären (2)" href="http://jensweinreich.de/?p=5464" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">erlesenen</span></a> <a title="Umfrage unter Top-Funktionären (3)" href="http://jensweinreich.de/?p=5472" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">Videoreihe</span></a>. An der Fagestellung hat sich nichts geändert. Gleichwohl nimmt die Bereitschaft prozentual ab, die einfache offene Frage zu beantworten:</p>
<ul>
<li>Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?</li>
<li>Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</li>
</ul>
<p>In einem Beitrag für die Financial Times &#8220;<a title="FTD vom 6. Oktober 2009" href="http://www.ftd.de/sport/sportmix/:korruptionsbekaempfung-beim-ioc-schweigen-und-kassieren/50019453.html" target="_blank">Schweigen und kassieren</a>&#8221; habe ich zwei derjenigen, die nicht antworteten, geoutet. Das ist fair, finde ich, denn ich habe ihnen zuvor auch eine faire Chance gegeben, sich ungeschnitten zu äußern. Ein &#8220;nein&#8221; oder &#8220;ja&#8221; hätte gereicht. Alexander Popow, Witali Smirnow, Frankie Fredericks, Ottavio Cinquanta und noch einige andere (muss meine Notizen wiederfinden) haben in unterschiedlicher Weise eine Antwort abgelehnt. Fredericks sagte beispielsweise, er sage nichts, weil er nicht glaube, dass es Korruption im Sport gebe.</p>
<p>Am putzigsten war wieder einmal Carlos Nuzman, <a title="Olympiasieger Rio de Janeiro: das IOC-Wahlergebnis" href="http://jensweinreich.de/?p=5389" target="_self">Olympiasieger</a> mit <a title="Olympia 2016: Rio gewinnt, Ohrfeige für Obama" href="http://jensweinreich.de/?p=5372" target="_self">Rio</a> <a title="Die Präsentationen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5301" target="_self">de</a> <a title="... einer wird gewinnen" href="http://jensweinreich.de/?p=5286" target="_self">Janeiro</a>. Er hörte sich meinen Wunsch an und wurde schon beim Wort &#8220;corruption&#8221; ganz unruhig. &#8220;Nein, nein, nein, ich sage nichts, ich muss erst lesen, was in der Zeitung steht!&#8221; Dann stürzte er davon. Er wird doch nicht etwa befürchten, dass ihm jemand auf die Schliche gekommen ist?</p>
<p>Andere haben keine Probleme. Besonders cool ist natürlich Richard Carrion, Banker aus Puerto Rico.</p>
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		<title>Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 09:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Umfrage unter wichtigen Sportfunktionären, IOC-Mitgliedern und Präsidenten der olympischen Sport-Weltverbände. Teil 3. (to be continued)

Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?
Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?

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		<title>Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 06:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?
Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?


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		<title>Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 11:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Umfrage unter wichtigen Sportfunktionären, IOC-Mitgliedern und Präsidenten der olympischen Sport-Weltverbände. Teil 1. (to be continued)

Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?
Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Umfrage unter wichtigen Sportfunktionären, IOC-Mitgliedern und Präsidenten der olympischen Sport-Weltverbände. Teil 1. (to be continued)</p>
<ul>
<li>Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?</li>
<li>Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</li>
</ul>
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		<title>Open letter to the IOC President and the IOC: call for action against all forms of corruption in sport</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/10/04/open-letter-to-the-ioc-president-and-the-ioc-call-for-action-against-all-forms-of-corruption-in-sport/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 07:09:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
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		<category><![CDATA[korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[play the game]]></category>
		<category><![CDATA[transparenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Thema: Braucht es eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur im Sport:
Open letter to the IOC President and the International Olympic Committee, gathered in Copenhagen, Denmark on the occasion of the 121st IOC Session and the XIII IOC Congress
Call for action against all forms of corruption in sport
Dear President Rogge and IOC Members,
We believe the time has come to [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema: Braucht es eine <a title="tag: WACA" href="http://jensweinreich.de/?cat=1030" target="_self">Welt-Anti-Korruptions-Agentur</a> im Sport:</p>
<p>Open letter to the IOC President and the International Olympic Committee, gathered in Copenhagen, Denmark on the occasion of the 121st IOC Session and the XIII IOC Congress</p>
<p><strong><a title="Play the Game: Call for action against all forms of corruption in sport" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/call-for-action-against-all-forms-of-corruption-in-sport-4543.html" target="_self">Call for action against all forms of corruption in sport</a></strong></p>
<p>Dear President Rogge and IOC Members,</p>
<p>We believe the time has come to act against all forms of corruption in sports.</p>
<p>We are alarmed that the sporting community is now in a situation where worldwide illegal gamblers and match-fixers are operating at all levels of sport. Their activities are a small slice of an illegal gambling market that is worth hundreds of billions of dollars and poses an imminent threat to the core values and credibility of sport.</p>
<p>Also, we believe that within a number of sports and national associations non-transparent and corrupt practices continue. For instance, the ISL affair in which a small group of leaders in international sport has cashed in more than 100 million dollars as secret personal commissions in return for TV and marketing rights should be met with a strong response.</p>
<p>We believe that there is a number of other forms of corruption in sport: human trafficking, money laundering and tax evasion. These activities are thriving thanks to the non-intervention of the sports community, local and national governments, sports sponsors, the media and other stakeholders.</p>
<p>We believe that the global sports community has an obligation to act as a role model of transparency, accountability and democracy if it is to promote positive social, cultural and personal values to society and youth.</p>
<p>The International Olympic Committee is the worldwide leader in sports. It has the moral aspirations as well as financial and political clout to show effective political leadership in this matter.</p>
<p>Therefore, we urge the IOC to take immediate, concrete and convincing steps to counter all forms of corruption in sport in order to safeguard the social, cultural and educational values of sport.  </p>
<p>We ask you to urgently consider all relevant measures, including</p>
<ul>
<li>a definition of common standards of good governance and accountability</li>
<li>a strengthening of the role of the Ethical Committees in sport so they can be allowed to act truly independently and have capacity to sanction those who violate the rules</li>
<li>a modernisation of the way international federations manage democracy and transparency</li>
<li>mechanisms for exchange of information and intelligence related to corruption</li>
<li>and, if necessary, the establishment of an international anti-corruption institution for all countries and all sports</li>
</ul>
<p>In a defining moment for world sport, we call on the IOC to take decisive steps.</p>
<p><span id="more-5436"></span>Yours sincerely,</p>
<p><strong>Adam Jefferson Kreek</strong><br />
Rower, Trainer, Author, Entrepreneur<br />
Olympic Gold Medallist , two-times Olympian<br />
Canada</p>
<p><span style="color: #888888;"><strong><span style="color: #000000;">Aidan White</span><br />
</strong></span>General Secretary<br />
International Federation of Journalists<br />
Belgium</p>
<p><strong>Alessandro Donati<br />
</strong>Member of the governmental Anti-Doping Commission<br />
Rome Ministry of Health<br />
Italy</p>
<p><strong>Andrew Jennings<br />
</strong>Investigative reporter<br />
Author<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>Anne-Marie Dohm<br />
</strong>Rector<br />
Danish School of Media and Journalism<br />
Denmark</p>
<p><strong>Bert Schaap<br />
</strong>Sportswriter<br />
De Telegraaf<br />
Holland</p>
<p><strong>Bob Munro<br />
</strong>Chairman<br />
Mathare United<br />
Kenya</p>
<p><strong>Christel Schaldemose<br />
</strong>Member of the European Parliament<br />
Denmark</p>
<p><strong>Christopher A. Shaw<br />
</strong>Professor, Author<br />
University of British Columbia<br />
Canada</p>
<p><strong>Dave Boyle<br />
</strong>Chief Executive<br />
Supporters Direct<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>David Rowe<br />
</strong>Professor of Cultural Research<br />
University of Western Sydney<br />
Australia</p>
<p><strong>Eduardo Galeano<br />
</strong>Author<br />
Uruguay</p>
<p><strong>Ezequiel Fernández Moores<br />
</strong>Sports Editor<br />
ANSA Latinamerica<br />
Argentina</p>
<p><strong>Florian Petrica<br />
</strong>Editor-in-Chief of Sport<br />
The Money Channel, Realitatea Media<br />
Romania</p>
<p><strong>Gary Wicks<br />
</strong>PhD, Associate Professor Emeritus<br />
St. Olaf College<br />
USA</p>
<p><strong>Gerhard Treutlein<br />
</strong>Professor<br />
Centre for Doping Prevention, Heidelberg<br />
Germany</p>
<p><strong>Henning Eichberg<br />
</strong>Lecturer, Dr. Phil.<br />
University of Southern Denmark<br />
Denmark</p>
<p><strong>Henrik Brandt<br />
</strong>Director<br />
Danish Institute for Sports Studies<br />
Denmark</p>
<p><strong>Ivan Waddington<br />
</strong>Visiting Professor<br />
Norwegian School of Sport Sciences and University of Chester<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>Jan Mühletaler<br />
</strong>M.A., Head of section<br />
Neue Zürcher Zeitung<br />
Switzerland</p>
<p><strong>Jens Brinch<br />
</strong>Chairman of the Board of Play the Game<br />
Former Secretary General of the Sports Confederation of Greenland<br />
Denmark</p>
<p><strong>Jens Sejer Andersen<br />
</strong>Director<br />
Play the Game<br />
Denmark</p>
<p><strong>Jens Weinreich<br />
</strong>Investigative journalist<br />
Author<br />
<a title="Opens external link in new window" href="http://www.jensweinreich.de/" target="_blank">www.jensweinreich.de<br />
</a>Germany</p>
<p><strong>John Beech<br />
</strong>Head of Sport &amp; Tourism Applied Research<br />
Coventry University<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>John Thrane<br />
</strong>Editor-in-Chief<br />
Danish Association of Company Sport (DFIF)<br />
Denmark</p>
<p><strong>John Volkers<br />
</strong>Sports reporter<br />
de Volkskrant<br />
Holland</p>
<p><strong>Joseph Maguire<br />
</strong>Professor, School of Sport &amp; Exercise Sciences<br />
Loughborough University<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>Jørgen Povlsen<br />
</strong>Head of the Institute of Sport Science and Clinical Biomechanics<br />
University of Southern Denmark<br />
Denmark</p>
<p><strong>Jørn Hansen<br />
</strong>Lecturer, Institute of Sport Science and Clinical Biomechanics<br />
University of Southern Denmark<br />
Denmark</p>
<p><strong>Kaj Kunnas<br />
</strong>Sports Journalist<br />
OY Yleisradio AB/Finnish Broadcasting Company<br />
Finland</p>
<p><strong>Kim Schimmel<br />
</strong>Associate Professor of the Sociology of Sport<br />
Kent State University<br />
USA</p>
<p><strong>Lasse Svensson<br />
</strong>Chairman, County Sports Federation of Västmanland<br />
Former national and international volleyball leader<br />
Sweden</p>
<p><strong>Laura Robinson<br />
</strong>Investigative journalist<br />
Author<br />
Canada</p>
<p><strong>Malcolm Clarke<br />
</strong>Chairman<br />
Football Supporters Federation<br />
England and Wales</p>
<p><strong>Mario Rodrigues<br />
</strong>Editor<br />
All Sports Magazine, Mumbai<br />
India</p>
<p><strong>Mike McNamee<br />
</strong>Professor of Applied Ethics<br />
Swansea University<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>Nikki Dryden<br />
</strong>Human Rights Attorney  <br />
Two-time Olympic swimmer<br />
Canada /USA</p>
<p><strong>Olukayode Thomas<br />
</strong>Sports Editor<br />
Timbuktu Media<br />
Nigeria</p>
<p><strong>Paul Einar Borgen<br />
</strong>Marketing Director<br />
Sportsmaster<br />
Norway</p>
<p><strong>Sigmund Loland<br />
</strong>Professor<br />
The Norwegian School of Sport Sciences<br />
Norway</p>
<p><strong>Søren Riiskjær<br />
</strong>Director of the Secretariat of Sports Politics<br />
Danish Gymnastics and Sports Associations (DGI)<br />
Denmark</p>
<p><strong>Tegla Loroupe<br />
</strong>United Nations Ambassador of Sport<br />
Long-distance runner, Olympic bronze medallist and tree-times Olympian<br />
Kenya</p>
<p><strong>Terri Byers<br />
</strong>Principal Lecturer Sport Management<br />
Coventry University<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>Terry Monnington<br />
</strong>Director of Physical Education and Sport<br />
University of Warwick<br />
United Kingdom</p>
<p><strong>Tine Rindum Teilmann<br />
</strong>Board member, Danish Paralympic Committee<br />
member of the IOC&#8217;s Women in Sport Commission<br />
Denmark</p>
<p><strong>Tjeerd Veenstra<br />
</strong>Director De Lotto<br />
Chair Legal, Statutes &amp; Members Committee, European Lotteries<br />
Holland</p>
<p><strong>Veerle De Bosscher<br />
</strong>Lecturer in Sports Management<br />
Vrije Universiteit Brussel<br />
Belgium</p>
<p><strong>Wladimir Andreff<br />
</strong>Professor Emeritus at the University Paris 1 Panthéon Sorbonne <br />
Honorary President of the International Association of Sport Economists France<br />
France</p>
<p><em>For further reference please contact Jens Sejer Andersen<br />
Director, Play the Game<br />
+45 20 71 07 01<br />
</em><a href="mailto:jens@playthegame.org"><em>jens@playthegame.org</em></a></p>

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		<title>Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/09/24/der-sport-braucht-wohl-doch-eine-welt-anti-korruptions-agentur/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 12:22:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oops, kommt etwa Bewegung in die Korruptionsbekämpfung? Die European Sports Security Association (ESSA) &#8211; wenn ich es recht verstehe: eine von Sportwettenanbietern betriebene Non-Profit-Organisation (geht das?) &#8211; fordert eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur im Sport.
Spontan sage ich: Gute Idee, so eine World-Anti-Corruption-Agency (WACA). Hatte ich auch schon :)
Jedenfalls, die ESSA, bereits im Gespräch mit etlichen Sportverbänden, teilt mit:

