Was vom Tage übrig bleibt (46): Jan Ullrich, Fuentes und 2219 Seiten BKA-Unterlagen
veröffentlicht: 19. Oktober 2009, 07:10 - zuletzt bearbeitet: 26. November 2009, 10:22
Flink zwischendurch, bin mit anderen Themen beschäftigt: Ich weiß jetzt nicht, ob es immer noch jemanden gibt, der Jan Ullrich für einen Helden hält. Ist mir auch relativ egal. Als Lektüre aber sind die Berichte über Jan Ullrich, den Blutpantscher Eufemiano Fuentes und die 2219 Seiten, die das Bundeskriminalamt zusammen getragen hat, allemal zu empfehlen. Exklusiv im Spiegel, gestern auch in der ARD-Sportschau (Video), heute Abend bei Sport Inside und anderswo. Nur auf Ulles Webseite fehlt noch eine Zusammenfassung der jüngsten Meldungen.
Nachtrag, 20. Oktober, 18.21 Uhr: Jetzt steht etwas auf der Webseite:
Alte Vorwürfe neu aufgewärmt
Liebe Fans,
die Veröffentlichungen der vergangenen Tage zeigen: Auch mehr als drei Jahre nach meinem letzten Rennen als Radsport-Profi ist die Wiederholung von bereits bekannten Vorwürfen für ein beispielloses Medienecho gut. Ich möchte diese Diskussion nicht zusätzlich befeuern, werde aber wie angekündigt zu gegebener Zeit meine Sicht der Dinge erläutern. Dies werden auch jene zu akzeptieren haben, die mich mit gezielten Provokationen immer wieder in der Öffentlichkeit bloßstellen wollen.
Da mich heute Familie, Freunde und Fans auf angeblich drohende strafrechtliche Sanktionen angesprochen haben, gebe ich Euch hierzu eine kurze Stellungnahme meines Rechtsanwalts Marcus Hotze zu lesen.
Mit sportlichen Grüßen,
Euer Jan
Stellungnahme von Rechtsanwalt Marcus Hotze:
“Die presseöffentlich geäußerte Vermutung, unserem Mandanten drohe eine Freiheitsstrafe ist ebenso unsinnig wie die Behauptung, er habe eine falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben. Dem ist tatsächlich nicht so. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass ein von Jan Ullrich wegen einer unwahren Tatsachenbehauptung verklagter Prozessgegner versucht, durch aktive Pressepolitik über eine für ihn ungünstige Verfahrenslage hinwegzutäuschen.”
Die wohl beste Übersicht zur Operación Puerto gibt es auf Cycling4fans.
Selbst wenn ich einige damit nerven sollte, ich sehe mir das immer wieder gern an:
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- Ralf: ARD-mittagsmagazin: Pechstein – Mediziner schließen Doping aus












Ulle bei Beckmann – einfach köstlich. Auch wenn ich häufig hier vorbeischaue (fast täglich), kannte ich die Sequenz noch nicht.
…so ähnlich würde er wohl auch den Bericht des BKA kommentieren…
Ich verfolge nicht jede Meldung zu Ulrich, aber was ist an den Spiegel-”Enthüllungen” des Oktober 2009 neu und führt zu einem “höherem Erkenntnisgewinn”?
Auch Rogge gibt sich noch nicht zufrieden!
SZ: Teilgeständnis per E-Mail
Und auch die aus meiner Sicht fragwürdigste Goldmedaille aller Zeiten soll noch einmal auf den Prüfstand kommen:
Äh, ist nich Beckmann ansich schon köstlich und amüsant?
Oder eher
widerwärtiges und dummesplattes in Szene setzen?Möchte egrn ewig junger Schwiegermamaliebling hat ein Herz für alles und jeden…
Ach egal, Ullrichs Auftritt war in der Tat eine extravagante Folge ;-)
Bleibt nur zu hoffen, dass die vielen Anderen Kunden des Herrn F. auch zur Rechenschaft gezogen werden.
Fragen stellen sich mir u.A. warum denn die Spanische Fußballnationalmannschaft Europameister wurde, warum Madrid und Barcelona so erfolgreich sind oder spanische Tennisspieler??
Hm, how comes?
So far
Also ich bin auch sehr froh,dass die BKA Ermittlungen zu Jan Ullrich nochmal von unabhängiger Seite aus abgeklopft werden.
Vielleicht hat ja Fred Apostel irgendetwas übersehen?
Gibt es einen Verteiler von Ullrichs Akten?
Lieber JW,
dank Ihnen habe ich heute erstmals begriffen,dass es uns um die Entheldung von Jan Ullrich geht.
ich möchte zu bedenken geben, dass die nunmehr öffentlich vorliegenden materialien nur die zeit (weit) nach seinem toursieg betreffen. der kann also
nunmehr nachweislichnach wie vor als sauber errungen gelten.aber im ernst. überraschen kann das fazit ja eigentlich wirklich keinen. ich sehe “ulle” in erster linie als eine tragische figur, die einfach das pech hatte, den falschen pass zu besitzen und deswegen nun der dumme ist, den es erwischt hat. man vergleiche sein “schicksal” nur mal mit dem von anderen, in den selben fall verwickelten, protagonisten.
insofern stimmt mich sein fall (in doppelter hinsicht) auch nachdenklich. ein sieg der gerechtigkeit ist es jedenfalls kaum.
@ cf:
Nur der Vollständigkeit halber
und natürlich, um der Legendenbildung vorzubeugen: Die Zeit um 1997 wurde bereits vor zwei Wochen abgearbeitet…sportspool.tv: Unendliche Geschichte
@ Walter: Das war ein Satz, mehr nicht. Interpretieren Sie lieber an anderer Stelle, lohnt sich mehr. Es ist mir egal, ob es noch Leute gibt, die ihm glauben, war mir immer egal.
@ Ralf: Der SZ-Beitrag war heute morgen noch nicht online. Ich höre die Aussage von Rogge mit Interesse und nehme sie nicht sonderlich ernst, ehrlich gesagt. Ich hatte im März in Denver einen kleinen Disput mit ihm während einer Pressekonferenz. Damals bin ich ja mal der Frage nachgegangen, was eigentlich die von Denis Oswald geleitete IOC-Disziplinarkommission im Fall Telekom, Ullrich so unternimmt. Er meinte: viel, alles. Ich hatte andere Infos. Aber er wird es schon wissen. Schade nur, dass er sein Wissen nicht belegt.
@ JW: Danke! Bitte dranbleiben an dieser Sache. Zumindest im Falle der Sydney-Medaillen gäbe es einen weiteren “Fall Thanou“.
@JW,
ich dachte Kistner und Burkert hatten die Ullrich Akten schon mit in Kopenhagen-am Rande der Konferenz,wie sie schreiben.
Wenn Sie auch ein Exemplar haben,stellen Sie doch die 2219 Seiten online,ich will nicht erst in zehn Jahren die letzte E-Mail von Ullrich lesen;-)
Oder kann ich es schon kaufen?
Nicht dass ich am Rechtsstaat zweifle, aber mir würden interessantere Akten einfallen,als die von Ullrich,das stand doch alles schonmal in irgendeiner Zeitung.
Ich verstehe nur nicht,für was Werner Franke auch noch entschädigt werden muß.
Den Satz habe ich auch nicht ernst genommen.Es sind ja auch nur versuchte Entheldungen;-)
Ralf,
mich würde wirklich interessieren,welche Goldmedaillen nicht bei Thanou endeten;-)
Und mit der unendlichen Geschichte fangen wir lieber nicht nochmal an.
Soll dies wieder mal heißen, in allen Sportarten wird gedopt, deswegen dürfen wir doch die armen Radsportler nicht bestrafen?
Ralf,
heute habe ich eine E-Mail erhalten,da stand drin
“Denken ist Glückssache”
Ich denke noch,also stelle ich Fragen.Oben ging es doch nicht um arme Radsportler,sondern um Jan Ullrich und der ist nicht arm,wenn es stimmt,was ich hier in der Zeitung lese;-)
Achja, und in ihrer tollen Leichtathletik wird natürlich nicht gedopt, überhaupt nicht…wissen sie dass der grossteil der Fuentes- Kunden gar keine Radsportler waren?
Na, da darf das hier
ja auch nicht fehlen… ;-)
Jan Ullrich: Alte Vorwürfe neu aufgewärmt
Ralf,
der erste Satz ist noch wichtiger.Hätte mich auch gewundert.Wer BKA Akten druckt kann sich auch eine EV besorgen.
absolut lächerliche stellungnahme von ullrich’s anwalt!
ein blick ins strafgesetzbuch sollte ihm genügen, um es besser zu wissen.
Ich hätte mal ein paar Fragen an die Juristen:
Wie die BKA-Akten an die Presse gelangt sind, werden wir sicher nicht erfahren, aber wie steht es mit IOC und WADA? Auf welchem Wege sind denn die Akten zu diesen Institutionen gelangt? Hatten diese Akteneinsicht beantragt, und diese wurde nun endlich genehmigt? Und falls ja, warum so spät? Weil gegen Ärzte und Teamchefs nach wie vor ermittelt wird?
Süddeutsche vom 22. Juli 2009
Ob der eigentlich noch selbst an seine Unschuld glaubt? Irgendwie muss man da doch in einer Parallelwelt leben, oder?
“Die Juristen”? Woher sollen die das wissen? :)
Ich weiss ja noch nocht mal, was das für Akten genau sind. Wenn ich den SpOn-Artikel richtig verstehe, dann handelt es sich bei den geheimnisvollen BKA-Erkenntnissen um solche, welche die Staatsanwaltschaft Bonn bereits März letzten Jahres dazu bewogen, das entsprechende Verfahren (nur) gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen.
Wenn dem so wäre, dann hat, lieber the_doctor_ der Anwalt völlig Recht, denn seinen Mandanten droht schon wegen des Grundsatzes des Strafklageverbrauchs keine (weitere) Bestrafung*.
Hier ist zwar zu beachten, dass die Frage, ob und wann nach dieser oder jener Möglichkeit der Einstellung (im Gegensatz zum Urteil) eine Verfahrensaufnahme trotz dieser möglich ist (bei Interesse bspw. hier unter V: “Einstellung nach § 153 a StPO”), ziemlich kompliziert ist. Allen Regelungen gemeinsam ist aber, dass es neuer Erkenntnisse bedarf.
Die BKA-Erkenntnisse sind nach meinem Verständnis (s.o.) nicht neu. Ulle droht dadurch also tatsächlich nichts.
Dass dies heute dem ominösen “wegen einer unwahren Tatsachenbehauptung verklagter Prozessgegner” gleichwohl bei einem (zivilrechtlichen) Verfahren helfen kann, ist dann aber schon wieder ein ganz anderer Schuh.
Tja, und wie solche Akteninhalte jetzt wo hingelangen, solltest du besser keinen Juristen fragen. Jedenfalls nicht abstrakt.
Ein Recht zur Akteneinsicht kann nach meinem Wissen IOC oder Nada auf gar keinem Fall zustehen (wobei ich jetzt nicht weiss, ob so etwas für die Nada vielleicht spezialgesetzlich geregelt ist). Wer aber eines hat, so wie Ulles damaliger Anwalt (er selber btw nicht), der hat es auch schon lange.
[*Einstellung gegen Auflage ist natürlich keine "Strafe".]
Rechtsgrundlagen der Nada: Merkte, dass ich davon so gar keine Ahnung habe, mich das aber interessiert, und habe mich gerade zum ersten mal kurz damit beschäftigt.
Die Nada ist doch eine Stiftung, die unabhängig vom Sport, aber auch vom Staat agiert. Dass einer solchen Rechte zur Einsicht in staatsanwaltliche Ermittlungsakten eingeräumt werden, finde ich persönlich fernliegend.
Aber ich ließe mich auch gerne diesbezüglich korrigieren, wenn da jemand mehr drüber weiss.
Danke, sternburg! Die SZ hat z.B. geschrieben, das IOC ließe die Akten übersetzen. Nach meinem Verständnis bedeutet dies, daß das IOC die Akten damit auch auf dem “Rechtsweg” erhalten haben muß, andererseits wären sie doch gar nicht verwendbar!?
…steht da.
Da sagt nach meinem Verständnis gerade nichts darüber aus, wie die SZ an die Aktenbestandteile gekommen ist.
Zudem heisst es:
Das heisst nach meinem Verständnis, dass er sie nicht hat.
Und nach meinem Verständnis der §§ 474 ff StPO kann Herr Rogge sich dies – rein rechtlich gesehen – lange wünschen.
Recht zur Einsichtnahme hat grundsätzlich erst einmal nur ein Anwalt, der einen Mandanten mit berechtigtem Interesse vertritt, und nicht etwa der Mandant selber (das viele Anwälte dies auch tatsächlich nicht so eng sehen, wie die meisten Menschen vermuten, ist ein anderes Problem). Ob das Verlangen des IOC Dopingrekorde zu löschen, ein solches berechtigtes Verlangen darstellt, und dieses dann auch noch höher zu bewerten ist, als Ulles geschützte Interessen, vermag ich aus der Hüfte nicht zu beurteilen.
Wenn ich die ARD/WDR-Beiträge richtig verstanden habe, dann haben IOC und WADA die BKA-Akten bereits zwei oder drei Wochen vor der SPIEGEL-Veröffentlichung “erhalten”. Vielleicht habe ich mich da aber auch verhört…
Wird das wie mit den OP Akten,die UCI hatte 6000 Seiten,Werner Franke brachte einige Seiten mit,
die Schweizer wollten dann beglaubigte Exemplare und jetzt wird verkündet,die Akten gibt es nicht vor 2011.
Spanien lässt Operacion Puerto versanden
1. Eine Einstellung nach § 153a StPO ist Gold wert. Wird deshalb ja auch mit Gold erkauft. Es bleibt bei der Unschuldsvermutung und es tritt ein Strafklageverbrauch ein. Es sei denn, irgendwann stellt sich heraus, dass die Tat ein Verbrechen (d.h. Mindeststrafe nicht unter einem Jahr) darstellt. Und das ist bislang bei Doping nicht der Fall und wird es hoffentlich auch nicht, wenn die Maßstäbe nicht völlig verrutschen sollen.
2. Ein Akteneinsichtsrecht in Strafakten steht neben dem Verletzten gemäß § 406e StPO jeder Person nach § 475 StPO zu, wenn sie ein berechtigtes Interesse hat, welches das Interesse des Betroffenen überwiegt. Ich kann mir gut vorstellen, ohne es zu wissen, dass sich ein Profisportler solchen Akteneinsichtrechten unterwerfen muss(te), um seinem Beruf nachgehen zu können.
Stimmt – § 475 IV StPO übersehen/ vergessen.
Das ist, soweit von mir, sowieso nur Halbwissen eines Theoretikers.
Habe mich damit nie tatsächlich beschäftigt und kann auch grade nirgendwo nachschauen.
..hätte ich beinahe geschrieben. Aber wozu gibt es dieses Internetdings? Hiernach scheint journalische Recherche durchaus ein berechtigtes Interesse darzustellen. Na dann.
@sternburg
ich war davon ausgegangen, dass es sich um neue erkenntnisse des bka handelt.
die jetzt publizierten erkenntnisse sollten doch aber zumindest einen einfluss auf den prozess ullrich gegen franke haben, weil dort ja gerade die unterlassung der franke’schen behauptung, ullrich habe fuentes fünfstellige eurobeträge für dopingmittel bezahlt, klagegegenstand war.
mal aus sicht eines juristischen laien gefragt, wie ist eine falschaussage/falsche behauptung des klägers im zivilprozess zu bewerten? darf der kläger ungestraft mittels falschaussage einen potenziellen materiellen schaden und mglw. zusätzlich einen imageschaden des beklagten in kauf nehmen? es geht mir da erstmal nur um den versuch.
@the_doctor,
nichts ist so, wie es scheint.Das sind offenbar die Ermittlungsakten des BKA,die zur Einstellung des Verfahrens gegen Jan Ullrich führten.
Für mich ist Jan Ullrich in erster Linie ein Mensch.Ich frage mich,woher so viel Haß kommt, ihn physisch zerstören zu wollen.
Bei ihm scheint die Verwertungskette kein Ende zu finden.
Ist bestimmt ein Scheißgefühl,wenn man nach jahrelanger Hausbelagerung dann auch noch weiß,die Ergebnisse der Hausdurchsuchungen liegen auf allen möglichen Schreibtischen rum.
@walter
sorry, aber ich kann mit derart salbungsvollen worten und der unbewiesenen behauptung, die sie enthalten, nichts anfangen.
ich bedauere die person ullrich auch ein wenig, aber sicher aus anderen gründen.
@the_doctor,
war ja nur mein Gefühl nach dem lesen des Spiegelartikels.Danach wußte ich,da sind keine neuen Erkenntnisse,stand alles in der Zeitung,nur die Kontonummern und persönliche Dinge fehlten,ich nehme an,aus datenschutzrechtlichen Gründen.