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Oops, kommt etwa Bewegung in die Korruptionsbekämpfung? Die European Sports Security Association (<a title="ESSA Webseite" href="http://www.eu-ssa.org/Aboutus/tabid/55/Default.aspx" target="_blank">ESSA</a>) &#8211; wenn ich es recht verstehe: eine von Sportwettenanbietern betriebene Non-Profit-Organisation (geht das?) &#8211; fordert eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur im Sport.</p>
<p>Spontan sage ich: Gute Idee, so eine <strong>World-Anti-Corruption-Agency (WACA)</strong>. Hatte <a title="NZZ, März 2009: Korruption? Fehlanzeige!" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/korruption_fehlanzeige_1.2185060.html" target="_blank">ich</a> <a title="tag: WACA" href="http://jensweinreich.de/?s=waca" target="_self">auch</a> <a title="World-Anti-Corruption-Agency?" href="http://jensweinreich.de/?p=3970" target="_self">schon</a> :)</p>
<p>Jedenfalls, die ESSA, bereits im Gespräch mit etlichen Sportverbänden, <a title="ESSA Pressemitteilung" href="http://www.eu-ssa.org/LinkClick.aspx?fileticket=K0B%2bTQppbiY%3d&amp;tabid=55&amp;mid=372" target="_blank">teilt mit</a>:</p>
<blockquote>
<p align="center"><strong>URGENT NEED FOR GLOBAL BODY TO TACKLE SPORTS CORRUPTION</strong></p>
<p style="text-align: left;"><em>The European Sports Security Association calls for a robust and independent global sports anti-corruption body</em></p>
<p style="text-align: left;">The European Sports Security Association (ESSA) today called for the establishment of a robust and independent global body able to hand down tough penalties and sanctions that will act as effective disincentives in tackling corruption in sport. (&#8230;)</p>
</blockquote>
<p>In der vergangenen Woche hatte Transparency International (TI) ein Arbeitspapier zur Korruption im Sport vorgelegt, das weit hinter dieser WACA-Forderung zurückbleibt. Schade eigentlich. Dieses Dokument, maßgeblich von der deutschen TI-Chefin und langjährigen Sportfunktionärin Sylvia Schenk erarbeitet, die u.a. Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer war, stellt erstmals einen übergreifenden Rahmen für die nationalen Chapter von Transparency International dar. Der Sportsektor schaffe „bei der Finanzierung, der Sorgfaltsprüfung, in der Kultur und bei den Strukturen ein Umfeld, das verführerisch für Geldwäsche durch organisierte Kriminalität ist&#8221;, heißt es in dem Papier. „Dies kann angesichts der Gelegenheiten, schmutziges Geld zu investieren und kleine Summen in große zu verwandeln, letztlich alle Sportbereiche betreffen.&#8221; Sportorganisationen beweisen „generell wenig Transparenz, wenn es darum geht, wichtige Informationen und Dokumente öffentlich zu machen&#8221;. Geld werde innerhalb der Sportverbände „oft ohne oder nur mit geringer Aufsicht verteilt, so dass Korruptionsrisiken entstehen&#8221;.</p>
<ul>
<li><a title="TI Arbeitspapier Korruption im Sport, englisch" href="http://transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Sport/Sports_and_Corruption_Working_Paper_9_September_2009.pdf" target="_blank">englische Version</a> des Papiers (pdf, 8 Seiten)</li>
<li><a title="TI Arbeitspapier Korruption im Sport, deutsche Version" href="http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Sport/Working_Paper_Sport_03-2009_deutsch.pdf" target="_blank">deutsche Version</a> des Papiers (pdf, 10 Seiten)</li>
<li>die deutsche Sektion hatte schon einmal einen <a title="TI Aufruf Korruption im Sport, Stand Mai 2007" href="http://transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Sport/Aufruf_TransparenzSport_update_07-05-21.pdf" target="_blank">Aufruf gegen Korruption und für Transparenz im Sport</a> gestartet</li>
<li>der brandneue <a title="TI: Global Corruption Report 2009" href="http://www.transparency.org/news_room/in_focus/2009/gcr2009#dnld" target="_blank">Global Corruption Report 2009</a> (pdf, knapp 500 Seiten)</li>
</ul>
<p>Schwerpunktmäßig behandelt das Papier die Bereiche: Wettbetrug, Einfluss der organisierten Kriminalität, demokratische Führung von Verbänden, Transferfragen, Sponsoring, Korruption in Medien sowie Korruption bei Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Austragung sportlicher Großereignisse wie Olympischer Spiele oder Welt- und Europameisterschaften im Fußball. Transparency International ist in mehr als 90 Ländern aktiv, mit dem Thema Sport befasste man sich bislang in Maßen in Kenia, Argentinien, der Schweiz, Deutschland und Italien. Zuarbeiten für das Papier kamen nun auch aus Dänemark, Tschechien, Kamerun, Südafrika, Polen und der Ukraine &#8211; wobei letztere drei Länder die nächsten großen Fußballmeisterschaften ausrichten: die WM 2010 und die EM 2012.</p>
<p>Ich finde, dem Thesenpapier fehlt es gewaltig an Systematik. Es erinnert über weite Strecken an eine schlecht sortierte Presseschau der vergangenen Jahre. Die Auswahl der erwähnten Korruptionsfälle leuchtet mir nicht ein. Der Adressat des Papiers wird ebenfalls nicht genannt. Kurz vor dem Olympischen Kongress Anfang Oktober in Kopenhagen hätte eine überzeugende Argumentation in Richtung des Internationalen OIympischen Komitees (IOC) angeboten. Diese Chance wurde vertan. Soweit ich die Grundlinien von TI verstehe, soll niemand offen kritisiert und schon gar nicht attackiert werden, man strebt vielmehr gemeinsam mit den Betreffenden Lösungen an. Eine ganz andere Herangehensweise als im Journalismus, wo es vor allem darum geht, Missstände aufzudecken, um es kurz zu fassen.</p>
<p><span id="more-5214"></span>Erstaunlich zudem, dass im Arbeitspapier einige Vorleistungen nicht erwähnt wurden: Schon 2005 erarbeitete ein Vertreter des norwegischen Chapters von TI gemeinsam mit der Kommunikationskonferenz &#8220;Play the Game&#8221; einen Forderungskatalog zur Korruptionsbekämpfung im olympischen Weltsport vor (ich war in einer Arbeitsgruppe während der PtG-Konferenz daran beteiligt):</p>
<ul>
<li><a title="PTG: Statement for Integrity and Anti-Corruption in Sport" href="http://www.playthegame.org/search-results/news-article.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1451" target="_blank">Statement for Integrity and Anti-Corruption in Sport</a></li>
</ul>
<p>Vor zwei Jahren hatte der langjährige IOC-Vizepräsident Richard Pound (Kanada) die Einrichtung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur (WACA) analog zur Welt-Anti-Doping-Agentur angeregt. Verbündete für diese Idee fand er im IOC nicht, ob er es auch energisch verfolgt hat, weiß ich allerdings nicht. IOC-Präsident Rogge hat die Korruptionsbekämpfung, die angeblich einmal zu seinen wichtigsten Themen gehörte, jedenfalls nicht prominent auf die Tagesordnung des Olympischen Kongresses gesetzt. IOC-Präsident Rogge, das ist jener Mann, der auch nichts gegen <a title="We are family: Jean-Marie Weber, das IOC und die IAAF" href="http://jensweinreich.de/?p=4667" target="_self">Jean-Marie Weber</a> hat, den womöglich größten Schmiergeldzahler des olympischen Sports. Über das Thema Korruption und Weber und ISL/ISMM habe ich übrigens schon vor langer Zeit mit Rogge gesprochen. Eine Passage aus einem <a title="BLZ: Interview mit Jacques Rogge" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0615/sport/0001/index.html" target="_blank">Interview</a>, das im Juni 2005 in der Berliner Zeitung erschien:</p>
<blockquote><p><em>Es deutet sich neues Ungemach an im Zusammenhang mit den Prozessen gegen Manager des langjährigen IOC-Marketingpartners ISL. Es geht um Schwarzgeld, geheime Konten, dubiose Stiftungen und Bestechungsgelder in Millionenhöhe; mutmaßlich auch an Funktionäre aus dem Umfeld des IOC. Wie genau sind Sie darüber informiert?</em></p>
<p>Jacques Rogge: Wie jeder in dieser Branche habe ich die ISL-Krise aufmerksam verfolgt. Ich weiß, dass der Untersuchungsrichter seine Arbeit abgeschlossen hat und in einigen Monaten Prozesse beginnen sollen. Sie kennen mich gut genug, um meine Haltung einschätzen zu können. Ich sage: Wenn da schmutzige Wäsche zu waschen ist, soll es passieren. Dann soll die Wahrheit ans Licht gelangen, dann sollen die Richter ihr Urteil sprechen. Ich habe damit kein Problem. Ich würde das begrüßen. Das würde uns allen helfen.</p>
<p><em>Erinnern Sie sich an den drastischen Vergleich, den Sie für derartige Aufklärungsarbeit mal gewählt haben?</em></p>
<p>Klar, diese Aussage gilt noch immer. Insofern habe ich als Chirurg für die Sportpolitik gelernt, denn beim Kampf gegen die Korruption geht man nicht anders vor, als wenn man versucht, einen Abzess abzutöten: Man muss die Beule aufschneiden, den Eiter ausfließen und dann die Wunde austrocknen lassen. </p></blockquote>
<p>Ich darf in diesem Zusammenhang einmal mehr auf das Buch &#8220;<a title="Buch &quot;Korruption im Sport&quot;" href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_blank">Korruption im Sport</a>&#8221; verweisen. Für den einen oder die andere mag es sich großkotzig anhören, nun denn, aber in diesem Sammelband waren wir doch sehr um Systematik bemüht. Zum Beispiel &#8230;</p>
<p>&#8230; um diesen <a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self"><strong>Definitionsversuch und eine einordnende Darstellung</strong></a> des Strukturproblems Korruption im olympischen Weltsport</p>
<p>&#8230; um die Formulierung von <a title="Korruption im Sport: Präventionsmaßnahmen" href="http://jensweinreich.de/?p=3243" target="_self"><strong>Präventionsmaßnahmen</strong></a>, als da wären (ich sage immer wieder: man wird doch mal träumen dürfen):</p>
<ol>
<li>Transparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln im Sport</li>
<li>Transparenz der Sportverbände und ihrer Funktionsträger</li>
<li>Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Lobbyisten-Registers (national und international) im Sport</li>
<li>Einrichtung eines Korruptionsregisters</li>
<li>Erstellung nationaler und internationaler Korruptionsranglisten im Sport</li>
<li>Bestellung von Ombudsmännern in allen nationalen und internationalen Verbänden, Kronzeugenregelung, Schutz von Whistleblowern</li>
<li>Einführung verbindlicher und aufeinander abgestimmter Ethik-Richtlinien in allen olympischen Verbänden</li>
<li>Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur des Sports (WACA)</li>
<li>Kontrolle durch Nichtregierungsorganisationen</li>
<li>Schwerpunktthema Korruptionsprävention auf dem Olympischen Kongress 2009 in Kopenhagen</li>
<li>Implementierung des Sportbetrugs, der Korruption im Sport in nationale Rechts­systeme und in internationale Anti-Korruptions-Konventionen</li>
<li>Einbeziehung der internationalen Sportkonzerne (auch Sportverbände genannt) in internationale Anti-Korruptions-Konventionen</li>
</ol>
<p>Pasend dazu und hier im Blog <a title="Kommentar von indykiste" href="http://jensweinreich.de/?p=5199#comment-14327" target="_blank">bereits verlinkt</a>: Am Rande der Jahrestagung der <a title="krimg.de: Fachtagungen" href="http://www.krimg.de/drupal/node/3" target="_blank">Kriminologischen Gesellschaft</a> hat deren Vorsitzende Britta Bannenberg erneut die mangelnde Korruptions-Prävention im Sport kritisiert. Sie sprach von einer „klandestinen Struktur des schweigenden Sports&#8221;. Im Deutschlandfunk sagte Frau Bannenberg, Rechts-Professorin an der Universität Gießen: „Ich entdecke starke Parallelen zwischen der organisierten Wirtschaftskriminalität, Korruption und Sport-Strukturen.&#8221; Bannenberg setzt sich etwa für den Straftatbestand Sportbetrug ein und hat dazu wissenschaftliche Arbeiten vorgelegt. „Mich wundert seit langem, dass die Sportverbände sich in keiner Weise mit Whistleblower-Systemen, mit anonymen Meldesystem und Ombudsleuten auseinandersetzen&#8221;, sagte sie.</p>
<p>Das komplette Sportgespräch im DLF vom 20. September 2009 zum Thema Korruption (ein halbes Jahr lang online):</p>
<p><a title="Sportgespräch DLF vom 20. September 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/09/20/dlf_20090920_2330_27ac8d91.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Wolfgang Schaupensteiner, Deutschlands bekanntester Korruptionsbekämpfer, wies auf rechtliche Probleme hin: „Vieles was als Korruption im Sport wahrgenommen wird, etwa Schiedsrichterbestechung, ist im Strafgesetzbuch einfach nicht abgebildet&#8221;, sagte er. „Es gibt Lücken im Strafrecht. Korruption im Sport ist im deutschen Strafrecht, anders als in anderen Ländern, nicht strafbar.&#8221; An Selbstreinigungskräfte der Branche glaubt Schaupensteiner nicht. Bei Ethik- und ähnlichen Kommissionen in Sportorganisationen sei kritisch zu hinterfragen: „Ist das nur Popanz oder steht eine ernstgemeinte Struktur dahinter? Sind diese Kontrollen nur zum Schein oder sind sie wirklich flächendeckend?&#8221;</p>
<ul>
<li><em>disclosure 1: Auch Britta Bannenberg und Wolfgang Schaupensteiner sind/waren Autoren im von mir konzipierten und herausgegebenen Sammelband &#8220;Korruption im Sport&#8221;, ebenso Herbert Fischer-Solms (DLF) und Anno Hecker (FAZ), die das oben verlinkte Sportgespräch geführt haben.</em></li>
<li><em>disclosure 2: Ich zahle Beitrag im deutschen Chapter von Transparency International.</em></li>
</ul>
<p><small>Dies ist eine überarbeitete, für das anonyme Internet zugeschnittene und damit verlinkte Variante eines Beitrags, der heute in Kurzfassung in der Berliner Zeitung, der Financial Times und der Frankfurter Rundschau erschien.</small></p>

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		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (39): Whistleblower diesseits und jenseits des Teiches</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/08/04/was-vom-tage-ubrig-bleibt-39-whistleblower-diesseits-und-jenseits-des-teiches/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 08:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Lesebefehle. Zunächst Fachliteratur von und mit Volksvertretern des Deutschen Bundestages:

Das Protokoll der Sportausschuss-Sitzung (pdf) vom November 2008, als der Grünen-Antrag, die Steuermittel für den Bund Deutscher Radfahrer wenigstens einzufrieren, kollektiv abgeschmettert wurde. Es war eine denkwürdige Sitzung der Sportfamilie.
Ebenfalls aus dem Sportausschuss: Fachgespräch zum Thema Gendoping &#8230;
&#8230; und Protokoll der 76. Sitzung: Medikamentenmissbrauch im Freizeit- und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Lesebefehle. Zunächst Fachliteratur von und mit Volksvertretern des Deutschen Bundestages:</p>
<ul>
<li>Das <strong><a title="Protokoll 60. Sitzung Sportausschuss, BDR" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sportausschuss-protokoll-bdr1.pdf" target="_blank">Protokoll</a></strong> der Sportausschuss-Sitzung (pdf) vom November 2008, als der Grünen-Antrag, die Steuermittel für den <a title="Steuermittel für Sondermittel" href="http://jensweinreich.de/?p=1579" target="_self">Bund Deutscher Radfahrer</a> <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">wenigstens</a> <a title="Notizen vom Sportausschuss (2): Steuermittel für den BDR?" href="http://jensweinreich.de/?p=1383" target="_self">einzufrieren</a>, <a title="Bundesinnenministerium unterstützt den Bund Deutscher Radfahrer" href="http://jensweinreich.de/?p=1556" target="_self">kollektiv</a> <a title="Der Umfaller" href="http://jensweinreich.de/?p=1652" target="_self">abgeschmettert</a> wurde. Es war eine <a title="Die Umfaller: Sport-Lobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">denkwürdige Sitzung</a> der <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Sportwissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportfamilie</a>.</li>
<li>Ebenfalls aus dem Sportausschuss: Fachgespräch zum Thema <a title="Protokoll Sportausschuss 49. Sitzung" href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a05/anhoerungen/49__Protokoll__Thema_Gendoping_.pdf" target="_blank"><strong>Gendoping</strong></a> &#8230;</li>
<li>&#8230; und Protokoll der <a title="Notizen vom Sportausschuss (10): Doping im Freizeit und Breitensport" href="http://jensweinreich.de/?p=3899" target="_self">76. Sitzung</a>: <a title="Protokoll 76. Sitzung Sportausschuss, BDR" href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a05/anhoerungen/76__Protokoll.pdf" target="_blank">Medikamentenmissbrauch im Freizeit- und Breitensport</a></li>
</ul>
<p>Korruption &amp; more:</p>
<ul>
<li>Das ging ein wenig unter in den vergangenen Tagen (und Wochen zuvor): <a title="EHF Pressemitteilung" href="http://www.eurohandball.com/article/12472" target="_blank">EHF Arbitration Tribunal takes final decision in prominent case</a>. Dazu Andreas Lesch in der <strong>Berliner Zeitung</strong>: &#8220;<a title="BLZ vom 1. August 2009" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0801/sport/0025/index.html" target="_blank">Landschaft voller Mauscheleien &#8211; Die Sperre der Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich versetzt den Handball in Aufruhr</a>&#8220;</li>
<li>Und dieses Interview hier auf &#8220;<strong>Planet Interview</strong>&#8220;, das ich eben erst entdeckt habe, ausgerechnet mit <a title="Bernd-Uwe Hildebrandt" href="http://jensweinreich.de/?p=88" target="_self">Bernd-Uwe Hildebrandt</a> finde ich dann doch etwas gewagt schräg: &#8220;<a title="Planet Interview" href="http://planet-interview.de/interview-bernd-uwe-hildebrandt-24042009.html#4" target="_blank">Das Potential für Manipulationen ist sehr groß</a>&#8220;</li>
<li>Die pdf-Zeitschrift der Antikorruptionsorganisation <strong>Transparency International</strong> (deutsche Sektion) mit einem <a title="TI, Scheinwerfer 44: Whistleblower" href="http://transparency.de/fileadmin/pdfs/Rundbriefe/Scheinwerfer_44_III_2009_Hinweisgeber.pdf" target="_blank">Themenschwerpunkt Whistleblower</a> (Hinweisgeber)</li>
</ul>
<p>Andere Länder, andere Sportarten, andere Sitten:</p>
<ul>
<li>In Thüringen, in der Tageszeitung <strong>Freies Wort</strong>, <a title="Freies Wort, Interview mit Frank Ullrich" href="http://www.freies-wort.de/sport/sport/thueringensportfw/art2491,1009978" target="_blank">interviewt</a> Thomas Sprafke den Thüringer Helden und von einer <a title="Renaissance der Gänsefüsschen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4365" target="_self">Gänsefüsschen-Kommission</a> des Deutschen Skiverbandes entlasteten Biathlontrainer Frank Ullrich</li>
</ul>
<p>Meine, nun ja, Lieblingspassage:</p>
<blockquote><p><em>Denken Sie jetzt ernsthaft darüber nach, von dem vor einem Jahr angekündigten Rücktritt abzurücken?</em></p>
<p>Der gewaltige Zuspruch hat mich tatsächlich zum Nachdenken animiert. Doch ich will das Thema gar nicht so hoch hängen. Bis zum Ende des Winters möchte ich meine ganze Energie in die Mannschaft stecken. Ich werde nach der Saison gewiss nicht mehr Bundestrainer sein. Es ist aber nun viel wahrscheinlicher, dass ich dem Biathlonsport weiter verbunden bleibe.</p>
<p><em>In welcher Form?</em></p>
<p>Das wird man sehen.</p>
<p><em>Als Funktionär?</em></p>
<p>Möglicherweise.</p>
<p><em>Gab es Anfragen aus anderen Bereichen wie der Politik oder der Wirtschaft?</em></p>
<p>Einige wenige.</p>
<p><em>Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Wie ist die Saison angelaufen?</em></p>
<p>Planmäßig. (&#8230;)</p></blockquote>
<ul>
<li><a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">Henner Misersky</a> hat sich hier im Blog <a title="Kommentar von Henner Misersky zu: Renaissance der Gänsefüsschen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4365#comment-11707" target="_self">einmal mehr</a> in die Diskussion über die Doping- und Stasitrainer eingeschaltet</li>
</ul>
<p>Doping auf der anderen Seite des großen Teiches:</p>
<ul>
<li>Scott M. Reed im <strong><span style="color: #000000;">Orange County Register</span></strong> 25 Jahre nach den Spielen von Los Angeles über die Dopingvertuschungen des USOC: &#8220;<a title="Orange County Register" href="http://www.ocregister.com/articles/usoc-testing-athletes-2515888-positive-drug" target="_blank">Early effort to drug test Olympic athletes kept secret</a>&#8221; - with organizers and athletes alike uncomfortable with testing regimen, officials chose to keep 1984 results confidential</li>
</ul>
<p><em>(Just in case, ich müsste mich wieder gegen Vorwürfe verteidigen, hier würden </em><a title="Vor 25 Jahren: Uwe Hohn &amp; Co. &amp; grünes Licht für Dopingmittel" href="http://jensweinreich.de/?p=4299" target="_self"><em>sonst nur DDR-Doper gewürdigt</em></a><em>: Über die Vertuschungsaktionen in Los Angeles und jenen angeblichen mysteriösen Einbruch im Biltmore-Hotel im Zimmer des IOC-Medizinchefs, bei dem positive Proben verschwanden, habe ich schon vor anderthalb Jahrzehnten geschrieben, u.a. im Buch &#8220;Muskelspiele&#8221; gemeinsam mit Thomas Kistner. Eine Zusammenfassung zur &#8220;</em><a title="BLZ vom 26. April 2003" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0426/sport/0005/index.html" target="_blank"><em>Achse der Täuscher</em></a><em>&#8220;)</em></p>
<ul>
<li>James Christie in <strong>The Globe and Mail</strong> über Beckie Scott, die zwei Jahre nach den Winterspielen in Salt Lake City, wo sie zunächst &#8220;Dritte&#8221; geworden war, zur Olympiasiegerin aufstieg: &#8221;<a title="The Globe and Mail, 3. August 2009" href="http://www.theglobeandmail.com/sports/beckie-scott/article1239758/" target="_blank">Cross-country skier who captured the country&#8217;s imagination now a mother and advocate for Olympic athletes for the IOC</a>&#8220;</li>
<li>Auf <strong>trackalerts.com</strong> finden sich <a title="trackalerts.com" href="http://www.trackalerts.com/?p=2304" target="_blank">etliche Geschichten</a> zu den jamaikanischen Dopingfällen, einfach mal vorbeischauen</li>
<li>Jürgen Kalwa berichtet in der <strong>American Arena</strong> über die Haltung der Baseball-Gewerkschaft: Für die ist <a title="Jürgen Kalwa, American Arena" href="http://american-arena.blogspot.com/2009/08/baseball-gewerkschaft-veroffentlichung.html" target="_blank">die Veröffentlichung der Namen von Dopern ein Verbrechen</a></li>
</ul>
<p>Schließlich noch etwas Harmloses für Statistik-Freaks (und Liebhaber):</p>
<ul>
<li><a title="www.rsssf.com" href="http://www.rsssf.com/players/prolific.html#gmueller" target="_blank">Die besten Torjäger des Weltfußballs</a> (via <a title="Probek Blog" href="http://www.probek.net" target="_blank">Probek</a> auf Twitter)</li>
</ul>