@the_doctor: Tja. Wir alle müssen diese Pressetexte irgendwie interpretieren, weil es – wie so oft – aus ihnen nicht zweifelsfrei hervorgeht.
Den Einfluss auf einen zivilrechtlichen Prozess (den ich nicht kenne) würde ich genauso vermuten, wie sie.
Zu Deiner (Ihrer?) Frage: Ich verstehe sie zwar nicht ganz, aber vielleicht hilft das hier weiter. Zur Erläuterung: Der § 263 StGB verlangt einen Vermögensschaden, einen der am kompliziertesten umstrittenen Begriffe des Strafrechts. Der Versuch des § 263 StGB ist strafbar.
FAZ-Kommentar von Rainer Seele: Sagen Sie jetzt nichts
Was ich wirklich nett finde, ist, dass unter dem Kommentar von Herrn Seele von der FAZ-Software treffsicher folgende Reklame plaziert wird: “Verlagsinformation
Medikamente günstig einkaufen Preisvergleich für Medikamente und Apotheken-Produkte. Mehr als 90 Apotheken im Vergleich”.
Der x-te Spiegelartikel zu Telekom/-mobil und Jan Ullrich geht vielen, die etwas vom Problem verstehen,am Allerwertesten vorbei. Der x-te Spiegelartikel wird durch seinen Versuch, ein Verärgerungs- und Schmollbündnis mit ARD/ZDF zu basteln und eine unscharfe Flanke zu Prof. Franke (Bangemann geh du voran!) zu rollern, nicht seriöser als seine Vorläufer. Man spürt die Absicht und wundert sich, ob dieser handwerklichen Fehlleistung. Es sich so zusammenschreiben, dass aus uralten Infos, kleinen Indiskretionen und neckigem Familien-und Freundestratsch mit – ups!- BKA-files from nowhere und süffisanten Datenschutzverletzungen der Sündenfall deutscher Sportgeschichte gefeatured wird, das ist dann die hohe Schule des deutschen Sportjournalismus.
Kernsätze bleiben haften wie:
“Jan Ullrich war eine Märchenfigur des deutschen Sports. 1997 gewann er die Tour de Franc, danach schmissen sich Journalisten, Politiker und Wirtschaftsführer an ihn heran und machten aus dem gebürtigen Rostocker einen Volksbeglücker.”
Wo sind diese denn geblieben ?
“Den Radstar Ullrich gibt es seitdem nicht mehr. Doch der Fall Ullrich ist bis heute nicht erledigt.”
Da ist doch der Wunsch der Vater des Gedanken.
“Viele profitierten von Ulle, … – besonders profitierte sein Sponsor.”
Weshalb er sich mit ihm einigte, was eine Rechtsprofessorin nicht verstand, bis sie es dann auch merkte.
“Die Strafverfolger hätten schon damals den Betrug aufdecken können, wenn sie gewollt hätten.”
War die Justiz denn damals nicht unabhängig und unbestechlich ?
” Jan Ullrich war ein deutscher Held.”
Falsch. Er war und ist einer. Und die das wissen, sind keine Deppen oder Aussenseiter. Nicht weil sie keine Journalisten sind. Sie sind einfach Bürger mit Verstand, denen auch ein gelbschimmernder Beitrag des Spiegel nicht die Denke und das (Ge)Wissen über Entwicklungen, Zusammenhänge und Missetaten des Sports einerseits und sportliche Leistungen von Menschen anderseits verdunkeln kann.
Wenn es nicht gelingt, den Kampf gegen Regelbruch, Doping und Betrug auf eine andere Plattform als die der Vorbehalte, Verleumdungen, Diskrimierungen und hin und wieder gar aufblitzendem Hass zu stellen, machen sich die Protagonisten von letzterer mitschuldig am finalen Scheitern des sauberen Sports.
Zur Abkühlung des Gemüts ein Ausflug in den österreichischen Journalismus:
http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=4152&alias=wzo&cob=445509
@sternburg
offtopic: ‘deiner’ natürlich! :p
danke, ich denke, deine antwort hilft mir weiter.
Bravo. Endlich mal einer der Schmackes hat:
»Jan Ullrich war ein deutscher Held. Aber er hat vor langer Zeit versäumt, die Wahrheit zu sagen. Er lebt jetzt in einem selbstgebauten Gefängnis«, steht im SPIEGEL. Solche kernigen Sätze zu schreiben, dazu gehört eine bemerkenswerte Selbstgewissheit, sie suggerieren ein Wissen über den Zustand eines Gesellschaftsfeldes, über deren Regeln, Abläufe, Moralismen, nach denen einem »deutschen Held« das Eiserne Kreuz ans Hemd geheftet wird.
http://www.kurtschrage.de/?p=1149
Herbert, in den letzten zweieinhalb Jahren gab es mindestens 9 tote junge Radsportler. Ich frage Sie: Was trägt Jan Ullrich mit seinem Schweigen dazu bei, daß sich daran in absehbarer Zukunft etwas ändert? Einer, der seit Jahrzehnten gegen dieses System ankämpft, ist Werner Franke. Zum wiederholten Male mein Danke hierfür!
Herbert,
jetzt muß ich den Satz auch mal gebrauchen…you made my day…
und gleich noch …köstlich… hinterher;-)
Ich geniese das erstmal,besonders die Beschreibung des Dreigestirns,warum habe ich bei dem Bild nur an die Daciawerbung gedacht?
Wer noch von Jan Ullrich profitiert, liegt doch auf der Hand:
Die Pseudo-Dopingjäger, die sich hier auf eine scheinbar leichte Beute stürzen. Vor dem hat man schließlich nichts mehr zu befürchten, liegt er doch bereits für alle fußkranken Heuchler bequem am Boden. Die anderen Täter rund um Fuentes, Ferrari etc. kann man da ruhig laufen lassen. So schlimm wirds schon nicht gewesen sein.
Aber Jan Ullrich trägt an allem die Schuld! Ausgerechnet der Fahrer, der von den “Aufräumern” hier am liebsten von Rad getreten worden wäre, während alle anderen mit ihren halbseidenen Geständnissen davon kamen. Verkehrte Welt.
Jack, was sollte man denn Herrn Fuentes vorwerfen, wo doch gar keiner Kunde bei ihm war?
@Ralf
Und das rechtfertigt, mit Jan Ullrich und anderen verdächtigten Sportlern umzugehen als lebten wir noch zu Zeiten der Inquisition ?
Wir wissen doch alle – Sie besser als ich – dass das System ausser Kontrolle geraten ist. Das ist doch aber nicht durch die Erhöhung der Einzelfallquote ins Lot zu bringen. Und das wissen die Verantwortlichen auch.
Auch wenn einigen *****egal ist, wenn dabei der Mensch Jan Ullrich kaputt geht. Mir ist das nicht egal, da ich anders sozialisiert bin und an der bedingungslosen Aufklärung auch kein berufliches oder wirtschaftliches Interesse habe. Oder anders gesagt: Seit wann heiligt der Zweck denn bei uns die Mittel ?
Ja, und zu Ihrer Frage.
Würden Sie kooperieren, wenn man Sie so in der Öffentlichkeit behandelt ?
Personen, die diese Erfahrung gemacht haben, sind dazu kaum noch bereit.
Wer hier wo und wann parallel zum sportlichen Teil im Vorfeld der ganzen Aufklärungskampagne versagt hat, darüber wurde noch niemals gesprochen.
Und das wird auch so bleiben. Immer schön in Deckung bleiben.
Natürlich verstehe ich, was Sie meinen. Wenn ich nicht glauben würde, daß man durch Hunderte Dopingfälle irgendwann das System sichtbar machen kann, würde ich hier vermutlich aber wohl nicht mehr schreiben. Was die “Behandlung” von Jan Ullrich anbelangt, frage ich mich außerdem, was hier die Ursache und was die Wirkung war. Könnte es nicht womöglich sein, daß die mangelnde Kooperation am Anfang stand? Und wenn Sie mit den “Personen, die diese Erfahrung gemacht haben”, die Kronzeugen um Jaksche und Co. meinen sollten, hinkt auch hier meiner Meinung nach der Vergleich. Leute vom Format eines Ullrich oder Armstrong hätten zur richtigen Zeit, also schon 2006, das System Profiradsport deutlich stärker beeinflussen können als ein Jaksche oder Sinkewitz.
@ Jack: Wer oder was sind “Pseudo-Dopingjäger”, die “sich auf scheinbar leichte Beute stürzen”? Geht’s konkreter?
Aber darum geht es doch schon lange nicht mehr. Es geht imho um viel viel mehr. Wir wagen es uns doch bloß nicht auszusprechen. Nehmen wir Ullrich, Pechstein, … aus der Schusslinie, dann können wir erkennen, worum es geht.
Aber so ist es doch viel einfacher und tut nicht weh.
Es geht um ein verlogenes System.
Herbert, schön, daß Sie das “verlogene System” hinter der Glitzerwelt bereits erkennen. Ich bezweifle, daß Sie dies einer breiten Öffentlichkeit ohne prominente Einzelfälle klarmachen könnten. Endlose frustrierende Diskussionen haben mich etwas anderes gelehrt.
Zum Thema plötzlicher Herztod das hier als Lektüre :-)
Und ich kann mich nur erneut fragen, wo denn die Namen der ganzen anderen Sportler aus allen möglichen Sportarten bleiben??
Wäre mir neu, dass Dr. Fuentes ein “Radsportarzt” gewesen ist.
Und auch andere Radsportler werden ja nicht so an den Pranger gestellt wie der Herr Ullrich (Was ist z.B. mit Herrn Klöden? Der ist da ein ganz anderes Kaliber und immer noch im Sattel. Sowas ist frech! und keiner traut sich ran oder wie??)
Gespannt was noch so kommt ist und bleibt:
Coloumbo
Ja, und? Wer außer wenigen Journalisten und einigen Preisträgern und einigen wenigen anderen (Franke, Treutlein, Donati etc) hat das je ausgesprochen, spricht das ständig aus und bemüht sich – jeder nach seinen Möglichkeiten – um Aufklärung?
Tut mir sehr leid, ich will auch kein schlechter Gastgeber sein, aber manche Diskussionen sind so unsäglich nervend langweilig. Neunmalkluges Geschwätz von Leuten, die nicht wissen, was es bedeutet, die eine oder andere Information öffentlich zu machen, jahrelange Kämpfe inkl. juristischer Auseinandersetzungen, Drohungen, Anfeindungen zu überstehen, sich das Leben also schwerer zu machen, etwa weil man versucht, seinen Job machen.
Die wichtigste Waffe, liebe Freunde, heißt: Aufklärung durch Fakten.
Sorry, coloumbo, aber mein Kommentar, der sich mit Ihrem überschnitt, gilt auch für dermaßen ahnungsloses Geschreibsel:
Wer so etwas formuliert, hat nun mal keine Ahnung. Ich entschuldige mich gleich noch einmal dafür. Stammleser wissen, dass ich gelegentlich bei derlei “Diskussionen” etwas bissiger werde als sonst.
Es ist angenehm, aufgeklärte Leser zu haben und sich von Diskussionen befruchten zu lassen. Das gilt ganz generell.
@ herbert
warum liest man ihre ausführungen nur hier in einem blog? ich finde ihre gut begründeten aussagen verdienen ein größeres publikum! danke
@ Thomas: Sie meinen bestimmt Sätze wie diesen?
“Finales Scheitern des sauberen Sports” auf einer “anderen Plattform”?
Donati:
«Doping – ein kollektiver Wahnsinn»
Herrn Donati schätze ich sehr,vor allem wegen seiner Sachlichkeit.
Von der Idee das “System” aufzuklären,indem ein weltbekannter Sportler oder Sportlerin zum Gespött gemacht wird, halte ich nichts.
Der Zweck heiligt nicht alle Mittel.
Walter,
sind Jaksche oder Sinkewitz “zum Gespött gemacht” worden?
Wozu macht Ullrich sich selbst, indem er Anpassung an das von Ihnen kritisierte “System” demonstriert, weit über sein sportliches Ende hinaus? Zum Helden?
Wer oder was ist “das System”? Könnte es existieren ohne Athleten wie Ullrich?
@Herbert: Ich müsste lügen, wenn ich auch nur einen Kommentar der letzten sechs Stunden in dieser Spalte als besonders interessant bezeichnen würde, aber eine Frage beschäftigt mich dann doch – was ist ein “gelbschimmernder Beitrag”?
Tatsächlich der Aufklärung harrend
sternburg
@jens
Ich empfinde ihre Antwort als einen Rückschlag. Wir sehnen uns doch nicht schon wieder nach der Einheitsmeinung oder vollsten Zustimmung zur Meinung des Vorredners ? Da ich Ihnen meine Auffassung zur Problematik – wie Sie sich komischerweise in Kopenhagen erinnern konnten – klärend vorgetragen habe, verstehen Sie auch im Zweifel, wie ich es meine. Da bedarf es doch wohl dann Ihrerseits keiner lakonischen Bemerkungen. Aber gut. Wenn andere Auffassungen Sie prinzipiell in Ihrem Haus stören, sagen Sie es ruhig unverblümt. Ich verletze ungern Hausordnungen.
@sternburg
Ich nahm mir die Freiheit der Wortbildung in Anlehnung an Yellow Press.
@jw:
Ich will es mal so formulieren.
Jan Ullrich ist radsportmäßig tot. Was jetzt folgt sind Journalisten, die nach meiner Ansicht eine leichte Beute wittern, sich zu profilieren als Anti-Doping-Journalisten, die sie aber nie waren.
Ullrich liegt am Boden am Boden, da muss man sich nicht mehr groß Mühe machen, nach Indizien zu suchen. Zumal in den letzten Jahren nichts neues mehr dazu gekommen ist.
Ich sage nicht, dass man Ullrich laufen lassen soll, weil ja alle anderen auch dopen. Aber diese “Böser, böser Ullrich”-Karte ist doch langsam ausgereizt. Was ist denn mit den Hintermännern? Warum konnte man so vielen anderen Sportlern nie was nachweisen? Das betrifft ja nicht nur den Radsport. Und indem man immer wieder auf jemanden eintritt, der sich ohnehin nicht mehr wehren kann, verliert die Dopingaufklärung, so sinnvoll und richtig und ehrenhaft sie auch sein mag, erheblich an Rückhalt. Meinen zumindest. Ich betrachte das als Leichenfledderei.
Ich spreche da nur von mir, andere sehen das vermutlich anders. Aber das x-te Cover mit Ullrich, jetzt wieder eine “dicke Story” im Spiegel, wieder werden alte Details als neue verkauft. Der Mann wird nie wieder eine Tour bestreiten. Wird Zeit, sich neue Gegner zu suchen. Traut man sich an die nicht ran, weil sie sich noch wehren können?
@Jack
Ich sehe es ähnlich wie Sie. Manchmal glaube ich, er wurde hostage genommen und hat es erst zu spät gemerkt. Das hat mit Anti-Doping-Kampf nichts mehr zu tun. Das ist die gewollte und verabredete Demontage eines Menschen. Ich kann mich noch gut an den Vortrag eines Wissenschaftlers auf einer Anti-Doping-Konferenz erinnern, der meinte, dass auf Jan Ullrichs Grabstein einmal stehen werde: Ich habe gedopt. Damals dachte ich, es sei nur ein makaberer Joke. Nein, es war ernst gemeint.
jw postete:
amen.
ein schöner leitspruch für den kampf gegen das verlogene system, welches ich auch nicht haben will.
Aha, verstehe.
Obwohl ich schon wieder die nächste Frage habe: Was muss ich mir in diesem Zusammenhang unter “er wurde hostage genommen” vorstellen? V.a. mit “und hat es erst zu spät gemerkt”?
@sternburg
Sie nehmen mich auf den Arm ?
Er ist sozusagen als Geißel genommen worden und hat es erst zu spät gemerkt.
Ich meine, dass die Suspendierung gegen seinen erklärten Willen geschah, ohne dass er den eigentlichen Deal, den andere ausgehandelt hatten, kannte. In den darauf folgenden Gesprächen wurde er nicht gut beraten und lief den Dingen stets hinter her. Die Interessen anderer spielten dabei stets eine größere Rolle als seine eigenen.
Wer hat den jemals von Telekom, seiner Entourage oder seinem Umfeld sich richtig für ihn eingesetzt ? Da war doch Boris Becker schon das einzigste und beste. ;)
@ jw:
Mein Kommentar sollte als Hinweis dafür dienen, dass doch einige Radsportler schön die Füße still halten und der Dinge recht entspannt ausharren können.
Mich dann gleich zu diffamieren und als Ahnungslos hinzu stellen, meinen Respeckt Herr Weinreich.
Mehr fällt mir dazu gerade nicht ein.
Außer, dass ich mich wohl Herbert anschließen muss.
Und auch, wenn ich ja der Ahnungslose bin:
Sinkewitz hat erzählt, was bekannt war und sitzt nun wieder im Sattel (auch wenn für ein Armutsgehalt, warum auch immer er sich das antut)
und auch im Amateurbereich sagt ein gewisser Phillip s. was bekannt ist und bekommt die Sperre halbiert und wird in der nächsten Saison vermutlich wieder starten.
Das ist dann ok??
Das fragt sich:
coluombo
hm, das gezeigte filmchen in der schmidt-show ist aber ein zusammenschnitt, dem mittendrin die antwort von ullrich rausgeschnitten wurde. zwar auch nicht wesentlich gehaltvoller, aber immerhin war er nicht ausschließlich sprachlos auf die frage von beckmann. ist mir nur grade aufgefallen.
Schade und bezeichnend ist doch, dass wir im Land der medial ausgeschlachteten Datenskandale und Skandälchen in den Medien kein Wort darüber lesen, dass hier offenbar ohne jede Berechtigung von einer Privatperson im Rahmen einer Akteneinsicht erlangte personenbezogene Daten an die Presse weitergegeben wurden. Und diese Person nebst Anwalt (siehe tz von heute) auch noch prahlen darf, das sei ihr Recht. Hallo? Wo kommen wir da hin? Wo ist der Aufschrei der Schützer des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung? Gläserne Akten über alle? Kontonummern, Gehaltsauszüge, E-Mails und Telefonate offenlegen? Ich verstehe es nicht – und das hat nichts mit dem Fall Ullrich zu tun.
Zudem sind die Pressemeldungen der vergangenen Tage kein Ergebnis investigativen Journalismus’ – sie dienen anscheinend dem Prozessinteresse einer beklagten Partei. Das ganze hat einen sehr schalen Beigeschmack.
@Jens
Da mein Ärger noch nicht abgeflaut ist, noch eine Bemerkung.
Ist es nicht ein wenig überhöht, zu glauben, dass man allein und mit dem einzig legitimierten und wahren Wissen gegen Windmühlen kämpft? Genau das ist ja dann wahrscheinlich das Problem. Ich habe schon mal drüber geschrieben. Wenn es nicht gelingt, Bündnisse zu schmieden und dabei auch mal ´ne unterschiedliche Auffassung im Herangehen zu tolerieren, wird man unter sich bleiben. Vllt. erhält man sich dann den Glauben an die Unfehlbarkeit und Deutungshoheit, aber Gefolgschaft aus den Reihen der weniger Wissenden rekrutiert man nicht. Aber vllt. hat man ja auch unterschiedliche Ziele und braucht das gar nicht ?
Und Ihre Feststellung, dass es nur wenige … gibt, die sich zum “verlogenen System” äußern und um Aufklärung bemüht sind, stimmt einfach nicht. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Das stimmt schon. Aber bitte nicht annehmen, dass sich nur das Feld einer kleinen Elite um einen sauberen Sport bemüht. Ich kenne viele, die etwas dafür tun – Sportler selbst, Ehrenamtliche und einfache Fans – und dabei auch schon gehörig Ablehnung und Ignoranz erfahren mussten. Diesen – ich sage jetzt mal der Basis – würde man dann Unrecht tun.
Es sollte daher unterbleiben, im Anti-Doping-Kampf bereits Gräben im Vorfeld einer gemeisamen Meinungsbildung zu ziehen.
ha,
natürlich sind Jaksche und Sinkewitz als Kronzeugen nicht zum Gespött gemacht worden,nur standen ihre BKA Akten auch nicht in der Zeitung.Doch ,das ZDF hatte zur WM in Stuttgart was über Quick Step veröffentlicht,nur herausgekommen ist nichts.Ich nehme an,die schonungslose Aufklärung des BDR läuft noch.
Das “System” habe ich mir hier geborgt,beim verlogenen System.Bei Donati kann man nachlesen,was da alles dazugehört.Bei Bette auch.
Mich interessiert aber mehr der aktuelle Stand der Antidopingbemühungen.Obwohl nicht anerkannt,denke ich,die Bemühungen der UCI mit ihrem Blutpassprogramm sind sehr erfolgversprechend,weil kein Schnellschuß.
Siehe Interview Olaf Schumacher.
Werner Franke hat mich schon wieder mißtrauischer werden lassen:
Wird uns schon wieder etwas vorgemacht?
Unter unzulänglichen Tests haben in erster Linie nur die Sportler zu leiden.
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/735078
Das ist der Link dazu.
Christian Klaue wird neuer Pressesprecher des DOSB
Nach Gerd Graus, Christian Sachs nun eine weitere Kraft aus dem Sportinformationsdienst. Als Nachfolger für Walter Mirwald wirbelt nun der ehemalige Fechter Jörg Stratmann auf der DOSB-Planche. Na dann, herzlich willkommen!
Der Doping-Experte Werner Franke bereitet eine Klage gegen die Telekom vor.
http://www.zeit.de/sport/2009-10/ullrich-doping-klage
Die einzigste, die sich da ärgern könnte, wäre Frau Prof. Banneberg.
Schöne Diskussion hier. Wer sich noch fragt, wie die BKA-Akten an die Presse gelangen konnten – das ist simpel. Professor Franke hat Akteneinsicht beantragt, erhalten, und dann die 2000 Seiten seinen bewährten Abspielkanälen Spiegel, SZ und ARD zugespielt. Die News wurden augenscheinlich häppchenweise verteilt, damit alle was davon haben. Mit investigativem Journalismus hat das indes nichts zu tun.
Kein Frage ist, dass Jan Ullrich aus eigener Schuld noch immer so am Pranger steht. Aber ebenso keine Frage, dass Ullrichs Gegner, v.a. der Spiegel, längst Schaum vor dem Mund haben.
Einen anderen Weg scheint da ja Frau Pechstein zu gehen.
Auf den letzten Drücker doch noch eine Karnkheit gefunden die so viele Missverständnisse hervorgerufen hat?
Vielleicht hat der Blutpass ihr ja das Leben gerettet? ;-)
Apropos “Popcorn”: Wird denn der naivste Sportjournalist dieses herrliche Verfahren auch noch gebührend begleiten?
@ Herbert: Da geht’s schon los: Britta Bannenberg heißt nun mal Bannenberg. Stellen Sie sich vor, Journalisten würden Namen falsch schreiben, was ja vorkommen soll, wie würden Sie reagieren?
@ sternburg: Welches “herrliche Verfahren” soll der naivste Sportjournalist begleiten? Ullrich? Pechstein? Der naivste Sportjournalist muss, weil der Blog doch wenig abwirft, einfach mal Geld verdienen. Und er wird ausnahmsweise relativ still bleiben, nicht wie in Kopenhagen oder bei der LA-WM. Vielleicht ist dem naivsten Sportjournalisten auch wegen diverser juristischer Einschüchterungen das Lachen vergangen. Das weiß er noch nicht.
Hmm, ich hätte gedacht/ gehofft, ein solches Verfahren wäre eine durchaus ordentliche Gelegenheit, Geld zu verdienen (will sagen: Die Frage lautete, ob man noch mit einseitigen Einschätzungen und unfairer Stimmungsmache von deiner Seite in irgendwelchen Teilen der Medien rechnen könne).
Mit dieser Art Live-Bloging habe ich schon deshalb nicht gerechnet, weil ich nicht vermute, dass du für diese eine Story extra für Tage oder Wochen nach Lausanne ziehen wirst.
Und gemeint war natürlich die Eisprinzessin, der Vorgang “Rudis Sohn” ist ja nun wirklich abgeschlossen.
Was das Lachen angeht: Wir Sesselpupser profitieren alle davon, dass Leute wie du sich nicht zu schade sind, sich mit den mächtigen oder ekligen anzulegen, während wir in Ruhe unsere Berufe, Hobbys und Familien pflegen. Das ist doch ein gottgewolltes Schicksal, oder verwechsele ich da etwas?
Du verwechselst in der Tat etwas, lieber sternburg. Denn Journalisten sind doch, wenn ich insbesondere Walter richtig verstehe, aber auch Herbert und mitunter sogar Bette, nur Aasgeier, die von diesem System leben und davon also auch abhängen und natürlich nicht mitbekommen, wie sehr sie im System verstrickt sind und natürlich nur overflächlich agieren, keine Zusammenhänge verstehen und sich, weil sie es nicht verstehen, die Mühe sparen, Zusammenhänge zu beschreiben.
Richtig so? Ich sehe das anders. Kolossal anders, wie oft genug beschrieben. Selbstbewusst: Ohne die Arbeit einiger Journalisten hätten andere nichts zu schreiben und/oder zu kommentieren, existierte keine WADA, keine NADA, gäbe es letztlich jetzt auch nicht den Termin in Lausanne, weil ein Weltverband nie von sich aus tätig geworden wäre.
Hatte nach meinem kleinen Ausbruch in der Kommentarspalte hier am Dienstag zunächst vor, dazu einen, sagen wir: Aufsatz hier zu veröffentlichen. Will mich aber nicht unnötig aufregen. Lasse das mit dem Aufsatz, vorerst. Wenn ich es schaffe, gibt’s noch eine kleine Linkliste, wenn nicht, geht’s erst morgen weiter, weil jetzt ein Kind meine volle Aufmerksamkeit fordert und verdient. Ist mir allemal lieber und wichtiger als blutiges Eis.
Gottgewollt? Klar doch.
@Jens
Immer kurz bevor wir Freunde werden können, kommt etwas Neues dazwischen. Ich danke für Ihren Hinweis und bei Frau Prof. Bannenberg entschuldige ich mich natürlich, zumal ich annnehme, dass sie hier mitliest oder gar schreibt. Schade, dass wir immer bei den Formalien hängen bleiben müssen.
Journalisten würde ich allerdings einen spelling mistake nicht so einfach verzeihen. Wenn man damit sein Geld verdienen will …
Übrigens, lag ich mit meiner Vermutung – spätestens als ich Hajo Seppelt im Radio hörte – für Ihr Schweigen richtig.
Aber bald wird es ja genügend Gründe für Kommentare geben. Und im Widerstreit mit einem persönlich unerwünschten Ergebnis setzt es dann doppelt ésprit frei. Sei es wie es sei, ich freue mich trotzdem, von Ihnen wieder etwas lesen zu dürfen.
Schauen Sie bitte, Herbert: Ich weiß weder, was Hajo Seppelt “im Radio” gesagt hat, noch was Sie vermuteten, und ich weiß auch nicht, wie beides zusammenhängt. Ich weiß nur, dass ich derzeit andere Prämissen setze, Anfang der Woche in die journalistische Zukunft und neue Themen investiert habe, und dass ich nicht an die Notwendigkeit glaube, zu diesem Termin in Lausanne, zu dem Öffentlichkeit nicht erwünscht und Beobachter nicht zugelassen sind, die Welt einmal mehr mit den Stellungnahmen so genannter Sachverständiger, Gutachter, Fachleute zu überschwemmen.
Eine Verpflichtung für eine Dauerberichterstattung über den Fall verspüre ich schon gar nicht. Nirgends haben Sie so viele Details darüber lesen können, das sage ich einmal mehr selbstbewusst; nicht einmal den Schiedsspruch vom Juli finden Sie irgendwo sonst in einem Qulaitätsmedium in Gänze, schon gar nicht die Liste der Dopingkontrollen und etliches mehr. Ich finde, das ist eine ganze Menge für ein kleines Blog. Und dabei kann es auch bleiben. Könnte ich davon leben oder würde mir das Thema etwas mehr Spaß bereiten, würde ich möglicherweise dennoch hier eine Dauerberichterstattung anzetteln.
So, nackter geht nicht. Dass ich durchaus regelmäßig andere Prämissen setze, die nicht mit dem Mainstream korrespondieren, werden Sie möglicherweise akzeptieren können.
Im Übrigen gilt, was ich von Beginn an gesagt habe: Es kann kein zweifelsfreies Urteil geben in diesem Fall. Selbst bei einem so genannten Freispruch würden tausend gute Gründe für Zweifel bleiben. Da können die ahnungslos-brutal-unangenehmen Herrschaften im Hintergrund ätzen und Gift und Galle spucken, die Atmosphäre vergiften und Nebelbomben zünden wie sie wollen.
Herbert,
hat es neben der plötzlich entdeckten angeborenen Hämolyse in diesen Tagen eine einzige Neuigkeit gegeben?
@jens
Ich habe bereits früher hier im blog meinen Respekt zur Arbeit von Journalisten und auch für Ihre konventionelle und unkonventionelle art de journalisme formuliert. Insofern geht – falls es so gemeint war – Ihre Kritik ins Leere. Bei aller Lobpreisung des Handwerks müssen dem Medienkonsumenten aber der sachlich-kritische Blick und das uneingeschränkte Recht auf Bewertung bleiben. Feedback ist zwar nicht alles, aber auch der Journalist braucht es.
Ja, und “nackt” zur Causa Pechstein. Oh, geht denn das überhaupt ?
Ich nahm an,Sie sind in Lausanne, halten sich nur en peu zurück und präsentieren dann unverzüglich Ihr “Urteil”. Als ich Hajo Seppelt hörte – dessen Beitrag ich im Ton als abgewogen und moderat empfand – stieß mir Ihre Zurückhaltung umso mehr auf. Ich meinte es einfach nett, bin aber jetzt ob Ihrer Reaktion verunsichert, ob es auch nett war.
Im Übrigen teile ich die Auffasung, dass das wie auch immer geartet Urteil im Falle Pechstein der Beginn einer neuen Phase der Auseinandersetzungen im Antidopingkampf bringen wird.
Ein besseren Umgang miteinander, die Konfliktparteien sehr eingeschlossen, im Vorfeld juristischer Sprüche wäre da sehr angebracht. Aber das geht ja wahrscheinlich nicht. Wenn es ums Geld geht, muss sich die gegenseitige Achtung halt weit hinten anstellen.
@ha
Ja, auf jeden Fall. Die Einlassungen von RA Lehner zeigen die Richtung auf. Wer sich des Öfteren für beide Seiten des Dauerkonflikts, sei es für Prof. Franke oder den Kronzeugen Patrick Sinkewitz, engagiert, der weiß bei aller zwingenden professionellen Neutralität worüber er spricht.
Herbert,
ja, und das mit allem Respekt: Lehner weiß, wovon er spricht. Er plädiert (nicht neu, seit Jahren immer mal wieder und im Interesse seiner Klienten) für Verzicht auf das Prinzip der Beweislastumkehr, das so nur im Sport gilt. D.h., ein Sportler, bei dem etwas gefunden wurde, kann/muss den Beweis seiner Unschuld antreten, man muss ihm nicht – wie im normalen Recht – Schuld nachweisen, das ist die positive Probe oder sind anormale Werte. Dieses Sonderrecht ist vom Europarat bestätigt worden, von der UNESCO und gilt nicht als Menschenrechtsverletzung, als die es von Interessenten gern dargestellt wird.
Kippt dieses Prinzip, gäbe es keine Dopingverfolgung mehr, denn Sportverbände müssten wie Staatsanwaltschaften ermitteln, hätten in den letzten Jahren u.a. beweisen müssen, dass nicht explodierte Asthmasprays von Omas für Positivfälle verantwortlich sind …
Der Sport wird auch bei Indizienprozessen nicht davon abgehen. Infrage steht also nur, Korrektheit der Messung vorausgesetzt, ob die R-Werte (wie Kuipers sagte: das Muster der Schwankungen bei Pechstein) ausreichend sind oder ob es mehr verdächtige Parameter braucht oder ob tatsächlich eine Krankheit angenommen werden kann.
Mil an alle, Milz an alle:
ich krieg ja gar nichts mit …
@ Herbert: wo hat Hajo Seppelt zu welchem Thema (o. K., wird wohl Thema Doping sein) was gesagt???
@Jens Weinreich: Sie haben in die journalistische Zukunft und neue Themen investiert? Hört sich spannend an – erfahren wir mehr?
@Matthias Rathje
Ralf hatte es als Link hereingestellt. ■Ralf am 22. Oktober 2009 – 23:11 -
@Herbert
Vielen Dank, ich hab ’s mir mittlerweile angehört.
Gar nicht so falsch…
Spiegel vs. Ullrich
Eins vorweg: ich bin absolut kein Freund von Schäuble-Methoden.
Dennoch sind die Entwicklungen in Spanien nicht uninteressant.
Scheinen die Spanier nun doch mal ein paar Schritte weiter zu gehen? Oder wird alles doch wieder eingestellt?
@anonymator: sehr interessanter, von Jan U. verlinkter, Text, der auch mal Innensichten liefert.
Zumindest annäherungsweise etwas über Profisport und das, was da hinter steht…
Lieber anonymator, wenn Du zu dem Schluß gelangen bist, die Aussage des Textes sei “gar nicht so falsch”, dann wirst Du doch erst einmal eine Aussage gesehen haben, die Du zur Grundlage deiner Bewertung gemacht hast.