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		<title>Andrew Jennings: &#8220;FOUL!&#8221; jetzt als eBook auf Deutsch</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/07/09/andrew-jennings-foul-jetzt-als-ebook-auf-deutsch/</link>
		<comments>http://jensweinreich.de/2009/07/09/andrew-jennings-foul-jetzt-als-ebook-auf-deutsch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 10:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[ebook]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
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		<category><![CDATA[tickethandel]]></category>
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		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[thomas kuklinski-rhee]]></category>
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		<description><![CDATA[Werbepause, für einen Freund und Kollegen. Andrew Jennings, den die Leser dieses Blogs zum Chef der Fifa-Ethikkommission gekürt haben und der kürzlich &#8220;private and confidential&#8221; Post vom Anwalt erhielt, teilt soeben mit:
&#8220;FOUL!&#8221; endlich auf Deutsch &#8211; das Buch, das keiner zu veröffentlichen wagte!
Andrew Jennings deckte in seinem legendären Buch &#8220;FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes Vote [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werbepause, für einen Freund und Kollegen. <a title="tag: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?s=andrew+jennings" target="_self">Andrew Jennings</a>, den die Leser dieses Blogs zum <a title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Chef der Fifa-Ethikkommission</a> gekürt haben und der kürzlich &#8220;<a title="Post vom Anwalt: &quot;private and confidential&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3911" target="_self">private and confidential</a>&#8221; Post vom Anwalt erhielt, teilt soeben mit:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;FOUL!&#8221; endlich auf Deutsch &#8211; das Buch, das keiner zu veröffentlichen wagte!</strong></p>
<p>Andrew Jennings deckte in seinem legendären Buch &#8220;FOUL! The Secret World of FIFA: Bribes Vote Rigging and Ticket Scandals&#8221; (Harper Sport, 2006) massive Korruption in der FIFA auf. Das Buch wurde schon in 14 verschiedene Sprachen übersetzt, jedoch nicht auf Deutsch &#8211; bis heute! Dazu erstellte Jennings zusammen mit Thomas Kuklinski-Rhee eine exklusive, aktualisierte Überarbeitung des Buchs aus dem Jahr 2006. Sie erschlossen neue Wege und Möglichkeiten der Veröffentlichung, denn Andrew Jennings &#8220;FOUL!&#8221; gibt es auf Deutsch nur als E-Book unter <a href="http://www.rhee-books.com">www.rhee-books.com</a>.</p></blockquote>
<p>In Deutsch heißt das Buch immer noch &#8220;FOUL!&#8221; :), Untertitel: &#8220;Hinter der Fassade der Fifa: Bestechungen, Wahlbetrug, Ticket-Skandale&#8221;. Es gibt ein Wiedersehen mit <a title="Jack the Ripper oder: Fußballfunktionäre und der Umgang mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/?p=2099" target="_self">Jack the Ripper</a> und all den ehrenwerten Fifa-Familienmitgliedern.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2103" title="Original-WM-Tickets von 1998, die von Jack &amp; Co auf dem Schwarzmarkt nicht verkauft werden konnten" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/tickets-jack.jpg" alt="" width="500" height="374" /></p>
<p>Andrew Jennings schreibt:   <span id="more-4240"></span></p>
<blockquote><p>No German publisher would touch the book in 2006 so we&#8217;ve updated it and are going straight to the fans, on-line. On-line publishing is an experiment &#8211; to see if we can beat the commercial censorship of the established publishers. The controversial FIFA story continues &#8211; and the issues in FOUL! will be surfacing continually during the run-up to <a title="tag: Südafrika 2010" href="http://jensweinreich.de/?cat=982" target="_blank">South Africa 2010</a> and the campaigns to chose World Cup host nations for <a title="tag: WM 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=990" target="_self">2018</a> and <a title="tag: WM 2022" href="http://jensweinreich.de/?cat=991" target="_self">2022</a>.</p></blockquote>
<blockquote><p>For the record, FOUL! is already translated from English, into French, Dutch, Italian, Spanish, Russian, Czech, Korean, Romania, Turkish, Danish, Norwegian and Albanian. Another translation is in progress. </p></blockquote>
<ul>
<li>Andrews Website: <a title="Website von Andrew Jennings" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a></li>
<li><a title="Fifa PM April 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=104063.html" target="_blank">Stellungnahme</a> der Fifa zu &#8220;FOUL!&#8221;, April 2006</li>
<li><a title="Fifa PM Mai 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=104186.html" target="_blank">Die FIFA zieht Begehren um Erlass von vorsorglichen Massnahmen zurück</a>, Fifa-PM, Mai 2006</li>
<li>book review, <a title="Independent, Juni 2006" href="http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/reviews/pitch-invasion-by-barbara-smitbrfoul-the-secret-world-of-fifa-by-andrew-jennings-br-on-the-corinthian-spirit-by-d-j-taylor-481561.html" target="_blank">Independent</a>, David Goldblatt</li>
<li>Blick, Mai 2006, Sabine Klapper: &#8220;<a title="Blick, Mai 2006" href="http://www.blick.ch/sport/fussball/artikel36082" target="_blank">Verbot ist für Jennings Buch die beste Werbung</a>&#8220;</li>
<li>Interview auf focus.de, Juni 2006: &#8220;<a title="Focus, Juli 2006" href="http://www.focus.de/sport/mehrsport/sport-und-auto-blatter-ist-wie-ein-imperator_aid_215943.html" target="_blank">Blatter ist wie ein Imperator</a>&#8220;</li>
<li>Interview mit Andrew Jennings auf <a title="soccerlens.com, Jennings-Interview" href="http://soccerlens.com/interview-with-andrew-jennings/13451/" target="_blank">soccerlens.com</a></li>
</ul>
<p>Ende der Werbepause.</p>

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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (33): Pharaonen-Special im Schweizer Fernsehen</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 13:36:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[handball]]></category>
		<category><![CDATA[hassan moustafa]]></category>
		<category><![CDATA[ihf]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[jeannot kaiser]]></category>
		<category><![CDATA[schweizer fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>

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		<description><![CDATA[Matthias Krobath von der &#8220;Redaktion Sport Hintergrund&#8221; des Schweizer Fernsehens macht mich auf ein wirklich sehr schönes Special des SF aufmerksam. &#8220;Demokratie nach den Regeln des Pharaos&#8221; heißt das Ganze. Lese-, Hör- und Zuschaubefehl! Eine wunderbare Zusammenfassung des Heimspiels von Hassan Moustafa kürzlich in Kairo, bei dem übrigens die Mikrofone der Pharaonen-Kritiker um den Gegenkandidaten Jeannot [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Matthias Krobath von der &#8220;Redaktion Sport Hintergrund&#8221; des Schweizer Fernsehens macht mich auf ein wirklich sehr schönes Special des SF aufmerksam. <a title="Pharao-Special des Schweizer Fernsehens" href="http://sport.sf.tv/nachrichten/archiv/2009/06/12/mehr_sport/demokratie_nach_den_regeln_des_pharaos#" target="_blank">&#8220;Demokratie nach den Regeln des Pharaos&#8221;</a> heißt das Ganze. Lese-, Hör- und Zuschaubefehl! Eine wunderbare Zusammenfassung des Heimspiels von Hassan Moustafa kürzlich in Kairo, bei dem übrigens die Mikrofone der Pharaonen-Kritiker um den Gegenkandidaten <a title="Phar" href="http://jensweinreich.de/?p=3890" target="_self">Jeannot</a> <a title="Wellnessprogramm für die Sportfamilie" href="http://jensweinreich.de/?p=3928" target="_self">Kaiser</a> aus unerfindlichen Gründen nicht funktionierten:</p>
<p align="centre"><object width="378" height="346"><param name="movie" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/bd13d468-8075-4f92-8c1b-799560908b51&#038;live=false"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="scale" value="noscale" /><embed src="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/bd13d468-8075-4f92-8c1b-799560908b51&#038;live=false" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="378" height="346" scale="noscale" allowFullScreen="true" salign="lt"></embed></object></p>

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		<title>Jean-Marie Weber sagt: &#8220;Ich habe nichts Illegales getan&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 10:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Idylle über dem Genfer See wird nur geringfügig gestört. Tom Tresser, einer der Aktivisten von No Games Chicago, hat vor dem Olympischen Museum, wo derzeit 92 IOC-Mitglieder den Präsentationen der Olympiabewerber 2016 lauschen, kiloweise Dokumente angehäuft. Der Stapel mit mit den &#8220;Books of evidence &#8211; why Chicago should not be awarded the 2016 Olympic [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4003" title="No Games in Chicago" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/chicago.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="323" height="430" align="right" />Die Idylle über dem Genfer See wird nur geringfügig gestört. Tom Tresser, einer der Aktivisten von <a title="Website No Games Chicago" href="http://www.nogameschicago.com" target="_blank">No Games Chicago</a>, hat vor dem Olympischen Museum, wo derzeit 92 IOC-Mitglieder den Präsentationen der <a title="tag: Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/?cat=26" target="_self">Olympiabewerber 2016</a> lauschen, kiloweise Dokumente angehäuft. Der Stapel mit mit den &#8220;Books of evidence &#8211; why Chicago should not be awarded the 2016 Olympic Games&#8221; ist nicht ganz so hoch, wie die Latte, die der Hochspringer Javier Sotomayor vor Jahren bei seinem Weltrekord übersprungen hat (2,45 m) - und die man im Hintergrund sieht. Rechts von Tresser verschwindet übrigens das italienische IOC-Mitglied Mario Pescante zur Raucherpause aus dem Bild.</p>
<p>Immerhin, Chicagos Olympiagegner durften ihre Bücher, mehrere hundert Seiten dicke Sammelsurien von Zeitungsartikeln über Korruption in Chicago und Illinois, an die IOC-Mitglieder verteilen. Mit einem Wägelchen waren sie ins Museum gefahren, viele Sicherheitskräfte sind ohnehin nicht anwesend, man nimmt es lässig, und schon waren sie im Auditorium, wo gerade Chicagos Bewerber präsentierten. Okay, mag mich jemand ins Museum begleiten, damit ich endlich zum Thema komme?</p>
<p>Das nächste Bild, kein schönes, aber das ist egal, es dient nur der Dokumentation, ist im Museum aufgenommen. Hoppala, wer kehrt uns denn da den Rücken zu?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4002" title="Jean-Marie Weber, Mitte, Olympisches Museum, IOC-Meeting, Juni 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/weber-museum.jpg" alt="" width="500" height="286" /></p>
<p>Klar, aufmerksame Leser wissen, wer das ist. Jean-Marie Weber, frischgebackenes assoziiertes <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">Mitglied</a> der <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">Olympic Journalists Association</a> (OJA). Jean-Marie gehört zur <a title="The ISL bribery system ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">Familie</a>, wie wir alle wissen. Ich spare mir jetzt, die Namen jener Offiziellen aufzuzählen, darunter einige deutsche Amtsträger und Hauptamtliche, die nett mit Jean-Marie plauschten. Das würde zu weit führen. Ich wiederhole nur: Er gehört zur Familie. Ob er auch zur journalistischen Familie gehört, ist ein anderes Thema, das international durchaus breit diskutiert wird. Die britische Sports Journalists&#8217; Association etwa hat meinen offenen Brief gerade veröffentlicht: &#8220;<a title="SJA: Olympic journalists in membership row" href="http://www.sportsjournalists.co.uk/blog/?p=1895" target="_blank">Olympic journalists in membership row</a>&#8220;. Gianni Merlo, Präsident des Sportjournalisten-Weltverbandes <a title="AIPS Website" href="http://www.aipsmedia.com" target="_blank">AIPS</a>, findet das auch ziemlich komisch, um nicht zu sagen: skandalös. Ich weiß nicht, ob er es nur skandalös findet, weil er mit OJA-Chef Alain Lunzenfichter (L&#8217;Equipe) schon viele Kämpfe ausgefochten hat, zuletzt bei seiner erfolgreichen Wahl zum AIPS-Chef. Egal, ich will das alles gar nicht wissen. Mich interessiert nur Jean-Marie Weber.</p>
<p><span id="more-4000"></span>Jean-Marie sagt mir, er sei mir überhaupt nicht böse wegen meines offenen Briefes. Just business, you know. Ich habe meine Geschäfte zu erledigen, er seine. Vielleicht fliegt er die Tage noch nach Südafrika zum Confederations Cup der Fifa, dort könne man Hilfe gebrauchen, sagt er. Auf jeden Fall wird er im August in Berlin sein, bei der IAAF-Leichtathletik-WM. In der IAAF hat er viele Freunde. Wie überall.</p>
<p>Ach so, Jean-Marie sagt noch:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Wer mich kennt, weiß, dass ich eine ehrliche Haut bin. Ich habe nichts zu bereuen. Ich habe <a title="The ISL bribery system" href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">nichts Illegales</a> getan.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Er sei von Alain L. gefragt worden, ob er nicht Mitglied in der Olympic Journalists Association werden wolle. Er habe ja gesagt. Lunzenfichter sagte mir, sein Freund Weber habe ihm gesagt, er wolle ihm keine Probleme bereiten und nicht mir Mitglied sein. Alain sagte mir auch, Ende des Jahres soll es eine OJA-Versammlung geben, wo die Mitgliedschaft in der Organisation grundsätzlich zu diskutieren sei. Grundsätzlich wird schon diskutiert, und das ist auch gut so.</p>