Vielleicht kannst Du mir diesbezüglich unter die Arme greifen? Ich wüsste nämlich nicht, was mir der Autor damit sagen will.
Plädiert er für die völlige Freigabe von Doping, weil das im realen Leben ja sowieso alle machen? Und meint er, dass die Leistungen ehemaliger Topathleten niemals angezweifelt werden dürfen, weil sie, so sie dopten, keinen “gesellschaftlichen Schaden” anrichteten? Oder will er den ganzen Spitzensport an sich abschaffen? Will er darüber hinaus, dass “die Medien” über jemanden, über den zuvor positiv berichtet wurde, niemals wieder ein Wort der Kritik verlieren dürfen? Oder wie? Jedenfalls sollten nur ehemalige Spitzensportler über solche berichten dürfen, oder verstehe ich das ganz falsch?
Und, auch wenn das beliebte Spiel, einzelne Sätze und Formulierungen aus Texten herauszugreifen um den Autor und seine (was weiss ich, vielleicht denoch sinnvollen) Ansichten als sinnlos darzustellen, nicht gerade mein liebstes ist:
“angefetteten Kampfhund in Kunstseide [Ulrich]”
“Objektivität, das große Missverständnis unter Journalisten stößt im eigenen Hirn an seine natürlichen Grenzen.”
“Schließlich ist in bürgerlichen Kreisen die Suche nach der befleckten Schuld ein regelrechter Volkssport.”
Und, jeweils auf der Titelseite einsehbar:
“Denn gerne wird einer Essstörung ein psychiatrisches Etikett aufgeklebt. [über Anorexie]”
“Ein privater 11. September [die drohende Pfändung bei Frau Leibovitz]”
“Generalstabsmäßig plant [Lance Armstrong] das Mannschaftsgefüge seiner Equipe »Astana«, über deren abgeschottetes Innenleben vor allem zerknirschte Journalisten spekulieren, denen der »Dominator« partout kein Interview gibt.”
…da fällt es mir tatsächlich schwer, den Herrn ernst zu nehmen.
Spanien steht an der Sp
ritze des Anti-Dopingkampfes…ABC: Lissavetzky, elegido presidente de la Convención contra el Dopaje
@ sternburg
Nicht falsch verstehen. Auch ich kann mich hier nicht mit dem gesamten Text und der unterschwelligen Freigabe/ Bagatellisierung von Doping identifizieren (immerhin hat der Sport sich selbst die Anti-Doping Regeln gegeben, im Gegensatz zur Gesellschaft…), aber ich glaube, das in den Medien praktizierte generelle “Radsport- und Jan Ullrich-Bashing” wird hier ganz gut thematisiert. Die Mediatisierung des Falles geht über seine wirkliche Bedeutung (und den immer wieder angesprochenen Schaden, den er verursacht hat), weit hinaus.
@Ralf
Das bewegt einen schon, wenn Spanien das Musterland in Sachen Antidopingkampf einstimmig und namens Jaime Lissavetzky als Präsident des UNESCO-Konvention gegen Doping im Sport gewählt wird.
Es fällt nur schwer dahinter zu steigen, ob das eine Aufforderung zum Handeln im eigenen Land oder ein “Weiter so!” für die bisher offensichliche Vorführung der interessierten internationalen Öffentlichkeit sein soll.
Kein Aufschrei, nicht einmal ein kleiner Protest. Einstimmigkeit.Ja,eben ?
http://www.unesco.de/1074.html?&L=0
Das ist aber hübsch geschrieben. Der Schreiber mit der Paraphe abur darf sich darauf etwas einbilden. Intelligent, informativ, frisch. Das passt aber nicht einmal in das Schubfach NACHKARTEN. Es ist einfach primitiv und fällt auf den netten, wahrscheinlich unter einer Ulle-Phobie leidenden Herrn zurück. Er nutzt mit Billigung der Redaktion seinen Zugang zum Medium, um einer Leidenschaft zu frönen. Das nenne ich dann Journalismus vom Feinsten. Er schadet nicht nur sich, sondern auch der Branche. Die letzten Tage scheinen an ihm auch spurlos vorrüber gegangen zu sein. Ja, wer viel schreibt, kann eben nur wenig lesen. BKA-Akten reichen da nicht aus.
Über solch einen Ethos kann man nur noch enttäuscht sein.
Vorsorglich und ausdrücklich beziehe ich mich nur auf den unten im Link angegebenen Beitrag.
http://www.sueddeutsche.de/65H38j/3146934/50-000-fuer-Jan-Ullrich.html
Ist doch interessant. Während man 2009 mit 300000 Euro Verlust rechnet, hatte man 2003 noch 50000 Euro für den Startschuß übrig…
abur in der SZ: Volksfest ohne Volk
sportspool.tv: Faksimile: abzgl. 3,20 EURO Geb.
@ Ralf
Buchhalterisch stimmen ihre Kategorien natürlich nicht. Aber hierauf lag ja auch nicht Ihr Augenmerk. Ich nehme an, die BKA-Akten reichen aus, um den berühmten oder berüchtigten Tropfen auf dem heißen Stein für längere Zeit fallen zu lassen. Da sollte man sich nicht beirren lassen, passiere und komme, was da wolle.
Abur ist natürlich Andreas Burkert. Eine Ulle-Phobie würde ich dem micht unterstellen, Herbert. Er verdient einfach seit vielen Jahren einen Teil seines Geldes mit Geschichten und Büchern über Jan Ullrich. Erst vor wenigen Wochen (24. Oktober, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt), hat er in der Samstagsausgabe der Süddeutschen die komplette Seite 3 mit Ullrich gefüllt. Nicht mal schlecht geschrieben, übrigens.
Dass ich seine Art, über Radsport zu schreiben, nicht mag, liegt vor allem auch daran, dass er bei einem seiner anderen Betätigungsfelder, dem FC Bayern, ganze Seiten über Sport, Taktik und Strategie füllen kann, ohne die geringste Systemkritik, die Spitzensport verdienen könnte, erkennen zu lassen.
@ Arnesen
Mag sein, dass er sein Handwerk versteht. Um seine Nische wirtschaftlich lohnend auszufüllen, schreibt er jedoch in diesem Fall ohne Gefühl für das Wesentliche, zumindest was Jan Ullrich betrifft. Ich finde es einfach nur peinlich, wenn man sich so verkaufen muss.
Unlängst habe ich ihn woanders für einen Beitrag lobend erwähnt. Also befangen bin ich nicht, was abur betrifft, wenn er es ist, wie Sie schreiben.
Aber Kritik an Journalisten ist ja ausdrücklich auch erlaubt.
Wahrscheinlich nimmt man mir das mittlerweile nicht mehr ab. Aber, Herbert, ich frage ganz ehrlich interessiert: Was genau stört Dich an dem (kleinen) Artikel? Vielleicht sehe ich es ja einfach nur nicht.
Und nur nebenbei: Veranstalter des diesjährigen Sechs-Tage-Rennens ist zwar irgendeine Medienagentur, aber Herr Burkert wird schon nicht aus Spass schreiben “… überwies der Olympiapark …”. Und “die Olympiapark München GmbH ist eine hundertprozentige Beteiligungsgesellschaft der Landeshauptstadt München”.
Also ich finde das nicht uninteressant.
@Sternburg
Mich stört das permanente Ulle-Bashing. Jeder noch so winzige Punkt wird aufgegriffen und ein “seriöser” Kontext hergestellt, um Ulle noch “einen weiteren auszuwischen”. Da geben sich viele große Mühe.
Verstehe ich weiterhin nicht. Das sind de facto öffentliche Gelder (zumindest öffentlich abgesichert). Da wird man doch über die Verwendung diskutieren dürfen.
Ulle-Bashing hin oder her. Ich finde zwar, dass man dies – je nachdem, wie dieser Betrag zu Stande kam – Herrn Ulrich eher weniger vorwerfen kann, als bspw. dem damaligen Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH oder der Stadt München (er ist sicherlich nicht verpflichtet, einen zu hohen Betrag abzulehnen).
Ich finde es jedoch auch nicht verwerflich, wenn man durch solche Unterlagen mal die seltene Gelegenheit hat, die Teilname am Wirtschaftsverkehr einer Person der Zeitgeschichte und ihrer interessanten Geschäftspartner detailiert untersuchen zu können, diese Gelegenheit auch (journalistisch) zu nutzen.
Selbst wenn man dies deshalb als Ungerechtigkeit sehen will, dass über Andere vergleichbare Quellen nicht existieren.
Mal davon abgesehen, dass ich ein Ulle-Bashing vollauf begrüße.
sternburg,
du mußt ja nicht alles verstehen.Bezüglich der 50000 müßtest du dir die Bilanz der GmbH anschauen,schätze,dass hier die 50000 eine preiswerte Investition waren.
Würde mich schon interessieren,wie die Besucherzahlen ausgefallen wären,wenn Jan Ullrich den Startschuß gegeben hätte;-)
Bezüglich des Ulle-Bashings liegst du auf Linie aller vor-und nachgesagten Meinungen in der Öffentlichkeit. Vergleiche doch deine Meinung mit den Kommentaren der Leser der SZ zu Jan Ullrich.
-Der Meineid ist bewiesen-der Marcus Hotze muß verrückt sein.
-Radsport=Doping- auch eine gefestigte Grundüberzeugung geworden.
-Ullrich kann nach seiner Entlassung immer noch sein Leben genießen-schon makaber
aber lies mal lieber selber weiter…
Ach sternburg, kennst du eigentlich dieses hübsche Poster?
Titanic: Forschung ist die beste Medizin :-)
Ja, Thomas, und ich habe es vollauf begrüßt. :)
Ralf,
wie ist das gemeint?
Was meinen unsere ‘Fans’: Soll noch mehr an die Öffentlichkeit?
http://www.sportspool.tv/index.php?option=com_content&task=view&id=333&Itemid=1
Fragen Sie doch bitte hier! Oder stören Sie sich an den Anführungszeichen?
@Ralf
Ich wäre dafür, mehr zu wissen. Allerdings unter der Bedingung, zu erfahren, woher, wofür und wie ein priveligierter Kreis von Sportjournalisten an die BKA-Akten gekommen ist. Oder gibt es bereits ein LEX Ullrich, wonach die Justiz jeden, der unbefangen und selbstlos zur “Aufklärung” beitragen möchte, Einsicht in die Akten gewährt ? Dann bräuchte ich nur den Kontakt und würde mich selbst bemühen.
@ Herbert:
Offenbar ist diese Frage “simpel” zu beantworten…
@ Herbert, Walter: Sie machen sich lächerlich. Ich mag diese ewigen Zickigkeiten auch nicht mehr lesen. Werden Sie Journalist, wie wärs damit? Dann können Sie es ja besser machen, als die ständig von Ihnen Kritisierten. Oder starten Sie einen Blog: http://www.jan-ullrich-braucht-unsere-unterstuetzung.de, von mir aus auch http://www.warum-wir-burkerts-berichterstattung-nicht-moegen.de.
Ich habe mir erlaubt, es dutzende Male zu sagen: Ihre Verschwörungstheorien zum Journalismus, zur Dopingberichterstattung, zu angeblichen Attacken auf Ullrich etc. pp. sind so abstrus und von so wenig medialem Sachverstand geprägt – es tut mir leid, aber ich habe Stunden und Tage damit zugebracht, auf derlei Bemerkungen zu antworten. Es bringt leider nichts.
@Jens
Da Sie selten auf den Inhalt meiner anderen Auffassung eingehen und dies ersatzweise eher durch den erhobenen Zeigefinger substituieren, fällt mir der Nachdenkprozeß, mit welchem Ergebniss auch immer, schwer.
Konkrete Fragen, wie in diesem Fall werden ignoriert. Warum eigentlich ?
An den von Ihnen bei mir angezeigten fehlendem medialen Sachverstand wird es wohl kaum liegen. Oder sollten Sie und Ihre Kollegen nur für ihresgleichen schreiben ?
Was Ihren Anstoß zur Journalistenwerdung betrifft, da tue ich mich jetzt schwer zu antworten.
Im Übrigen, bin ich noch immer froh gewesen,wenn mir widersprochen und meine Meinung nicht einfach nur bestätigt worden ist.
@Ralf
Schade. Aber ich würde meine Quellen bei so einer sensiblen Sache auch nicht preisgeben.
Schade, dass Sie nicht begreifen oder begreifen wollen. Schon wieder verallgemeinern Sie und sagen “Sie und ihresgleichen”. Das ist schon deshalb Nonsens, weil mir gar nicht so viele von “meinesgleichen” einfallen, die ihre Arbeit derart öffentlich machen, auf Kritik eingehen, Fehler korrigieren und oft genug die Umstände ihrer Arbeit/Recherchen schildern. Präzise betrachtet fällt mir in dem Fachgebiet, um das es hier geht, gar niemand anders ein. Aber ich lasse mich gern korrigieren, natürlich.
Und gerade deshalb mache ich ausnahmsweise mal durch Nörgelei oder wie immer Sie es nennen wollen darauf aufmerksam, dass dieses Blog weder ein Ableger des Spiegel, noch der SZ, noch von Werner Franke Production (erfundene Firma) ist. Ich frage mich, ob das so schwer zu verstehen ist.
Lieber JW,
glauben Sie mir,ich will es begreifen.Wenn ich eine Theorie habe,werde ich sie Ihnen sofort mitteilen.Ansonsten bestehe ich darauf, in einigen Fragen eine EIGENE Meinung zu haben,oder geht das schon wieder los?
Ich bin halt gegen Ulle-Bashing,weil mir das zu persönlich ist.Ich kann nichts für meine Erziehung.
Ralf,
als ich das Faksimilie las bei sportspool,fiel mir nur auf,dass die BKA Aktenbesitzer bisher nicht die Protokolle des DNA Abgleichs und ihrer Untersuchung auf Doping veröffentlichten.Warum?
@ Walter:
So langsam wird’s wirklich albern. Sobald neue Fakten auftauchen, sprechen Sie von “Ulle-Bashing” und altbekanntem kaltem Kaffee. Und nun würde Sie diese Uralt-Geschichte, die das BKA längst bestätigt hat, noch interessieren?
Dann schreiben Sie doch an Fred Kowasch, daß Sie genau diese Seiten sehen möchten!
Ralf,
die Mühe kann ich mir wohl sparen,wenns diese Seiten gäbe,hätten sie im Spiegel doch wohl ganz oben gestanden und nicht seine Einahmen.
@ Walter:
Sie scheinen tatsächlich beratungsresistent zu sein. Selbst im Spiegel war haarklein beschrieben, wie der DNA-Abgleich vonstatten ging. Was soll denn bitte an Laborprotokollen interessant sein, deren Resultat eh jeder längst kennt? Je DIN A4-Seite in etwa ein Wort? Positiv oder negativ? Das hätte die Spiegel-Leser sicher brennend interessiert…
Ralf,
ich bin keinesfalls beratungsresistent, nur glaube ich nur der Akte,die ich selbst komplett gelesen habe.Bitte nicht aufregen.
Es wird sich doch bei den 2219 Seiten ein Zettel finden,wo die Decknamen zugeordnet sind per DNA Übereinstimmung und Anzahl der Beutel?
Eigentlich will ich nur medizinisch wissen,wie und in welchen Zeitraum einem Menschen das gesamte Blut(4,5l) abgezapft wurde.
Endlich wird’s konkreter…
Das Abzapfen von 4.5 l Blut kann ich mir bei 24 Madrid-Besuchen noch halbwegs vorstellen. Ich frage mich allerdings auch, wo da der Sinn ist. Man wird ja nicht unbegrenzt Blut reinfundieren können!? Hätte Herr Ullrich die 4.5 l in seiner restlichen Karriere überhaupt noch aufbrauchen können?
Aufbrauchen.. naja.. Halloween?
Bekanntlich führt jeder Verbrecher für den Fall der Ergreifung ein lückenlos notariell beglaubigtes Tagebuch.
Gott schütze uns vor dem Tag, an dem ein Verdächtiger dieses nicht mehr findet. Die Strafjustiz wäre am Ende.
24 Madrid Besuche? Da lese ich nur 6 plus einen Vorbeiflug.Und diese Termine liegen nicht so,dass man da 7x Blut abnehmen kann,ohne ihn an die Herz-Lungenmaschine anschließen zu müssen und er sofort Training und Wettkampf einstellen müßte.
Wenn das BKA davon ausging,dass die Decknamen stimmen,haben sie die doch auch zugeordnet und zu Papier gebracht? Immerhin haben sie für eine Staatsanwaltschaft gearbeitet,die eine Klage vorbereitete?
Wenn Sie die “24 Termine Ullrichs in Madrid” anzweifeln, bei denen es sich ja “nur” um die nachgewiesenen handelt, dann brauchen wir nicht weiterzudiskutieren. Schade um die Zeit!
@ Herbert und Walter
Köstlich, amüsant, teils bitter, aber lesenswert.
Schade das Sie hier beide auf verlorenem Posten stehen. Auch ich habe meine Verwunderung über die ewige Jan-Ullrich-Hatz hier kundgetan (allerdings sind meine Kommentare in einem anderen Thread: http://jensweinreich.de/?p=5815).
Aber so ist es numal: Wenn man anderer Meinung ist und auf Unzulänglichkeiten im dt. Journalismus hinweist hat man einen schweren stand.
@FoxxyBrown1111
Schön, jemanden zu lesen, der sich nicht von der herrschenden sportive correctness, sondern von sportsmenship, die uns ja von Tieren unterscheiden soll,leiten läßt.
Ja, sicher, oft stellt man sich die Frage, weshalb Verfechter anderer Auffassungen zum Don Quijote nebst Sancho Pansa gelabelt werden, ohne sich mit ihren Einwürfen inhaltlich zu beschäftigen. Aber das ist wahrscheinlich die fortwährende Crux für alle neben dem mainstream.
Die Antwort auf die Frage, weshalb man sich mit denen nicht “einläßt”, ist simpel und mitunter schmerzlich, zerstört sie doch den naiven Glauben an die Möglichkeit der Meinungsvielfalt auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel. Der kritische, selbstbestimmte, dem Sport verbundene Bürger scheint wenig gefragt.
Die Frage, ob solch eine Methode der Wahrheitsfindung einfach, intelligent, subtil oder gar durch Zwänge determiniert ist, konnte ich mir noch nicht beantworten.
In der Zeit der endlosen Diskussionen, Evaluierungen, Erkundungen des Weges zum sauberen Sport kann man sich mit Meinungen, wie auch Sie vertreten, zwar als Teil der ehrlichen Auseinandersetzung fühlen, sieht sich aber permanent mit dem Argwohn der Unterwanderung der einzig wahren Bemühungen um einem sauberen Sport konfrontiert.
FoxxyBrown1111, in diesem Sinne – also in meinem natürlich – kann man nur eine Conclusion ziehen: Nur wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.
Zitat: …In der Zeit der endlosen Diskussionen, Evaluierungen, Erkundungen des Weges zum sauberen Sport kann man sich mit Meinungen, wie auch Sie vertreten, zwar als Teil der ehrlichen Auseinandersetzung fühlen…
Nun ja es ist nicht völlig sinnlos, denn in einigen Foren gibt es immer wieder erleuchtende Kommentare von Insidern, Ex-Sportlern und Menschen die sich auch mal auf andere Meinungen einlassen. Es ist dann immer schön zu erfahren das man nicht alleine ist.
Am meisten hat mich überrascht das ein Journalist der offenbar gut recherchiert, ungehindert in den Raum stellt durch Doping sei eine 20%ige Leistungssteigerung zu erzielen. Solch absurde Behauptungen hatte ich bisher nur in Troll-Foren gelesen. Vielleicht führen solche Denkweisen unter den “Meinungsmachern” zur Erkentniss Jan Ullrich hätte es verdient Opfer einer Hexenjagd zu werden, da er ja völlig talentfrei sei. Anders kann ich mir diese Umtriebe nicht erklären. Komischweise haben jedoch Journalisten ihn (völlig zu Recht) zum Fair-Play-Sportler des Jahres 2003 gewählt. So ein Unmensch kann er dann wohl nicht sein. Ich denke die Entäuschung der schreibenden Zunft über die Doping-Enthüllungen führte zu tiefen Hass. Überraschend dabei ist das gerade Berichterstatter eine Ahnung gehabt haben sollten das auch im Sport Betrug kein Einzelfall ist.
@ Fix&Foxi:
cycling4fans.de: Entwicklungskurven von Jahresbestleistungen
Ansonsten empfehle ich Ihnen, mal ein paar Bücher zu lesen…
Danke für den Link,
cycling4fans ist sehr umfangreich, da gibts immer wieder einen “Leckerbissen”…
Walsh, Kimmage, Meutgens, Voet, Winnen u.v.m.; habe ich alle gelesen. Trotzdem vielen Dank. Deshalb kam ich ja auf den Placebo-Effekt (Köchli, Voet, Winnen etc.).
Und diese für Sie:
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_allgemeinmedizin_sportmedizin_doping_1190209794.htm
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32744
http://www.cycling4fans.com/index.php?id=3861
http://news.doccheck.com/de/article/131174-doping-legal-mit-placebo-aufs-treppchen/
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/sportmedizin/?sid=507213
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Heft07808/ArtikelBoening.pdf
Fazit: Na wenn da mal nicht die Schafe dem Schäfer (Dr-Epo-Ferrari sei hier an erster Stelle genannt, der lt. Greg Lemond noch nicht mal simpelste Trainings-Methoden- und Zusammenhänge erklären konnte) folgten. Seit dem Einzug der sog. “Sportmediziner” wurde die vollkommene Trainingslehre des Herrn Köchli (zu Unrecht) in den Hintergrund gedrängt. Denn all die genannten Links bestätigen entweder vollständig den Placebo-Effekt verschiedener Substanzen oder/bzw. konnten den Placebo-Effekt (auch bei Epo) nicht ausschliessen. Leider war der naive Jan Ullrich auch ein Schaf. Er hätte wie Charly Mottet (dopingfrei) erfolgreich fahren können.
@ralf
cycling4fans — die schwimmen doch auch nur mit im
gleichgeschaltetenmainstream!(was wir hier zu hören bekommen, ist doch letztlich die intonation der altbekannten hymne der broders dieser welt, den tapferen einzelkämpfern, die sich als einzige trauen, der in den massenmedien verbreiteten “mainstream-meinung” zu widersprechen und die unbequemen, politisch inkorrekten wahrheiten auszusprechen… — nicht wirklich neu, das)
@ Ralf
Danke für den Link,
cycling4fans ist sehr umfangreich, da gibts immer wieder einen “Leckerbissen”…
Walsh, Kimmage, Meutgens, Voet, Winnen u.v.m.; habe ich alle gelesen. Trotzdem vielen Dank. Deshalb kam ich ja auf den Placebo-Effekt (Köchli, Voet, Winnen etc.).
Und diese für Sie:
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_allgemeinmedizin_sportmedizin_doping_1190209794.htm
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32744
http://www.cycling4fans.com/index.php?id=3861
http://news.doccheck.com/de/article/131174-doping-legal-mit-placebo-aufs-treppchen/
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/sportmedizin/?sid=507213
http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/Heft07808/ArtikelBoening.pdf
Fazit: Na wenn da mal nicht die Schafe dem Schäfer (Dr-Epo-Ferrari sei hier an erster Stelle genannt, der lt. Greg Lemond noch nicht mal simpelste Trainings-Methoden- und Zusammenhänge erklären konnte) folgten. Seit dem Einzug der sog. “Sportmediziner” wurde die vollkommene Trainingslehre des Herrn Köchli (zu Unrecht) in den Hintergrund gedrängt. Denn all die genannten Links bestätigen entweder vollständig den Placebo-Effekt verschiedener Substanzen oder/bzw. konnten den Placebo-Effekt (auch bei Epo) nicht ausschliessen. Leider war der naive Jan Ullrich auch ein Schaf. Er hätte wie Charly Mottet (dopingfrei) erfolgreich fahren können.
Hier gibt es ein ganz interessantes Interview von Paul Kimmage mit Dave Brailsford, dem Direktor einer neu zu formenden englischen Profi-Rad Mannschaft (Team Sky, gesponsort von SKY, dem TV Sender), welches ganz gut die Doping-Problematik des Profiradsports und insbesondere den zwiespältigen Umgang damit ganz gut wiedergibt.
Ralf,
ich bin doch kein domestizierter Spiegelleser, wenn auch in der Überschrift steht er war 24mal in Madrid,lese ich doch den Text und die Grafik,da steht 6mal,2mal gebucht und einmal vorbeigeflogen;-)
Oder hatte ihn Rudi 15mal als Handgepäck dabei?
Wenn das kommt muß man sicherlich noch mehr mitdenken:
Journalismus: Jetzt auch aus Textbausteinen vom Kollege Automat
Oder gibt’s schon den antidoping Stat Monkey;-)
@walter
hast du den text auch zu ende gelesen? gründlich?? ;)
jedenfalls: es gibt in manchen browsern so ein praktisches suchfeature, und wenn du in dem spiegelartikel nach der magischen “24″ suchst, sieht der 2. treffer in etwa so aus:
viel expliziter geht es doch eigentlich nicht mehr, oder? auch wenn an anderen stellen, in anderen zusammenhängen auch noch andere zahlen auftauchen mögen, ändert das doch nichts an der eindeutigkeit des obigen satzes.
cf,
und Fred Apostel war von den “Beweisen” so überrascht,dass er um einen Vergleich gebeten hat und das Verfahren einstellte.
Sehr explizit,die umfangreichen Blutentnahmen bzw. -zuführungen.Das muß man wohl glauben.
Die 24 bezieht sich nicht auf die Grafik?
Ich las 15mal Rudi Pevenage,8mal Ullrich plus einen Zwischenstop.
Wenn nicht, war dann Ullrich 2003 16 mal in Madrid?
Ansonsten ist es doch nicht schlimm,wenn ich es genau wissen will?
Es könnte doch ganz einfach sein,ein Foto von jedem Blutbeutel mit Pseudonym und Entnahmedatum und das passende DNA Protokoll dazu mit Schänzers Kontrolle auf Doping.Da würden sich die Treffen schon ergeben und wären bewiesen,mindestens 9 Beutel waren doch überprüft worden?
@ Walter: Muss mal wieder gesagt werden, wie unerträglich Ihre Rechenkünste sind? Was wollen Sie eigentlich?
Ich denke, es handelt sich um einen besonders starke Form der Dyskalkulie. Eine Art Doping-Dyskalkulie.
Das erste und (glaube ich) bislang letzte Mal, dass ich jemandem eine Dyskalkulie diagnostiziert habe, war übrigens vor einigen Jahren: DOSB-Generaldirektor Vesper. Als ich Vesper das nächste Mal traf, eröffnete er mir, dass er keinesfalls an Dyskalkulie leide, ganz im Gegenteil, er habe sogar Mathematik studiert!
So kann man sich täuschen.
Mein Bericht von der DOSB-MV im Dezember 2006 in Weimar begann übrigens so:
Und, Walter: Bitte lassen Sie es einfach so stehen. Keine neuen Rechenstückchen, bitte.
also… ich versuche mich trotzdem nochmal an einer antwort.
fangen wir mal so an:
tja, grundsätzlich scheint das nichts verwerfliches zu sein. allerdings: bischof williamson zum beispiel will so genau über den holocaust bescheid wissen, dass er bis heute auf dessen wissenschaftlich einwandfreien nachweis wartet. womit ich freilich nur sagen will, dass man sich recht zügig auf das abstellgleis begeben kann, wenn man das genau-wissen-wollen als vehikel benutzt, die mit überragender wahrscheinlichkeit zutreffende variante abzulehnen und auf einer abstrusen nebenvariante zu beharren, solange diese nicht sicher ausgeschlossen werden kann. (der mathematiker bezeichnet mit “fast sicher” übrigens ein mit wahrscheinlichkeit 1 (das sind glatte 100% ;-) eintretendes ereignis.)
um konkret zu werden: hast du schon jemals eine infografik gebastelt? nein? sonst wüsstest du, dass die kunst da oft im weglassen besteht, weil man sonst vor lauter info oft gar nix mehr erkennen würde. so eine grafik ist also ein denkbar ungeeignetes gegenargument gegen die 24 reisen. die süddeutsche hatte damals übrigens zufällig ebenfalls 24 reisen gezählt:
es gibt in den gut 2000 seiten akten also irgendwo eine liste der ullrich-ausflüge nach madrid, spiegel und sz haben nachgezählt und sind beide zu dem schluss gekommen, dass die liste 24 einträge enthält. jetzt kann man sich natürlich hinstellen und sagen, dass ja die möglichkeit bestehe, dass sich beide absichtlich oder unabsichtlich beim zählen in gleicher weise vertan haben. dann ist man mutmaßlich aber entweder paranoid oder ein witzbold — jedenfalls kann man nicht erwarten, damit ernst genommen zu werden. und da ist die zeitliche verteilung der reisen auch erst einmal völlig unerheblich. mal ganz davon abgesehen, dass die diskussion um die 24 ja sowieso ein völlig unerheblicher nebenkriegsschauplatz ist, weil 8 reisen mehr oder weniger am kern des pudels ja auch nichts ändern würden.
zu den blubeuteln nur soviel: so eine dna-analyse ist kein hexenwerk, sondern mittlerweile eine absolute standard-methode. haben wir in der schule sogar mal im bio-unterricht gemacht, und zwar nicht etwa im leistungskurs. und eine speichelprobe kann man tatsächlich ohne weiteres mit allen (neun?) blutkonserven abgleichen. ich würde also nicht sonderlich viel darauf wetten, dass ullrich nur 1 blutbeutel per dna und die anderen alle nach aktenlage zugeordnet wurden.
damit noch fix zum apostel (dem bonner staatsanwalt in sachen ullrich — musste ich erst fix recherchieren) — wie in diesem blog schon an die hundert mal diskutiert, zielt deine polemik hier mit voller wucht ins leere. also, zum 101. mal: die staatsanwaltschaft kann klipp und klar feststellen, dass ullrich doping betrieben hat — und trotzdem das verfahren gegen geldbuße einstellen. aus dem einfachen grund: doping ist gar nicht strafbar. das hat der staatsanwalt also gar nicht zu beurteilen. es ist lediglich ausgangspunkt für die ermittlung möglicher anderweitiger straftaten. ist doch eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen…
ohje…
(hinweis an mich fürs nächste mal: in der kürze…)
@jens
eine rechenschwäche muss sich mit einem mathe-studium gar nicht zwingend ausschließen — wenn man da nicht gerade in numerik macht (und selbst da muss man gar nicht selber rechnen, weil man es ja gerade den rechner machen lässt), kommt man in der höheren mathematik sehr gut ohne zahlen aus ;-)
Jens, das was cf geschrieben hat, kann ich bestätigen: Man muss nicht rechnen können um Mathematik zu studieren, weil man viele Semester lang kaum Zahlen sieht. Dafür lernt man aber noch ein paar Alphabete dazu. ;)
Ich finde, cf hat sich sehr viel Mühe gegeben – und ich danke dafür. Also mir leuchtet das ein.
@Walter
Also, ich spreche Ihnen mal Mut zu. Versetzungsgefährdet sind Sie nicht mehr, da scheinen Sie ja erfolgreich durch zu sein.
Ich kenne Leute, die können keinen Satz geradeaus schreiben und sind Geschäftsführer – und keine schlechten- erfolgreicher Firmen. Also, nur Mut zum Anzweifeln und Nachzählen. Minus mal minus ergibt plus. Außerdem macht es die Gesamtpersönlichkeit.
Alle, die hier schreiben, wissen doch höchstwahrscheinlich, worum es Ihnen und manch anderen geht. Mich stinkt es schon lange an, wie zusammenhanglos und unkomplex, versucht wird, immer auf die gleiche Weise, das Problem um Jan Ullrich zu lösen. Hat man es bisher gelöst ? Nein, man hat es nicht. Weshalb ?
Weil der Weg zur Lösung der falsche ist. Wer keinen Mut – die Intelligenz ist sicher vorhaden -hat, die Komplexität seiner Lösung zu erkennen und zu benenen, kann sich allzu schnell beim Erbsenzählen irren.
Der Skandal um Jan Ullrich ist der größte deutsche Sportskandal nach 1990. Ja, Sportskandal, nicht Dopingskandal. Da kann evtl.nur Dieter Baumann “mithalten”. Zu viele, die den Zugang zur Öffentlichkeit haben, haben sich bisher nicht gewagt, das eigentliche Problem klar anzusprechen. Oder wurde mal offen die Frage besprochen, weshalb die Tour 2006 nicht ausgesetzt wurde und nur zwei bis drei als Sündenböcke herhalten mussten ? Weshalb schweigt der BDR unter Leitung seines Präsidenten noch immer ? Und keinen fällt auf, mal nachzufragen, weshalb der BDR und sein Präsident denn diesbezüglich abgetaucht sind.
Weshalb werden die ca. 2200 BKA-Akten wie der Schatz der Nibelungen sagenumwoben behandelt ? Wenn es sie wirklich gibt, dann hat die Öffentlichkeit ein Recht, sie zu kennen. Oder sind sie etwa so lapidar, dass sich die Öffentlichkeit mit dem Zählen von Madrid-Flügen beschäftigen muss ? Ich war in der gleichen Zeit zweimal in Madrid und habe auch nicht Fuentes getroffen. Habe ich da etwa etwas falsch gemacht ?