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		<title>The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 15:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[As promised the other day: The extended and overworked version of my presentation at Play the Game conference last week in Coventry &#8211; with important backgrounds about the new &#8220;associate member&#8221; of the Olympic Journalists Association:
The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world
A few weeks ago I had several [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>As promised <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">the other day</a>: The extended and overworked version of my presentation at <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> conference last week in Coventry &#8211; with important backgrounds about the new &#8220;associate member&#8221; of the <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">Olympic Journalists Association</a>:</p>
<p><strong>The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world</strong></p>
<p>A few weeks ago I had several discussions with IHF-President <a title="tag: all articles about Hassan Moustafa" href="http://jensweinreich.de/?s=moustafa" target="_self">Hassan Moustafa</a>.</p>
<p>He told me:</p>
<blockquote><p>&#8220;We are a Handball-family. If anybody has a problem, we have to find a solution within our family &#8211; not outside the family.&#8221;</p></blockquote>
<p>I have heard quotes like this before. My old friend <a title="tag: Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?s=blatter" target="_self">Joseph Blatter</a> once said:</p>
<blockquote><p>&#8220;We don&#8217;t go to strangers. If we do have problems in our family, we use to solve the problems in the family. What happens in our family is not a topic for a jurisdiction outside our family. Regular courts are not a part of our family.&#8221;</p></blockquote>
<p>In this picture we can see Joseph Blatter with his longtime friend Jean-Marie Weber. They are members of the family, both the FIFA-President, also a member of the IOC, and the man who has paid an unbelievable amount on bribes to other family members. <a title="transparencyinsport.org: Happy Days with the Bagman" href="http://transparencyinsport.org/Happy_Days_with_the_Bagman/happy_days_with_the_bagman.html" target="_blank">They are longtime friends</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3978" title="Jean-Marie Weber, Joseph Blatter, Tunis 2004" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jm-sepp.jpg" alt="" width="500" height="347" /></p>
<p>This brings me straight to my topic: The <a title="tag: ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?s=isl%2Fismm" target="_self">ISL bribery system</a>: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world.</p>
<p>It is a serial story. It is a never-ending story. The story began in the sixties and seventies of the last century when Horst Dassler, the former boss of the sportswear-giant Adidas, formed his so called &#8220;sport-political department&#8221;.</p>
<p>Later, in the early 1980s, after the groundbreaking Olympic Congress in Baden-Baden, in the new age of Olympic commercialization and professionalism, Horst Dassler also created a marketing company: International Sport and Leisure &#8211; ISL.</p>
<p>And to give you another example: this company, ISL, was the first to get IOC-contracts to deal with the newly invented Olympic marketing program &#8211; TOP.</p>
<p>Don&#8217;t be afraid: I will not go back to the 1970s. Nor will I repeat the presentations I gave at former Play the Game conferences. But I would like you to understand that this also a never-ending journalistic story which, I think, began in 1992 with the book &#8220;The Lords of the Rings&#8221; written by Andrew Jennings and Vyv Simpson.</p>
<ul>
<li>In 2000 I presented <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/politics-and-corruption-in-fifa.html" target="_self">some exclusive documents</a> illustrating the circumstances under which the ISL-group was able to secure the biggest TV- and sponsoring-package of the time, worldwide: the contracts for the FIFA World Cup 2002 and 2006.</li>
<li>In 2002 I presented exclusive, original documents about the <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/the-big-bubble-the-crackdown-of-islismm-a-marketing-giant.html" target="_self">collapse of the world&#8217;s biggest sport-marketing company ISL</a>.</li>
<li>In <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/upload//Jens_Weinreich_-_In_the_Wake_of_the_ISL_Collapse.pdf" target="_self">2005</a> and 2007 we discussed the dubious circumstances under which Swiss prosecutors had to work in the ISL case.</li>
<li>Now, in 2009 we can take a look at the ISL bribery court case in Zug/Switzerland, which took place in spring 2008.</li>
</ul>
<p>This is the verdict &#8211; 179 pages. The charge was 228 pages. The problem is ironical:</p>
<p><strong>According to Swiss law I am not allowed to show you all details of these documents. On the other hand: According to Swiss law it was allowed to pay at least 138 million CHF to high ranking sport officials.</strong></p>
<p>In legal terms: bribery was not a crime in Switzerland at that time. The ISL system of paying sport officials was worked out &#8211; as it came out during the court hearings &#8211; together with KMPG, some of the most famous law firms in Zurich and was officially permitted by the Swiss Tax Authorities.</p>
<p>At the Play the Game conference in 2011, I guess, we shall probably analyze the next court case in the ISL-saga. I will come back to this later.</p>
<p>An impressive number of sport officials and assistants, who have worked for Horst Dassler, for Adidas and ISL-company, who were created and brought into their positions by the visionary Dassler, are still in their positions in the Olympic world: as Presidents of International Federations, as IOC members, as so called consultants, or &#8211; much more clear &#8211; as bagmen. One of Dasslers closest assistants was Jean-Marie Weber. The French born Weber was always described as THE BAGMAN.</p>
<p>What we got to know at least during the trial in spring 2008: Jean-Marie Weber was the man <strong>who paid at least 138 million CHF to high ranking sport officials in the Olympic world between 1989 and 2001</strong>.</p>
<p>After Dasslers early death in 1987 Weber became one of the top managers of the ISL-group. The group was united under the ISMM-umbrella in 2001 when the marketing giant collapsed because of missmanagement, greed and megalomania. It was the second biggest collapse in Swiss economy after the Swiss Air crash.</p>
<p>Jean-Marie Weber was always the bagman &#8211; until the bitter end. But it took decades to prove that description.</p>
<p>It is now proven. It is now documented in several court files.</p>
<p>According to lawyers and Judge Marc Siegwart in the ISL-trial:</p>
<ul>
<li><strong>120 million CHF</strong> were paid between 1989 and 1999.</li>
<li><strong>18 million CHF</strong> were paid between 1999 and 2001 until the bankruptcy procedure began.</li>
<li>Another <strong>18 million CHF</strong>, by the way, were transferred to a bribery account, the secret Nunca foundation in Liechtenstein; but had to be re-transferred in spring 2001 because of the financial difficulties of the ISL-group.</li>
</ul>
<p>So if you like, we can talk about 156 million CHF.</p>
<p>And we can speculate about much more money. Imagine: According to criminal scientists about 95 to 98 per cent of all corruption cases never see the day of light. They remain undisclosed for ever. The reason for this is based in the system of corruption: money givers and money takers do not usually sign contracts.</p>
<p><span id="more-3975"></span>Here are some important questions &#8211; and <em>preliminary answers</em>:</p>
<ul>
<li><strong>Who has got the money &#8211; the SCHMIERGELD, as they use to say in German speaking part of Switzerland?<br />
</strong><em>Only Jean-Marie Weber knows who got it.</em></li>
<li><strong>How much money did ISL pay in the 1980s?<br />
</strong><em>One can only estimate it.</em></li>
<li><strong>How much money was really paid to sport officials over more than 20 years &#8211; not only over a period of 12 years?<br />
</strong><em>One can just estimate it.</em></li>
<li><strong>How much money have the ISL-opponents paid, all those other marketing companies in the huge market?<br />
</strong><em>Same answer: One can only estimate it. </em></li>
<li><strong>How did the International Federations, how did the IOC, how did the so called Ethics Commissions react after the ISL-trial?<br />
</strong><em>Short answer: There was no action at all. I have asked several senior officials. I do not know any reaction which I have to take seriously. No investigations at all.</em></li>
</ul>
<p>Before I come to the question &#8220;Who got the money?&#8221; I have to give you a short and simplifying overview of the whole ISL-case. Simplifying, because I am a journalist.</p>
<ul>
<li>May 2001: ISL/ISMM went into liquidation. Damage: more than 3 billion Euros owing more than 450 million Euros to creditors.</li>
<li>May 2001: FIFA lodged a criminal complaint against ISL/ISMM executives (money from Globo TV and Dentsu &#8211; around 75 million Euros).</li>
<li>May 2001: FIFA president Joseph Blatter told me in an exclusive interview: &#8220;I am not bribable. Otherwise you can chop off both of my hands.&#8221;</li>
<li>2002: Thomas Bauer, ISL-liquidator, wrote to a number of football officials. If they did not return black money payments he would sue them, Bauer pointed out.</li>
<li>May 2003: Bauer opened civil complaints against approximately 20 sport officials.</li>
<li>Feb 2004: Mysterious arrangement between Bauer and Jean-Marie Weber. The office of Peter Nobel, personal lawyer of FIFA-President Blatter, acted on behalf of Jean-Marie Weber.</li>
<li>Mar 2004: 2.5 million CHF were transferred to the liquidators&#8217; account. Mr Bauer withdrew the civil complaints against high ranking officials.</li>
<li>Jun 2004: FIFA, officially and without a press release, ask to stop the criminal investigation. FIFA declared to be not longer interested in investigations. But the magistrate Thomas Hildbrand went on investigating &#8230;</li>
<li>Apr 2005: &#8230; and finished his investigation in spring 2005.</li>
<li>Jul 2005: Decision of the highest Swiss court, Bundesgericht (<a title="Decision Bundesgericht 2005" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/bundesgericht2005.pdf" target="_blank">pdf, 10 pages, 500 kb</a>). The court outvoted an earlier and lower court decision in which lawyer Nobel was forced to give information about the 2.5 million CHF payment, the payer and the &#8220;third party&#8221; for which he was acting for.</li>
<li>Nov 2005: <a title="transparencyinsport.org: The Untouchable in pursuit of the Unspeakable" href="http://transparencyinsport.org/the-untouchable.html" target="_self">Raid in FIFA&#8217;s headquarters</a>.</li>
<li>Mar 2008: ISL/ISMM-trial in Zug (Strafgericht) against six former ISL executives.</li>
<li>Mar 2008: Blatter told me: &#8220;We trust the Swiss justice!&#8221;</li>
</ul>
<div> <object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="445" height="364" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/fvsiwVNMY7c&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="445" height="364" src="http://www.youtube.com/v/fvsiwVNMY7c&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></div>
<ul>
<li>Jul 2008: The verdict: Weber was fined for embezzling cash that he refused to account for. Two other people were given small fines for false accounting. Three more men were cleared.</li>
<li>Nov 2008: Written verdict.</li>
<li>Ongoing: Magistrate Thomas Hildbrand investigates who got the ISL bribes and who paid the 2.5 million CHF for Jean-Marie Weber.</li>
</ul>
<p>One important question: WHO HAS GOT THE MONEY?</p>
<p>The answer is simple: senior officials of the contractual partners of ISL.</p>
<p>Five of the defendants claimed they had no idea who got bribes. They claimed fellow director Jean-Marie Weber organized the payments. He laundered them through foundations in tax heavens and a British Virgin Islands company (and many others), which distributed the money to companies and individuals. Most of the money was given in cash.</p>
<p>The ISL/ISMM-group had held longtime contracts worth billions of dollars with:</p>
<ol>
<li>1982-2006: <strong>FIFA</strong> (Football)</li>
<li>1982-2004: <strong>UEFA</strong> (Football)</li>
<li>1983-2009: <span style="color: #000000;"><strong>IAAF</strong> </span>(Athletics)</li>
<li>1984-2004: <span style="color: #000000;"><strong>CAF </strong></span>(Football)</li>
<li>1990-2004: <strong>FIBA</strong> (Basketball)</li>
<li>1996-2006: <strong>OCA</strong> (Asian Games)</li>
<li>1997-2007: <strong>FINA</strong> (Swimming)</li>
<li>1998-2007: <strong>CART</strong> (Auto Racing)</li>
<li>1998-2009: <strong>ATP</strong> (Tennis)</li>
<li>1999-2007: <strong>ITF</strong> (Tennis)</li>
<li>1999-2014: <strong>LASI</strong> (Latin American Soccer Investments/Flamengo, Gremio)</li>
<li><strong>Other former partners</strong> &#8211; and last but not least with the <strong>IOC</strong>: from 1983 until 1996.</li>
</ol>
<p>The key for getting and holding these contracts was a gigantic bribery system.</p>
<p>But we can&#8217;t even find the word &#8220;corruption&#8221; in the Olympic Charta, the constitution which governs the IOC and runs the Olympic Movement.</p>
<p>The phrase &#8220;corruption&#8221; does not exist in the Charta. Nevertheless: corruption exists in the movement.</p>
<p>What is corruption?</p>
<p>There are a lot of definitions in different fields: juridical, theological, political, social-cultural, economical, ethical definitions. It is a wonderful playing-field for word-artists; but one does not have to be a lawyer to talk about corruption. Common sense is quite enough. That is why I prefer a very clear and very simple definition; it is the definition of the NGO <a title="Transparency International: frequently asked questions about corruption" href="http://www.transparency.org/news_room/faq/corruption_faq" target="_blank">Transparency International</a>.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Corruption is operationally defined as the misuse of entrusted power for private gain.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>I think it is simple enough.</p>
<p>Now you can see a list of recipients of the ISL-payments. It is just a part of the list: we can find individuals and companies. But it is only a small number of all recipients. We still don&#8217;t know more than 80 per cent of the bribe-takers. Probably we don&#8217;t know more than 95 per cent &#8211; it can just be estimated.</p>
<p>There are just a few well known names on the list: Nicolas Leoz from Paraguay, head of South American Football Federation CONMEBOL, and member of FIFA&#8217;s Executive Committee. Just a few hundred thousands for him. Mr Leoz denies any wrongdoing.</p>
<p>On the list we could also find the company Renford Investments. According to an investigation of the Swiss journalist Jean-Francois Tanda, Renford was owned by Ricardo Teixeira, President of the Brazilian Football Federation CBF, FIFA Exco Member, and his former father in law João Havelange, FIFA President between 1974 and 1998, IOC member since 1963 &#8211; the doyen of the International Olympic Committee. By the way: Once there was also a <a title="Andrew Jennings, Daily Mail" href="http://transparencyinsport.org/PDF-documents-front-page/Havelange-1-million-bribe.jpg" target="_blank">dubious transfer of a million CHF</a> which was once accidently transferred to a FIFA account and was immediately re-transferred.</p>
<p>But coming back to the ISL bribery system, which was mostly a cash system. As I have said earlier: According to all defendants in the ISL court case Jean-Marie Weber is the only person who knows the names of all takers. Simply because he has organized all payments to sport officials. As I have mentioned earlier: The two parties in corruption cases don&#8217;t usually sign contracts.</p>
<p>Weber has always refused to identify recipients, telling the Swiss court authorities:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;These payments were confidential and I must respect that confidentiality.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Here you can see a simple chart of the bribery system in the last years of the ISL-company. The chart is based on the court files and a chart which was presented by judge Siegler during the trial.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3986" title="Chart ISMM bribery system" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="500" height="629" /></p>
<p>Christoph Malms, former Chief Executive, said that after joining ISL in the 1990s he was shocked to discover the business was built on bribes.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I was told the company would not have existed if it had not made such payments&#8221;,</strong> Malms testified.</p>
<p><strong>&#8220;I was always told they went to well-known decision-makers in the world of sports politics.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Malms said kickbacks were usual in the sports marketing and sports political business worldwide. It was the style of the business.</p>
<p>They have used terms like: PROVISIONS. FINDER-FEES. Or even: SALARIES:</p>
<p>Hans-Juerg Schmid, former Head of Finances, said during the court hearing:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;If we hadn&#8217;t made the payments, the other parties wouldn&#8217;t have signed the contracts.&#8221;</strong></p>
<p><strong>&#8220;It was like paying salaries. Otherwise they</strong> (high ranking sport officials/JW)<strong> would have stopped working immediately!&#8221;</strong></p>
<p><strong>&#8220;The other side doesn&#8217;t want to be named, that is the very sensitive aspect of this business.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>During the hearing Malms&#8217; lawyer Werner Würgler desperately attacked two FIFA Presidents and IOC members: Blatter and Havelange.</p>
<p>Würgler claimed that Joseph Blatter, back then General Secretary and now President, had approached his client Malms and told him, if ISL wanted to keep FIFA&#8217;s business, Jean-Marie Weber would have to stay in his positions in the company. If not, &#8220;it would be bad for ISL&#8221;.</p>
<p>Würgler also said that during the World Cup in France 1998 the outgoing President Joao Havelange made the same demand.</p>
<p>Würgler described the situation as follows: Anybody at FIFA who knew about the bribes and who was getting SCHMIERGELD could exercise great power over fellow officials. Würgler said: ISL became a private source of money for FIFA officials, virtually something like their private bank.</p>
<p>There are numerous well documented, strange operations within FIFA.</p>
<p>In their decision the three judges in Zug stated that FIFA &#8220;knew more than they told investigators&#8221;, that the behavior of FIFA-officials <span style="color: #000000;"><strong>&#8220;was not always in good faith&#8221;</strong></span>, and some of their claims <strong>&#8220;were not credible&#8221;</strong>.</p>
<p>(By the way: that seems to be typical for FIFA. The federation and its current General Secretary Jerome Valcke was described in another court case, the <a title="Original Court decision, pdf, 125 pages" href="http://fl1.findlaw.com/news.findlaw.com/hdocs/docs/sports/mastercardfifa120706opn.pdf" target="_blank">Mastercard-Visa-decision</a> as a kind of a serial liar.)</p>
<p>In the ISL case FIFA was ordered to pay a part of the trial costs, despite claiming not having misled the authorities.</p>
<p>We have got an astonishing documentation of a huge bribery system. Some experts are saying: This is the biggest bribery system in Olympic sports ever.</p>
<p>But nobody in the sporting world has taken any action. Not even against senior officials who were mentioned in the court documents.</p>
<p>Who should have taken action: Sepp Blatter? Havelange? IOC President Jacques Rogge?</p>
<p>By the way: Have I mentioned that Jean-Marie is still a member of the family? He is working with IOC members like Lamine Diack (President of the IAAF) and Issa Hayatou (Vice President of FIFA and President of CAF).</p>
<p>This picture is not a good one, I know. But it is a kind of a document. It shows Weber in December 2008 during an IOC meeting in the IOC headquarter in Lausanne. The IOC President who promised to fight all sorts of corruption with his zero-tolerance-policy is also to be seen in the picture:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3984" title="IOC headquarter, December 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jm-lausanne-2008.jpg" alt="" width="500" height="323" /></p>
<p>As I said before: from a strictly juridical point of view the ISL-payments were in accordance with the former Swiss law.</p>
<p>But the payments were never in accordance with the rules of sport federations and organizations.</p>
<p>Olympic sport organizations are always arguing that their moral and ethical rules have to be much higher and harder than other rules.</p>
<p>The ISL-bribery case appears to be a strange example for the extremely high standard in the Olympic family.</p>
<ul>
<li>You want to read more? I recommend the Website of Andrew Jennings: <a title="www.transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a>.</li>
</ul>

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		<title>World-Anti-Corruption-Agency?</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 15:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kleiner Nachtrag von der Konferenz Play the Game in Coventry:
“The idea of an international anti-corruption body in sports has been considerably strengthened, and we see some hope that concrete action will be taken before we meet next time in 2011.”
Jens Sejer Andersen
Director Play the Game 
Zur Überlegung der Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur und/oder zumindest zum Zusammenwirken verschiedener Institutionen, Journalisten, Sportfunktionäre, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kleiner Nachtrag von der Konferenz <a title="Play the Game Website" href="http://playthegame.org/" target="_blank">Play the Game</a> in <a title="CU today - A website produced by Coventry University students" href="http://cutoday.wordpress.com/" target="_blank">Coventry</a>:</p>
<blockquote><p>“The idea of an international anti-corruption body in sports has been considerably strengthened, and we see some hope that concrete action will be taken before we meet next time in 2011.”</p>
<p><strong>Jens Sejer Andersen</strong><br />
Director Play the Game </p></blockquote>
<p>Zur <a title="Korruption im Sport: Präventionsmaßnahmen" href="http://jensweinreich.de/?p=3243" target="_self">Überlegung der Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur</a> und/oder zumindest zum Zusammenwirken verschiedener Institutionen, Journalisten, Sportfunktionäre, Wissenschaftler und NGO&#8217;s - mein Beitrag im Deutschlandfunk mit O-Tönen von Jens Sejer Andersen, Christer Ahl und Sylvia Schenk (Transparency International):</p>
<p><a title="DLF vom 13. Juni 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/06/13/dlf_20090613_1953_c8863a86.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Play the Game, zum sechsten Mal ausgetragen, hat schon immer Initiativen in der Korruptionsbekämpfung gestartet. Im Jahr 2000 versprach beispielsweise das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg, den korrupten Machenschaften im Box-Weltverband <a title="tag: AIBA" href="http://jensweinreich.de/?s=aiba" target="_self">AIBA</a> ein Ende zu bereiten. Die Lage in der AIBA hat sich deutlich verbessert, der neue Präsident Ching-Kuo Wu &#8211; ein IOC-Mitglied aus Taiwan &#8211; sagte seine Teilnahme in Coventry allerdings kurzfristig ab. Eigentlich hatte er über den Reformprozess berichten wollen.</p>
<p>2005 haben im Rahmen von Play the Game Journalisten, Funktionäre und Wissenschaftler gemeinsam mit Transparency International ein Thesenpapier zur Korruptionsbekämpfung im Sport verabschiedet. Vier Jahre später sind die Kontakte zu zahlreichen Institutionen intensiviert. Play the Game-Direktor Jens Sejer Andersen: </p>
<blockquote><p>&#8220;Verschiedene NGO wie Transparency International, <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">One World Trust</a> und viele andere, und auch öffentliche Institutionen, die ein Interesse daran haben, dass öffentliches Geld, Steuergeld, nicht in privaten Taschen der Sportfunktionäre versackt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der dänische Journalist Andersen hat es geschafft, einen der profiliertesten Köpfe im IOC, den Kanadier Richard Pound, der einst die interne IOC-Kommission zum Bestechungsskandal Salt Lake City geleitet hat, als Berater zu gewinnen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir können nicht Ewigkeiten auf die Sportorganisationen warten, weil die Probleme doch schon zu lange existieren. Jetzt brauchen wir Lösungen. Also, ich glaube, dass diese Konferenz wird zu einem intensiveren Dialog mit den Sportorganisationen führen.&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-3970"></span>In der Diskussion in Coventry agierte Pound vorsichtig. Denn im IOC werden die Initiativen von Play the Game argwöhnisch verfolgt. So sagte Pound auf die Frage, warum das IOC nichts gegen die Korruption im Handball-Weltverband IHF unternimmt politisch korrekt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Problem ist doch: Ein internationaler Sportverband ist eine separate, autonome Institution, die vom IOC an erkannt wird, weil sie eine olympische Sportart weltweit organisiert. Da brauchen sie schon sehr überzeugende Beweise zu sagen: Dieser Verband ist total korrupt, dass er, auch wenn er beispielsweise Handball organisiert, nicht mehr zum olympischen Programm gehören soll. Ich sehe das im Moment noch nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hinter den Kulissen aber ließ Pound kaum Zweifel daran, dass er noch in diesem Jahr, spätestens beim Olympischen Kongress im Oktober in Kopenhagen, branchenübergreifende Vorschläge zur Korruptionsbekämpfung machen wird. Das Problem ist akut, wie in Coventry auch <a title="tag: Christer Ahl" href="http://jensweinreich.de/?s=christer+ahl" target="_self">Christer Ahl</a> berichtete hat &#8211; der Schwede leitete Jahrzehnte lang die Schiedsrichter-Kommission des Handball-Weltverbandes, saß auch im IHF-Council, und trat kürzlich aus Protest gegen die Machenschaften des Präsidenten Hassan Moustafa zurück.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wie ich hier mit vielen Kollegen diskutiert habe, ist es ja leider nicht untypisch, was im Handball passiert. Es gibt in vielen anderen Sportverbände Probleme. Aber das heißt bedeutet doch nicht, dass man die Lage im Handball gelassen zur Kenntnis nehmen und akzeptieren sollte.&#8221; </p></blockquote>
<p>Am Beispiel Christer Ahl oder auch am Beispiel des Argentiniers <a title="tag: Mario Goijman" href="http://jensweinreich.de/?s=mario+goijman" target="_self">Mario Goijman</a>, der einen spektakulären Korruptionsfall im Volleyball-Weltverband öffentlich gemacht hat, zeigt sich aber vor allem auch, dass der Sport alle Abweichler und Aufklärer hart bestraft &#8211; sie haben keine Zukunft mehr im System. Das weiß die Vorsitzende der deutschen Sektion von Transparency International, Sylvia Schenk aus eigener Erfahrung aus ihrer Arbeit im Radsport.</p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist ein Stück weit System, dass man diejenigen ausschließt, die stören. Und wer whistleblowt, also sagt: hier stimmt was nicht, der stört zunächst einmal. Das haben sie im Arbeitsleben in anderen Bereichen aber auch so. Der Sport hat eben ein bisschen auch noch diese Wagenburgmentalität, so dass das entsprechend da ganz gezielt gehandhabt wird und auch sehr deutlich wird, weil es eben sehr oft in der Öffentlichkeit stattfindet.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sylvia Schenk gehört mittlerweile zu jenen, die die von Play the Game aufgeworfene Idee einer Antikorruptions-Allianz im Sport vorantreiben. Dazu brauche es nicht unbedingt eine feste Institution analog zur Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Wichtiger als die Bildung eines neuen Gremiums seien wirksame Mechanismen, sagt sie.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn ich mir die Wada anschaue, wo Politik und Sport doch noch sehr viel Einfluss oder den Haupteinfluss in den Gremien haben, dann bin ich ein bisschen skeptisch, ob das das richtige Modell wäre für so eine solche Anti-Korruptions-Agentur. Also es muss eine Unabhängigkeit gewährt sein. Wenn da wieder die Sponsoren drin sitzen, die Interesse daran haben, dass der Sport möglichst geräuschlos erfolgreich ist, oder wenn die Politik mit drin ist, die natürlich auch von Erfolgen im eigenen Land oder im jeweiligen Klub profitiert, dann ist das eigentlich schon die falsche Konstruktion. Es wäre eigentlich schon gut, wenn man einiges aus der Wirtschaft übernehmen könnte, was große Unternehmen inzwischen machen. Von einem Ethik-Code, der nicht nur in der Schublade liegt, sondern wirklich umgesetzt und gelebt wird, über Whistleblower-Hotlines oder unabhängige Ombudsleute, wo Hinweise hingegeben können, zunächst auch anonym, um die dann auch professionell verfolgt werden, um festzustellen: Was steckt dahinter? Und haben wir da ein Problem, mit dem wir umgehen müssen?&#8221;</p></blockquote>

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		<title>Open letter to the Olympic Journalists Association</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 11:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe seit Ewigkeiten vor, dieses Blog auch auf Englisch zu führen, weil ich denke, dass es vergleichbare Angebote, die nicht von Sponsoren der so genannten Olympischen Bewegung oder gar von Sportfunktionären finanziert werden, kaum gibt. Nun beginne ich damit. Die Geschichte, die ich <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">gestern erlebt habe</a>, ist Anlass genug: Denn ich habe ja mit Jean-Marie Weber einen neuen Journalisten-Kollegen in der Olympic Journalists Association (OJA). Ab heute wird es regelmäßig englische und deutsche Beiträge in diesem Blog geben. Ich denke, das ist auf Dauer spannender und erweitert unseren Horizont.</p>
<p>In der Causa Weber habe ich soeben diesen offenen Brief an alle Mitglieder der OJA und einige andere interessierte Kollegen, Funktionäre und das IOC Press Office gesendet. Let&#8217;s talk about it. Have your say!</p>
<blockquote><p>Von: Jens Weinreich<br />
Gesendet: Sonntag, 14. Juni 2009 13:30<br />
Betreff: <strong>open letter to members of the Olympic Journalists Association</strong></p></blockquote>
<p>Dear colleagues,</p>
<p>I have had a shock. My head is spinning. My legs are weak, my brain spins. I grip the edge of my desk and croak for a glass of water.</p>
<p>Coming back from Coventry, England, where I attended the stimulating <a title="Play the Game Website" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> conference I was greeted by the new directory of the Olympic Journalists Association (OJA). I do thank Alain Lunzenfichter, Steve Wilson and Adrian Warner, Wakako Yuki, Karolos Grohmann and Pirate Irwin for their honorary work in the OJA Executive Committee.</p>
<p>But something in it leaves me trembling.</p>
<p>In the new directory I found my name alongside a new &#8220;associate member&#8221; of the OJA. His name? Jean-Marie Weber. In a moment, I&#8217;ll tell you more about Mr Weber.</p>
<p>But first, I am curious to know, who has elected Jean-Marie Weber? He has never been a journalist. But he does have one special role in the Olympic movement.</p>
<p>He paid the bribes. Huge bribes. Bribes for maybe 30 years to high ranking sports officials. Is this now a qualification for membership of the Olympic Journalists Association?</p>
<p>I can&#8217;t afford this membership fee. My children must be fed first.</p>
<p>Apparently he was elected in 2009. The Constitution of OJA says an &#8220;associate member&#8221; can be nominated by the Executive Committee. The definition of an &#8220;associate member&#8221; like Jean-Marie Weber is the following:</p>
<blockquote><p>&#8220;This will be offered to any individual, newspaper, federation, television network, sponsor, association, promoter etc. &#8230; whom the Committee considers has made a contribution to the Association or whose professional duties impact on Olympics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oh yes! Mr Weber&#8217;s activities have impacted on Olympic sport big time. Massively. He&#8217;s the man who bought sport with big bags of banknotes.</p>
<p>How about <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">138 million CHF in bribes</a>? Or financing dreary publications like <em>&#8220;sport intern&#8221;</em> since the rest of us were babies?</p>
<p><span id="more-3963"></span>By the way: It was interesting to read in the &#8220;Constitution Status&#8221; that there should be an annual general meeting. I was never invited to any. I have no idea if a meeting took place ever.</p>
<p>Just one last remark: This is not about criticizing the honorary work of other journalists. I do appreciate their work, especially if the purpose is to organize better working conditions for journalists in the Olympic circuit.</p>
<p>But: I don&#8217;t think adopting people who are working on the other side, the Dark Side, who some of us watched in a Zug court last year refuse to answer direct questions from the magistrates about who got the kickbacks?</p>
<p>I would very much like to get information from our Committee. Over to you guys.</p>
<p>Ironically my presentation at Play the Game last Wednesday in Coventry was about the biggest bribery scandal in the Olympic history. My topic was:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;The ISL/ISMM bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>For those of you who are not familiar with the ISL-bribery system: I will publish an extended version of my presentation on my sport-political blog tomorrow. Just one important point: The man who has paid 138 million CHF (according to judges, to defendants and lawyers in the ISL court case in Zug/Switzerland; see: court documentation) was the former ISL executive Jean-Marie Weber.</p>
<p>Is he really one of us? How on earth was he given membership?</p>
<p>I do think this is important so I am sending this email to every &#8220;full member&#8221; of OJA, to the IOC Press Office, the head of the IOC Press Commission and a few people who have recently discussed measures against corruption in sport with me in Coventry at the Play the Game conference: journalists, sport officials like Dick Pound, scientists and NGO-officials from 31 countries. I will also publish the letter on my sport-political blog.</p>
<p>Kind regards,<br />
 <br />
Jens Weinreich</p>

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		<title>Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 16:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
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		<category><![CDATA[korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[oja]]></category>
		<category><![CDATA[olympic journalist association]]></category>
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		<description><![CDATA[Bin gerade zurück aus Coventry und öffne die Post. Ein Brief kommt aus Paris von der L&#8217;Equipe, deren Altmeister Alain Lunzenfichter der Olympic Journalists Association (OJA) vorsteht. Das ist ein kleiner Verbund von, wenn ich richtig gezählt habe, derzeit 107 Personen weltweit, die sich mit olympischen Fragen befassen. Selbst unter diesen 107 tauchen nur einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin gerade zurück aus Coventry und öffne die Post. Ein Brief kommt aus Paris von der L&#8217;Equipe, deren Altmeister Alain Lunzenfichter der <em>Olympic Journalists Association</em> (OJA) vorsteht. Das ist ein kleiner Verbund von, wenn ich richtig gezählt habe, derzeit 107 Personen weltweit, die sich mit olympischen Fragen befassen. Selbst unter diesen 107 tauchen nur einige Dutzend bei allen IOC-Meetings auf &#8211; und es werden, wie jüngst in Lausanne und Denver, immer weniger. Gegründet wurde der Verband, um die Arbeitsbedingungen der Olympic Writer beim IOC zu verbessern, so gab es in Peking erstmals eine <a title="Peking, Tag 1" href="http://jensweinreich.de/?p=346" target="_self">gesonderte Akkreditierung</a> für das IOC-Hotel.</p>
<p>Ich habe die Vokabel &#8220;Personen&#8221; gewählt, obgleich es <em>Olympic <strong>Journalists</strong> Association</em> (OJA) heißt. Ich denke, da muss demnächst mal was geklärt werden, das werde ich auch tun. Die letzten zehn Namen in der alphabetisch gegliederten Liste der OJA lauten:</p>
<ul>
<li>Vandeweghe, Hans (Belgien)</li>
<li>Vande Weyer, Philippe (Belgien)</li>
<li>Ventouillac, Marc (Frankreich)</li>
<li>Wakamizu, Hiroshi (Japan)</li>
<li>Walden, Laura (USA)</li>
<li>Weber, Jean-Marie (Schweiz)</li>
<li>Weinreich, Jens (Deutschland)</li>
<li>Werge, Lars (Dänemark)</li>
<li>Wilson, Neil (UK)</li>
<li>Ziegler, Martyn (UK)</li>
</ul>
<p>Fällt jemandem etwas auf? Das ist weder ein Druckfehler der L&#8217;Equipe, noch ein Schreibfehler von mir. Ruhig noch einmal lesen.</p>
<p>Ich meine, nichts dagegen, wenn Alain Lunzenfichter und Jean-Marie Weber befreundet sind. Ich trinke auch gern Kaffee mit Jean-Marie und plaudere mit ihm über Gott und die Welt. Aber das geht nicht. Tut mir leid, aber OJA-Mitglied mit einem, der <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">138 Millionen Schmiergeld</a> gezahlt hat, möchte ich doch eher nicht sein. (Meinen Vortrag dazu bei Play the Game stelle ich in Kürze leicht überarbeitet ein.) Das IOC hat bislang immer andere Wege gefunden, Jean-Marie Akkreditierungen zu geben, etwa in der Kategorie GT, die für <em>Distinguished Guest</em> steht.</p>
<p>So sind sie, die Sportjournalisten, immer nah am Mann, gern auch in einem Boot mit jenen, denen sie eigentlich auf die Finger hauen sollten. Einige andere Personen, etwa ein Kompagnon und Berater des UDIOCM, werden auch als OJA-Mitglieder geführt.</p>

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		<title>Mario Goijman und die Nachwehen des Volleygates</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 19:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[fivb]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[süddeutsche zeitung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe Mario Goijman, den tapferen Argentinier, schon oft gewürdigt, hier und anderswo. Ich hatte Tränen in den Augen, als der wunderbare Mario 2005 bei der vierten Play-the-Game-Konferenz in Kopenhagen den Ehrenpreis erhielt. Die Bekanntschaft mit Goijman, sein unglaublicher Kampf, sein fulminanter Vortrag damals und seine einzigartige Webseite, auf der er das VOLLEYGATE dokumentiert, haben mich schwer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-3952" title="Mario Goijman, Play the Game 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/mario2005.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="280" height="420" align="right" />Ich habe Mario Goijman, den tapferen Argentinier, schon oft gewürdigt, <a title="tag: Mario Goijman" href="http://jensweinreich.de/?s=goijman" target="_self">hier</a> und <a title="Berliner Zeitung: Verstoßen aus einem korrupten Reich" href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/1111/sport/0016/index.html" target="_blank">anderswo</a>. Ich hatte Tränen in den Augen, als der wunderbare Mario 2005 bei der vierten Play-the-Game-Konferenz in Kopenhagen den Ehrenpreis erhielt. Die Bekanntschaft mit Goijman, sein unglaublicher Kampf, sein fulminanter Vortrag damals und seine einzigartige Webseite, auf der er das VOLLEYGATE dokumentiert, haben mich schwer beeindruckt &#8211; und mir wohl auch einen Energieschub verschafft. Denn nach dieser Erfahrung habe ich damals, unmittelbar nach Play the Game 2005, die <a title="Webseite sportnetzwerk" href="http://www.sportnetzwerk.eu" target="_blank">sportnetzwerk</a>-Diskussion eröffnet.</p>
<p>Ich sehe gerade, dass <a title="Volleygate" href="http://www.volleygate.com" target="_blank">Goijmans Webseite</a> zum Volleygate nicht erreichbar ist und weiß gar nicht, ob er sie wegen juristischer Probleme aus dem Netz nehmen musste. Deshalb die Empfehlung zu <a title="All about Volleygate" href="http://www.playthegame.org/theme-pages/all-about-volleygate.html" target="_blank">Play the Game</a>, wo zahlreiche Artikel, Links, Dokumente etc. zum Volleygate zusammen gestellt sind. Außerdem empfehle ich die Beiträge von Javier Cáceres (Süddeutsche) und Christian Putsch (Die Welt). Mario Goijman hat (s)ein Kapitel zum Buch <a title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self">&#8220;Korruption im Sport&#8221;</a> geschrieben: &#8220;the breathtaking story of King Rubén and Queen Malú&#8221;.</p>
<p>Lange Vorrede, nun zum Thema: Goijman hat einen verzehrenden Kampf gegen den Sonnenkönig Acosta, die Schweizer Justiz und die Ignoranz des IOC ausgefochten. Er hat diesen ungleichen Kampf mit seinem Vermögen bezahlt, mit seiner Gesundheit, mit seiner Ehe, mit seinen Ehrenämtern. Nun wird er sogar von der argentinischen Justiz belangt, weil er damals, als Organisationschef der Volleyball-WM 2002, für die Vergehen seines Vertragspartners (FIVB/Acosta) gerade stehen musste. Gerade hat Mario Goijman in einer traurigen Email seine Teilnahme an der sechsten Auflage von <a title="Play the Game 2009" href="http://jensweinreich.de/?p=3937" target="_self">Play the Game in Coventry</a> absagen müssen.</p>
<p>So trifft es einen, der die Probleme nicht in der Sportfamilie lösen will, sondern Transparenz herstellt, Korruption aufdeckt und Gerechtigkeit vor Gericht einfordert. So trifft es einen, der sich selbst als Whistleblower und Sport Justice Fighter bezeichnet. Bitte unbedingt lesen!</p>
<blockquote><p>Von: mario goijman<br />
Gesendet: Dienstag, 9. Juni 2009 17:12<br />
An: Jens Sejer Andersen; Ezequiel Fernández Moores, Pablo Vignone, Andrew Jennings, Henrik Brandt, Jens Weinreich<br />
Betreff: RE: Last information for Play the Game speakers</p>
<p>Buenos Aires, Jun 9  2009 </p>
<p>Dear Play the Games friends. </p>
<p>I have sad tears in my eyes and a great depression in my chest. Also when I sat in front of my Computer I can not hold my strong sensation of injustice and my loneliness.</p>
<p>Most of the people I know had forgotten what happened in Argentina and Switzerland with my fight inside my sport: Volleyball; they seem to remember that something unfair and not clear occurred since 2002, and the World Championship held in my country, and a following fight in Lausanne, but they don&#8217;t remember details about it, and the names of Ruben Acosta, Mario Goijman, Jean Pierre Seppey and the FIVB (International Volleyball Federation) are confused in their minds.</p>
<p>Thanks to Play the Games I had now the opportunity to remind them the facts, that made that organization to give me the PLAY THE GAME AWARD 2005, for my fight against corruption in Sport, and to know from first hand what happened after that, inside the FIVB, and mainly in the Lausanne Courts. </p>
<p>But the Mario Goijman you knew in 2002 or 2005 is different now.</p>
<p>Damaged by the fight, being ignored by many of the silent (accomplices for omission) participants in the Volleyball World, damaged by their disloyalty to principles and justice, and dominated by dirty interest, or scared to intervene while and innocent, proactive and honest leader from a country very far away from the main world was lynched.</p>
<p><span id="more-3950"></span>Damaged by the absurd decisions from of some Canton of Vaud Judges, and the unjustified long delays of others, pressed by the economic interest of a powerful organization, capable to pay with dirty money expensive lawyers that obtain with tricks and pressure such results in those that are supposed to defend the truth and the Justice,</p>
<p>Damaged in my small patrimony by very expensive legal fees, that had to be afforded alone, and the countless trips from Buenos Aires to Lausanne to attend hearings without any result.</p>
<p>Damaged by the lost of patience from the 2002 World Championship creditors unpaid, beside the money deposited in the FIVB treasury by sponsors and TV obtained due to my effort in Argentina; and using the warranties I personally gave to them to obtain the Argentina W.Ch. success, based in the contracts and rules among FIVB and Local Organizers, afterwards illegally violated by Acosta and Seppey, and still unpaid with the objective of damaging Mario Goijman, as revenge.</p>
<p>Some of these creditors initiated actions against me, as guarantor of their loans, notwithstanding their knowledge of the unfair situation.</p>
<p>Damaged at last by the weariness of many of my argentine colleagues over passed by the uneven and never ended fight.</p>
<p>Yesterday night, when I went to the airport for my trip to Coventry (on my birthday) to meet you and telling about my strong disappointment, I was stopped by an Argentine Order of Interdiction to abandon the Country in one of the lawsuits that began in demand of the 2002 World Championship credits that I candidly guaranteed in 2002, for which I did not asked for permission.</p>
<p>Thus, with tears of impotence I came back home to try to explain my frustration.</p>
<p>You will not have my story about lies and injustice, that  happened since 2005,  </p>
<p>With my best appreciation</p>
<p>Mario Daniel Goijman<br />
<strong>Whistleblower, and sports justice fighter</strong></p></blockquote>