Weshalb veröffentlicht der Spiegel keine Leserbriefe zu seinem inszenierten Ulle-Sündenfall ? War das nicht im Drehbuch vorgesehen oder ist man zu feige ? Fragen, die auch diesmal ignoriert werden.
Es geht doch bei Jan Ullrich schon lange nicht mehr um Doping. Die Sache ist so komplex und verfahren, dass er wahrscheinlich tatsächlich nicht sprechen kan, ohne … Alles wird auf ihn abgeladen. Er ist zu bewundern, wie er das durchsteht. Andere in seiner Situation ? Aber lassen wir das.
So lange wir uns zu keiner ehrlichen, umfassenden Diskussion zu Doping durchringen können, so lange werden wir es ertragen müssen, dass es sehr konträre Meinungen gibt. Diese verhindern zu wollen, ist mit der Arbeit des Sysiphus gleichzusetzen.
Ja, gut, Walter, eigentlich wollte ich Ihnen einfach nur Mut machen, auch wenn sie sich verzählt haben sollten. Mut zum Widerspruch gegen die Meinung des Mainstreams.
Wenn wir Jan Ullrich etwas schuldig sind, dann diese: Nicht alles hinnehmen, was da so geschrieben wird. Der Versuch zur totalen Demontage des Sportlers und Menschen Jan Ullrich ist zwar juristisch nicht strafbar, aber menschlich total verwerflich.
Na gut, warten wir den Mittwoch ab, wenn die Mühlen wieder auf vollen Touren laufen werden.
Noch einer, der nicht zählen kann?
Tatsächlich wurden 9 Fahrer von der Tour 2006 ausgeschlossen. Da das Team von Astana-Würth infolgedessen zu klein für einen Start war, waren es effektiv sogar noch mehr. Mehr haben die Puerto-Akten zum damaligen Zeitpunkt eben nicht hergegeben. Ich hätte Sie hören wollen, wenn man einfach “willkürlich” weitere Fahrer ausgeschlossen hätte…
Und das folgende meinen Sie doch hoffentlich nicht ernst:
Schon mal überlegt, warum hier große Teile geschwärzt sind?
Ich danke auch allen,für die Unterstützung und für die Hilfe zur Überwindung meiner Dyskalkulie.
cf,der Bischof ist aber hart als Vergleich.
Um das Problem “24″ abzuschließen,gehe ich also davon aus,dass in die Grafik nur die 15 Buchungen von Pevenage und 8 von Ullrich reinpassten plus ein Vorbeiflug im Text erwähnt.
War also eine Auszugsgrafik.
“Der Teich war im Durchschnitt nur 10cm tief,trotzdem ist die Kuh ersoffen”
Ist auch Mathematik;-)
Wie ihr oben lesen könnt,ging es mir nie um die 24 Flüge.Ich hatte wieder einmal ein Problem mit einem plausiblen Anwendungsscenario bzgl. der 4,5Liter Blut.Diese gehen mir seit drei Jahren auf den Geist und ich freute mich schon,dass sich Ralf auch wunderte(dann kamen die 24).
@ Herbert:
Ein weiterer Gedanke hierzu:
Wieso “verteufeln” Sie dann eigentlich SPIEGEL, SZ, ARD & Co., die genau dieser Chronistenpflicht nachkommen?
@walter
so ein vergleich soll ja schließlich der veranschaulichung dienen. ich möchte dich auch nicht in die geistige nähe von williamson rücken, sondern eben nur aufzeigen, dass eine vermeintlich harmlose aussage wie “ich will aber erst genau bescheid wissen (eh ich es glaube)” einen sehr zwiespältigen kern hat und es vielleicht keine so gute idee ist, sich darauf zurückzuziehen.
was ullrichs blutkonserven angeht, muss ich sagen, dass mich als medizinischen laien die frage nach möglichen anwendungsszenarien nicht wirklich beschäftigt. das kann ich einfach nicht beurteilen (und habe keine lust/zeit mich so ins thema einzuabeiten, dass ich es vielleicht könnte). es ist halt einfach mal fakt (wenn man mal die möglichkeit einer von ganz oben gesteuerten verschwörung des bka gegen ullrich dezent beiseite lässt), dass ullrich die 4,5l bei fuentes eingelagert hatte. und dass er dem herrn sehr viel geld (dafür) gegeben hat. da spricht doch einfach nichts dafür, dass das nicht im zusammenhang mit “verbotenen methoden” steht, oder? danach kann man sich dann meinetwegen wundern und munter fachsimpeln, was ullrich mit dieser stattlichen menge im schilde führte. aber bitte ohne die auf dem tisch liegenden fakten wieder in frage zu stellen.
Ja, wahrscheinlich sind “wir”, wie Herbert meinte, das Ulle schuldig, uns zu “wundern”, wenn wir uns schon nicht einarbeiten wollen in die vermutlich im Profiradsport ausgesprochen zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten von 4,5 Liter Blut, die bei einem Dopungarzt gelagert werden.
Und Ulle ermöglicht uns das Wundern, s. o., mit bewundernswertem Durchstehvermögen … Würde er uns nämlich aufklären, dann wüssten wir vermutlich noch viel weniger über “das System”, das Walter oder Herbert (zu Recht und regelmäßig) auch verantwortlich machen.
Sorry, aber ich kann keine andere als diese verquere Logik in der Argumentation der beiden Ullrich-Freunde und “System”-Gegner erkennen. Gebe aber zu, dass ich es durchaus schätze, eine solche Logik hier live geboten zu bekommen.
@Ralf
Tut mir leid. Es ist aber immer das gleiche Szenario: An gewissenen Tabus wird nicht gerüttelt,( siehe meine Fragen !)obwohl Sie es sicher könnten. Sehr schade !
Als ich begann, mich aus vielerlei Gründen mit den Höhen und Tiefen ,und auch mit den Abgründen des Radsports der Neuzeit näher zu befassen, kam mir 2006 eine Abhandlung von Ralf Meutgen zuhilfe. Deren Ausgewogenheit und Sachlichkeit haben mich damals sehr beeindruckt. Leider habe ich so etwas lange schon nicht mehr lesen können. Ich korrigiere mich insofern, dass der Kommentar von Fred Kowasch zum Freiburger Bericht auch beachtliche Elemente von Ausgewogenheit enthielt.
Unter Chronistenpflicht verstehen wir wahrscheinlich Unterschiedliches. Ich meine, es sei die Pflicht zur objektiven Information der Öffentlichkeit. Alle von Ihnen aufgeführten Medien braten doch zu sehr ihren eigenen Storch als dass sie objektiv – soweit man überhaupt kann, verstehe ja sogar ich – berichten. Und der Spiegel hat sich letztens ja mit seiner Objektivität geradezu verdient gemacht.
Im Übrigen, ich kenne die BKA-Akten nur aus den sporadisch unterbreiteten Ausschnitten. Das Privileg einer vollständigen Lektüre hatte sicher nur ein ausgewählter Kreis.
Und aufgrund von Fragmenten, die beliebig und sicher nicht ohne Eigennutz zugänglich gemacht werden, da kann sich nur der ein Urteil bilden, der schon eins hat.
@ha
Über “verquere Logik” kann man nur diskutieren, wenn man deren Vertreter auch als vollwertige Gesprächspartner akzeptiert.
Aber gut, da ist halt die kulturelle Erfahrung unterschiedlich.
@ Herbert:
Welche Tabus? Die meisten Ihrer Fragen (“siehe meine Fragen!”) waren doch inhaltlich falsch oder zumindest widersprüchlich!?
@Ralf
Ja, ja, immer diese inhaltlich falschen Fragen. ;)
So kann man auch die Diskussion beenden.
Manchmal sind Ihre Beiträge sehr informativ und manchmals geizen Sie sogar mit Ihrer Meinung. Das muss aber kein Widerspruch sein, sondern sind lediglich zwei Seiten der gleichen Münze.
Lieber Herbert, erst einmal vielen Dank zur willkommenen Auflockerung meines Feierabends.
Aber Du würdest mir einen großen Gefallen tun, wenn Du den “größten deutschen Sportskandal nach 1990″ auch noch genau bezeichnen würdest. Das ergibt sich für mich nämlich aus den Ausführungen nicht. Also: was genau wirfst Du wem vor wann getan oder nicht getan zu haben?
Storchbratend der Aufklärung harrend
sternburg
p.s.: Aber sei doch bitte so nett, und kleide deine Antwort in ein eindeutiges Werturteil (also z.B.: “Ich habe keinerlei hier vorbringbare Anhaltspunkte dafür dass (…), aber nach diesen Indizien (…) könnte ich mir ganz persönlich vorstellen dass (…)”; und nicht bspw.: “Es war so (…)” – Tatsachenbehauptung). Denn es wäre schade, wenn der Hausherr aus Angst vor neuerlichem Ärger den Eintrag löscht, bevor ich ihn sehe. Danke schön.
p.ps.: Ich könnte mir vorstellen, dass es sich um _eine_ Akte mit 2200 Seiten handelt.
@ Herbert:
Da unsere Diskussion sinnlos scheint, wäre es sicher am besten, diese zu beenden. Ich kann’s aber nicht lassen. Welche Tabus meinen Sie? Ich habe Sie nicht verstanden!
Sollen wir etwa diskutieren, warum Ihr SPIEGEL-Leserbrief nicht veröffentlicht wurde (Ich vermute mal, die letzte SPIEGEL-Seite war bereits ausgebucht.)? Oder die Frage, warum Sie vom SPIEGEL lediglich mit ein paar Auszügen aus den BKA-Akten abgespeist wurden, anstatt mit einem 2000-seitigen Sonderheft versorgt zu werden? Oder beschäftigt Sie die Frage, warum sämtliche Kunden von Humanplasma und Uniklinik Freiburg noch an der Tour 2006 teilnehmen durften? Oder etwa die Frage, warum gewisse Fahrer 2006 von ihren Teams aus dem Rennen genommen wurden, während z.B. ein Herr Klöden trotz … bis heute im Sattel sitzt? Oder vielleicht die Frage, warum Herr Scharping zu den Fällen Steinmeier, Schulz etc. pp. genauso schweigt wie zum Fall U.?
Das Mainstream-Argument kann ich übrigens so langsam auch nicht mehr hören. Fragen Sie doch mal Leute wie Treutlein, Berendonk, Seppelt und andere, wieviel Unterstützung diese über die Jahrzehnte so hatten? Solchen Leuten das Verbreiten von Mainstream-Meinungen zu unterstellen, ist schon fast aberwitzig…
biciciclismo.com: Nota oficial de la Guardia Civil sobre la Operación Grial: 11 detenidos
@Ralf
Keine Angst, ich verdrücke mich nicht. Allerdings habe ich dato zu wenig Zeit, um am Ball zu bleiben. Über die von mir angenommenen Tabus im Falle Ullrich würde ich mich gern mal austauschen. Gesetz dem Fall es kommt überhaupt zum Austausch und ich bekomme nicht schon vorher ein dezentes RSC von Ihnen. Also wenn die Gesprächsbedingungen stimmen, komme ich in Kürze gern darauf zurück.
Wir haben ja noch Zeit, in der Schweiz wird ja auch schon wieder zwei Monate an der Causa Ullrich gebastelt (wenn überhaupt).
@Ralf
Tut mir Leid. Meine Beiträge unterliegen wahrscheinlich der vorherigen Prüfung. Ich kann sie nicht lesen.
Ehre, wem Ehre gebührt!
janullrich.de: Letterbox
@Ralf
Der Überschaubarkeit halber und in der Erwartung, überhaupt ins Gespräch zu kommen, hier meine Auffassung, weshalb es imho zu viele offene Fragen im Zusammenhang mit der so genannten Causa Ullrich gibt, die den Verdacht der Tabuisierung der Hintergründe nähren:
Weshalb hat man sich bei der Auseinandersetzung mit dem Fuentesskandal vor allem auf Jan Ullrich, sowohl national als auch international konzentriert, obwohl bekannt ist, dass darin über 200 andere Sportler und vor allem auch andere Sportarten verwickelt sind ?
Weshalb wurde hingenommen, dass damit der Grundsatz der Gleichbehandlung gröblichst verletzt werden konnte ?
(Dazu siehe auch die Meinung von Henner am 26. November 2009 – 00:43 -)
Weshalb haben sich unbeteiligte Dritte, zumindest persönlich nicht Betroffene, wie Frau Bannenberg und Herr Franke intensiv und anhaltend juristisch um eine Verurteilung von Jan Ullrich bemüht ?
Mir ist aus anderen Ländern ein derartiges “Engagement” Dritter nicht bekannt.
Wer hatte Interesse und warum, dass in Deutschland der Fuentesskandal zu einem Fall des Jan Ullrich kolportiert wurde ?
Im folgenden noch einmal ein paar Angaben, die meine großen Zweifel an der nationalen und internationalen Lauterkeit in der Aufklärung des Fuentesfall und meinen Vorwurf, Jan Ullrich und u.a. sein deutscher Kollege Jörg Jaksche wurden und werden stellvertretend – und im Fall von Ullrich weit über den Dopingverdacht hinaus – als die Inkarnation des Regelverstoßes schlechthin behandelt, bestätigen:
Seit der Festnahme von Eufemiano Fuentes und dem Schwergewicht des internationalen Radsports Manolo Saiz durch die spanische Polizei am 23. Mai 2006 sind 58 Radprofis der Spitzenklasse in den Patienten-Daten des Dr. Fuentes identifiziert worden. Unter ihnen Jan Ullrich, Ivan Basso, Jörg Jaksche, Oscar Sevilla, Joseba Beloki, Roberto Heras, Fransisco Mancebo, Dennis Menchov, Santiago Botero, Tyler Hamilton, Alejandro Valverde und Alberto Contador. Aus unerklärlichen Gründen wurde die Nachricht über 150 weitere in den Skandal verwickelte Sportler aus anderen Sportarten wie Tennis, Leichtathletik und Fußball zwar verbreitet, jedoch nicht weiter verfolgt.
Einige bei Fuentes beschlagnahmte Blutkonserven konnten nach DNA-Tests im April 2007 eindeutig Jan Ullrich zugeordnet werden. Namen von Athleten anderer Sportarten wurde bisher nicht veröffentlicht, obwohl nach Annnahme von Pat McQuaid, Präsident des Welt-Radsportverbandes UCI, das Dopingnetzwerk nicht nur für Radsportler existiert hat. McQuaids Vermutungen werden durch Aussagen des ehemaligen Radprofis und geständigen Dopingtäters Jesus Manzano unterstützt, der im ZDF am 25. September 2006 behauptete, einen spanischer Fußball-Nationalspieler , Leichtathleten wie die ehemaligen Marathon-Weltmeister Abel Anton und Martin Fiz, den ehemaligen 5000-m-Weltmeister Alberto Garcia und den ehemaligen 1500-m-Weltmeister Reyez Estevez bei Fuentes gesehen zu haben. Der Polizeireporter von El Pais, der in der gleichen Sendung des ZDF zitiert wird, teilte mit, dass die zweite Phase der Ermittlungen der spanischen Polizei beginnen und sich hauptsächlich auf den Fußball und die Leichtathletik konzentrieren werde.
Fuentes selbst erklärte am 7.Dezember 2006, dass man ihn mit dem Tod gedroht habe, sollte er bestimmte Dinge aussprechen. Er teilte mit, dass er für Vereine der ersten und zweiten spanischen Fußballliga gearbeitet habe und auch Leichtathleten, Tennisspieler, Handballer und Boxer als Patienten hatte. Dass er Dopingmittel verabreicht habe, bestritt er nicht.
In der Zwischenzeit sind weitere Radsportler, jedoch keine Sportler aus anderen Sportarten in den Kreis der Verdächtigen getreten.
Nachdem die Guardia Civil in einem Madrider Speziallabor Blutkonserven und Dopingmittel wie EPO, Wachstumshormone, Anabolika und Steroide sowie Unterlagen zu den verdächtigten Fahrern sicher gestellt hatte, übergab sie einen ausführlichen Bericht mit der namentlichen Auflistung der Sportler, der so genannten Fuentesliste, und den vorliegenden Indizien an den spanischen Sportminister.
Und dann begann eine in den einzelnen Ländern aufgrund der differenzierten Rechtssprechung extrem unterschiedliche und ungleiche Behandlung der gelisteten Fahrer.
In Spanien werden nach Entscheidung des zuständigen Untersuchungsrichters Antonio Serrano am 12. März 2007 die Ermittlungen gegen Fuentes eingestellt und zu den Akten gelegt. Der Grund sei, dass es zum damaligen strafrechtlich relevanten Zeitpunkt noch kein spanisches Anti-Doping-Gesetz gab und daher kein gesetzlicher Verstoß vorliege. Nur bei negativen gesundheitlichen Folgen der Doping-Praktiken hätte eine strafrechtliche Verfolgung begründet werden können, was allerdings hier nicht der Fall sei.
Es verdichtet sich der Eindruck, dass Richter Serrano auf Einfluss „von ganz oben“ handelte. Spätestens als Fuentes einen Reporter der französischen Le Monde auftischte, er habe auch Fußballer von Real Madrid und Barcelona zu seiner Klientel gezählt, wurde die Zurückhaltung der spanischen Justiz sichtbar. Dass vor allem Real Einfluss auch in Regierungskreisen hat, könnte erklären, warum die spanische Justiz Fuentes offenbar aus der Schusslinie nahm.
Ausgezahlt hat sich die spanische Omertà für Spanien. Alberto Contador gewann zum zweiten Mal in diesem Jahr die Tour de France, die Platzierugen spanischer Fahrer sind mehr als beachtungswert.
In Deutschland dagegen wird Jan Ullrich weiter in der Öffentlichkeit demontiert. Jörg Jaksche stellte sich der Weltantidopingagentur WADA, dem Radsport-Weltverband UCI und der Justiz als Kronzeuge zur Verfügung.
Er hatte u.a. eingeräumt, vom Mediziner Dr. Markus Choina aus der Thüringer Helios-Klinik in Bleicherode präpariertes Eigenblut bei der Tour de France 2005 zugeführt bekommen zu haben. Die mit den Ermittlungen gegen Marcelo Choina wegen „ Verstoßes gegen Paragraph 95, Absatz 1, Nummer 2a “ des Arzneimittelgesetzes seit August 2006 betraute Staatsanwaltschaft in Göttingen hat nach meiner Erinnerung noch kein abschließendes Ermittlungsergebnis präsentiert.
Neben den bisher bekannten 58 verdächtigten Radprofis, sollen laut Gazetta dello Sport weitere 49 Radsportler in die Fuentes-Affäre verwickelt sein.
Nachdem die UCI-Anwälte Zugang zu den 6000 Seiten der spanischen Ermittlungsakten erhalten haben, die weitere Namen von Sportlern enthalten sollen, wollte der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Sepp Blatter, diese Akten ebenfalls sichten lassen.
Mit Alberto Contador gewinnt ein Radsportler die Tour de France 2007 und 2009, der sich 2006 auf der Fuentes-Liste unter dem Kürzel “AC“ befand, und dessen Name später – auf bisher ungeklärte Weise- von der Liste der Verdächtigen verschwand.
Die Drahtzieher, Hintermänner und Profiteure des größten bislang aufgedeckten Dopingrings im internationalen Radsport haben wenig zu befürchten. Der Vorwurf, der Fuentes und dessen Komplizen zur Last gelegt wird, lautete Angriff auf die öffentliche Gesundheit. Renommierte Ärzte wie der Hämatologe Fernando Hernandez wiesen jedoch darauf hin, dass medizinisch betrachtet das Doping mit Eigenblut harmlos und praktisch ohne Risiken ist.
Der Mediziner Fuentes meldete sich vier Monate nach Einstellung des Verfahrens bei einem Vortrag über modernes Sportmanagement an einer staatlichen spanischen Universität erstmals wieder zu Wort. Mit den meisten seiner Behandlungen in 30 Berufsjahren sei er zufrieden. Keiner seiner Patienten habe sich danach über gesundheitliche Probleme beschwert. Doping trage dazu bei, die Erschöpfung der Sportler zu mildern und ihre Leistung zu verbessern. Gedopt werde in vielen Sportarten. Im Radsport werde allerdings mehr kontrolliert.
In der Zwischenzeit hat die spanische Justiz den Fall wieder aufgenommen.
Jedoch scheint alles gesagt. Im sporthistorischen Gedächtnis der Öffentlichkeit ist eingeschrieben, wird durch bestimmte Nachrichten regelmäßig “aufgefrischt” und bleibt allerdings abschließend weiter unbewiesen : Jan Ullrich hat mit Eigenblut gedopt.
Wenn da für den gesunden Menschenverstand nicht der Verdacht entsteht, was soll denn eigentlich auf Kosten weniger Sportler verschwiegen werden ?
@herbert: Und was ist mit meiner Frage? Ich werde hier wieder geschnitten…
@jw: Wäre dies meine Site (zum glück ist sie es nicht) würde ich persönlich in Herberts letzten Kommentar den Satz “Mit Alberto Contador gewinnt ein Radsportler die Tour de France 2007 und 2009, der sich 2006 auf der Fuentes-Liste unter dem Kürzel “AC“ befand, und dessen Name später – auf bisher ungeklärte Weise- von der Liste der Verdächtigen verschwand.” in “… befunden haben soll/ m. Meinung nach befunden haben könnte …” o.ä. ändern.
Du weißt was ich meine und kannst eher als ich beurteilen, ob das eigentlich nötig ist.
Bitte alle Anwesenden für die Anmaßung um Entschuldigung.
@ sternburg: Verstehe ich Dich richtig, meinst Du etwa, Herbert misst mit zweierlei Maß und nicht wir, wie er anderen immer wieder pauschal vorwirft? Meinst Du, er behandelt AC kritischer und härter als JU bzw. “die so genannte Causa Ullrich”? Das wäre doch “im Sinne der Gleichbehandlung” nicht in Ordnung, oder?
@jens
ich glaube eher, sternburg wollte einfach darauf hinaus, dass die formulierung “befand sich” juristisch eine tatsachenbehauptung darstellt, die zu beweisen dir im zweifelsfall schwer fallen dürfte, weswegen herr contador, würde er deutsche blogs lesen, theoretisch auf den juristischen pudding hauen könnte.
das mit der umformulierung war daher wohl eher ein ganz wörtlich gemeinter editier-tip.
So siehts aus (@cf).
@ cf, sternburg: Weiß ich, aber meine Fragen machten total Sinn!
@ Jens
Sie picken sich lediglich ein evtl.Problem heraus, geben mir den obligaten dezenten persönlichen Schubser und lassen die aufgeführten Fragen untergehen. Soll ich mich etwa dazu äußern ?
Außerdem – das ist ja lachhaft – habe ich hier noch niemanden zweierlei Mass vorgeworfen.
Ich dachte allerdings, man könnte inhaltlich über das Problem der Tabus rund um den Ulle-Fall reden. Daher habe ich es auch etwas ausführlicher beschrieben. Scheint nicht der Fall.
Ich habe nicht die Möglichkeit und das Recht, es zu ändern. Allerdings vorführen lasse ich mich auch ungern.
Und ich wiederhole mich: Es führen verschiedene Wege nach Rom. Andere und auch ich möchten einen anderen als Sie gehen.
Sie sollten es mich wissen lassen, wenn Sie meine Meinung hier nicht lesen möchten. Vielleicht stört es nur die Profis. Habe das Schild am Eingang nicht gelesen. Sorry.
Ich wünsche Ihnen dann noch einen schönen Tag und sage es Ihnen bei Gelegenheit noch einmal persönlich.
@Sternburg
Welche Frage habe ich Ihnen nicht beantwortet ?
Herbert, ich habe es hundert Mal gesagt:
1) Es gibt kein Tabu. Pure Verschwörungstheorie, die für gesteuerten Journalismus in Nordkorea zutreffen könnte (haben die überhaupt Journalisten?), aber nicht für alles in allem doch noch freie Medien in dieser Region des Planeten. Sie behaupten diesen Nonsens immer wieder, immer wieder, immer wieder. So wie Walter. Richten Sie doch Ihre Fragen bitte an die betreffenden Medien und Journalisten. (Zum wievielten Male empfehle ich das?)
2) Ihre Unterstellung, das Blog sei “nur für Profis” gedacht sind haltlos, unsinnig und sonstnochwas. Einfach störend und falsch. Hören Sie? Sie operieren mit FALSCHEN Behauptungen.
3) Es bringt nichts, sich jetzt beleidigt in die Ecke zu stellen und eine Opferrolle einzunehmen. Mir vorzuwerfen, in meinem eigenen Blog, in das ich Monate Arbeit und Freizeit investiert habe, in dem ich Diskussionen eröffne, um Diskussionen – um AUSTAUSCH auf Grundlage der Anerkennung oder wenigstens der Kenntnisnahme gewisser Basics – bitte, teilweise exklusive Dokumente einfach so veröffentliche, weil ich an diese Art des Journalismus glaube und absolut davon überzeugt ist, dass dies der richtige Weg ist, würde ich andere Meinungen nicht dulden (vielleicht sogar zensieren?), ist … mir fehlen die Worte.
Auch andere haben Ihnen und Walter in den vergangenen Tagen und Wochen in ganz unterschiedlicher Weise – dezent bis deutlich – klar gemacht, dass Sie sich selbst isolieren, indem Sie zum Beispiel nur das anerkennen, was Sie sehen wollen.
So wie Sie hier agieren, agieren gewöhnlich Trolle. Tut mir leid, Ihnen das zu sagen, aber im Moment stehlen Sie mir nur Nerven und Zeit, wenn ich immer wieder auf derlei unsinnige Behauptungen und Konstrukte eingehe. Das war nicht immer so, ich finde das wirklich schade. Aber wenn Sie nicht anders können, dann sollten Sie Ihre falschen Verdächtigungen/Unterstellungen/Verschwörungstheorien vielleicht auf einem eigenen Blog loswerden. Hatte ich Ihnen auch schon desöfteren vorgeschlagen.
Sie und Walter machen es mir wirklich schwer. Ist das Ihr Ziel, darauf hinzuschreiben, dass ich Ihre Elaborate nicht mehr veröffentliche (nicht mehr veröffentlichen darf, weil es mitunter auch juristische sehr heikel ist, was ich ebenfalls bereits früher zum Ausdruck brachte)?
4) Kann mir vielleicht mal jemand anderes erklären, was hier los ist, was ich machen soll? Kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein, schon wieder eine halbe Stunde wertvoller Zeit verplempert zu haben – ohne jeglichen Erkenntnisgewinn, ohne Spaß an der Sache.
Vorschlag an Herbert,
werden Sie erstens spanischer Staatsbürger, damit Sie zweitens Regierung und Justiz in Madrid verklagen können.
Das ist kein Witz, sondern ernst gemeint. Denn glauben Sie wirklich, irgendjemandem hier gefällt es, wie die Spanier mit den Fuentes-Akten und ihren darin genannten Athleten umgehen?
Darüber gibt es doch hier überhaupt keinen Dissens, auch nicht dazu, das die viel zitierten “Hintermänner” viel zu oft ungeschoren davon kommen. Sie sind nur mit Ihren Forderungen an deutsche Journalisten oder an dieses Blog an der falschen Adresse – und Ihre Schlussfolgerung teilen nicht alle. Ich lese aus Ihren Darlegungen nämlich nicht, was Sie “Weg” nennen, sondern nur immer: Lasst Ulle in Ruhe! Übersetzung: Macht es wie die Spanier.
Gerade die Anzeige von Britta Bannenberg aber hat ans Licht gebracht, dass die Telekom sich nicht betrogen fühlte. Zuletzt, mit den BKA-Akten, hat eine 250.000 Euro-Zahlung die Frage aufgeworfen, ob sie Schweigegeld gezahlt hat. Sagt Ihnen das nichts übers System?
jw,
as always: kann Dir nichts erklären ;-)
Voilà, Herr Sixtus macht das mal eben.
@ Herbert:
Vielleicht wäre eine Möglichkeit, daß Sie mal versuchen, Ihre “Thesen” auf den Punkt zu bringen. Bei Ihren endlosen Romanen weiß ich kaum, wo ich mit dem Widerspruch anfangen soll. Meistens picke ich aus Zeitgründen nur einzelne Punkte heraus, was Sie dann jeweils wieder stört. So werden wir also kaum weiter kommen.
Als zentrale These lese ich aus Ihrem Beitrag heraus, daß Jan Ullrich als einziger für den Fuentes-Skandal büßen mußte. Abgesehen davon, daß ich bis heute auf seinen lebenslangen Ausschluß vom organisierten Radsport warte, ist dies schlicht und ergreifend falsch. Während das Schweizer Verfahren bis heute leider immer noch nicht zum Abschluß gekommen ist, haben Österreich, Italien und Australien zumindest versucht, alle ihre in die Affäre verwickelten Sportler zu sperren. Bei Caruso und Davis scheinen die Beweise jedoch leider nicht ausgereicht zu haben.
Daß in Spanien, Luxemburg und anderswo wenig bis gar nichts passiert ist, gefällt hier niemandem, falls Sie das glauben sollten (Vielleicht sogar der Hauptgrund für mich, den Radsport nicht mehr zu verfolgen?). Gerade die von Ihnen viel geschmähte SZ versucht inzwischen schon seit mehreren Jahren, die Verantwortlichen in den entsprechenden Ländern durch immer wieder neue Enthüllungen zum Handeln zu zwingen. (Vielleicht bringt das Valverde-Verfahren vor dem CAS die ganze Sache nochmal weiter?)
Zum Abschluß noch ein paar Gedanken hierzu:
Zunächst sollten Sie zur Kenntnis nehmen, daß der Rechtsstreit mit Herrn Franke durch Herrn Ullrich selbst vom Zaun gebrochen wurde, der Herrn Franke eine öffentliche Äußerung untersagen wollte. Frau Bannenberg hatte aus meiner Sicht ein rein wissenschaftliches Interesse in der Frage, inwieweit bestehende Gesetze gegen Sportbetrüger Anwendung finden könnten. Für die Erkenntnis, daß wir mit den derzeitigen Gesetzen Sportbetrügern mehr oder weniger schutzlos “ausgeliefert” sind, bin ich ihr dankbar.
@Ralf
Da meine Antwort kürzlich im Nirvana verschwand, war ich lange nicht gelaunt,sie zu rekonstruieren. Aber jetzt bin ich doch “schwach” geworden und versuche es noch einmal.
Da ich meiner Selbsteinschätzung folgend, weder ein Troll, noch ein ahnungsloser Sportgegeisterter bin, sehe ich mich einfach in der Pflicht,den Gedankenaustausch nicht einseitig zu unterbrechen.
Habe ich früher “Blutgrätschen” und verdeckte Fouls ausgehalten, kann ich doch heute mit offenen und versteckten, dezent oder nicht, Hinweisen zur Haus- und Geschäftsordnung umgehen.
Ja, aber noch mal zum Problem:
Die Beweislage gegen Jan Ullrich und für kontinuierliches Doping ist nicht eineindeutig und vor allem scheinbar nicht ausreichend justiziabel.
Jan Ullrich sollte imho 2006 stellvertretend für das Dilemma,in dem sich der Radsport befand, geopfert werden. Je erfolgreicher und damit angesehener der überführte Geständige, desto einfacher und vermittelbarer the way of return für das “System”.
Jedoch versagte Jan Ullrich denen, die ihm einst in den Olymp gehoben hatten und ihn jetzt als Opfergabe darbringen wollen, die “Kooperation”. Statt dessen geht er den Weg des Martyriums,um im Bild zu bleiben,zum Leidwesen vieler,auch seiner Fans.
Alles andere, wie die Stichworte Dahm und Spiegel andeuten sollen, ist m.E. mehr mit Automatismus, Trittbrettfahrerei und Selbstverwirklichung Dritter, denn mit systematischer und sachlicher Erkenntnis- und Aufklärungssuche verbunden.
Den wahren Grund, weshalb er schweigt, wissen wir nicht. Ob er wirklich schuldig ist, wissen wir auch nicht. Sonst wäre er schon längst verurteilt.
Daher diese endlose Auseinandersetzung.
Ich erwarte nicht einen milden verständnisvollen Umgang mit Jan Ullrich, lediglich einen menschlich angemessenen,seine Persönlichkeitsrechte wahrenden. Die Tatsache, zur Kennnis zu nehmen, dass er sportrechtlich noch nicht schuldig gesprochen ist,ist doch keine besondere Güte, sondern eine normale Tugend des Umgangs miteinander.
Eine Verdächtigung,bereits wie den Nachweis einer Straftat zu werten, eine Vorverurteilung als Teil des Gewohnheitsrechts zu etablieren, sollte nicht gebilligt werden. Wenn das im Strafrecht auch Einzug halten sollte,dann Gnade uns Gott.
Ihre Meinung zu den uneigennützigen und integeren Bemühungen Dritter, mithilfe der Causa Ullrich die Wirksamkeit der vorhandenen Rechtsmittel gegen Sportbetrug zu prüfen, teile ich nicht.
Als unlängst von “Finanzexperten” eine anhaltende und tiefgreifende Wirtschaft- und Finanzkrise vom Zaune gebrochen wurde, die beinahe jeden Zweiten substantiellen Schaden zugefügt hat, wurde und wird von der Prüfung von Rechtsmitteln abgesehen.
Ich habe zumindest nichts Gegenteiliges vernommen.