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		<title>Play the Game 2009</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 16:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jens Sejer Andersen hat es wieder geschafft. Von Montag bis Freitag (8.-12. Juni) findet zum sechsten Mal die Konferenz Play the Game statt &#8211; nach vier Mal Kopenhagen und ein Mal Reykjavik nun also in Coventry. Ich werde von dort berichten &#8211; und in der Coventry Cathedral mit Richard Pound (IOC), Mario Goijman (Volleygate), Christer Ahl (Handball/IHF), Robert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-3940" title="Play the Game 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/ptg2009bannersquare2.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="323" height="324" align="left" />Jens Sejer Andersen hat es wieder geschafft. Von Montag bis Freitag (8.-12. Juni) findet zum sechsten Mal die Konferenz <a title="Website Play the Game" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> statt &#8211; nach vier Mal Kopenhagen und ein Mal <a title="Play the Game 2007" href="http://jensweinreich.de/?p=83" target="_self">Reykjavik</a> nun also in Coventry. Ich werde von dort berichten &#8211; und in der Coventry Cathedral mit <a title="&quot;Richard Pound to head Play the Game advisory board&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2751" target="_self">Richard Pound</a> (IOC), <a title="King Rubén" href="http://jensweinreich.de/?p=213" target="_self">Mario Goijman</a> (<a title="Website Volleygate" href="http://www.volleygate.com" target="_blank">Volleygate</a>), <a title="Wellnessprogramm für die Sportfamilie" href="http://jensweinreich.de/?p=3928" target="_self">Christer Ahl</a> (Handball/IHF), Robert Lloyd (<a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">One World Trust</a>) und Lars Haue-Pedersen (<a title="Website TSE Consulting" href="http://www.tseconsulting.ch/" target="_blank">TSE Consulting</a>) auch über die Lage im olympischen Weltsport, über Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit der <a title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://jensweinreich.de/?p=2276" target="_self">1999</a> vom IOC verabschiedeten <a title="Ten years after: IOC-Krisensession im März 1999" href="http://jensweinreich.de/?p=3321" target="_self">Reformen</a> diskutieren:</p>
<blockquote><p><em>Ten years after the IOC reforms &#8211; the state of governance in sport</em></p></blockquote>
<p>Mein Vortragsthema in Coventry hat Übersichts-Charakter, ist Stammlesern hier gut bekannt, international aber unbedingt verbreitungspflichtig, weil das Thema weltweit nur von sehr wenigen Journalisten konsequent behandelt worden ist:</p>
<blockquote><p><a title="tag: ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?s=isl%2Fismm" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world</a></p></blockquote>
<p>In der Programmkommission von Play the Game habe ich minimalen Anteil an der Vorbereitung der Konferenz. Mein Fokus war auf die Auswertung der vorgeschlagenen Vortragsthemen und auf die Verpflichtung des AIBA-Präsidenten Ching-Kuo Wu gerichtet. Eigentlich war mit Wu alles klar, doch kurzfristig wurde wieder nichts aus der Teilnahme des Box-Präsidenten. Wu ist eines von zahlreichen IOC-Mitgliedern, die in den vergangenen Jahren Play the Game fernblieben. Richard Pound macht wieder einmal eine Ausnahme. Er lässt sich die Teilnahme an Konferenzen, die er für wichtig hält, von niemandem verbieten. Aber vielleicht sollte ich besser vorsichtiger sein und fomulieren: Ich hoffe, bei Pound kommt nicht noch etwas Überraschendes dazwischen.</p>
<ul>
<li><a title="PM vom 6. Juni 2009" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/watch-play-the-game-2009-live-on-the-web.html" target="_blank">Highlights</a> der Konferenz, aktuelle Pressemitteilung</li>
<li><a title="Programm Play the Game 2009" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/documents/June5PlaytheGame-Programme2009.pdf" target="_blank">Programm Play the Game 2009</a></li>
<li><a title="Referentenliste Play the Game 2009" href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2009/speakers.html" target="_blank">Referentenliste</a></li>
<li><a title="Live Stream Play the Game 2009" href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2009/live-streaming.html" target="_blank">Live Stream</a></li>
<li><a href="http://www.thepulse2007.org/" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">The Pulse</span></a>, Play the Game 2007</li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2007.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Magazin 2007</span></a> (pdf, 1,3 mb)</li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2005.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Magazin 2005</span></a> (pdf, 2,4 mb)</li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2002.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Magazin 2002</span></a> (pdf, 2,7 mb)</li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2000.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Magazin 2000</span></a> (pdf, 4,6 mb)</li>
</ul>
<p>Zur Einstimmung auf die Konferenz stelle ich hier gern ein Kapitel zur Verfügung, das Jens Sejer Andersen für unser gemeinsames Buch <a title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self">&#8220;Korruption im Sport&#8221;</a> geschrieben hat. Ein Beitrag über Journalismus, die sagenhafte Sportfamilie und die Chancen eines weltweiten Netzwerkes:</p>
<blockquote><p><strong><span style="text-decoration: underline;">Play the Game: Der ungleiche Kampf mit einer global operierenden Bewusstseins-Industrie</span></strong> </p>
<p>Vier Worte auf einem kleinen gelben Zettel. So wenige Mittel reichen aus, wenn man jemanden davor warnen möchte, sich mit den Machthabern des Sports anzulegen.</p>
<p>Als wir an einem Sonntag Vormittag im November 2000 froh und gespannt in der Lobby des Kopenhagener Hotels &#8220;DGI byen&#8221; standen und unsere Gäste zur Konferenz Play the Game willkommen hießen, entdeckten wir etwas Ungewöhnliches: Unter einem der Namensschilder, die auf dem Willkommenstresen lagen, klebte ganz diskret einer der wohlbekannten kleinen gelben Merkzettel. Das Namensschild wartete darauf, dass sich sein rechtmäßiger Eigentümer, ein Journalist und Mitverfasser eines besonders kritischen Buches über die FIFA, anmeldete. Wären wir ihm nicht zufälligerweise zuvorgekommen, hätte er zusätzlich zur Willkommensmappe folgenden Gruß erhalten, anonym und in blauen Blockbuchstaben geschrieben: &#8220;WE ARE WATCHING YOU&#8221;.</p>
<p>Es handelte sich hier kaum um einen anonymen Verehrer. Deshalb zogen wir den Gast aus Deutschland später zur Seite und machten ihn auf den Zettel aufmerksam. Es soll erwähnt werden, dass Jens Weinreich unbeschädigt von seinem Auftritt auf der Konferenz davon kam, aber für uns war die Episode nur noch eine Bestätigung dafür, dass die internationale Welt des Sports ein, milde gesagt, angespanntes Verhältnis zur Meinungsfreiheit und offenen Diskussion hat. Zwei Tage zuvor hatte einer der Hauptredner der Konferenz, der italienische Anti-Doping-Kämpfer Sandro Donati, eine niederschlagenden E-Mail mit der Überschrift &#8220;Conference bye bye&#8221; geschickt. Nach drei Wochen langem Tauziehen mit dem italienischen olympischen Komitee CONI, bei dem Donati als Forschungsleiter angestellt war, hatte er immer noch keine Ausreiseerlaubnis erhalten. Da CONI zur gleichen Zeit mit den elf Gerichtsverfahren beschäftigt war, die es im Laufe der Jahre gegen Donati eingeleitetet hatte, um ihn zu entlassen, traute Donati sich nicht, ohne CONI&#8217;s Stempel in den Reiseunterlagen das Land zu verlassen. (Damals konnte er nicht wissen, dass er alle elf gewinnen würde!) Es brauchte einen Protest von den Teilnehmern der Konferenz und ein strenges Fax unserer Mitveranstalter im Internationalen Journalistenverband (IFJ), bevor CONI&#8217;s Generalsekretär Raffaele Pagnozzi widerstrebend erklärte: &#8220;At this stage and having seen what has happened, Mr. Donati can, as free citizen, take part freely to any conference.&#8221;</p>
<p>Die Erlaubnis kam so spät, dass wir Donati als allerletzten Punkt auf unsere Programmliste setzen mussten. Nach dem Drama um den führenden Dopingjäger dieser Welt wurde es ein unvergessliches Finale mit stehendem Applaus der Teilnehmer.</p>
<p>Wir hätten CONI eine Dankeskarte schicken sollen &#8211; für ihre Hauptrolle in der Planung einer so hervorragenden Dramaturgie. </p>
<p><strong>Totalitäre Züge &#8211; illegale Diskussionen</strong></p>
<p>Die Beispiele des Jahres 2000 sind keine Einzelfälle. Nach nun vier Play-the-Game-Konferenzen für  Journalisten, Forscher und Sportfunktionäre, die alle Meinungsfreiheit und Demokratie im Weltsport fördern möchten, müssen wir feststellen, dass die Welt des Sports &#8211; die häufig von sich selbst und anderen als einer der Grundpfeiler der demokratischen Gesellschaft hervorgehoben wird &#8211; in Wirklichkeit eine Furcht vor dem freien Wort hat, die sonst totalitären Regierungsformen eigen ist. Bereits 1997 erlebten wir, wie der inzwischen verstorbene Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Primo Nebiolo, norwegischen Athleten drohte, sie von der WM auszuschließen. Angeblich versuchte er dies auf Grund eines schon längst beigelegten Dopingprozesses. Laut internen Quellen im Verband aber war der wirkliche Grund, dass der frühere norwegische Athletikvorsitzende, Lars Martin Kaupang, während unserer allerersten Konferenz wenige Wochen vor der WM Nebiolos Führungsstil kritisiert hatte.</p>
<p>Auffällig war auch, als vier hervorragende Redner, die im Jahr 2002 definitiv zugesagt hatten, den Zustand in der FIFA zu diskutieren, einer nach dem anderen kurz zuvor, ja sogar während der Konferenz, absagten &#8211; mit dem Hinweis auf  &#8220;widersprüchliche Karriereinteressen&#8221;, &#8220;wichtige Geschäftstreffen&#8221;, &#8220;unvorhergesehene Vorkommnisse&#8221; und &#8220;den Rat meines Arztes, zur Zeit nicht zu fliegen&#8221;.</p>
<p>An welche Art Regierungsform erinnert es, wenn der Volleyball-Weltverband FIVB als Antwort auf eine Einladung zur Konferenz im Jahr 2005 eine Diskussion über die Korruption im Verband als &#8220;illegal&#8221; erklärt und jedem einzelnen mit Namen genannten Mitglied des Play the Game-Vorstandes und -Programmkomitees damit droht, alle zulässigen Mittel gegen sie zu verwenden? Wir mussten den FIVB freundlich darauf hinweisen, dass es in Dänemark gesetzlich erlaubt ist, auf Konferenzen Reden zu halten.</p>
<p><span id="more-3937"></span>Diesen sehr deutlichen Beispielen, kann man zahlreiche Fälle hinzufügen, die alle in die gleiche Richtung weisen: Internationale Topmanager, die, trotz kollegialer Aufforderungen sich fernzuhalten, erscheinen, Geschäftsleute, die sich absichern, bevor sie eine Einladung annehmen und hilfreiche Menschen in der Welt des Sports, die von anderen attackiert werden, wenn herauskommt, dass sie Play the Game unterstützen. Nach dem Motto: &#8220;Hast Du ein Problem?&#8221;. Was auch immer wir und unsere Redner erlebt haben, es sind doch nur Liebkosungen im Vergleich zu den Gefahren, denen Journalisten weltweit ausgesetzt sind. Man kann vieles über die internationalen Verbände sagen, Gewalt haben sie aber bisher noch nicht gegen ihre Kontrahenten angewendet.</p>
<p><strong>Gefahr für Sportjournalisten</strong></p>
<p>Es sieht so aus, als sei es für den kritischen Journalisten umso gefährlicher, je weiter unten er sich in der Hierarchie des Sports befindet. Neulich wurde ein dänischer Kollege von einem Sponsor eines Handballklubs mit dem Tode bedroht, weil der Sponsor der Meinung war, dass der Journalist Lügengeschichten über die wirtschaftliche Lage des Klubs geschrieben hatte. Solche Drohungen scheinen häufiger zu werden, und es bleibt nicht immer bei Drohungen. Auf unserer <a title="Play the Game Webseite" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Homepage</a> sammeln wir zugängliche Informationen von Übergriffen auf Sportjournalisten, und wir sind nicht unbedingt stolz darauf, diese Liste vorzeigen zu können. Vier Sportjournalisten &#8211; allein drei von ihnen aus Kolumbien &#8211; haben in den letzten fünf Jahren mit ihrem Leben dafür bezahlt, ihrer Arbeit als Watchdogs, als &#8220;Wachhunde der Gesellschaft&#8221;, nachzugehen. Andere Kollegen wurden angeschossen, angestochen oder verprügelt. Nur wenige Millimeter trennten beispielsweise den griechischen Sportredakteur Philippos Syrigos davon, seine Hauptschlagader durchbohrt zu bekommen, als er an einem Oktobertag im Jahre 2004 von zwei unbekannten Männern auf der Straße in Athen abgepasst, zusammengeschlagen und niedergestochen wurde.</p>
<p>Die Nachforschungen der Polizei endeten in einer Sackgasse, und es gab drei wahrscheinliche Spuren: Entweder sollte Syrigos dafür bestraft werden, dass er enthüllt hatte, wie der Präsident des Fußballklubs Olympiakos Piräus kostenlos das mit öffentlichen Mitteln errichtete neue Stadion übernommen hatte, oder dafür, dass er den Dopingskandal um die griechischen Sprinter Ekaterini Thanou, Kostas Kenteris und ihrem Trainer Christos Tsekos aufgedeckt hatte. Ein dritter möglicher Feind war die Organisationschefin der Olympischen Spiele 2004, Gianna Angelopoulos-Daskalaki, die laut Syrigos guten Freunden zu lukrativen Marketingverträgen im Zusammenhang mit den Spielen verholfen hatte.</p>
<p>Innerhalb des folgenden Jahres wurden zwei weitere griechische Sportjournalisten mit Baseballschlägern und Schlagringen überfallen. Die Messer ließen die Banditen dieses Mal jedoch zu Hause. Die Reaktionen der griechischen und internationalen Sportorganisationen waren in beiden Fällen gleich: absolutes Schweigen. Nicht ein Wort zur Aufmunterung und Trost für die, die Leib und Leben dafür riskieren, dem Sport zu helfen, seine Probleme zu lösen. Nicht die geringste leise Verurteilung derer, die Korruption und Kriminalität im Sport mit Gewalt verteidigen. Wer auch immer der Feind gewesen war, Syrigos und seine Kollegen trafen ihn allein.</p>
<p><strong>Todesstrafe für Fußballkritik</strong></p>
<p>Ein weiterer einsamer Mann ist Zaw Thet Htwe, bis 2003 Chefredakteur des beliebtesten gedruckten Mediums in Burma, des Sportmagazins First Eleven. Im Frühling 2003 stellte er in seinem Magazin die Frage, was aus einer FIFA-Bewilligung von vier Millionen US-Dollar für den burmesischen Fußball geworden war. Die Antwort des Militärregimes kam wenige Monate später. Zaw Thet Htwe wurde verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Die Behörden behaupteten, dass Htwe dabei war, ein Bombenattentat zu planen. Es gibt jedoch viele Hinweise darauf, dass die Fußballartikel der einzige Sprengstoff waren, der zu seiner Verhaftung führten.</p>
<p>Nach einem Gerichtsverfahrens, das einer Parodie glich, wurde Zaw Thet Htwe zum Tode verurteilt. Erst nach internationalem Druck von Amnesty International und der Vereinigung Reporters Sans Frontières wurde die Strafe herabgesetzt und im Januar 2005 wurde er schließlich freigelassen. Jetzt übt er sich, wie er es formuliert, in Zurückhaltung &#8211; und das ist sicher auch klug so.</p>
<p>Weniger klug ist die Zurückhaltung, die die internationalen Sportorganisationen üben. Als ich unsere Konferenz im November 2005 mit dem Bericht über Htwe&#8217;s Fall eröffnete, war eine Gruppe von Journalisten so empört, dass sie darum bat, im Namen der Konferenz eine Antwort von der FIFA zu fordern. Warum hatte man Htwe nicht unterstützt und wo waren die FIFA-Mittel für Burma gelandet? Die FIFA, die im Laufe der Jahre systematisch jede Einladung von Play the Game abgelehnt hatte, antwortete überraschender Weise innerhalb von 24 Stunden. Der Kommunikationsdirektor Markus Siegler teilte mit, dass FIFA-Präsident Joseph Blatter am 16. Januar 2004, als er von dem Fall Htwe erfahren hatte, einen persönlichen Brief an den Vorsitzenden des burmesischen Fußballverbandes, Oberst Htike Thaung, geschrieben und ihn darum gebeten hatte, sich für Zaw Thet Htwe einzusetzen. Die Rede war einmal mehr von der &#8220;Fußballfamilie&#8221; und ihren &#8220;globalen Werten&#8221;: Toleranz, Universalität, Fairplay und Respekt. </p>
<p><strong>Der Sport: Familie oder Demokratie?</strong></p>
<p>Der Brief birgt einen der vielen Schlüssel, der uns helfen kann zu verstehen, warum es dem internationalen Sport so schwer fällt, sich Kritik und Diskussion zu öffnen, und warum er von undurchsichtigen Freundschaftsdiensten, heimlichen Vereinbarungen und direkter Korruption geplagt wird: Der Schlüssel ist das Wort Familie.</p>
<p>Laut Blatter &#8211; und vielen anderen Topmanagern &#8211; besteht der Sport aus Familien. Im Fußball besteht diese Familie nicht nur aus Verband, Spielern und Funktionären, sondern auch aus Fans und Journalisten. Die Sorge um Zaw Thet Htwes Freiheit, die Pressefreiheit oder um die Korruption im burmesischen Fußball bringt Blatter nicht dazu, an seinen burmesischen Verbandsgenossen zu schreiben. Nein, es geschieht zum Schutze eines Familienmitgliedes.</p>
<p>In einer Familie gelten viele Spielregeln. In der Familie des Sports hat der Vater das Sagen. In der Familie nehmen wir Rücksicht aufeinander. Man hilft einander. Man kritisiert einander nicht unnötig &#8211; und man kritisiert einander auf keinen Fall gegenüber Mitgliedern anderer Familien. Diese Spielregeln sind ganz andere als die Regeln der Demokratie. Die Familie setzt voraus, dass wir alle gemeinsame Interessen haben. Die Demokratie dagegen baut auf der Erkenntnis auf, dass wir verschiedene Interessen haben, und bietet uns eine Methode, mit welcher wir unsere Interessenkonflikte lösen können. Dies wiederum setzt voraus, dass die Konflikte sichtbar werden und diskutiert werden können. Wenn die Angelegenheiten des Sports nur den Sport selbst etwas angingen, könnten wir die Familienmitglieder sich selbst überlassen.</p>
<p>In den letzten 30 Jahren hat sich der Sport zu einem unvergleichlichen ökonomischen, politischen und kulturellen Machtfaktor entwickelt. Es ist daher wichtig für demokratische Gesellschaften, dass der Sport sein internes Verhalten eben als Demokratie ernst nimmt &#8211; und nicht als Familie. Sonst riskiert der Sport auf Dauer, mit anderen erwerbstätigen Gruppen zu verschmelzen, die große Vermögen verwalten, jenseits von Recht und Gesetz leben, frei über die Landesgrenzen hinweg operieren &#8211; und deren Struktur ebenfalls auf familiären Werten aufbaut. Für diese Art von Organisation gibt es einen berüchtigten Namen, ein bekanntes italienischen Fremdwort.</p>
<p><strong>Jenseits von Recht und Gesetz</strong></p>
<p>Es gibt andere Gründe dafür, dass sowohl Sportorganisationen wie auch die Gesellschaft ein gemeinsames Interesse an einer durchsichtigeren und demokratischeren Verwaltung des internationalen Sports haben sollten. Der Sport ist durch einen dichten organisatorischen Zusammenhang vom internationalen Verband bis zum kleinen lokalen Verein gekennzeichnet. Wenn die öffentlichen Geldströme an Vereine und den nationalen Verband gerechtfertigt werden, erfahren wir, dass das Vereinsleben die &#8220;Wiege der Demokratie&#8221; ist und dass die Kinder und Jugendlichen durch den Sport lernen, sich sozial zu verhalten und Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen. Mit anderen Worten: Der Sport erzieht zur guten Staatsbürgerschaft. Vor diesem Hintergrund dürfen wir hohe Erwartungen an die Gesellschaften des Sports selbst haben &#8211; die Organisationen, die der Sport selbst gebildet hat und souverän kontrolliert.</p>
<p>Doch so eindeutig ist das Bild der Vereinsorganisationen nicht.</p>
<p>Auf lokaler Ebene sehen wir in großen Teilen Europas eine blühende Vereinskultur, die von hunderttausenden von Freiwilligen erschaffen wird und die im besten Fall für den größten Teil der Bevölkerung offen ist. Sie kann ein inspirierender Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche sein und Entfaltungsspielraum für das zwischenmenschliche Engagement bieten. Allerdings wird dies von Vorstellungen bedroht, die den Sport allein als Unterhaltungsmaschinerie begreifen. Jugendliche treten zunehmend keinem Sportverein mehr bei. Diese Entwicklung wird durch Tendenzen befördert, dass der in den Vereinen angebotene Sport immer mehr Arbeit statt reinem Vergnügen ähnelt.</p>
<p>Neue Sportformen, die Menschen anziehen, die von anderen Träumen angetrieben werden als von Medaillen und Aufstieg, wachsen schneller außerhalb von Vereinen als innerhalb. Skating, Spinning, Fitness &#8211; allein in meinem Zwergenland Dänemark haben 200.000 Bürger in den letzten Jahren angefangen, Nordic Walking auszuüben. In der Stadt und auf dem Land wimmelt es jetzt von Skiläufern ohne Skier. Wenn die Vereine und nationalen Verbände in der Hoffnung auf Hilfe und Inspiration zu ihren internationalen Vertrauenspersonen hinaufsehen, suchen sie vergeblich. Diese Verbände sind mehr damit beschäftigt, Menschen in die Rolle von Fernsehzuschauern oder Verbrauchern der gesponserten Produkte zu drängen, als sie vom Sofa auf den Sportplatz zu locken.</p>
<p>In anderen Kapiteln dieses Buches werden zahlreiche Beispiele dafür genannt, wie die internationalen Verbände ihre Milliarden und ihre gesellschaftliche Verantwortung verwalten. Darauf werde ich daher nicht eingehen. Es ist hier auch weder Zeit noch Ort, um eine sportphilosophische Diskussion zu führen, doch ich will dennoch wenigstens andeuten, dass es ungesund ist, eine Gesellschaft auf den Werten des Spitzensports aufzubauen. Immer wieder hat es sich gezeigt, dass Begriffe wie &#8220;Fairplay&#8221; und &#8220;Respekt vor dem Gegner&#8221; vom Platz gefegt werden, wenn sich Geld und Prestige ernsthaft in den olympischen Traum von der Freiheit zur Übertreibung mischen &#8211; und wenn Sportler, Vereine, Systeme und Nationen darum kämpfen, &#8220;schneller, höher, stärker&#8221; zu werden.</p>
<p>In der Ideengrundlage des Sports selbst liegt eine Quelle zur Korruption. Aber auch die Gesellschaft trägt eine Verantwortung dafür, dass die Sportverbände unbeobachtet agieren können. Dies geschieht mit dem Resultat, dass einige von ihnen der Ausnutzung durch die internationale Korruption frei ausgeliefert sind.</p>
<p>Historisch gesehen ist es eine lange Tradition des Sports, sich weit über die Gesetze und Regeln der ihn umgebenden Gesellschaft zu erheben. Im nordwestlichen Europa bauen wir auf der grundlegenden Idee auf, dass die Freiwilligen in den Vereinen eigenständig arbeiten müssen, wenn ihre Arbeit für sie selbst und für die Gesellschaft einen Wert haben soll. Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand, und wenn das öffentliche System den Freiwilligen bestimmte Aufgaben auferlegen möchte, schwächt das sowohl die Freiheit wie auch die Verantwortung des Einzelnen. Zugleich gibt es die gängige Meinung, dass der Sport selbstständig sein muss, wenn er die umgebende Gesellschaft inspirieren soll. Man kann nichts prägen, mit dem man verschmolzen ist. Früher sagte man, dass Sport und Politik nicht vermischt werden dürfen. Diesen Satz hört man heute selten &#8211; und die wenigsten, die ihn aussprechen, glauben selbst daran.</p>
<p>Doch hat dieser Gedanke den internationalen Sportorganisationen einen Spielraum gegeben, der sie buchstäblich über Recht und Gesetz erhoben hat. Irgendwo müssen die Verbände dann aber doch Boden und Recht berühren und an diesem Ort ist meistens auch ihr Hauptsitz. Für sehr viele liegt dieser in der Schweiz, die sich über lange Zeiträume der Geschichte in internationalen Angelegenheiten für neutral erklärte. Die Neutralität macht sich dadurch bemerkbar, dass die Schweizer Behörden sich nur ungern in das einmischen, was in den vielen internationalen Organisationen des Landes vor sich geht. Dies wissen Sportverbände gut zu nutzen (siehe Kapitel &#8220;Liebling Schweiz&#8221;). Gut fundierte Klagen gegen IOC, FIFA und FIVB sind wiederholte Male vom Schweizer Rechtssystem abgewiesen oder mit Gleichgültigkeit behandelt worden. Doch auf lange Sicht sollten wir uns nicht zurücklehnen und darauf warten, dass die notwendigen Aufräumarbeiten im internationalen Sport von den Schweizer Gerichtshöfen ausgeführt werden. </p>
<p><strong>Die Möglichkeiten des Netzwerks</strong></p>
<p>Wer im internationalen Sport für klarere Verhältnisse eintritt, begibt sich in einen ungleichen Kampf mit einer weltumspannenden Bewusstseins-Industrie, die verteidigt wird von hypnotisierten Fans, multinationalen Konzernen, gigantischen Medienkonglomeraten, skrupellosen Dopingdealern, verschworenen Sportfunktionären, opportunistischen Politikern, gleichgültigen Gerichtshöfen, kurzsichtigen Sportforschern, schläfrigen Journalisten, zynischen Trainern und karrierefixierten Sportlern. Diese Beschreibung stimmt sicher &#8211; sie hat aber gleichzeitig viele Schwächen. Denn es gibt jede Menge Sportler, Trainer, Fans, Wirtschaftbosse, Medienchefs, Sportfunktionäre, Juristen, Polizisten, Politiker und Journalisten, die sich wünschen, dass der Sport von Korruption, Drogenmissbrauch und Gewalt befreit wird. Sie können sich nur sehr schwer Gehör verschaffen. Zudem fehlen ihnen Anlaufstellen.</p>
<p>Play the Game bemüht sich durch seine Konferenzen und seine Homepage darum, Treffpunkt für alle diejenigen zu sein, die Demokratie, Offenheit und Meinungsfreiheit im Weltsport fördern möchten und wir freuen uns jedes Mal, wenn noch ein Treffpunkt, wie zum Beispiel das sportnetzwerk in Deutschland, dazukommt. Wir hoffen, dass solche Treffpunkte mehr Menschen dazu ermuntern, an der Diskussion um die Zukunft des Sports teilzunehmen, und weniger Menschen dazu bringt, andere davon abzuhalten ,sich zu äußern. In unseren Augen ist das freie Wort nicht gefährlich oder feindlich, ganz im Gegenteil. Wir glauben daran, dass offene Diskussion zwischen widersprüchlichen Meinungen sowohl Kritiker, Verantwortliche und Angehörige qualifiziert &#8211; und letzten Endes Lösungen für die Probleme des Sports anbietet.</p>
<p>Ein Beispiel für diese konstruktive, branchen-, länder- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit ist das &#8220;Statement on Integrity and Anti-Corruption in Sport&#8221;, das von Teilnehmern unserer Konferenz 2005 in Zusammenarbeit mit Transparency International formuliert wurde. Auf sich allein gestellt können Sportfunktionäre, Journalisten, Forscher und Manager nicht viel gegen Korruption ausrichten. Spielen wir aber zusammen in kleinen und großen Netzwerken, mit Respekt vor unseren unterschiedlichen Rollen und Verantwortungen, liegen hier ungeahnte Möglichkeiten.</p>
<p>Die zwei Ereignisse, die im Laufe des Jahres 1998 den internationalen Sport in seinen Grundfesten erschütterte, der Dopingskandal auf der Tour de France und der Bestechungsskandal im IOC, führten beide dank eines Zusammenspiels zwischen öffentlichen Behörden, Sportverbänden, Medien und Gesetzgebern zu Änderungen. Dass dieses Zusammenspiel noch nicht alle Probleme des Sports gelöst hat, kann man bedauern. Doch es bleibt stets einen weiteren Versuch wert.</p>
<p>Parallel zu der Arbeit, die wir in Ehrenamt und Beruf leisten können, müssen wir uns eine Frage stellen: Was wollen wir mit dem Sport in dieser bunt gemischten Welt?</p>
<p>Zur Inspiration möchte ich mit einem Zitat aus einem Telefonat schließen, das ich vor einigen Monaten mit Anders Levinsen führte, einem geradezu besessenen Fußballtrainer, der in den 90er Jahren Kinder der Krieg führenden Parteien auf dem Balkan dazu gebracht hatte, miteinander Fußball zu spielen, und der heute über 100 &#8220;Open Fun Football Schools&#8221; auf dem Balkan, im Nahen Osten und im Kaukasus betreibt. Anders sagte: &#8220;Es ist mir total egal, ob die Kinder Technik und Taktik lernen und besser mit dem Ball umgehen können. Ich möchte nur, dass sie es lieben, Fußball zu spielen. Dass sie es lieben, mit ihren Freunden zusammen zu sein. Aber das versteht niemand, nicht einmal meine eigenen Leute!&#8221;</p>
<p>Mit dieser Aussage, in der Hoffnung, Verzweiflung und ein Keim der Erneuerung liegen, möchte ich den Ball an die Leser weitergeben. Ich wünsche ein gutes Spiel. Play the Game!</p></blockquote>

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		<title>Wellnessprogramm für die Sportfamilie</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 12:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Mandara Spa des Hotel Atlantis, Paradise Island, Nassau, Bahamas, lässt sich gewiss angenehm relaxen. Dort tagte gerade die Fifa-Familie und war schwer beschäftigt.

Der Sportkamerad Blatter, Joseph, jedenfalls flötete nach dem Wellness-Aufenthalt:
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Mandara Spa des <a title="Atlantis Ressort, Nassau" href="http://www.atlantis.com/resources.aspx" target="_blank">Hotel Atlantis</a>, Paradise Island, Nassau, Bahamas, lässt sich gewiss angenehm relaxen. Dort tagte gerade die Fifa-Familie und war schwer beschäftigt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3929" title="Screenshot Webseite Hotel Atlantis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/atlantis.jpg" alt="" width="500" height="227" /></p>
<p>Der Sportkamerad Blatter, Joseph, jedenfalls <a title="Fifa.com: Blatter zum Kongress 2009" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/news/newsid=1066200.html#blatter+bin+sehr+glucklich" target="_blank">flötete</a> nach dem Wellness-Aufenthalt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich kann nach diesem Kongress sagen, dass ich ein sehr glücklicher Präsident bin. In der weltweiten Fussballfamilie herrscht Eintracht darüber, wie wir unsere Botschaft übermitteln wollen. Wir haben eine Erklärung darüber zusammengestellt, wie die Probleme angegangen und gelöst werden sollen &#8211; denn es gibt immer eine Lösung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Mandara Spa des <a title="JW Marriott, Kairo" href="http://www.marriott.de/hotels/hotel-information/recreation/caijw-jw-marriott-hotel-cairo/" target="_blank">JW Marriott Hotels</a> in Kairo lässt sich gewiss auch angenehm relaxen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3930" title="Screenshot Website JW Marriott" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jwmarriott.jpg" alt="" width="500" height="320" /></p>
<p>Zumal heute für die IHF-Familie ja dieses <a title="IHF Congress 2009" href="http://www.ihfcongress2009.org/congress2009/touristic.htm" target="_blank">Programm</a> angesagt ist:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3931" title="Screenshot IHF Congress 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/programmihf.jpg" alt="" width="500" height="166" /></p>
<p>Wegen derartiger Verpflichtungen ist es beim Wahlkongress des Handball-Weltverbandes IHF leider nicht möglich, den Herausforderer für Hassan Moustafa vorzustellen bzw. es ist dem <a title="Pharaos Demokratie: &quot;Er kann das Wort nicht einmal schreiben!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3890" target="_self">Herausforderer Jeannot Kaiser</a> nicht erlaubt, sich und sein Programm vorzustellen. Aber vielleicht gelingt es Jeannot Kaiser ja doch, einige Worte an das Wahlvolk zu richten, wer weiß.</p>
<p>Einige aktuelle Berichte und Analysen rund um den Kongress:</p>
<ul>
<li>Andreas Lesch in der Berliner Zeitung: <a title="Berliner Zeitung vom 4. Juni 2009" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0604/sport/0015/index.html" target="_blank">Schublade voller Mist</a></li>
<li>Erik Eggers im Neuen Deutschland: <a title="Neues Deutschland vom 3. Juni 2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/149835.kaiser-will-ins-hoechste-amt.html" target="_blank">Kaiser will ins höchste Amt</a></li>
<li>Interview mit Erhard Wunderlich auf ard.de: <a title="ard.de &quot;Moustafa lehnt Gespräche ab&quot;" href="http://sport.ard.de/sp/handball/news200905/25/interview_wunderlich.jsp" target="_blank">Moustafa lehnt Gespräche ab</a></li>
<li>Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung: <a title="SZ: &quot;Im Reich des Pharao&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/316/470860/text/" target="_blank">Im Reich des Pharao</a></li>
<li>Handelsblatt: <a title="Handelsblatt: &quot;Deutsche stützen Skandal-Präsidenten" href="http://www.handelsblatt.com/journal/sonstiges/deutsche-stuetzen-skandal-praesidenten;2303526" target="_blank">Deutsche stützen Skandal-Präsidenten</a></li>
</ul>
<p>Ich kann leider nicht in Kairo sein, bin deshalb schon gespannt auf die Auswertung kommende Woche auf der Konferenz <a title="Play the Game Webseite" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> in Conventry mit Christer Ahl.</p>
<p>Ich denke wie andere Kollegen auch, dass Hassan Moustafa in Kairo gewinnen wird. Das ist die Tendenz, Wunder sind auch und gerade in dieser Branche selten. Warum kaum mit einem Umsturz zu rechnen ist, habe ich vor einigen Tagen bereits für den Deutschlandfunk zusammengetragen:</p>
<p><a title="DLF vom 31. Mai 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/31/dlf_20090531_1938_1ea6b82f.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die überarbeitete und verlinkte Variante des Beitrages:</p>
<p>Es gibt derzeit 33 olympische Weltverbände &#8211; in 26 Sommersportarten und sieben Wintersportarten. Misswirtschaft, Stimmenkauf, Amtsmissbrauch, Bestechung und Korruption sind aus nahezu jedem Verband bekannt. Die aktuellen Skandalnudeln im olympischen Reich heißen Handball, Fußball, Volleyball, <a title="René Fasel: &quot;Im Moment ist es aber besser zu schweigen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3795" target="_self">Eishockey</a>, Radsport, Judo, Biathlon &#8211; und natürlich das IOC. Die Liste der Verfehlungen, die sich auch mit Gerichtsakten belegen lässt, wird immer länger &#8211; und eher selten befassen sich die so genannten Ethik-Kommissionen mit derlei Vorgängen.</p>
<p>Über Selbstreinigungskräfte verfügt die Spezialdemokratie Sport nur bedingt. Umstürze, Revolutionen gar, gibt es eigentlich nie. In der Regel werden die Verbände über viele Jahre von denselben Personen und Zirkeln regiert.</p>
<p><span id="more-3928"></span>Eines der prominentesten Beispiele ist der Fußball-Weltverband Fifa, wo der Brasilianer Joao Havelange von 1974 bis 1998 als Präsident amtierte, dann von seinem langjährigen Generalsekretär Joseph Blatter beerbt wurde. Die Fifa-Adligen haben an vielen Kapiteln von Vetternwirtschaft und Korruption mitgeschrieben. Sie hätten, sollte Blatter tatsächlich bis mindestens 2015 amtieren, wie er es anstrebt, dann mehr als 40 Jahre die Fifa geprägt.</p>
<p>Im Volleyball-Weltverband FIVB gab es seit Verbandsgründung 1947 überhaupt erst drei Präsidenten. Ein Franzose amtierte 37 Jahre, danach herrschte der mexikanische <a title="King Rubén" href="http://jensweinreich.de/?p=213" target="_self">Sonnenkönig Rubén Acosta</a> 24 Jahre lang mit eiserner Hand &#8211; und kassierte einige Dutzend Millionen Dollar, weil er sich etwa Kommissionen auf FIVB-Marketingverträge zahlen ließ. Im Vergleich zu Acostas Verfehlungen ist Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF, geradezu ein Musterdemokrat. Dennoch fand auch im Volleyballverband kein Umsturz statt &#8211; nur ein sanfter Übergang. Acosta ist jetzt Ehrenpräsident, der Chinese Wei Jizhong sein Nachfolger.</p>
<p>Entscheidend für den späten und ungesühnten Abgang Acostas dürfte die so genannte stille Diplomatie des IOC-Präsidenten Jacques Rogge gewesen sein. Der Fall Acosta war als einer der wenigen von der IOC-Ethikkommission behandelt worden, was 2004 wenigstens zum Rücktritt Acostas als Ex-officio-Mitglied des IOC führte.</p>
<p>Doch auch Rogge, der bei seinem Amtsantritt 2001 den Kampf gegen Korruption ausgerufen hatte, war im Tagesgeschäft selten konsequent. Als eines der wenigen positiven Beispiele lässt sich seine Haltung zum Box-Weltverband AIBA nennen. Die <a title="BLZ: &quot;Olympische Tiefschläge&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0826/none/0012/index.html" target="_blank">AIBA wurde zwanzig Jahre</a> vom korrupten Pakistani Anwar Chowdhry geführt, einem Mann aus der dubiosen sportpolitischen Abteilung, die der Sportartikelkonzern Adidas einst unterhielt. Im Boxen ließen sich Olympiasiege organisieren und kaufen. Chowdhry übertrieb dieses Spiel. Rogge ließ der AIBA Gelder sperren und drohte mit dem Olympia-Aus. Erst diese existenzielle Gefahr beförderte den Umsturz.</p>
<p><a title="Interview mit C.K. Wu: &quot;Ich hasse Leute, die ständig Lügen verbreiten&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0221/sport/0008/index.html" target="_blank">Ching-Kuo Wu</a>, IOC-Mitglied aus Taiwan, wurde <a title="BLZ: Letzter Gong für den Box-Paten" href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/1106/sport/0036/index.html" target="_blank">2006 AIBA-Präsident</a>. Auch er musste zwar paktieren und auf Chowdhry-Vertraute wie den Usbeken <a title="BLZ: &quot;Einreiseverbot für den Paten von Taschkent&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0909/none/0367/index.html" target="_blank">Gafour Rachimow</a> bauen, sagt aber heute:</p>
<blockquote><p>&#8220;In den letzten zweieinhalb Jahren haben wir zwei Vizepräsidenten, fünf Exekutivmitglieder und zwei Kommissionschefs suspendiert &#8211; und unseren <a title="BLZ: &quot;Thriller von Taipeh&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0220/sport/0016/index.html" target="_blank">Generalsekretär</a> entlassen. Ich will, dass in der AIBA jeder begreift, dass er nicht für seine persönlichen Interessen, sondern allein zum Wohl der Sportler zu arbeiten hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>C.K. Wu sagt auch: &#8220;Was wir gemacht haben, hat Einfluss auf andere Verbände. Ich weiß, dass die genau hinschauen &#8211; und vielleicht machen es uns ja welche nach.&#8221;</p>
<p>Die Handballer scheinen noch nicht so weit. Hassan Moustafa geht als Favorit in die Auseinandersetzung mit seinem Herausforderer Jeannot Kaiser aus Luxemburg. Zumal: Moustafa hat in Kairo Heimvorteil. Und die IOC-Regierung hat ihn noch nicht einmal verwarnt. Ganz im Gegenteil: Moustafa ist etwa mit dem IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach gut vertraut, der gerade im arabischen Raum seinen Geschäften nachgeht.</p>
<p>Auch dieses Beispiel zeigt übrigens: Deutsche Funktionäre stehen kaum einmal auf der Seite der Aufständischen. Die Umsturzversuche in der Fifa, als Egidius Braun 1998 Lennart Johansson unterstützte, sind die Ausnahme. Fast immer stehen deutsche Spitzenfunktionäre in unwürdiger, unterwürfiger Manier an der Seite der Mächtigen &#8211; ob einst im <a title="BLZ vom 21. September 2006: &quot;Das hat nichts mit Sport zu tun&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0921/sport/0006/index.html" target="_blank">Boxen, im Volleyball, im Judo</a> oder derzeit im Handball, viele Beispiele ließen sich nennen. Auch das ist eine olympische Kontinuität.</p>

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</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Pharaos Demokratie: &#8220;Er kann das Wort nicht einmal schreiben!&#8221;</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/05/21/pharaos-demokratie-er-kann-das-wort-nicht-einmal-schreiben/</link>
		<comments>http://jensweinreich.de/2009/05/21/pharaos-demokratie-er-kann-das-wort-nicht-einmal-schreiben/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 May 2009 19:19:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[handball]]></category>
		<category><![CDATA[hassan moustafa]]></category>
		<category><![CDATA[ihf]]></category>
		<category><![CDATA[jeannot kaiser]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[astrid rawohl]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
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		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
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		<category><![CDATA[luxemburg]]></category>
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		<category><![CDATA[schiedsrichter]]></category>
		<category><![CDATA[slideshow]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[unterschlagung]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoppala, Jeannot Kaiser, Präsidentschaftskandidat im Handball-Weltverband IHF, geht herzhaft zur Sache im Interview mit Astrid Rawohl soeben im Deutschlandfunk. Amtsinhaber Hassan Moustafa, sagt er, könne &#8220;das Wort Demokratie nicht einmal schreiben&#8221;.
Zum Reinhören in dieser Reihenfolge:
1) Kurze Summary zur Lage von mir:
:
2) Interview mit Jeannot Kaiser:
:
Ergänzend zum Interview:

Das von Kaiser erwähnte Protokoll der IHF-Councilsitzung vom Januar 2009
Fragebogen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hoppala, Jeannot Kaiser, Präsidentschaftskandidat im Handball-Weltverband IHF, geht herzhaft zur Sache im Interview mit Astrid Rawohl soeben im Deutschlandfunk. Amtsinhaber Hassan Moustafa, sagt er, könne &#8220;das Wort Demokratie nicht einmal schreiben&#8221;.</p>
<p>Zum Reinhören in dieser Reihenfolge:</p>
<p>1) Kurze Summary zur Lage von mir:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/dlf_20090521_1934_3e699285.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>2) Interview mit Jeannot Kaiser:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/dlf_20090521_1938_de379e13.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ergänzend zum Interview:</p>
<ul>
<li>Das von Kaiser erwähnte <a title="Ein Protokoll aus dem Reich des Pharao" href="http://jensweinreich.de/?p=3855" target="_self">Protokoll der IHF-Councilsitzung</a> vom Januar 2009</li>
<li>Fragebogen von Jeannot Kaiser auf <a title="Fragebogen Jeannot Kaiser" href="http://teamhandballnews.com/news.php?item.752" target="_blank">teamhandballnews.com</a></li>
</ul>
<p>Und hier eine Übersicht über die weltverbessernde Tätigkeit des Pharao in diesem Jahr:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="530" height="400" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=activites-2009-090521140730-phpapp02&amp;stripped_title=hassan-moustafa-activites-2009" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="530" height="400" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=activites-2009-090521140730-phpapp02&amp;stripped_title=hassan-moustafa-activites-2009" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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<enclosure url="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/dlf_20090521_1938_de379e13.mp3" length="3293184" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Ein Protokoll aus dem Reich des Pharao: Zahlungen des DHB</title>
		<link>http://jensweinreich.de/2009/05/16/ein-protokoll-aus-dem-reich-des-pharao-zahlungen-des-dhb/</link>
		<comments>http://jensweinreich.de/2009/05/16/ein-protokoll-aus-dem-reich-des-pharao-zahlungen-des-dhb/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 May 2009 16:29:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[frank birkefeld]]></category>
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		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[ulrich strombach]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kleines Leckerli, Lektüre fürs Wochenende: Das Protokoll der Councilsitzung des Handball-Weltverbandes IHF Ende Januar in Zagreb.