Könnten Sie diese Behauptung noch etwas genauer ausführen? Stand er zu unrecht auf der Fuentes-Liste? Von wem wurde er geopfert? Von der UCI? Vom BDR? Von Swiss Olympic? Vom DOSB? Vom IOC? Wer sollte “geschützt” werden? Die Funktionäre? Die spanischen Fuentes-Kunden?
Ist es nicht vielleicht so, daß Herr Ullrich einfach rein zufällig der prominenteste Fuentes-Kunde außerhalb Spaniens war? Hätte man ihn deswegen laufen lassen sollen?
Herbert, Ralf hat die richtigen Fragen gestellt. Zum wiederholten Male, wie ich wiederholt ebenfalls versucht habe, auf die vielen Unzulänglichkeiten in ihrer vermeintlichen Argumentationskette hinzuweisen. Es ist irreführend, wenn Sie jetzt über “Blutgrätschen” und “Hausordnung” fabulieren. Dazu habe ich schon zu viel gesagt.
Ja, ich möchte die Diskussion mit jemandem nicht mehr führen, der immer wieder unbelegte Verschwörungstheorien verbreitet. Der Zusatz “imho” nützt auch nichts, lieber Herbert.
@Jens
Sie müssen sich mit mir nicht abgeben.
Was sind eigentlich richtige Fragen ?
Das ist doch Kinderkram, anstatt auf mein völlig unprovokantes Anliegen mal zu antworten, wird hier von nachgewiesenen Experten ein Spielchen gemacht.
Ich sag´s mal gerade heraus: Sie wollen dazu keine weitere Diskussion und kommen deshalb mit Ihren Formalien. Ist ja Ihr Recht als Betreiber. Dafür hätte ich auch Verständnis. Wofür ich kein Verständnis habe, ist, dass Sie mich meist im Duett versuchen, doof hinzustellen.
Gut, ich kenn´ das Spiel, möchte da aber nicht mehr mitspielen.
Ah, hier geht’s weiter. Super.
Herbert, darf ich höflichst an meine Frage erinnern:
“Aber Du würdest mir einen großen Gefallen tun, wenn Du den “größten deutschen Sportskandal nach 1990″ auch noch genau bezeichnen würdest. Das ergibt sich für mich nämlich aus den Ausführungen nicht. Also: was genau wirfst Du wem vor wann getan oder nicht getan zu haben?”
Bitte die Anmerkung beachten (“sternburg am 27. November 2009 – 22:02″), danke.
dpa: Spanien gibt Blut aus Fuentes-Labor nicht heraus
@ sternburg
Aus Spanien zurück, in frischem Französisch von einem blogg für Sie auf Ihre Frage:
http://www.actufoot06.com/morlino/index.php?blog=5&title=la_justice_espagnol_protege_le_football_&more=1&c=1&tb=1&pb=1
@ Herbert:
Sie glauben also ernsthaft, Le Monde haette freiwillig 300000 Euro bezahlt, um den Fussball zu schuetzen? Geht es vielleicht ein wenig konkreter?
Na, dass ist doch schon mal ein Ansatz. Danke, Herbert.
Aber alle meine Fragen sind da ja nicht beantwortet (wer? was genau?).
@sternburg
Weder alle Ihre, noch meine Fragen werden je beantwortet werden. Da bin ich sicher. Man kann jedoch drüber nachdenken und dann kann jeder zu seinen conclusions kommen. Das hat mit Verschwörungstheorie nichts zu tun. Wenn die Gedanken jedoch unbequem sind und nicht ins Schema F passen, dann kann man auch den Fragesteller in die berühmte Ecke stellen. Bewährte Methode seit Jahrhunderten, aber immer noch genau so falsch wie vor 2000 Jahren. Später erfand man das so genannte brainstorming. In der Politik/Sportpoltik und jetzt wahrscheinlich auch im Industriezweig Antidopingkampf (frei nach dem GS der WADA) scheint man davon nicht viel zu halten.
Übrigens, diejenigen, die Ihre und auch meine Fragen beantworten könnten, werden es in nächster Zeit zumindest nicht tun (Jan Ullrich eingeschlossen). Dazu ist die vorherrschende Atmosphäre auch nicht gerade günstig. Das war einer der Gründe, weshalb die Idee eines Runden Tisches zum Doping im (Rad)sport vor 2 Jahren einmal vorgeschlagen worden ist. Man wird mit niemanden offen reden können, der nach dem Gespräch weitestgehende essentielle Sanktionen zu befürchten hat. Wir haben ja erlebt, wie unausgegoren die Kronzeugenreglung funktioniert.
Nachdenklich stimmt mich, dass die unorthodoxe Herangehensweise im Vorgehen gegen Doping lediglich bei einigen wenigen mit Applaus honoriert wird. Ich denke da zum Beispiel an den Hausherrn und an Prof. Franke. Jeder, der sich für einen sauberen Sport engagiert, sollte zumindest formal seinen Platz einnehmen dürfen. Ich habe manchmal das Gefühl, als wähnen sich einige authorisierter und legitimierter als andere. Völlig irrelevant finde ich dann, wenn man sich gegenseitig unlautere Absichten unterstellt, anstatt gemeinsam zu denken und evtl. auch zu arbeiten. Ich glaube, das würde dem Antidopingkampf mehr helfen als die ständigen infights, welcher Sportler denn nun richtig oder welcher weniger die Regeln verletzt hat.
Ja, ich lese mit meinem geistigen Auge schon die Antwort. :D
Äh, ich sehe meine Frage dann wie folgt beantwortet: Die Medien haben Jan Ulrich für lapidare Vergehen öffentlich gekillt um von viel schlimmeren Verwerfungen im Tennis und Fussball abzulenken. Stimmt das so halbwegs?
Ich bin (ganz anders als der Hausherr) viel zu interessiert an unausgegorenen Verschrwörungstheorien, um da nicht drüber zu plaudern (und, jetzt ist es wenigstens halbwegs eine, davor waren es mit Verlaub allenfalls seltsame Andeutungen). Diese aber finde ich aus mehreren Gründen eher weniger plausibel:
- Wer sind “die Medien?”. Es tut mir leid, aber ohne wenigstens halbwegs eingegrenzten Täterkreis macht das keinen Spass. Du (aus den genannten Gründen gedutzt, bitte um Hinweis, wenn unangenehm) wirst nicht im Ernst annehmen, ausnahmslos alle “Medien” hätten sich zu einer Kampagne verbunden, oder? Das gelang ja nicht mal [wegen Verstoß gegen Godwin's Law gestrichen].
- Denn nur mit halbwegs eingegrenztem Täterkreis macht das einzig sinnvolle am Verschwörungstheoretisieren Spass: Die Suche nach Motiven. “Alle Medien” werden nicht die gleichen Motive haben.
- Aber wo wir schon dabei sind: Wer bitte hätte etwas davon? Ich bin ja immer gerne dabei, wenn es darum geht, dass sinistere Mächte Schaden von unserem sauberen Fussball fernhalten wollen.
Aber warum dafür den Herrn Ulrich in die Pfanne hauen lassen? Um das Thema “Doping im Profisport” erst Recht in den Blickfeld der Öffentlichkeit zu Rücken? Oder kann sich die Allgemeinheit immer nur mit exakt einem Problem aus dem Bereich Doping beschäftigen?
Entschuldige, aber das ist doch hanebüchen. Jedenfalls fällt mir beim besten Willen auch keine versponnene Idee zur Motivlage ein, und ich bin diesbezüglich durchaus mit Fantasie ausgestattet. Da muss nachgelegt werden, sonst ist das nicht mal der Torso einer Verschwörungstheorie.
Davon ab:
- Fussball, Fussball, aber wieso Tennis? Es müsste sich ja um eine deutsche Verschwörung handeln. Waren im fraglichen Zeitpunkt nicht im Radsport schon dem Tennis durchaus ebenbürtige Mächte am Werk? Jedenfalls war dieser doch in Deutschland mindestens vergleichbar lukrativ, meine ich.
- Ich bin ja weit davon entfernt, die Erkenntnisse weisungsgebundener Staatsanwaltschaften für über jeden Verdacht erhaben anzusehen, aber findest Du nicht auch, dass bei insofern eindeutiger Feststellung der StA Bonn und des BKA die Liste der Verschwörer ganz schön umfassend ist? Gerade unter diesem Gesichtspunkt bitte ich doch um deutliche Nachbesserungen beim Thema “Motiv”.
Und überhaupt:
Deine Anmerkungen fielen hier nicht als Anmerkung zu Behauptungen, der Fussball sei sauber, sondern sollten Herrn Ulrich verteidigen. Aber selbst wenn die Medien seine Verfehlungen warum auch immer so aufgebauscht haben – macht das sie weniger verwerflich?
@sternburg
Die alte Methode. Leider. Das wird dann auch nichts. Mein Ansatz ist viel komplexer, wird aber ignoriert. Vllt. sollten wir dann auch warten bis die Zeit dafür reif ist.:D
Da geht schon die Verlautbarung vom Präsidenten Rogge weit über die ansonsten hier favorisierte Auffassung zu Jan Ullrich hinaus. Du wirst es mir dann bestimmt nicht verübeln, wenn ich mich dadurch ermutigt fühle:
http://www.focus.de/sport/mehrsport/radsport-doping-ioc-fehlen-beweise-gegen-ullrich_aid_464213.html
Dem habe ich diesmal nichts hinzuzufügen.
Ähm.. hast du zwischen
und
eigentlich irgendetwas gelesen? Frage ich nur mal interessehalber.
Pfft. Nochmal mach ich mir die Arbeit bestimmt nicht. Viel komplexer, my ass.
Herbert, könnte es u.U. evtl. vielleicht sein, daß es Herrn Rogge um den Dopingnachweis im Jahr 2000 geht? Später aufgefundene Blutbeutel dürften für ein Sydney-Urteil wenig hilfreich sein…
Einstweilige Verfügung gegen einen Kronzeugen.
http://sport.orf.at/100107-21758/?href=http%3A%2F%2Fsport.orf.at%2F100107-21758%2F21759bigstory_txt.html
cn: Mixed fortunes for Valverde in CAS appeal
Was gibt es im Valverde-Fall zu konstatieren ?
1. Die weltweite Sperre für Valverde scheint vom Tisch.
2. Die Spanier waren wieder einmal nicht kooperativ.
3. Die Sperre für Italien bleibt vorerst.
4. Die OP ist eine unendliche Geschichte.
Eigentlich ist der für morgen vorgesehene Versuch der gerichtlichen Identifikation des Etikettennamens val.piti nur noch eine Lachnummer.
Valverde fährt in down under. What else ?
cn (09.01.10): Manzano called to testify at Valverde CAS hearing
dpa: Entscheidung über Valverde-Sperre erst im März
cn: Valverde offers to submit DNA sample
AFP: Valverde va porter plainte contre Manzano
Der Präsident des spanischen Radsportverbandes Castano über Valverde:
So bleibt es wenigstens in der Familie. ;) Allerdings scheinen sie nicht miteinander darüber gesprochen zu haben, dass Cera schon lange nachweisbar ist.
Riccos Partnerin mit positivem Cera-Test:
http://www.cyclingnews.com/news/riccos-partner-positive-for-cera
http://www.cyclingnews.com/news/ricco-denies-involvement-in-his-girlfriends-epo-cera-positive
sid: Ullrich reicht Klage gegen Journalisten ein
Die Namen der Journalisten werden in den Meldungen durchweg nicht genannt, obwohl zumindest die Namen der Autoren des Beitrags offensichtlich sind. Ist das journalistischer Selbstschutz oder hat das juristische Gründe ?
@ Herbert:
Die drei Journalisten haben bislang offenbar keinen ausreichenden Bekanntheitsgrad erlangt, als daß sie der sid in seiner Kurzmeldung für erwähnenswert gehalten hätte…
Ralf, du scherzt doch mit mir ?
@ Herbert:
Es dürfte um diesen Bericht hier gehen. Wieviel Prozent der Deutschen kennen Jan Ullrich und wieviel Prozent kennen Fred Kowasch? Ich würde es mir auch umgekehrt wünschen, aber leider ist es nun mal nicht so…
@ Ralf
In der “Szene” kennt man ihn schon. Da du ja meinen approach kennst, wird es dich ja auch nicht überraschen, dass ich damals seine Vorbehalte ggü. dem Freiburger Bericht für sehr bemerkenswert hielt. Keiner hat ihm öffentlich widersprochen. Besonders bemerkenswert. Ansonsten lese ich ihn sehr gern. Seine Recherchen sind gut und sein Ton ist moderat.Ich wußte übrigens gar nicht, dass interpool ein neues angenehmes outfit hat. Da ich Menschen nicht vordergründig nach ihren Meinungen und Auffassungen beurteile, schätze ich ihm trotz der Unendlichen Geschichte, die ich weniger wegen ihres Inhalts und mehr wegen der konjunkturell passenden Bedienung von gängigen Vorurteilen sehr krtisch gesehen habe.
Allerdings ist Ralf Meutgens, so etwas wie der “Dopingpapst” des Radsports, natürlich bekannter. Sein blendend recherchiertes Buch “Doping im Radsport” hat mir die Augen geöffnet. Ich habe ihn auch nie als einen Journalisten des ordinären Sportlerbashings empfunden. Das mag daran liegen, dass er selbst Radsportler war und um die Befindlichkeiten weiß.
Umso mehr war ich überrascht, als ich ihn als Autor des in Rede stehenden Beitrages fand.
Der Dritte bleibt noch im Dunkeln.
Er wird der einzigste sein, der noch keine Meriten hat.
Also sid wußte schon Bescheid.
dpa: Jan Ullrich darf Olympia-Gold vorerst behalten
Radsport trauert um Erfolgstrainer Lindner
Wolfram Lindner, früherer Radsport-Tainer aus der DDR, ist im Alter von 68 Jahren plötzlich verstorben. Der gebürtige Sachse zählte zu den erfolgreichsten Radsport-Trainern weltweit.
http://www.focus.de/sport/mehrsport/radsport-national-radsport-trauert-um-erfolgstrainer-lindner_aid_481115.html
http://www.cyclingnews.com/news/swiss-drop-ullrich-doping-investigation
Hier die seit einem halben Jahre erwartete Nachricht.
Bislang gibt es noch keinen relevanten Kommentar in den einschlägigen deutschen Sportmedien, sondern lediglich imo die Wiedergabe der Agenturmeldung. Einen Reissack, der in China umgefallen ist, ist die Nachricht zwar nicht, aber sicher nicht allen sehr willkommen.
Dazu mussten die Schweizer bestimmt auch nicht die übersetzten 6.000 Seiten lesen. Und bei der Begründung der Nichtzuständigkeit darf geschmunzelt werden.
sid: Comeback von Jan Ullrich nicht ausgeschlossen
Benjamin Steffen in der NZZ: Fall Ullrich noch nicht beendet – Antidoping Schweiz prüft einen Weiterzug ans Sportschiedsgericht
Bleibt die Frage, ob es die Schweizer schaffen, in einer Woche sich formgerecht an den CAS zu wenden ? Wenn sie es wirklich wollen, dann steht mindestens ein weiteres Jahr des Causa Ullrich bevor.
Auf ZDF Infokanal laufen nun die 5000 Meter mit Katrin Mattscherodt …
Anscheinend hat sie in der ersten Kurve die Bahn verlassen.
HERRJE!
rsn-Kommentar von Sander Sanders: Ein Schweizer Skandal
Mich würde interessieren, welche Seite in diesem Verfahren mehr Verzögerungen zu verantworten hat…
Aber Ralf, nun sind Sie doch mal nicht so großzügig mit den Schweizern. Die haben einfach geschlampt. Lediglich Herr Welten hat aus ungeklärten Gründen jährlich immer pünktlich seine Stimme erhoben. Die haben einfach geschlampt. Oder geben die Papiere etwa doch nichts zwingendes her ?
@ Herbert:
Im Fall CP haben wir sehr viel über die anwaltlichen Aktivitäten erfahren. Ich gehe davon aus, daß JUs Anwälte nicht weniger aktiv und erfinderisch waren…
Ralf,
nur bei Jan Ullrich hat es sich um ein Strafverfahren gehandelt.Die Ermittlungen wurden erst nach zwei Jahren ohne Schuldfeststellung eingestellt.
Bei CP waren die Anwälte nicht “erfinderisch” genug,sie haben sich von der ISU prozesstaktisch vorführen lassen?
Mal sehen was die Strafanzeige in der Schweiz ergibt.
@Walter
Der scharfe Blick aufs Detail läßt manchmal das Wesentliche in den Hintergrund treten.
@Ralf
Eigentlich bin ich wie andere auch der Odysee müde. Jetzt warte ich noch eine Woche.
Die Britten haben übrigens anläßlich des 50.JT ihres Radsportverbandes eine Hall of Fame feierlich eröffnet.
Tom Simpson wurde posthume aufgenommen.
http://www.cyclingnews.com/news/simpson-boardman-lead-british-cyclings-hall-of-fame
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