Minutes of Council Meeting No. 10, 31 January 2009 in Zagreb CRO, Sheraton Hotel Zagreb (pdf, 618 KB)

Es geht natürlich einmal mehr um die Reisekosten, die der schwer familiär veranlagte Pharao Hassan Moustafa (&#8220;Wir sind ein sauberer Sport!&#8221;) einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleines Leckerli, Lektüre fürs Wochenende: Das Protokoll der Councilsitzung des Handball-Weltverbandes IHF Ende Januar in Zagreb.</p>
<ul>
<li><a title="Protokoll IHF-Council vom 29. Januar 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/ihf-exko-012009.pdf" target="_blank">Minutes of Council Meeting No. 10, 31 January 2009 in Zagreb CRO, Sheraton Hotel Zagreb</a> (pdf, 618 KB)</li>
</ul>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3861" title="MInutes IHF Council Januar 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/screen-titel-minutes.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="225" height="242" align="left" />Es geht natürlich einmal mehr um die Reisekosten, die der <a title="Wir sind eine Handball-Familie ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3340" target="_self">schwer familiär veranlagte</a> <a title="Korruption im Welthandball oder: der Pharao der IHF" href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_blank">Pharao</a> Hassan Moustafa (<a title="Und es sprach Hassan Moustafa ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3354" target="_self">&#8220;Wir sind ein sauberer Sport!&#8221;</a>) einfach nicht mit Quittungen belegen mag. Es geht aber auch &#8211; in diesem Kreise abschließend &#8211; um die <a title="siehe &quot;Korruption im Welthandball&quot; inklusive Kommentare!" href="http://jensweinreich.de/?p=1106">Zahlungen des Deutschen Handball-Bundes</a> einst an den russischen Verband, die der DHB-Präsident Ulrich Strombach, ein Jurist, und die auch das UDIOCM <a title="Interview mit Thomas Bach" href="http://jensweinreich.de/?p=3458" target="_self">Thomas Bach</a>, ebenfalls Jurist, als völlig normal und sauber ansehen. Strombach ist jener Top-Funktionär, der kürzlich gemäß Andreas Lesch (BLZ: <a title="BLZ vom 11. Mai 2009: Der Witz mit dem Geldkoffer" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0511/sport/0007/index.html" target="_blank">&#8220;Der Witz mit dem Geldkoffer&#8221;</a>) auf die Frage, wie er die Korruptionsverstrickungen von Hassan Moustafa bewerte, dem fragenden Journalisten entgegnet hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;Über diese Thematik werde ich Ihnen keine Antwort geben, weil ich Sie da nicht für kompetent halte.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die den DHB betreffende Passage aus den Council-Minutes (Seiten 5/6):</p>
<blockquote><p>P. Mühlematter presented the proof of payment dated October 2008 amounting to 170,000.- CHF + 50,000.- USD to the Handball Union of Russia via a note of IHF Head Office staff member Anne Gsell. He asked why this sum concerning the 2005 WCh had been brought up in October 2008. Moreover he presented a letter dated November 2005 issued by former Managing Director, F. Birkefeld, and addressed to the president of the Handball Union of Russia, A. Kozhukhov, to confirm receipt of 50,000 USD in cash.</p>
<p><span id="more-3855"></span>Since this matter occurred at a time when Frank Birkefeld was the IHF Managing Director, Dr Moustafa asked him to join the meeting for this point and to give a statement in front of the Council. He was given the floor, stating the following:</p>
<ul>
<li>The 2005 Men‟s World Championship was awarded at the 2002 Congress in St Petersburg. There were 3 candidate countries from Europe GER, RUS, NOR. NOR withdrew at an early stage. Then the discussion rose concerning a double candidature from Europe and RUS agreed to run for hosting the Women‟s World Championship but to withdraw regarding the Men‟s WCh. However, A. Kozhukhov complained about considerable expenses for the candidature and stated he would be unable to justify the withdrawal in front of the council of the Russian federation. Consequently a meeting between U. Strombach, President of the German federation, A. Kozhukhov and F. Birkefeld, acting as a mediator on behalf of the IHF, was arranged. The participants reached the conclusion that Germany will pay 50,000 USD as a compensation for RUS‟s expenses.</li>
<li>When GER was not awarded the 2005 WCh they did not pay the entire sum. In 2005, the IHF, acting as a political and financial mediator, paid the sum to RUS and later on debited the GER account with the named sum as part of the final settlement of accounts of the 2007 Men‟s WCh in GER.</li>
</ul>
<p>P. Mühlematter presented an e-mail sent by A. Gsell to Mr Jaus concerning the management letters issued by the external auditors and addressed to the Executive Committee. The procedure was that the management letters were sent via the IHF Head Office in Basle but that not all members of the Executive Committee did receive the management letters even though they are entitled to.</p>
<p>Treasurer M. Roca explained the handling of these management letters. They were not basically handed over to the Executive Committee but relevant issues were discussed within the Executive Committee.</p>
<p>P. Mühlematter did not accept this explanation; he reaffirmed that he was not handed over the management letter distributed prior to the Paris Council meeting.</p>
<p>In this context P. Mühlematter underlined again that major accusations currently dealt with by the public prosecutor could not be tabled to the Council at that moment.</p></blockquote>
<p>In anderen Worten: Eine völlig normale Kiste.</p>

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		<title>Die Heilige Fußballfamilie: Bin Hammams Anfängerfehler</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 11:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier sitzen die Ritter der Tafelrunde. Wer einen Platz im Fifa-Exekutivkomitee erstreiten kann, bestimmt über die Geschicke des Weltfußballs mit. Nur wer dem Exekutivkomitee angehört, hat eine Chance, irgendwann &#8211; in diesem oder im nächsten Jahrtausend &#8211; den Großen Vorsitzenden Joseph Blatter zu beerben. Nur darum geht es im feurigen und schmutzigen Kampf, der derzeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier sitzen die <a title="Sepps Reich" href="http://jensweinreich.de/?p=2679" target="_self">Ritter der Tafelrunde</a>. Wer einen Platz im Fifa-Exekutivkomitee erstreiten kann, bestimmt über die Geschicke des Weltfußballs mit. Nur wer dem Exekutivkomitee angehört, hat eine Chance, irgendwann &#8211; in diesem oder im nächsten Jahrtausend &#8211; den Großen Vorsitzenden Joseph Blatter zu beerben. Nur darum geht es im feurigen und schmutzigen Kampf, der derzeit im größten und bevölkerungsreichsten Kontinent tobt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3740" title="Sitzungssaal des Fifa-Exekutivkomitees im Fifa-Hauptquartier in Zürich" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/fifa-exco-saal.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Dies ist die bizarre Geschichte eines der bislang mächtigsten Fußballfunktionäre der Welt. Eines Mannes, der <a title="Tag Beiträge zu Mohamed Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?s=hammam" target="_self">Stammgast ist hier im Blog</a>, und der als Kronprinz des Fifa-Präsidenten galt. Der Blatter bei zwei von Korruptionsvorwürfen überschatteten Wahlen &#8211; 1998 und 2002 &#8211; in Afrika und Asien mit Petro-Dollars Stimmen beschaffte. Der für Blatter Drecksarbeit verrichtete, bis heute das berüchtigte Fifa-Entwicklungshilfeprogramm („Goal&#8221;) leitet, das Insider auch als Stimmenbeschaffungsprogramm betrachten. Der seine Schuldigkeit getan hat, zu gefährlich wurde und deshalb fallen gelassen wird von Blatter: <strong>Mohamed Bin Hammam</strong> aus Katar.</p>
<p>Bin Hammam gehört seit 1996 dem Fifa-Exekutivkomitee an, ist seit 2002 Präsident der <a title="AFC Website" href="http://www.the-afc.com" target="_blank">Asian Football Confederation</a> (AFC). Hübsch sein Profile auf der AFC-Webseite:</p>
<blockquote><p>Quiet and unassuming, Mohamed bin Hammam is a man who lives by the maxim that actions speak louder than words. As his CV clearly shows, he is indeed a man of action who has helped to lay the foundation for the growth of football in Qatar by emphasizing on the development of the game at different age levels. His visionary efforts has led to Qatar consistently claiming the honours in Asian football and also qualifying for FIFA&#8217;s under-17 and under-20 tournaments.</p>
<p>Mohamed bin Hammam has pledged to ensure that all AFC member associations will be given every opportunity to progress. He has also pledged to build strong bonds of friendship and unity within the Asian football family under his leadership. His qualities of leadership have now propelled him to the highest position within Asian football. &#8220;It is my desire to see Asian football excel on the international stage. Despite the size of the Continent and the difficulty we have in developing football, Asia has made much headway over the past decade. I believe that it will not take us very long to make an even bigger impact on world football,&#8221; he says.</p></blockquote>
<p>Doch kommenden Freitag, an seinem 60. Geburtstag, wenn in Kuala Lumpur der AFC-Kongress tagt, könnte die steile Karriere Bin Hammams beendet sein. Ganz plötzlich. Denn Bin Hammam hat einen Anfängerfehler gemacht. Vor einigen Monaten sprach er aus, was er dachte. Im Herbst 2008 <a title="ESPN: AFC chief Bin Hammam wants limit on Blatter term" href="http://soccernet.espn.go.com/news/story?id=580907&amp;cc=5739" target="_blank">forderte er öffentlich</a>, die Fifa-Präsidentschaft auf drei Amtszeiten zu begrenzen.</p>
<blockquote><p>&#8220;I want to see a term limit for the presidents of all of the confederations, FIFA included.&#8217;</p>
<p>&#8220;The more you stay, the longer you are in power &#8211; whether you like it not and no matter who you are &#8211; the less evolution there can be.&#8221;</p>
<p>&#8220;Some of the statutes have been inherited, so if the international governing body will insist on a limitation related to the presidencies of the national associations and FIFA, I think that will be a great help.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sepp Blatter actually proposed that some years back, and it was rejected by the executive committee.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bin Hammam erklärte später, er habe den Namen Blatter im Interview nicht genannt. Doch er kam da nicht mehr raus: Es war ein Affront gegen Blatter, der 2011 zum vierten Mal und 2015 womöglich zum fünften Mal antreten wird &#8211; obwohl er 1998 während der ersten Kandidatur versprochen hatte, Fifa-Chefs sollten nur acht Jahre regieren. Der Hinweis auf dieses Versprechen Blatters wurde an der Zürcher Tafelrunde als besondere Gemeinheit aufgefasst.</p>
<p>Bin Hammam, der sonst so Coole, war ungeduldig geworden. Dabei hatte er <a title="The Untouchable" href="http://jensweinreich.de/?page_id=29" target="_self">doch einst</a> so treffend ein Grundgesetz dieser Parallelgesellschaft formuliert: „Es macht keinen Sinn, gegen Blatter anzutreten. Er ist unantastbar&#8221;, sagte Bin Hammam. „Niemand kann gegen ihn gewinnen.&#8221; Dumm nur, dass er vergaß, sich daran zu halten. </p>
<p>Kaum hatte Bin Hammam seine Forderung erhoben, geriet er selbst in Bedrängnis: Wenige Wochen später bewarb sich überraschend <a title="AFC: Revolution gegen Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?p=2954" target="_self">Scheich Salman Al-Khalifa</a> aus Bahrain um seinen Platz im Fifa-Exekutivkomitee, über den der AFC-Kongress am Freitag entscheidet. Der Scheich will gar nicht AFC-Boss werden, er will nur Bin Hammam in der Fifa stürzen &#8211; und er wird von etlichen Blatter-Vertrauten unterstützt, etwa dem langjährigen AFC-Generalsekretär und heimlichen Herrscher Peter Vellapan, wie ich <a title="AFC: Revolution gegen Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?p=2954" target="_self">bereits beschrieben habe</a>.</p>
<p>Bin Hammam sagt:</p>
<blockquote><p><strong><span style="color: #000000;">&#8220;The future is Asia.&#8221;</span></strong></p></blockquote>
<p>Scheich Salman sagt:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>&#8220;Asia for change!&#8221;</strong></span></p></blockquote>
<p>Diesen Zweikampf auf eine vermeintliche Auseinandersetzung von Gut (Salman) gegen Böse (Bin Hammam) <a title="FAZ: Aufstand gegen den Fußball-Rambo vom Golf" href="http://www.faz.net/s/RubFB1F9CD53135470AA600A7D04B278528/Doc~EEF8FC69070644FFCA2EDE95B7EC0B22F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">zu reduzieren</a>, greift sportpolitisch zu kurz und erzählt nur die halbe Geschichte. Bin Hammam ist nicht mehr und nicht weniger ein Fußball-Rambo als Blatter oder Scheich Salman. Bin Hammam ist eher nicht in einem Atemzug zu nennen mit Figuren wie Scheich Al-Sabah (Kuweit), der im IOC und zahlreichen Weltverbänden (<a title="Und es sprach Hassan Moustafa (2) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3354" target="_self">Handball</a>, <a title="Korruption im Welt-Handball oder: der Pharao der IHF" href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_self">Korruption!</a>) sein Unwesen treibt und mit seinem Olympic Council of Asia (OCA) auch in der AFC-Auseinandersetzung munter mitmischt. Ich habe das mal so gesehen, inzwischen glaube ich, manches weiß ich: Es gibt etliche Abstufungen in den Untaten, in Charakterfragen, Macht, Einfluss, Reichtum und Persönlichkeitsprofil. Man täte Bin Hammam Unrecht, ihn mit Al-Sabah auf eine Stufe zu stellen.</p>
<p>Interessant auch dieser Aspekt: Scheich Salman gehört als Cousin des Königs zur herrschenden Kaste Bahrains. Bin Hammam ist der einzige arabische Spitzenfunktionär im olympischen Weltsport, der nicht aus einem Königshaus oder Herrschaftsfamilie stammt. Wenn man das überhaupt so sagen darf, gehört Bin Hammam eher dem bürgerlichen Lager an. Er ist kein Blaublut. Allerdings gut befreundet mit dem Emir von Katar, er erhält schneller Audienzen als mancher Minister, versichert mir ein Informant.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3742" title="Bahrain 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/sepp-bin-salman.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="259" height="246" align="right" />Ein Bild aus friedlicheren Tagen, aufgenommen im Februar 2008 (Screenshot, copyright <a href="http://www.fifa.com">www.fifa.com</a>), als Blatter Katar und Bahrain besuchte und sich mit Bin Hammam (l.) und Scheich Salman (M.) zum Freundschaftsfoto stellte &#8211; und Sepp selbstverständlich einen Orden kassierte (Nr. 36 auf <a title="Sepp, Superstar (1) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3672" target="_self">dieser Liste</a>).</p>
<p>Die Auseinandersetzung zwischen den Vertretern zweier steinreicher Zwergstaaten ist keinesfalls ein exotisches Phänomen. Der Zweikampf hat Auswirkungen auf die künftige Führung in der Fifa: Wenn Bin Hammam scheitert, bliebe Uefa-Präsident Michel Platini der einzige Kandidat auf die Blatter-Nachfolge.</p>
<p><span id="more-3739"></span>Der AFC hat vier von 24 Sitzen im Fifa-Vorstand. Einen nimmt <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Chung Mong-Joon</a> ein, Politiker und Manager aus Südkorea, ein Sohn des Hyundai-Gründers. Hyundai zählt zu den Fifa-Sponsoren. Chung und Bin Hammam werden, sorry, als Todfeinde beschrieben. Zumindest ist sicher: Sie hassen sich. Chungs Platz in der Fifa war bislang unangetastet, aber Bin Hammam will diesen Platz automatisch dem AFC-Präsidenten zuschreiben. Drei weitere asiatische Vorstandsposten werden in Ost-, Zentral- und in Westasien vergeben &#8211; im Westen traditionell unter den Arabern, die längst zu den wichtigsten Finanziers des Weltfußballs gehören.</p>
<p>Es geht um Macht und Milliarden, Bestechung und Lügen. Die Vorwürfe von Stimmenkauf und Amtsmissbrauch, die von beiden Lagern täglich erhoben werden, lassen sich kaum zählen. Wie gesagt, auch Scheich Al-Sabah mischt munter mit &#8211; <a title="AFP: Olympic Council of Asia fumes over ´vote-buy´ claims" href="http://www.footballcupleague.com/2009/04/olympic-council-of-asia-fumes-over-%C2%B4vote-buy%C2%B4-claims/" target="_blank">gegen Bin Hammam</a>.</p>
<p>Das Duell sorgt für diplomatische Verwicklungen auf höchster Ebene. Schließlich bewerben sich zeitgleich fünf AFC-Verbände um die <a title="Fußball-WM 2018/2022: die Kandidatenliste" href="http://jensweinreich.de/?p=2721" target="_self">Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022</a>: Australien, Katar, Japan, Südkorea und Indonesien.</p>
<p>Scheich Salman sagte über Bin Hammam:</p>
<blockquote><p><strong>„Dieser Mann ist ein Diktator und ein großes Risiko. Er muss weg.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Bin Hammam sagte über Scheich Salman und Chung:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>„Wer sich mir in den Weg stellt, dem schlage ich Kopf, Hände und Beine ab.&#8221;</strong></span></p></blockquote>
<p>Was er dann flink als arabische Redewendung abtat. Das sagt man halt so.</p>
<p>Fein geht es also nicht zu, die jüngste Reuters-Meldung lautet: &#8220;<a title="ESPN soccernet vom 5. Mai 2009" href="http://soccernet.espn.go.com/news/story?id=643454&amp;sec=global&amp;cc=5739" target="_blank">Bitter Asian power battle reaches pivotal climax</a>&#8220;. Beide Seiten zeigten ihre Gegner bei der Fifa-Ethikkommission an. Bei jenem <a title="The winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Witz-Gremium</a>, dessen Vorsitzender Sebastian Coe gerade von Blatter <a title="Ethik-Pause für Lord Coe" href="http://jensweinreich.de/?p=2990" target="_self">beurlaubt wurde</a>, da er sich als Organisationschef der Olympischen Sommerspiele 2012 in London ausgelastet sieht. Am Sonntag forderten nun 24 der 46 AFC-Verbände die Fifa auf, die Wahlen in Kuala Lumpur zu überwachen. Bin Hammam hatte zuvor fünf Verbände &#8211; Kuwait (!), Laos, Ost-Timor, Afghanistan und die Mongolei &#8211; suspendieren lassen. Die Fifa hob das Urteil auf. Bin Hammam will das wiederum nicht akzeptieren. Die Lage ändert sich stündlich.</p>
<blockquote><p><em>Nachtrag, 14.01 Uhr:</em> Gerade erhalte ich eine Email aus Kuala Lumpur, allerdings von einem PR-Bediensteten der Bin-Hammam-Gegner. Peter Vellapan, AFC-Generalsekretär von 1978-2007, zündelt weiter und skizziert das Szenario der Spaltung des AFC: &#8220;The five countries barred from voting could immediately resign and if a number of other countries follow suit, disgusted by Hammam&#8217;s dictatorial style of leadership, we may have a major AFC split. Among the consequences, FIFA could suspend recognition of the AFC and call on the Asian associations to convene an extraordinary meeting to elect a new confederation.&#8221;</p></blockquote>
<p>Freie Wahlen, Transparenz, Überwachung &#8211; mit dem Aufpasser Fifa? Absurd wurde es, als ausgerechnet Blatter die Kombattanten per Kommuniqué zum <a title="&quot;Blatter drängt auf Fairplay&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3615" target="_self">Fairplay ermahnte</a>. Putzig auch dies: Peter Hargitay, Blatters in Ungnade gefallener langjähriger PR-Berater, arbeitet nun für Bin Hammam.</p>
<p>Am Freitag entscheidet sich die Zukunft von Bin Hammam als Fußball-Funktionär: Kann es ganz nach oben gehen, irgendwann? Oder ist seine Karriere beendet? Denn wenn er gegen Scheich Salman verliert, wird er als AFC-Präsident zurücktreten, hat er gesagt.</p>
<p>So schnell kann es gehen. Eben noch war er gemeinsam mit <a title="Tag: Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?s=jack+warner" target="_self">Jack Warner</a> Blatters wichtigster Helfer. Nun ist er eine Gefahr. Er wird nicht mehr gebraucht. Er, der den Emir dazu brachte, Blatters Wahlkämpfe zu sponsern. Doch im Kampf um die Macht kennt Sepp Blatter, Beschwörer der <a title="Und es sprach Sepp Blatter ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1126" target="_self">Heiligen Familienbande</a>, keine Dankbarkeit, keine Freunde und nicht einmal Verwandte. Das hätte Bin Hammam eigentlich wissen müssen.</p>
<p>Denn jeder im Inner Circle der Fifa kennt doch die Geschichte, wie Blatter Anfang der 1980er Jahre Fifa-Generalsekretär wurde: Er half dabei, einen gewissen Helmut Käser mit schmutzigen Tricks aus dem Amt zu drängen, um dessen Posten zu besetzen. Käser hat alles aufgeschrieben, seine Notizen sind gut erhalten. Ich denke, ich werde demnächst mal einige Passagen veröffentlichen. Jedenfalls, der gute Herr Käser hat den Schock der hinterhältigen Attacke Zeit seines Lebens nie überwunden.</p>
<p>Denn Helmut Käser war: Blatters Schwiegervater.</p>

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		<title>Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 14:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gestehe eine Schwäche für Ranglisten. Die mächtigsten Sportfürsten der Welt wurden hier schon einige Male abgehandelt &#8211; und es wird Fortsetzungen geben. Heute aber, im Anschluss an die Analyse zur Olympiabewerbung 2018 mit Pyeongchang, Annecy und München, ein erneuter, kurzer Ausflug ins Sportwunderland Südkorea.

Laut Forbes hat Sportkamerad Lee Kun Hee, IOC-Mitglied seit 1996 (damals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gestehe eine Schwäche für Ranglisten. Die mächtigsten Sportfürsten der Welt wurden hier schon <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=1203" target="_self">einige</a> <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (II)" href="http://jensweinreich.de/?p=2406" target="_self">Male</a> abgehandelt &#8211; und es wird Fortsetzungen geben. Heute aber, im Anschluss an die Analyse zur <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Olympiabewerbung 2018 mit Pyeongchang</a>, Annecy und München, ein erneuter, kurzer Ausflug ins Sportwunderland Südkorea.</p>
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